Mein Autismus Tagebuch - von Regenbogenwusli/Stan

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    • @RegenbogenWusli

      Ah okay, dann hatte ich das ja gut abgeschätzt mit dem Maßnahmenende. Insgesamt klingt es ja gut, dass man auf deine Hinweise eingeht und nun in Erwägung zieht, dass du in eine Werkstatt darfst. Ganz verstanden habe ich allerdings den Hinweis nicht, dass du ja schon arbeiten könntest. Im Abschlussbericht müssen die ja dann definitiv reinschreiben, dass du nicht arbeitsfähig bist (also nur unter 3h täglich), damit du in die Werkstatt kannst und auch Grundsicherung bekommst. Ich hoffe, dass sie das dann auch tun werden.

      Ich finde es auf jeden Fall gut, dass deine Mutter dann mit zum Gespräch kommt. Dass die Dame vom Reha-Bereich des Arbeitsamtes auch dabei ist, finde ich auch vorteilhaft. Denn sie entscheidet ja offenbar dann am Ende, ob du der Werkstatt zugewiesen wirst. Nimmst du vorher schonmal Kontakt mit ihr auf oder lässt du dich dann am Abschlussgespräch überraschen, was der Träger mit ihr besprochen hat? Ich denke mal, dass die sich schon vor dem Gespräch austauschen werden.
      Vielleicht wäre es hilfreich, wenn du noch jemanden mitnehmen könntest, der sich mit dem Rechtlichen auskennt, aber ich hoffe, dass die Dame vom Arbeitsamt das dann hinbekommt. Wenn sie bestimmte Dinge nicht weiß, könnte man evtl. nachhaken und fragen, wie man es hinbekommen könnte, das in Erfahrung zu bringen.
      Es wäre fatal, wenn sie dich einfach als arbeitsfähig erklärt, weil sie vielleicht nicht weiß, wie man das anders abwickeln kann.

      Ich denke, dass es bei dem Gespräch ganz wichtig ist, dass du betonst, dass du wieder krankenversichert werden musst und du dich in der Grundsicherung siehst und dafür die Eintschätzung "nicht arbeitsfähig" brauchst. Ich hoffe, dass die dort kapiert haben, dass dich ein Einsortieren in HartzIV (arbeitsfähig) überfordern würde. Aber offenbar scheint es ja auch nicht so gut zu funktionieren, wenn man sehr auf seiner Meinung beharrt, weil dann meist das Gegenteil davon gemacht wird.
      Mit der Reha-Frau stehst du doch ganz gut, oder? Ich drücke dir die Daumen, dass bei dem Gespräch dann mit ihrer Hilfe alles in die Wege geleitet wird, so dass du die Grundsicherung bekommst und dann in die Werkstatt darfst.

      Wenn das alles läuft, ist es mit Sicherheit sehr viel einfacher, dann in einer anderen Stadt auch wieder in diese Konstellation (GruSi + Werkstatt) zu wechseln, weil dann ja schon festgestellt wurde, dass du arbeitsunfähig bist.

      Ich bin insgesamt trotzdem schockiert darüber, wie das in Essen (?) abläuft. Wie kann das denn z. B. sein, dass sich die vom Autismuszentrum überhaupt nicht um die Dinge kümmern, obwohl die doch merken müssten, dass du das selbst nicht hinbekommt. Die ziehen sich wohl einfach darauf zurück, dass nun das mit der Arbeitsfähigkeit geklärt werden muss, obwohl man auch völlig unabhängig davon eine Therapie übernommen bekommen kann (ich bin ja auch nicht in der Grundsicherung und bekomme die Autismustherapie vom Sozialamt bezahlt). Einfach aufgrund der Tatsache, dass ich die Diagnose und den Schwerbehindertenausweis habe.

      Vielleicht kann ja die Autismustherapie dann angegangen werden, wenn du weißt, ob du nun als erwerbsunfähig erklärt wirst und in die Werkstatt kannst, aber vermutlich ist die Therapie mit Werkstatt dann auch nicht mehr zu vereinbaren. Ich kann verstehen, wenn man dann irgendwann kein Interesse mehr hat, die Therapie zu machen.
    • FruchtigBunt wrote:

      Ganz verstanden habe ich allerdings den Hinweis nicht, dass du ja schon arbeiten könntest. Im Abschlussbericht müssen die ja dann definitiv reinschreiben, dass du nicht arbeitsfähig bist (also nur unter 3h täglich), damit du in die Werkstatt kannst und auch Grundsicherung bekommst. Ich hoffe, dass sie das dann auch tun werden.
      Ja das geht mir auch so.
      Ich glaube diese Sache mit den 3h täglich ist nur eine Floskel. Es gibt genug behinderte Menschen die durchaus mehr als 3 Stunden am Tag belastbar sind, aber auf Grund der Behinderung eben keinen Job finden, was in solchen tests offensichtlich wird, oder manchmal auch schon ohne diese tests erkennbar ist, dennoch können sie bestimmte Tätigkeiten körperlich oder psychisch aushalten, es will sie auf Grund der anderen Einschränkungen nur keiner haben. Ich sag das jetzt mal so knallhart aber so ist das. Wie soll man das sonst "schön verpacken" oder in eine art beschreibung packen, damit man den Stempel für Unterstützung bekommt?
      Es ist ja offensichtlich das man will aber nicht kann. So ähnlich hatte sie sich auch ausgedrückt als ich mit ihr sprach, das der Wille da ist, aber es einfach nicht geht weil zu belastend.


      FruchtigBunt wrote:

      Nimmst du vorher schonmal Kontakt mit ihr auf oder lässt du dich dann am Abschlussgespräch überraschen, was der Träger mit ihr besprochen hat? Ich denke mal, dass die sich schon vor dem Gespräch austauschen werden.
      Für mich klang das ganze recht klar, es hörte sich nicht so an als würde alles noch in der Schwebe sein, darum sehe ich keinen Grund dafür vorher nochmal mit der SB vom Arbeitsamt zu sprechen. So weit ich weiß bekommt sie auch nur ein Empfehlungsschreiben von denen, keine ahnung was da drinn steht, aber ich denke schon das sie der Sache was die sagen auch vertraut und offen dafür ist, sonst hätte sie mir das nicht vorgeschlagen zu machen, wenn sie die Auswertungen nicht überzeugend finden würde.


      FruchtigBunt wrote:

      Vielleicht wäre es hilfreich, wenn du noch jemanden mitnehmen könntest, der sich mit dem Rechtlichen auskennt, aber ich hoffe, dass die Dame vom Arbeitsamt das dann hinbekommt. Wenn sie bestimmte Dinge nicht weiß, könnte man evtl. nachhaken und fragen, wie man es hinbekommen könnte, das in Erfahrung zu bringen.
      Es wäre fatal, wenn sie dich einfach als arbeitsfähig erklärt, weil sie vielleicht nicht weiß, wie man das anders abwickeln kann.
      Ich habe leider niemanden im Bekanntenkreis der sich da auskennt, und andere Leute kenne ich eh schonmal nicht.
      Außer meiner Mutter kenne ich ja niemanden persönlich.
      Ich denke aber nicht das die Frau vom Arbeitsamt das tun würde, es würde komplett gegen das sprechen was man mir in der Maßnahme sagte.
      Die schreiben ja nicht nur einen Satz sondern einen kompletten Bericht mit Begründungen, vermutlich auch nochmal aus psychologischer Sicht, weil ich dort auch von verschiedenen Psychologinnen beobachtet und betreut wurde (in den Aufgaben aber auch im Betrieb selbst) und die haben mich glaube ich zwar als willig aber recht unflexibel wargenommen.

      FruchtigBunt wrote:

      Ich denke, dass es bei dem Gespräch ganz wichtig ist, dass du betonst, dass du wieder krankenversichert werden musst und du dich in der Grundsicherung siehst und dafür die Eintschätzung "nicht arbeitsfähig" brauchst. Ich hoffe, dass die dort kapiert haben, dass dich ein Einsortieren in HartzIV (arbeitsfähig) überfordern würde. Aber offenbar scheint es ja auch nicht so gut zu funktionieren, wenn man sehr auf seiner Meinung beharrt, weil dann meist das Gegenteil davon gemacht wird.
      Mit der Reha-Frau stehst du doch ganz gut, oder? Ich drücke dir die Daumen, dass bei dem Gespräch dann mit ihrer Hilfe alles in die Wege geleitet wird, so dass du die Grundsicherung bekommst und dann in die Werkstatt darfst.
      Das sollte eigentlich schon funktionieren.
      So weit mir das die Betreuerin in der Maßnahme erklärte, ist die Grundsicherung Vorraussetzung für die Werkstatt. Man muss erst das genehmigt bekommen, bevor man in die Werkstatt überhaupt darf.
      Daher schließe ich das andere sowiso erstmal aus.
      Und für die Grundsicherung ist eben diese Arbeitsunfähigkeit erforderlich. Ich vermute mal das diese SB das weiß, die machst das ja nicht zum ersten mal.
      Ich habe die aber auch erst einmal getroffen. Sie ist halt eine SB, ich habe zu ihr weder positive noch negative Gefühle. Sie kam mir weder empatisch noch sympatisch rüber, eher sachlich and informativ orientiert. Sie hatte mir ja sehr viel erklärt wie das mit den kosten der Übernahme für die Werkstatt läuft, was so umfangreich war das ich nur die hälfte davon verstanden hab.

      FruchtigBunt wrote:

      Wenn das alles läuft, ist es mit Sicherheit sehr viel einfacher, dann in einer anderen Stadt auch wieder in diese Konstellation (GruSi + Werkstatt) zu wechseln, weil dann ja schon festgestellt wurde, dass du arbeitsunfähig bist.
      Ja eben, das sagten mir auch die Leute in der Maßnahme.


      FruchtigBunt wrote:

      Die ziehen sich wohl einfach darauf zurück, dass nun das mit der Arbeitsfähigkeit geklärt werden muss, obwohl man auch völlig unabhängig davon eine Therapie übernommen bekommen kann (ich bin ja auch nicht in der Grundsicherung und bekomme die Autismustherapie vom Sozialamt bezahlt). Einfach aufgrund der Tatsache, dass ich die Diagnose und den Schwerbehindertenausweis habe.
      Nein ich glaube es ging dem Sozialamt hier nur darum, das eventuell das Arbeitsamt das zuerst übernimmt. Sollten die sich weigern und sagen sie sind hier nicht zuständig, dann hätten sie es sicher anstandslos übernommen. Ich vermute einfach das die in dem ATZ den Wisch einfach falsch ausgefüllt haben oder sowas.
      Vielleicht haben die mehr Selbstzahler als Leute die das extra beantragen müssen, bzw mehr Kinder als Erwachsene, wo die Eltern das beantragen und daher die selbst wenig Erfahrung damit haben. Blöd ist es so oder so. Ich bin schon dankbar dafür das ich zu den Treffen gehen darf. Ich dachte nähmlich die wären nur für die Leute die dort auch in Therapie sind.


      FruchtigBunt wrote:

      Vielleicht kann ja die Autismustherapie dann angegangen werden, wenn du weißt, ob du nun als erwerbsunfähig erklärt wirst und in die Werkstatt kannst, aber vermutlich ist die Therapie mit Werkstatt dann auch nicht mehr zu vereinbaren. Ich kann verstehen, wenn man dann irgendwann kein Interesse mehr hat, die Therapie zu machen.
      Ja es wäre mir vermutlich zu ansträngend, oder ich müsste dann an dem Tag frei haben, was sicher machbar wäre, aber unerwünscht von seiten der Betreiber der Werkstatt, keine Ahnung.
      Eigentlich müssten die Verständniss für sowas haben.
    • Lex wrote:

      Ich dachte unter 4 Stunden reicht schon.
      Soweit ich weiß, ist die Abgrenzung bei 3h:
      < 3h pro Tag arbeitsfähig: voll erwerbsgemindert.
      3h bis 6h pro Tag arbeitsfähig: teilweise erwerbsgemindet (ob man damit in eine Werkstatt darf, weiß ich nicht)
      <6h pro Tag arbeitsfähig: voll erwerbsfähig.

      Nach diesen Kriterien wird 'sortiert', ob man in die Grundsicherung oder HartzIV kommt oder eine EU-Rente von der DRV erhält.

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    • regenbogenWusli wrote:

      Es gibt genug behinderte Menschen die durchaus mehr als 3 Stunden am Tag belastbar sind, aber auf Grund der Behinderung eben keinen Job finden, was in solchen tests offensichtlich wird, oder manchmal auch schon ohne diese tests erkennbar ist, dennoch können sie bestimmte Tätigkeiten körperlich oder psychisch aushalten, es will sie auf Grund der anderen Einschränkungen nur keiner haben. Ich sag das jetzt mal so knallhart aber so ist das. Wie soll man das sonst "schön verpacken" oder in eine art beschreibung packen, damit man den Stempel für Unterstützung bekommt?
      Wenn die Deutsche Rentenversicherung prüft, ob man z. B. eine Erwerbsunfähigkeitsrente bekommen kann (dafür muss man mindestens 5 Jahre eingezahlt haben, glaube ich), dann gibt es genau diesen Fall, wenn man zwischen 3 und 6h arbeiten kann und somit teilerwerbsfähig ist, aber keinen angemessenen Job findet, dass man dann trotzdem wie ein voll Erwerbsgeminderter eingestuft wird.

      Bei der Grundsicherung gibt es das aber meines Wissens nach nicht, so dass man, wenn man auf dem Papier mehr als 3h täglich arbeiten kann, auch nicht als voll erwerbsunfähig gilt und ich meine, dass man dann auch nicht in eine Werkstatt darf, aber da bin ich mir nicht sicher. Faktisch mag es so sein, dass man tageweise auch mal mehr als 3h durchhält oder vielleicht gibt es auch Leute, die sogar mehr durchhalten würden, aber die dann doch nicht vermittelbar sind. Ich finde, dass die Ämter das berücksichtigen sollten bei ihrer Einstufung, denn was bringt es jemandem, der auf dem Papier 3-6h arbeiten kann, aber immer wieder aus Jobs rausfliegt, weil er und die Arbeitgeber damit einfach überfordert sind. Vor allem wenn es der Wunsch der betroffenen Person ist, in einer Werkstatt zu arbeiten, finde ich, dass die Ämter da pragmatisch rangehen sollten. Vielleicht habe ich dich aber auch falsch verstanden in dem obigen Zitat. Ich bin mir gerade nicht ganz sicher.
      Ich dachte jedenfalls immer, dass es wichtig ist, was bei dieser Entscheidung über die Erwerbsfähigkeit herauskommt, weil danach entschieden wird, ob man Grundsicherung oder HartzIV bekommt und somit ja auch, wie es mit der weiteren Berufstätigkeit aussieht.


      RegenbogenWusli wrote:

      Für mich klang das ganze recht klar, es hörte sich nicht so an als würde alles noch in der Schwebe sein, darum sehe ich keinen Grund dafür vorher nochmal mit der SB vom Arbeitsamt zu sprechen.
      Ah okay, dann hatte ich den Hinweis falsch verstanden mit dem "dass du ja schon arbeiten könntest". Das klang für mich danach, als wollten sie dich nciht als erwerbsunfähig einstufen, aber wenn die Aussagen im Gespräch lauteten, dass du in die Werkstatt darfst und dein Gefühl das Gespräch auch so als stimmig erlebt hat, habe ich es missverstanden. Sorry.


      RegenbogenWusli wrote:

      Nein ich glaube es ging dem Sozialamt hier nur darum, das eventuell das Arbeitsamt das zuerst übernimmt. Sollten die sich weigern und sagen sie sind hier nicht zuständig, dann hätten sie es sicher anstandslos übernommen. Ich vermute einfach das die in dem ATZ den Wisch einfach falsch ausgefüllt haben oder sowas.
      Ach so, ja, das klingt logisch. Ich vermute auch, dass das ATZ nicht "Teilhabe am sozialen Leben" beantragt hat, sondern "Teilhabe am Arbeitsleben". Dann wäre es korrekt gewesen, dass erst zu prüfen ist, ob das Arbeitsamt das zahlt, weil für die Teilhabe am Arbeitsleben das Arbeitsamt bzw. DRV vorrangig zuständig sind. Das Sozialamt ist vorrangig für die soziale Teilhabe zuständig. Das ATZ hätte "soziale Teilhabe" beantragen müssen. Dann wäre das eigentlich vollkommen unabhängig vom Arbeitsamt und von einer Erwerbsfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit gewesen. Aber ich weiß ja auch nicht genau, was das ATZ beantragt hat. So würde es aber plausibel klingen.
      Eigentlich sollte das ATZ das wissen, aber ich habe hier auch die Erfahrung gemacht, dass sie auf so wichtige Dinge nicht geachtet haben.
      Solltest du nochmal irgendwann eine Autismustherapie beantragen wollen, würde ich konkret "Antrag auf soziale Teilhabe" schreiben.

      Was ist das für ein Treffen, wo du hingehen darst? Ist das eine Selbsthilfegruppe beim ATZ?
    • FruchtigBunt wrote:

      Wenn die Deutsche Rentenversicherung prüft, ob man z. B. eine Erwerbsunfähigkeitsrente bekommen kann (dafür muss man mindestens 5 Jahre eingezahlt haben, glaube ich), dann gibt es genau diesen Fall, wenn man zwischen 3 und 6h arbeiten kann und somit teilerwerbsfähig ist, aber keinen angemessenen Job findet, dass man dann trotzdem wie ein voll Erwerbsgeminderter eingestuft wird.
      Das kann sein. Das ist bei mir aber eh nicht gegeben, weil ich nie so lange eingezahlt habe. Ich würde dann entweder in die volle Erwerbsunfähigkeit fallen, weil EM-rente eh nicht gezahlt werden kann, oder in die Erwerbsfähigkeit die bei mir ja wegen der Behinderung nicht möglich ist.


      FruchtigBunt wrote:

      Ich finde, dass die Ämter das berücksichtigen sollten bei ihrer Einstufung, denn was bringt es jemandem, der auf dem Papier 3-6h arbeiten kann, aber immer wieder aus Jobs rausfliegt, weil er und die Arbeitgeber damit einfach überfordert sind. Vor allem wenn es der Wunsch der betroffenen Person ist, in einer Werkstatt zu arbeiten, finde ich, dass die Ämter da pragmatisch rangehen sollten.
      Wenn diese Personen eine nachgewiesene Behinderung haben, machenn die das sicherlich. Wie schon gesagt, ich halte das mit den 3h für eine Floskel, das haben sich Ämter vermutlich für überwiegend körperliche Arbeiten ausgedacht, wie belastbar der Körper ist, bei Krankheit.
      Wenn einer schon nach 3 Stunden so müde ist das er tot umfällt, ist er krank und kann nicht arbeiten, fertig.
      Das betrifftt aber nicht unbedingt den mit geistiger Behinderung, der durchaus vollzeit durchhält aber nur in bestimmten Tätigkeiten gut ist, die aber nur einen kleinen Teil an einem normalen wenn auch einfachen Arbeitsplatz abdecken, der würde dort überfordert sein, aber der kann dennoch den ganzen Tag arbeiten, wenn er das richtige tun könnte. Man kann ihm aber zB bei einem Job ggf nicht allein lassen weil er was vergisst, unkonzentriert ist oder mehr als nur eine Aufgabe hat. Ich vermute, hätte ich damals schon den SbA gehabt, hätte man mich gleich in die Werkstatt geschickt, es hätte mich nicht verwundert.
      Keiner würde mich in einer Wäscherei anstellen wenn ich mich vor schmutzwäsche ekel oder selber kotzen muss weil diese nach kotze stinkt, obwohl ich vorbildlich und ordentlich Wäsche falten kann aber nur zum falten stellt mich keiner ein. Das ist denke ich oft mein Problem, ich kann ggf ein paar Dinge einer art von Arbeitsfeld sehr gut, den rest nur so halbwegs oder sogar garnicht weil er mich überfordert. Und das ist selbst bei anspruchslosen schlecht bezahlten Tätigkeiten so.
      Das war auch immer ein problem bei mir. neben den sozialen Aspekten die ich eh schon mitbringe, ist das eines meiner Probleme, und ich denke darauf ist die heutige Jobwelt nicht vorbereitet.

      FruchtigBunt wrote:

      Das Sozialamt ist vorrangig für die soziale Teilhabe zuständig. Das ATZ hätte "soziale Teilhabe" beantragen müssen. Dann wäre das eigentlich vollkommen unabhängig vom Arbeitsamt und von einer Erwerbsfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit gewesen. Aber ich weiß ja auch nicht genau, was das ATZ beantragt hat. So würde es aber plausibel klingen.
      Ja das weiß ich eben leider auch nicht. In einem der Treffen legte man mir nur kurz den Wisch vor, ich sollte den unterschreiben, ich konnte den nicht mit der Person zusammen Punkt für Punkt durchgehen darum weiß ich nichtmal was es für Punkte gab zum ankreuzen oder was die da angekreuzt und eingetragen haben.


      FruchtigBunt wrote:

      Was ist das für ein Treffen, wo du hingehen darst? Ist das eine Selbsthilfegruppe beim ATZ?
      Ich weiß nicht genau was eine SHG ist. Es ist nur ein Angebot wo man hingehen kann, um mal mit anderen Menschen überhaupt Kontakt zu bekommen.
      Wir besprechen vorher immer worum es beim nächsten mal geht oder was wir machen wollen. Wir haben schon gegrillt, Ostereier bemalt oder Plätzchen gepacken aber auch über konkrete Themen geredet, einen Film geschaut und den dann besprochen, es sind quasi Diskussionsrunden mit Erfahrungsaustausch untereinander. Ich finde das sehr interesannt, man erfährt quasi immer wieder wie oft andere Leute die man garnicht kennt, ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Dort sind auch zwei Betreuer die nicht autistisch sind und das Gespräch quasi leiten und aufpassen, also bislang ist da noch keiner ausgerastet oder das irgendwas passiert ist.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich würde dann entweder in die volle Erwerbsunfähigkeit fallen, weil EM-rente eh nicht gezahlt werden kann, oder in die Erwerbsfähigkeit die bei mir ja wegen der Behinderung nicht möglich ist.
      Ja, mit der DRV hast du nichts zu tun. Ich hatte es nur erwähnt, weil es da so ein Mischkonstrukt gibt, wo man eigentlich auf dem Papier nur teil-EU ist, aber wegen der Arbeitsmarktlage dann zu Voll-EU wird.
      Ich glaube, dass es nicht ganz richtig ist, dass man in die volle EU fällt, weil eine EM-Rente nicht gezahlt werden kann, sondern ob man teilweise oder voll erwerbsunfähig ist, wird auch bei der Grundsicherung von den 3h bzw. 3-6h abhängig gemacht. Mit der Behinderung hat das meiner Meinung nach gar nichts zu tun. Man kann auch schwerbehindert sein und trotzdem voll erwerbsfähig oder teil-erwerbsfähig. Aber in vielen Fällen wird es wohl so sein, dass Menschen wegen einer Schwerbehinderung nicht mehr voll erwerbsfähig sein können, sondern nur noch teil-erwerbsfähig oder gar niht mehr erwerbsfähig. Es ist aber kein Automatismus zwischen Schwerbehinderung und Erwerbsunfähigkeit. Das wollte ich klarstellen (ich glaube, dass das stimmen müsste).

      @RegenbogenWusli
      Das Arbeitsamt (diese Reha-Frau) und die momentanen Maßnahmenträger wissen doch von der Schwerbehinderung, oder?

      Jetzt verstehe ich, glaube ich, was du mit der Floskel meinst den 3h meinst. Wie man das bei psychischen Behinderungen bzw. Erkrankungen in der Realität festlegt, verstehe ich nicht genau. Aber letzten Endes müssen die Ämter ja sich dann dafür entscheiden, ob es mehr oder weniger als 3 oder 6h sind. Ich glaube, dass sie dahingehend schon gebunden sind, weil es eben so im Gesetz steht, dass das die "Schubladen" sind. Aber wirklich festmachen kann man es bei psychischen Problemen bzw. nicht-körperlichen Problemen wohl nur schwer.
      Manchmal denke ich mir z. B. auch, ob ich wirklich nicht mehr fähig bin, mehr als 3h täglich zu arbeiten, so wie das in einem Bericht steht. Das denke ich vorwiegend dann, wenn es mir mal eine Woche am Stück gut ging. Wenn dann aber irgendeine Sache wieder schief läuft oder ich unter Stress gerate, breche ich dann innerhalb kürzester Zeit irgendwie wie ein Kartenhaus in mich zusammen und dann weiß ich wieder, warum man mich so einstuft. Dann könnte ich nicht mal mehr eine einzige Stunde arbeiten und brauche oft mehrere Tage, bis ich mich da wieder rausgearbeitet habe.
      Ich finde es auch für diejenigen, die das beurteilen müssen, schwierig.


      RegenbogenWusli wrote:

      In einem der Treffen legte man mir nur kurz den Wisch vor, ich sollte den unterschreiben, ich konnte den nicht mit der Person zusammen Punkt für Punkt durchgehen darum weiß ich nichtmal was es für Punkte gab zum ankreuzen oder was die da angekreuzt und eingetragen haben.
      Die hätten dir eigentlich eine Kopie mitgeben sollen, finde ich. Du hast ja so überhaupt nichts in der Hand. Wenn es noch relevant wäre, könntest du dir vielleicht eine Kopie geben lassen, aber momentan ist es ja nicht aktuell.

      Die Gruppe klingt interessant. Ich war bisher auch schon bei einer betreuten Gruppe, wo es darum ging, dass sich die anwesenden Teilnehmer über Themen austauschen konnten, die mit Autismus zu tun haben. Dort gab es aber keine Aktivitäten, was ich doch irgendwie schade finde, wenn ich das so lese. Momentan fände ich es z. B. besser, unter Anleitung einfach etwas mit anderen Menschen, die ähliche Probleme haben, zu tun, als diese kräftezehrenden Diskussionen, die dort in der Selbsthilfegruppe immer abliefen. Die haben mich total ermüdet. Dahingehend hilft mir das Forum viel mehr zum inhaltlichen Austausch. Es ist wesentlich weniger anstrengend für mich und es kommt viel mehr für mich rum an Output und Erkenntnissen.
      Kosten diese Treffen denn dann was und wie häufig findet das nochmal statt?
    • FruchtigBunt wrote:

      Mit der Behinderung hat das meiner Meinung nach gar nichts zu tun. Man kann auch schwerbehindert sein und trotzdem voll erwerbsfähig oder teil-erwerbsfähig. Aber in vielen Fällen wird es wohl so sein, dass Menschen wegen einer Schwerbehinderung nicht mehr voll erwerbsfähig sein können, sondern nur noch teil-erwerbsfähig oder gar niht mehr erwerbsfähig. Es ist aber kein Automatismus zwischen Schwerbehinderung und Erwerbsunfähigkeit. Das wollte ich klarstellen (ich glaube, dass das stimmen müsste).
      Im Grunde sollte es das auch nicht sein, aber ich vermute das es das in der Praxis ist. Ich selber treffe ja doch einige Leute mit Behinderungen da im Franz Sales Haus die gerne arbeiten möchten, aber nie die Chance bekommen haben das auf dem ersten Arbeitsmarkt zu versuchen, die sind von der Schule sofort als nicht arbeitsfähig eingestuft wegen der Behinderung.
      Klar haben die auch Einschränkungen, sonst würden sie vermutlich die Behinderung nicht in Ausweisform bestätigt bekommen haben, aber ich denke (so kommt es mir vor), das wenn man erstmal eine nachgewiesene Behinderung hat und von Problemen in Schule und so berichtet, dann gleich in die Werkstatt geschickt wird, ganz besonders wenn man von einer Förderschule kommt. Bei anderen Schulen schaut man vielleicht erstmal auf die Noten. Sind die sehr schlecht, haben die SBs im Arbeitsamt vermutlich garkeine Lust es auch nur zu versuchen, und mit nachgewiesener Behinderung ist das eben der einfachste Weg. Hat man diese nicht, endet man wohl im HarzIV wenn die anderen Maßnahmen nichts bringen, so scheint mir das meistens zu laufen.

      FruchtigBunt wrote:

      Das Arbeitsamt (diese Reha-Frau) und die momentanen Maßnahmenträger wissen doch von der Schwerbehinderung, oder?
      Inzwischen sollten sie das.
      Ich hatte damals das noch offen bzw es gab schon die Diagnosen und der SBA war beantragt, aber eben noch nicht ausgestellt oder genehmigt. Das kam erst als ich in der Maßnahme von dieser Dia-am sache da drinn war. Die haben das auch kopiert und ich vermute das sie das auch an die SB vom Rehabereich weitergeleitet haben.


      FruchtigBunt wrote:

      Dann könnte ich nicht mal mehr eine einzige Stunde arbeiten und brauche oft mehrere Tage, bis ich mich da wieder rausgearbeitet habe.
      Ich finde es auch für diejenigen, die das beurteilen müssen, schwierig.
      Ja ich denke auch das das schwierig für die ist.
      Bei mir war es ja ähnlich, ich hatte am anfang ziemliche Probleme in dem Praktikum, weil es zu viele belastende Umstände gab, und ich habe denen das auch erklärt aber ich hatte nicht das gefühl das das irgendwehn interessierte, es hieß nur andere müssen das auch können etc blah.
      Als ich den betreuern dann eine email schrieb wo ich auch beschrieb das ich so depressiv war das ich mich selbst verletzen wollte, haben die aber auf einmal aufgehorcht und zugehört und gesagt das sich was ändern muss. Danach ging es gut mit der Arbeit, jedenfalls besser als vorher. So ganz so ideal war es da auch noch nicht, das radio hat genervt wegen dem Sender, und die Leute die immer "ey" an jedem 2. Satzende sagten nerven auch ziemlich, ich musste mich immer zurückhalten nicht ständig zu meckern oder sarkastische Sprüche zu bringen.
      Es war leider kein Arbeitsplatz wo ich hätte zB Kopfhörer mit eigener Musik tragen können, weil ich nicht durchgehend allein mein Ding machen konnte.
      Die Betreuerin sagte dann ja auch, das ich nach außen wohl erstmal stark und unbeeindruckt wirke, scheinbar kann ich schlecht Emotionen und das was ich fühle ausdrücken, selbst wenn ich sage was mich stört oder was ich nicht kann, es kommt nicht nachhaltig bei den anderen an, das war denen dann dort klar und sie nahmen auch mehr Rücksicht.
      Ich vermute mal das das auch in deren Bericht mit einfließen wird.


      FruchtigBunt wrote:

      Die hätten dir eigentlich eine Kopie mitgeben sollen, finde ich. Du hast ja so überhaupt nichts in der Hand. Wenn es noch relevant wäre, könntest du dir vielleicht eine Kopie geben lassen, aber momentan ist es ja nicht aktuell.
      Wenn ich wieder mal sowas in der Art mache, werde ich nach einer Kopie fragen, da hast du auch eigentlich recht, ich mein das man sonst auch immer selbst sowas bekommt, aber das war ja kein Vertrag sondern ein Antrag. Ich weiß nicht wie sich das da verhält, die hat man eigentlich nie selber nochmal zuhause.


      FruchtigBunt wrote:

      Die Gruppe klingt interessant. Ich war bisher auch schon bei einer betreuten Gruppe, wo es darum ging, dass sich die anwesenden Teilnehmer über Themen austauschen konnten, die mit Autismus zu tun haben. Dort gab es aber keine Aktivitäten, was ich doch irgendwie schade finde, wenn ich das so lese. Momentan fände ich es z. B. besser, unter Anleitung einfach etwas mit anderen Menschen, die ähliche Probleme haben, zu tun, als diese kräftezehrenden Diskussionen, die dort in der Selbsthilfegruppe immer abliefen. Die haben mich total ermüdet. Dahingehend hilft mir das Forum viel mehr zum inhaltlichen Austausch. Es ist wesentlich weniger anstrengend für mich und es kommt viel mehr für mich rum an Output und Erkenntnissen.
      Kosten diese Treffen denn dann was und wie häufig findet das nochmal statt?
      Also bei uns ist das sehr zwanglos. In der Gruppe sind echt die unterschiedlichsten Leute, die einen reden selbstständig und viel, andere eher wenig, man muss sie schon konkret fragen aber idR wird man auch in ruhe gelassen wenn man von sich aus nichts sagt.
      Man kann auch einfach nur dabei sitzen und zuhören. Wenn jemand sich dazwischen drängt wird man auch nicht blöd angemacht.
      Einer der fast immer dabei ist, ist blind und er sagt oft Dinge dazwischen wie "Ja, echt? krass!" und so, fast bei jedem Satz, das finde ich echt nervig weil es mir schwer fällt das rauszufiltern und dann nur den anderen der ja eigentlich redet dann zu hören und zu verstehen. Ich habe aber bislang noch keinen da erlebt der deswegen ausgerastet ist, obwohl das sicher gerade für andere Autisten sehr nervig sein kann dem anderen dann im Gespräch zu folgen.
      Ich selber versuche es zu dulden weil er es selbst durch seine Behinderung nicht besser kann.
      Ich vermute die anderen sehen das ähnlich und dulden es deswegen.
      Ich habe von diesem Phenomen auch schon gelesen, das manche Autisten sowas machen, aber er ist von ca 10 leuten die ich bislang kennen gelernt hab der einzige der das macht.
      Die Treffen sind kostenlos und finden einmal im Monat statt. Meines Erachtens sind sie aber schon eindeutig für die Leute die da in Therapie sind, nicht für andere. Man muss zumindest schon vorher irgendwas mit denen da zutun gehabt haben, sonst bieten sie einem das nicht an. Man wird vorher auch per email an den Termin erinnert bzw falls sich auch mal was verschieben sollte oder so. Man schreibt dann kurz ob man kommen kann/will oder nicht, damit sie sich darauf einstellen können wieviele Leute kommen.
      Letztes mal waren sehr viele da, ich fand es fast schon zu eng.
      Normalerweise sind wir so ca 6 Autisten und 2 Betreuer. Das letzte mal waren wir 10 Autisten und 2 Betreuer + die Begleitperson von dem Autisten der blind ist, das ist echt viel.
      Und es fehlten sogar ein paar die ich auch noch kenne, die dieses mal nicht dabei waren.
      Es wird auch nicht konkret und strikt wie im Schulunterricht über nur ein Thema gesprochen.
      Wir haben einmal zB diese Vox-serie geschaut mit diesen Autisten die schwer in Jobs vermittelbar waren, und dann darüber diskutiert und dann hat jemand noch das Thema Mode eingeworfen, und wir haben auch darüber gesprochen.
      Wenn wir so andere Sachen gemacht haben die jetzt nichts mit einem spezifischen Thema zutun haben, haben wir auch über verschiedene Dinge geredet, das macht man ja auch öfter so nebenher. Eigentlich saß niemand nur so stumm da und hat Eier bemalt oder sowas.
      Die einen beteiligen sich halt mehr an Gesprächen als die anderen, kommt da auch auf die Themen selbst an.
      Manche haben auch was mit Computern, Mathe oder sowas zutun und können sich da gegenseitig auch schonmal austauschen, wo die anderen das nicht können.
      Wir haben in der Runde auch ein Ehepaar wo beide ASler sind und der Sohn hat das auch.
      Wir unterhalten uns auch oft darüber wo die Unterschiede zwischen NT und ASler im Umgang mit alle möglichen Dingen sind.
    • Lex wrote:

      Es gilt als höflich durch derartige Einwürfe einem Sprecher zu signalisieren, dass man interessiert zuhört...
      Das kann sein wenn man das mal macht, aber nicht nach jedem Satz und auch sicher nicht bevor der den Satz überhaupt noch nicht zuende gesprochen hat, er wirft diese Geräusche ja schon zwischendrin rein, wärend jemand anderes noch redet. Das macht das zuhören extrem ansträngend. Meine Vermutung ist, das man ihm das als er noch Kind war beigebracht hat, vielleicht weil er garnicht reagierte und man sich halt mehr Beteiligung wünschte. Wenn jemand das nicht von natur aus beherrscht, stelle ich mir das schwer vor da ein gutes Mittelmaß zu finden. Er kann es halt nicht, und wie gesagt, ich respektiere das auch, es macht das Verstehen, auch akkustisch, des anderen der gerade redet, manchmal sehr schwer, besonders wenn der der redet eher leise spricht.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Die haben das auch kopiert und ich vermute das sie das auch an die SB vom Rehabereich weitergeleitet haben.
      Vielleicht wäre es sinnvoll, den Bescheid über die Schwerbehinderung der Reha-Sachbearbeitung auszuhändigen. Dann hat sie es sicher und die Chancen steigen vermutlich, dass es mit der Werkstatt keine Probleme gibt. Das ist aber nur eine Idee, weil ich immer selbst so misstrauisch bin und lieber alles doppelt absichern will. :roll:


      RegenbogenWusli wrote:

      Als ich den betreuern dann eine email schrieb wo ich auch beschrieb das ich so depressiv war das ich mich selbst verletzen wollte, haben die aber auf einmal aufgehorcht und zugehört und gesagt das sich was ändern muss.
      Das klingt gut, dass so auf die Mail reagiert wurde. Aber es zeigt auch irgendwie wieder, dass autistische Menschen oft nicht für voll genommen werden, wenn sie es nicht schriftlich darlegen.


      RegenbogenWusli wrote:

      scheinbar kann ich schlecht Emotionen und das was ich fühle ausdrücken, selbst wenn ich sage was mich stört oder was ich nicht kann, es kommt nicht nachhaltig bei den anderen an
      Ja. Das meinte ich. Bei mir ist es oft so, dass ich sagen kann, was ich will bzw. vermutlich kann ich mich mündlich nicht so gut ausdrücken. Ich glaube zwar, dass man mir schon anmerkt, dass es mir schlecht geht, aber ich glaube, mir sieht man nicht ansatzweise an, WIE schlecht es mir manchmal geht. Wenn ich z. B. sage "mir geht es sehr schlecht", dann bedeutet das auch, dass es mir sehr schlecht geht und ich z. B. Suizidgedanken habe und nicht mehr leben will. Andere Menschen glauben dann offenbar, dass das nur so ein dahergesagter Satz wäre, wenn man sagt "mir geht es sehr schlecht". Wenn es anderen Menschen sehr schlecht geht, übertreiben sie wohl viel mehr oder machen ein rießiges Drama draus.


      Fruchtigbunt wrote:

      Ich weiß nicht wie sich das da verhält, die hat man eigentlich nie selber nochmal zuhause.
      Ich kopiere mir grundsätzlich alle Sachen, die ich an Behörden gebe oder fotografiere sie (das ist nicht so teuer). Es kam schon mehrmals vor, dass Sachen verschwunden sind und dann habe ich meine Kopien und weiß zumindest, was angekreuzt war etc. Irgendwie gibt mir das Sicherheit. Neulich habe ich einen Wohngeldantrag ein zweites Mal gestellt (weil der erste nach einem Jahr abgelaufen war, natürlich ohne dass mir nur eine einzige Wohnung angeboten worden war). Da war es hilfreich, dass ich noch eine Kopie des ersten Antrags hatte; so ging das Ausfüllen relativ schnell.
      Teilweise traue ich mich aber nicht, Kopien zu fordern, wenn ich vor Ort irgnedwo etwas ausfüllen muss. Ich finde aber, dass das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass man dann kostenlos eine Kopie davon gemacht bekommt. Mir wurden dann auch schon Fragen gestellt wie "wozu brauchen Sie die Kopie?". Sowas führt dann meist in einen Meltdown bei mir.


      RegenbogenWusli wrote:

      Ich selber versuche es zu dulden weil er es selbst durch seine Behinderung nicht besser kann.
      Ich vermute die anderen sehen das ähnlich und dulden es deswegen.
      Okay. :oops: Ich kriege das z. B. gar nicht gut hin. In meiner Selbsthilfegruppe waren auch Leute, die für mich sehr nervig waren und entweder allen Leuten ins Wort fielen und ständig reden wollten und sich dabei dutzendmal wiederholten. In der Gruppe dort bin ich nicht ausgerastet, aber innerlich war ich am Ausrasten und bin irgendwann nicht mehr hin, weil es mich so gestresst hat, dass sich da immer bestimmte Leute in den Vordergrund drängen mussten.


      RegenbogenWusli wrote:

      Wir haben einmal zB diese Vox-serie geschaut mit diesen Autisten die schwer in Jobs vermittelbar waren, und dann darüber diskutiert und dann hat jemand noch das Thema Mode eingeworfen, und wir haben auch darüber gesprochen.
      Ich finde, das klingt interessant. Ich hatte diese Serie damals auch ein paarmal geschaut und hätte dazu auch Bedarf gehabt, mich auszutauschen. Auf die Idee, das in der SHG anzusprechen, war ich aber nicht gekommen.


      RegenbogenWusli wrote:

      Eigentlich saß niemand nur so stumm da und hat Eier bemalt oder sowas.
      :oops: :yawn: 8-) :roll:
      Manchmal frage ich mich, ob es noch eine Intensivierung von Autismus gibt oder was ich noch haben könnte. x( Ich hätte ziemlich sicher überhaupt keine Lust, über irgendein anderes Thema zu sprechen, wenn man dort hingeht, um eine konkrete Freizeittätigkeit zu unternehmen, also z. B. dieses Eier bemalen (wobei mich das nicht interessiert hätte von der Thematik her). Ich würde dann dort wirklich hingehen und erwarten, dass man sich dann darüber unterhält und sich gegenseitig Tipps gibt, wie man die Eier bemalen kann oder meinetwegen vielleicht noch drüber redet, wo man den Schmuck dann aufhängt etc. Aber wenn dann Leute anfangen würden über ganz andere Dinge zu reden würde ich mich wieder fürchterlich aufregen und mich ausgeschlossen fühlen und beim nächsten Mal nicht mehr hingehen. :shake: Ich habe keine Ahnung, wieso mich diese informellen Gespräche so aufregen und stressen. Ich werde dabei geradezu wütend.

      Danke für die Einblicke in die Selbsthilfegruppe. :thumbup: Ich finde es spannend, wie unterschiedlich das wohl je nach Stadt oder Anbieter gestaltet wird. Es hilft mir auch etwas, die SHG besser einzuschätzen, bei der ich war.
    • FruchtigBunt wrote:

      Vielleicht wäre es sinnvoll, den Bescheid über die Schwerbehinderung der Reha-Sachbearbeitung auszuhändigen. Dann hat sie es sicher und die Chancen steigen vermutlich, dass es mit der Werkstatt keine Probleme gibt. Das ist aber nur eine Idee, weil ich immer selbst so misstrauisch bin und lieber alles doppelt absichern will.
      Ich hoffe das das nicht nötig sein wird, aber ich kann das anbieten je nachdem wie sie sich in dem gespräch ende Febuar dann verhält.


      FruchtigBunt wrote:

      Das klingt gut, dass so auf die Mail reagiert wurde. Aber es zeigt auch irgendwie wieder, dass autistische Menschen oft nicht für voll genommen werden, wenn sie es nicht schriftlich darlegen.
      Ja das stimmt leider, aber ich glaube das es nicht nur Autisten so geht.


      FruchtigBunt wrote:

      Ja. Das meinte ich. Bei mir ist es oft so, dass ich sagen kann, was ich will bzw. vermutlich kann ich mich mündlich nicht so gut ausdrücken. Ich glaube zwar, dass man mir schon anmerkt, dass es mir schlecht geht, aber ich glaube, mir sieht man nicht ansatzweise an, WIE schlecht es mir manchmal geht. Wenn ich z. B. sage "mir geht es sehr schlecht", dann bedeutet das auch, dass es mir sehr schlecht geht und ich z. B. Suizidgedanken habe und nicht mehr leben will. Andere Menschen glauben dann offenbar, dass das nur so ein dahergesagter Satz wäre, wenn man sagt "mir geht es sehr schlecht". Wenn es anderen Menschen sehr schlecht geht, übertreiben sie wohl viel mehr oder machen ein rießiges Drama draus.
      Ja scheinbar, das beschreibt es ganz gut wie es bei mir auch ist. Man muss gleich von Selbstmord reden, damit die merken das etwas wirklich im argen ist, dabei will man sich garnicht umbringen, man will nur Hilfe haben :-/


      FruchtigBunt wrote:

      In der Gruppe dort bin ich nicht ausgerastet, aber innerlich war ich am Ausrasten und bin irgendwann nicht mehr hin, weil es mich so gestresst hat, dass sich da immer bestimmte Leute in den Vordergrund drängen mussten.
      Ich glaube die haben das problem was viele Autisten haben, das man in einem Moment einen gedankengang hat, den man sonst wieder vergisst und darum das dann sofort sagt, auch wenn es in dem Moment unangebracht wäre.
      Sie selber erkennen das nicht, aber andere finden es störend.
      In unserer Runde ist es nur einer. Wären davon mehrere in der Gruppe, könnte ich dort keine gescheiten Gespräche abhalten, weil ich kein Wort mehr verstehe. Ich müsste mich dann mit ein paar Leuten separieren in einem anderen Raum, oder ich würde auch nicht mehr hingehen.


      FruchtigBunt wrote:

      Aber wenn dann Leute anfangen würden über ganz andere Dinge zu reden würde ich mich wieder fürchterlich aufregen und mich ausgeschlossen fühlen und beim nächsten Mal nicht mehr hingehen. Ich habe keine Ahnung, wieso mich diese informellen Gespräche so aufregen und stressen. Ich werde dabei geradezu wütend.

      Danke für die Einblicke in die Selbsthilfegruppe. Ich finde es spannend, wie unterschiedlich das wohl je nach Stadt oder Anbieter gestaltet wird. Es hilft mir auch etwas, die SHG besser einzuschätzen, bei der ich war.
      Ja ich vermute das es schon Personenabhängig ist.
      Die einen können das besser als die anderen. Von den Leuten die wir da haben, sind eigentlich keiner so, das sie von sich sagen das sie solche Probleme haben. Es kommen da eher so Kommentare wie, das sie Probleme mit Smalltalk haben, oder anderen typisch gebräuchlichen Floskeln.
      Meist weil nicht verstanden wird warum das gemacht wird, obwohl die Person auf was ganz anderes hinaus will. Das Thema hatten wir neulich auch wieder angerissen weil es um Thema Freundschaft ging. In sozialen Bereichen, verhalten sich menschen ja oft so, das sie erst irgendwas "vorschieben" ehe sie eigentlich sagen was sie überhaupt wollen.
    • Vielleicht ist er unter Blinden aufgewachsen und wollte damit deutlich machen, dass er noch immer anwesend ist.... - oder er stammt aus Spanien!
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Vielleicht ist er unter Blinden aufgewachsen und wollte damit deutlich machen, dass er noch immer anwesend ist.... - oder er stammt aus Spanien!
      Er ist zumindest blind auf die Welt gekommen. Spanier ist er nicht.
      Ich denke du kannst dir besser dein eigenes Bild machen, wenn du es selber erleben könntest, ich kann es ja nur erklären, und auch habe schon leute auf Spanisch sprechen sehen, und da war das bei weitem nicht so extrem. Wie Blinde sonst mit einander reden kann ich aber nicht beurteilen, ich habe vorher nie andere Bilnde gekannt.
    • Ich kenne einige Blinde und die reden ganz normal. Wobei der eine davon recht mitteilungsfreudig ist (also ab und an auch Einwürfe macht, wenn er nicht so wirklich dran ist), der ist aber auch selber Aspie.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Ich kenne einige Blinde und die reden ganz normal. Wobei der eine davon recht mitteilungsfreudig ist (also ab und an auch Einwürfe macht, wenn er nicht so wirklich dran ist), der ist aber auch selber Aspie.
      Ich denke auch das es normal ist wenn es mal vorkommt. Aber bei ihm passiert es mindestens einmal nach jedem Satz, wenn nicht öfter. Ich bin mir ziemlich sicher das so wie er es macht, nicht mehr normal ist, bislang hab ich das so auch noch bei keinem, egal ob Aspie oder nicht, zuvor erlebt.
      Solange er der einzige ist der das macht, geht es auch noch, aber je nachdem wer gerade redet, kann man den anderen manchmal kaum verstehen weil er selber das auch nicht wirklich leise macht.
    • Lex wrote:

      Dann ist Blindheit vermutlich nicht sein einziges Problem.
      Nein ist es auch nicht. Er hat halt auch Autismus. Ob er noch andere Störungen hat weiß ich nicht. Es wäre aber möglich. Aber das kann dann nur ein Arzt sagen.
      Er ist jedenfalls auffälliger in seinem Sozialverhalten als die anderen in der Gruppe, was aber sicher durch die Blindheit noch verstärkt wird. Er kann ja nicht sehen wie andere mit ihm reden, er kann das nur hören. Vieles kennt er nicht, er fragt dann und man muss es ihm dann erklären. Ich habe mich schon öfter mit ihm unterhalten und er fragte dann manchmal nach diversen Dingen wie wie zB Autofahren funktioniert oder irgendwas anderes. Ich habe damit auch kein Problem, aber man merkt dadurch auch das für ihn viele Dinge nicht begreifbar sind die für Sehende ganz selbstverständlich sind, er konnte die ja nie kennen lernen.
      Er ist aber sonst sehr höflich und er ist auch recht gebildet. Ich denke das er schon sowas wie Lernschwierigkeiten hat, aber er ist alles andere als dumm.
    • Donnerstag, 27. Febuar 2020

      Ein paar Neuigkeiten-

      Heute war ich mit meiner Mutter zum Abschlussgespräch im Franz Sales haus.
      Fall sich manche nicht mehr erinnern sollten, oder neu dazu gekommen sind zwecks das sie den Thread hier noch garnicht kennen, ich war dort in einer Dia-am Maßnahme (diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit)

      Ich habe einen Abschlussbericht bekommen und auch eine Einschätzung als Fragebogen von der Frau wo ich das Praktikum gemacht hab.
      Damit kann ich halt belegen das ich da war und nicht nochmal sowas machen muss nachdem ich umgezogen bin.

      Das gespräch fing etwas seltsam an, ich sollte mich daran erinnern was für Aufgaben ich in der Gruppe in den ersten 2 Wochen gemacht hab. Das konnte ich sehr gut, das fanden sie erstaunlich.
      Dann haben sie mit mir und meiner Mutter darüber gesprochen warum die Frau von der Reha nicht dabei war, die war leider krank aber sie wurde vorher schon benachrichtigt und sie bekommt die Berichte auch in Kürze.

      Das Ergebnis war genau das, was man vorher auch schon mit mir besprochen hatte, nähmlich das ich nicht für den ersten Arbeitsmarkt geeignet bin.
      Man erkannte zwar das ich sehr pünktlich, zuverlässlich und auch gut die Arbeiten verrichten kann sofern es einfache Arbeiten sind, aber das sobald irgendwelche Stressfaktoren da sind, ich nicht mehr belastungsfähig bin und auch nicht flexibel bin.
      In dem Bericht vom Praktikum steht in etwa das gleiche, und auch ein Satz das ich ggf an einem Arbeitsplatz nur dann bestehen könne, wenn dieser ruhig ist wo nicht viele Menschen sind.
      Ich werde also für eine Behindertenwerkstatt für Menschen mit psychischen Erkrankungen empfohlen.

      Dann sagte man uns noch das sich die Frau von dem Reha-bereich dann mit mir in Verbindung setzen wird um die weiteren Vorgänge dann einzuleiten.
      Wie das genau passiert weiß ich nicht, das wissen die auch nicht, weil die selbst sowas nicht machen.
      Meine Vermutung ist, das die Reha-frau mir die diversen Werkstätten erklärt, was dort gemacht wird, welche für mich eventuell passen könnte, und das mit der Grundsicherung einleitet, also entweder beantragt die das oder wir müssen wieder irgendwelche Anträge ausfüllen, keine Ahnung.
      Wie lange das ganze jetzt dauert weiß ich nicht, es kann sein das ich schon nächste oder übernächste Woche einen Termin bekomme oder es dauert noch länger, das hängt vielleicht davon ab wieviele Fälle die Frau bearbeiten muss.