Wie oft nutzt ihr ambulantes, betreutes Wohnen und was macht ihr bei den Terminen?

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    • Wie oft nutzt ihr ambulantes, betreutes Wohnen und was macht ihr bei den Terminen?

      Hallo,

      ich wollte mal die Menschen mit ambulanten, betreuten Wohnen hier fragen, wieviele Std. ihr in der Woche habt (oder hattet) und was ihr an den Terminen macht?
      Wenn ich mir vorstellen, der Betreuer kommt zweimal in der Woche nachmittags für 2 Std. ...ist man dann nicht irgendwann "durch" mit seinen Themen?
      ...und kommen die Betreuer immer zur selben Zeit? Die haben ja auch noch andere Klienten, so dass es wohl schwierig wird, wenn sie wann anders "kommen sollten".
      ...und wie sieht das aus, wenn man ambulantes betreutes Wohnen und einen gesetzlichen Betreuer hat? Wer kümmert sich da um was?

      Eine gute Nacht wünsche ich,

      Darlina.
    • Ich nehme beides in Anspruch.

      Meine gesetzliche Betreuerin ist bei mir nur zuständig für Behördenangelegenheiten, sie regelt also alles mit Jobcenter, Krankenkasse und Co. Persönlich treffe ich mit ihr nur nach Bedarf, etwa 2x im Jahr, den Rest regeln wir telefonisch oder per Post. Bei der Beantragung kann man angeben für welche Bereiche der Betreuer zuständig sein soll, bzw. in welchen Bereichen man Unterstützung braucht. Meine gesetzliche Betreuerin und die vom betreuten Wohnen arbeiten aber auch zusammen und klären organisatorisches meist unter sich.

      ABW habe ich jetzt seit einem Monat, mir wurden erstmal 4,5 Stunden pro Woche genehmigt. Wir besprechen die Termine im Normalfall im voraus für die nächste Woche. Wenn ich einen bestimmten Termin habe, kann ich das natürlich auch frühzeitig sagen. Außerdem kann ich die Stunden auch aufteilen auf mehrere Termine, meine Betreuerin ist da sehr flexibel.

      Langweilig wird mir mit ihr definitiv nicht, wir sprechen zwar auch über das was mich aktuell beschäftigt oder über andere, gesellschaftliche Themen, aber sie ist eben kein Ersatz für meine eigentliche Therapeutin. Im Endeffekt kann ich aber im Rahmen des ABW alles mit ihr unternehmen was ich möchte. Zum Spaziergang an einen See fahren, in eine Bibliothek, in den Baumarkt oder ins Museum gehen, als Begleitung zu (Arzt) Terminen oder auch gemeinsames Frühstücken, Begleitung zum Einkaufen oder zu Veranstaltungen. Alleine würde ich das alles nur selten tun.

      Bei der Genehmigung legt man ja Therapieziele fest, an denen man mit dem Betreuer arbeiten möchte. In meinem Fall wären das soziale Kontakte aufbauen, mehr außerhalb meiner Wohnung zu unternehmen und eine sinnvolle Alltagsstruktur zu entwickeln. Mein ABW Träger bietet außerdem auch viele Gruppenaktivitäten an, Sportarten, Yoga, Musikgruppe, etc. Da würde sie mich ebenfalls hin begleiten und wieder zurück bringen. Wir sitzen bei den Terminen also definitiv nicht nur zuhause und reden. ;)
    • Danke für Deine Antwort, Nichtgeschwindigkeit.

      nichtgeschwindigkeit schrieb:

      Meine gesetzliche Betreuerin und die vom betreuten Wohnen arbeiten aber auch zusammen und klären organisatorisches meist unter sich.
      Weißt Du, wie die das machen und in welchen Fällen? Ich meine, wenn Du die nur so selten siehst, die gesetzliche Betreuung,...was sprechen die dann miteinander ab?
      ...und Du selber bekommst nicht mit, was die Betreuung da mit dem Jobcenter und der Krankenkasse, etc. bespricht?

      nichtgeschwindigkeit schrieb:

      Im Endeffekt kann ich aber im Rahmen des ABW alles mit ihr unternehmen was ich möchte. Zum Spaziergang an einen See fahren, in eine Bibliothek, in den Baumarkt oder ins Museum gehen, als Begleitung zu (Arzt) Terminen oder auch gemeinsames Frühstücken, Begleitung zum Einkaufen oder zu Veranstaltungen.
      Machst Du denn Vorschläge, was Du gerne machen würdest? Ich hätte da so Bedenken, dass man, wenn man sich so oft sieht, nicht mehr viel zu sagen hat, wenn man nicht aktiv irgendwas macht, wie irgendwo hingehen, etc. .

      nichtgeschwindigkeit schrieb:

      Wir sitzen bei den Terminen also definitiv nicht nur zuhause und reden.
      Prima!!!! :)

      Mich würde auch interessieren, wie die das abrechnen, aber dafür bräuchten wir wohl eher einen Mitarbeiter aus dem amb. betr. Wohnen hier.

      Einen schönen Abend wünsche ich noch.
    • Darlina schrieb:

      Mich würde auch interessieren, wie die das abrechnen, aber dafür bräuchten wir wohl eher einen Mitarbeiter aus dem amb. betr. Wohnen hier.
      Wird über die Eingliederungshilfe abgerechnet. Wenn man allerdings zuviel Geld hat muss man zuzahlen.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Es gibt für die Abrechnung mit dem Betreuten Wohnen zwei Möglichkeiten, das persönliche Budget (du bekommst monatlich eine bestimmte Summe, die du für die Betreuung verwenden kannst), oder die andere Variante, du bekommst Stunden für den Monat bewilligt, die du dann mit dem Betreuten Wohnen verplanst. Was in Frage kommt und wie es genau geregelt ist, ist so weit ich weiß nach Bundesländern unterschiedlich. Googeln mit dem Begriff und deinem Bundesland sollte weiterhelfen.

      Ich hatte 4 Stunden / Monat, die speziell für Behördengänge und Arzttermine verplant waren und seltener auch für andere Dinge, zum Beispiel einen Museumsbesuch bei einer großen Ausstellung, wo ich mich wegen der vielen Menschen nie alleine hingetraut hätte, Hilfe beim Kleider einkaufen oder Möbelkauf und als ich mir die Schulter gebrochen hatte war auch Hilfe im Haushalt möglich.

      Für die Termine war für mich wichtig, daß die Betreuung mich mit dem Auto dort hin gefahren hat, so daß ich nicht schon gestresst vom Öffentlichen Nahverkehr dort ankam und dann darauf geschaut hat, daß ich in der Überlastung des Termins zum Beispiel nicht vergesse alle meine Fragen, die wir vorher besprochen hatten, auch zu stellen und ich habe die Betreuung hinterher genutzt um mich zu versichern, daß das Gespräch auch so ablief wie ich es verstanden hatte, weil ich da, je nach Stresslevel, oft hinterher doch sehr unsicher bin wie etwas gemeint war.

      bmas.de/DE/Themen/Teilhabe-Ink…soenlichen-budget-01.html

      Mit Hilfe des Betreuten Wohnen, habe ich auch meinen Schwerbehindertenausweis beantragt, einen Therapeuten gefunden. Als ich im Krankenhaus war für eine OP, wurde mir meine Post gebracht und nachgesehen ob ich etwas brauche und der Heimtransport organisiert...

      Mit dem betreuten Wohnen wird ein grober Plan erstellt in dem die Probleme des zu Betreuenden aufgelistet werden, Ziele für 1-2 Jahre festgelegt werden (z.B. regelmäßigen Tagesablauf organisieren, Arztbesuche nicht mehr verpassen, mehr am öffentlichen Leben teilnehmen, einen Therapeuten suchen, Fahradfahren lernen und ein Fahrrad kaufen, Wohnungssuche, Kontakte zur Familie wieder herstellen, Unterstützung bei finanziellen Angelegenheiten z.B. Aufsuchen der Schuldnerberatungsstelle...). Diese Ziele können sehr kleinstufig sein und sind absolut persönlich und ganz und gar auf den zu Betreuenden abgestellt und man kann sie jederzeit anpassen.

      Die Zeit war eher knapp gemessen, rumgesessen und uns gelangweilt haben wir nie, zu besprechen gab es immer etwas.

      In NRW wird das getragen vom Landschaftsverband. Dort wird in einer Konferenz, in der unterschiedliche Teilnehmer aus den Betreuenden Verbänden und dem Landschaftsverband sitzen, die einzelnen Fälle besprochen. Da kann man selbst dabei sein, muss aber nicht, man kann sogar verlangen, daß der eigene Fall anonym besprochen wird. In dieser Konferenz wird der Bedarf und damit entweder das finanzielle Budget oder die Stundenzahl festgelegt und du bekommst dann ein Schreiben was entschieden wurde.

      Der Verein, Verband oder die Firma, von der du betreut werden möchtest sollte dir das aber alles in einem Vorgespräch genau erklären können. Die Formalitäten können so gestaltet werden, daß du dadurch wenig belastet wirst, wenn das nicht dein Ding ist. Da ich am Anfang des Betreuten Wohnens direkt von einem Meltdown kam, haben die erst einmal alles für mich geregelt und erst im Jahr darauf bekam ich so richtig die ganzen Formalitäten mit und habe zum Beispiel selbst meine Ziele ausgefüllt und beschrieben wo meine Probleme liegen, das wurde dann vom Verein der mich betreute noch durch den Sozialarbeiter ergänzt.

      Auch wer die Daten erhält und wer wozu Zugang hat kann man genau erfragen.

      Ich bin sehr froh, daß es das für mich in einer extrem schweren Zeit gegeben hat und würde Mut machen wollen es in Betracht zu ziehen, wenn man Hilfe braucht. Ich habe aber auch einmal die Betreuung gewechselt. Man muss auch zusammen passen und sicher gehen, daß die Betreuer mit Autismus umgehen können und es nicht zu oft Wechsel im Personal gibt, wo man sich ständig umgewöhnen muss, das letztere war der Grund für mich zu wechseln.

      (alles ohne Gewähr, ich bin keine Fachfrau im Thema, das ist nur alles was ich dazu an Erfahrung Wissen nebenbei angesammelt habe)
      Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave. - Friedrich Nietzsche
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen. - Voltaire

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Liramlis ()

    • Ich bekomme aktuell 6 Stunden ABW pro Woche (davon geht aber noch Zeit für den Papierkram ab, es sind also eigentlich nur 4,5 Stunden). Meine ABW-Betreuerin fährt mit mir spazieren, frühstücken/Kaffee trinken, in den Park oder den Zoo, zum Einkaufen oder zum DRK-Shop und begleitet mich bei Behördengängen, Arztterminen und zum Spielenachmittag. Manchmal reden wir auch einfach nur über Dinge, die mich grad bewegen oder besprechen z.B. anstehende Behördentermine. Termine vereinbaren wir mal nur für die nächste Woche oder aber wie aktuell schon für den Rest des Jahres. Mal ist es nur ein langer Termin pro Woche, mal sind es zwei kurze Termine. Mal Montags, mal Mittwochs, mal vormittags, mal nachmittags. Grad so, wie ich es brauche, bzw. wie es grad am Besten passt. Langweilig wird es auch nie; ich hab neulich sogar schon festgestellt, dass 6 Stunden eigentlich auch noch zu wenig sind.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Danke für Eure Antworten.

      Liramlis schrieb:

      Mit Hilfe des Betreuten Wohnen, habe ich auch meinen Schwerbehindertenausweis beantragt, einen Therapeuten gefunden.
      Habt ihr denn das alles gemeinsam in den Stunden gemacht? Also wenn sie z.B. montags von 10-14h kommt, habt ihr dann da überall angerufen?...oder hat sie auch außerhalb der Std. etwas gemacht? Soviel ich weiß, wird nach Fachleistungsstunden abgerechnet, aber wenn sie etwas macht, wo Du nicht dabei bist, muss sie das ja auch irgendwie abrechnen können.

      ....und wenn es Feiertage gab, wo normalerweise Euer Termin war,...wurden die Std. dann "nachgearbeitet"?...und was war, wenn sie in Urlaub war?

      Liramlis schrieb:

      Ich bin sehr froh, daß es das für mich in einer extrem schweren Zeit gegeben hat und würde Mut machen wollen es in Betracht zu ziehen, wenn man Hilfe braucht.

      Klingt gut.

      Windtänzerin schrieb:

      Langweilig wird es auch nie;
      Prima. Besser, als sich anzuschweigen, weil es nichts zu bereden gibt.
    • Darlina schrieb:

      abt ihr denn das alles gemeinsam in den Stunden gemacht? Also wenn sie z.B. montags von 10-14h kommt, habt ihr dann da überall angerufen?...oder hat sie auch außerhalb der Std. etwas gemacht? Soviel ich weiß, wird nach Fachleistungsstunden abgerechnet, aber wenn sie etwas macht, wo Du nicht dabei bist, muss sie das ja auch irgendwie abrechnen können.

      ....und wenn es Feiertage gab, wo normalerweise Euer Termin war,...wurden die Std. dann "nachgearbeitet"?...und was war, wenn sie in Urlaub war?
      Also manchmal hat sie in meinem Beisein angerufen, mal habe ich in ihrem Beisein, also mit ihrer Unterstützung selbst angerufen, mal war das Telefon laut gestellt, so daß wir beide reden und hören konnten und ja sie hat auch vom Büro, ohne mich Anrufe gemacht, die wurden dann auch abgerechnet.

      Alles was gemacht wird, wird auf einem Stundenzettel vermerkt und den musste ich dann am Ende des Monats unterschreiben und nur mit meiner Unterschrift als Bestätigung konnte er eingereicht werden. Telefonate vom Büro aus, zählen dabei nicht ganz so wie Klientenbesuche, aber das schreiben die dann schon richtig auf, hinter jedem Punkt muss aufgeführt werden was gemacht wurde in der jeweilig angegebenen Zeit.

      Unsere Termine haben wir gemeinsam abgesprochen. Hatte der Betreuer Urlaub gab es einen Ersatz Ansprechpartner den ich auch kannte (also immer die selbe Person, nicht für jeden Urlaub jemand anderer) und an Wochenenden und Feiertagen hatte ich jetzt keine Betreuung, die musste ich so herum bringen, aber wer jeden Tag betreut werden muss, da wird auch das geregelt.

      War ein Feiertag, dann wurden die Termine aller Betreuten entsprechend verschoben oder auch mal nur ein Telefonat eingelegt am nächsten Tag oder nur die halbe Zeit genutzt, damit der Betreuer alle seine Schützlinge trotz Feiertag, in der entsprechenden Woche besuchen konnte. Die Termine lagen so früh fest wie möglich, damit ich mich darauf einstellen konnte, aber natürlich spielt das Leben manchmal anders und dann müssen Betreuer und Betreute auch mal improvisieren.
      Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave. - Friedrich Nietzsche
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen. - Voltaire
    • Danke Dir. Das hilft mir schon sehr. Das Einzige, woran ich hängen bleibe, ist, dass die Betreuungsstunden von Feiertagen (also wenn ein Termin am Donnerstag wäre, aber da nun Feiertag ist) scheinbar nachgearbeitet werden müssen. Das hat man in anderen Bereichen nicht. Also wenn an einem Donnerstag Feiertag ist, dann hat man da frei. Punkt. Wenn man in einer Anwaltskanzlei oder in einem Kindergarten arbeitet, hat man ja an dem Tag dann auch einfach frei, ohne dass es nachgearbeitet werden muss.
      Dann frage ich mich halt auch, wie das ist, wenn ein Betreuer Urlaub hat? Muss er ihn dann auch "nacharbeiten"? Dann ist es ja kein Urlaub mehr, sondern Arbeitszeitverschiebung. ...und wenn Termine verschoben werden, muss der Betreuer dann ja auch können. Er hat ja auch noch andere Klienten. ...und es wäre ja doof, wenn er z.B. eine halbe Stelle hat, die dann aber auf 5 Tage verteilen muss. Denn für jeden Tag, wo er da ist, ist das Thema "Arbeit" im Vordergrund.

      ...Ich versuche das System grade zu verstehen.
    • Darlina schrieb:

      Dann frage ich mich halt auch, wie das ist, wenn ein Betreuer Urlaub hat? Muss er ihn dann auch "nacharbeiten"? Dann ist es ja kein Urlaub mehr, sondern Arbeitszeitverschiebung
      Wie Liramlis schon schrieb, gibt es für Urlaub (und wahrscheinlich auch für längere Krankheit) des Betreuers eine Vertretung.

      Liramlis schrieb:

      Hatte der Betreuer Urlaub gab es einen Ersatz Ansprechpartner den ich auch kannte (also immer die selbe Person, nicht für jeden Urlaub jemand anderer)
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:
    • Darlina schrieb:

      ...Ich versuche das System grade zu verstehen.
      Es gibt schlicht mehr Betreuer als man bräuchte, wenn weder jemals ein Betreuer krank wäre oder Urlaub hätte oder es Feiertage gäbe. Diese fangen das dann auf. So ist es überall geregelt wo Menschen betreut werden müssen. Im Altenheim, im Krankenhaus, ... In der Regel sind deshalb ganze Teams für einen Bereich oder eine Patientengruppe zuständig, oder es gibt sogenannte "Springerkräfte" die überall da einspringen wo sie gebraucht werden und die gar keine eigenen Klienten betreuen, sondern immer nur Vertretungen machen.

      Feiertage können so geregelt werde, daß der Klient auch mal einen Tag ohne Betreuung auskommen muss und man einfach die Stunden an einem anderen Tag nachholt, aber innerhalb der normalen Arbeitsszeit des Betreuers. Die Betreuer haben auch immer freie Zeit innerhalb der Arbeitszeit die nicht schon verplant ist. Das muss ja so sein, weil zum Beispiel Klienten plötzlich einen Arzttermin brauchen/ins Krankenhaus kommen/einen Amtstermin bekommen/Hilfe brauchen weil ein Rohrbruch auftrat (war bei mir einmal so). Nicht alles kann auf Wochen im vorraus geplant werden. Die Terminkalender der Betreuer werden nicht vollgestopft bis zum Rand. Sollte da mal Zeit übrig sein, dann machen die ihre Büroarbeit, füllen die Anträge aus etc. oder bilden sich in ihrem Fach weiter. Die meisten besuchen auch regelmäßig längere Fortbildungen für die sie dann eine Vertretung beim Klienten brauchen.

      Der Punkt ist: Für dich als Klient spielt das alles keine Rolle. Man wird, gerade für Asperger, versuchen die Betreuung so regelmäßig und verlässlich zu gestalten wie möglich. Die Arbeitszeitgestaltung des Betreuers ist Teil seines Jobs und wird in der Regel in deren Team besprochen und geregelt, dazu gehört auch, daß sie Urlaub und Freizeit haben und keine Überstunden machen müssen. Sollte es einmal Terminprobleme geben wird man es mit dir besprechen und dich fragen ob es ok ist, wenn etwas verschoben wird. Ich wurde einmal gefragt ob ich einer Verschiebung zustimme, weil ein Klient einen Meltdown hatte und mein Betreuer gerne helfen würde ihn ins Krankenhaus zu begleiten, weil der Patient zu ihm das größte Vertrauen hat. Ich fand das gut und habe ja gesagt, auch wenn ich Verschiebungen eigentlich nicht mag. Als der Betreuer am nächsten Tag zu mir kam, wurde der Klient, den er da eigentlich betreut hätte von der Vertretung besucht, weil der Klient nur jemand brauchte, der ihn zu einem Termin fährt und dem war es schlicht egal welcher Betreuer das macht.
      Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave. - Friedrich Nietzsche
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen. - Voltaire

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Liramlis ()

    • Liramlis schrieb:

      Es gibt schlicht mehr Betreuer als man bräuchte, wenn weder jemals ein Betreuer krank wäre oder Urlaub hätte oder es Feiertage gäbe. Diese fangen das dann auf. So ist es überall geregelt wo Menschen betreut werden müssen. Im Altenheim, im Krankenhaus, ... I
      und

      Liramlis schrieb:

      Feiertage können so geregelt werde, daß der Klient auch mal einen Tag ohne Betreuung auskommen muss und man einfach die Stunden an einem anderen Tag nachholt, aber innerhalb der normalen Arbeitsszeit des Betreuers.

      Ja, so kenne ich das auch aus Einrichtungen. Mir wurde aber gesagt, dass die nach Fachleistungsstunden bezahlt werden, also nur für die Stunden, wo die mit dem Klienten arbeiten. ...und ich fände es schlimm, wenn ein Feiertag ist, an dem Tag dann zwar keine Betreuung ist, der Betreuer das dann aber nacharbeiten müsste. Wenn jemand bei ner Bank arbeitet, muss er ja auch nicht die Stunden nacharbeiten, weil an einem Tag ein Feiertag war.Das Gleiche gilt bei Urlaub.

      Liramlis schrieb:

      weil ein Rohrbruch auftrat
      ...und was hat dann der Betreuer gemacht? Es geht doch viel schneller, wenn man selber bei der Hausverwaltung anruft. Bis ein Betreuer da reagieren kann, geht doch viel zu viel Zeit verloren.

      ...und: auch ein Betreuer hat doch auch ein Privatleben. ...oder wird dann auch wirklich nur angerufen, wenn der Betreuer Dienst hat?
    • Meine Betreuerin kommt einmal die Woche für 3 Stunden. Normalerweise ist das dienstags zwischen 12:45 und 15:30. Die zeitliche Diskrepanz liegt an den 'Bürokratiestunden' - pro Stunde sind 10 Minuten für Vor-/Nachbereitung und Papierkram reserviert.

      Falls Arzt- oder Amttermine anliegen, nehme ich die mit meiner Betreuerin wahr. Wenn danach noch Zeit ist, gehen wir bummeln, einkaufen, Kaffee trinken, Eis essen oder einfach nur spazieren. Der Hausbesuch fällt dann in der Woche aus.

      Wenn sie zu mir kommt, hilft sie mir ein Ordnungssystem zu erstellen und das Chaos bei mir zu beseitigen. Das ist für mich ein wichtiger Punkt, den ich allein nicht schaffe. Und da gibt es noch viel zu tun, langweilig wird uns nicht so schnell.

      Wir planen für nächsten Frühsommer einen Besuch im Kletterwald. Leider habe ich sonst niemanden, der mit mir dorthin gehen würde - und sie hätte auch Spaß daran. Sie würde auch andere Freizeitdinge mit mir machen - nach Absprache auch abends.

      Wenn sie im Urlaub oder krank ist, gibt es eine feste Vertretung, die ich vorab kennengelernt habe. Im Verein gibt es auch jemanden, der bei kleineren handwerklichen hilft (z.B. auf eine Leiter klettern und Löcher in Wände bohren).

      Kommenden Montag habe ich einen Arzttermin - und meine Betreuerin hat sich heute krank gemeldet. Das Büro hat angerufen und mich gefragt, was mir lieber ist - den Termin mit der Vertretung wahrnehmen oder verschieben. Da ich die Vertretung auch mag und ihr vertraue, würde ich den Termin auch mit ihr machen. Morgen bekomme ich Bescheid, ob der Termin bleibt oder abgesagt werden muss, weil die Vertretung anderweitig beschäftigt ist. Und bis dahin muss ich auch überlegen, wer den Termin absagt - ich denke, das werde ich selbst machen.

      Termine macht übrigens grundsätzlich meine Betreuerin. Nicht nur, weil ich damit Probleme habe - auch weil es praktischer ist. Sonst müsste ich ständig nachfragen, ob ihr ein Termin passt oder nicht.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Darlina schrieb:

      Danke Dir. Das hilft mir schon sehr. Das Einzige, woran ich hängen bleibe, ist, dass die Betreuungsstunden von Feiertagen (also wenn ein Termin am Donnerstag wäre, aber da nun Feiertag ist) scheinbar nachgearbeitet werden müssen. Das hat man in anderen Bereichen nicht. Also wenn an einem Donnerstag Feiertag ist, dann hat man da frei. Punkt. Wenn man in einer Anwaltskanzlei oder in einem Kindergarten arbeitet, hat man ja an dem Tag dann auch einfach frei, ohne dass es nachgearbeitet werden muss.
      Dann frage ich mich halt auch, wie das ist, wenn ein Betreuer Urlaub hat? Muss er ihn dann auch "nacharbeiten"? Dann ist es ja kein Urlaub mehr, sondern Arbeitszeitverschiebung. ...und wenn Termine verschoben werden, muss der Betreuer dann ja auch können. Er hat ja auch noch andere Klienten. ...und es wäre ja doof, wenn er z.B. eine halbe Stelle hat, die dann aber auf 5 Tage verteilen muss. Denn für jeden Tag, wo er da ist, ist das Thema "Arbeit" im Vordergrund.

      ...Ich versuche das System grade zu verstehen.
      @Darlina

      Kann es sein, dass deine Fragen von Arbeitgeberseite aus gestellt werden?
    • Darlina schrieb:

      Es geht doch viel schneller, wenn man selber bei der Hausverwaltung anruft.
      Genau das konnte ich eben nicht, bei mir unbekannten Menschen anrufen oder unbekannte Menschen dann in meine Wohnung lassen. Daher hat er das für mich gemacht und war dann mit mir in der Wohnung, so lange der Reparaturdienst da zu Gange war. Heute könnte ich den Anruf machen, auch wenn es mich Überwindung kosten würde und jemanden in meine Wohnung lassen. Hinterher wäre ich aber wohl von beidem sehr erschöpft.

      Darlina schrieb:

      Mir wurde aber gesagt, dass die nach Fachleistungsstunden bezahlt werden, also nur für die Stunden, wo die mit dem Klienten arbeiten. ...
      Eine Fachleistungsstunde ist aber keine Stunde, sondern nur 50 Minuten und das wird alles anders berechnet.

      lebenshilfe-nds.de/de/service/…-/Fachleistungsstunde.php

      Hier eine Präsentation dazu: docplayer.org/38146609-Fachlei…n-nach-53-ff-sgb-xii.html

      "In einem Benchmark mit verschiedenen ABWs wurde das Verhältnis von 85%, zwischen der Erbringung von FLS
      und der anwesenden Arbeitszeit, für realistisch befunden. Dies bedeutet, dass ein Mitarbeiter 85%
      seiner Arbeitszeit durch abrechenbare FLS zu erfüllen hat. Ein Mitarbeiter, der wöchentlich mit 39h beschäftigt
      wird, sollte bei Anwesenheit gerundet 33 FLS (exakt: 33,15 FLS) erbringen. Auf ein Jahr gesehen sind es bei
      1560 Anwesenheitsstunden (nach Abzug von Urlaub, Krankheit und Fortbildung) pro VK (39h/Wo.) 1326 FLS im
      Jahr."

      Ein Handwerker wird vom Kunden auch nur nach Arbeitsstunden bezahlt. Dieses Geld/Stunde ist aber so bemessen, daß er auch Geld bekommen kann während er im bezahlten Urlaub ist, oder bei Fortbildung, oder krank, weil jede Stunde die er arbeitet mehr kostet als die eine Stunde sein Lohn wäre. Sonst würde jedes Unternehmen pleite gehen, weil wie sollte die Urlaubszeit bezahlt werden?

      Sprich: Der Leistungsträger, zum Beispiel der Landschaftsverband in meinem Falle, zahlte für jede Fachleistungsstunde genug, daß davon mehr als der Lohn für die reinen 50 Minuten, die der Betreuer bei mir war, bezahlt werden konnten. Nämlich genug, daß auch sein Urlaub, seine Fortbildung und seine Krankentage abgegolten waren, sowie Telefonate die er für mich machte, Besorgungen oder Fachgespräche mit seiner Vertretung über mich ...

      In dem Geld für die Fachleistungsstunden sind ja auch noch viel mehr Kosten einberechnet, so zum Beispiel Fahrtengeld für das Auto des Betreuers, Telefonkosten für sein Handy und das Festnetz im Büro, die Verwaltung des Unternehmens in dem er beschäftigt ist und vieles mehr. Da sind wir dann aber bis zum Hals in Betriebswirtschaftslehre.

      "Der Preis einer Fachleistungsstunde muss alle betrieblichen Kosten
      decken, die zur Leistungserbringung erforderlich sind; hierzu gehören
      u.a. Kosten zur Vor- und Nachbereitung, Dokumentation, Vertretung,
      Ausfall, Verwaltungs- sowie Regiekosten, Fortbildung, sowie Sachkosten
      (Raum, Telefon, Ausstattung, Material etc.). Fahrtkosten (An- und
      Abfahrtskosten) werden in der Regel gesondert vereinbart. Man
      unterscheidet zwischen den direkten Kosten (Face-to-Face) und den
      indirekten Kosten. Die indirekten Kosten wiederum werden oftmals
      unterschieden in „fallspezifische“ und „fachspezifische“ Aktivitäten.

      Zu den fachspezifischen Kosten zählen z.B. Praxisberatung, Teamsitzungen,
      Arbeitsgemeinschaften etc., fallspezifische Aktivitäten umfassen
      Hilfeplankonferenzen, Behördenkontakte, Fehlbesuche, Dokumentation, Vor-
      und Nachbereitung sowie Berichtswesen. Die Fachleistungsstunde geht von
      einer „Nettoarbeitszeit“ eines Mitarbeiters aus. Sie definiert die
      tatsächlichen Leistungsstunden, die ein Mitarbeiter jährlich abzgl.
      Urlaub, Krankheit, Fortbildung durchschnittlich netto zur Verfügung
      steht."
      Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave. - Friedrich Nietzsche
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen. - Voltaire

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Liramlis ()

    • Leseratte schrieb:

      Meine Betreuerin kommt einmal die Woche für 3 Stunden. Normalerweise ist das dienstags zwischen 12:45 und 15:30. Die zeitliche Diskrepanz liegt an den 'Bürokratiestunden' - pro Stunde sind 10 Minuten für Vor-/Nachbereitung und Papierkram reserviert.
      Ah, okay. Heißt das, sie kommt dann 10 Min. weniger oder macht die schriftlichen Sachen dann bei Dir? Wobei: Wenn es drei Std. sind und pro Std. 10 Min. für Bürokram sind,...dann wären es bei drei zugestandenen Betreuungsstunden 2,5 Std. Betreuung und eine halbe Std. Schreibzeit.

      Ansonsten liest sich das sehr harmonisch an, was Du von Deiner Betreuerin schreibst!!! :)

      Leseratte schrieb:

      Im Verein gibt es auch jemanden, der bei kleineren handwerklichen hilft (z.B. auf eine Leiter klettern und Löcher in Wände bohren).
      Das ist gut.

      Leseratte schrieb:

      Sonst müsste ich ständig nachfragen, ob ihr ein Termin passt oder nicht.
      Verstehe ich.

      FruchtigBunt schrieb:

      Kann es sein, dass deine Fragen von Arbeitgeberseite aus gestellt werden?
      Mir hat jemand Betreuung vorgeschlagen, für mich. Ich kann mich da aber auch bewerben. Ich hab nur keinen, der mir das "System" erklären kann. ...und da ich weiß, dass hier einige amb. betr. Wohnen machen, habe ich hier mal nachgefragt. ...und wenn ich hier lese, tue ich es aus zwei Blickwinkeln: einmal für mich, weil das Thema Betreuung mal im Raum stand und dann auch in Bezug auf meinen Job.
      Man weiß eh nicht, was wird. Da ist es manchmal gut, sich vor zu informieren. Ich lerne hier im Forum im Moment viel. Über mich, über Andere. Eigentlich schon fast mehr, als in anderen Foren.

      Liramlis schrieb:

      Hinterher wäre ich aber wohl von beidem sehr erschöpft.
      Kann ich verstehen. Dann war es sicherlich auch schwierig bzw. ein Prozess, selbst die Betreuung in die Wohnung zu lassen (als sie noch neu war).

      Liramlis schrieb:

      Eine Fachleistungsstunde ist aber keine Stunde, sondern nur 50 Minuten und das wird alles anders berechnet.

      lebenshilfe-nds.de/de/service/…-/Fachleistungsstunde.php

      Hier eine Präsentation dazu: docplayer.org/38146609-Fachlei…n-nach-53-ff-sgb-xii.html
      Vielen lieben Dank für den Hinweis und die Links!!! Ich gucke sie mir gleich mal an. Vielleicht wird mir dadurch manches klarer! :idea:

      Liramlis schrieb:

      Dies bedeutet, dass ein Mitarbeiter 85%
      seiner Arbeitszeit durch abrechenbare FLS zu erfüllen hat. Ein Mitarbeiter, der wöchentlich mit 39h beschäftigt
      wird, sollte bei Anwesenheit gerundet 33 FLS (exakt: 33,15 FLS) erbringen.
      Wenn der Arbeitgeber einem das dann auch so bezahlt, ist es ja gut (der muss ja auch Geld irgendwoher bekommen, um seine Mitarbeiter außerhalb der abrechenbaren FLS zu bezahlen (Urlaub, Fahrzeit, Versicherung, Fortbildung, AU, etc.).

      Liramlis schrieb:

      Sprich: Der Leistungsträger, zum Beispiel der Landschaftsverband in meinem Falle, zahlte für jede Fachleistungsstunde genug, daß davon mehr als der Lohn für die reinen 50 Minuten, die der Betreuer bei mir war, bezahlt werden konnten. Nämlich genug, daß auch sein Urlaub, seine Fortbildung und seine Krankentage abgegolten waren, sowie Telefonate die er für mich machte, Besorgungen oder Fachgespräche mit seiner Vertretung über mich ...
      Klingt gut.

      ...Mich hat das echt jetzt ein ganzes Stück weiter gebracht. Danke!
    • Darlina schrieb:

      Heißt das, sie kommt dann 10 Min. weniger oder macht die schriftlichen Sachen dann bei Dir? Wobei: Wenn es drei Std. sind und pro Std. 10 Min. für Bürokram sind,...dann wären es bei drei zugestandenen Betreuungsstunden 2,5 Std. Betreuung und eine halbe Std. Schreibzeit.
      Ähm ja... Das liegt daran, dass ich die falsche Zeit aufgeschrieben habe - sorry. Meine Betreuerin kommt gegen 12:45 (manchmal etwas später wegen Verkehr, dann schreibt sie aber eine SMS) udn bleibt dann 2,5 Stunden.

      Darlina schrieb:

      einmal für mich, weil das Thema Betreuung mal im Raum stand und dann auch in Bezug auf meinen Job.
      Hmm... bei einigen Dingen könnte ich mir durchaus vorstellen, auch eine Betreuung zu übernehmen. Bei anderen jedoch absolut nicht. Jemandem Ordnung beibringen könnte ich tatsächlich - weil ich das in der Theorie perfekt kann - nur in der praktischen Umsetzung hakt es bei mir. Aber Amts- oder Arzttermine vereinbaren und dorthin souverän begleiten und bei unverschämtem Benehmen die Ruhe bewahren... ähm, das wäre so gut wie unmöglich. Und netzwerken kann ich auch nicht.

      Das ist nämlich ein anderer wichtiger Punkt - netzwerken. Meine Betreuerin weiß nicht alles - aber sie kennt für (bislang) jedes Problem jemanden, den sie fragen kann. Als es um den Antrag für meinen SBA ging, wusste sie, wenn sie fragen muss, wenn wir kompetente Beratung brauchen. Und das wäre absolut nicht mein Ding.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Leseratte schrieb:

      Ähm ja... Das liegt daran, dass ich die falsche Zeit aufgeschrieben habe - sorry. Meine Betreuerin kommt gegen 12:45 (manchmal etwas später wegen Verkehr, dann schreibt sie aber eine SMS) udn bleibt dann 2,5 Stunden.
      Kein Problem. Durch die Unterhaltung wird mir ja auch Einiges klar und Nachfragen und nochmal erklären hilft.

      Leseratte schrieb:

      bei einigen Dingen könnte ich mir durchaus vorstellen, auch eine Betreuung zu übernehmen. Bei anderen jedoch absolut nicht.
      Ja, das ist es. Manches kann man gut, Anderes eher nicht. ...und dann ist die Frage, was man wofür braucht. Wenn man seine eigene Wohnung nicht gut auf die Reihe bekommt, aber rein theoretisch weiß, wie es geht, kann man das weiter geben. Ob man dann aber auch als Raumpflegerin arbeiten kann? Es gibt Leute, die können bei Anderen, für Andere mehr, als bei sich selbst, für sich selbst.

      Leseratte schrieb:

      Meine Betreuerin weiß nicht alles - aber sie kennt für (bislang) jedes Problem jemanden, den sie fragen kann. Als es um den Antrag für meinen SBA ging, wusste sie, wenn sie fragen muss, wenn wir kompetente Beratung brauchen.
      Das finde ich gut...und es entlastet auch. Daran kann man sich auch ein Beispiel nehmen. Es ist nicht immer nötig, dass man Alles weiß. Das kann auch niemand. ...aber es ist gut zu wissen, wo man sich hinwenden kann. Wieso eine Art Karteikasten, wo man ein nach einem Begriff suchen und die passende Hilfe für sich finden kann (ich weiß, heutzutage macht man das mit dem PC).

      ...und kannst Du die Stellen dann selber fragen oder ruft die Betreuerin dann an? Alles kann sie ja auch nicht übernehmen. Sonst müssten wohl mehr Stunden her.
      Kannst Du denn warten, mit Deinen Dingen, bis zum nächsten Termin?



      Nachtrag: Und was macht ihr, wenn ihr krank seit? Sagt ihr dann den Termin ab? Fällt der dann aus? Wird er nachgeholt?

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    • Darlina schrieb:

      Weißt Du, wie die das machen und in welchen Fällen? Ich meine, wenn Du die nur so selten siehst, die gesetzliche Betreuung,...was sprechen die dann miteinander ab?

      ...und Du selber bekommst nicht mit, was die Betreuung da mit dem Jobcenter und der Krankenkasse, etc. bespricht?


      (...)

      Machst Du denn Vorschläge, was Du gerne machen würdest? Ich hätte da so Bedenken, dass man, wenn man sich so oft sieht, nicht mehr viel zu sagen hat, wenn man nicht aktiv irgendwas macht, wie irgendwo hingehen, etc. .
      Meine gesetzliche Betreuerin hält mich immer auf dem Laufenden und schickt mir alle Bescheide die sie schriftlich bekommt in Kopie zu. Nach Telefonaten erzählt sie mir kurz den aktuellen Stand oder neue Informationen. Sie kümmert sich auch nur um die Dinge, für die ich ihr ein OK oder einen Auftrag gebe, theoretisch kann ich auch alles selber regeln. Ein konkretes Beispiel was meine Betreuerinnen untereinander absprechen kann ich dir gerade gar nicht geben, so lange geht das ja noch nicht und mit dem internen organisatorischen Kram des Trägers hab ich nicht viel zu tun. Ich weiß nur dass beim ABW regelmäßig Berichte verfasst werden, die sie glaube ich auch bekommt.


      Darlina schrieb:

      Nachtrag: Und was macht ihr, wenn ihr krank seit? Sagt ihr dann den Termin ab? Fällt der dann aus? Wird er nachgeholt?
      Je nach Verfassung und Art der Erkrankung sage ich ab. Wenn meine Betreuerin Zeit hat bietet sie mir einen Alternativtermin an und sonst entfällt er.

      Hast du eigentlich schon Mal überlegt dich an einen (oder mehrere) Träger in deiner Nähe zu wenden und nach einem Info/Vorgespräch zu fragen oder denen eine Mail mit deinen Fragen zu schicken? Ich hatte so ein Gespräch und da wurde mir alles mögliche erklärt, wie der Ablauf ist, welche Angebote es gibt, was im ABW möglich ist. Hat mir ein gutes Gefühl gegeben, weil ich genau wusste was auf mich zukommt und ich hatte direkt einen Ansprechpartner der mir mit dem Antrag geholfen hat. :)