Mein Autismus Tagebuch - von Regenbogenwusli/Stan

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    • Es gibt bestimmte Bewegungen (also quasi bestimmte Rückengymnastikübungen) die besonders förderlich sind zum Muskelaufbau und / oder die dafür sorgen, dass auch akute Schmerzen und / oder Steifheitsgefühle im Rücken sich reduzieren können. Es macht im Prinzip Sinn jeden Tag gezielt ein paar solcher Übungen zu machen. Lass dich da am besten von einem Physiotherapeuten genauer beraten oder so.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ja das stimmt, ich habe mal eine Zeit lang sowas gemacht, recht einfache Übungen, es fällt mir nur schwer dafür die richtige Zeit zu finden. Ich habe das immer nach dem Aufstehen gemacht aber jetzt fehlt mir dafür die zeit das morgens zu machen.
      Ich müsste mir das mal wieder angewöhnen das irgendwie in meinen Alltag zu integrieren. Diese Übungen helfen auch, ich habe ja schon nach ein paar Wochen das Resultat gesehen das der Rücken nicht mehr weh tat aber irgendwann hab ich dann damit aufgehört, ich komme mir bei solchen bewegungen ähnlich auch wie beim Tanzen immer total dämlich vor. Das gleiche habe ich auch wenn ich allein draußen sport machen will, da schauen die leute mich auch oft an, keine Ahnung wiso.
    • Freitag 22. November 2019

      Heute ist auf der Arbeit etwas seltsames passiert was ich selber als sehr unangenehm wargenommen habe.
      Als ich heute morgen auf die Arbeit kam, war wie immer nur eine der beiden Frauen da (die andere fängt immer später an).
      Ich habe angefangen was zu falten, und sie fragte mich, wie denn mein tag gestern war, da ich gestern frei hatte und beim Arzt war (das hatte ich letzte Woche bereits gesagt und man hat mir gesagt das ich dann nicht kommen brauche weil es sich nicht lohnt). Ich sagte das es halt ein normaler Tag war, ich hab nichts weiter gemacht, aber ehe ich da mehr drüber sagen konnte, meinte die Frau das ich sowas in einem normalen Arbeitsverhältniss nicht machen könne.
      Ich fragte warum, weil meine Mutter sowas ja auch macht, ich mein wie soll man auch sonst zum Arzt gehen? Sie meinte dann das man das außerhalb der Arbeitszeiten machen soll. Ich sagte das das bei meiner Mutter nicht gehen würde, sie arbeitet ziemlich lange. Dann hatte sie nichts mehr gesagt.
      Mir ist die Sache unangenehm weil seitdem ich da bin (und das ist erst seit etwas über einer Woche), scheint mir diese Frau gerne vorzuhalten was man sich an einem "richtigen Arbeitsplatz" leisten kann und was nicht. Sie kommt dann meist plötzlich mit so Einwüfen vonwegen "Ja das kannst du dir da aber nicht leisten blah..."
      Ich weiß nicht was das soll. Die wissen dort das ich in eine WfbM möchte, und das ich auch da bin WEIL ich Einschränkungen habe, ich habe denen das selber sogar erklärt, und auch erklärt wo meine Probleme sind.
      Am Anfang hieß es dann auch wenn mir was zu viel wird, soll ich es sagen. Und jetzt, wenn ich mich erkläre kommt man mir mit sowas.
      Was dem ganzen die Krone aufsetzt war heute ein Satz vonwegen "Ja du kannst deine Probleme nicht immer mit deiner Krankheit entschuldigen"
      Da ging es darum das ich gesagt hab das ich Probleme in vollen Zügen und Bussen habe, was ich vorher auch schon deutlich sage. Ich gebe mir trotzdem große Mühe immer pünktlich zu kommen. Ich kann in den Zügen zur Arbeit und manchmal auch Nachhause nicht sitzen, nur stehen an der Tür, es ist stressig für mich aber wenigstens sind die Züge nicht so voll das andere mich berühren oder im gleichen Gang stehen was für mich oft unerträglich ist.
      Daher und auch nur deswegen komme ich überhaupt pünktlich.
      Ich sagte ihr das mir das unangenehm ist, und sie kam dann damit das ich das nicht auf meine krankheit schieben soll oder so ähnlich.
      Ich verstehe solche Sätze nicht.
      Womit soll ich es denn dann begründen, soll ich mir was ausdenken?
      Es ist doch eine Tatsache.
      Ich habe dann später die anderen Frau gefragt als die eine mal nicht im Raum war, und sie meinte sie könne sich nicht gut in andere hineinversetzen.
      Ich bin mir nicht sicher ob das der Grund ist. Ich kann oft auch andere Dinge kaum beurteilen, glaube einem aber wenn er offen sagt ein Problem mit irgendwas zu haben und werde dabei nicht anmaßend.
      Ich habe auch die Frau gefragt wo ich freitags immer sauge und wische, und sie meinte sie wäre so, weil sie denkt mehr zusagen zu haben weil sie da schon über 28 Jahre arbeitet.
      Meine Mutter habe ich auch gefragt und sie meint die Frau wäre sauer und meckert gerne rum weil sie selber frustriert über ihr eigenes Leben ist.
      Ich habe die Frau zuerst für nett gehalten aber je länger ich da bin, desto mehr fällt mir auf das die oft rummeckert.
      Ich versuche das nicht an mich heran zu lassen, weil ich auch nicht mit ihr sinnlos diskutieren will. Mit der anderen kann ich besser reden weil sie sehr viel offener und sozialer oder empatischer zu sein scheint als die eine.
      Ich habe das Gefühl heute den ganzen Tag gehabt das die Frau mich nicht mag, denn sie geht auch öfter hin und faltet meine Sachen nochmal, scheinbar ist es ihr nicht gut genug.
      Heute hatte ich ein T-Shirt falten wollen, so wie ich das immer mache und sie nimmt es mir aus der Hand und meint "Hast du schon wieder alles vergessen?" wo ich meinte das ich das immer so mache. Sie hatte es dann im grunde genauso gefaltet wie ich, nur das sie die kleinen Ärmel nicht nach unten zeigend legte sondern nach außen zeigend. Ich fand das unsinnig, es ergab eigentlich keinen Unterschied. Ich sagte ihr das die andere Frau mir das so vorgemacht hat bzw ich Shirt und Pullover immer so falte.
      Ich weiß nicht ob die versucht mich zu provuzieren weil die sehen wollen wie ich in angespannten Situationen arbeite oder reagiere, keine Ahnung.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Meine Mutter habe ich auch gefragt und sie meint die Frau wäre sauer und meckert gerne rum weil sie selber frustriert über ihr eigenes Leben ist.
      Das denke ich auch. Ich habe es schon paarmal erlebt, dass Menschen neidisch waren auf Personen, die in einer WfbM arbeiten. V.a. die, die wenig verdienen, aber eben den "klassischen" Arbeitslebenstress haben und dann die beneiden, die (nur wenig weniger verdienen und) eine angenehmere Tätigkeit in der WfbM haben.
      Übrigens ist es auch bei mir die absolute Ausnahme, dass ich während meiner Arbeitszeit zum Arzt gehen kann. Ich kenne das auch so, dass das außerhalb der Arbeitszeit stattfinden soll. Ist mir auch lieber so. Ich will gar nicht, dass Kollegen wissen wann ich zum Arzt gehe.
      Surprised by the joy of life.
    • Surprised wrote:

      Das denke ich auch. Ich habe es schon paarmal erlebt, dass Menschen neidisch waren auf Personen, die in einer WfbM arbeiten. V.a. die, die wenig verdienen, aber eben den "klassischen" Arbeitslebenstress haben und dann die beneiden, die (nur wenig weniger verdienen und) eine angenehmere Tätigkeit in der WfbM haben.
      Da habe ich zu wenig Erfahrung drüber das beurteilen zu können.
      Ich finde (falls ihre Gedanken echt so sind wie du es erklärt hast), ist sie aber kindisch, weil sie keine Behinderung hat im geistigen bereich wo man solche Denkweisen noch irgendwie verstehen kann. Sie sagte neulich das sie selbst Rückenprobleme hat. Ich fragte sie das mal, als ich sagte das mir das Arbeiten für 6 Stunden schwer fällt und ich das nicht schaffe, aber mir tat neben dem kompletten Rücken, auch die Schultern, die Knie und die Füße weh. Wäre es nur ein Teilbereich des Rückens wäre es wesentlich leichter zu ertragen und sie sagten ja selbst wenn es so schlimm ist, sollte ich lieber nachhause gehen. Und dann wird die so seltsam nachdem ich jetzt bewirkt habe das ich nur noch 3 Stunden da sein muss. Das ist bescheuert finde ich. Ich denke auch das kein mensch gezwungen ist sich körperlich oder psychisch kaputt zu arbeiten. Das würde ich auch nicht einsehen, also das ich etwas mache, unter schmerzen, vielleicht ein paar Wochen durchhalte oder vielleicht Monate (falls ich vorher gesund war) und dann ein Totalschaden bin. Wozu? Nur damit andere mich für nützlich halten?
      Das ist doch bescheuert.
      Ich möchte lieber etwas machen was ich so lange wie möglich machen kann, und wenn das nur in einer WfbM möglich ist weil es da den geeigneten Bereich und nicht so hohe Anforderungen gibt, ist das eben so. Andere die das für sich nicht wollen, weil sie sich für besser halten und selbst nicht einsehen wollen das sie selbst auch Grenzen haben, aber immer jammern warum andere sie anmotzen wenn was nicht richtig gemacht wurde oder so, sind in meinen Augen dumm und machen sich selbst kaputt, aber das müssen sie selbst erkennen, das kann ich ihnen nicht abnehmen.


      Surprised wrote:

      Übrigens ist es auch bei mir die absolute Ausnahme, dass ich während meiner Arbeitszeit zum Arzt gehen kann. Ich kenne das auch so, dass das außerhalb der Arbeitszeit stattfinden soll. Ist mir auch lieber so. Ich will gar nicht, dass Kollegen wissen wann ich zum Arzt gehe.
      Wenn die Arbeitszeiten es zulassen das man außerhalb von denen zum Arzt kann, ist das auch kein Thema.
      Ich hab den nächsten Termin bei meiner Psychotherapeutin auch so gelegt das ich vorher arbeiten kann und dann danach zu ihr kann, und zwischendrinn noch genug Zeit habe nachhause zu fahren.
      Dann ist das ganze kein problem, auch wenn der tag ansträngender ist wegen der rumfahrerei.
      Ich war damals als ich noch vollzeit oder später bei dem Minijob gearbeitet habe so gut wie nie krank, außer ich hatte mal eine Grippe oder sowas in der Art. Ich war damals ja noch nicht in Therapie. Aber da muss man ja eh zuhause bleiben.
      Bei anderen Sachen, zB Psychotherapie, hat man bei einem Vollzeitjob nicht immer die Möglichkeit das außerhalb der Arbeitszeiten zu machen, auch bei unserem Hausarzt nicht. Da verbringt man gerne mal eine Stunde nur im Wartezimmer, planen kann man da nicht wirklich.
      Zum Glück muss ich zu dem aber nur selten, meist nur wegen Überweisung was nicht so lange dauert.
      Meine Mutter kann oft nur wärend der Arbeitszeit zum Arzt weil der vorher oder hinterher nicht da ist, und wenn das alles nicht nur wenige Straßen zufuß entfernt ist sondern man in andere Städte muss oder Stadtteile, braucht man auch mehr Zeit dafür wenn die Arbeit nicht direkt am Wohnort ist.
      Wie stellen die sich das denn dann vor?
      Oder sind die heute so das sie einen gleich versuchen zu feuern nur weil man vielleicht einmal im Monat einen halben Tag keine Zeit hat?
      Ich finde sowas nicht richtig.
    • @RegenbogenWusli

      Falls du schreiben magst: Wie ist es denn bei der Maßnahme weitergegangen? Mittlweile müsste doch die Arbeit in diesem Betrieb, wo du Wäsche zusammenfalten musstest, von der Zeit her abgelaufen sein, oder? Hast du eine Einschätzung zu deiner Arbeitsfähigkeit bekommen? Ich wundere mich, weil du schon länger nichts mehr geschrieben hast und hoffe, dass es dir gut geht (so weit es einem unter diesen Umständen - Gängeleien durch Ämter - gut gehen kann).
    • @FruchtigBunt und @Lex

      Ja keine Sorge es geht mir gut.

      Ja die Maßnahme ist vorbei seit Dienstag. Heute gab es auch ein kurzes Gespräch. Ich hatte heute viel zutun und wusste nicht ob ich heute schon was schreiben will, aber ich habe nicht gedacht das ihr danach fragt, darum möchte ich auf jeden Fall was dazu sagen.

      Das eigentliche Abschlussgespräch ist leider erst in einem Monat also ende Febuar. Da kommt auch die Frau vom Rehabereich des Arbeitsamts auch mit und meine Mutter ist auch dabei aber wie gesagt, das dauert noch etwas.

      Heute habe ich nur mit der Frau aus der Maßnahme gesprochen. Das war ein sehr kurzes Gespräch, es wurde halt nur nochmal gesagt was die Leute dort auf der Arbeit von mir gehalten haben, was halt Fazit-mäßig so klang das ich schon arbeiten kann also von der Technik her, aber es schwer ist was passendes zu finden was ich auch länger als 3 Stunden täglich machen kann, wo dann auch die sozialen Rahmenbedingungen passen (das einzige was mich noch weiterhin störte war der Radiosender den die eine Mitarbeiterin echt jeden Tag an hatte und dort lief überwiegend Musik die ich nicht mochte und die echt jeden tag gleich war, also die gleichen Songs und dieses dumme "Wir sind der Westen", das triggerte mich ständig aber weil ich wusste das ich dort nicht mehr lang bin, hab ich versucht es zu ignorieren bzw mich gezwungen keine negativen Kommentare zu bringen, das gleiche mit den ständigen "ey" am Satzende. Wo bitte redet man so? :m(:
      Man sagte mir das sei normal im Ruhrgebiet aber ganz erlich, dann bin ich auf dem Mond großgeworden, da man das in dem Stadtteil wo ich wirklich viele Kinder und auch Erwachsene kannte, nie jemand sagte 8o
      Man sagte mir aber das ich für die Werkstatt empfohlen werde und das man mit der Rehafrau und mit mir zusammen dann schauen will welcher Bereich für mich am besten geeignet sein könnte und mich dann in der passenden Werkstatt anmelden will.
      Zuerst müsste aber das mit der Grundsicherung wegen der Krankenversicherung geregelt werden, da man das mit der Werkstatt ohne diese Vorraussetzung nicht machen kann.
      Sie selbst hat davon aber zu wenig Ahnung, da würde mir die Frau von der Rehaabteilung besser helfen können.
      Dann meinte sie noch so das ich eine Autismustherapie schon machen sollte damit ich anpassungsfähiger werde bzw sie meinte, man könne lernen das bestimmte Dinge einen nicht mehr so triggern und das man zB sowas wie oben beschrieben dann besser ignorieren kann. Keine Ahnung ob das geht oder wie das geht oder ob man sowas in so einer Therapie überhaupt lernt.
      Ich bezweifle das ich hier die Autismustherapie überhaupt noch machen kann, da ich sobald ich die Grundsicherung und Zusage für die Werkstatt habe, sehe das wir umziehen, denn die von dem Autismuszentrum wo ich zwar zu den kostenlosen Treffen gehe (heute abend war ich erst dort) machen da meines Erachtens zwecks meines Antrags eh nichts weiter. Der Mann der sich darum kümmern sollte, macht die Treffen nicht mehr daher sehe ich ihn nichtmal mehr, das machen jetzt nur irgendwelche anderen Leute, wo mir irgendwann letzten Sommer jemand noch sagte das sich um den Antrag dann auch gekümmert wird aber das ist jetzt schon ca 5-6 Monate her und ich habe danach nichts mehr dazu gehört. Mir ist es inzwischen egal.
    • RegenbogenWusli wrote:

      bzw sie meinte, man könne lernen das bestimmte Dinge einen nicht mehr so triggern und das man zB sowas wie oben beschrieben dann besser ignorieren kann.
      Kann man nicht. Und dass sie das behauptet und meint sich da auszukennen ist scheiße. Damit stößt sie dich richtig vor den Kopf.

      Fakt ist, dass bei Menschen die aus psychischen(!) Gründen sich von bestimmten Reizen getriggert fühlen, eine Art Desensiblisierung / Gewöhnung Abhilfe schaffen kann. Das gilt aber nicht für Autisten, da bei denen das Problem in erster Linie neurologischer Natur ist. Soll heißen alle Versuche in der Richtung sind nur Quälerei. Autisten müssen schon oft genug zu viele Reize ertragen und wenn sie "zu Trainingszwecken" zusätzlich noch mehr erdulden müssten, würde das nur um so schneller in Overload und Burnout münden, da die Menge sich summiert und dann immer häufiger der Punkt erreicht werden würde, wo gar nichts mehr geht. Das ist halt ganz anders als bei Normalos, die den Reiz nach einiger Zeit einfach ausblenden können, da er dann normal für sie geworden ist. Ihr Gehirn lässt das zu, das eines Autisten nicht. Ein Autist kann immer weniger ausblenden je länger er dem Reiz ausgesetzt ist und je intensiver und je mehr an Reizen zugleich. Natürlich kann es auch mal sein, dass ein Autist lernt den ein oder anderen Reiz (z. B. Geruch in einem Raum) nach einer Weile nicht mehr wahrzunehmen, aber das ist dann reines Glück und nichts, worauf man hinarbeiten kann.

      Dass so ein "dran gewöhnen wollen" so etwas der ganz falsche Ansatz ist bei Autisten, ist auch durch Fachliteratur belegt aber leider nicht sehr bekannt. Und wenn man dann an Leute gerät, die eine Reizfilterschwäche / sensorische Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung als psychischen Mangel einstufen, an dem man arbeiten soll, ist das fatal. So lernt man nur, sich noch mehr zusammenreißen zu müssen und sich noch weniger anmerken zu lassen, während man innerlich tausend Tode stirbt! Aber solange es von außen für Leute so aussieht als würde man nicht mehr leiden, sind sie zufrieden und fühlen sich bestätigt!

      Was mich z. B. betrifft, so ist meine Reizempfindlichkeit im Laufe der Jahre gestiegen, nicht gesunken, obwohl ich Jahre Zeit hatte mich an alles Mögliche zu "gewöhnen".

      Es ist für andere Menschen nur einfach bequemer, dir den Ball zuspielen zu können, sagen zu können du musst dich ändern, du musst dir helfen lassen, statt dass sie das Umfeld an deine Behinderung(!) anpassen. Ist wie wenn man einem Rollstuhlfahrer sagt er soll halt trainieren dann wird er schon wieder gehen können! Aber dir die Therapie auch wirklich zu ermöglichen ist dann schon wieder zu viel Arbeit...

      Ähm, warum willst du noch gleich umziehen? Und hast du denn überhaupt eine passende reizarme Werkstatt gefunden, wo du von all zu viel Sozialgedöns verschont wirst?
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Fakt ist, dass bei Menschen die aus psychischen(!) Gründen sich von bestimmten Reizen getriggert fühlen, eine Art Desensiblisierung / Gewöhnung Abhilfe schaffen kann.
      Ja ich glaube das hat sie auch so gemeint. Sie meinte das gerade bei psychischen Krankheiten es ja auch sowas wie eine Besserung geben kann.
      Vermutlich denkt sie das meine Probleme eher daher kommen, keine Ahnung, oder sie dreht es sich so wie es ihr gerade genehm ist. Vielleicht wollte sie mir auch einfach versuchen nur Mut zu machen das ich nicht ewig in einer WfbM "versauern" muss und es Hoffnung gibt nochmal woanders arbeiten zu können wenn ich mich dafür bereit fühle.
      Ganz ehrlich, ich habe eher die Angst das die versuchen wollen mich wieder los zu werden sobald ich halbwegs normal funktioniere, also wenn ich mich psychisch stabil verhalte und die Arbeit gut klappt, aber das will ich garnicht. Ich möchte einen Arbeitsplatz haben den ich sicher halten kann, wo ich nicht gleich wieder weg muss, nur weil es funktioniert.
      Den Mist haben die damals mit mir gemacht als ich auf der Förderschule war und auch in dieser Beschäftigungstherapie. Ich war damals darin sehr produktiv und gut, es hat mir sehr viel spaß gemacht, und sie meinten dann ja ich soll auf eine Hauptschule. Ich war naiv genug um zu denken das das besser für mich ist, aber da war alles total blöd, auch wenn der Stoff noch recht leicht war, aber das "Klima" war dermaßen grottig da, ich musste mich regelmäßig krankschreiben wegen Bauchweh oder sowas was ich nicht hatte, nur um mal eine Pause von dieser art Alltag zu kriegen.
      Ich habe einfach Angst das dann hier wieder so ein Hin und Her entsteht was mir selbst am ende garnichts bringt.


      Lex wrote:

      Was mich z. B. betrifft, so ist meine Reizempfindlichkeit im Laufe der Jahre gestiegen, nicht gesunken, obwohl ich Jahre Zeit hatte mich an alles Mögliche zu "gewöhnen".
      Ja so empfinde ich das bei mir ja auch. Früher konnte ich noch die vollen Züge irgendwie aushalten auch wenn das nicht immer so war, ich hatte damals zumindest nur ein unwohlsein aber keine panik davor. Ich glaube das ich früher körperlich einfach stärker war, so das Stress besser auszuhalten war. Heute geht das nicht mehr so.


      Lex wrote:

      Ähm, warum willst du noch gleich umziehen? Und hast du denn überhaupt eine passende reizarme Werkstatt gefunden, wo du von all zu viel Sozialgedöns verschont wirst?
      Ich will wieder zurück nach nürnberg ziehen aus sehr vielen Gründen.
      Schönere Stadt, angenehmere Menschen, weniger Dreck und Müll, bessere Luft etc etc.
      Meine Mutter will das inzwischen auch nachdem wir öfter da waren. Ich hab da ja mal gewohnt. Im gegensatz zu hier hat sich dort so gut wie nichts verändert, es scheint dort mehr an dem was man hat festgehalten zu werden als hier wo alles nur verschlimmbessert wird.

      Ich habe hier noch keine Werkstatt gefunden, es soll ende Febuar darüber gesprochen werden, in welche art von Werkstatt ich kann, bzw welcher Arbeitsbereich oder Tätigkeit für mich am besten wäre. Wohlmöglich was im Sitzen am PC oder wo man was mit den Fingern machen kann weil ich das am besten kann.
    • Das Problem beim Arbeiten am PC ist, dass man in der Konzentration dazu neigt über längere Zeit ne verkrampfte gleichbleibende Körperhaltung zu haben. Das ist schlecht für den Rücken. Du müsstest es unbedingt so einrichten, dass du regelmäßig zwischendurch Lockerungsübungen machst.
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    • Wenn du umziehen willst, müsstest du dann das ganze Prozedere quasi nochmal durchlaufen oder könntest du dann direkt für ne Werkstatt "eingebucht" werden?

      Wobei ich übrigens denke in den normalen Behindertenwerkstätten gibt es gar keine Computerarbeitsplätze sondern nur in Kooperationsbetrieben oder in speziell konstruierten 2. Arbeitsmarkt Arbeitsplätzen für z. B. Aspies.

      Viele Schwerbehinderte können ja aus Intelligenzgründen oder wegen Blindheit auch gar nicht am Computer arbeiten. Aber vielleicht irre ich mich ja auch und es gibt so etwas doch.
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    • Lex wrote:

      Das ist schlecht für den Rücken. Du müsstest es unbedingt so einrichten, dass du regelmäßig zwischendurch Lockerungsübungen machst.
      Ja das stimmt, das weiß ich auch, darum mache ich seit ich da das Praktikum angefangen hatte jeden Morgen nach dem Aufstehen verschiedene Übungen für Rücken, Hals und Schulter.


      Lex wrote:

      Wenn du umziehen willst, müsstest du dann das ganze Prozedere quasi nochmal durchlaufen oder könntest du dann direkt für ne Werkstatt "eingebucht" werden?
      Man sagte mir, wenn ich erstmal für die Werkstatt registriert bin bzw in eine gekommen bin, würde dann die Sachbearbeiterin die ich hier habe die da unten kontaktieren darüber und die würden sich dann weiter kümmern und ich käme dann in eine Werkstatt dort unten. Da gibt es eh viel mehr Werkstätten, auch in richtung Kunst.


      Lex wrote:

      Wobei ich übrigens denke in den normalen Behindertenwerkstätten gibt es gar keine Computerarbeitsplätze sondern nur in Kooperationsbetrieben oder in speziell konstruierten 2. Arbeitsmarkt Arbeitsplätzen für z. B. Aspies.
      Ist wohl wirklich selten ja. In essen gibt es einen Bereich wo es wohl möglich ist, da machen die Datenverarbeitung. Jedenfalls nennt sich das so. Ich vermute das man da irgendwelche Texte digitalisieren muss oder was auch immer.
      Das ist eine Werkstatt die auch was mit Metallverarbeitung macht glaube ich. Ich denke mal das die da irgendwas herstellen wo es verschiedene Bereiche gibt.
      Das sagte mir jedenfalls die Reha-frau.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ja das stimmt, das weiß ich auch, darum mache ich seit ich da das Praktikum angefangen hatte jeden Morgen nach dem Aufstehen verschiedene Übungen für Rücken, Hals und Schulter.
      Du hast mich falsch verstanden. Ich meinte, wenn du am Computer sitzt (und somit leicht über längere Zeit in einer nahezu komplett unbeweglichen Haltung bist), solltest du zwischendurch ca. alle 20 bis 30 Minuten (oder auch öfter) kurz Lockerungsübungen für deinen Rücken machen. Ich meine damit natürlich nicht das große Programm, das du morgens machst und das natürlich auch wichtig ist, aber es reicht für dich nicht für den ganzen Tag. Diese Lockerungsübungen zwischendurch reichen auch für ein paar Sekunden eventuell. Wichtig ist da vor allem die Wirbelsäule. Aber wenn man "vergisst" den Tag über immer wieder andere Haltungen einzunehmen, wird der Rücken zu sehr strapaziert.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Das Problem beim Arbeiten am PC ist, dass man in der Konzentration dazu neigt über längere Zeit ne verkrampfte gleichbleibende Körperhaltung zu haben.
      In der Firma haben wir seit einer Weile elektrisch höhenverstellbare Tische für den PC. Da kann man im Sitzen und Stehen dran arbeiten. Das ist zwar keine wirkliche "Gymnastik", aber die Körperhaltung ist doch ganz anders. Bringt schon was. Wenn man denn dran denkt das auch zu nutzen... :nerved:
    • Lex wrote:

      Du hast mich falsch verstanden. Ich meinte, wenn du am Computer sitzt (und somit leicht über längere Zeit in einer nahezu komplett unbeweglichen Haltung bist), solltest du zwischendurch ca. alle 20 bis 30 Minuten (oder auch öfter) kurz Lockerungsübungen für deinen Rücken machen. Ich meine damit natürlich nicht das große Programm, das du morgens machst und das natürlich auch wichtig ist, aber es reicht für dich nicht für den ganzen Tag. Diese Lockerungsübungen zwischendurch reichen auch für ein paar Sekunden eventuell. Wichtig ist da vor allem die Wirbelsäule. Aber wenn man "vergisst" den Tag über immer wieder andere Haltungen einzunehmen, wird der Rücken zu sehr strapaziert.
      Achso okay, ich weiß es nicht, ich mache das ja hier im Grunde auch so das ich nie über stunden ein und die selbe Position halte. Bislang hatte ich da noch keine Probleme, weil wenn ich merke das es unbequem wird, wechsle ich die Position oder setze mich anders hin. In den Behindertenwerkstätten hat man auch 3 Pausen so weit ich weiß.
      Man müsste es echt ausprobieren. Ich weiß nur das als wir diese Tests gemacht haben vor dem Praktikum, saßen wir auch überwiegend an Tischen rum und machten da irgendwas. Da gab es auch entsprechend die Pausen, und mir tat da auch nichts weh, obwohl wir das von 8uhr bis nachmittags um 3-4uhr gemacht haben.


      H. M. Murdock wrote:

      In der Firma haben wir seit einer Weile elektrisch höhenverstellbare Tische für den PC. Da kann man im Sitzen und Stehen dran arbeiten. Das ist zwar keine wirkliche "Gymnastik", aber die Körperhaltung ist doch ganz anders. Bringt schon was. Wenn man denn dran denkt das auch zu nutzen...
      Ich denke so einen Luxus gibt es in den Werkstätten eher nicht. Es wäre schon gut wenn man in den "nicht-PC-bereichen" wo nur montiert wird, schon höhenverstellbare drehstühle geben würde, so das man die Sitzhöhe der Person besser anpassen kann, also damit große Menschen nicht überm Tisch hängen und kleine nicht zu weit nach oben strecken müssen um überhaupt am Tisch arbeiten zu können.
      In dem Wäschereibereich gab es zB eigentlich keinen Bereich wo man auch mal was im sitzen machen konnte. Ich habe mir manchmal die Zeit genommen die Mullbinden aufzuwickeln, was ich im sitzen machen konnte, alles andere konnte nur im stehen gemacht werden. Der Tisch dort hatte für mich eine gute Größe, ich musste mich nicht nach vorm beugen oder so. Das kam nur mal vor wenn ich Kleidung zu den wägen brachte und sie weiter unten einsortierte, daher das gelegentliche Bücken und Laufen war sicher nicht schlecht aber nur stehen ist auch nicht gut wenn man garnicht sitzen kann.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich denke so einen Luxus gibt es in den Werkstätten eher nicht.
      Ja, daß fürchte ich auch. Wollte das nur mal erwähnt haben. Und auch bei mir auf der Arbeit war die Anschaffung nicht selbverständlich. Ein Kollege mit Rückenproblemen wollte so einen Tisch haben. Chef hat abgelehnt, weil zu teuer. Eine Weile später hatte Chef selber Rückenprobleme, da ging die Anschaffung auf einmal ganz schnell... :x Danach ist mein Kollege wieder aktiv geworden. Jetzt haben alle so einen Tisch :d
    • H. M. Murdock wrote:

      Eine Weile später hatte Chef selber Rückenprobleme, da ging die Anschaffung auf einmal ganz schnell... Danach ist mein Kollege wieder aktiv geworden. Jetzt haben alle so einen Tisch
      Das wundert mich erlich gesagt nicht. Menschen sind leider so, das sie auf einmal erst dann verstehen wenn sie selbst besagtes leid verspüren. Erst dann begreifen sie wie nötig manche Dinge sind.
    • Sag mal hattest du nicht eigentlich noch nen chirurgischen Eingriff / Operation und damit verbundenen Krankenhausaufenthalt und Erholung davon und so weiter geplant? Wenn ja, für wann ist das denn angesetzt in deinem Zeitplan / 10-Jahres-Plan? Oder ist das noch völlig unklar?
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Operation und damit verbundenen Krankenhausaufenthalt und Erholung davon und so weiter geplant? Wenn ja, für wann ist das denn angesetzt in deinem Zeitplan / 10-Jahres-Plan? Oder ist das noch völlig unklar?
      Ja das stimmt, ich vermute aber das ich das vermutlich dann in Bayern machen lassen werde. Das würde sich für dieses Jahr garnicht mehr lohnen und wir wollen ja umziehen bzw uns darum bemühen sobald ich das mit der WfbM vertraglich fest hab. Beim Amt und auch die Leute von der Werkstatt wissen das auch, das scheint für die kein problem zu sein.
      Ich kann das mit den Eingriffen eh erst dann machen lassen wenn ich meine KV nicht mehr selber zahlen muss. Ich muss jetzt halt nur noch warten bis dieser letzte Termin ist, da ist auch die Sachbearbeiterin dabei die dann das mit der Werkstatt absegnet und dann die Sachen mit der Grundsicherung in die Wege leiten muss. Ich weiß auch nicht wie das verrechnet wird also wieviel am ende an Geld überhaupt ich dann bekomme, weil meine Mutter ja auch Rente hat und etwas arbeitet. Die gestehen einem ja nur so und so viel zu oder sowas.