Mein Autismus Tagebuch - von Regenbogenwusli/Stan

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • @RegenbogenWusli
      Das klingt gut. Somit bist du einen Schritt weiter in Richtung Grundsicherung und Zulassung für die Werkstatt. Ich finde es unglaublich, wie lange sich das alles hinzieht und meine Hochachtung, dass du das alles durchhältst. Ich wäre vermutlich verrückt geworden. Ich denke, dass mit der Entscheidung von heute (bzw. diesem Bericht) die Weichen aber gestellt sind und es jetzt ziemlich sicher ist, dass du an deinem Ziel möglichst bald ankommen wirst.
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich denke, dass mit der Entscheidung von heute (bzw. diesem Bericht) die Weichen aber gestellt sind und es jetzt ziemlich sicher ist, dass du an deinem Ziel möglichst bald ankommen wirst.
      Ja das denke ich auch, ich habe die auch extra nochmal gefragt ob deren Entscheidung dann von der Reha-frau auch so angenommen wird, also das die nicht doch noch auf andere Ideen kommt, aber sowas scheint nicht zu passieren, sie haben mir gesagt das es so sein wird.
    • Mittwoch 11. März 2020

      Eben hatte die Reha-frau von der Agentur für Arbeit angerufen und mir nochmal bestätigt, das ich in eine WfbM kann.
      Ich hatte ja gedacht das man mir wieder so eine Einladung schickt wo ich dann zu ihr komme und sie mir Vorschläge macht in welche Werkstätten ich am besten gehen könnte.
      Das sieht aber eher so aus als wolle sie das ich jede einzelne abklappere bzw anrufe und so weiter. Das Problem ist, viele davon sind für mich wegen den Schwerpunkten ungeeignet oder zu schlecht mit den ÖpnV erreichbar.
      Sie meinte aber das die in Kupferdreh (die einzige die meinem Wohnort am nächsten ist) was für mich sein könnte und ich mich innerhalb der nächsten 3 Wochen mit denen in Verbindung setzen soll und da mal mir die Tätigkeitsfelder anschauen soll.

      Sie sagte aber auch das ich garkeine Grundsicherung bekommen würde.
      Das verstehe ich nicht wirklich.
      1. scheint Grundsicherung eine art Vorraussetzung für die WfbM zu sein, sie sprach aber nur von ALGII, aber das käme für mich doch eigentlich garnicht in Frage weil nicht für den 1. Arbeitsmarkt geeignet?
      Und 2. sagte sie etwas von einem Ausbildungsgeld von ca 170€ im Monat.
      Versichert wäre ich über die, ich muss also meine KV nicht mehr selber bezahlen, aber merkwürdig finde ich das schon. Sie meinte aber ich würde das erstmal 3 Monate haben, das sei der Übergangsbereich und dann in den Berufsbildungsbereich (BBB) kommen. Bekommt man dann erst die Grundsicherung? Ich bin verwirrt.
    • Vielleicht hilft dir das weiter:
      bagwfbm.de/article/3622

      lebenshilfe-nrw.de/de/aktuelle…ngsbereich.php?listLink=1

      gesetze-bayern.de/Content/Docu…AutoDetectCookieSupport=1

      Wenn es klappt mit der WfbM und der Aufnahmetermin feststeht, könntest du den Antrag auf Grundsicherung mal stellen und sehen, was dabei herauskommt. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Urteilen, die für Grundsicherung entschieden haben.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Lex wrote:

      Was mich z. B. betrifft, so ist meine Reizempfindlichkeit im Laufe der Jahre gestiegen, nicht gesunken, obwohl ich Jahre Zeit hatte mich an alles Mögliche zu "gewöhnen".
      So ist es bei mir leider auch... Dinge die mich in der Kindheit nicht oder nur wenig störten, bringen mich heute auf die Palme. (RW)
      Wenn man auf eine Party geht, gibt es immer ein Risiko.
    • Shenya wrote:

      Wenn es klappt mit der WfbM und der Aufnahmetermin feststeht, könntest du den Antrag auf Grundsicherung mal stellen und sehen, was dabei herauskommt. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Urteilen, die für Grundsicherung entschieden haben.
      Dannke für all die Links.

      Es scheint so, als wären die auf dem Stand von 2019, falls sich da nichts verändert hat.
      Dort wird beschrieben das menschen die noch nicht fest in der WfbM arbeiten sondern nur im Eingangsverfahren (3 Monate) sind bzw BBB (der dauert glaube ich 2 Jahre) keinen Anspruch auf Grundsicherung haben.
      Soviel dazu-
      (Stattdessen könne man laut meiner Reha-frau ALGII bekommen (macht das überhaupt sinn wenn man in der WfbM arbeitet? Was soll das?) oder laut dem Link kann man auch Sozialgeld oder Hilfe zum Lebensunterhalt bekommen, was auch immer das sein soll, habe das vorher noch nie gehört)

      Ich hatte vor wenigen Wochen selbst auch mal im Internet gegooglet zum Thema Grundsicherung + Behindertenwerkstatt und fand das hier:
      lebenshilfe.de/informieren/arb…dw1FnyNxPMWxoCoKUQAvD_BwE


      Wer kann Grundsicherung erhalten?



      Menschen mit dauerhafter voller Erwerbsminderung (wer stellt das geltend fest?)

      In meinem Fall war ich bei der Dia-am die das festgestellt hat, aber die Sozialämter scheinen nur die Überprüfungen durch die Rentenämter bzw Rentenversicherungen oder so gelten zu lassen, zu denen man mich aber nie geschickt hat?


      Menschen, die im Eingangs- oder Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) oder bei einem anderen Leistungsanbieter beschäftigt sind (gesetzliche Klarstellung durch Angehörigen-Entlastungsgesetz).

      Das widerspricht den Links die du mir gegeben hast, hat sich da gesetzlich was inzwischen geändert? Das ist ja genau das wo ich hin soll/will, also verstehe ich die Frau vom Amt nicht.


      Außerdem müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:


      • Ihr gewöhnlicher Aufenthaltsort muss in Deutschland sein. (ist bei mir der Fall)
      • Sie dürfen nicht genug Einkommen/Vermögen haben, um den notwendigen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten (Bedürftigkeit). (ist bei mir auch der Fall, siehe weiteres unten)
      • Es muss ein Antrag beim Sozialamt gestellt werden. (habe ich noch nicht gemacht, ich dachte das mache ich mit der Reha-frau zusammen?)



      Klarstellung: Grundsicherung für Menschen im Eingangs- und Berufsbildungsbereich einer WfbM oder einem anderen Leistungsanbieter

      Auch Menschen, die im Eingangs- oder Berufsbildungsbereich einer Werkstatt oder eines anderen Leistungsanbieters beschäftigt sind, können einen Anspruch auf Grundsicherung haben. Das stellte das Angehörigen-Entlastungsgesetz vom 10. Dezember 2019 nun klar.

      (scheinbar geht es nun doch, die dürfen das nicht mehr einfach ablehnen, jedenfalls nicht aus diesem Grund, es kann ja auch andere Gründe geben)



      Welche Rolle spielt das eigene Einkommen oder das der Eltern?



      (das eigene Einkommen lasse ich mal weg, denn das erhalte ich eh nicht bzw habe keines.)


      Das Einkommen der Eltern:


      Der Anspruch auf Grundsicherung ist neuerdings unabhängig vom Einkommen der Eltern. Bisher entfiel der Anspruch ab einem bestimmten Einkommen der Eltern, aber das ist jetzt nicht mehr so. (soll heißen, wenn ich bei meiner Mutter lebe und das tue ich ja seit jeher, und sie zB 2000€ im Monat bekommt durch eigene Rente und Arbeit, dürfen die mir die Grundsicherung wegen ihrem Verdienst nicht verweigern)


      Ab einem bestimmten Verdienst müssen die Eltern seit 01.01.2020 nun jedoch einen monatlichen Betrag in Höhe von 26,49 Euro für die Grundsicherungs-Leistung für ihr erwachsenes Kind zahlen. Genauer gesagt: Verdient ein Elternteil mehr als 100.000 Euro jährlich, dann muss monatlich ein Betrag in Höhe von 26,49 Euro an das Sozialamt überwiesen werden.

      (das ist bei meiner Mutter eh nicht der Fall)


      Wichtig zu wissen: Entscheidend ist das Einkommen eines Elternteils. (ich habe eh nur meine Mutter, sonst keinen anderen Elternteil mehr)


      Die anderen Dinge habe ich mal weggelassen da sie auf mich nicht zutreffen, ich habe keine 5000€, meine Mutter auch nicht, wir haben nur das geld für den Umzug was aber weniger als das ist.
    • Also, die Frau vom EUTB hatte heute zurück geschrieben und mir nochmal eine aktuelle Broschüre über dieses 12. Sozialgesetzbuch oder wie das heißt per email geschickt und nochmal ertwas erklärt wie das jetzt ist.
      Es ist so wie ich das auch verstanden habe, dadurch das die Leute wohl in den letzten jahren verstärkt geklagt haben und auch gewonnen haben, wurde das Gesetz geändert, und ist seit anfang 2020 gültig, das man auch im Eingangsverfahren etc schon Grundsicherung erhalten kann, wenn man sonst keine anderen Einkünfte, Erbe oder Vermögen besitzt und noch bei den Eltern lebt.
      Sie sagte mir auch das nichts dagegen spricht, es zu beantragen, wenn ich in eine WfbM aufgenommen wurde. Die die ich angeschrieben habe, haben sich noch nicht gemeldet.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Dort wird beschrieben das menschen die noch nicht fest in der WfbM arbeiten sondern nur im Eingangsverfahren (3 Monate) sind bzw BBB (der dauert glaube ich 2 Jahre) keinen Anspruch auf Grundsicherung haben.
      Eigentlich steht das nicht in den links, sondern dass mehrere Klagen auf Grundsicherung Erfolg hatten.

      RegenbogenWusli wrote:

      Auch Menschen, die im Eingangs- oder Berufsbildungsbereich einer Werkstatt oder eines anderen Leistungsanbieters beschäftigt sind, können einen Anspruch auf Grundsicherung haben. Das stellte das Angehörigen-Entlastungsgesetz vom 10. Dezember 2019 nun klar.
      Das spricht ja auch dafür.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Eigentlich steht das nicht in den links, sondern dass mehrere Klagen auf Grundsicherung Erfolg hatten.
      In den Klagen ging es aber darum. Diese Leute befanden sich noch im Eingangsverfahren und damit haben die Ämter versucht die Klage abzuschmettern, also das war die Begründung dafür für die die Grundsicherung abzulehnen. Die Gerichte haben aber dann dagegen entschieden und den Leuten die Grundsicherung gewährt.
    • Ich kann den obrigen Beitrag nicht mehr bearbeiten, aber ich möchte nochmal aus deinen Links zitieren, um es zu vereinfachen was ich meine:

      Der Fall aus NRW:

      https://www.bagwfbm.de/article/3622 wrote:

      Gemeinsam mit der Lebenshilfe hat eine Teilnehmerin des Berufsbildungsbereiches einer Werkstatt die Auszahlung der Grundsicherungsleistung bei Erwerbsminderung vor dem Sozialgericht Detmold erstritten.
      Der Berufsbildungsbereich ist das was man 2 Jahre in der Werkstatt macht, bevor die dann sagen "Ja der kann für immer in die Werkstatt" oder "Nein, der möchte auf den 1. Arbeitsmarkt zurück und wäre nun bereit dafür".


      https://www.bagwfbm.de/article/3622 wrote:

      Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ging davon aus, dass für die Teilnehmer im Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich grundsätzlich kein Anspruch auf Grundsicherung bei Erwerbsminderung besteht.
      Das war deren Begründung die Anträge abzulehnen, wogegen die Menschen geklagt haben, und dann auch Recht bekommen haben.

      Der Fall aus Bayern:

      https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2019-N-14929?hl=true&AspxAutoDetectCookieSupport=1 wrote:

      Seit dem 04.09.2017 erhält sie von der Agentur für Arbeit A-Stadt ein monatliches Ausbildungsgeld (in Höhe von 67,- € für die Zeit vom 04.09.2017 bis 03.09.2018 sowie 80,- € für die Zeit vom 04.09.2018 bis 03.12.2019), weil sie an einer beruflichen Rehabilitation im Eingangsverfahren/Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) teilnimmt.
      Die Person in Bayern war auch noch nicht seir über 2 Jahren dort und befand sich eben auch hier in diesem "Eingangsbereich der bis zu 2 Jahre dauert.

      Es ist halt leider so, das den jeder durchlaufen muss, der in die Werkstatt kommt.
      Man wird vermutlich zwinschendurch gefragt ob man sich vorstellen kann irgendwas anderes mal in einer anderen Firma zu machen oder was auch immer. Die betonen ja immer wieder das die versuchen möchten, die behinderten Menschen oder auch Menschen mit längeren Krankheiten die aber auch kurierbar sind, wieder in den 1. Arbeitsmarkt zu integrieren.
      Bei Menschen mit bleibenden Behinderungen ist das sicher weitaus schwerer bis unmöglich und von denen sind vermutlich mehr in den Werkstätten als von denen die psychische aber heilbare Krankheiten haben (wenn die überhaupt dort landen).

      Ich wollte nur nochmal klar machen, das sich die Kläger alle im Eingangsbereich befanden und das die Ämter die Grundsicherung bei denen nur aus diesem Grund abgelehnt haben.

      Argument vom BAMS wrote:

      Das Durchlaufen des Eingangs- und Berufsbildungsbereichs diene der Feststellung, ob die betroffene Person auf Dauer wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein könne, so dass erst nach Durchlaufen des Berufsbildungsbereichs der Fachausschuss der WfbM entscheide, ob eine dauerhafte Erwerbsminderung vorliege
      Meine Meinung dazu:
      Ich habe sowas im Grunde schon in der Dia-am durchlaufen. Wenn ich jetzt nochmal sowas mit den exakt gleichen Ziel in einer Werkstatt im Eingangsverfahren durchlaufe, ist das quasi "doppelt-gemoppelt" und komplett bescheuert, sogar Zeitverschwändung. Man hätte auch sagen können das das was ich in der Dia-am gemacht habe so ziemlich sinnlos war, wenn man den gleichen Quasch in eben diesen Eingangsverfahren macht, die ebenfalls 3 Monate dauern wie die Dia-am.
      Fällt einem da etwas auf?
      Mir fällt auf, das man quasi ohne Geld zu bekommen und ohne eine vernünftige finanzielle Absicherung von einer Maßnahme in die nächste geschickt wird. Ob das eine art Taktik ist weiß ich nicht, ich sehe jedenfalls keinen Sinn für die Betroffenen darin, außer sie zu verwirren, mürbe zu machen und ihnen das Gefühl zu geben kein wirkliches Ziel vor Augen zu haben, und genau das letztere ist für den persönlichen Sinn sehr zerstörend.
    • Man kann nicht 2 Jahre von 170 Euro im Movat keven. Also sollten sie zumindest bedingungdlos aufstockendes Hartz4 bekommen. Bedingungslos heißt ohne Bewerbungsbemühungen oder Vermittlungsvorschläge.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Man kann nicht 2 Jahre von 170 Euro im Movat keven. Also sollten sie zumindest bedingungdlos aufstockendes Hartz4 bekommen. Bedingungslos heißt ohne Bewerbungsbemühungen oder Vermittlungsvorschläge.
      Ja das ist wahr.

      Ich vermute das der ein oder andere auch sowas bekommt, bevor er als erwerbsunfähig eingestuft wird. Die zahlen dann vermutlich auch munter weiter wenn man da einmal drinn hängt.
      (Man merke an: HarzIV ist offiziell eigentlich ALGII was vorraussetzt das man auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeiten will/kann)
      Das was du da ansprichst, könnte also nach wie vor noch passieren, das Leute die dann in die Werkstatt gehen, sind gleichzeitig auf dem 1. Arbeitsmarkt weiter umschauen müssen, aber ich kennen einen derartigen Fall nicht.
      Eigentlich müssten die Leute die in die Werkstatt kommen, generell aus dem ALGII raus fliegen weil bevor man in die Werkstatt darf, MUSS erstmal eine Arbeitsunfähigkeit vorliegen, vorher kann man dort garnicht anfangen.
      Ich selber habe sowas aber nie schriftlich bekommen. Was ich habe, ist das Ergebnis aus der Dia-am wo das im grunde nochmal bestätigt wurde.
      Sonst habe ich nichts, außer dem Anruf der Reha-frau die sagte, ich solle mich jetzt bei den Werkstätten melden wegen Besichtigungstermin und so weiter.
      Ich denke das würde sie mir nicht so sagen, wenn ich keine Arbeitsunfähigkeit hätte.

      Ich versuche mal über google etwas zu dem Thema zu finden, vielleicht gibt es Leute die darüber berichtet haben, aber wie gesagt, seit 2020 sollte keiner mehr HarzIV bekommen müssen, obwohl er in eine Werkstatt darf.
    • Ich habe hier einen Text der Agentur für Arbeit gefunden die von Dezember 2019 ist, also noch recht neu. Ich weiß nicht ob sich da nochmal was geändert hat.

      arbeitsagentur.de/datei/dok_ba015898.pdf

      Laut meinem verständnis würde jemand der vom Amt als erwerbsunfähig eingestuft wurde, kein ALGII bekommen.
      Würde man das beantragen, würden sie den Antrag wegen eben dieser Sache ablehnen.
      Aber da ich das was da steht selber kaum verstehe, kann ich das nicht selber so bestätigen.

      Fachliche Weisungen § 8 SGB IIWesentliche Änderungen BA Zentrale GR 11 Seite 1 Stand: 03.12.2019 Wesentliche ÄnderungenFassung vom 03.12.2019


      Agentur für Arbeit wrote:

      zum 01.01.2020 sind u. a. Personen, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen bzw. bei einem anderen Leis-tungsanbieter tätig sind, nicht mehr leistungsberechtigt im SGB II.
      Ab Seite 7 wäre es interesannter.
      Ich finde das ganze aber extremst schwer zu verstehen.

      Im Grunde finde ich aber sonst nichts dazu. Ich vermute das liegt daran das es nicht so ist das Menschen dann immernoch ALGII bekommen, nachdem sie in die Werkstatt gengangen sind.
    • Ich habe nie begriffen, wie der Lebensunterhalt von Menschen bestritten wird, die in einer WFBM arbeiten. Es gibt dieses ominöse "Taschengeld" von 170€,
      aber davon kann man nicht leben.

      Gibt es da weitere Förderungen? Muss/kann ich in de WFBM essen, das heißt keine Kosten für Lebensmittel? Wohnungskosten?
    • Lex wrote:

      Ich meine üblicherwweise kriegen sie schon Alg II oder was in der Richtung.
      Wenn ich irgendwann mal in einer arbeite, werde ich mal versuchen mit den Leuten da zu reden.

      Zu dem was ich aus der Theorie darüber bislang gelesen habe, hatten viele vorher wohl ALGII aber das wäre damals also vor 2020 nur bis zu den 20 Jahren gelaufen, wo man noch im Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich war (da haben ja Leute deswegen auch geklagt). Erst nach diesen 2 Jahren, wenn die Werkstatt ihren Stempel "Nicht mehr für den 1. Arbeitsmarkt geeignet" gegeben hat und die Leute fest übernommt hat, hätten sie Grundsicherung beantragen können. Das ändert sich aber jetzt mit 2020, siehe oben die ganzen links.

      ALGII ist meines Erachtens für Menschen in einer Werkstatt nicht vorgesehen, wenn klar ist, das sie nicht mehr auf den 1. allgemeinen Arbeitsmarkt zurück können.
      AlgII kann ggf noch weiter gezahlt werden, solange das nicht klar ist.

      Ich persönlich halte von AlgII nichts, weil man obwohl man arbeiten (in der Werkstatt) nicht in die Rentenkasse einzahlt, keine Steuern zahlt (so weit ich mein) und damit dann auch nie die volle Mindest-rente bekommen kann. Bei ALGII werden auch die Angehörigen anders behandelt, man wird behandelt wie die Leute die eben nicht arbeiten obwohl man ja arbeitet (in der Werkstatt), das Konzept passt garnicht zusammen und Bedarfsgemeinschaften (also Leute die zusammen in einem Haus wohnen) werden hier auch anders behandelt als in der Grundsicherung.
      Ich hatte mal ALGII bekommen, als ich mit der Schule fertig war und da wollten sie uns aus unserer Wohnung raus drängen weil die für 2 Leute mit 3 Zimmern aber um die 80m² angeblich zu groß wäre. Es sind eben nicht alle Wohnung im Plattenbaustil gefertigt wo man nur so ein Minibad oder Miniküche hat :m(: dabei war unsere Wohnung nichtmal über dem Preis was sie für 2 Leute als angemessen gesehen haben.
      Ich musste ständig zu diesem Amt, mehrmals in der Woche wegen irgendwelchen Besprechungen und Maßnahmen in die ich geschickt wurde oder wo ich hin sollte, zugleich sollte ich mich an Stellen bewerben die sie mir rausgesucht hat und noch zusätzlich was suchen. Wie soll ich sowas machen wenn ich in einer Werkstatt schon in Vollzeit arbeite?
      Da ich und meine Mutter zusammen wohnten, bekamen wir auch nicht das volle Geld sondern nur einen Bruchteil weil meine Mutter ja arbeitete (in Vollzeit), aber die haben uns für eine Weile die Wohnung bezahlt, bis sie nach ca einem halben jahr meinten die wäre zu groß...
      Bei der Grundsicherung ist das anders, wenn man als behinderter Mensch selbst kein Einkommen hat, sondern in der Werkstatt arbeitet, und noch bei den Eltern wohnt.
      Das was die Eltern verdienen ist egal, man bekommt trotzdem den vollen Betrag und in was für einem Haus die wohnen ist auch egal, es wird als Eigentum der Eltern angesehen.
      Man zahlt Steuern und auch in die Rentenkasse ein. Krankenversichert ist man wie bei ALGII ja sowiso.
      Vorraussetzung für Grundsicherung ist die volle und unbefristete Erwerbsunfähigkeit.
      Diese braucht man auch um überhaupt in eine Werkstatt zu dürfen.

      Wikipedia wrote:

      Aufnahmevoraussetzung ist die Bescheinigung, dass bei denjenigen, die in einer WfbM beschäftigt werden sollen, eine Erwerbsminderung bzw. eine Erwerbsunfähigkeit vorliegt, so dass sie weniger als drei Stunden täglich am allgemeinen Arbeitsmarkt teilnehmen können.
      Das habe ich auch auf einer anderen Seite gelesen aber diese habe ich so schnell nicht wiedergefunden.


      Wikipedia wrote:

      Ein Vorteil im Vergleich zu nicht behinderten Arbeitnehmern im Niedriglohnsektor ergibt sich daraus, dass Senioren, die jahrzehntelang in einer WfbM beschäftigt waren, trotz ihres sehr geringen früheren Einkommens eine Rente nach § 43 Abs. 6 SGB VI erhalten. Diese Rente errechnet sich auf der Grundlage des monatlichen durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommens in Deutschland.
      Das muss sicher jeder für sich selbst entscheiden, aber wenn man selber weiß, das man auf dem 1. Arbeitsmarkt keinen "gescheiten" Job bekommen kann, sondern sich nur von einem 1€-job oder Minijob zum nächsten hangelt, will ich nicht wissen wie da die Rente mal aussehen wird, was man ja heute bei vielen Nichtbehinderten der Fall ist, die nur 400-600€ Rente bekommen. Da frage ich mich auch, warum bekommen die nicht wenigstens eine Grundrente? Egal, ist nicht mein Bier (RW) weil es mich nicht selbst betrifft und ich keine Kraft oder Zeit habe für andere darum zu kämpfen.


      Wikipedia wrote:

      Zu den üblichen Leistungen gehört auch die Sicherstellung der Beförderung zur Werkstatt und ein Mittagessen.
      Zur Beförderung bin ich mir unklar, mir hat kein Mensch angeboten oder nahegelegt das ich dort hingebracht werden kann, aber das mit dem Essen ist wohl generell immer so.
      Man muss trotzdem auch schauen das man eigenes Geld für Essen hat, also zuhause, da man in der Werkstatt nicht rundum versorgt wird aber es gibt wenigstens einmal am Tag was warmes zu essen und das ist doch gut finde ich, das habe ich hier momentan nichtmal jeden tag.