Was genau sagen die Zahlen aus?

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    • Was genau sagen die Zahlen aus?

      Wir haben den Diagnose Bericht unserer Tochter frisch bekommen und ich versuche die Aussagekraft der Zahlen zu verstehen.
      Kann mir eventuell jemand helfen, zu verstehen, was sie bedeuten?

      WISC-V
      SV 121
      VRV 105
      FS 103
      AGD 97
      VG 86

      aufgrund des hetrogenen Profils keinen Gesamt IQ ermittelbar
      ( vor 4 Jahren hatte sie im Kaufmann ABC Test einen Gesamt IQ von 128)

      ADOS 2 Modul 2

      Sozialer Affekt
      Kommunikation 1
      Gestik 2
      Blickkontakt 2
      mimischer Ausdruck 1-2
      Freude an Interaktionen 1-2
      jmd. etwas zeigen 1
      gemeinsame Aufmerksamkeit 2
      soziale Annäherung 1
      wechselseitige soziale Kommunikation 1
      Qualität des Rapports 0
      SA Gesamt 12-14

      RRV
      Stereotyper eigentümlicher Sprachgebrauch 1
      rest 0

      SA + RV Gesamt 13-15
      ADOS 2 Vergleichswert 6-7



      FSK
      Cut-off Wert Autismus (16)
      Cut-off autistisches Sprektrum (15)

      Soziale Ineraktion 13/7
      Kommunikation 9/8
      Stereotype Verhaltensweisen 6/4
      keinem Bereich Zugeordnen 1/0
      Gesamtwert 29/19



      SRS ( Skala zur Erfassung sozialer Reaktivität)

      SRS Gesamt Rohwert 122
      T-Gesamtwert Allgemeine Bevölkerung 95
      T-Gesamtwert Bezugsgruppe ASS 55

      T Wert Subskalen:
      Soziale Bewusstheit 78
      Soziale Kognition 93
      soziale Kommunikation 93
      Soziale Motivation 90
      Autistische Manierismen 99

      MBAS
      Gesamtsumme 134 Cut Off 103

      Theory of Mind, Kontakt und Spielverhalten 50 /38
      geteilte Aufmerksamkeit, Freude Mimik Gestik 34 /21
      stereotypes ud situationsadäquates Verhalten 30 /20
      auffälliger Sprachstil, Sonderinteressen, Motorik 20 /16
      Sprachentwicklungsverzögerung nein




      Vorallem dem SRS verstehe ich nicht. Im Netz konnte ich auch kaum etwas darüber finden. Im Bericht steht, dass der SRS Aussagekraft über den Schweregrad hat. Da es aber ein Fragebogen ist, den ich selbst ausgefüllt habe, und ich ja nun keine Bezugzahlen über die Relation von selten bzw. häufig habe, bin ich etwas verwundert, dass es scheinbar so ins Gewicht fallen wird.

      Ich soll nun einen Antrag auf Pflegegrad, SBA und Eingliederungshilfe für eine Autismustherapie und eventuell einen Schulbegleiter stellen. Wie wird es in der Praxis gehalten? Wird dort nach Aktenlage entschieden oder machen die nochmal ein Gespräch oder ähnliches? Denn vorallem die Frage zum Schulbegleiter beschäftigt mich. Die Schule "steht" überhaupt nicht auf Schulbegleiter. Und da meine Tochter nicht direkt stört und ihre Probleme eher sekundär sind, habe ich etwas Angst, dass es eventuell abgeschmettert wird.
      Denn die Überforderungssymptome zeigt sie vorallem zuhause. Und da sie sich in der Schule einfach nur zurückzieht sowie verschiedene andere Dinge, die man aber in der Schule auch gut übersehen kann, bin ich nicht sicher, ob die Notwendigkeit anhand von einer Hospitationsstunde seitens des Jugendamtes klar wird.

      Über Erfahrungsberichte und Tipps bin ich sehr dankbar.

      rondra1
      ___________________________________________________________________________________________
      Mädchen 8 Jahre ADS Hypo + v HB
      Mädchen 7 Jahre Asperger Syndrom
    • Hallo rondra1,

      Die Werte sagen dir i.d.R. wie viele Punkte (von wie viel möglichen) erreicht wurden. Der Cut-off sagt aus, ab welchem Wert praktisch die Schwelle zu einer bestimmten Aussage überschritten ist, z.B. zu einer Diagnose. Bei SRS wurden die Rohrwerte (also die konkrete Punktzahl die deine Tochter erreicht hat) umgerechnet in T-Werte. Das ist ähnlich wie auch beim IQ, nur hier ist der Mittelwert 50 und die Standardabweichung 10. Der T-Wert gibt an, wo sich das Ergebnis deiner Tochter in Relation zu einer Vergleichsgruppe befindet. Das bedeutet: im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung liegt deine Tochter mit einem T-Wert von 95 deutlich über dem Mittelwert von 50. Im Vergleich zur Normstichprobe mit ASS liegt sie praktisch genau auf dem Mittelwert. Man kann das in einen Prozentrang überführen, mit einem T-Wert von 95 kann man sagen, dass in der Allgemeinbevölkerung fast alle kleinere oder genauso hohe Werte erzielen, heißt halt auch, dass nur die wenigsten drüber liegen (also noch extremer sind).

      Von der praktischen Seite habe ich leider keine Ahnung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tilia ()

    • rondra1 schrieb:

      Wir haben den Diagnose Bericht unserer Tochter frisch bekommen und ich versuche die Aussagekraft der Zahlen zu verstehen.
      Kann mir eventuell jemand helfen, zu verstehen, was sie bedeuten?
      Ich kann es zumindest versuchen.

      rondra1 schrieb:

      WISC-V
      SV 121
      VRV 105
      FS 103
      AGD 97
      VG 86
      Das ist eine Art IQ-Wert für verschiedene Teilbereiche:
      SV = Sprachverständnis
      VRV = Visuelle räumliche Verarbeitung
      FS = Fluides schlussfolgern
      AGD = Arbeitsgedächtnis
      VG = Verarbeitungsgeschwindigkeit

      rondra1 schrieb:

      ADOS 2 Modul 2

      Sozialer Affekt
      Kommunikation 1
      Gestik 2
      Blickkontakt 2
      mimischer Ausdruck 1-2
      Freude an Interaktionen 1-2
      jmd. etwas zeigen 1
      gemeinsame Aufmerksamkeit 2
      soziale Annäherung 1
      wechselseitige soziale Kommunikation 1
      0 = keine Auffälligkeit
      1= etwas auffällig oder merkwürdig, aber nicht unbedingt eindeutig abnorm.
      2=eindeutig abnorm. Der Schweregrad, um dieses Verhalten als "abnorm" zu kodieren, variiert von Item zu Item.
      Zu jedem Item gibt es auch eine verbale Beschreibung, was 1 bzw. 2 im jeweiligen Sachzusamenhang bedeutet.
      Bei einigen Items ist es gar nicht möglich, 2 zu kodieren.

      rondra1 schrieb:

      SRS Gesamt Rohwert 122
      T-Gesamtwert Allgemeine Bevölkerung 95

      rondra1 schrieb:

      Vorallem dem SRS verstehe ich nicht. Im Netz konnte ich auch kaum etwas darüber finden. Im Bericht steht, dass der SRS Aussagekraft über den Schweregrad hat. Da es aber ein Fragebogen ist, den ich selbst ausgefüllt habe, und ich ja nun keine Bezugzahlen über die Relation von selten bzw. häufig habe, bin ich etwas verwundert, dass es scheinbar so ins Gewicht fallen wird.
      Ja, SRS ist eine Fremdbeurteilung. Aber die Fremdbeurteilung soll natürlich auch bei der Diagnostik berücksichtigt werden.
      Natürlich bist du wahrscheinlich keine Fachkraft, die irgendwelche Spezialkenntnisse hat, um das Gefragte genau beurteilen zu können. Aber anderen Eltern geht es da grundsätzlich auch nicht anders.
      Zunächst werden die Punkte, die du für deine Tochter vergeben hast, zum SRS Gesamt Rohwert zusammengezählt.
      Beim Vergleich mit der "Allgemeinen Bevölkerung" werden eure 122 Rohpunkte verglichen mit einer Normstichprobe von 353 Mädchen (ohne ASS-Diagnose), für die ebenfalls eine Einschätzung von der Mutter vorlag. der Maximalwert in der Normstichprobe waren 83 Rohpunkte. Der T-Wert von 95 sagt aus, dass du sogar den Maximalwert der Normstichprobe noch deutlich überschritten hast.

      rondra1 schrieb:

      Soziale Bewusstheit 78
      Bei den Aufgaben, die sich auf "Soziale Bewusstheit" hast du genau den Maximalwert getroffen, der ein oder zweimal in der Normstichprobe vorkam.
      In allen anderen Kategorien hast du den Maximalwert in der Normstichprobe auch wieder deutlich übertroffen.

      rondra1 schrieb:

      T-Gesamtwert Bezugsgruppe ASS 55
      Hier wird die Rohpunktzahl nicht mit den Ergebnissen von Mädchen ohne ASS_diagnose verglichen, für die eine Mutter-SRS vorlag, sondern mit einer Stichprobe von 160 Kindern (beiderlei Geschlechts), für die eine SRS-Einschätzung von Vater oder Mutter vorlag. Im Vergleich zu dieser Gruppe lag euer Ergebnis knapp über dem Durchschnitt.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)