Mein Autismus Tagebuch - von Regenbogenwusli/Stan

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    • Ich kann leider garnicht Fahrrad fahren ^^'
      Mit dem Tretroller bin ich etwas langsamer als Radfahrer.
      Ich habe das mal angeschaut auf google maps und von dem Wohnhaus wo wir die Wohnung angeschaut haben, bis zur Werkstatt sind es ca 4-5km glaube ich.
      So gut kann ich das schlecht berechnen weil da nur ein 1km Block unten rechts steht und ich den gedanklich auf die Strecke, die relativ gerade ist mir vorstellen muss und dieser 1km Block geht ca 5 mal in diese Strecke rein. Um das abzulaufen ist das schon ziemlich weit.
      Mit dem Roller ist das okay. Da sollte das vielleicht eine halbe Stunde dauern.
      Wir fahren meist mit dem Roller von hier nach Kettwig was weiter ist und da brauchen wir auch immer ca eine Stunde.
    • Wolltet ihr euch nicht eigentlich mehrere Wohnungen ansehen? Kommt echt nur die eine in Frage oder gäbe es doch noch was, was dichter dran ist?
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • ifi wrote:

      Auf Google Maps gibt es doch die Funktion Routenberechnung auch für Spaziergänger und Radfahrer mit Zeitangabe.
      Dann weisst Du etwas genauer mit wie viel Zeitaufwand Du zu rechnen hast.
      Mir ist sowas bislang nicht aufgefallen, ich weiß nicht wie man das da benutzt.


      Lex wrote:

      Wolltet ihr euch nicht eigentlich mehrere Wohnungen ansehen? Kommt echt nur die eine in Frage oder gäbe es doch noch was, was dichter dran ist?
      Das dichteste was dran wäre, wäre in den Stadtteilen Johannis, Kleinweisenmühle und Bärenschanze aber obwohl ich da auch ziemlich viele kontaktiert habe, hat sich da nie einer zurück gemeldet.
      Bislang haben sich überhaupt nur 2 gemeldet, einmal einer in Wöhrd was aber noch weiter weg ist das die jetzige und einer aus Maxfeld, was auch eher weiter weg ist im Norden hinter der Burgmauer. Wobei die in Maxfeld sich sicher nicht mehr meldet, ich hatte die angerufen und die ließ schon recht durchhören das die Mieterin eigen ist und eher junges Volk in der Wohnung haben will und keine Frau die über 60 ist...
      Andere haben sich überhaupt nicht gemeldet oder meinten sie hätten im Moment keine Termine mehr frei, würden sich aber melden wenn wieder welche frei wären, was aber nicht mehr passierte.
      Im Grunde ist das nicht so schlimm das es nicht so extrem nah dran ist, uns war in erster Linie wichtig das wir generell sehr zentrumsnah wohnen können, da in der Nbger Antstadt auch viele Wohnhäuser sind und sie auch eher ein verkehrsberuhigter Ort ist, es gibt nicht viele große Straßen dort und sehr viel ist auch nur Fußgängerzone.
      Ich habe mir auch gedacht das es erstmal besser/wichtiger ist überhaupt nach Nürnberg zu kommen, weil das allein schon schwer genug ist bei so einer großen Distanz.
      Wir können ja zeitlich eh nur begrenzt Wohnungen anschauen, und viele Wohnungsbesitzer oder Immobilienmakler scheinen oft nur abens Termine zu vergeben, und das können wir bei so einer großen Distanz nicht machen weil wir spätestens um 19uhr wieder den Zug zurück nehmen müssen.
      Diese Wohnung die wir gefunden haben ist auch ganz gut.
      Sie ist direkt in der Altstadt, keine Leute oben drüber, von der Wohnfläche größer als unsere, aber wegen der Schrägen hat sie halt weniger m² angegeben, hat eine Badewanne, einen Balkon zum Innenhof, die Straße vorn raus ist auch nicht so groß, wenn da mal ein kleinerer Lkw oder Transporter her muss, dann nur um was anzuliefern weil es dort auch ein paar Restaurants gibt, es ist so eine Pflastersteinstraße, keine normale Straße.
      Es ist wirklich sehr zentral nur wenige Meter vom Hauptmarkt entfernt. Falls ich wirklich nicht mit der U-bahn zur Arbeit kommen könnte, kann ich auch einen Fahrdienst beantragen, da die sich in der WfbM dort mit Autisten auskennen, werden die vermutlich sowas verstehen können, die haben in der Kunstgruppe auch mehrere Autisten. Die Leute die ich da getroffen habe waren auch alle nicht wirklich geistig behindert, es waren nicht alle da, einige sind auch im Homeoffice, auch weil sie das mit dem Masketragen nicht aushalten können.
      Ich weiß noch wo ich mit dem Roller zu meiner jetzigen Werkstatt gefahren bin, das ist wirklich ein langer weg, dafür habe ich eine Stunde gebraucht.
      Der Weg zu der neuen Werkstatt ist wirklich nicht so weit, allerdings das jeden Morgen bei Wind und Wetter zu machen wäre wirklich schwer, gerade im Winter.
    • Donnerstag der 1. April 2021

      Heute ist zwar April Fool's Day, aber das was ich jetzt schreibe, ist kein Scherz und auch nicht als solcher gedacht, einfach nur Berichterstattung was jetzt in den letzten Wochen passiert ist, weil erzählen kann ich ziemlich viel!

      Also, erstmal hatten wir vor einer Woche einen Besichtigungstermin, und wir waren von der Wohnung positiv überascht.
      Wir haben zu anderen Wohnungen leider keine Antworten erhalten bzw manche die uns noch geantwortet haben, konnten uns keine gescheiten Besichtigungstermine anbieten.
      Zudem passt an der Wohnung einfach sehr viel für uns.
      Sie hat einen Balkon, liegt an einer ruhigeren Straße, ist aber komplett in der Altstadt von Nürnberg, ist eine DG-wohnung, also keine nervigen Poltergräusche von oben drüber möglich, ist sehr groß, hat eine Badewanne, ist nicht so extrem weit vom meiner Arbeit entfernt bzw habe mehrere ÖpnV Möglichkeiten die ich zusätzlich nutzen könnte (mit irgendwas wird man wohl fahren können morgens wenn viel los ist, man muss es ausprobieren).
      Manko: die Wohnung ist teuer und im 4. OG ohne Aufzug. Zum glück sind wir fit und wir wollen uns auch mehr bewegen.
      Was den Preis anbelangt ist sie für uns zwar noch gut finanzierbar, die Grundsicherung übernimmt ohnehin nicht die kompletten Kosten, aber mit dem Geld was ich dann habe und dem was meine Mutter hat, reicht das um alles Notwendige bezahlen zu können und sogar noch Geld übrig zu haben für Dinge die wir nicht als lebensnotwendig einstufen, also zB mal Essen gehen oder irgendwelche Spontankäufe.
      Ich habe gestern ziemlich viel herumtelefoniert, erstmal habe ich den mann vom Amt in Essen angerufen und dem gesagt das wir am dem 1.6. woanders wohnen, und er sagte ich müsse ihm dann nur den neuen Mietvertrag als Kopie zusenden damit er das weis.
      In Nürnberg habe ich auch angerufen. Hier gab es erst eine Verwirrung, weil die Frau das falsch vorgerechnet hat.

      Das ist vielleicht auch interesannt für andere Behinderte wie bei den Eltern oder mit andere Leuten zusammen wohnen und in einer WfbM arbeiten bzw voll erwerbsgemindert sind!
      Es gibt zwei Vorgehensweisen wie das Sozialamt die Miete bei solchen Fällen errechnet.
      Die erste ist die Differnzialmetode, die weniger Geld bringt, weil man nicht mit im Mietvertrag steht. Von dieser war die Frau in Nürnberg auch ausgegangen. Bei der Rechnung hätte ich nur ca 600€ insgesammt bekommen, was zu wenig wäre für die Wohnung die wir beziehen wollen.
      Die zweite Metode ist die Kopfteilrechnung, wo man als Hauptmieter mit den anderen Mietern, die ebenfalls Hauptmieter sind im Mietvertrag steht.
      Das ist die Weise wie auch im Moment hier in Essen bei mir berechnet wurde.
      Dabei wird die Miete berechnet (Kaltmiete und Nebenkosten) und die Heizkosten, und diese wird dann geteilt zu gleichen Teilen.
      Das ist bei der ersten Variante NICHT so, weswegen man bei der Kopfteilrechnung mehr Geld bekommt.
      Im Moment wird wegen Corona generell mehr gezahlt sofern die Miete teurer ist, das hatte man beschlossen um Leute die im Moment wegen Corona Probleme haben zu entlasten und die Grundsicherung für diese zu erleichtern. Da wird nicht geprüft wie hoch die Miete einer Person sein darf und muss übernommen werden bis zu einem gewissen zeitraum von ca 6 Monaten.
      Ich glaube das ist im Moment hier bei meiner jetzigen Grundsicherung in Essen auch passiert, weil laut meiner Berechnung von den momentan geltenden Regelbeträgen für Mieten in Essen stünde mir etwas weniger zu als ich bekomme. Dieses etwas sind immerhin ca 50€.
      In essen wird einem 2-Personen-Haushalt nur ca 516€ oder sowas gewährt.In Nürnberg sind das immerhin über 546€.
      Ich habe das mal ausgerechnet, die momentanen Heizkosten hinzugefügt und auch das Ausbildungsgeld von 119€ und kam dazu das ich im Normalfall ohne Corona in Essen 856€ bekäme, im Moment sind es aber 898€, und in Nürnberg wäre das ohne Corona 871€, sofern die Heizkosten dort auch ca so hoch sind wie bei uns.

      Wichtig zu wissen ist auch, das Menschen die in einer zu teuren Wohnung nicht automatisch zum Auszug gezwungen werden dürfen. Sie dürfen darauf aufmerksam machen das die Wohnung zu teuer bzw zu groß ist, und zahlen die tatsächlichen Kosten (was dann ziemlich viel wäre) nur noch für 6 Monate weiter wenn man keine andere Lösung findet (Untervermietung, Umzug etc), aber das wollen wir hier ja nichtmal, wir wollen nur das haben was uns laut der angemessenen Mietobergrenze zusteht und das wären da diese 817€ die uns schon reichen würden. (die 119€ Ausbildungsgeld stecken da schon mit drin)
      Meine Mutter wollte ggf etwas ehrenamtliches zusätzlich machen, was ihr auch einen anrechnungenfreien Zuschuverdienst von 60€ pro Monat gewährt. Man darf auch mehr verdienen, aber dann muss man Steuern abtreten.

      Was ich aber sagen muss ist, das die von dem Ämtern berechneten Obergrenzen in einigen Städten absolut unrealistisch sind.
      Ich habe gelesen das in Berlin auch nur sehr geringe Mietobergrenzen gelten obwohl berlin ähnlich wie München Probleme mit extrem hohen Mietspiegeln hat.
      In Nürnberg ist die Lage nicht so extrem verschärft, aber dennoch nicht realitätskonform.
      Das Gesetz besagt, das sich die Sozialämter an den unteren Mietspiegeln, jedoch nicht den untersten Mietspiegeln für die Mietobergrenze für Berechnung von Sozialgeldern zu richten hat.
      Die Stadt Nürnberg tut das nicht.
      Der Mietspiegel in Nürnberg liegt bei fast 9€ bis über 12€ pro m² was auch abhängig von der Lage ist.
      Das bedeutet, das Nürnberg seine pro m² Rechnung bei ca 9€-nochwas oder 10€ anlegen müsste. Das tun sie aber nicht, sie liegen darunter und zwar ziemlich weit.
      Das gesetz wieviel einem Bürger an Wohngröße zusteht ist ebenfalls festgelegt. Eine Person die Grundsicherung bezieht, wird 50m² zugestanden, aber nur ca 450€ an Miete inkl. Nebenkosten. Das ist unrealistisch und entspricht nicht dem Mietspiegel der Stadt. Die meisten Wohnung liegen bereits kalt ohne Nebenkosten in diesem Preissegment oder sogar darüber.
      Bei einem 2-Personenhaushalt wird einem nur 546€ wie oben erwähnt zugestanden. Auch das ist extrem unrealistisch, weil ein haushalt mit 2 Personen nicht immer aus einem Ehepaar besteht sondern auch Mutter mit Kind, eine 2er-WG von Erwachsenen oder wie bei mir 2 Erwachsenen wo einer behindert ist bestehen kann. Der zweiten Person wird nur 15m² zugestanden. Das könnte dann ein 3. Zimmer in der Wohnung sein, jedoch müsste die Wohnung dann nur 65m² groß sein. Die meisten 2-Raumwohnung sind so groß, jedoch können da nur Ehepaare drin wohnen, aber keine anderen Familienverbände oder WGs. 3-Raumwohnungen in dieser Größe sind viel zu klein, das 3. Zimmer ist als Schlafzimmer unbrauchbar weil zu eng, es würde höchstenfalls als Kinderzimmer für Klein und Kindergartenkinder reichen, oder als Arbeitszimmer, mehr aber auch nicht.
      Was zu dem noch hinzu kommt, ist die Vorstellung das in Nürnberg tatsächlich 3-raum wohnungen unter 546€ existieren sollen, weil die Nebenkosten müssen hier ja auch noch mit einbezogen werden.
      Nach kontinuierlicher Wohnungssuche im netz habe ich extrem viele Wohnungen gesehen und für uns waren durchaus einige ganz okay, jedoch traf keine dieser Wohnungen auf die von der Stadt Nürnberg erhobenen Kriterien was die Größe oder den preis betrifft, um voll von der Grundsicherung übernommen zu werden.
      Das ist einfach unrealistisch.
      Die meisten der Wohnungen von ca 70-80m² waren vom preis her bei 700-800€, und hatten 3 Räume, manche hatten sogar nur 2 Räume, von denen eine art Wohnküche nicht als Raum gezählt wurde, also 2 Schlafzimmer + Wohnküche wo der Wohnraum groß genug für ein Wohnzimmer und esszimmermobiliar ausreichte.
      Das wäre für uns auch noch okay gewesen, jedoch wäre das für die Berechnung für die Mietkosten der Grundsicherung schon wieder zu teuer gewesen.
      In all diesen Fällen, (und ich denke es gibt da noch tausende anderer Städte), wäre sowas eigentlich eine Sammelklage wert damit hier die Städte gezwungen werden den Gesetzen nach angemessen ihre Mietsätze anzugleichen.
      Wir haben jetzt nicht vor für ewig in dieser recht teuren Wohnung zu wohnen, es kann sein das wir in 2 Jahren schon wieder ausziehen weil wir was günstigeres in einer näheren Lage zu meiner Arbeit gefunden haben. Ich wage das aber zu bezweifeln. Wir haben ja auch einige Wohnungen kontaktiert die günstiger und kleiner waren, hier aber garkeine Rückmeldungen erhalten.

      Jetzt wird es erstmal so weitergehen, das wir nächste Woche einen neuen Grundsicherungsantrag von Nürnberg bekommen werden, und auch den Mietvertrag für die neue Wohnung.
      Die Vermieterin wollte sich eigentlich auch diese Woche melden um mal vorbeizukommen um sich die alte Wohnung anzusehen, damit sie entscheiden kann was sie machen wollen und was so bleiben kann wie es ist.
      Ausgemistet haben wir auch schon einiges.
      Die Werkstätten wollen sich untereinander austauschen, damit es einen reibungslosen Übergang geben kann.
      Wenn ich in den Arbeitsbereich der Werkstatt wechsel, müsste ich auch etwas mehr Geld haben, weil das Geld höher liegt als das Ausbildungsgeld, und das was man da an die Grundsicherung abgeben muss ist auch nicht viel.
      Dann wollen wir demnächst den Umzugsmann den wir auch persönlich kennen kontaktieren.

      Das sind jetzt erstmal die nächsten Schritte.
      Eine Liste machen mit allem was ab und umgemeldet werden muss, will ich auch noch machen.
      Wir müssen neue Bankkonten eröffnen.
      Ich hatte da an die VR-bank gedacht, die ist in Nürnberg gut vertreten und die Konditionen sind auch okay. Es wäre sogar günstiger als unsere jetzigen Konten.
      Ich hatte erst die PSDBank im Auge, aber die scheint nur eine Filiale zu haben in Nürnberg. Santander gibt es 2x dort aber ich finde die Konditionen nicht so übersichtlich, es wird nur angegeben das das Konto selbst kostenlos ist, aber wieviel eine Überweisung etc kostet steht da nicht.
      Das finde ich nicht so praktisch und leicht verständlich.
      Andere kleinere Banken haben da oft irgendwelche anderen Vorgaben, wie das man sich bereiterklären muss nur bestimmte Transaktionen mit ethisch einwandfreien Gründen zu tätigen oder sowas. Da ich öfter auch mal was als Pelz kaufe, die Bank sich aber in ihren Ethikvereinbarungen gegen Pelze auspricht, würden die sowas vermutlich missbilligen.
      Bei einer anderen wird gesagt das man sich aussuchen soll für welche wohltätigen Zwecke die Einlagen verwenden werden oder sowas.
      Ich habe ja nichts dagegen, das eine Bank sich mit dem arbeitenden Geld auch für Wohltätigkeit einsetzt, aber ich möchte nicht ständig zu Einlagen gedrängt werden, da wir an sowas garkein interesse bzw bedarf haben, wir brauchen ja nur einfache Konten zum überweisen und für Lastschriftverkehr.