Lebensbesonderheiten bei spät diagnostizierten Asperger Autisten

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    • Liramlis schrieb:

      Darlina schrieb:

      Was bedeutet eigentlich "RW"?
      RedeWendung, wird oft angehängt um zu verdeutlichen, daß etwas nicht wörtlich gemeint ist, da für manche Autisten das schwer zu erkennen ist.
      ...was ich übrigens für ein Gerücht halte, zumindest bei erwachsenen Autisten ohne geistige Behinderung. Ich benutze kein RW mehr und bis jetzt wurden meine Postings verstanden.

      Ich hab btw. meine Diagnose seit der Kindheit und bin nie auf die Idee gekommen, dass ich deswegen nicht studieren, arbeiten, alleine wohnen könnte. Ich weiß aber zugegebenermaßen auch erst seit vergleichsweise kurzer Zeit, dass es Aspies gibt, für die dies ihr Leben lang oder zumindest für einen Teil ihres Lebens nicht möglich ist.

      Blöd war nur, dass ich die Diagnose meine ganze Schulzeit über nicht wahr haben wollte und sie auch nicht genutzt habe für ein Sportattest.

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    • Darlina schrieb:

      Danke. Hast Du das auf Word gespeichert oder irgendwo hier im Forum? Ich habe soviel an Infos auf dem PC gespeichert,...da muss man erstmal noch durchblicken.
      Einfach auf den Satz draufklicken: Liste der im Forum verwandten Abkürzungen dann öffnet sich die Webseite, die habe ich unter Favoriten abgespeichert.

      Das mit den (zu) vielen Infos kenne ich gut. ;) Speziell kurz vor und nach der Diagnose, habe ich alles an Infos gesammelt, daß ich bekommen konnte, bis ich ganz darunter begraben war.
      Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave. - Friedrich Nietzsche
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen. - Voltaire

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Liramlis ()

    • Ich bekam die Diagnose mit 41. Hätte ich sie als Kind bekommen, ich glaube nicht, dass mein Umfeld die Diagnose Asperger wirklich ernst genommen hätte, vielleicht hätte man mir sogar weniger zugetraut? Ohne diese Diagnose hat man mir immer gesagt ich leiste nicht das, was ich leisten könnte, bleibe unter meinen Möglichkeiten.
      Es hat niemanden interessiert, ob ich soziale Kontakte habe oder nicht. Aber hätte ich von meiner Diagnose gewusst, dann hätte ich mich vielleicht nicht so schlecht fühlen müssen, dass ich so anders bin und nicht gut mit den sozialen Anforderungen des Lebens klar komme. Ich hätte manche dumme Sache vielleicht auch nicht gemacht, um mich nicht als Außenseiter zu fühlen. Ich hatte zwei Beziehungen, in denen mein jeweilier Partner immer gehofft hat, ich würde mich ändern und mehr so werden, wie sie mich haben wollten. Diese Beziehungen haben viel Kraft gekostet und förderten meine psychische Erkrankung, die ich außerdem habe.

      Man hat bei mir als Kind schon ignoriert, dass ich depressiv bin, hat mich nie zu einem Arzt geschickt oder mir sonstwie geholfen. Das psychische Erkrankungen in meiner Familie vorkamen, hat mir auch niemand erzählt. Meine Erkrankung entwickelte sich so ungebremst, bis ich mit Anfang 30 zusammen brach und die Diagnose Bipolare Störung erhielt. In diesem Fall wäre ein frühzeitiges Wissen noch viel wichtiger gewesen, dann hätte vieles in meinem Leben nicht so schlecht laufen müssen.
      Ich bin nur zu feige dem ein Ende zu setzen.
    • Neu

      kim schrieb:

      Man hat bei mir als Kind schon ignoriert, dass ich depressiv bin, hat mich nie zu einem Arzt geschickt oder mir sonstwie geholfen. Das psychische Erkrankungen in meiner Familie vorkamen, hat mir auch niemand erzählt. Meine Erkrankung entwickelte sich so ungebremst, bis ich mit Anfang 30 zusammen brach und die Diagnose Bipolare Störung erhielt. In diesem Fall wäre ein frühzeitiges Wissen noch viel wichtiger gewesen, dann hätte vieles in meinem Leben nicht so schlecht laufen müssen.
      Ich war mit 8 Jahren das erste Mal in der Psychiatrie - und trotzdem wurde nichts erkannt und mein Leben lief auch mies.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Neu

      Anfang des Jahres wurde bei mir die Diagnose Asperger-Syndrom gestellt,ich war da 36. ich war ein Eigenverdacht, habe aber erst Mitte 30 den (deutlichen) Verdacht gehabt, dass ich autistisch bin.
      Mein Beruf ist Ergotherapeutin, ich habe mich durchaus mit dem Thema Autismus und Asperger-Syndrom beschäftigt. Irgendwie hatte ich aber immer Gründe gefunden, warum ich nicht autistisch sein kann. Das das leider sehr wenige waren und auch davon vieles schwierig war (z.B. Blickkontakt, Berührungen), ist mir lange nicht klar gewesen.
      Ich denke, eine frühe Diagnose hätte mir persönlich geholfen, mich nicht mein ganzes Leben lang verkehrt zu fühlen.

      Ich hatte meine ganze Schulzeit massive Probleme, wenig Freunde und das Gefühl, irgendwas ist bei mir ganz anders. Ich bin recht intelligent und habe mir mit der Zeit eine „normale Fassade“ geschaffen, mit der es dann ein Bisschen besser wurde.
      Allerdings habe ich das wahrgenommen und wusste einfach nicht, was ich da kompensiere.
      Es war und ist sehr anstrengend für mich, diese Maske kostet sehr viel Kraft.

      Auch beruflich hätte ich mich anders entschieden, wenn ich eine frühe Diagnose gehabt hätte, glaube ich. Die Ergotherapie hatte mein absolutes Intetesse geweckt, aber ich habe nie daran gedacht, dass zwischen Theorie und Praxis ein großer Unterschied ist. Momentan arbeite ich in einer Akutpsychiatrie. Innerhalb der Ergotherapie der einzige Bereich, in dem ich arbeiten möchte, aber eben auch unglaublich anstrengend. Jetzt mache ich mit 36 noch eine weitere Ausbildung zur Kunsttherapeutin und hoffe, dass es irgendwie besser wird.
      Mit einer frühen Diagnose hätte ich mir wahrscheinlich niemals eine Ausbildung im sozialen Bereich gesucht, was besser gewesen wäre.

      Meine Eltern sind zwar Sonderpädagogen, haben aber nie irgendwelche Diagnostik mit mir gemacht, obwohl ich als Kind sehr auffällig gewesen bin.
      Meinen Vater halte ich selbst für einen klassischen Aspie, deshalb verstehe ich sein Verhalten noch eher. Meine Mutter hat mir während der Diagnostik gesagt, dass sie schon sehr früh den Verdacht hatte, das ich autistisch bin, aber nie etwas unternehmen wollte.
      Dieser Punkt beschäftigt mich sehr, irgendwie macht es mich auch etwas traurig.
    • Neu

      Bikubi schrieb:

      Meine Eltern sind zwar Sonderpädagogen, haben aber nie irgendwelche Diagnostik mit mir gemacht, obwohl ich als Kind sehr auffällig gewesen bin.
      Meinen Vater halte ich selbst für einen klassischen Aspie, deshalb verstehe ich sein Verhalten noch eher. Meine Mutter hat mir während der Diagnostik gesagt, dass sie schon sehr früh den Verdacht hatte, das ich autistisch bin, aber nie etwas unternehmen wollte.
      Dieser Punkt beschäftigt mich sehr, irgendwie macht es mich auch etwas traurig.
      Das würde mich auch sehr bewegen und ist mir ebenfalls unverständlich.
      Wenn das Kind selber irgendwann nicht will, ist das etwas anderes.
      Als meine klein waren, waren wir auch bei Logopäden und Ergotherapeuten...als sie später nicht mehr wollten, habe ich das akzeptiert.
      Aber sie wissen darum, und was es für Hilfen gibt, und dass nichts Schlimmes daran ist,
      sie in Anspruch zu nehmen.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Neu

      Bikubi schrieb:

      Mit einer frühen Diagnose hätte ich mir wahrscheinlich niemals eine Ausbildung im sozialen Bereich gesucht, was besser gewesen wäre.
      Ich arbeite (auch) seit vor meiner Diagnose in einer Beratungsstelle, also im weiteren Sinne im sozialen Bereich. Ich hätte vermutlich Gewissensbisse gehabt, MIT der Diagnose dort anzufangen. Aber so ist es vermutlich eine win-win-Situation, weil wir ein multi-disziplinäres und zugleich neurodiverses Team sind uns so ergänzen.
    • Neu

      Holle schrieb:

      rationale Leistungsvermögen so wenig mit emotionalen unvermögen koppeln könnt, damit etwas sinnvolles dabei herauskommt? Ich resigniere zunehmend, da meine Kräfte für eine solche Aufgabe immer geringer werden
      Das wird bei mir auch immer schwieriger....und ich bin gut 20 Jahre
      jünger...auch wenn ich lernen will, scheint das nicht zu gehen.

      seinn schrieb:

      Ich wurde zwar auch von anderen gewarnt, habe aber nicht darauf gehört und bin - schon fast typisch Asperger - naiv davon ausgegangen, dass die Welt ein guter Ort ist und ich allen von meiner Diagnose erzählen kann und mir dann alle helfen und beistehen.
      Ist so. Da bist du nicht die einzige :D

      seinn schrieb:

      Mir wurde auch schon gesagt, dass die Diagnose nicht stimmen könne.
      Mir auch...von allen möglichen Leuten, besonders von meiner Familie.
      Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich damals so n Diagnose-Zettel bekommen habe, zumindest kann ich ihn nicht mehr finden.

      seinn schrieb:

      Ich will nicht verschweigen, dass es auch Ausnahmen gibt, einzelne Menschen, die nicht so reagiert haben. Aber im Großen und Ganzen wünschte ich heute, ich hätte das lieber mit mir selbst ausgemacht und nie etwas gesagt.
      oh ja....manchmal, wenn ich mit Menschen so abhänge, die auch iwie anders sind, erzähle ich denen einfach mein ganzes Leben und ich weiß einfach nicht wieso . und dann wollen die meistens nichts mehr mit mir zu tuen haben. nicht alle, aber meistens schon. kann mir selbst nicht erklären, warum ich das machen. das ist mir schon 3x passiert. Macht das noch ijmd?
    • Neu

      Interessant, dass hier mehrere sind, die im sozialen Bereich tätig waren oder noch tätig sind. Manchmal frag ich mich, in weit weit das geht oder wieso beides geht (Anderen helfen und selber Themen haben;...andererseits hat wohl selbst ein Arzt Themen und auch ein Rechtsanwalt kann man Unterstützung brauchen).
      Ich find das interessant, dass Thema, wie man so im sozialen Bereich arbeitet, auch wenn mir klar ist, dass es viele Bereiche gibt.

      "Geht" autistisch sein und als Therapeutin arbeiten, auch in einer Psychiatrie? Wie gelingt das (als Beispiel jetzt), für sich da gut zu sorgen und dennoch den Patient/innen helfen können? Das ist ja auch nochmal etwas Anderes, als wenn man Informationen z.B. weiter gibt und Berichte schreibt.
    • Neu

      _lisa_ schrieb:

      seinn schrieb:

      Ich wurde zwar auch von anderen gewarnt, habe aber nicht darauf gehört und bin - schon fast typisch Asperger - naiv davon ausgegangen, dass die Welt ein guter Ort ist und ich allen von meiner Diagnose erzählen kann und mir dann alle helfen und beistehen.
      Ist so. Da bist du nicht die einzige :d

      seinn schrieb:

      Mir wurde auch schon gesagt, dass die Diagnose nicht stimmen könne.
      Mir auch...von allen möglichen Leuten, besonders von meiner Familie.Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich damals so n Diagnose-Zettel bekommen habe, zumindest kann ich ihn nicht mehr finden.

      seinn schrieb:

      Ich will nicht verschweigen, dass es auch Ausnahmen gibt, einzelne Menschen, die nicht so reagiert haben. Aber im Großen und Ganzen wünschte ich heute, ich hätte das lieber mit mir selbst ausgemacht und nie etwas gesagt.
      oh ja....manchmal, wenn ich mit Menschen so abhänge, die auch iwie anders sind, erzähle ich denen einfach mein ganzes Leben und ich weiß einfach nicht wieso . und dann wollen die meistens nichts mehr mit mir zu tuen haben. nicht alle, aber meistens schon. kann mir selbst nicht erklären, warum ich das machen. das ist mir schon 3x passiert. Macht das noch ijmd?
      ich habe gute Erfahrungen gemacht, mit Patienten aus der Klinik, mit denen ich jetzt zu tun habe. Die haben ebenfalls ihre Probleme sowie i.d.r. ein leinenhaftes Grundwissen über psychischen Krankheitsbilder, weil man dort damit gezwungener Weise in Kontakt kommt und die wenigsten haben erst seit gestern Beschwerden und sind deshalb eher ungewöhnliche Leben gewohnt. Die haben dann BPS, Depressionen, Bipolare Störung oder was auch immer, und da ist es kein Problem einfach so frei zu erzählen, die lassen sich nicht so schnell beeindrucken. Die NT Umgebung finde ich mittlerweile eher problematisch und habe da fast alles eingestellt, ist mir gerade zu stressig ständig Erklärungsversuche abzuliefern und teilweise hört man so Sachen wie "psycho" oder "eingeliefert":)
    • Neu

      Hallo.

      Was @Bikubi schrieb macht wirklich betroffen.

      Meine Mutter verleugnet hingegen völlig dass was nicht stimmt. Wenn ich mit ihr rede zeigt sie sich immer kurzzeitig einsichtig aber das hält nicht lange.
      Ich glaube dass sie trotz allem Schuldgefühle hat. Hm.

      Ich war 31 bei der Diagnose. In alten Tagebüchern finde ich Einträge mit 18 Jahren, wo steht:“ könnte ich autistisch sein??“
      Damals hatte ich mal die „Zusatzdiagnose“ autistische Züge.
      Ich denke wenn ich die Diagnose schon zu Beginn des Gymnasiums bekommen hätte, wäre vieles nicht so dramatisch schief gegangen. Ich hatte eine extrem schlechte Zeit. Ich weiß andererseits nicht, wo ich dann heute wäre und was ich mir dann selbst zugetraut hätte.
      Ist immer so eine Sache.
      Beruflich ging auch einiges schief. Aber ich bin in meinem Ursprünglichen Beruf tätig (sozialer Bereich).
      Mittlerweile habe ich meinen Platz gefunden. Das ist gut so.

      Lg Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)


      "Was ist falsch an sonderbar?"
    • Neu

      tr909 schrieb:

      ich habe gute Erfahrungen gemacht, mit Patienten aus der Klinik, mit denen ich jetzt zu tun habe. Die haben ebenfalls ihre Probleme sowie i.d.r. ein leinenhaftes Grundwissen über psychischen Krankheitsbilder, weil man dort damit gezwungener Weise in Kontakt kommt und die wenigsten haben erst seit gestern Beschwerden und sind deshalb eher ungewöhnliche Leben gewohnt. Die haben dann BPS, Depressionen, Bipolare Störung oder was auch immer, und da ist es kein Problem einfach so frei zu erzählen, die lassen sich nicht so schnell beeindrucken. Die NT Umgebung finde ich mittlerweile eher problematisch und habe da fast alles eingestellt, ist mir gerade zu stressig ständig Erklärungsversuche abzuliefern und teilweise hört man so Sachen wie "psycho" oder "eingeliefert":)
      aber ich kenne die leute ja überhaupt nicht, bzw erst seit oktober ! :0
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      @Darlina

      Das geht mehr schlecht als recht, wenn ich es so im Nachhinein betrachte. Der Job ist schwer und laugt einen psychisch und physisch aus. Ich konnte z.B. immer nur Häusliche Pflege, Altenheime und Krankenhäuser gehen gar nicht x( . Und mit der Pflege Dementer tu ich mich extremst schwer.
      Ich hab zwar meine Schwierigkeiten damit, Besonderheiten, Veränderungen, Stimmungen und Wünsche meiner Patienten zu erkennen. Ich kompensiere aber einen Teil dadurch, dass ich viele Fragen stelle. Dadurch fühlen sich die Patienten ernst genommen und freuen sich, weil sie im Allgemeinen sowieso wenig Ansprache haben. Dann verzeihen sie auch eher, wenn mal was nicht richtig funktioniert.
      Außerdem liegen meine Stärken meist da, wo andere wenig Lust drauf haben, z.B. sehr konzentriert und gewissenhaft Medikamente richten. Früher (mittlerweile nervt mich das allerdings nur noch, weil es ständig neue Anforderungen und Vorgaben gibt) konnte ich auch tolle Pflegeplanungen schreiben. Ich hab mir immer in Stichworten sagen lassen, was ich berücksichtigen muss und konnte daraus wunderbar formulieren. Körperlich bin ich eher kräftig, so dass ich auch "schwerere Patienten geschafft" habe (das fällt mir mittlerweile aber auch zunehmend schwerer) und ich arbeite mit vielen Routinen, die den älteren Menschen Sicherheit vermitteln.
    • Neu

      Holle schrieb:

      ich bin einer von denen, die erst sehr spät (45 Jahre) diagnostiziert wurden. Habe also mein halbes Leben bereits als undiagnostizierter Aspi gelebt. In dieser Zeit haber ich unter größten Mühen und Wiederständen meine Leben organisiert, bis eben mit 45 nix mehr ging. Psychiatrie, Derpressieonen, Job verloren et.,etc...
      Ich bin der Überzeugung, eine frühre diagnose hätte mir manche falsche Entscheidung erspart, und mein Leben würde vielleicht deutlich harmonischer ablaufen, weil ich besser abschätzen könnte, was gut für mich ist. Ohne Diagnose und der damit zusammenhängenden Förderung konnte ich mir nie Referenzen für mein besonderes Leben bilden. Blöderweise bin ich auch noch "Scheißenschlau" so das mir mein Verstand Dinge ermöglicht, die mich emotional völlig vom Sockel hauen.
      Wie geht ihr damit um, dass ihr rationale Leistungsvermögen so wenig mit emotionalen unvermögen koppeln könnt, damit etwas sinnvolles dabei herauskommt? Ich resigniere zunehmend, da meine Kräfte für eine solche Aufgabe immer geringer werden.
      Ich bin auch erst mit 33 diagnostiziert worden und hatte bis dahin ein hartes Leben hinter mir. Aus heutiger Sicht glaube ich aber gar nicht, dass es für ich besser gewesen wäre, hätte man bei mir AS schon in den 80igern erkannt. Vilelleicht wären mir manche Traumatisierungen erspart geblieben, andererseits bin ich mir aber sicher, dass ich nie die Funktionen erlernt hätte, die ich heute habe, hätten meine Eltern und Lehrer so eine Kuschelpädagogik betrieben wie es heute oft der Fall ist.
      Ich brauchte eine harte, konsequente Hand aber hätte auch Rücksichtsnahme und Liebe an richtiger Stelle gebraucht. Ich war ein schwieriges Kind und eine noch schwierigere Jugendliche. Arbeitsfähig war ich noch nie. Ich habe mir das Leben so gerichtet wie es für mich passt und dazu gehörte ein langer Lernprozess.
    • Neu

      @shnoing das mit den Gewissensbissen empfinde ich auch so! Ich hätte definitiv einen anderen Bereich gewählt.
      @Darlina Aspie sein und im sozialen Bereich arbeiten kann schon funktionieren. Ich arbeite in einem kleinen Team und merke schon, dass es hilft, verschiedene Sichtweisen zu haben. Meine Kollegen unterstützen mich auch, wenn ich unsicher bin. Es ist aber für mich auch massiv anstrengend. Wenn ich eine große Gruppe habe, besteht immer die Gefahr, dass es zu laut und durcheinander ist. Mein fehlendes Gesichtsgedächtnis ist auch etwas, was es schwer macht. Allerdings gibt es viele Patienten, die meine Art zu arbeiten sehr schätzen, grade weil ich etwas anders bin.