Soziale Kontakte

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    • Darüber, wie ich zu Sozialkontakten stehe, habe ich seit meiner Anmeldung hier im Forum viel nachgedacht.
      Als ich den Titel meines Threads erstellte, dachte ich noch, ich hätte gar kein Interesse an Sozialkontakten, musste diese Meinung aber revidieren. Ich habe Sozialkontakte, die ich schätze und die fest zu meinem Alltag gehören.

      --> Ich lebe seit 9 Jahren mit meinem Partner zusammen, ein Paar sind wir seit 10 Jahren und wir kennen uns seit 20 Jahren.
      Ich besuche 1x täglich meine Eltern ein paar Straßen weiter.
      Etwa alle 2 Monate treffe ich eine Freundin aus Schultagen, wir schreiben uns zudem alle 1-2 Tage eine E-Mail.

      Darüber hinaus habe ich noch E-Mail-Kontakt mit einer Freundin, die ich seit dem Kindergarten kenne.

      Losen Kontakt habe ich auch noch zu einem Kumpel, der vom Kumpel meines Partners im Laufe der Zeit auch zu meinem Kumpel wurde. Aufgrund der Entfernung treffen wir ihn aber nur 1x, max. 2x im Jahr.

      Das sind die erwünschten, angenehmen Sozialkontakte, mit denen ich mich gut fühle.
      ______________________
      Was ich nur zu gut kenne, sind "Negativ-Kontakte":

      Ich mag es nicht, wenn mir jemand zu schnell zu nahe kommen will, zu viel Persönliches wissen möchte, der "Freundschaft" keine Zeit zum Wachsen geben, sondern sie gefühlt erzwingen will.
      In meinem Hoby hatte ich eine Gruppe von Leuten, darunter ganz besonders eine Dame, die sehr aufdringlich wurden. Nach jedem Treffen hatte ich schlimme Kopfschmerzen, ich hatte regelmäßig Angst vor unangemeldeten Besuchen, neuen Grenzüberschreitungen oder anderen "Bedrängungen" - ich habe deswegen sogar dieses Hobby aufgegeben. Ich hatte sehr stark das Gefühl, diese Leute rauben meine Zeit, besonders aber meine Nerven und meine Energie.
    • Hallo.
      Heute war ich auf einem Treffen in Salzburg. Ich empfinde es als sehr angenehm unter Autisten zu sein, da ich mich nicht ständig erklären muss. Und mich fordert nicht dauernd jemand zu etwas auf. Es läuft einfach. So natürlich. Und das ist gut so.
      Ich komme mir nicht fremd vor. Sondern angenommen und angekommen. Das fühlt sich gut an.
      Wie geht es euch, in einer Gruppe nur aus Autisten bestehend?

      Liebe Grüße. Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • Veronika wrote:

      Heute war ich auf einem Treffen in Salzburg. Ich empfinde es als sehr angenehm unter Autisten zu sein, da ich mich nicht ständig erklären muss. Und mich fordert nicht dauernd jemand zu etwas auf. Es läuft einfach. So natürlich. Und das ist gut so.
      Ich komme mir nicht fremd vor. Sondern angenommen und angekommen. Das fühlt sich gut an.
      Wie geht es euch, in einer Gruppe nur aus Autisten bestehend?
      :nod: Ja, das kann ich so bestätigen.
    • Veronika wrote:

      Wie geht es euch, in einer Gruppe nur aus Autisten bestehend?
      Ich habe zwei Gruppen kennengelernt und habe mich nicht viel anders gefühlt als unter anderen Menschen. Die Unterschiede zwischen den Leuten waren auch relativ groß, die Gruppen sehr heterogen. Ich kann auch ehrlich gesagt mit der Art von manchen Autisten nicht umgehen (manche wirken wirklich arrogant und unfreundlich, ich selber ja vielleicht auch), ich finde nicht, dass man automatisch besser verstanden wird oder selber die anderen besser versteht als sonst.
      In der einen Gruppe fühlte ich mich total blöd, ich war froh, als das Treffen vorbei war. Die andere Gruppe war besser, dafür waren dort die Gespräche ziemlich zäh, es kam immer wieder zu langen Schweigepausen, wo keiner was zu sagen wusste.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Hallo @Shenya!
      Danke für deine Antwort. Ja das stimmt schon. Ich kann auch nicht automatisch mit jedem Autisten gut.
      Es gab auch schon Leute die ich nicht mochte.
      Und wo ich mich unwohl fühlte. Aber das waren bisher immer nur einzelne, nie eine ganze Gruppe. Hmm.
      Heute hat es jedenfalls gepasst und ich glaube das hat mich eben ziemlich glücklich gemacht.

      Lg. Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • Zu der Frage: Ich bin fast nur mit Informatikern befreundet und "bekanntschaftet", da gibt es viele mit autistischen Tendenzen (und teils auch ADHS) sowie Leute, die nicht autistisch, aber sehr introvertiert oder sensibel sind... Die Aspie-Treffen fühlen sich auch nicht groß anders an als irgendwelche Treffen früher an der Uni. Insofern stellt sich die Frage, ob ich nicht eh IMMER auf Autistentreffen - mehr oder weniger - bin, wenn ich mich mit Freunden treffe.
    • Veronika wrote:

      Hallo @Shenya!
      Danke für deine Antwort. Ja das stimmt schon. Ich kann auch nicht automatisch mit jedem Autisten gut.
      Es gab auch schon Leute die ich nicht mochte.
      Und wo ich mich unwohl fühlte. Aber das waren bisher immer nur einzelne, nie eine ganze Gruppe. Hmm.
      Heute hat es jedenfalls gepasst und ich glaube das hat mich eben ziemlich glücklich gemacht.

      Lg. Veronika.
      Das freut mich :)
    • erwarten NTs, dass man in Freundschaften immer fragt, wie es ihnen geht?
      Ich dachte, man redet dann wenn man möchte und muss nicht noch extra "Erlaubnis" geben oder "nachbohren"? Ich habe eine Bekannte, die schon eine Weile sehr schwierig für mich zu behandeln ist (sie ist auch psychisch krank). Nun hat sie sich sehr darüber beschwert, dass ich nie nachfragen würde und immer nur von mir reden würde. Ich war hingegen etwas enttäuscht, dass sie mir nie was erzählt und dachte, sie möchte ihre Gedanken nicht mit mir besprechen. Immer nachzufragen ist doch voll anstrengend. Sie ist aber auch der Meinung, dass ich kein AS hätte und meine Fachmenschen das alles nur konstruieren :nerved:
    • kastenfrosch wrote:

      erwarten NTs, dass man in Freundschaften immer fragt, wie es ihnen geht?
      Ich dachte, man redet dann wenn man möchte und muss nicht noch extra "Erlaubnis" geben oder "nachbohren"? Ich habe eine Bekannte, die schon eine Weile sehr schwierig für mich zu behandeln ist (sie ist auch psychisch krank). Nun hat sie sich sehr darüber beschwert, dass ich nie nachfragen würde und immer nur von mir reden würde. Ich war hingegen etwas enttäuscht, dass sie mir nie was erzählt und dachte, sie möchte ihre Gedanken nicht mit mir besprechen. Immer nachzufragen ist doch voll anstrengend. Sie ist aber auch der Meinung, dass ich kein AS hätte und meine Fachmenschen das alles nur konstruieren :nerved:
      Also allgemein ist Interesse zeigen und sich erkundigen selten falsch, wobei man natürlich nicht bei unangenehmen Dingen ewig nachbohren oder die Person regelrecht mit Fragen löchern darf. Mir ist bei autistische wirkenden Menschen sehr oft aufgefallen, dass sie extrem wenige Fragen stellen (was ich auch teilweise sehr angenehm fand, teilweise auch irritierend...).

      Dass sie dir den Autismus abspricht, würde mich dann schon sehr stören an deiner Stelle ehrlich gesagt.

      Edit: Sich erkundigen heißt für mich sowas wie: Wie geht es dir so (fühlst du dich wieder besser)? Wie läuft's auf der Arbeit/in Studium/in der Ausbildung? Hat sich die Sache mit xyz geklärt/Problen abc gelöst? Machst du eigentlich immer noch Hobby xyz? usw.

      The post was edited 1 time, last by seven_of_nine ().

    • Hallo kastenfrosch!
      Das ist schade. Ich hatte auch mal eine Freundin, die meinte ich hätte kein As. Sie kenne sich da aus etc. Fuhr alle Klischees auf usw. war schlimm für mich.
      Letztlich musste ich AS aus der Freundschaft ausklammern, was aber auf Dauer für mich nicht passt. Also hab ich schließlich den Kontakt abgebrochen. Ich denke manchmal an sie. Aber es geht mir deutlich besser ohne den Druck ihrerseits und die Vorwürfe usw.
      NTs haben manchmal sehr festgefahrene Meinungen. Leider.
      Lg Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • Veronika wrote:

      Ich empfinde es als sehr angenehm unter Autisten zu sein, da ich mich nicht ständig erklären muss. Und mich fordert nicht dauernd jemand zu etwas auf. Es läuft einfach. So natürlich. Und das ist gut so.Ich komme mir nicht fremd vor. Sondern angenommen und angekommen. Das fühlt sich gut an.
      Wie geht es euch, in einer Gruppe nur aus Autisten bestehend?
      Mir geht es unter Autisten ähnlich, wie du es beschrieben hast. "Angenommen und angekommen" trifft es wirklich gut. :thumbup:
      Ich fühle mich in solch einer Gruppe (anders als bspw. früher in der Schule) mal nicht als "Außenseiter, dem zwar gnädigerweise erlaubt wurde, mitzukommen, der aber kaum an der Interaktion in der Gruppe teilnimmt", sondern wirklich als "gleichberechtigtes Gruppenmitglied". Und das tut gut. :)

      seven_of_nine wrote:

      Ich bin fast nur mit Informatikern befreundet und "bekanntschaftet", da gibt es viele mit autistischen Tendenzen (und teils auch ADHS) sowie Leute, die nicht autistisch, aber sehr introvertiert oder sensibel sind [...] Insofern stellt sich die Frage, ob ich nicht eh IMMER auf Autistentreffen - mehr oder weniger - bin, wenn ich mich mit Freunden treffe.
      Geht bei mir auch ein bisschen in die Richtung... Bei mir sind es halt nicht die Informatiker, sondern Schachspieler, aber auch die haben alle irgendwie autistische Züge... :roll:

      kastenfrosch wrote:

      erwarten NTs, dass man in Freundschaften immer fragt, wie es ihnen geht?
      [...] Nun hat [meine Bekannte] sich sehr darüber beschwert, dass ich nie nachfragen würde und immer nur von mir reden würde.
      "Wie geht's?", frage ich so gut wie nie... Und auch inhaltliche Nachfragen im Verlauf eines Gespräches stelle ich relativ selten. Gar nicht so sehr, weil mich die Antwort nicht interessieren würde - ich habe es mir nur nie bewusst antrainiert, derartige Nachfragen zu stellen. Und unbewusst / automatisch passiert es bei mir einfach nicht. :m(:

      Bei der Frage "Wie geht's?" kommt vielleicht auch noch dazu, dass mich selbst diese Frage bisweilen etwas überfordert, wenn sie jemand an mich richtet. Ich kann manchmal gar nicht so direkt auf Anhieb sagen, wie ich mich fühle, und brauche dann mitunter ziemlich viel Zeit für die Antwort... und das ist mir unangenehm.
      Bei anderen gehe ich dann davon aus, dass ihnen die Frage ähnlich unangenehm wäre, und stelle sie gar nicht erst. :m(:
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • Dr_B wrote:

      Bei der Frage "Wie geht's?" kommt vielleicht auch noch dazu, dass mich selbst diese Frage bisweilen etwas überfordert, wenn sie jemand an mich richtet. Ich kann manchmal gar nicht so direkt auf Anhieb sagen, wie ich mich fühle, und brauche dann mitunter ziemlich viel Zeit für die Antwort... und das ist mir unangenehm.
      Bei anderen gehe ich dann davon aus, dass ihnen die Frage ähnlich unangenehm wäre, und stelle sie gar nicht erst.
      das geht mir auch so. Mir war lange auch nicht klar, dass das eher sowas wie eine Begrüßungsformel ist


      seven_of_nine wrote:

      Edit: Sich erkundigen heißt für mich sowas wie: Wie geht es dir so (fühlst du dich wieder besser)? Wie läuft's auf der Arbeit/in Studium/in der Ausbildung? Hat sich die Sache mit xyz geklärt/Problen abc gelöst? Machst du eigentlich immer noch Hobby xyz? usw.
      vielen dank für die beispiele :thumbup:

      Veronika wrote:

      Das ist schade. Ich hatte auch mal eine Freundin, die meinte ich hätte kein As. Sie kenne sich da aus etc. Fuhr alle Klischees auf usw. war schlimm für mich.
      Letztlich musste ich AS aus der Freundschaft ausklammern, was aber auf Dauer für mich nicht passt. Also hab ich schließlich den Kontakt abgebrochen. Ich denke manchmal an sie. Aber es geht mir deutlich besser ohne den Druck ihrerseits und die Vorwürfe usw.
      bei der freundin von mir wird es auch immer schwieriger. immer mehr themen möchte sie nicht hören. wenn ich dann sage, dass ich nicht mehr weiß, worüber ich sprechen darf, sagt sie, ich dürfe über alles reden :nerved:
      Sie hält AS auch für eine modediagnose. wenn allerdings drei institutionen unabhängig voneinander auf die AS-Idee kommen und Prof. V. aus K. persönlich die Diagnostik macht, wird es wohl nicht so sehr "aus der Luft gegriffen" sein. Von mir kam die Idee jedenfalls nicht. Ich glaube auch, dass sie sehr viele Klischees im Kopf hat. Abgesehen davon sehen wir uns so viel auch nicht.
      Ich finde es traurig, sich ständig rechtfertigen zu müssen und dann Wahrnehmungen abgesprochen zu bekommen. (Ich merke gerade beim Schreiben erst, wie blöd sie sich eigentlich verhält)




      Thema Autisten-Gruppen:
      So viele Gruppen habe ich noch nicht kennen gelernt. Die Treffen hier aus dem Forum fand ich super entspannt (wenn auch ich gerade beim ersten Mal sehr nervös war).
      Und von der Selbsthilfegruppe mag ich einige sehr, andere "neutral" und nur einen finde ich wirklich doof (der hat aber auch noch keine offizielle Diagnose, ich würde seine Probleme auch eher einem anderen Feld zuordnen oder ggf. eine Mischdiagnose).
    • Ich habe keine „echten“ sozialen Kontakte. Ich habe zwei, drei passive Bekannte, und ein, zwei autistische Internetbekanntschaften, die allerdings seitens der anderen fast schon wieder eingeschlafen sind.
      Ich hätte eigentlich schon gerne richtige soziale Kontakte. Wenn ich mal jemanden passiv kennenlerne und mir einen interessanten Kontakt vorstellen könnte, weiß ich nicht, wie ich diesen Kontakt herstellen kann und selbst wenn ich es mal schaffen sollte, weiß ich danach nicht mehr weiter, was ich eigentlich tun soll – da müsste der andere dann schon zufällig die Fähigkeit haben, meine zwischenmenschlichen Unfähigkeiten zu kompensieren und entsprechend darauf reagieren – ich bin nicht sehr initiativ sondern hauptsächlich reaktiv, aber wenn andere zu initiativ sind, strengt es mich oft sehr an.
      Mit den meisten Menschen kann ich auch einfach von Grund auf nichts anfangen, manche sind zwar „ganz nett“, aber eben auch nicht mehr, ich habe mit ihnen nichts zu reden, der Kontakt ist anstrengend, die Gespräche sind gezwungen, ich weiß einfach nicht, was ich mit denen „anstellen“ soll, selbst ähnliche Interessen (was auch nicht sehr häufig vorkommt) bilden da überhaupt keine Grundlage – das ist auch nur vom Idealfall ausgehend, im realen Fall sind da noch viele andere Kommunikationsprobleme wie etwa die Beachtung „ungeschriebener Gesetze“, Verständisschwierigkeiten, Mimik/Gestik/Emotionen etc. Zwischen mir und den anderen bleibt immer und überall eine dicke Mauer, die sehr oft nur in eine Richtung transparent ist.
      Mit Autisten komme ich zwar auf der Kommunikationsebene besser klar, aber auch hier sind die anderen zwischenmenschlichen Probleme (bzgl. „nichts mit den Leuten anfangen können“) meistens dieselben. Mit einigen, wo diese Probleme wenig bis nicht ausgeprägt waren, ergab sich manchmal ein guter Austausch, aber bisher ist das alles auch wieder eingeschlafen bzw. die anderen hatten kein Interesse an/Bedürfnis nach einer tieferen Bekanntschaft.
    • Hallo @kastenfrosch
      Ja eben. Die Institutionen werden sich die Diagnose wohl nicht unabhängig voneinander alle zum Spaß ausdenken.
      Finde ich absurd.
      Diese ehemalige Freundin hatte auch nur Klischees im Kopf. Zb dass ich sie ansehen kann, einen Job habe usw. puh!
      Es wurde sehr mühsam. Und ich begann Probleme meines täglichen Lebens nicht mehr anzusprechen und mich zu verstellen. Auf Dauer ist das aber ungesund. Ich konnte dann nicht mehr.

      Lg. Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • modulo wrote:

      Mit den meisten Menschen kann ich auch einfach von Grund auf nichts anfangen, manche sind zwar „ganz nett“, aber eben auch nicht mehr, ich habe mit ihnen nichts zu reden, der Kontakt ist anstrengend, die Gespräche sind gezwungen, ich weiß einfach nicht, was ich mit denen „anstellen“ soll, selbst ähnliche Interessen (was auch nicht sehr häufig vorkommt) bilden da überhaupt keine Grundlage – das ist auch nur vom Idealfall ausgehend, im realen Fall sind da noch viele andere Kommunikationsprobleme wie etwa die Beachtung „ungeschriebener Gesetze“, Verständisschwierigkeiten, Mimik/Gestik/Emotionen etc. Zwischen mir und den anderen bleibt immer und überall eine dicke Mauer, die sehr oft nur in eine Richtung transparent ist.
      Das beschreibt sehr genau mein Empfinden. Ich frage mich auch immer, was ich mit den Leuten reden soll. Auch wenn ich meine Nachbarin mittlerweile als Freundin ansehe, sehe ich da nicht viele echte Gemeinsamkeiten. Wir unterstützen uns bei alltäglichen Dingen wie Hunde- oder Katzensitting, gehen gemeinsam einkaufen (was ich teilweise allein nicht könnte), ich helfe ihr bei Problemen mit ihrem Handy - und mit ihr kann ich Smalltalk üben (zu unserer beider Erheiterung). Aber mehr als eine Stunde am Stück, maximal dreimal die Woche kann ich mit ihr nicht zusammen sein, weil es mich schlicht überfordern würde. Zum Glück versteht sie das.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Dr_B wrote:

      Ich fühle mich in solch einer Gruppe (anders als bspw. früher in der Schule) mal nicht als "Außenseiter, dem zwar gnädigerweise erlaubt wurde, mitzukommen, der aber kaum an der Interaktion in der Gruppe teilnimmt", sondern wirklich als "gleichberechtigtes Gruppenmitglied". Und das tut gut.
      Na dann würde ich an deiner Stelle nochmal meine "Empfindungsantenne" neu ausrichten :-p ( :fun: )

      Veronika wrote:

      Ich empfinde es als sehr angenehm unter Autisten zu sein, da ich mich nicht ständig erklären muss. Und mich fordert nicht dauernd jemand zu etwas auf. Es läuft einfach. So natürlich. Und das ist gut so.
      Ich komme mir nicht fremd vor. Sondern angenommen und angekommen. Das fühlt sich gut an.
      Wie geht es euch, in einer Gruppe nur aus Autisten bestehend?
      Joa... so ein "Erweckungserlebnis" hatte ich auch bei meinem ersten Treffen.
      Habe dann auf späteren Treffen nur feststellen müssen, dass dieses Wohlgefühl ziemlich stark beeinträchtigt werden kann wenn man Leute dabei hat die scheinbar glauben "Toleranz" habe den selben Wortstamm wie "toll finden". Da reicht dann auch das wissen darum, dass sie da sind und so denken, ohne dass da irgendwas eskaliert.
      Don´t judge me. I was born to be awesome, not perfect!
      668 - The Neighbour of the Beast
      Der Clown ist die wichtigste Mahlzeit des Tages! :d
    • Hallo,

      ich habe ja keine Diagnose, aber ich lese gerade das, was ihr über eure Telefonabneigung schreibt, das habe ich nämlich auch. Ich dachte aber immer, das wäre eine Phobie, und wußte gar nicht, dass es was mit Asperger zu tun haben könnte. Ich hasse es, zu telefonieren, und wenn es irgendwie geht , schreibe ich emails oder laufe hin.

      Zu den sozialen Kontakten: Ich bin verheiratet und habe ein erwachsenes Kind. Mein Mann ist aber ziemlich nerdig, und auch eher ruhig. Ich mag es, wenn alle zuhause sind, meine Tochter schreibt was, mein Mann bastelt an einem Roboter und ich mache auch was Schönes. Besuch will ich dann eigentlich nicht.

      ich hatte schon früher immer nur eine beste Freundin . Jetzt leider keine, obwohl ich gerne eine Freundin oder einen Freund hätte. Ich lebe ziemlich isoliert, weil mein Mann ist beruflich oft unterwegs , und die Tochter wohnt in einer anderen Stadt.
      Internet ist meine Rettung.

      Ich kann eigentlich Kontakte schließen, und ich wirke wohl auch anfänglich sympathisch. Aber nach einer Stunde oder so finde ich alles megaanstrengend, und ich weiß irgendwie nicht, wie es weitergeht. ich weiß nicht, wie man Freundschaften aufrecht erhält, was ist Schritt Nr. 2? Und ich weiß nie, ob ich zu wenig oder zu viel mache .
      Und dann merke ich auch, ich habe eine Freundin aus dem Studium , der mache ich alles nach. Also nicht nur die Sätze, sondern auch die Stimmlage. Als wäre ich gar kein eigener Mensch, sondern eine Kopie.

      Kennt das noch jemand ?

      Gruß Rhianonn
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:
    • Das mit dem kopieren kenne ich. Manchmal nenne ich mich deswegen auch menschlichen Kopierer. Ich schnappe Sätze, gestiken etc. Von jemandem auf und übernehme sie dann woanders. Ob das normal ist??
      Keine Ahnung. Manchmal passen die Sätze, manchmal nicht. Es ist schwer zu planen.

      Ich weiß auch nicht recht wie Man eine Freundschaft pflegt. Meine paar Freunde die ich habe,kennen mich aber sehr gut und es klappt. Neue findenist hingegen ungeheuer schwer.

      Lg Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."