Wie oft nutzt ihr ambulantes, betreutes Wohnen und was macht ihr bei den Terminen?

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    • Die Idee mit dem Spielgeld von @MangoMambo finde ich sehr gut. Falls man das macht, wäre wirklich die Frage, wer die Dose und das Spielgeld zahlt. Ich hätte als Klient ganz ehrlich kein Interesse daran und fände es auch unangemessen, dafür 10€ zu bezahlen. Erstens, weil für mich 10€ sehr viel Geld sind, zweitens, weil es ja zu Therapiezwecken erfolgt und somit über den Kostenträger abzurechnen wäre und drittens, weil es ja auch etwas ist, was die Betreuerin so angehen möchte.
      Ich würde die Dose vielleicht zusammen mit dem Betreuer basteln. Da geht ja eine Keksdose oder ähnliches, die beklebt wird. Was man als Spielgeld nehmen könnte, weiß ich noch nicht. Dann wäre aber wenigstens die Kostenfrage geklärt.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • Darlina wrote:

      Ich habe noch nie deswegen Schmerzen gehabt. Es geht doch nicht darum, etwas eine Stunde zu unterdrücken. ...und sind die Räume bei Dir so groß, dass es nicht mal 5 Sekunden geht? ...oder merkst Du vielleicht nicht, wann der Druck im Darm größer wird?...aber rechtzeitig zur Toilette, wenn etwas ist, kommst Du? Das hat ja auch etwas mit der Wahrnehmung zu tun, wann der Druck in Blase und Darm größer wird und auch mit dem Schließmuskeln.
      Ich bin gehbehindert. Bis ich aufgestanden und zur Toilette gegangen bin sind nicht 5 Sekunden rum. Das sind eher 50 Sekunden.
      Ich habe eine chronische Darmentzündung. Das bedeutet Blähungen tun auch weh wenn ich rauslasse. Rechtzeitig zur Toilette kommen funktioniert leider auch nicht immer - gerade im Schub ist das extrem schwierig.
      Wenn der Druck im Darm größer wird merke ich das sehr wohl - an den Schmerzen.

      Darlina wrote:

      Mag sein, aber kannst Du voraus sagen, welcher Pups, der grade kommt, riecht oder nicht?
      Hellseher bin ich leider nicht. Wäre eine gute Einkommensquelle.


      MangoMambo wrote:

      Ich schon und das kann echt heftig sein. Wenn ich mal wieder ne Phase mit akuten Problemen habe könnte ich dafür alle 2-5 min zu Toilette gehen, um nicht vor anderen... Naja.
      :thumbup:
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Ich verkneif mir das Pupsen in Gegenwart anderer immer. Völlig egal, ob das nun jemand Fremdes oder meine Freundin ist. Vor anderen Rumpupsen ist respektlos und ekelhaft (wer aus gesundheitlichen Gründen nicht anders kann, bei dem ist das natürlich was anders).
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • Ich denke auch, hier waren sicher keine Menschen gemeint, die ihre "Winde" aus körperlichen/gesundheitlichen Gründen nicht aufhalten können. Aber das Beispiel zeigt, wie schnell man in ableistische Argumentationsmuster geraten kann.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Shenya wrote:

      as würde ich auch unverschämt finden.
      Könnte vielleicht sein, dass manche psychisch kranke Menschen ihrem Sozialarbeiter auf diese Weise mitteilen wollen, dass sie sich in der Hierarchie nicht unter ihm sehen wollen, oder vielleicht die Gelegenheit nutzen, irgendjemandem gegenüber Macht auszuüben. Nur ist das total bescheuert und überzogen, unhöflich, und ich kann nicht verstehen, wie einem das nicht peinlich sein kann.
      Ich finde das Verhalten auch unmöglich, und habe so etwas nicht einmal in der Geschlossenen Psychiatrie erlebt, und da sind wirklich teilweise schwerkranke Menschen.

      Ginome wrote:

      Darf ich mal fragen warum? Ich kenne niemanden, der nicht in Gegenwart von Verwandten furzt.
      Nein, wir gehen auf die Toilette dafür, wenn es sein muss. Da kann man sich auspupsen. Und es kann mal ein Versehen sein, klar . Aber grundsätzlich, nein.

      Ginome wrote:

      ch bin gehbehindert. Bis ich aufgestanden und zur Toilette gegangen bin sind nicht 5 Sekunden rum. Das sind eher 50 Sekunden.
      Ich habe eine chronische Darmentzündung. Das bedeutet Blähungen tun auch weh wenn ich rauslasse. Rechtzeitig zur Toilette kommen funktioniert leider auch nicht immer - gerade im Schub ist das extrem schwierig.
      Wenn der Druck im Darm größer wird merke ich das sehr wohl - an den Schmerzen.
      Das heißt, du hast zwei körperliche Einschränkungen. Andere Leute haben die nicht, und deshalb ist Furzen in Gegenwart anderer nicht der Normalfall.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • FruchtigBunt wrote:

      Die Idee mit dem Spielgeld von @MangoMambo finde ich sehr gut. Falls man das macht, wäre wirklich die Frage, wer die Dose und das Spielgeld zahlt. Ich hätte als Klient ganz ehrlich kein Interesse daran und fände es auch unangemessen, dafür 10€ zu bezahlen. Erstens, weil für mich 10€ sehr viel Geld sind, zweitens, weil es ja zu Therapiezwecken erfolgt und somit über den Kostenträger abzurechnen wäre und drittens, weil es ja auch etwas ist, was die Betreuerin so angehen möchte.
      Ich würde die Dose vielleicht zusammen mit dem Betreuer basteln. Da geht ja eine Keksdose oder ähnliches, die beklebt wird. Was man als Spielgeld nehmen könnte, weiß ich noch nicht. Dann wäre aber wenigstens die Kostenfrage geklärt.
      @Darlina, ich würde mich wie im Kindergarten fühlen. Spielgeld und Dose basteln....hey, würde ich sagen, ich brauche vielleicht Betreuung und habe in Gegenwart anderer Winde fahren lassen, aber ich bin älter als 6 ....
      Die Konsequenzen müssten etwas direkt mit dem Pupsen zu tun haben.

      ich würde das Fenster öffnen und zwar sperrangelweit .
      Das Gespräch abbrechen und mit verschränkten Armen sitzen bleiben.
      Den Termin beenden. Und zwar auch konsequent . Einfach gehen.
      Eventuell sagen, dass du noch 10 Minuten vor der Tür wartest. Der Klient kann sich dann überlegen, ob er sich wie ein zivilisierter Erwachsener benehmen will - ja oder nein.

      Wichtig ist, Respekt einzufordern. Du tust deine Arbeit und dafür verdienst du Respekt.

      Ich habe schon verstanden, dass es dann kein Geld gibt, aber eigentlich ist so eine Action nur einmal nötig. Die meisten knicken ein, wenn man mit der Körpersprache signalisiert, dass man wirklich sauer ist.
      (UNd ja, sich auch das Lächeln, das man solange eintrainiert hat , verkneifen. )
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Rhianonn wrote:

      Die Konsequenzen müssten etwas direkt mit dem Pupsen zu tun haben.
      Das muss es doch bei Kinder unter 6 und bei Katzen und Hunden? Da die das noch nicht verbinden können sonst?

      Rhianonn wrote:

      Spielgeld und Dose basteln
      Bei manchen Leuten ist das ein positives Konzept.

      Ich denke aber nach der Ursache der Blähungen zu suchen wäre der konstruktive Umgang mit der Situation.
    • Mir ist auch mal beigebracht worden, dass man in Gegenwart anderer Menschen nicht pupst, jedenfalls nicht, wenn man die Kontrolle darüber hat.
      Das mit der "Furzkasse" finde ich nicht gut, es hat so etwas Spielerisches an sich. Und hier geht es nicht um Spiele, sondern um Respekt bzw. Respektlosigkeit.

      @Darlina: Da würde ich nicht mehr lange fackeln. Du hast angesprochen, dass du das eklig findest. Es ist geklärt, dass er es kontrollieren kann. Da halte ich es für angebracht, ihm eine klare Ansage zu machen und dann tatsächlich zu gehen, wenn er wieder "einen fahren lässt". Ganz egal, welches Thema dran ist oder wie es ihm geht. Und auch egal, ob du dann weniger Geld bekommst.

      Gleiches mit der dreckigen Sitzgelegenheit. Klären, ob ihm klar ist, dass du das unappetitlich findest. Klären, ob er in der Lage ist, wenigstens einen einzelnen Sitzplatz zu säubern. Wenn er das nicht kann – da hast du gleich ein konkretes Ziel, dass du mit ihm angehen kannst. Wenn er nur nicht will, dann müssen die Termine eben woanders stattfinden oder ganz ausfallen. Ich weiß nicht, welche Möglichkeiten du da hast, ggf. auch kurzfristig zu reagieren (Spaziergang, Kaffee trinken), wenn du in die Wohnung kommst und dich wieder in Krümel und Tierhaare setzen sollst.

      Mit deiner Chefin oder auch Kollegen zu sprechen halte ich für eine gute Idee. Wenn ich das richtig verstehe, bist du noch ganz neu in dem Job. Vielleicht testet er gerade deine Grenzen, weil er das bei jedem Neuen macht. Vielleicht können die anderen dir Tipps geben, wie man am Besten mit ihm klar kommt.
      _______
      Ich bekomme auch ABW und selbstverständlich behandle ich meine Betreuerin mit dem gleichen Respekt wie andere Menschen auch. Warum sollte ich mich auch anders verhalten. Ich habe mich freiwillig für diese Art der Unterstützung entschieden, sie will mir nichts Böses.
      Da ich mich manchmal versehentlich seltsam benehme (und auch oft nicht einschätzen kann, wie etwas wirkt), habe ich das mit ihr thematisiert. Sie hat mir nachdrücklich versichert, dass sie mir schon sagen wird, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Mir Rückmeldung über mein Verhalten zu geben, gehört zu ihren Aufgaben.
    • Mya wrote:

      Respekt bzw. Respektlosigkeit.
      Ist es das wirklich? Ich würde da immer zuerst die betreffende Person direkt fragen, ob das 1. medizinisch abgeklärt und 2. ob das eine Respektlosigkeit gegenüber mir ausdrücken soll. Ich interpretiere sowas da nicht mehr einfach hinein. Das macht es nur komplizierter und ich stresse mich über Dinge, über die ich mich nicht stressen müsste.
    • @MangoMambo: Natürlich kann ich nicht hellsehen. Aber:
      Er erzählt, dass er sich auf der Arbeit zusammenreißen muss. Also kann er es offensichtlich, wenn es nachdrücklich verlangt wird.
      Es wurde ihn von @Darlina rückgemeldet, dass das Verhalten nicht in Ordnung ist. Er furzt trotzdem. Ob es persönlich gemeint ist, oder jeden anderen "Helfer" genauso treffen würde, lässt sich aus der Ferne nicht sagen. Aber wenn eine(r) sagt: "Das ist eklig." und der andere tut es trotzdem: Was kann es denn noch sein? Bei einem Erwachsenen, der (mit ein wenig Unterstützung) selbständig leben kann? Psychische Krankheiten können viel erklären, aber nicht alles entschuldigen.

      Wenn er sich grundsätzlich durch (übermäßige) Blähungen gequält fühlt, kann es natürlich Sinn machen, einen Blick auf seinen Speiseplan zu werden, ob er besonders viel Blähendes isst. Oder ob es weitere Symptome gibt, bei denen ärztlich geklärt werden muss, ob es Unverträglichkeiten gibt. Aber erstmal muss doch eine Arbeitsbasis da sein, zu der auch gegenseitiger(!) Respekt und gegenseitiges(!) Bemühen gehört.

      The post was edited 1 time, last by Mya ().

    • Mya wrote:

      Bei einem Erwachsenen, der (mit ein wenig Unterstützung) selbständig leben kann?
      Das sagt nicht aus, dass er geistig die Reife eines Erwachsenen hat.

      Man kann sich auch auf der Arbeit zusammenreißen, trotz Schmerzen und das dann zu Hause nicht mehr.

      "Das ist eklig." ist ein Statement. Keine Aufforderung.

      Als ein Helfer würde ich gucken, dass es evtl. abgeklärt wird und ganz klar die Aufforderung und Erwartung aussprechen, dass es, genau wie auf der Arbeit in meiner Gegenwart unterdrückt wird.
      Und ich würde um das für mich aus dem Kopf zu bekommen fragen, ob er mich respektiert.

      Nicht, dass man es so tun muss, nur so würde ich halt reagieren.
    • Rhianonn wrote:

      Die meisten knicken ein, wenn man mit der Körpersprache signalisiert, dass man wirklich sauer ist.
      Ich glaube, dass es nicht sinnvoll ist, wenn man zwar am Ende sein Ziel erreicht hat, aber der Klient "eingeknickt" ist. Wenn man so denkt, sollte man keine psychisch kranken Menschen begleiten. :thumbdown:
      Ich finde, man sollte es dem Betroffenen beibringen, ohne ihn bloßzustellen oder zu bestrafen oder so viel Druck auf ihn auszuüben, dass er einknickt. Damit fügt man Menschen Schaden zu und das sollte man als Betreuer nicht tun. :shake:

      Auch sowas wie

      Rhianonn wrote:

      Das Gespräch abbrechen und mit verschränkten Armen sitzen bleiben.
      Den Termin beenden. Und zwar auch konsequent . Einfach gehen.
      nutzt zwar der Betreuerin, aber falls sie danach nochmal irgendwann zu diesem Klienten geht, wird sie sich wohl auf eine andere Art von Problemverhalten vorbereiten können.
      So geht man doch nicht mit Menschen um. Man kann als Betreuer auch nicht einfach in der Wohnung von irgendwem das Fenster aufreißen (vor allem nicht, wenn es draußen saukalt ist). Der Klient verhält sich respektlos, aber das ist doch kein Grund, sich genauso respektlos zu benehmen.

      Ich finde, die Darstellung, wie reagiert werden sollte, ist sehr stark von Feindseligkeit geprägt. Ich würde das auf keinen Fall raten, so vorzugehen.

      Natürlich muss die Betreuerin respektiert werden, aber nicht auf Kosten des Klienten. Wenn es gar nicht anders geht, würde ich auch die Therapie beenden, aber nicht in solch einer feindseligen Stimmung und nicht so gegen den Klienten gerichtet. Wer so als Betreuer arbeiten würde (was ich nicht hoffe, dass das tatsächlich oft so gemacht wird), sollte meiner Meinung nach seinen Job lieber aufgeben.

      The post was edited 2 times, last by FruchtigBunt ().

    • @FruchtigBunt Was du beschreibst, würde beim Betreuer Selbstreflexion, Empathie und Verantwortungsbewusstsein voraussetzen. Das haben die allerwenigsten Menschen in unserer Gesellschaft. Entweder weil sie in privilegierten Lebensumständen leben und daher keine Notwendigkeit für die eigene Lebenszufriedenheit besteht, sich mit den Nöten anderer Menschen auseinanderzusetzen, oder weil sie selbst in schwierigen Verhältnissen leben und aus Mangel an Reflexionsvermögen ihre eigene Unzufriedenheit und Selbststigmatisierung auf andere projizieren.

      Im übrigen gehen die allerwenigsten Menschen ihren Beruf aus ehrlichem Interesse an ihren Klienten (bzw. Patienten oder Kunden) nach. Das gilt paradoxerweise insbesondere für soziale Berufe. Den meisten geht es dabei um reine Selbsterhaltung.
    • MusicSexNature wrote:

      Im übrigen gehen die allerwenigsten Menschen ihren Beruf aus ehrlichem Interesse an ihren Klienten (bzw. Patienten oder Kunden) nach. Das gilt paradoxerweise insbesondere für soziale Berufe. Den meisten geht es dabei um reine Selbsterhaltung.
      Hast du dafür auch Quellen? Oder ist das lediglich deine Meinung?
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • MusicSexNature wrote:


      Im übrigen gehen die allerwenigsten Menschen ihren Beruf aus ehrlichem Interesse an ihren Klienten (bzw. Patienten oder Kunden) nach. Das gilt paradoxerweise insbesondere für soziale Berufe. Den meisten geht es dabei um reine Selbsterhaltung.
      Ganz so krass würde ich das nicht formulieren. Wenn es um den Einstieg in den Beruf geht, liegt nach meiner Wahnehmung nach fast 3 Jahre im "Sozialgedönsumfeld" die Quote bei 2/3 zu 1/3.
      Nur brennt das motivierte Drittel dannn schnell aus, um sich jertzt selbst zu "retten" schwindet dann in den eigenen wachsenden Problemen die Kraft, das was eigentlich gekommt und gewollt ist, auch auf der Handlungsebene weiter umzusetzten.

      Dazu kommt, dass gerade auf dem Sozialsektor auch ein meist gut verdecktes Mobbing und schwer zu durchschauende informelle Hierarchien oder merkwürdige, nie ausgesprochene Regeln zu beobachten sind, gegen das die fiesen Konkurrenzkämpfe in der freien Wirtschaft sich "wie nach offenen Spielregeln" ausnehmen.

      Werden dann Sozialbetriebe auch noch nach Wirtschaftskriterien geführt.....

      Leider glauben viele, dass iin einem Sozialberuf sozialer zugehen müsste, sie dort "geschützter" wären. Der Realitäts-Schock ist dann groß.

      Es gibt einzelne Einrichtungen, oder einzelne Abteilungen, in denen es sozial zugeht. Aber die kleineste Krise, oder eine ungeeignete Mitarbeiter*innen-Auswahl, und alles kippt. LEider wird, weder in der Wirtschaft, noch im Sozialbereich als Kernkompetenz "Sozial" gefordert.

      Wer käme schon auf die Idee, das in einem Altenheim nur die eine unbefristete Festanstellung bekommen, die spätestens 4 Monate nach Beginn der Tätigkeit dort dem Karnevalsverein des Leiters beitreten?
      Klar, es wird darauf hingewiesen, dass der Chef dort...dass der Verein spendet...dass man an sich der Karnevalsveranstaltung im Heim betätigen muss......
      Liebe braucht Mut
    • MusicSexNature wrote:

      Im übrigen gehen die allerwenigsten Menschen ihren Beruf aus ehrlichem Interesse an ihren Klienten (bzw. Patienten oder Kunden) nach. Das gilt paradoxerweise insbesondere für soziale Berufe. Den meisten geht es dabei um reine Selbsterhaltung.
      Das bezweifle ich mal ganz stark. Zumindest nach meiner Erfahrung sind die Leute hochmotiviert und haben auch ehrliches Interesse, allerdings haben wirklich viele irgendwann einen Burnout wie @Happy to be richtig schrieb.

      Happy to be wrote:

      Werden dann Sozialbetriebe auch noch nach Wirtschaftskriterien geführt.....
      Das muss so sein. Von irgendwas müssen diese Leute ja auch leben.
      Ehrenamtliche gibt es vermutlich auch, aber die würden den Bedarf bei weitem nicht decken.

      Happy to be wrote:

      Wer käme schon auf die Idee, das in einem Altenheim nur die eine unbefristete Festanstellung bekommen, die spätestens 4 Monate nach Beginn der Tätigkeit dort dem Karnevalsverein des Leiters beitreten?
      Irgendwie kann ich mir das bei dem Pflegenotstand wirklich nicht vorstellen. Es ist ein Albtraum Pflegepersonal zu finden. Die wenigen die man findet vergrault man nicht freiwillig. Woher hast Du diesen Fall? Falls es stimmt, und keine Satire irgendwo war, hat der Leiter gewaltig einen an der Mütze. Er schadet ja der eigenen Firma. So dumm muss man erstmal sein das bewusst zu tun.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Happy to be wrote:

      Leider glauben viele, dass iin einem Sozialberuf sozialer zugehen müsste, sie dort "geschützter" wären. Der Realitäts-Schock ist dann groß.
      Gerade hörte ich auf einer Veranstaltung, wo es junge Erwachsene mit "Vermittlungsproblemen"/ "komplexen Lebenssituationen" ging, dass viele von ihnen gerne einen sozialen Beruf ergreifen würden. Weil sie sich dort eine sinnerfüllte Tätigkeit und ein eher kooperatives Arbeitsklima erhoffen und glauben, durch die eigenen schwierigen Erfahrungen, die sie hinter sich haben, andere besonders gut auf "Augenhöhe" unterstützen zu können. Allerdings wäre dieser Berufswunsch oft nicht realistisch, da sie für die Arbeitsbedingungen im sozialen Bereich nicht stabil genug wären. Eigentlich schade - denn die Einschätzung, gerade durch eigene Schwierigkeiten viel zu geben zu haben, halte ich für einen potentiell sehr guten Ansatz. Erfüllender als die "Vernunft-Berufe" in Handwerk oder Lagerlogistik, die den betreffenden jungen Menschen laut der Referentin oft nahe gelegt werden und die sie vielfach nicht wollen.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.

      The post was edited 1 time, last by Leonora ().

    • Leonora wrote:

      Eigentlich schade - denn die Einschätzung, gerade durch eigene Schwierigkeiten viel zu geben zu haben, halte ich für einen potentiell sehr guten Ansatz.
      Prinzipiell stimmt das ja auch.
      Es setzt aber voraus, dass die eigenen Schwierigkeiten bewältigt und die Folgen halbwegs im Griff sind, der Job selbst nicht wieder genau die bietet oder schafft, die man gerade in den Griff bekommen hat, und vor allem nicht gedacht wird, dass der Job noch vorhandene Schwiierigkeiten lösen könnte bzw man dort nicht mit ihnen konfrontiert ist, weil "sozial" im Label steht.

      Wer noch schnell getriggert ist, wird das in jedem Job. Und je höher die Erwartung, dass das in DIESEM Job nicht passiert, desto schneller getriggert auf Kleinstes davon.

      Ebenfalls muss klar sein, das gerade in einem Job mit Menschen mit Problemen, eine psychsiche Grundstabiltät gegeben sein muss, sowohl, um davon auch abschalten zu können, sich emotional niicht "auffresen" zu lassen, und um nicht durch Überidentifikation Fehler zu machen.
      Nicht alles, was für einen selbst gefühlt hilfreich gewesen wäre, wäre es auch wirklich gewesen, und wenn, muss es das ja nicht für den anderen sein.

      Dazu kommt, gerade mit AS der Aspekt "unveränderliche Schwierigkeiten".
      Was eine genaue Auswahl erfordert, wo und in welchem Rahmen arbeiten, damt diese Probleme ausgeschlossen oder wenigstens so minimiert sind, dass man sie bewältgen kann, UND danach voll arbeitsfähig ist.


      Display Spoiler
      Ich habe, allein um festzustellen, wo für ein Praktikum bewerben, 20 Stellen an Samstagen und Snntagen abgefahren.
      Kriterium Fahrtweg, Stress dort hochgerechnet auf Berufsverkehr.
      Kriterium Parkplatz. Gut einer zu finden oder nicht? WEg bis zum Einsatzort?
      Kriterium Umgebungslärm. Es muss eine ruhigere Umgebung sein mit nicht zu lauten und gut zuordbaren Geräuschen, sonst wird dieser Dauerstress auf mich wirken und beeinträchtigen..
      Kriterium Größe und Übersichtlichkeit. Eine zu groß, eine falsche oder uneindeutige Beschilderung, nichts für mich, ich würde mich immer wieder verlaufen, nicht gut, gerade in der Anfangszeit...
      Kriterium "Stimmung dort"
      Also ins Cafe gesetzt, geschaut wie die Klient*innen wirken, wie sie nteragieren, wie die Mitarbeiter*innen untereinander, wie diese mit den Klient*innen umgehen....
      So, dann war noch die Größe der Teams zu berücksichten - und das alles nachdem ich vorher auf der hompege die offizielle Darstellung gelesen hatte...

      Das alles, bevor ich den ersten Kontakt aufgenommen hatte, wozu ich mich auch durch "einiges" durchkämpfen musste.....

      Ein eineinhalbstündiger, aber übersichtlicher und azyklischer An/Abfahrtsweg z.B. stresst mich weniger, als 15 Minuten durch die Kölner Innenstadt. Eine kleine Eiiinrichtung miit leinen Teams kann ich vergessen, wenn das an einer Hauptverkehrsstraße liegt.


      Insofern bedeutet "sich was suchen in diesem Bereich" schon vorher vor allem die Berücksichtigung dessen, was man selbst braucht, um dort leistungsfähig anzukommen und das halten zu könnnen, und selbst darauf zu achten, dass das gewährleistet ist. Hier überschätzen sich auch viele, und denken, dass ihnen das ja "alles" leichter fallen müsste, wenn der Job stimmt. Leider stmmt das nicht. Der stimmigste Job kann nach einer Weile schon dadurch zur Qual werden.

      Es sind nicht die Schwierigkeiten, aufgrund derer man was zu geben hat, sondern die Erkenntisse aus dem Bewältigt-Haben/einen guten Umgang damit gefunden zu haben bei und für sich sich selbst, und das Bewusstsein, dass es bei anderen auch mal ganz anders sein kann, was das "Geben-Können" beinhaltet.
      Liebe braucht Mut
    • MusicSexNature wrote:

      Im übrigen gehen die allerwenigsten Menschen ihren Beruf aus ehrlichem Interesse an ihren Klienten (bzw. Patienten oder Kunden) nach. Das gilt paradoxerweise insbesondere für soziale Berufe. Den meisten geht es dabei um reine Selbsterhaltung.
      Das kann ich nicht bestätigen. Die Menschen, die im sozialen Bereich arbeiten und die ich bisher kennenlernen durfte, waren, bzw. sind allesamt sehr engagiert und das z. T. sogar über den beruflich vorgegebenen Rahmen hinaus.
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam