Leidet Ihr an Wahrnehmungsproblemen?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • kastenfrosch schrieb:

      ...


      ich habe diese dinge aber früher auch als "normal" erlebt. woher sollte ich wissen, dass es bei anderen menschen so sehr anders ist? ich dachte, die wahrnehmung sei gleich. deswegen hatte ich auch nie die idee, dass ich in der kommunikation etwas nicht mitbekomme. ich dachte immer, ich mache einfach nur etwas falsch. ich bin immer wieder erstaunt, wenn leute hier schreiben, dass sie durch ihre reflektion die symptome beschreiben konnten. dann fühle ich mich oft richtig "dumm". vielleicht ist das auch dieses problem mit dem zugang zur wahrnehmung (oder ich bin wirklich nur dumm :lol: )

      ...
      Das ging mir immer genau so. Aber seit ich die Symtome kenne und bewusst darauf achten kann, frag ich mich wirklich warum mir Manches nicht früher aufgefallen ist.

      Nach Partys oder Ähnlichem, also bei lauter Musik und viel Sozialkontakt, fühlte ich mich natürlich auch früher schon nicht gut. Vor allem weil ich dann auch immer 1-2 Tage brauchte um mich zu erholen.
      Aber einordnen konnte ich das nicht. Hab das eher auf den Alkohol und Schlafentzug geschoben.

      Dass ich aber ein Problem mit Lautstärke habe, (wobei mir laute Musik komischerweise viel weniger ausmacht als etwa laute Menschenmengen, oder noch schlimmer Maschienengeräusche) wäre mir einfach nicht in den Sinn gekommen.
      Dabei merke ich schon nach kurzer Zeit in einem "lauten" Raum dass meine Konzentrationsfähigkeit deutlich nachlässt. Wenn ich mich da ein paar Stunden aufhalten muss bekomm ich Kopfschmerzen.

      Ich hab mich auch immer gewundert warum ich oft Gespräche am selben Tisch kaum verstehen kann, obwohl damit sonst keiner ein Problem zu haben scheint. Immerhin habe ich laut Hörtest auch heute noch ein sehr gutes Gehör.

      Das Problem ist halt dass man immer annimmt, dass man die gleiche Wahrnehmung hat wie jeder andere. Anfangs war mir auch der Gedanke so sehr anders zu sein eher unangenehm. Ich wollte das also gar nicht wahrhaben.
      Heute sehe ich wie wichtig es ist sich darüber klar zu sein was einem nicht Gut tut.

      Ich hab ja meine Diagnose erst seit einem Monat. (Beschäftige mich jetzt etwa 2 Jahre mit dem Thema AS) Davor habe einfach meisten gar nich verstanden warum es mir nicht gut geht.
    • Hallo Daniel!
      Ich kann sehr gut hören und sehen. Was mir leider oft zu viel werden kann.
      Spüren ist so eine Sache. Ich spüre viele Dinge sehr schnell (zarte Berührungen in der U Bahn) und viele sehr spät (Zahnschmerzen zb.).
      Ich tu mir oft weh und hab blaue Flecken und weiß nicht woher.
      Tue ich mir jedoch bewusst weh ist das manchmal ein großes Drama und ich sehr enttäuscht von meinem Ungeschick. :(

      Ich nehme sehr schwer wahr, warum jemand grantig sein könnte. Dass er oder sie es ist merke ich schon, aber warum eben nicht. Das fällt mir schwer.
      Muss grad aussteigen. Lg Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)


      "Was ist falsch an sonderbar?"
    • Vielleicht eine kleine Liste:

      - Schmerz: Nehme ich an verschiedenen Stellen unterschiedlich stark war. Hüfte zum Teil ausgekugelt - ach wird schon nicht so schlimm sein (kein Arzt hat mich ernst genommen, als ich gemerkt habe das geht doch nicht so einfach weg). Zeh an der Wand gestoßen - Das Gefühlt von Hilfe diesen Schmerz halte ich nicht aus und mir wird schlecht.

      - Licht: Ich habe mein Leben lang immer Streifen gesehen, die von Lichtern ausgingen. Wenn das Licht zu hell ist tanzen die Buchstaben oder Noten vor meinen Augen und im Supermarkt bekomme ich von der Neonbeleuchtung Kopfschmerzen (Dank geht hier an Kaufland, der jetzt in meiner Nähe eine Filiale ohne Neonleuchten aufgemacht hat und mit dezenter Musik und einem Lageplan), deshalb habe ich mir bei meiner aktuellen Brille 20 % Grüne - Verdunkelung in die Gläser machen lassen. Seit dem sehe ich keine Streifen mehr und kann normaler lesen und bin weniger gestresst. (Weiterführende Infos findet man unter dem Stichwort Irlen Syndrom)

      - Geräusche: Während ich bei starken körperlichen Schmerzen keinen Laut herausbekomme muss ich bei lauten Geräuschen vor Schmerz aufschreien. Wenn Leute um mich herum pfeifen ist das wie Folter. In der 8. Klasse hat meine Biologielehrerin versucht uns zu demonstrieren, dass wir so alt seien, dass wir keine Hundepfeife hören könnten - na ja ich konnte es und es tat weh.

      - Gerüche: Diese sind für mich das lästigste Thema. Viele Menschen lernen z. B. über gehörtes oder über gesehenes. Nun ja wenn ich etwas Gelerntes abrufe rieche ich etwas Passendes. Ich habe keine Synästhstesie mit Farben etc. aber wenn ich bestimmte Zahlen oder Buchstaben sehe, kann es sein, dass diese Riechen. Das macht es mir manchmal wirklich schwer zu unterscheiden, ob ich grade rieche was da ist oder was ich denke. Des Weiteren bin ich sehr überempfindlich Gerüchen gegenüber, Parfüms, die U-Bahn, die Bahnhöfe, Deos, oft halte ich es hier in der Stadt kaum aus, aber auch bei einem Waldspaziergang an einem warmen Tag kann es mir zu viel werden. Ich würde sogar behaupten, dass Gerüche für mich die anstrengendste Sinneswahrnehmung sind und je nach Intensität können diese bei mir sogar zu einer Art Meltdown führen.
    • hallo.

      Also es sind nicht nur Probleme, wohl leider aber in der Überzähl. Manche sind durchaus positiv bzw kann ich aber auch oft positiv nutzen

      -Bin oft reizüberflutet.
      -Vertrag kein helles, kein grelles, kein flackerndes Licht
      -In 3D Simulationen wird mir schwindelig und ich krieg Panik, Vor allem wenn sich dabei was schaukelt
      -Mag es nicht wenn fremde sich neben mich so nah in der Bahn/Bus etc setzen... und ich deren Arm berühren muss oder Haare von hinten streifen, da krieg ich Gänsehaut
      -hab kein gutes Körpergefühl, kalt/warm ständiger wechsel / kann meine Schmerzregionen schlecht erkennen, was beim Arzt problematisch ist
      -höre zu viele Geräusche
      -sehe zu viel, vor allem Details... ist abends am fernseher noch der rote Punkt an werd ich wahnsinnig... aus irgendeinem Grund merk ich das sofort oder die Gardine die nicht richtig zu ist und 1mm Spalt mit Licht reinlässt...
      -bin olfaktorisch überempfindlich
      -taktil unterempfindlich anscheinend
      Bin ständig in Bewegung, kann nicht ruhig bleiben
      -vestibulär auch nicht ganz auf der Höhe

      Und das war längst noch nicht alles... LG

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von larose ()

    • Also ich hasse es, wenn man sich morgens die Nase schnäuzt oder pfeift oder so.
      In fremden Städten bin ich oft und schnell reizüberflutet und dann geht gar nichts mehr. dann gehe ich meistens in das nächste Kaufhaus und dort auf Toilette, weil es dort so ziemlich am ruhigsten ist. ziemlich merkwürdig.

      Derzeit wohne ich in einer Art Studentenwohnheim und mein Nachbar hört einfach jeden tag viel zu laute Musik. Einmal wollte ich rüber gehen und ihn bitten, diese etwas leiser zu stellen. jedoch war er da gerade duschen. auf jeden fall habe ich ihn in seinem 22qm zimmer nicht sehen können. seitdem habe mich iwie nicht mehr getraut rüber zu gehen und ihn darum zu bitten.
      ich habe leider das gefühl ,dass es mit jedem tag schlimmer wird mit der musik. ich kann mich nicht mehr auf die einfachsten dinge konzentrieren (zb netflix), kann nicht mehr zuhause lernen, esse nicht mehr genug, schlafe nicht richtig...ich kann nichts anderes mehr machen und weiß echt nicht, was ich dagegen tuen kann. es ist als würde ich nur noch auf meinem bett sitzen und auf iwas warten, weiß jedoch nicht auf was, vlt ein Wunder :D?
      Oropax funktionieren auch nicht sehr gut bei mir.

      p.s.: verzeiht mir meine groß- und Kleinschreibung bitte :) mein pc spinnt manchmal