Mein Autismus Tagebuch - von Regenbogenwusli/Stan

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    • RegenbogenWusli wrote:

      Dann war da noch Doktorant in der Humanmedizin/Forschung, also im Labor. Das fände ich zwar echt interesannt und ich denke vom Arbeitsplatz würde das auch eher passen, aber ich müsste dafür nochmal Abi machen, dann Labor-assistent und dann studieren, das würde ich nicht schaffen, das Fach-abi war schon kaum zu schaffen für mich damals.
      Dabei hast du nicht mal das schwerste genannt, als Doktorant forschst und schreibst du ja eine Doktorarbeit. Ein Studium ist im Vergleich zur Doktorarbeit bzw. forschung der eher leichte Teil, wenn dich das Studium überfordert wird es das promovieren erst recht.
    • Lex wrote:

      Naja, finde es schon schön, dass dort offenbar überhaupt Bestrebungen sind Leuten den EInstieg in den 1. Arbeitsmarkt zu ermöglichen, was ja in Behindertenwerkstätten eher selten der Fall ist. Die Weitervermittlungsquote aus Behindertenwerkstätten in den 1. Arbeitsmarkt liegt bei etwa 1%.
      Ja das sehe ich auch so.
      Sie sprechen manchmal von sogenannten Aussenarbeitsplätzen wo man zwar in einem richtigen Betrieb arbeitet aber noch über die Werkstatt angestellt ist.
      Ich halte davon eher wenig, weil man da im Grunde eine ähnliche Situation hat wie auf dem 1. Arbeitsmarkt (man kann zwar Hilfe bekommen aber sonst...) ist aber nicht so bezahlt wie die anderen. Für die Werkstatt ideal aber das möchte ich garnicht.
      Ich habe sogar angst davor, aber ich glaube nicht das ich das hier so erleben werde solange wie ich noch hier bin. Und in Nürnberg möchte ich ja in die Kunstwerkstatt, da wäre das dann eh anders.
      Das mit den 1% kommt glaube ich zustande weil die Leute nicht von der Werkstatt abgekoppelt werden. Sie arbeiten oft schon auf dem 1. Arbeitsmarkt, oder in ähnlichen Verhältnissen, haben aber den Vertrag weiterhin mit der Werkstatt was für die Werkstatt Geld bringt (die bekommen mehrere tausend Euro im Monat dafür) und die Firma spart sich damit selbst auch wieder Geld.
      Man selbst bekommt geldtechnisch fast nichts, warum ich auch verstehe das viele das nicht einsehen.
      Es ist vielleicht ein Kompromiss für geistig Behinderte die das nicht erklärt bekommen oder verstehen können, weil die sich oft wünschen so zu leben wie "gesunde" und sich dann gleichwertiger fühlen als wenn sie in der Einrichtung arbeiten.
      Es muss jeder selber wissen was er möchte.


      Lex wrote:

      Für dich ist dieses Thema allerdings weniger relevant, da du ja frisch dort angekommen bist, nachdem dir gerade bestätigt wurde, dass deine Belastbarkeit nicht ausreicht für den 1. Arbeitsmarkt, was ja auch deiner eigenen Wahrnehmung entspricht. Also betrachte die Arbeit mit solchen Programmen eher als Spiel, das für dich aber nicht wirklich relevant ist.
      Ja, so sollte ich das wohl wirklich besser sehen, du hast recht.
      Ich vermute die versuchen mich mental etwas zu bestärken was für Fähigkeiten ich habe, weil sie meinen das ich in den ganzen tests in den meisten Bereichen selbst für gesunde Menschen überdurchschnittliche Werte habe, auch wenn ich zu langsam bin.
      Sie sagen das die Schnelligkeit mit der Routine kommen würde.
      Aber ich finde auch das eigentlich alle Berufe die ich mir so anschaue immer auch Bereiche haben, bei denen ich massive Probleme habe und diese Bereiche gehören teils zur Ausbildung, Studium etc oder eben zur gesammten Arbeit dazu. Wenn man das nicht packt, ist man dafür ungeeignet.
      Das erinnert mich auch wieder an Doc Martin, der zwar in dem fachlichen eine enorme Kompetenz besitzt, aber er hat eben im sozialen Bereich so große Probleme das er immer wieder probleme mit den Patienten hat, so das sich Leute sogar beschweren und sein Job deswegen gefährdet ist.
      Das ist natürlich nur fiktiv, aber passt so gut in die Problematik der meisten Autisten.
      In der Werkstatt zu arbeiten ist auch nicht immer einfach weil ich eben auch dort wieder Leute um mich habe, nicht nur wohlwollende und verständnisvolle Gruppenleiter, sondern auch andere Leute die wegen ihrer Krankheit nicht wissen wie sie mit mir umgehen müssen damit keine Reibung aufkommt.
      Glücklicher weise sind das sehr wenig Leute, und solange ich denen aus dem Weg gehe und so gut wie garnicht mit denen spreche passiert da auch nichts.
      Es gibt dort auch Leute die mich mögen, so mein Gefühl, ich bekomme Komplimente das ich nett bin und freundlich.
      Ich gehe deswegen auch ganz gern dort hin, weil ich diese Leute auch mag.


      jaw wrote:

      Wenn Lötzinn rollt, dann gehe ich mal davon aus, dass die Lötstelle zu kalt ist. Lötzinn fliesst, wenn die Lötstelle korrekt behandelt und heiss genug ist. Ich weiss nicht, was du genau Lötest. Von daher ist es schwierig anzugeben was du genau falsch machst. Wenn das Lötzinn herunterrollt ist aber etwas in deinem vorgehen noch nicht ganz korrekt.

      Bei den meisten Lötverfahren wird das Lötzinn nicht am Lötkolben geschmolzen, sondern erst die Lötstelle mit dem Kolben heiss machen. Danach das Lötzinn knapp neben dem Lötkolben auf die Lötstelle geben. Wenn es da schmilzt und verläuft Zinn weg und kurz danach den Lötkolben weg.

      Solange sich die komischen Kugeln bilden warst du mit grösster Wahrscheinlichkeit zu schnell mit dem Lötzinn. Wenn du möchtest, kann ich dir gern noch mehr Details zum Löten geben. Brauche dann aber mehr Infos zu was du lötest.

      Wenn man es richtig macht, dann ist Löten meiner Meinung nach ziemlich entspannend und müsste eigentlich sehr gut zu deinen von dir beschriebenen Stärken passen.
      Ja, ich vermute auch das es die falsche Technik ist, man hatte es mir nur einmal kurz gezeigt und wenig erklärt, weil der der das sonst macht eben wegen dem epileptischen Anfall in das Krankenhaus gefahren wurde.

      Ich kann dir aber gern mehr dazu erklären, da das nicht immer passierte.

      Ich habe da so runde Plastikscheiben. Das sind so Teile die in eine Polizeikelle gesteckt werden.
      An der Scheibe sind 2 leicht abstehende Metallflügel, und auf die müssen 2 dünne Kabel gelötet werden damit später das Licht an der Kelle funktioniert.
      Ein Kabel kommt an den unteren und ein Kabel an den rechten Metallflügel. Diese Metallflügel stehen leicht ab, sie sind schräg, haben ein kleines Loch in der Mitte, in das ich das Ende des Kabels stecken kann, und dann halte ich mit dem Lötkolben auf das Metall des Flügels und halte den Lötzinn daneben. Dieser wird flüssig und bleibt meist oft am Lötkolben kleben oder er bildet einen Tropfen und rollt von dem Flügel runter anstatt sich ordentlich auf ihm zu verteilen. Ich hatte es auch schon versucht indem ich den Lötzinn an dem Kolben schmelze und das dann auf den Flügel gebe aber das klappt auch nicht immer.
      Dann schmilzt oft auch das Plastik an dem Kabel, ich vermute das es so eine art flüssigen Film auf dem Flügel. Dadurch hält das ganze natürlich noch viel weniger.
    • Zodd wrote:

      Dabei hast du nicht mal das schwerste genannt, als Doktorant forschst und schreibst du ja eine Doktorarbeit. Ein Studium ist im Vergleich zur Doktorarbeit bzw. forschung der eher leichte Teil, wenn dich das Studium überfordert wird es das promovieren erst recht.
      Ich habe echt garkeine Ahnung was man eigentlich bei einer Doktorarbeit macht, außer sich ein Thema raussuchen und darüber schreiben, aber ich denke das kann nicht alles sein, weil wenn das alles wäre, würden viel mehr Leute einen Doktortitel haben XD
    • RegenbogenWusli wrote:

      An der Scheibe sind 2 leicht abstehende Metallflügel, und auf die müssen 2 dünne Kabel gelötet werden damit später das Licht an der Kelle funktioniert.
      Ein Kabel kommt an den unteren und ein Kabel an den rechten Metallflügel
      Das ist normales anlöten von Kabel an Lötfahnen. Wenn dir jemand richtig zeigt, wie das geht, macht es dir sicher mehr Spass.


      Aufpassen, dass an der Lötkolbenspitze nicht zu viel Zinn ist. Normal kann man das "weg schütteln". Frag aber nach wie das bei euch in der Werkstatt macht, da wo ich gearbeitet habe und bei mir zu Hause geht das einfach auf den Boden und wird später zusammengefegt. Und pass auf, dass es niemand anderes trifft. Dann wieder eine ganz kleine Menge Zinn an die Spitze des Lötkolbens.

      Normal verzinnt man zuerst die Lötfahne. Von unten mit dem Lötkolben an die Lötfahne und heiss machen. Von oben dann mit dem Lötzinn auf die Fahne. Im Kern das Lötzinn befindet sich ein s.g. Flussmittel. Das muss auch auf die Lötfahne kommen. Daher das Vorgehen mit heiss machen und dann das Lötzinn auf die Fahne. Wie gesagt, wenn es die Kugeln/Tropfen gibt ist die Fahne noch zu kalt oder das Flussmittel aus dem Zinn kam nicht auf die Fahne.

      Danach machst du das Gleiche mit dem Kabel (nennt man Verzinnen). Wenn beide Teile einen schönen Zinnüberzug haben, machst du die Lötfahne wieder heiss und steckst das verzinnte Kabelspitze durch das Loch in der Fahne, hierbei braucht es auch kein neues Lötzinn. Dann hast du eine optimale Verbindung.
    • Naja, viel Grips zu haben aber langsam zu sein in alltagspraktaktischen Dingen schient schon recht typisch zu sein für Aspies und verschwindet daher nicht unbedingt. Kenne das auch aus meiner eigenen Erfahrung.

      Habe neulich sogar von einer Studie in den USA gelesen, wo herauskam, dass bei Kindern, bei denen später Autismus diagnostiziert wurde, schon im Babyalter bei einer Gehirnuntersuchung Verzögerungen in der Reizweiterleitung / Reizverarbeitung festgestellt wurden!

      Und auch die berühmte Aspie-Ungeschicklichkeit kann zu Langsamkeit beitragen. Und das ständige in Gedanken sein (siehe Logikerpersönlichkeit im Persönlichkeitstest).

      Und ja, diese Außenarbeitsplätze... Erinnere mich an das Beispiel eines Autisten, der nen Außenarbeitsplatz als Autowäscher hat und dort genau den gleichen Job macht wie die "normalen" Autowäscher aber dennoch nicht das gleiche wie sie bezahlt kriegt sondern dauerhaft nur den niedrigen Werkstattlohn und so hauptsächlich weiter von staatlichen Geldern lebt. Das finde ich so einfach nicht richtig und nicht fair und nicht gut fürs Selbstwertgefühl!

      Wenn jemand jedoch viel Betreuungsleistung benötigt, um einen Job im Außen auszuüben, ist es nochmal was anderes, da dann aufgrund der hohen Betreuungsleistung die Arbeit der Person - ähnlich wie in der Werkstätte - nicht wirklich profitabel ist. Ansonsten sollte man Autisten ermöglichen mit nur wenig Betreuung aber viel Verständnis, Rücksichtnahme und Akzeptanz zu normalem Lohn auf dem 1. Arbeitsmarkt tätig zu sein bei einem Arbeitgeber, der das ermöglicht, aber das ist in der Form halt selten.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich habe echt garkeine Ahnung was man eigentlich bei einer Doktorarbeit macht, außer sich ein Thema raussuchen und darüber schreiben, aber ich denke das kann nicht alles sein, weil wenn das alles wäre, würden viel mehr Leute einen Doktortitel haben XD
      Nein genau das macht man. Aber genauso wie sehr sehr viele Menschen sich Stifte nehmen und ein Bild malen und dann noch lange keine Künstler sind, bekommt nicht jeder einen Doktortitel der sich ein Thema aussucht und darüber schreibt. Das entscheidende dabei ist, was nachher raus kommt. Wenn das Bild langweilig und unkreativ und nicht schön ist, dann ist man kein Künstler, wenn das was man geschrieben hat nicht den wissenschaftlichen kriterien entspricht und nichts Innovatives ist bekommt man auch keinen Doktortitel. Es ist eben schwer wirklich künsterlich tätig zu sein bzw Kunst zu schaffen, genauso wie es nicht einfach sich ein gutes Thema rauszusuchen, erfolgreich dazu zu forschen und die Ergebniss enoch angemessen niederzuschreiben. Viele malen etwas, viele schreiben etwas, aber wenige sind Künstler und wenige bekommen einen Doktortitel. Wobei viel mehr Leute zumindest versuchen künstlerich tätig zu sein und daran scheitern, es gibt weit weniger Menschen die gezielt versuchen eine Doktorarbeit zu schreiben, da scheitern im Verhältnis weniger dran als künstlerisch was zu schaffen, weil es halt leichter ist (also Stift nehmen und malen, die vorraussetzungen mit einer doktorarbeit anzufangen sind viel höher, weil institutionalisiert) und leichter erscheint kunst schaffen zu wollen.
    • jaw wrote:

      Aufpassen, dass an der Lötkolbenspitze nicht zu viel Zinn ist. Normal kann man das "weg schütteln". Frag aber nach wie das bei euch in der Werkstatt macht, da wo ich gearbeitet habe und bei mir zu Hause geht das einfach auf den Boden und wird später zusammengefegt. Und pass auf, dass es niemand anderes trifft. Dann wieder eine ganz kleine Menge Zinn an die Spitze des Lötkolbens.
      Bisher sind die Kügelchen immer von dem Ding gerollt und kalt geworden, ich habe sie dann eingesammelt, da hat keiner was gesagt. Was ich aber bemerkt habe ist, das der Lötzinn nicht genau an der Spitze flüssig wurde sondern immer etwas an der Seite, ich habe schon versucht das mal etwas sauber zu machen (unter der Halterung ist so ein Schwamm und wir haben auch so ein Ding so Metallwolle drin ist) aber das klappt nicht sehr gut, es wird nicht wirklich sauber damit. Ich vermute das Teil ist alt.


      jaw wrote:

      Normal verzinnt man zuerst die Lötfahne. Von unten mit dem Lötkolben an die Lötfahne und heiss machen. Von oben dann mit dem Lötzinn auf die Fahne. Im Kern das Lötzinn befindet sich ein s.g. Flussmittel. Das muss auch auf die Lötfahne kommen. Daher das Vorgehen mit heiss machen und dann das Lötzinn auf die Fahne. Wie gesagt, wenn es die Kugeln/Tropfen gibt ist die Fahne noch zu kalt oder das Flussmittel aus dem Zinn kam nicht auf die Fahne.
      Hmm okay also dazu hat mir keiner was gesagt aber das kann es natürlich erklären.


      jaw wrote:

      Danach machst du das Gleiche mit dem Kabel (nennt man Verzinnen). Wenn beide Teile einen schönen Zinnüberzug haben, machst du die Lötfahne wieder heiss und steckst das verzinnte Kabelspitze durch das Loch in der Fahne, hierbei braucht es auch kein neues Lötzinn. Dann hast du eine optimale Verbindung.
      Man müsste mir das glaube ich insgesammt mal wirklich professionell zeigen, so wie man mir das gezeigt hat scheint das eher provisorisch zu sein, weil da nichts vorab verzinnt wurde, und die kleinen Löcher möglicher weise auch verstopfen wenn ich das Kabel nicht schon vorher da rein stecke, die Fähnchen sind ja nur sehr klein.
      Ich muss mir mal anschauen wie der das macht, der das sonst immer macht. Der andere der auch löten kann, meinte ich sollte die Drähte nur auf die Fahne legen und nicht in das Loch stecken aber dann rutscht das kabel immer gleich bei der kleinsten Bewegung davon runter und das bringt es auch nicht weil ich keine 3 Hände habe. Mit der einen halte ich ja den Lötzinn und mit der anderen den Lötkolben.


      Lex wrote:

      Naja, viel Grips zu haben aber langsam zu sein in alltagspraktaktischen Dingen schient schon recht typisch zu sein für Aspies und verschwindet daher nicht unbedingt. Kenne das auch aus meiner eigenen Erfahrung.
      Ja das habe ich auch schon von einigen anderen Aspies gehört. Meine Mutter hat das auch so, sie arbeitet auch sehr sorgfältig und so, ist aber langsam.
      In ihrem Beruf scheint das nicht so tragisch zu sein, vielleicht gibt es auch Leute die das schneller können/machen, ewig braucht sie zum Haareschneiden aber auch nicht.
      Sie sagte nur mal das sie als Kind Grundrisse gezeichnet hat und dabei aufgefallen ist das sie sehr akkurat gearbeitet hat, aber das geht natürlich auf die Zeit. Sie konnte aber nie gut rechnen.


      Lex wrote:

      Habe neulich sogar von einer Studie in den USA gelesen, wo herauskam, dass bei Kindern, bei denen später Autismus diagnostiziert wurde, schon im Babyalter bei einer Gehirnuntersuchung Verzögerungen in der Reizweiterleitung / Reizverarbeitung festgestellt wurden!
      Man könnte so eine Studie bei alles Altersklassen von Autisten machen, vielleicht haben das die meisten.
      Ich kann bei mir ähnliches feststellen, besonders Probleme habe ich dabei jedenfalls wenn es um bewusste Tätigkeiten geht, und extrem wird es bei spontanen Handlungen wo ich bewusst nachdenken muss was ich mache/sage. Da können Blockaden wegen Stress endstehen, als wäre da eine Leitung blockiert.


      Lex wrote:

      Und auch die berühmte Aspie-Ungeschicklichkeit kann zu Langsamkeit beitragen. Und das ständige in Gedanken sein (siehe Logikerpersönlichkeit im Persönlichkeitstest).
      Ja das ist gut möglich. Die meisten Autisten sind Kopfmenschen, eher erst nachdenken und analysieren bevor man handelt, weil man bewusst handeln will.
      Das macht Probleme, auch bei motorischen Dingen, hatte ja auch immer probleme mit dem Fahrradfahren, konnte das was motorisch nötig war nicht gedanklich verstehen und dann in physisches Verhalten umsetzen, oder es klappte nur bedingt. Die Angst nicht vorher zu wissen was passiert, indem man darüber nachdenkt, hat mich natürlich auch gehemmt.


      Lex wrote:

      Und ja, diese Außenarbeitsplätze... Erinnere mich an das Beispiel eines Autisten, der nen Außenarbeitsplatz als Autowäscher hat und dort genau den gleichen Job macht wie die "normalen" Autowäscher aber dennoch nicht das gleiche wie sie bezahlt kriegt sondern dauerhaft nur den niedrigen Werkstattlohn und so hauptsächlich weiter von staatlichen Geldern lebt. Das finde ich so einfach nicht richtig und nicht fair und nicht gut fürs Selbstwertgefühl!
      Ja das ist leider so. Im Grunde finde ich das okay, wenn man noch in den 2 Jahren im BBB ist, aber wenn man das durch hat und in den Arbeitsbereich kommt, hat man das recht jeder Zeit in die Werkstatt zurück zu können, sollte was schief gehen auf dem 1. Arbeitsmarkt. Ich finde für mich diese Absicherung extrem wichtig.
      Für Leute die das aber schon durch haben, und auf einem normalen Arbeitsplatz vermittelt werden können, die sollten nicht weiter an der Werkstatt hängen müssen.


      Lex wrote:

      Wenn jemand jedoch viel Betreuungsleistung benötigt, um einen Job im Außen auszuüben, ist es nochmal was anderes, da dann aufgrund der hohen Betreuungsleistung die Arbeit der Person - ähnlich wie in der Werkstätte - nicht wirklich profitabel ist. Ansonsten sollte man Autisten ermöglichen mit nur wenig Betreuung aber viel Verständnis, Rücksichtnahme und Akzeptanz zu normalem Lohn auf dem 1. Arbeitsmarkt tätig zu sein bei einem Arbeitgeber, der das ermöglicht, aber das ist in der Form halt selten.
      Ja das stimmt leider. Mein Gruppenleiter sagt das sich das ändern wird, ich sehe das auch selber das es immer mehr integrative neue Betriebe gibt, die extra auch Behinderte einstellen oder sogar überwiegend. Ich finde das gut.
      Hatte ja vor Jahren mal von einem Café oder so geschrieben das es in Nürnberg gibt, welches überwiegend Behinderte als Arbeitskräfte hat. Ob die nun über eine Werkstatt angestellt waren oder nicht weiß ich aber nicht mehr.
      Was ich gut und auch wichtig finde ist das die in der Werkstatt die Mittel haben einen in einen normalen Arbeitsplatz zu vermitteln, das kann man allein meist nicht.
      Bei hochfunktionalen Autisten sind solche Stellen vielleicht auch über eine andere art von Betreuung an so einem Arbeitsplatz integrierbar, das müsste quasi ein fließender Übergang sein von erst über die Werkstatt mit Betreuung durch den Betreuer der Werkstatt, und später mit dem Ziel dort einen richtigen Arbeitsvertrag zu bekommen, und über eine andere Organisation eine fortlaufende Betreuung zu haben, weil die weiterhin bei Autisten nötig sein wird.
      Als Autist wird man ja weiterhin immer wieder mal Probleme haben, darum sind Ansprechpartner sehr wichtig.
      Da wo ich momentan bin, verstehe ich mich mit den Gruppenleitern sehr gut, anders als andere die dort arbeiten und eher Probleme mit den Gruppenleitern haben, habe ich eher Probleme mit so manchem Mitarbeiter, weil die Gruppenleiter höflich und anständig reden können, diese wenigen anderen Arbeiter aber nicht.
      Manche von denen denken auch die Gruppenleiter geben ihnen mit absicht so Aufgaben wie Hof fegen oder irgendwas, und finden sie wären unfair behandelt worden. Vielleicht ist das wegen deren Krankheit so, die meisten dort scheinen schizophren zu sein oder andere Wahn-krankheiten zu haben, das habe ich ja alles nicht.
      Blöd wäre es nur, wenn man es dann geschafft hat, wenn dann die andere Betreuung ihren Job nicht so gut macht, oder wenn wegen dem anderen Vertrag sich die Leute anders verhalten oder sowas. Man müsste sowas aber wohl ausprobieren ob das wirklich so enden würde oder ob alles weiter so laufen würde wie es soll.
      Nicht das ich das selber möchte, ich denke da eher an andere.
    • Zodd wrote:

      Wenn das Bild langweilig und unkreativ und nicht schön ist, dann ist man kein Künstler, wenn das was man geschrieben hat nicht den wissenschaftlichen kriterien entspricht und nichts Innovatives ist bekommt man auch keinen Doktortitel. Es ist eben schwer wirklich künsterlich tätig zu sein bzw Kunst zu schaffen, genauso wie es nicht einfach sich ein gutes Thema rauszusuchen, erfolgreich dazu zu forschen und die Ergebniss enoch angemessen niederzuschreiben.
      Für meine Fähigkeiten, vermute ich, das ich sogar in der Lage wäre eine Doktorarbeit zu schreiben, ich habe schon öfter darüber in letzter zeit nachgedacht, was ich für ein Thema nehmen würde, und fände den Denkansatz das Autismus durch Genetik am besten zu erklären ist dabei am lohnensten. Man spekuliert aber noch zu sehr weil es zu wenig oder kaum Studien darüber gibt.
      Mit Autismus selbst kenne ich mich inzwischen sehr gut aus, alle waren sehr beeindruckt als ich eine Zusammenfassung die 8 Seiten lang ist und auch in verschiedene Schwerpunkte unterteilt ist aufgestellt habe und darüber an 2 tagen einen Vortrag gehalten habe und auch anhand von Beispielen erklärt habe was Autismus ist und ausmacht.
      Ich glaube das ich sowas gut kann, wenn es Themen sind, mit denen ich mich wirklich gut auskenne.
      Nun gibt es das Thema Autismus ja schon, aber es gibt noch kein gesondertes Thema das sich damit beschäftigt in wie weit Autisten die spezifisch autistischen Verhaltensweisen von ihren Eltern geerbt haben oder in wie weit überhaupt und wie es dazu kommt, das neben diesen paar Verhaltensauffälligkeiten uU noch weitere finden lassen.
      Ich würde dazu so viele Autisten wie möglich befragen, aber auch Eltern die autistische Kinder haben. Wenn man die Gründe für Autismus finden will, muss man sich die Eltern von Autisten genauer anschauen, ich denke das hat man in der Vergangenheit zu selten getan oder eben nicht genau genug. Eltern werden bzw wurden meist nur danach gefragt wie ihre auffälligen Kinder waren, oder ob die Kinder schon früh anders/auffällig waren um zu beurteilen ob Autismus oder was anderes.
      Wie die Eltern so sind, ob sie selbst autistische Züge haben oder nicht, steht nicht in den Diagnoseabläufen, weil nicht relewannt oder zielführend.
      Ärzte haben ggf Eltern nur dann "vor den Kopf gestoßen" und einen Verdacht auch bei ihnen geäußert, wenn es offensichtlich war.
      Sonst wird dazu eher nichts gesagt.
      Ich habe über die Jahre bemerkt das meine beiden Eltern aber auch meine Oma und ggf auch mein Groß-Onkel, also ihr Bruder alle sammt autistische Züge aufgewiesen haben.
      Mich würde interessieren bei sowas, ob andere Autisten das ähnlich oder genauso erleben, oder ob es auch welche gibt deren Eltern gar gänzlich unauffällig sind, und ob es Unterschiede gibt bei stärker betroffenen und weniger stark betroffenen Autisten, ob die Eltern immer ähnlich starke Züge haben oder welche Züge gehäuft vorkommen und welche weniger.
      Wichtig zu verstehen wäre, warum man als Autist noch so viele andere Symptomatiken zeigt, was eben die Eltern nicht haben.
      Das weiß die Forschung bis heute nicht.
      Das problem ist, Studien kosten immer viel geld und ob man das Geld dafür von irgendwo gestellt bekommt ist die Frage.
      Was wäre wenn zum beispiel durch eine Studie belegt werden kann, das Autismus begünstigt wird, wenn Eltern mit autistischen Zügen, bei der Schwangerschafft bestimmte Einflüsse auf den Fötus abgibt (zum beispiel bei einer bestimmten Homonkonzentration bei der Mutter kombiniert mit einer Stressphase, und anderen Erkrankungen die autoimmunerkrankungen wie Neurodermitis oder so begünstigen) solche Studien sind teuer, und man könnte dann nur sagen "Testen Sie sich auf dies und das, und vermeiden Sie stress bei der Schwangerschaft, ansonsten könnten Sie ein autistisches Kind bekommen, ihre genetischen persönlichen Tendenzen sind dafür eh schon erhöht" aber sowas wird wirtschaftlich uninteresannt sein, vorallem weil das wieder in unethische Bereiche geht, vonwegen unwertes Leben, absichtliche Abtreibung etc. Und das wäre nicht mein Ziel mit so einer Forschung.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Für meine Fähigkeiten, vermute ich, das ich sogar in der Lage wäre eine Doktorarbeit zu schreiben, ich habe schon öfter darüber in letzter zeit nachgedacht, was ich für ein Thema nehmen würde, und fände den Denkansatz das Autismus durch Genetik am besten zu erklären ist dabei am lohnensten. Man spekuliert aber noch zu sehr weil es zu wenig oder kaum Studien darüber gibt.
      Mit Verlaub, es ist davon auszugehen, dass du das massiv unterschätzt, wenn schon fachabi zu viel für dich war. Selbst für die meisten Akademiker wäre die Promotion zu viel. Genauso wie in der Kunst gehört zur Wissenschaft auch Fleiß und Disziplin, nicht aufzugeben und auch Sachen zu machen bzw. imemr wieder zu üben und auszuprobieren, auch wenn es keinen Spaß macht. So wie Künstler beispielsweise immer wieder Körperbewegungen etc. studieren um zu lernen, wie man am besten Körper zeichnet um sich da stetig zu verbessern muss man als Wissenschaftler sehr sehr viel Luteratur lesen, verstehen und analysieren. Eine Doktorarbeit bzw. die Forschung dazu dauert schnell mal so lange wie das Studium selber. Sich 4-5 Jahre lang auf ein Thema zu konzentrieren (mehrere stunden jeden Tag) inklusive einiger nerviger Sachen und Rückschläge sollte man nicht unterschätzen. Also genauso wie man dann nicht einfach malt, was einem spaß macht liest man auch nicht einfach nur was einen interessiert. Und manche Wissenschaftler schreiben echt laaaaangweilig oder sehr sehr kompliziert. Wenn ich mich richtig entsinne, bist du ja beispielsweise beim malen auch nicht bereit wirklich zu üben und deinen Stil zu verbessern durch üben (sondern einfach so weiter machen wie es dir gefällt und passt und leicht fällt) aber auch durch das "Studium" von Techniken und Vorgehensweisen anderer. Ohne das läuft es aber auch in der Forschung nicht, wenn man nicht bereit ist Wissen und Fähigkeiten zu vertiefen, auch wenn es einem nicht gefällt und keinen Spaß macht. Wie gesagt Methodik ist in der Kunst wie in der Wissenschaft sehr entscheidend.

      RegenbogenWusli wrote:

      Mit Autismus selbst kenne ich mich inzwischen sehr gut aus, alle waren sehr beeindruckt als ich eine Zusammenfassung die 8 Seiten lang ist und auch in verschiedene Schwerpunkte unterteilt ist aufgestellt habe und darüber an 2 tagen einen Vortrag gehalten habe und auch anhand von Beispielen erklärt habe was Autismus ist und ausmacht.
      Ich glaube das ich sowas gut kann, wenn es Themen sind, mit denen ich mich wirklich gut auskenne.
      Auskennen und wissenschaftlich fundiertes Wissen inklusive wissenschaftliche Methodik beherrschen sind unterschiedliche Dinge und man soltle auch nicht unterschätzen, was man in 5 Jahren Studium aufnimmt, auch da viel Wissen für einen ja schon vorbereitet wurde. Eine wissenschaftliche Ausbildung die die Grundlage ist für wissenschaftliche Forschung ist mehr als bloßes Wissen. Und 8 Seiten Zusammenfassung Vortragen ist ja schön und gut, aber das ist quasi die Grundvorraussetzung fürs Studium, also Referate muss man da zumidnest in meinem fachgebiet ständig halten. Forshcung ist aber was ganz anderes, da muss man sich basierend auf dem aktuellen Forschungsstand eine wissenschaftliche Frage überlegen, ein Design und eine Methodik entwickeln, dann basierend darauf die Quellen oder eben die Probanden untersuchen, dann auswerten, in den wissenschaftlichen Kontext einordnen und Schlüsse ziehen.

      RegenbogenWusli wrote:

      Wichtig zu verstehen wäre, warum man als Autist noch so viele andere Symptomatiken zeigt, was eben die Eltern nicht haben.
      Das weiß die Forschung bis heute nicht.
      Ja aber dazu wird es Gründe geben, beispielsweise dass es sehr schwierig ist das mit einer Studie herauszufinden. Wie will man das denn auch untersuchen? Da sind wir wieder beim Forschungsdesign und Methodik. Das kann ja auch in sovielen verschiedenen Feldern begründet liegen. Wie gesagt man geht ja nicht einfach hin und sagt: SO ich mach jetzt eine studie. Man muss basierend auf bisherigen Erkenntnissen eine Hypothese aufstellen und dann stauen wie man mithilfe von wissenschaftlichen untersuchungen da etwas belegen kann, also inklusive einer Methodik.

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    • Dann weiß ich aber nicht warum der Betreuer und die Gruppenleiter mir sowas "mal eben" zutrauen.
      Ich selber habe mir sowas vorher auch nicht zugetraut und auch nicht den Wunsch gehabt sowas zu machen.
      Man meinte nur das ich mit dem was ich in der Werkstatt mache, ja eigentlich komplett unterfordert wäre was meine geistigen und motorischen Fähigkeiten anbelangt und das ich gerade im Bereich Labor und Forschung am besten aufgehoben wäre, wenn ich einen Arbeitsplatz auf dem 1. Arbeitsmarkt suchen wollen würde.
      Sie haben aber auch gesagt, solange ich in der Werkstatt glücklich bin, ist das natürlich auch vollkommen okay, es würde nur nicht meinen eigentlichen Fähigkeiten entsprechen.
      Ich werde meist für Arbeiten eingesetzt wo die anderen Teilnehmer Probleme haben, also bei sehr feinmotorischen Sachen die aber auch Konzentration fordern und das bei einer stetig gleichbleibenden Aufgabe.
      Ich vermute das sie denken das ich für das Zusammensetzen von Glattwinkeln zu schade bin.
      Mich selbst stört diese Arbeit aber nicht, ich mache sie gerne.
      Ich möchte auch garkeine Ausbildung machen oder etwas studieren, weil ich eben genau weiß das ich (sofern mich ein Thema nicht wie ein SI interessiert) eher Probleme habe mal eben irgendwas zu lernen, was man vorgesetzt bekommt, weil so die Schule oder ähnliches nunmal funktioniert.
      Wie schnell man lernt wird ja auch noch vorgegeben und da komme ich meist auch nicht mehr mit, nach einer Weile.
      Allein schon wegen dieser Schwierigkeiten sehe ich mich selbst weder in einer Berufsschule, noch in einem Studium.
      Von der Interaktion mit anderen Menschen ganz zu schweigen.
      Ich könnte vielleicht noch einen handwerklichen Beruf lernen, wenn es da nur tätigkeits orientiertes Lernen gäbe, also nach dem Vor und Nachmach-prinzip, aber Schulunterricht mit Lehrer steht vorn und erzählt was, ist für mich eine extrem ansträngende art zu lernen, meist komme ich nicht hinterher bei sowas.
      Das wäre nur möglich, wenn ich den Vortrag per Video aufnehme und später analysieren kann.
      Deswegen fand ich Vorlesungen oder Vorträge über bestimmte Themen immer so interesannt, die kann man sich immer wieder anschauen.
    • Bei wissenschaftlichen Arbeiten geht es vornehmlich darum, haufenweise zu zitieren... und am besten auch noch eigene frische Forschungsergebnisse einzubinden. Im Studium lernt man, wie sowas geht. Ist schon sehr arbeitsaufwendig das Ganze.

      Dennoch finde ich wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben leichter als sowas wie Fachabi... aber ich hab auch ne Rechenschwäche...


      Die Babystudie fanden sie deshalb so spannend, weil es eine neue Methode sein könnte eine Früh(!)erkennung von Autismus zu haben. Aber ich fand es vor allem deshalb spannend, weil dieses Symptom noch nicht einmal aufgelistet ist in den offiziellen Dokumenten, ich es aber an mir selbst immer wieder bemerke.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Dennoch finde ich wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben leichter als sowas wie Fachabi... aber ich hab auch ne Rechenschwäche...
      Teilnehmen konnte ich an wissenschaftlichen Arbeiten noch nie, kenne sowas nur aus Dokumentarfilmen oder ähnlichem, und da finde ich es auch spannend und eher mein ding als das was ich im Fachabi gemacht hab und wie die Schule damals so abgelaufen ist.
      Ich hatte früher mal Biologie auf einem Gymnasium in bayern, das kam mehr einem professionellen Lehrgang nahe als alles was ich im Bio hier in NRW auf irgendeiner Schule hatte, und ich fand das extrem interesannt und es war absolut mein Ding.
      Aber wie das min Schule ist, man hat ja noch so viele andere Fächer dabei, die dann nicht mein Ding waren.


      Lex wrote:

      Aber ich fand es vor allem deshalb spannend, weil dieses Symptom noch nicht einmal aufgelistet ist in den offiziellen Dokumenten, ich es aber an mir selbst immer wieder bemerke.
      Von welchem Symptom sprichst du da genau? Meinst du damit jetzt die Dyskalkulie oder? Ich habe da jetzt keinen Zusammenhang zwischem dem letzten Satz und den von mir oder anderen Leuten oben geschriebenen gefunden.
    • mal zwei Zwischenfrage, wenn es erlaubt ist:
      - klappt es mit dem Löten?

      - und warum spielt das mit dem Doktorat und Forschung eine so grosse Rolle? Das Doktorat ist ja nur ein möglicher Abschluss deiner Hochschullaufbahn. Danach müsstest du doch auch wieder eine Arbeit suchen. Du kannst auch mal @Nervenbündel fragen, was es heisst, um an einem Institut zu arbeiten. Wir hatten da einen längeren privaten Austausch dazu.

      Vorab Sorry - wenn ich zu direkt frage!
    • Lex wrote:

      Nein, ich meine das Symptom der verzögerten Gehirnreaktion auf Reize.
      Achso, es ist die Frage ob das bei der Mehrheit der Autisten so ist und ob es so extrem ist, das es relevant für die Auflistung der gängigen Symptome ist, nehme ich an.
      Die anderen Dinge die es auf der Liste gibt, sind vermutlich am häufigsten beobachtet worden, und sie sind auffällig, auch für Leute von aussen. Die Sache die du beschreibst merkt man als Autist selbst vermutlich mehr als andere das von aussen wahrnehmen. Ich würde sagen, da wo andere das gut auch merken können ist, wenn der selektive Mutismus einsetzt oder man überlegen muss was man sagt und der andere die Stille mehr bemerkt als manselbst, ist es sicher auffällig, aber ich kann nicht sagen ob das schon für ein separtiertes Symptom wertig ist, weil das im Grunde generell in den Symptombereich der ungewöhnlichen oder auffälligen art der Kommunikation fällt. Das wird ja quasi eh schon erklärt das Autisten in Sprache, Wortwahl, Ausdrucksweise und so weiter, auffällig sind, und hier gibt es auch wieder Unterschiede.


      jaw wrote:

      - klappt es mit dem Löten?
      Ich konnte bisher noch nicht weiterlöten, das was ich machen sollte, hatte ich an dem Tag fertig geschafft und in den letzten Tagen gab es kaum mehr irgendwas zutun weil so kurz vor Neujahr keine neuen Aufträge reinkommen und wir ein paar Dinge geliefert bekommen müssen um weitermachen zu können.
      Ich habe in den letzten paar Tagen gebastelt, Weihnachtsdeko.


      jaw wrote:

      - und warum spielt das mit dem Doktorat und Forschung eine so grosse Rolle? Das Doktorat ist ja nur ein möglicher Abschluss deiner Hochschullaufbahn. Danach müsstest du doch auch wieder eine Arbeit suchen. Du kannst auch mal @Nervenbündel fragen, was es heisst, um an einem Institut zu arbeiten. Wir hatten da einen längeren privaten Austausch dazu.
      Das war im Grunde eh nur eine Spinnerei. Ich habe denke ich, zu viele Probleme die mich in irgendeiner Weise einschränken oder mich zu kraftlos machen, als das ich neben einem Projekt wie sowas noch andere Dinge tun kann, die eben auch dazu gehören. Von gewöhnlicher Alltagsregelung mal abgesehen, die meine ich damit garnicht.
      Ich glaube für ein Studium und all das drum und drann braucht man vorallem Energie, aber die habe ich nicht mehr, wenn ich die überhaupt jemals hatte. Als ich Jugendlicher war und von der Schule nachhause kam, war ich ja schon immer todmüde.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Achso, es ist die Frage ob das bei der Mehrheit der Autisten so ist und ob es so extrem ist, das es relevant für die Auflistung der gängigen Symptome ist, nehme ich an.
      Wenn das so selten wäre, hätten sie es wohl nicht in dieser Babystudie bemerkt, müssen ja doch recht viele Babys gewesen sein, die dieses Symptom aufwiesen und bei denen später AUtismus diagnostiziert wurde. Und ja, normalerweise bemerkt man so etwas von außen nicht (oder wird nur für träge gehalten und angemotzt), aber diese Gehirnuntersuchung hat es halt gezeigt. Da die bisherigen Diagnosekriterien ohne Gehirnuntersuchung aufgestellt wurden, war das Symptom vielleicht in der Tat einfach übersehen worden. Wäre ja mal interessant.

      Ich habe keinen selektiven Mutismus und würde behaupten das Symptom ist davon unabhängig. Wenn eine Reaktion wenige Sekunden verzögert erfolgt ist das ja noch kein selektiver Mutismus. Ungewöhnliche Art der Kommunikation ist wieder etwas, was rein von außen beobachtet wird. Wenn hingegen etwas verspätet im Gehirn ankommt oder verzögert im Gehirn verarbeitet wird, ist das ein innerer Vorgang und somit besser wissenschaftlich erfass- und bewertbar, wenn er halt durch eine entsprechende Gehirnuntersuchung bewiesen wird. Sonst wüsste man doch nicht, ob die Person z. B. absichtlich verzögert auf etwas reagiert.

      Aber vielleicht sollten wir dieses Thema bei Zeiten in einen anderen Thread auslagern, so dass mehr andere mitreden können.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Da die bisherigen Diagnosekriterien ohne Gehirnuntersuchung aufgestellt wurden, war das Symptom vielleicht in der Tat einfach übersehen worden. Wäre ja mal interessant.
      Vermutlich hat das auch kosten-gründe, diese art von Untersuchung ist ja recht teuer, und diese Untersuchung kann Autismus nicht klar diagnostizieren.
      Ich finde es aber auch interesannt und bin idR immer für solche Tests, nicht um einzugrenzen sondern um sich selbst besser kennenzulernen, man hat mit so einem Ergebnis es ja quasi schwarz auf weiß stehen das man da ein Defizit hat und es wird auch erklärt woran das liegt, anstatt nur eine Vermutung zu haben.


      Lex wrote:

      Wenn eine Reaktion wenige Sekunden verzögert erfolgt ist das ja noch kein selektiver Mutismus.
      Meiner Erfahrung nach führt es aber häufig dazu, jedenfalls geht mir das so. Ich erlebe das ja fast täglich, das ich den richtigen Moment zum grüßen verpasse und dann garnichts mehr sage weil ich nicht weiß wie oder was ich dann noch sagen soll was passend wäre.
      Daher sage ich dann nichts mehr, außer der jenige fragt warum ich nicht zurück grüße.


      Lex wrote:

      Ungewöhnliche Art der Kommunikation ist wieder etwas, was rein von außen beobachtet wird. Wenn hingegen etwas verspätet im Gehirn ankommt oder verzögert im Gehirn verarbeitet wird, ist das ein innerer Vorgang und somit besser wissenschaftlich erfass- und bewertbar, wenn er halt durch eine entsprechende Gehirnuntersuchung bewiesen wird. Sonst wüsste man doch nicht, ob die Person z. B. absichtlich verzögert auf etwas reagiert.
      Das kommt auf die art der Kommunikation drauf an. Ich meinte hier die Reaktion auf das was andere sagen was ich oben beschrieben habe. Ich vermute auch wie du sagst, das es daran liegt, das das Gehirn einfach länger braucht um darauf zu reagieren weil es länger mit der Auswertung beschäftigt ist. Vielleicht weil es nachdenklicher beurteilt als das von NAs, die eher impulsiv und instiktiv handeln.
      Diese Reaktionsträgheit spielt sich nicht nur auf der sprachlichen Ebene ab sondern auch auf der motorischen wie man sich dann denken kann.
      Das ist natürlich nur Theorie, man müsste da wirklich mehr von anderen Leuten hören die das gleiche Problem haben, und schauen wie die sich selbst in diesen Situationen beschreiben, und mit den endsprechenden Tests dann schauen ob das wirklich daran liegen kann das das Gehirn hier anders arbeitet.
    • Ich kann dir sagen wie es bei mir abläuft: Jemand sagt plötzlich was zu mir. Erstmal muss ich den Gedanken gebremst bekommen, den ich gerade im Kopf am wälzen war, das sit gar nicht so leicht manchmal mich da selbst hinreichend zu stoppen. Dann kann es sein, dass ich nachträglich mir erstmal bewusst werden muss, was derjenige überhaupt zu mir gesagt hat, z. B. indem ich den Satz laut oder im Geiste wiederhole, bis er für mich Sinn ergibt. Im Anschluss muss ich überlegen, wie ich am besten darauf reagiere. Dann muss ich mich entscheiden, ob ich diese Reaktion auch wirklich zeige bzw. muss es abwägen. Und dann muss ich es noch ausführen.

      Das Gegenbeispiel wäre z. B. eine Person, die absichtlich verspätet auf eine Frage antwortet, um die Person zu ärgern. Das würde nach außen hin gleich aussehen. Oder auch wenn jemand generell nicht besonders intelligent ist und daher langsam im Kopf ist. Bei mir ist hingegen eher zu viel im Kopf los. WIr haben hier im Forum diesen Persönlichkeitstest. Lies dir da mal das Profil des Logikers durch, das beschreibt mich recht genau. WIe so ein ständig in hochkomplexen Gedanken versunkener zerstreuter Professor. würde ich sagen. Aber wenns schnell gehen muss einfach nicht genug auf Zack.

      Ich weiß aber nicht an welcher Stelle die Wissenschaftler die Gehirnreaktionen bei diesen Babys messen. Vielleicht ist es auch etwas, was wir selbst gar nicht mitkriegen, z. B. dass ein akkustisches Signal erst verspätet im Gehirn überhaupt eintrifft bzw. von diesem wahrgenommen werden kann und somit das Hören als solches etwas verspätet geschieht.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Erstmal muss ich den Gedanken gebremst bekommen, den ich gerade im Kopf am wälzen war, das sit gar nicht so leicht manchmal mich da selbst hinreichend zu stoppen.
      So ein Problem habe ich eher nicht. Ich habe zwar auch Gedanken, aber endweder merke ich garnicht das jemand was zu mir gesagt hat, wo dann die Gedanken stärker sind, oder ich höre das was jemand sagt und habe dann aber eine komplette Leere im Kopf, also das was ich vorher sagte, vergesse ich apprupt komplett.


      Lex wrote:

      was derjenige überhaupt zu mir gesagt hat, z. B. indem ich den Satz laut oder im Geiste wiederhole, bis er für mich Sinn ergibt.
      Das mache ich auch, aber nur wenn ich es akkustisch nicht verstanden habe. Das kommt aber auch schon recht oft vor.


      Lex wrote:

      Im Anschluss muss ich überlegen, wie ich am besten darauf reagiere. Dann muss ich mich entscheiden, ob ich diese Reaktion auch wirklich zeige bzw. muss es abwägen. Und dann muss ich es noch ausführen.
      Ja das mache ich auch, wobei bei mir die Gedanken darauf was ich nun sage mehr überwiegen als die Gedanken wie die beim anderen ankommen oder wie ich selber dabei wirke, dazu habe ich scheinbar kein Gespühr oder habe das nie gelernt.
      Ich wüsste auch nicht wie ich dafür zusätzliche Zeit und Energie aufbringen soll weil Kommunikation jetzt schon nur halbwegs bei mir funktioniert.
      Im Ersten Moment sind die Leute meist überrascht wenn ich sage das ich Autist bin und wo meine Schwierigkeiten liegen, weil sie mich als sprachlich kompetent und unauffällig wahrnehmen. Probleme erleben sich meist erst nach einer gewissen Zeit.


      Lex wrote:

      Das Gegenbeispiel wäre z. B. eine Person, die absichtlich verspätet auf eine Frage antwortet, um die Person zu ärgern. Das würde nach außen hin gleich aussehen.
      Ja das würde sicher dann gleich aussehen, und keiner kann sowas vorab ohne Vorwissen über die Person einschätzen können.
      Ich habe zwar noch nie jemanden erlebt der sich so verhalten hat, aber sicher gibt es das auch.


      Lex wrote:

      Bei mir ist hingegen eher zu viel im Kopf los. WIr haben hier im Forum diesen Persönlichkeitstest. Lies dir da mal das Profil des Logikers durch, das beschreibt mich recht genau. WIe so ein ständig in hochkomplexen Gedanken versunkener zerstreuter Professor. würde ich sagen. Aber wenns schnell gehen muss einfach nicht genug auf Zack.
      Hast du einen Link zu dem Test? Oder Thread? Kann sein das mir das entgangen ist, ich weiß nichtmal in welchem Bereich der Thread sein könnte.
      Bei mir ist es eher so, das ich eigentlich ständig am nachdenken bin, aber dann in den Momenten wo ich unter Druck spontan das richtige finden muss, und mir wenig Zeit bleibt, habe ich oft Wortfindungsprobleme und manchmal auch eine komplette Leere im Kopf. Denken geht bei mir scheinbar eher nur wenn ich allein für mich bin.


      Lex wrote:

      Ich weiß aber nicht an welcher Stelle die Wissenschaftler die Gehirnreaktionen bei diesen Babys messen. Vielleicht ist es auch etwas, was wir selbst gar nicht mitkriegen, z. B. dass ein akkustisches Signal erst verspätet im Gehirn überhaupt eintrifft bzw. von diesem wahrgenommen werden kann und somit das Hören als solches etwas verspätet geschieht.
      So weit ich weiss sind die Forscher momentan in der Lage die Arreale sichtbar zu machen die für bestimmte Bereiche zuständig sind. Ich weiß jetzt nicht in welchem Teil des Gehirns Akustik verarbeitet wird, und ob zum Beispiel bei Musik andere Bereiche anspringen als bei Alltagsgeräuschen, ich glaube aber schon.
      Man kann das zwar sichtbar machen, aber ich glaube die Forschung kann momentan nicht da genau eingrenzen was genau passiert bei solchen Vorgängen, also zum beispiel eine Blockade von Synapsen, oder das an den Synapsen für die Weiterleitung bestimmter Reize nicht genug Transmitter-zellen vorhanden sind.
      Es gibt ja beispielsweise Hormone oder andere chemische Substanzen die man auch in Alkohol oder speziellen Medikamenten findet, die eine Hemmung von Reizen hervorruft weil diese Zellen blockiert werden.
      Das kann man glaube ich zwar nachweisen wenn man nach einem schon bekannten Stoff sucht, ob man das auf andere Weise auch feststellen kann, ohne den chemischen Auslöser zu kennen weiß ich aber nicht.
    • Samstag 12.12. 2020

      Ich schreibe im Moment eher selten, mir fehlt meist die Zeit und auch die Energie so viel zu lesen und dann darauf zu antworten, gerade bei Beiträgen von anderen Leuten im Forum wenn schon Seiten mit Kommentaren dabei sind.
      Ich dachte ich schreibe aber mal wieder hier damit Ihr seht das ich nicht weg bin, ich bin ja dennoch immer wieder mal ein paar mal die Woche hier und lese was ihr hier so schreibt.

      Im Moment gibt es bei uns in der Werkstatt wenig zutun, das ist jetzt schon seit den letzten 3 Wochen so. Letzte Woche hatte ich Urlaub, diese Woche war ich wieder da. Eine schöne ruhige Woche, weil der "Eine" der sich so blöd verhält auch im Urlaub ist. Weiß nicht ob er nächste Woche wieder da ist oder nicht.
      Im Moment vertreiben wir uns die Zeit eher mit Brettspielen und Kartenspielen, sowas habe ich schon seit 20 Jahren nicht mehr gemacht und ich mache es sehr gerne.
      Ich habe auch Weihnachtsdeko für die Fenster gebastelt.

      Ob wir nächste Woche Montag wieder hingehen weiß ich allerdings nicht.
      Die Corona-zahlen steigen seit Tagen, und Laschet fordert nun auch in NRW den Lockdown für nächsten Montag, darum weiß ich nicht ob es nun weiter geht oder ob wir zuhause bleiben sollen. Am Freitag meinte noch der Gruppenleiter das er nicht glaubt das es zu sein wird, aber ich habe das anders im Gefühl.

      Einige von uns sind auch auf einer Seite die Anton-Lern-app heißt angemeldet in einer Gruppe für das Franz-Sales-Haus.
      Da sollen wir dann Aufgaben lösen die die Gruppenleiter uns geben.
      Ich habe schon alle für diese Woche erledigt.
      Ich finde die Seite nicht schlecht, zumindest um altes Wissen wieder aufzufrischen, oder etwas womit man mal probleme hatte eventuell vielleicht nochmal neu zu lernen.
      Meine Probleme lagen ja immer bei Mathe.
      Auf der Seite gibt es auch Bio-aufgaben und Themenbereiche. Es ist nur leider alles eher 5-8 Klasse-Niveau, nichts was in Richtung professioneller geht und Englisch oder Latain gibt es leider garnicht.
      Bei Bio hätte ich mir mehr Fachbegriffe erhofft, also zum Beispiel bei dem Thema das menschliche Skelett hätte ich mir mehr Bezeichnungen der einzelnen Knochen und auch deren lateinische Bezeichnungen erhofft, das ist nicht mehr nur Allgemeinwissen und wäre für mich interesannter da ich die anderen Dinge die dort gezeigt werden überwiegend alle schon weis.
      Die Art wie man dort lernt finde ich aber gut und erleichternd, es ist mit mehr Spaß verbunden als wenn man nur trocken ein Sachbuch liest.