Studie zu "Creepiness"

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    • Studie zu "Creepiness"

      Vorab: Es geht hier nicht um Autismusforschung, aber dennoch dürfte dieses Unterforum hier am geeignetesten sein. Sonst gerne schieben.


      Einige im Spektrum, auch hier im Forum, berichten hin und wieder mal davon, dass sie unabsichtigt bei Anderen einen eher negativen Eindruck hinterlassen.


      Ich bin gerade auf eine Studie aufmerksam gemacht worden, die sich dem Thema "creepiness" widmet, was man ungefähr mit "unheimlich" übersetzen kann.

      Link:
      scottbarrykaufman.com/wp-conte…McAndrew-Koehnke-2016.pdf


      In dem Paper werden (ab dritte Seite unten) mehrere Faktoren aufgezählt, nach denen Menschen andere als creepy einordnen würden. Interessant fand ich dort, dass einige Items auch Phänomene sind, die hin und wieder Autisten betreffen (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel):

      -zu dicht bei der anderen Person stehen
      -seltsames Lächeln
      -Glotzaugen ("bulgy eyes")
      -ungekämmtes Haar
      -merkwürdig gekleidet

      vor allem aber die letzten drei Punkte:
      -Lachen an unvorhersehbaren Stellen
      -Die Person macht es der anderen unmöglich, das Gespräch zu beenden, ohne unhöflich zu erscheinen
      -Die Person versucht das Gespräch auf ein bestimmtes Thema zu lenken


      Fand ich jedenfalls eine interessante wissenschaftliche Zusammenstellung an Dingen, warum man "komisch" oder eben "creepy" auf andere wirken kann.

      Und für mich persönlich nochmal ein Hinweis, worauf ich im Umgang mit anderen Menschen achten sollte. Vielleicht gibt das ja auch für jemanden von euch Input.
    • Danke. Ich finde es auch jeden Fall interessant und stimme auch teilweise zu.

      Da ich unterschiedliche Autisten und Asperger kenne, Kinder wie Erwachsene,
      geht es mir auch mit manchen sonderbarer als mit anderen.
      Anstarren finde ich unangenehm oder wenn die Blicke an die falsche Stelle rutschen,
      und das mit dem seltsamen Lachen kenne ich auch von einem.
      Zu dichtes Stehen mag ich ebenfalls eher selten.

      Creepy...dem werde ich noch nachsinnieren.
      Da ist etwas dran, nicht nur bei AS.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Linnea schrieb:

      Anstarren finde ich unangenehm oder wenn die Blicke an die falsche Stelle rutschen,
      Ich finde mich in der genannten Liste nicht wieder, aber ich habe auch die Tendenz, Menschen anzustarren (weil ich ja irgendwann mal gelernt habe, dass man Leuten beim Reden in die Augen schauen soll) und mir passiert es öfters, dass meine Blicke genau dort hinrutschen, wo sie NICHT hinrutschen sollten (und das weiß ich auch, aber trotzdem passiert es). Das ist dann z. B. wenn ein Mensch schielt, dass ich dann immer auf das schielende Auge schaue oder wenn jemand eine Warze im Gesicht hat, dass ich dann dort hingucken muss und mir passiert es leider auch, dass ich bei Frauen auf den Busen starre oder bei Männern in die Hosenschlitz-Region. :m(: :thumbdown: Das ist mir beides sehr peinlich. Ich will das nicht machen, vor allem gibt es da ja auch nichts groß zu gucken. Ich glaube, das passiert irgendwie, weil ich weiß, dass man das keinesfalls machen sollte. So wie, wenn man nicht an den rosa Elefanten denken soll. :? Ich schaue auch öfters auf Kleinigkeiten an der andere Person und gucke mir dann das Muster vom Hemd an oder die Falten im Gesicht, was wahrscheinlich auch nicht gerade als höflich angesehen wird.

      @Linnea
      Was meinst du denn mit "die falsche Stelle"?
    • Hmhm....genau, was du gesagt hast....die Intimregionen. Schrecklich für den, der sofort dort angestarrt wird, während er den anderen freundlich grüßt. :oops: :?

      Das mit dem Starren kenne ich ein bisl auch..es wurde gesagt, ich würde bisweilen zu intensiv gucken, dabei wollte ich das garnicht.
      Aber das kommt nur noch vor, wenn ich Menschen betrachte, während sie nicht auch gucken.
      Und manchmal gucke ich dann auch zu kurz und husche sofort weg.
      Ist nicht ganz einfach mit der Dauer, und in welches Auge, oder das Nichtertragen mancher Zurückblicke beim Gespräch.
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    • FruchtigBunt schrieb:

      Ich schaue auch öfters auf Kleinigkeiten an der andere Person und gucke mir dann das Muster vom Hemd an oder die Falten im Gesicht, was wahrscheinlich auch nicht gerade als höflich angesehen wird.
      Das tue ich auch und finde es interessant.
      So schaut man ja auch Tiere oder Blumen an etc..
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    • @Linnea

      Wenn es sich um ein mir wichtiges Gespräch handelt, passiert es mir sehr oft, dass ich der Person permanent in die Augen starre. Das ist für mich selbst sehr anstrengend, weil meine Augen danach wirklich weh tun. :? x( Ich weiß nur, dass man nicht aus dem Fenster oder auf den Boden gucken soll, weil das unhöflich ist (habe ich früher immer gemacht). Seitdem starre ich oft direkt in die Augen oder wenn niemand redet bzw. mir das Gespräch egal unwichtig ist (ich mich aber trotzdem in der Situation gebunden fühle) auf unangemessene Stellen. :m(:
      Ich würde es gerne können, dass ich nicht so arg in die Augen starre bei Gesprächen, weil das vermutlich auch wieder unhöflich wirkt, mich aber vor allem anstrengt. Wenn ich aber noch überlegen soll, wie ich jetzt den Blickkontakt beim Gespräch varriere, kann ich nicht mehr an meine eigentlichen GEsprächsinhalte denken. Deshalb ist das Starren eben eine Lösung, die zumindest als etwas höflicher empfunden wird, als auf den Boden zu schauen. Aber zufrieden bin ich damit nicht.
    • Linnea schrieb:

      Das mit dem Starren kenne ich ein bisl auch..es wurde gesagt, ich würde bisweilen zu intensiv gucken, dabei wollte ich das garnicht.
      Das kenne ich auch von mir. Entweder gucke ich eine Person erst gar nicht an oder ich gucke zu intensiv. Mein Partner sagte mir, dass es ihm manchmal so intensiv vorkommt als würde ich in ihn hinein gucken wollen, anfangs hat ihn das wohl verunsichert. Ich bekomme das selber gar nicht so mit wenn ich mich zum Beispiel in einem Gespräch befinde dann konzentriere ich mich darauf und nicht wie lange ich wo hin gucke, das fällt mir dann sehr schwer. In dem Fall nutzt mir das Wissen darum also nicht so viel, weil ich es in vielen Situationen nicht anwenden kann. Vielleicht wird es mit der Übung irgendwann leichter, das weiß ich nicht.

      Ich finde es sehr unangenehm wenn jemand, den ich nicht oder nicht gut kenne, sich nah neben mich stellt. Zum Beispiel hat sich letztens beim Einkaufen jemand an der Kasse direkt neben mich gestellt (statt hinter mich). Das hat mich schon sehr irritiert weil es doch ungewöhnlich ist. Ich fühlte mich dadurch auch belästigt, habe es aber nicht geschafft einen Satz zu formulieren der diese Person höflich aber bestimmt auf diese Situation hinweist.
    • Ginkgo schrieb:

      Entweder gucke ich eine Person erst gar nicht an oder ich gucke zu intensiv. Mein Partner sagte mir, dass es ihm manchmal so intensiv vorkommt als würde ich in ihn hinein gucken wollen, anfangs hat ihn das wohl verunsichert.
      :nod: kenne ich .

      Ginkgo schrieb:

      Ich finde es sehr unangenehm wenn jemand, den ich nicht oder nicht gut kenne, sich nah neben mich stellt. Zum Beispiel hat sich letztens beim Einkaufen jemand an der Kasse direkt neben mich gestellt (statt hinter mich). Das hat mich schon sehr irritiert weil es doch ungewöhnlich ist. Ich fühlte mich dadurch auch belästigt, habe es aber nicht geschafft einen Satz zu formulieren der diese Person höflich aber bestimmt auf diese Situation hinweist.
      Mir geht es da auch so. Ich finde es furchtbar, wenn es in solchen Situationen so nah ist.
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    • Gingko schrieb:

      Zum Beispiel hat sich letztens beim Einkaufen jemand an der Kasse direkt neben mich gestellt (statt hinter mich). Das hat mich schon sehr irritiert weil es doch ungewöhnlich ist. Ich fühlte mich dadurch auch belästigt, habe es aber nicht geschafft einen Satz zu formulieren der diese Person höflich aber bestimmt auf diese Situation hinweist.
      Ich hatte genau so eine Situation letztens bei der Post. Die Frau stellte sich einfach neben mich, statt hinter mich. Ich glaube, sie war ungeduldig und dachte, dass sie dann schneller drankommt? :roll: Ich hatte die ganze Zeit Sorge, dass sie so dreist sein wird und sich gleich vordrängeln will. Das hat mich extrem gestresst. Mir lag der Spruch auf den Lippen "so gehts auch nicht schneller...", aber das wär hier nicht gut angekommen.. Ich wusste auch nicht, ob ich sagen darf, dass die Frau sich hinter mich statt neben mich stellen soll. Ich kann ja anderen Leuten nicht vorschreiben, wo sie zu stehen haben. Nur wenn sie sich vorgedrängelt hätte oder mich berührt hätte, dann hätte ich was gesagt. Oder wenn der Abstand vielleicht zu eng geworden wäre. Aber richtig einschätzen, wann ich das sagen darf, dass es mich stört, weiß ich nicht. :(

      Manchmal stellen sich Leute auch zu nah hinter mich. Leider sage ich da auch meistens nicht. Manchmal drehe ich mich um und gucke die Leute dann "böse" an. Aber das kapieren die eh nicht. Wenn nach vorne Platz ist, gehe ich etwas nach vorne, ärgere mich dann aber, dass eine Person hinter mir mich so vor sich hertreiben kann. Ich werde dann oft sehr wütend, aber kann mich nicht wehren, weil ich nicht weiß, wie das geht. Einmal stand ich einer Dame wohl zu nah, die sagte zu mir sowas wie "entschuldigen Sie, Sie stehen mir zu nahe hier, könnten Sie etwas mehr Abstand halten?". Ich weiß nicht, ob man das so verlangen darf. Deshalb sage ich leider nichts und fühle mich stattdessen ohnmächtig. :thumbdown:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FruchtigBunt ()

    • Ich empfinde nur wenige Sachen auf der Liste dort als creepy. Wie kann man einen Beruf für creepy halten? Das fällt bei mir unter "NTs sind seltsam."

      Allerdings wenn mich jemand Fremdes einfach so fotografieren oder anfassen würde das wäre schon mehr als creepy. Oder ja, mir einfach zu nahe kommen.

      Wenn z.B. im Bus viele freie Plätze sind und jemand setzt sich trotzdem neben mich dann empfinde ich das als sehr aufdringlich und creepy.
    • Interessantes Thema. :)
      Ich stelle tatsächlich bei manchen Kleinigkeiten fest, dass ich auf andere creepy wirken kann, auch wenn das natürlich nicht beabsichtigt ist.
      Beispiel: Ich sollte gestern jemanden an einer Bushaltestelle abholen.
      Da an der Bushaltestelle aber bereits eine Traube von Menschen stand und ich mich nicht so gerne in Menschenansammlungen reinstelle, habe ich mich einige Meter abseits vor ein Einfamilienhaus gestellt.
      Der älteren Bewohnerin des Hauses war das allerdings scheinbar verdächtig.
      Erst hat sie mich böse durch die Fenster angeguckt, dann hat sie einen Badezimmerläufer durchs geöffnete Fenster in meine Richtung geschüttelt. Schließlich ist sie zum Postkasten, obwohl bei uns die Post schon viel früher kommt, alles mit bösen Blicken in meine Richtung. Wahrscheinlich ist meine Personenbeschreibung jetzt schon bei der Polizei. ;)
      Vermutlich dachte die Frau, ich wolle ihr Haus ausspionieren. Hätte ich mich in den Pulk der anderen Leute gestellt, wäre ich nicht aufgefallen. So kam ihr mein Verhalten aber seltsam vor. Auch wenn nichts anderes dahinter steckte, als dass ich mich nicht gerne in Menschenmengen stelle.
    • Neu

      A Fistfull of Datas schrieb:

      Aspierevierverhalten
      :d kenne ich auch. Zu nah am Haus herum stehen (vor allem, wenn ich ja daran vorbei muss) oder am Auto oder an mir.... :shake:
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