Soziale Kontakte

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Soziale Kontakte

      Hallo.
      Es interessiert mich, wie Ihr Eure sozialen Kontakte pflegt / nicht pflegt, was sie für Euch bedeuten ...
      Schon Jahre vor meiner Verdachtsdiagnose fiel mir auf, dass ich zwar "Freundschaften" habe, die aber nur so lange andauern, wie ich sie "brauche" oder sie zu nah kommen. Bei Wohnortwechsel habe ich immer alle Kontakte abgebrochen oder auslaufen lassen. Zu meinenen Eltern habe ich - auch aus anderen Gründen- den Kontakt schon seit Jahren abgebrochen, ebenso zu allen Verwandten. Wenn ich im Alltag Menschen kennenlerne und diese Interesse an mir zeigen, sich mit mir treffen müssen, bin ich innerlich sehr unwillig : die stehlen meine Zeit.
      Ich habe wohl über die Jahre hinweg grosse Anpassungsleistung geschafft, so dass ich mich im Alltag unauffällig bewege. Glaube ich :) .
      Werde zwar manchmal nicht wahrgenommen ( ich sage was in einer Gruppe und niemand reagiert) und ich wiederhole häufig mein Gesagtes, und ich wiederhole häufig mein Gesagtes... ;)
      aber da mich niemand da draussen richtig kennt, falle ich wohl nicht so auf...
      Huch, so spät schon ... ich muss los.
      Freue mich, wenn ich von Euch höre.
    • Freundschaften pflegen, ja. Das das existiert weiß ich, jedoch führe ich dies nicht wirklich durch. Ich lasse Leute schon an mich ran, solange sie nicht zu nahe kommen und ich mich dabei nicht unwohl fühle.
      Bis jetzt sind alle Freundschaften im Sande verlaufen, weil ich mich nicht mehr gemeldet habe oder anders herum. Meist war es aber von meiner Seite aus.
      Das mit dem nicht immer wahr genommen werden, kenne ich von mir selbst.^^
      Das mit der Zeit rauben, sehe ich nicht ganz so extrem.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • Ich habe bisher nur 2 Freundschaften gefunden, die wirklich alle Entfernung überdauert. Man muss nicht mal so oft schreiben. Zwischen einmal pro Woche bis einmal im Monat ist das dann bei mir - jenachdem wie viel ich zu sagen habe und wie viel Stress zur Zeit ist.

      Vielleicht muss man einfach die richtigen Freunde finden...
    • Die Freundschaft zu meinem einen besten Freund überdauert seit Jahren trotz räumlicher Entfernung. Bei anderen, weniger engen Freunden hat sich der Kontakt dann doch extrem reduziert bei Wegzug oder ist nicht mehr vorhanden (ist aber doch bei NTs genauso?). Die meisten meiner Freunde/Bekannten wohnen aber ohnehin in derselben Stadt.
    • Bei mir ist es wichtig, dass man feste regelmäßige Termine hat und sich nicht etwa spontan verabreden muss.
      Ich habe z.B. einige ehemalige Kollegen, mit denen ich mich seit Jahren immer alle zwei Monate zum Essen treffe. Manchmal machen wir auch was dazwischen, aber eher selten. Außerdem gehe ich einmal wöchentlich zu einem Spieleabend.
      Meine Mutter besuche ich jeden dritten Samstag.
      Alle Freundschaften bzw. Bekanntschaften, die keine derartigen festen Termine hatten, sind auseinander gegangen.
      Das war schon in der Schule so. Sobald eine Freundin die Schule gewechselt hat und man sich deshalb nicht mehr automatisch gesehen hat, ist der Kontakt abgebrochen.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Ich hab vier Freunde (einen Mann und drei Frauen) und kenn die (bis auf @'Windtänzerin) schon von klein auf an. Die kennen meine Macken und haben damit keine Probleme. Wir treffen uns hin und wieder (etwa alle zwei - drei Wochen), schreiben uns aber oft (telefonieren ist nicht so mein Ding).

      Besonders mein Kumpel ist mir sehr wichtig, denn wir haben uns schon oft gegenseitig aus der Scheisse geholt. Er ist auch der einzige, der mich unangemeldet besuchen darf und für den ich meine Pläne auch mal spontan über den Haufen werf. Wir sind wie Brüder. 8-)

      @'Windtänzerin' und ich sehen uns mehrmals pro Woche, weil wir nur 'nen Kilometer voneinander entfernt wohnen und uns oft gegenseitig besuchen. Wir schreiben uns aber auch viel. :d

      Eine der anderen Damen ist vor 'ner Weile in den Ruhrpott gezogen und ich denk, die lässt den Kontakt abreissen, denn die meldet sich kaum noch (auch bei den anderen nicht). Das find ich echt schade. :(
      Don't let go
      Never give up, it's such a wonderful life
      (aus "Wonderful Life" von "Hurts")
    • Ich habe in meinem Beruf schon genug (zu viel!) mit Menschen zu tun. Ca. 15 unterschiedliche Patienten und 1-2 Kollegen im Schnitt pro Arbeitstag, dafür wenigstens nicht ständig verschiedene.
      Daher genügt mir in meinem privaten Umfeld meine Lebenspartnerin um mich herum. Wir kriegen auch nur jeden Sonntag ca. 3 Stunden Besuch von einer Bekannten. Ansonsten bleiben wir Zuhause für uns.
      Ich habe noch eine Freundin aus Kindertagen, mit der ich mich regelmäßig bei Whatsapp austausche. Meine einzige Schulfreundin hat den Kontakt abgebrochen, weil sie nicht damit umgehen konnte, dass ich mit einer Frau zusammen bin.
      Ansonsten bin ich 3x wöchentlich in verschiedenen Gymnastikgruppen und ca. 4x monatlich bei Entspannungs- bzw. Meditationsabenden. Das sind aber alles nur lose Bekanntschaften und schon anstrengend genug.
      Zu meiner Familie in meiner alten Heimat fahre ich 3-4x im Jahr für einige Tage zu Besuch.
      Außer zum Einkaufen verlasse ich darüber hinaus auch nicht das Haus.
      Mit meinen Schichtdiensten und als "Nachteule" habe ich irgendwie immer nur "kaputte" Menschen angezogen, die Schlafstörungen hatten oder die immer Zeit hatten, weil sie arbeitslos und/oder pleite waren. Da hätte ich dann immer bezahlen müssen, wenn wir was unternehmen wollen. "Normale" Menschen können mit mir für gewöhnlich nichts anfangen.
    • Ich mag es auch nicht, wenn mir Freunde zu nah kommen. Da die das aber wollen, klappt es meistens nicht mit engen Freundschaften.
      Ganz nah geht aber trotzdem: Ich habe seit ca 25 Jahren einen engen Kumpel, seit 18 Jahren eine tolle Beziehung zu meinem Mann, seit 13 Jahren habe ich einen Aspergerautisten als weiteren engen Kumpel, seit ca 4 Jahren eine enge Freundschaft zu zwei Frauen mit Aspi-Männern und Aspi-Kindern.
      Soviel wollte ich nie, aber was passt, sammelt sich halt einfach an.
      Aber wie sagt man so schön: "Leichen pflastern ihren Weg" = viele angefangene und fallengelassene Freund- und Bekanntschaften.
      Diese Freundschaften pflege ich aber nicht so, wie NTs es tun. Kontakt entsteht, wenn man sich braucht. Oder die andere Seite pflegt die Freundschaft. Bei all denen finde ich volle Akzeptanz und Toleranz, was zu 100 % erwidert wird. Wir haben unterschiedlich alle paar Monate bis alle paar Wochen miteinander zu tun. Manchmal sogar einmal die Woche. Manchmal nur telefonisch. Aber in der übrigen Zeit ist mir mein Mann genug.
    • Ich hatte überhaupt noch kaum Sozialkontakte.
      Die wenigen losen Schulfreundschaften haben alle nicht lange gehalten, und im Studium habe ich es auch nicht geschafft, mit Mitstudenten näher in Kontakt zu kommen. Im ersten Jahr wollte ich gar nicht, und als ich mich etwas verändert hatte und mir Freunde gewünscht hätte, war die übliche Grüppchen-Bildung natürlich längst vorbei.
      Eigentlich habe ich nur noch einen Freund aus der Kindheit, der Kontakt ist aber über die Eltern entstanden und wir haben uns über die Jahre doch recht stark auseinanderentwickelt.

      In den nächsten Monaten und Jahren möchte ich daran unbedingt etwas ändern und ein paar gute Bekannte finden, woraus sich vielleicht auch Freundschaften entwickeln.
    • Shenya schrieb:

      Bei mir ist es wichtig, dass man feste regelmäßige Termine hat und sich nicht etwa spontan verabreden muss.

      Shenya schrieb:

      Alle Freundschaften bzw. Bekanntschaften, die keine derartigen festen Termine hatten, sind auseinander gegangen.
      Das war schon in der Schule so. Sobald eine Freundin die Schule gewechselt hat und man sich deshalb nicht mehr automatisch gesehen hat, ist der Kontakt abgebrochen.
      Genau so ist es bei mir auch.

    • Hamburgerdeern1974 schrieb:

      Bei Wohnortwechsel habe ich immer alle Kontakte abgebrochen oder auslaufen lassen.
      Ist bei mir auch irgendwie so, aber da von anderen da auch nichts kam, und ich keine Adressen hatte, konnte von mir dann auch nichts mehr kommen.

      Im Großen und ganzen würde ich mich als sehr kontaktarm bezeichnen. Ich pflege Freundschaften nur dann wenn sie für mich bestimmte Kriterien erfüllen die ich von Menschen außerhalb des engen Familienkreises selten je erlebt habe, und darum kam es leider nie dazu das ich jemals Freunde hatte die ich schon aus dem Kindergarten kenne. Sowas hab ich mir aber immer gewünscht. Ich denke sowas ist selten, auch wenn es sowas wohl gibt.
      Einzige Freundschaft die ich habe ist die mit meiner Mutter. Wir sehen uns als Lebensgemeinschaft. Wenn es nicht funktionieren würde, wäre ich nicht in der lage mit ihr zusammen zu leben und zu wohnen, dann hätte ich wohl wieder in ein heim oder ähnliches gemusst aber da es funktionierte von anfang an seit ich wieder bei ihr wohnte, wurde der part mit Hilfe und Unterstüntzung vernachlässigt weil keiner daran dachte das das noch irgendwie gebraucht wird.
      In der Schule lief es ja, mit Nachhilfe so einigermaßen, auch wenn es dort sozial gesehen so garnicht lief aber dafür interessierten sich Lehrer auch nicht mehr, bei Teenagern und jungen Erwachsenen schaut da keiner drauf, wo es bei Kindergarten und Grundschulkindern der 1. und 2. Klasse damals noch unnormal aufgefallen ist.
    • Danke für Eure Erzählungen, in denen ich mich z.T. wiederfinde.
      Ich bin froh, dass es solche Sachen wie Whatsapp, Email und auch den guten alten Brief gibt - das erleichtert mir soziale Kontakte ungemein. Telefonieren vermeide ich, - muss ich es beruflich, dann übernimmt irgendein Teil von mir das und ich beobachte mich selbst / höre mir zu. Und ich finde es gruselig, wie ich mich da anhöre und die Redeweisen von "den anderen" kopiere.
      Ich überlege, verbessere und tausche aus, spreche manchmal auch Dinge vorher laut, um den richtigen Tonfall/ richtige Betonung zu finden - das geht in einem direkten Gespräch nicht, deshalb bin ich eher ruhig oder der Autopilot übernimmt.
      Ich geniesse jetzt noch ein wenig die Ruhe um mich herum, dann geht's zum Einkaufen :nerved:
      Habt einen schönen Tag
    • Hamburgerdeern1974 schrieb:

      Telefonieren vermeide ich, - muss ich es beruflich, dann übernimmt irgendein Teil von mir das
      Privat telefonieren mag ich gar nicht. Beruflich stört es mich nicht, sofern ich das Thema und die Person am anderen Ende "kenne". Dann kann ich auch sofort drangehen, sonst geht es erstmal auf den AB. Anscheinend brauche ich die Gewissheit, dass ich mit dem Thema vertraut bin und die Person einschätzen kann. Dann klappen auch ein paar Minuten Small-Talk. Dafür merke ich mir einzelne Sachen, die die anderen erzählt haben und frage da nochmal nach. Das bringt die anderen zum Reden und sie sind glücklich.
    • @TalkativeP das ist bei mir ähnlich. Handy habe ich immer lautlos, bei Anrufen geht die Box ran. Berufliche Anrufe sind fast durchweg so, dass ich anrufe und dann weiss ich auch, was Thema sein wird.
      Private Telefonate sind so schwammig... Wer sagt wann was? Immer ist es dann so, dass ich genau in dem Moment was sage, wenn die andere Person auch grade spricht; und wann ist der richtige Zeitpunkt, das Gespräch zu beenden?
      Ich bin froh, dass ich privat kaum telefonieren muss.