Nichts begeistert mehr

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    • Nichts begeistert mehr

      Hallo zusammen,

      nach einigen Jahren Abwesenheit melde ich mich mal wieder zurück, weil ich seit ca. einem Jahr eine neue Entwicklung an mir beobachte.

      Ich kann mich für nichts mehr begeistern. Jedenfalls nicht so richtig. Ich finde zwar das eine oder andere noch interessant, aber mir fehlt die Begeisterung bzw. die Leidenschaft für gewisse Dinge. Früher haben mich meine Hobbies begeistert, meine (Spezial-)Interessen, vor allem aus dem IT-Bereich. Auch Reisen und andere Gegenden und Länder sehen fand ich aufregend und toll.

      Keine Ahnung, ob das mit AS zu tun hat ober ob das eine Entwicklung ist, die auch bei NT auftritt. Ich habe das Gefühl schon alles gesehen und alles erlebt zu haben und alles was nun noch kommen könnte wären nur Variationen davon, die sich höchstens im Detail davon unterscheiden, was ich schon kenne. Ab und zu kommen noch solche "Phasen der Begeisterung", aber sie halten nie sehr lange an, höchstens einige Tage. Dann werde ich der Sache müde.

      Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht depressiv oder gar Suizid-gefährdet. Das war ich in anderen Phasen meines Lebens und weiß, wie sich das anfühlt. Das ist nun definitiv anders. Aber es ist so, als hätte ich das "Spiel des Lebens" nun durchgespielt und warte nun nur noch darauf, dass "Game Over" erscheint. Ich bin nun knapp 50.

      Midlife Crisis? Normale Lebensphase? Kennt ihr so etwas?
    • haary wrote:

      Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht depressiv
      Bevor ich diesen Satz gelesen habe, dachte ich eigentlich genau das. Ich empfinde nämlich für vieles keine Begeisterung mehr, wofür ich mich früher begeistern konnte und das liegt denke ich zum großen Teil an depressiven Verstimmungen. Aber selbst wenn es nichts mit Depressionen zu tun hat: Gibt es etwas konkretes, was dir fehlt oder wonach du dich sehnst? Wenn ja, dann versuch dir diesen Wunsch zu erfüllen. Wenn dir nichts in dem Sinne fehlt, dann ist es vielleicht an der Zeit mal etwas ganz anderes auszuprobieren, was du noch nie gemacht hast, um idealerweise zu entdecken, dass es doch etwas gibt, was du noch nicht kennst und was dir vielleicht sogar Spaß macht. Vielleicht fehlen dir auch weniger Hobbys und es ist eher so, das du nach einem "Sinn" suchst. Das kann z. B. sein für andere da zu sein oder sich für irgendeine Sache mit anderen zu engagieren. Andere finden wiederum einen Sinn in bestimmten Religionen oder philosophischen Überzeugungen.
    • keinname wrote:

      Gibt es etwas konkretes, was dir fehlt oder wonach du dich sehnst?
      Nichts, dessen ich mir bewusst wäre. Engagiert habe ich ich mich auch die letzten Jahre, aber derzeit fehlt mir der Antrieb dazu. Jetzt, da ich darüber schreibe, kommt mir der Gedanke, dass es sich etwas wie Burn-Out anfühlt, zumindest so, wie viele Leute Burn-Out beschreiben. Dazu passt, dass ich in letzter Zeit (hauptsächlich beruflichen) Stress hatte, welcher sich auch körperlich bemerkbar macht.
    • haary wrote:

      keinname wrote:

      Gibt es etwas konkretes, was dir fehlt oder wonach du dich sehnst?
      Nichts, dessen ich mir bewusst wäre. Engagiert habe ich ich mich auch die letzten Jahre, aber derzeit fehlt mir der Antrieb dazu. Jetzt, da ich darüber schreibe, kommt mir der Gedanke, dass es sich etwas wie Burn-Out anfühlt, zumindest so, wie viele Leute Burn-Out beschreiben. Dazu passt, dass ich in letzter Zeit (hauptsächlich beruflichen) Stress hatte, welcher sich auch körperlich bemerkbar macht.
      Viel (negativer) Stress belastet den Körper und die Psyche.

      Ich habe mal gelesen, dass evolutionär Depressionen dem Körper signalisieren sollen: „Stopp halt, ausruhen, "Körper" bitte schone dich, fahre dich runter (RW)".

      Es soll (ist aber umstritten), auch ein evolutionärer Schutzmechanismus sein, der einen zur Ruhe und Pause zwingt.

      Eine Erschöpfungsdepression muss sich ja nicht in lebensmüden Gedanken äußern. Es klingt für mich auch eher nach Depression, Burn Out, wobei die Abgrenzung zur "Midlife-Crisis" auch nicht hinreichend geklärt ist. :roll:

      Ich würde die Signale ernstnehmen und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und versuchen irgendwie zur Ruhe zu kommen. Man darf auch nicht vergessen, dass der Körper auch altert, nicht nur im Sinne von "man sieht anders aus", sondern man kann auch Belastungen weniger gut kompensieren, der Körper altert mit. :roll:
      ~Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.~
    • Du solltest auch unbedingt die Schilddrüse untersuchen lassen. Eine Unterfunktion verursacht auch derartige Symptome.
      Soweit ich weiß, versucht man ohnehin verschiedene organische Ursachen auszuschließen, bevor man Depressionen oder ähnliches diagnostiziert.
      Birds born in a cage think flying is an illness.
    • Burn out ist nicht zu unterschätzen! Vielleicht ist es aber auch die Realisation, dass es viele Probleme auf dieser Welt und in deinem Leben gibt, an denen du selbst wenig ändern kannst, bzw. auf die du keinen Einfluss hast? Was zu einer Tatenlosigkeit führt. Vielleicht belasten dich gerade diese Dinge am meisten, die du eben nicht verändern kannst, das führt oft zu Interessenlosigkeit. Ganz gut beschrieben wird das von Gerald Huether, einem Neuropsychologen. Ich weiß nicht, viewiel Zeit deine tägliche Arbeit einnimmt, machst du sie grundsätzlich gerne oder nervt sie nur?
    • Das was du schilderst trifft so ziemlich auf mich zu. Ich leide jedoch an Depressionen und Angststörungen.
      -So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.

      -Fear and desire hold the power to disrupt one's rhythm. Desire clouds one's vision, while fear stills one's step.
    • haary wrote:

      Hallo zusammen,

      Ich kann mich für nichts mehr begeistern. Jedenfalls nicht so richtig. Ich finde zwar das eine oder andere noch interessant, aber mir fehlt die Begeisterung bzw. die Leidenschaft für gewisse Dinge. Früher haben mich meine Hobbies begeistert, meine (Spezial-)Interessen, vor allem aus dem IT-Bereich. Auch Reisen und andere Gegenden und Länder sehen fand ich aufregend und toll.

      Midlife Crisis? Normale Lebensphase? Kennt ihr so etwas?
      Je älter man wird, desto weniger Glückshormone werden produziert.
    • Und trotzdem durchleben viele Männer in dem Alter eine „Midlifecrisis“.

      Ich würde das wie gesagt einmal biologisch abklären lassen, dass es nicht zum Beispiel die Schilddrüse ist und dann mit einem Psychologen darüber sprechen und auch den Bereich abklären zu lassen.
      Depression heißt nicht gleich, dass man sich selbst das Leben nehmen will. Auch wenn es oft sich dazu steigert.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • DrCarsonBeckett wrote:

      Und trotzdem durchleben viele Männer in dem Alter eine „Midlifecrisis“.
      Aber keine biologisch erklärbare, das ist Blödsinn von der Industrie oder so. Die andere "Midlifecrisis" liegt meist im Beruf und was man da tut. Viele haben irgendwann da kein Bock mehr drauf und wollen was ganz anderes machen und das wird als Midlifecrisis bezeichnet obwohl es keine ist.
      Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Erasmus von Rotterdam (1465/1469 - 1536)
    • Wechseljahre und Midlifekrise sind, glaube ich, verschiedene Dinge.
      Midlifekrisen können Männer wie Frauen gleichermaßen haben. Es ist was Psychologisches.
      Bei den Wechseljahren hieß es mal, dass es nur Frauen haben, aber ich habe auch mal irgendwo gehört, dass es auch bei Männern eine biologische Veränderung gibt. Darüber weiß ich allerdings nichts Näheres.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Bei den Wechseljahren hieß es mal, dass es nur Frauen haben, aber ich habe auch mal irgendwo gehört, dass es auch bei Männern eine biologische Veränderung gibt. Darüber weiß ich allerdings nichts Näheres.
      Da hast du richtig gehört. Mein Gynäkologe (!) behandelt auch Männer und nennt sich 'Männerarzt' (Androloge). Im Wartezimmer liegen Broschüren aus, in denen steht, dass bei manchen Männern in den mittleren Jahren auch der Hormonspiegel sich verändern kann, z. Bspl. der Testosteronspiegel absinken kann. Die Folge sind dann Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Antriebsschwäche, Potenzstörungen, Libidostörungen, Gewichtsprobleme etc. - also auch ähnliche Probleme, wie sie auch viele Frauen in den Wechseljahren haben können. Der Arzt arbeitet multimodal und mit anderen Fachinstanzen zusammen.
    • Shenya wrote:

      aber ich habe auch mal irgendwo gehört, dass es auch bei Männern eine biologische Veränderung gibt.
      Keine, die in oder ab einem bestimmten Alter auftritt.

      Coocy wrote:

      Im Wartezimmer liegen Broschüren aus, in denen steht, dass bei manchen Männern in den mittleren Jahren auch der Hormonspiegel sich verändern kann, z. Bspl. der Testosteronspiegel absinken kann.
      Das ist eine ganz normale altersbedingte Erscheinung, genauso wie graue Haare kriegen, mehr nicht. Sollte in der Broschüre doch was von Midlife usw. drin stehen, dann würde ich auch mal nachsehen, wer das Faltblatt oder so rausgebracht hat. War bestimmt irgend so'n Pharmakonzern.
      Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Erasmus von Rotterdam (1465/1469 - 1536)
    • haary wrote:

      Midlife Crisis? Normale Lebensphase? Kennt ihr so etwas?
      Ähm... Midlife Crisis drückt sich doch eher so aus, dass man sich plötzlich wieder für Dinge begeistert, die sonst eher in jüngeren Jahren angesagt sind, auf einmal den Everest erklimmen will oder eine Band gründen und mit der um die Welt touren... einen Iro schneiden...

      Keine Ahnung. Bin auch um die Fuffzig und ich habe das auch. Ich denke, es liegt daran, dass man abgekämpft ist und sich langsam auch der eigenen Endlichkeit bewusst wird. Man wird wahrscheinlich keine riesigen Sprünge mehr machen und das nimmt ganz schön den Wind aus den Segeln.
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      The post was edited 1 time, last by Nowhere Mat ().

    • Ich dachte vor ein paar Monaten, ich hätte vielleicht eine Midlife-Krise und habe deshalb gegoogelt, was das genau ist. Da stand, dass man im Alter so zwischen 40 und 50 anfängt, Bilanz zu ziehen über sein bisheriges Leben und sich fragt, was man mit den restlichen Jahren noch anfangen will. Manche Leute bringt das dazu, sich eher depressiv zu fühlen, weil die Bilanz oder die Aussicht für die nächsten Jahre schlecht ist, und manche fangen an, ihr Alter mit irgendwas zu kompensieren. Klassisch sind da die Männer, die sich plötzlich einen roten Sportwagen kaufen oder versuchen, mit der hübschen Nachbarin anzubandeln.
      Ich bin dann zu dem Schluss gekommen, dass es bei mir doch was anderes ist.

      Diese Midlife-Krise ist aber was rein psychisches und hat nichts mit Hormonen zu tun.

      Das, was mit Hormonen zu tun hat, sind die Wechseljahre.

      Nervenbündel wrote:

      Das ist eine ganz normale altersbedingte Erscheinung, genauso wie graue Haare kriegen, mehr nicht.
      Das sind die Wechseljahre der Frau auch.


      Dieses sich für nichts begeistern zu können, kenne ich nur von Depressionen oder Burnout.
      Alles wird galaktisch gut.
    • haary wrote:

      Midlife Crisis? Normale Lebensphase? Kennt ihr so etwas?
      Da ich das ziemlich ähnlich genau empfinde, könnte es tatsächlich so eine Art "Midlife crisis" sein. Der Sturm der Jugend mit all seinem Weltentdecker-/-eroberungsgeist ist weitgehend durch und man haushaltet nun vermehrt mit seiner Begeisterung wie mit anderen Ressourcen. Inwieweit das statistisch gesehen normal ist, kann ich nicht beurteilen, aber es ist häufiger, als es den Anschein hat. Bei mir zumindest trägt auch die stärkere Starrheit durch Pflichten/getroffene Lebensentscheidungen dazu bei. Man wird sich auch immer stärker bewußt, daß man nicht unendlich viel Zeit/Lebensenergie hat und sich gut überlegen sollte, wieviel man wofür verpulvert oder investiert.
      Und schließlich bemerkt man als intelligenter Beobachter tatsächlich, daß sich alles wieder und wieder (nur auf immer neue Weise und in anderer Kombination) wiederholt und immer seltener etwas (für einen persönlich) wirklich Neues, Bereicherndes kommt.

      Das ist so, wie wenn du die Zahlenreihe voranschreitest und immer seltener auf Primzahlen triffst und immer häufiger auf Wiederholungen (Vielfache) von bereits Angetroffenem.

      Shenya wrote:

      Ich bin dann zu dem Schluss gekommen, dass es bei mir doch was anderes ist.

      Diese Midlife-Krise ist aber was rein psychisches und hat nichts mit Hormonen zu tun.

      Das, was mit Hormonen zu tun hat, sind die Wechseljahre.
      Wie hast du das für dich auseinanderhalten bzw. unterscheiden können, was zu welchen Anteilen wovon verursacht wird? Da sich Körper und Geist beeinflussen und eine Einheit bilden, finde ich es außerordentlich schwierig zu unterscheiden, ob z.B. Antriebsschwäche oder verminderte Begeisterungsfähigkeit hormonell bedingt oder psychisch bedingt oder durch unpassende Lebensumstände bedingt ist bzw. was am stärksten wirkt. Hast du Tests gemacht, oder wie bist du darauf gekommen, daß es bei dir was anderes ist?
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Nowhere Mat wrote:

      Man wird wahrscheinlich keine riesigen Sprünge mehr machen
      Was ich schlimmer finde als verringerte Leistungsfähigkeit (Sprünge), ist, daß sich mehr und mehr Entscheidungen nicht mehr potentiell rückgängig machen lassen oder schon unverrückbar die Optionen/Wahlmöglichkeiten verringert haben. So steigt die Angst vor (weiteren) Fehlentscheidungen, also sozusagen Sprüngen in die falsche Richtung, die man nicht mehr zurücklaufen kann. Je älter man ist, desto schwerer ist es, in verschiedenen Bereichen "reset" zu drücken, und in immer mehr Bereichen geht es gar nicht mehr, da muß man mit dem arbeiten, was bereits unverrückbar festgelegt oder an Freiheit übrig geblieben ist. Das augenfälligste Beispiel ist natürlich Familie, aber es gibt noch viele andere, bei denen es nicht so schwarz-weiß abläuft (bei mir z.B. Berufswahl). Die Bewußtwerdung dieser Tatsache lähmt mich teilweise.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Necroghoul7 wrote:

      So steigt die Angst vor (weiteren) Fehlentscheidungen
      Genau. Auf der anderen Seite habe ich allerdings, im Gegensatz zu jungen Jahren, wo alles per try-and-error-Verfahren ablief, heutzutage einen ziemlich guten Überblick über meine Fähigkeiten und die Möglichkeiten, die sich aus ihnen ergeben.

      Die Angst vor weiteren Fehlentscheidungen bekomme ich besonders in Bezug auf Beziehungsleben mit. Es ist schwierig genug, eine Partnerin zu finden. Da wieder rauszukommen, wenn's nicht gut läuft, ist allerdings noch viel schwieriger. Für mich zumindest. Deshalb bin ich seit rund 8 Jahren raus. Auf der anderen Seite sieht man 'die eigene Zeit ablaufen'. Diese Gegensätze sind auch total lähmend.
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