Mein Autismus Tagebuch - von Regenbogenwusli/Stan

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    • Mein Autismus Tagebuch - von Regenbogenwusli/Stan

      Ich hab den Titel mal etwas spezifischer gewählt, weil vielleicht jemand anderes hier schon etwas ähnliches gemacht hat oder noch machen will und man es nicht verwechseln soll.

      Also, erstmal als Vorwort, der Thread ist kein Buch oder Poesie, er dient lediglich dazu erlebte Dinge die man unbedingt mal loswerden muss fest zu halten, und das noch am gleichen Tag wo es passiert ist, denn leider neige ich dazu alles nach einer Weile komplett oder teilweise wieder zu vergessen und in anderen threads wo andere über ähnliches berichten kann ich dann meist garnichts aus eigener Erfahrung dazu sagen obwohl ich genau weiß das ich gewisse Situationen selber kenne, aber wie gesagt zwecks mangelnder Erinnerung nichts dazu beisteuern kann.
      Das hat mich schon länger genervt.
      Aus den grund mache ich diesen thread hier wo ich meine persönlichen Erlebnisse die ich durch oder wegen Autismus erlebe und durchlebe quasi, denn nicht alle sind schön.

      Ich will euch nicht verbieten hier auch etwas zu schreiben, aber wenn, dann bitte nur Beitragrelewanntes und nicht ein eigenes Tagebuch in meinem Tagebuch anlegen :)
      Dafür könnt ihr ja eigene Threads aufmachen.
      Also Replies und Diskussionen zu dem was ich hier Erlebtes niederschreibe sind durchaus gewünscht, es kommen allerdings immer wieder mal neue komplett andere Erlebnisse hinzu, also bitte nicht wundern wenn vorher über was anderes gesprochen wurde :)

      Diverse Erlebnisse mit Tag und Datum folgen unten.
      Viel Spaß beim Lesen, vielleicht findet sich der ein oder andere ja in diversen Dingen wieder oder kennt sowas auch.

      Für andere die keinen Autismus haben, diverse Situationen aber auch kennen, und nicht für schlimm oder sonst was empfinden und sich jetzt wundern wie man sich über sowas so viel den Kopf zerbrechen kann, ich versuche es auch zu beschreiben was ich denke, nicht nur was passiert ist.
      Vielleicht hilft das für Aussenstehende ja sich ein besseres Bild über die Situation, die Gefühle und auch das Denken dem ich nunmal machlos unterliege zu machen.
      Ich kann mir nämlich vorstellen das das ein oder andere für Nicht-autisten fast schon lächerlich albern und übertrieben anhört, aber für mich stellt es ein Problem dar.

      So viel dazu.

      -------------------------------------------------------

      Und hier ist auch schon das aller erste Erlebnis das ich niederschreiben möchte.
      Ich schreibe nichts auf was früher mal passiert ist. Sinn und Zweck der Sache ist es, Erlebtes so frisch und adäquat wie möglich wiederzugeben, darum bringt es nichts im Vorgestern herumzukramen (RW)

      Freitag 21. 09. 2018

      Heute habe ich wieder bei der Frau unten in der Wohnung sauber gemacht, wie jeden Freitag eigentlich.
      Als ich zu ihr in die Wohnung kam, wollte sie gleich das ich was mache was ich sonst nicht mache.
      Das war ungewöhnlich und fühlte sich gleich leicht verunsichernd in mir an, aber wie meist alles lies ich das auf mich zukommen.
      Sie zeigte mir die Waschmaschine und sagte das ich da drunter sauber machen soll.
      Also schoben wir zusammen die Waschmaschine zur Seite.
      Über die Jahre hat sich dort einiges an Dreck angesammelt.
      Sie sagte noch, das sie sich darüber schon länger ärgert das sie das nicht mehr selber kann.
      (bei der Bemerkung fragte ich mich wie oft sie das früher als sie das noch konnte wohl gemacht hat)
      Als die Waschmaschine nun von der Wand abgerückt war sah man auf dem Boden (Badezimmer mit Fliesenboden) einen Belag aus Staub. Die Wandfliesen waren sauber, jedenfalls sah man da nichts.
      Sie bat mich einen Feger auf dem Putzschrank zu nehmen, da hingen allerdings 2 davon herum. Ich hielt den einen in der Hand und sie wollte aber den anderen, sagte aber nur "Nein den Teppichfeger" oder sowas.
      Konnte mit dem Wort nichts anfangen aber da dort nur noch ein anderer hing, meinte sie wohl den, was auch so war.
      Der fühlte sich etwas kratziger an.
      Sie nahm ihn und bürstete damit die Rückseite der Waschmaschine ab, und es fiehlen die Staubkrümel auf den Boden.
      Ich sagte das müssen wir erstmal wegsaugen und holte den Staubsauger.
      Nach dem Saugen machten wir Spülwasser in einen Eimer und sie hatte da mehrere Lappen herumliegen, die sie wohl vorsorglich schon auf die Spüle legte.
      Ich kapierte nicht sofort welchen der Lappen wir nehmen sollten. Einen zum Schrubben und einen anderen für die Fliesen.
      Zuerst habe ich die Fliesen mit dem kleineren Lappen abgewischt und dann mit einem Viledalappen abgewischt.
      Dann meinte sie noch das ihr ein Löffel in die Heizung daneben gefallen sei und ich da unten an einer Klappe schauen soll ob der da drin ist um ihn wieder rauszuholen.
      Dazu meinte sie das man die Klappe irgendwie herunter drücken kann.
      Sie hat sich so undeutlich ausgedrückt das ich zuerst dachte das sie der vordere Verkleidung der Heizung meint.
      Sie hat keine typischen Rippenheizungen sondern noch so alte Kästen mit metallischer Verkleidung.
      Als ich fragte ob sie die Verkleidung meint sagte sie "Nein, da unten ist eine Klappe" und fasste da drann. Ich versuchte das auch aber da ließ sich nichts "herunter drücken".
      Da war nur eine art Lasche die man leicht zusich ziehen konnte aber ohne das da was auf ging.
      Sie sprach immer wieder über das "Ja Sie müssen das drücken" und ich sage so "Das kann man nicht drücken, nur ziehen und das geht nicht, das bewegt sich kaum".
      Und sie sagt weiter "Ja drücken "Sie doch mal" und ich sagte "Ich verstehe nicht wie Sie das meinen" weil ich ja keine Ahnung haben kann wie der Mechanismus da funktioniert.
      Sie sagte dazu "Ja dann sind Sie zu dumm um das zu verstehen"
      In dem Augenblick war ich schon etwas geplättet (RW)
      Ich war am überlegen wie ich reagieren soll denn gekränkt fühle ich mich schon.
      Sie lenkte mich dann aber ab und sagte das im Wohnzimmer an der Heizung das auch geht und ich habe es da auch ausprobiert.
      Die Heizung im Wohnzimmer ist breiter und da hab ich diese Klappe auch durch hinten hoch drücken öffnen können. Dort kommte man die Lasche besser fassen weil die Heizung höher hängt.
      Im Badezimmer kam man nur mit den Fingern unter die Heizung, darum klappte das kaum.
      Ich hab dort jedenfalls keinen Löffel gefunden.
      Dann fing ich an zu putzen.
      Natürlich hat sie mich hier auch nicht allein gelassen (genervt mittlerweile).
      Ich sagte ihr, ich würde jetzt mit dem nassen Schrubber ohne Tuch den pappenden Staub ablösen.
      Sie meinte aber ich solle das Wasser aus dem Eimer da drüber schütten.
      Zugegeben hab ich mir das nicht zugetraut, weil ich nicht den halben Raum unterwasser seltzen will.
      Das hab ich ihr auch gesagt und sie meinte dann nur "Sie sind aber keine Putzfrau?" in einem fragenden und gleichzeigtig aussagenden Tonfall.
      Ich wusste nicht ob das ein Vorworf sein soll oder nicht.
      Ich sagte nur "Nein bin ich nicht, ich hab das ja nicht gelernt".
      Sie meinte dann "Ja aber Sie müssen doch oben ihre Wohnung auch putzen".
      Ich sagte dazu das das meinste meine Mutter macht.
      Sie meinte dazu das ich das ja auch können muss wenn ich alleine bin was ich auch verstand.
      Ich sagte dazu nur das das bei mir auch sauber wird, ich mache es halt nur anders.
      Am liebsten hätte ich ihr gesagt das man das auf verschiedene Weisen kann und man nicht nur eine Variante von Putzen nehmen muss aber das ist mir in dem Augenblick nicht eingefallen.
      Dann als das alles aufgewischt war, haben wir die Waschmaschine wieder an die Wand geschoben.
      Sie meinte das sie immer 9 Fußbodenkacheln von der Wand gegenüber abstand hat. So haben wir sie auch hingestellt.
      Der Fußboden wo sie nun vorrübergehend stand war nun dreckig und sie meinte wir holen neues Putzwasser.
      Also sind wir wieder in die Küche mit dem Eimer und den Lappen.
      Alles auswaschen, und dann wollte ich Putzmittel in den Eimer tun aber das wollte sie nicht. Sie meint das schäumt.
      Das mag sie scheinbar nicht.
      Also hab ich den Eimer so nur mit Wasser voll gemacht, und als er gut halbvoll war wollte ich das Wasser abstellen aber sie meinte das sei zu wenig Wasser.
      Der Eimer war fast komplett voll und dann tat sie das Spülzeug rein und rührte es mit dem Lappen um.
      Dann wischte ich mit dem Schrubber und Wasser auf dem Fußboden über eh schon nicht dreckige Fliesen (da dort jede Woche eh gewischt wird) und fragte mich warum...
      Ich habe nur gehofft das ich das jetzt nicht jede Woche so machen muss weil das ein dermaßen großer Aufwand ist :m(:
      Dann war ich endlich damit fertig und begann mit meiner eigentlichen Aufgabe die ich sonst auch immer mache.
      Später irgendwann unterbrach sie mich aber wieder und meinte die Waschmaschine würde schief da rum stehen.
      Ich kam zu ihr und schaute mir das an. An einer Ecke stand die tatsächlich etwas weiter von der Wand weg als an der andere, aber das war die Seite die sie natürlich NICHT meinte.
      Ich hab nur gedacht ich werde noch wahnsinnig wegen der paar Milimeter die eh keinem auffallen und auch niemanden behindern.
      Also ruckelte ich hier und da irgendwie willkürlich an dem Teil herum so das es etwas näher an der Wand stand und dann war es okay für sie, auch wenn sie jetzt keine 9 Fliesen sondern nun 9,5 Fliesen weit von der Wand gegenüber weg stand. :irony:
      Das war heute sehr stressig für mich. Zum Glück habe ich solche Momente selten mit der Frau weil sie mich größtenteils doch allein lässt bei der Arbeit, aber mit ihr zusammen arbeiten geht garnicht, man hat die ganze Zeit das gefühl man macht irgenwas falsch oder nicht richtig genug für sie weil sie so ober-perfektionistisch ist.

      Das war jetzt mein heutiges Erlebnis.
      Wer weiß was mir morgen passiert...
    • Das wäre mir aber auch stressig.

      Wegen dem Bestehen auf Eigenarten könnte auch sie Aspie sein, dachte ich.
      D.h. wenn 2 Aspies in der Art zusammentreffen, kann ebenso Missverstehen aufkommen, wie bei AS mit NT. ;)

      RegenbogenWusli schrieb:

      Am liebsten hätte ich ihr gesagt das man das auf verschiedene Weisen kann und man nicht nur eine Variante von Putzen nehmen muss aber das ist mir in dem Augenblick nicht eingefallen.
      Genau.

      RegenbogenWusli schrieb:

      Sie sprach immer wieder über das "Ja Sie müssen das drücken" und ich sage so "Das kann man nicht drücken, nur ziehen und das geht nicht, das bewegt sich kaum".
      Und sie sagt weiter "Ja drücken "Sie doch mal"
      :nerved: Oh je..so etwas kenne ich auch...dass die sich nicht vorstellen, dass eventuell mal etwas klemmt/nicht in Ordnung ist.
      Eher kennn ich das von Männern, die dabei stehen und gute Ratschläge geben..und tun sie es dann selber,
      merken sie ihren Irrtum.
      Aber vorher erst einen beleidigen und als zu doof abstempeln.
      Und ..das Verückte ist..beim nächsten Mal wieder.
      Nix dazu gelernt. :?
      Meine weiblichen Bekannten sind da geduldiger und gucken dann selber,wo der Haken liegen könnte.
      (ausser meine Muttr, die hat auch schnell beleidigt)

      Das mag Zufall sein, sind aber meine Erfahrungen.

      ....
      Das mit dem als "dumm" titulieren ist das Letzte. :nerved:
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Linnea schrieb:

      Das mit dem als "dumm" titulieren ist das Letzte.
      Als ich das meiner Mutter erzählte, meinte sie das die Frau ganz schön frech manchmal ist, aber sie meint auch das sie das vielleicht nichtmal wirklich böse meint.
      Sie hatte mich schon öfter als dumm bezeichnet, aber auch an anderer Stelle in den höchsten Tönen gesprochen vonwegen "Ach was wäre ich nur ohne Sie, Sie sind ein Engel, immer da wenn man Hilfe braucht" etc.
      Ich versuche das zu ignorieren, aber es irritiert halt und man hat keine Ahnung was man damit anfangen soll.
      Ich finde sich untereinander zu helfen selbstverständlich, und dieses andere als dumm zu bezeichnen weil man das was einer erklärt sich im Kopf nicht genauso vorstellen kann wie der andere wirklich selber dumm, also ich meine das sie selbst dann in dem Augenblick dumm ist weil sie nicht logisch denken kann, das ich nicht in ihren Kopf schauen kann.


      Linnea schrieb:

      Wegen dem Bestehen auf Eigenarten könnte auch sie Aspie sein, dachte ich.
      D.h. wenn 2 Aspies in der Art zusammentreffen, kann ebenso Missverstehen aufkommen, wie bei AS mit NT.
      Das ist sicher nicht unmöglich, aber bis auf das Perfektionistische und das alles immer akkurat, extrem sauber, selbst wo es noch sauber ist und so, kommt sie mir dann doch eher wie eine alte tüddelige Frau vor die sich vieles auf grund ihres Alters einfach nicht vorstellen kann.
      Ich mein, ich sehe heute ja schon aus wie ein Mann mit Bart, tiefer Stimme und so und sie kommt einfach nicht davon herunter mich immernoch als Putzfrau und das Fräulein so und so zu bezeichnen.
      Nicht alle alten leute sind so vernagelt aber viele, und das liegt denke ich tatsächlich an dem Alter, sie geht ja schon auf die 90 zu.
    • RegenbogenWusli schrieb:

      Aus den grund mache ich diesen thread hier wo ich meine persönlichen Erlebnisse die ich durch oder wegen Autismus erlebe und durchlebe quasi, denn nicht alle sind schön
      Ich finde es gut dass Du das machst, und ich finde es auch interessant das zu lesen. :)

      RegenbogenWusli schrieb:

      und das liegt denke ich tatsächlich an dem Alter, sie geht ja schon auf die 90 zu.
      Ja, 90 ist ein sehr hohes Alter, da werden Leute oft etwas eigen, und man braucht mehr Geduld, manche Äusserungen sind sicherlich nicht so gemeint wie sie klingen.

      RegenbogenWusli schrieb:

      Ich mein, ich sehe heute ja schon aus wie ein Mann mit Bart, tiefer Stimme und so und sie kommt einfach nicht davon herunter mich immernoch als Putzfrau und das Fräulein so und so zu bezeichnen.
      So etwas ist für eine 90 jährige Frau nicht zu begreifen, das kennt sie nicht, das versteht sie nicht, in ihrer Welt gibt es so etwas nicht.
    • RegenbogenWusli schrieb:

      Das ist sicher nicht unmöglich, aber bis auf das Perfektionistische und das alles immer akkurat, extrem sauber, selbst wo es noch sauber ist und so, kommt sie mir dann doch eher wie eine alte tüddelige Frau vor die sich vieles auf grund ihres Alters einfach nicht vorstellen kann.
      Ja, das kann sein.

      RegenbogenWusli schrieb:

      weil sie nicht logisch denken kann, das ich nicht in ihren Kopf schauen kann.
      Genau.
      Wir hatten letztens eine Telefonkundin, die wollt ein graues Katzenkissen. Ich entwarf eines.
      Dann sagte sie : so nicht.
      Hatte aber auch im Nachhinein nur eine verschwommen Erklärung.
      Als müsse man gleich wissen, was sie meint und für ein Bild in ihrem Kopf hat.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Kraehe schrieb:

      RegenbogenWusli schrieb:

      Aus den grund mache ich diesen thread hier wo ich meine persönlichen Erlebnisse die ich durch oder wegen Autismus erlebe und durchlebe quasi, denn nicht alle sind schön
      Ich finde es gut dass Du das machst, und ich finde es auch interessant das zu lesen. :)

      RegenbogenWusli schrieb:

      und das liegt denke ich tatsächlich an dem Alter, sie geht ja schon auf die 90 zu.
      Ja, 90 ist ein sehr hohes Alter, da werden Leute oft etwas eigen, und man braucht mehr Geduld, manche Äusserungen sind sicherlich nicht so gemeint wie sie klingen.

      RegenbogenWusli schrieb:

      Ich mein, ich sehe heute ja schon aus wie ein Mann mit Bart, tiefer Stimme und so und sie kommt einfach nicht davon herunter mich immernoch als Putzfrau und das Fräulein so und so zu bezeichnen.
      So etwas ist für eine 90 jährige Frau nicht zu begreifen, das kennt sie nicht, das versteht sie nicht, in ihrer Welt gibt es so etwas nicht.
      Dafür muss man allerdings nicht erst 90 werden. Ich kannte mal durch mein Hobby einen Mann aus Hamburg, der sich dann komplett zurückzog. Ich frage bei anderen nach, wass denn aus R. geworden sei. Als der erste antwortete, der heiße jetzt C. und lebe nun als Frau, habe ich das zunächst für einen Witz gehalten. Es kamen noch von zwei anderen gleichlautende Antworten.

      Irgendwann tauchte C. auch vereinzelt wieder bei Veranstaltungen (ist dann aber wieder bis jetzt "abgetaucht") auf, und ich muss einräumen, dass es mir wirklich schwer fiel, damit klarzukommen, dass jemand, denn ich als "normalen" Mann kennengelernt hatte, dann als äußerliche Frau wieder auftaucht (Operationen waren damals noch nicht vorgenommen, waren aber geplant. Ob die dann vorgenommen wurden, weiß ich nicht).
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!"
      (Kentucky Fried Movie)
    • Kraehe schrieb:

      Ich finde es gut dass Du das machst, und ich finde es auch interessant das zu lesen.
      Das freut mich, ich bin darüber sogar erleichtert. Ich hatte erst angst das käme hier nicht so gut an.
      In anderen Foren sicher nicht. Es wirkt auf andere vielleicht nach Attention-seeking. Man könnte es ja auch privat in ein Buch schreiben aber ich bin es so garnicht gewohnt zu schreiben und ich kann meine eigene Schrift nach ner Weile nicht mehr lesen da ich verkrampfe und immer schneller werde weil die Konzentration nach ein paar Minuten abhanden kommt.


      Kraehe schrieb:

      Ja, 90 ist ein sehr hohes Alter, da werden Leute oft etwas eigen, und man braucht mehr Geduld, manche Äusserungen sind sicherlich nicht so gemeint wie sie klingen.
      Ja darum versuche ich da tolerant zu bleiben.
      Ich hatte schonmal so eine Situation wo ich spontan zu ihr sagte "Ja ich kann ja auch nicht alles wissen, dafür weiß ich halt andere Dinge..." was sie glaube ich, irgendwie gemerkt hat das ihre Anmerkung bei mir nicht gut ankam.
      Es ist schwierig jemandem irgendwie begreiflich zu machen das man bestimmte Umgangsformen nicht mag.
      Sie sagt auch ständig "Hörnse ma" was so eine Redensart hier in der gegend ist, was sich bei mir gefühlt aber jedes mal total asozial anhört (in meiner Familie redet und redete nunmal niemand so, daher klingt das "Hörnse ma" immer wie ein Vorwurf denn man sagt das auch oft in dem Kontext "Hören Sie mal, so geht das aber nicht...") aber ich kann einer alten Frau ja auch nicht sagen sie soll aufhören mit diesem Ausdruck weil der asozial ist XD
      Ich versuche es halt "elegant" zu überhören XD


      Kraehe schrieb:

      So etwas ist für eine 90 jährige Frau nicht zu begreifen, das kennt sie nicht, das versteht sie nicht, in ihrer Welt gibt es so etwas nicht.
      Ja das denke ich auch, aber immerhin fragt sie "Ja wie heißen Sie denn jetzt eigentlich?" denn ihr ist das schon aufgefallen, und merken tut sie das schon, sie scheint sich wohl dafür zu interessieren und begegnet dem auch nicht abwertend. Aber man merkt schon das sie das vermutlich nicht verstehen/abspeichern kann, sie hat das nie kennengelernt als sie jünger war und Menschen die sich nicht integrieren können weil sie eventuell Behinderungen haben oder andere Schwächen sind in ihren Augen Taugenichtse oder eben dumm und zurückgeblieben, so wie man das eben früher gesehen hat. Sie scheint sich das einfach nicht merken zu können. Wie mein neuer Name ist, hat sie mich schon 3 mal gefragt.
      Das bleibt wohl irgendwie nicht hängen. Ich mache ihr da auch garkeinen Vorwurf, ich mein, was nicht geht das geht eben nicht, da kann sie sicher garnichts für.
      Man weiß ja nicht wie jemand der heute 20 ist mal mit 90 sein wird und wie die Welt dann aussieht, was es dann neues gibt, das wird für diese Menschen dann eventuell auch schwer zu begreifen sein.


      Linnea schrieb:

      Hatte aber auch im Nachhinein nur eine verschwommen Erklärung.
      Als müsse man gleich wissen, was sie meint und für ein Bild in ihrem Kopf hat.
      Ja sowas kenne ich auch gut.
      Das ist so eine typische Situation, gerade bei Auftragsarbeiten sage ich in Vorraus schon immer sporadisch, je mehr Infos und Details ich bekomme, umso akkurater kann ich der Vorstellung was sich jemand eigentlich wünscht auch gerecht werden.
      Manche Leute geben einem aber auch sehr viel Freiheit. Wenn sie dann hinterher aber auf einmal nicht zufrieden sind und sagen "Ja das hab ich mir aber anders gedacht", kann ich auch schnell mal sagen "Für spezielle Vorstellungen wünsche ich das man mir die sofort am Anfang schon mitteilt, denn alles was nicht erwähnt wird, wird so gemacht wie ich mir das vorstelle und für schön finde und das kann ja anders sein als das was der Kunde will.


      thelord schrieb:

      und ich muss einräumen, dass es mir wirklich schwer fiel, damit klarzukommen, dass jemand, denn ich als "normalen" Mann kennengelernt hatte, dann als äußerliche Frau wieder auftaucht
      War diese Person denn vorher nicht auffällig weiblich im Verhalten und so?
      Bei jemandem der sich vorher wie ein Mann verhält, gibt und so, würde ich ja auch nicht auf die Idee kommen das er eine Frau sein will.
      Das muss dann schon ein rechter Schock sein wenn man den dann plötzlich als Frau wiedertrifft.
      Ich war ja schon immer wie ein Mann, nur damals eben ohne Hormone.
      Ich lief herum wie ein Mann, sprach so, und wurde auch früher öfter von anderen als ich noch mehrere Arbeitsstellen oder Schule hatte darauf angesprochen, daher denke ich, das der Frau in meinem Beitrag das nicht verborgen geblieben ist. Und da ich seit Jahren jede Woche zu ihr gehe, muss ihr diese Umwandlung auch Stück für Stück aufgefallen sein, denn auf einmal wird die Stimme tiefer, Bartwuchs sieht man auch mehr und mehr, und da wir auch nach der Arbeit meist so eine halbe Stunde über einiges aus unserem Leben so geredet haben, sind wir irgendwann auch auf dieses Thema gekommen. Sie sagte glaube ich sogar das ihr diese Veränderungen auch über die Zeit aufgefallen sind aber sich nicht traute mich darauf anzusprechen.
      Es ist sicher leichter wenn jemand diesen Wandel quasi auch selber mit erleben kann.
      Wenn man selber nicht von etwas betroffen ist, ist es immer schwerer etwas nachzuvollziehen oder zu verstehen.
      Ich zB konnte auch nie verstehen wie man sich als Frau wohlfühlen kann oder sich sogar darauf freuen zum ersten mal die Periode zukriegen oder großen Busen haben wollen damit man sich endlich den ersten BH kaufen kann. War und ist nach wie vor für mich unbegreiflich, aber man muss es halt akzeptieren.
      Es ist doch unsinnig andere wegen sowas nicht zu mögen oder zu sagen das sie spinnen, nur weil man selber es nicht versteht.
      Was hat man davon? *retorische Frage*
    • 23.09.2018

      Heute habe ich mich endlich an die Fragebögen zur Transgenderthematik gesetzt.
      Das, was der Psychiater mir da zugeschickt hatte, waren zwei Fragebögen. Er sagte den einen habe eher selber mit ausgearbeitet und wohl auch verfeinert wärend der andere (ein sogenannter Düsseldorfer Fragebogen) auch dabei war.
      Die Fragen waren wenigstens nicht so exakt doppelt ausgeführt wie bei den ganzen Autismusfragebögen.
      Ich glaube das diese Transgenderfragebögen auch viel allgemeiner waren, denn man musste neben generellen sexuellen Fragen auch sehr viele Fragen zur Laufbahn (Schule, Kindheit, Eltern) beantworten.
      Was mir allerdings auch hier wieder aufgefallen ist, war das ich mich nach ein paar Seiten schreibtechnisch schon wieder garnicht konzentrieren konnte.
      Meine Schrift wurde schnell unleserlich und ständig schrieb ich schneller und schneller was dazu führte das ich ständig fehler machte.
      Zum beispiel schrieb ich mehrfach immerwieder das Wort "Probleme" immer als "Prolbleme" schreiben, also das eine L immer vor dem B zu machen anstatt dahinter.
      Bei einem anderen Wort hab ich ständig ein h anstatt eines l geschrieben.
      Das war sehr nervig, ich habe es während dem schreiben auch jedes mal gemerkt.
      Wie bei allen Fragebögen sind auch hier einige Fragen dabei gewesen die man nicht wirklich mit nur ja oder nein beantworten konnte, wie zB ob man sich gewünscht hat mit gleichaltriegen Kontakt zu haben. Denn das hängt in meinem Fall stark von der Person selbst ab.
      Es gab aber nur ein Ja oder Nein als Antwortmöglichkeit.
      Vermutlich gibt es keine Fragebögen die alles abdecken oder die Antwort für jeden bereithalten.
      Ich weiß nicht was für ein Bild sich der Psychiater von mir macht, wenn er meinen Fragebogen ansieht, aber ich kann mir vorstellen das er neben dem Transgender noch andere Defizite erkennen müsste.
      In dem Fragebogen waren auch sehr viele Fragen zum Beruflichen Werdegang, und auch Fragen über Wünsche zur eigenen Zukunft etc, wo auch in meinem Fall sowas wie Job und Geld verdienen mit auf der Liste stehen, Dinge die für andere eigentlich ganz normal sind.
      Selbstreflektierend aus dem ganzen Geschreibsel erkenne ich mich da in dem wieder was ich hier und anderswo, auch aus Dokus schon so oft von anderen gelesen und gesehen habe.
      Eigentlich recht intelligente und talentierte Menschen die wegen einfachster kleiner Defizite in der Gesellschaft keinen Anschluss finden und wenn sie die Schule oft recht gut beendet haben, danach einfach ende ist, keine Chance, keine Möglichkeiten.
      Es gibt auch Ausnahmen, es gibt auch auch Autisten mit Job, wer weiß woran das liegt, vielleicht haben die nicht das gewisse Etwas was andere abschreckt?
      Ich merke an mir selbst, das man mich zwar inzwischen wie einen Mann behandelt, aber man geht mit mir immernoch oft um als wäre ich dumm oder ungeschickt.
      Wenn die Leute sowas machen, muss sie ja irgendwas an mir dazu bringen.
    • RegenbogenWusli schrieb:

      Meine Schrift wurde schnell unleserlich und ständig schrieb ich schneller und schneller was dazu führte das ich ständig fehler machte.
      Zum beispiel schrieb ich mehrfach immerwieder das Wort "Probleme" immer als "Prolbleme" schreiben, also das eine L immer vor dem B zu machen anstatt dahinter.
      Bei einem anderen Wort hab ich ständig ein h anstatt eines l geschrieben.
      Das war sehr nervig, ich habe es während dem schreiben auch jedes mal gemerkt.
      Wie bei allen Fragebögen sind auch hier einige Fragen dabei gewesen die
      man nicht wirklich mit nur ja oder nein beantworten konnte, wie zB ob
      man sich gewünscht hat mit gleichaltriegen Kontakt zu haben. Denn das
      hängt in meinem Fall stark von der Person selbst ab.
      Das kenne ich auch sehr gut, ich kann z.b. schneller Denken/Lesen als Sprechen. So Spiegelt es sich beim Schreiben bei mir auch wieder. Sätze auf Papier zu schreiben sind für mich grausam. Wörter die normal hinten hinkommen sind vorne. Da sitze ich vor solchen Fragen Ewig! Wie zu hölle soll man in dem Kleinen Kasten nun meine Neu geschriebene Bibel reinpacken? :lol:

      Kannst ruig weiter schreiben als Attention-seeking wirkt es auf mich überhaubt nicht!
      Ich habe eine die über 92 war mitbetreut. Nicht alles zu ernst nehmen auch wenn es manchmal schwer fällt(sacht sich so einfach). Was ich gelernt habe, immer schön in spielchen mitspielen auch wenn es manchmal sinnlos ist :nod:
      "Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß , wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch."

      *George Bernard Shaw


    • Heute hatte ich wieder einen Termin bei meiner Psychologin und mir mal meine alten Akten wieder mitgeben lassen.
      Nur so als kurzer Einband, ich habe ihr die Akten gegeben damit sie sich selber erlesen kann das ich schon als Teenager transgender war und ihr die Diagnose erleichtern sollte.
      Nun wurden die Akten damals angefertigt weil meine Eltern sich in der Scheidung und auch im Sorgerechtskrieg befanden und darum psychologische Gutachten von mehreren Psychologen in auftrag gegeben worden sind.
      In einem der dicken Akten wurde auch etwas über Autismus geschrieben und ich wollte einfach mal teilen was die in dem heim damals über Autismus wussten/oder auch nicht wussten, und warum sie meinten das ich nicht autistisch sein würde.

      Auszug aus den Akten:


      Sabine Vossiek schrieb:

      Befragung der Mutter zur Entwicklung:



      Als X dann in den Kindergarten gekommen sei mit ca. 3 Jahren, habe es zunächst Anpassungsschwierigkeiten gegeben.
      Das Mädchen habe nicht mit anderen Kindern spielen wollen.
      Sie habe dies auch praktisch in den ersten 3 Lebensjahren nicht gelernt.
      Sie habe sich wie auch später immer gut mit sich selbst beschäftigen können, weil sie dies auch gewohnt gewesen sei.
      Erst nach ca. 1 bis 1 1/2 Jahren habe das Mädchen sich richtig in die Gruppe integrieren können.


      Auch in der Schule habe es bis zum Schluss Schwierigkeiten gegeben.
      Diese würde die Mutter heute als Lernschwierigkeiten bezeichnen.
      Ihre Tochter habe an einem bestimmten Punkt, z. B. bei Überforderung oder Unlust abgeschaltet und dann nicht mehr lernen wollen oder können.


      Die Mutter berichtet, dass das Mädchen anfänglich garnicht mitgearbeitet habe.
      Sie habe auch im Kindergarten wenig gemalt und so wenig feinmotorische Fähigkeiten entwickeln können.
      Sie sei in dieser Hinsicht später dran gewesen als andere Kinder vielleicht.
      Sie habe sich nicht zugetraut zu malen und erst später habe sie dieses für sich entdeckt.
      Dann aber sei es auch wieder so häufig gewesen, dass sie alles bemalt habe, was sie in die Finger bekommen konnte,
      u. a. auch Bücher und andere Materialien, worauf sie nicht malen sollte.
      Auch dies habe sie dann teilweise gehindert, dem Unterricht zu folgen.


      X sei zwar motiviert gewesen und habe sich um Schulleistungen bemüht, aber andererseits sei sie doch aus rückblickender Sicht der Mutter ein wenig hinter den anderen Kindern zurück gewesen.
      Sie sei noch sehr verspielt gewesen für ihr Alter und habe sich nach Aussagen der Mutter in Fantasie- und Spielwelten geflüchtet, um den schulischen Anforderungen und den Alltagsanforderungen ein bißchen zu entziehen.


      Nachgefragt zur Beziehung zu ihrer Tochter gibt die Kindesmutter an, dass sie hier keine Auffälligkeiten benennen kann.
      Sie habe ihre Tochter immer als ganz normal entwickeltes Kind erlebt.
      Vielleicht sei es so, dass Außenstehende ihre Tochter als auffällig erlebt hätten.
      Sie habe jedoch keine Probleme mit ihr gehabt, da sie auch den Vergleich zu ihrer ersten Tochter hatte.
      Sie wisse, dass jedes Kind unterschiedlich sei.


      [....]


      In dieser Zeit (am Beginn der Pubertät) habe X auch in gewisser Weise Schwierigkeiten mit Mitschülerinnen bekommen.
      Ihre Freundinnen haben sich deutlich anders entwickelt als X.
      X sei noch sehr verspielt gewesen und durchaus zufrieden in Natur und Garten, während die Mädchen, mit denen sie bis dahin zu tun hatte und die sie als ihre Freundinnen sah, sich deutlich weiblichen Interessen zuwandten und ihrer Entwicklung sich einfach von X Entwicklung abhoben.


      Angesprochen auf ihre eigene Beziehung zu ihrer Tochter gibt Frau X an, dass ihre Tochter sie teilweise abgelehnt habe.
      Es sei zwar nicht ein durchgängig ablehnendes verhalten sie ganze Kindheit über gewesen, aber es sei doch spürbar gewesen, dass X nicht so eine enge Bindung an die Mutter suchte.
      Frau X weist darauf hin, dass X auch der Mutter des Kindesvaters gegenüber eine eher ablehnende Haltung gehabt habe.
      Diese habe sich dem Kind gegenüber sehr dominant gezeigt.


      Die Kindesmutter gibt an, dass X wenig damit umgehen konnte, dass die Mutter bzw. Großmutter quasi die "Befehlsgewalt" hatten, die die Erziehung konkret wahrnahmen.
      Sie hat sich dagegen schon von frühester Kindheit gewehrt.
      Die Mutter sieht dieses jedoch als ganz normal an.


      Da der vater diese aus der Sicht der Mutter notwendige Erziehungsaufgabe nicht wahrgenommen hat, hat das Mädchen den Vater natürlich nicht so abgelehnt.


      Der Kindesvater habe quasi den angenehmen Teil der Beziehung wahrgenommen.
      Durch seine ruhige und gelassene Art, durch seinen hohen Status (aus Kindessicht) als Polizist habe sie ihn auf einen Sockel gestellt (RW) und fast wie einen "Herrgott" idealisiert.
      Obwohl X ihn so anhimmelte, habe es faktisch nicht sehr viel gemeinsames Spiel oder gemeinsames Beschäftigen zwischen Vater und Tochter gegeben.


      Ihr Mann sei ein großer "Computer-freak" und habe damit auch sehr viel Zeit verbracht.
      Sie habe ihren Mann immer auffordern müssen, sich doch um X Englischvorbereitung für eine Klassenarbeit zu kümmern.
      Von selber sei er nicht darauf gekommen.


      Angesprochen darauf, ob sie sich erklären könne, dass ihre Tochter eine angeblich so tiefe Ablehnung gegenüber der Mutter habe, gibt diese an, dass es hierfür eigentlich keine Erklärung gebe, da sie es ja praktisch 12 Jahre gewesen sei, die die Versorgung und die Alltagssorge für ihre Tochter wahrgenommen habe, während der Vater in einer eher passiven Rolle am Leben seiner Tochter teilgenommen hat.


      Mit der Mutter wurde über den Verdacht der Kinder- und Jugendpsychiatrie Aachen gesprochen, dass das Mädchen unter dem Asperger-Syndrom leiden könnte.
      Zu den beim Asperger-Syndrom bekannten Symptomen gibt die Kindesmutter an, dass sie nicht den Eindruck gehabt habe, ihre Tochter habe eine art Kontaktstörung, d.h. das sie Mitmenschen als störend empfinde oder den Blickkontakt nicht suche.
      Auch sei es nicht so gewesen, dass ihre Tochter erst gesprochen haben und dann gelaufen und eine motorische Retardierung gezeigt habe.


      Die Mutter hat zwar den Eindruck - wie bereits geschildert - dass die Tochter sich ein wenig langsamer entwickelt habe.
      Dies habe aber für die gesammte Entwicklung gegolten.


      Zu der von Asperger beschriebenen charakteristischen Ausprägung bei Jungen, die als "Extremvariante des männlichen Charakters" (übersteigender Intellektualismus, verschrobene Originalität, deformierte thymische Funktionen) bezeichnet wird, gibt die Mutter an, dass sie nicht von einer Extremvariante männlichen Verhaltens spricht, sehr wohl aber die etwas verschrobene Originalität ihrer Tochter, z.B. in der Anfertigung dieser Zeichnung oder Umgang mit Natur und Nähe zu Tieren sehen konnte.


      Bzgl. der beim Asperger-Syndrom beschriebenen Symptomatik der emotionalen Hemmung mit einer Tendenz zur Abkapselung und Selbstisolierung als zentrales Symptom, gibt die Mutter an, das sie schon eine Art emotionaler Hemmung bei ihrer Tochter beobachtet habe.
      Diese habe z.B. auf Körperkontaktsuche seitens der Eltern eher abwehrend reagiert, Schmusen, Kuscheln habe sie nicht gemocht, schon als kleines Kind habe sie dieses und mit späterem Alter immer mehr habe sie dieses abgelehnt.


      Die Mutter ist sich nicht sicher, ob es richtig sei, von Abkapselung zu sprechen.
      Ihre Tochter habe durchaus Kontakt zu anderen Kindern gehabt, teilweise wenig, aber eher deshalb, weil - wie bereits geschildert - gleichaltrige Mädchen andere Interessen hatten als ihre Tochter.
      Ihre Tochter habe sich dann in die bereits geschilderten Spiel- Bastel- und Malwelten zurückgezogen und sich so vielleicht ein wenig isoliert.


      Die Mutter weist jedoch darauf hin, dass seitens der Eltern wenig Zeit gewesen sei, sich wirklich mit der Tochter zu beschäftigen, so dass sie dann in ihr Zimmer gegangen sei und bestimmte Dinge für sich selbst - besonders im kreativen Bereich - getan hätte.


      Entgegen der im Asperger-Syndrom (nach G. Nissen) Beschreibung fehle bei ihrer Tochter nicht die naiv-sentimentalische Unbekümmertheit und Augenblicksbezogenheit eines gesunden Kindes.
      Sie habe ihre Tochter eben gerade häufig als unbekümmert und noch sehr verspielt und augenblickbezogen erlebt.


      Bezogen auf die von Asperger genannten physiognomischen Disproportioniertheiten des Gesichts sei ebenfalls bei ihrer Tochter weder eine starke noch akzentuierte Nasenbildung, Kiefer- oder Zahndeformität festzustellen.
      Auch sei der Blick ihrer Tochter in der Regel nicht leer oder unbestimmt in die Ferne gerichtet gewesen.
      Auch das Minen- und Gebärdenspiel und die Bewegungsabläufe sind nach Sicht der Mutter nicht von den bei Asperger beschriebenen Wesen gekennzeichnet.


      Bezüglich des sprachlichen Verhaltens im Kontakt mit anderen kann die Mutter zwar beobachten, dass das Mädchen Monologe auch in Anwesenheit Dritter hält.
      Sie kann auch ohne erkennbaren Anlass laut loslachen, ohne in Kontakt mit jemand dabei zu sein.
      Es sei richtig, dass ihre Tochter sich noch lange Zeit habe helfen lassen beim An- und Ausziehen, Säubern und Waschen.
      Die Mutter sieht dies heute aber als Suche nach Zuwendung.
      So habe ihre Tochter sich auch lange füttern lassen, obwohl sie dies konnte.
      Da die Eltern wenig Zeit gehabt haben für sie, habe sie auf diese Art und Weise die Zuwendung eingefordert.


      Zu ihrem Körper habe sie keine besonders positive Haltung gehabt, aber auch nicht eine auffällig negative Haltung.
      Ihre Tochter habe z.B. auch ihren Namen abgelehnt.


      Von Asperger wird auch von sogenannten "autistischen Bosheitsakten" gesprochen. Er meint damit, dass ein autistisches Kind die Schwächen der Familienmitglieder mit gezielt-enthüllenden Bemerkungen bloßlegt.
      Dies habe X nicht getan. Sie sei eher ein liebes Kind gewesen.


      Die Mutter hat ihre Tochter auch nicht derart beziehungslos erlebt, wie dies zum Asperger-Autismus eigentlich gehört.
      X habe sich z.B. für das jüngere Geschwisterkind ihrer Freundin eingesetzt, wenn die große Schwester dieses Geschwisterkind ungerecht behandelt habe.


      Mit der Mutter wurde die Symptomatik des Asperger-Syndroms ausführlich besprochen.
      Im wesentlichen gab es keine deutlichen Hinweise darauf, die ein Asperger-Syndrom annehmen lassen.


      Befragung des Kindesvaters:


      X sei im Alter von ca. 3 Jahren in den Kindergarten gekommen, zum ende dieser Kindergartenzeit habe es die ersten Auffälligkeiten gegeben.
      Die Erzieherinnen haben soziale Schwierigkeiten benannt.
      Das mädchen fand keine Freundinnen.
      Man habe den Eltern jedoch nicht gesagt, welche Ursachen man vermute.


      Auch in der Grundschulzeit habe es ähnliche Auffälligkeiten gegeben.
      Der vater ergänzt, dass neben den sozialen Schwierigkeiten auch Probleme auf der Konzentrationsebene und der Leistungsmotivation den Ausschlag gaben, das 3. Schuljahr zu wiederholen.


      Aufgrund der ersten Auffälligkeiten haben die Eltern sich auf Anraten der Schule an eine Ehe- und Lebensberatungsstelle bzw Erziehungsberatungsstelle der Caritas in Essen gewandt.
      Dort sei X von einer Psychologin halbtägig diagnostiziert worden.
      Besondere Auffälligkeiten konnten nicht festegestellt werden.
      Es sei den Eltern geraten worden, das Mädchen mehr in häusliche Abläufe und Pflichten einzubinden.
      Dies war auch erforderlich. Jedoch haben die Schwierigkeiten im sozialen Miteinander, die das Mädchen in der Schule hatte, dadurch nicht verändert.


      Ab diesem Alter sei X dann auch für die Dauer von ca 1 1/2 Jahren von einer Maltherapeutin betreut worden.
      Dies ging bis zu dem Zeitpunkt als der Vater seine Tochter aus Essen weggeholt habe.
      Die Therapeutin habe zwar Auffälligkeiten festgestellt, sei jedoch nicht so recht in der Lage gewesen, diese den Eltern gegenüber zu begründen oder näher zu erklären.
      Sie habe lediglich aus den Kinderzeichnungen geschlossen, dass - vergleichen mit anderen Kindern, die sie vermutlich betreut hat - hier Auffälligkeiten zu erkennen seien.
      So habe seine Tochter fast ausschließlich Tiere gezeichnet.


      Der Vater gibt an, dass seine Tochter sich bereits früh mit Tieren identifiziert habe.


      Nachgefragt, womit sich seine Tochter bis zur Trennung z.B. an den schulunterrichtsfreien Nachmittagen beschäftigt habe, gibt der Vater an, dass sie nicht nur gezeichnet habe sondern auch nach draußen gegangen sei.
      Hier sei sie jedoch in der Regel allein gewesen, habe in Wald und Grünflächen gespielt.
      Im Nachhinein würde er dies als Versuch des Spielens mit den Tieren bezeichnen.
      Er hatte den Eindruck, dass sie sich eine eigene Welt aufgebaut hat.


      X habe wenig über die Schule berichtet oder über andere Aktivitäten.
      Das Schreibwarengeschäft seit von 13 bis 15Uhr geschlossen gewesen, so daß die Mutter Zeit hatte, sich um das Mittagessen und die Betreuung der Hausaufgaben zu kümmern.
      Die Hausaufgaben wurden soweit erledigt, wie X sich erinnern konnte, dass sie welche auf hatte.
      Nicht immer hatte sie notiert, was sie zu erledigen hatte.
      Der Vater führt dieses auch darauf zurück, dass sie auch während des Unterrichts meistens mit ihren Wieselzeichnungen beschäftigt gewesen sei.


      Bis zum Zeitpunkt der Trennung hatte der Vater immer ein eher diffuses Gefühl davon, dass mit seiner Tochte etwas nicht stimme.
      Da auch Fachleute wie Lehrer und die Psychologin der Beratungsstelle keine weiteren ernstzunehmenden Diagnosen erstellt hatten, sei es noch nicht so gewesen, dass er sich erhebliche Sorgen gemacht habe.


      [......]


      Als der Vater mit seiner Lebensgefährtin und der neuen Familie nach Aachen verzogen seien, habe man sich sofort um eine Fortsetzung der Behandlung des Kindes bemüht.


      Im Zuge der Feststellung, auf welche Schule das Kind solle, habe das Schulamt der Stadt Aachen dafür plädiert, das Mädchen der "Schule für Kranke" am Klinikum Aachen zuzuordnen.
      Diese Schule ist der Kinder und Jugendpsychiatrie, Aachen nahe gestellt.


      [....]


      Mit Hilfe des Therapeuten Dr. Kansteiner sei seine Tochter dann in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Viersen/Süchteln gekommen, da in Aachen bis auf weiteres kein Platz freigewesen sei.


      Mittlerweile sei die Diagnostik in der Kinder- und Jugendpsychiatrie soweit fortgeschritten, dass unter Einschaltung des Jugendamtes der Antrag gestellt werde nach § 35 KJHG die Tochter in eine Wohngruppe für psychisch kranke Kinder im Rahmen des Süchtelner Geländes zu integrieren.
      Dies solle noch vor Weihnachten geschehen.
      Die Diagnosestellung kann noch nicht abgeschlossen werden, es seien zwar autistische Züge feststellbar, sozial auffälliges Verhalten wie auch Verdachtsmomente auf einen sexuellen Mißbrauch schließen lassen könnten.


      [.....]


      Abschnitt Diagnose Zusammenfassung:


      Im gemeinsam mit Dr. Rohmann geführten Gespräch wurde auch deutlich, dass das sozial und emotional noch nicht altersgemäß entwickelte Mädchen immernoch nicht so recht übliche Kommunikationssignale angemessen verstehe und smit zu Missverständnissen beitrage.
      Die emotionale sowie auch die kognitive Entwicklung (5. bzw. 6. Schuljahr) ist noch nicht altersgemäß (derzeitiges Alter: 14 Jahre)
      Eine richtige Diagnose wurde dort nicht gestellt, es ging hier nur darum ob ich weiter in dem heim bleiben sollte und dann wieder zur Mutter zurückgeführt werden sollte oder nicht.

      Sorry für den laaaangen text, aber er ziegt die Sicht meiner Eltern -damals-
      Meine Mutter zeigt heute eine etwas andere Haltung, sie kann sich seitdem ich sie öfter mal befragt habe, auch noch an andere Dinge erinnern die ich hier ja auch schonmal aufgeführt habe, die sie auch in den Autismusfragebögen an die Bochumer Klinik angeführt hatte wo ich garnicht wusste das ich so war.
      Sie sprach da zB von wenig Gesitk Mimik und so, obwohl sie hier in dem 20 jahre alten Schreiben meinte das ich hier unauffällig gewesen sein soll.
      Ich werde aus diesem gutachten auch nicht wirklich schlau, aber es gab ja nur das an was es sollte.
      Für weiter in die Zukunft zu arbeiten haben sie damals vermutlich nicht für nötig erachtet, da hätten sie vermutlich gesagt das man dann dem endsprechend sich wieder Hilfe hätte holen müssen und dann würden wieder Gutachten in Auftrag gegeben :?
    • Das war sehr interessant zu lesen. Die haben sich wirklich noch sehr nah an die Beschreibungen von Hans Asperger gehalten und hatten noch nicht den weiteren Blickwinkel wie heute. Sie sind gar nicht auf die Idee gekommen, dass es sich auch anders äußern könnte.

      Dass ein sexueller Missbrauch vermutet wurde, aber nicht weiter geforscht wurde, wann/wo der stattgefunden haben könnte, ist irgendwie auch seltsam. Wurde denn das auch mit deiner Mutter besprochen?
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Shenya schrieb:

      Das war sehr interessant zu lesen. Die haben sich wirklich noch sehr nah an die Beschreibungen von Hans Asperger gehalten und hatten noch nicht den weiteren Blickwinkel wie heute. Sie sind gar nicht auf die Idee gekommen, dass es sich auch anders äußern könnte.
      Das das scheint mir auch so. Laut dem Buch was ich gelesen habe soll so in den 90er Jahren in Deutschland erst die Schriften von Asperger bekannt worden sein, da kannte man ggf noch nichts anderes. Immerhin hatte man da schon Autistische Züge bei mir erkennen können.


      Shenya schrieb:

      Dass ein sexueller Missbrauch vermutet wurde, aber nicht weiter geforscht wurde, wann/wo der stattgefunden haben könnte, ist irgendwie auch seltsam. Wurde denn das auch mit deiner Mutter besprochen?
      Warum weiß ich auch nicht.
      Aber ich habe das stehts verneint und gesagt das wenn sowas tatsächlich passiert wäre, ich darüber gesprochen hätte, schon wenn es passiert ist, weil ich mir solche Sachen generell nicht hätte gefallen lassen.
      Das würde einfach gegen meine Natur sprechen wenn ich nicht "gepetzt" hätte, da ich immer gepetzt habe wenn mir jemand Unrecht angetan hat.
      Damals kurz vor der Scheidung als mein vater schon ausgezogen ist und ich mit meiner Mutter allein lebte, kamen manchen irgendwelche Leute in die Wohnung (heute denke ich das es Handwerker für die Gasterme oder der Vermieter war) und ich wurde in mein Zimmer gesperrt, konnte mir darum nicht erklären wer da kommt und warum, ich hörte nur männliche Stimmen.
      Ich habe meinem vater davon erzält nachdem ich bei ihm wohnte und er hat daraus gleich etwas sexuelles gebasteln, um meine Mutter in ein schlechtes Kindeswohl-gefährdendes Licht zu stellen. Er meinte meine Mutter wäre eine Prostituierte bzw hat dem gericht weismachen wollen das sie es sein könnte, da ihr erster mann sie angeblich schonmal dazu genötigt hätte.
      In Tatsache hat er ihr mal vorgeworfen (im Suff) warum sie nicht anschaffen geht, dann hätten sie mehr Geld, aber sie hat dann ihr Kind geschnappt und ist zu ihren Eltern zurückgezogen, zu derartigen Ausübungen kam es also nie.
      Sie hatte ihm das mal erzählt und er hatte diese Geschichte dann bei der Scheidung gegen sie verwendet.
      Das Gericht glaubte dem aber nicht, da ich eben auch meine Aussage gemacht habe und eben das auch erklärt habe mit dem ins Zimmer sperren, aber mehr war da nicht.
      Vielleicht wurde deswegen nicht weiter untersucht.
      Diese immer wieder angesprochene Ablehnung der Mutter gegenüber wurde wohl auch eher dadurch so diskutiert weil ich nachdem ich zu meinem Vater zog, so dermaßen Angst davor hatte das meine Mutter sauer auf mich ist, ich darum nicht mehr zu ihr zurück wollte.
      Ich kam mit meinem Vater eh immer besser zurecht als mit meiner Mutter (steht ja oben warum) aber er und seine Frau haben das ausgenutzt und mir eingeredet das sie eh keine gute Mutter gewesen ist und meine Angst durch befürworten auch bestätigt und verstärkt das so wie ich "abgehauen" bin, mit ihnen einfach runter nach Bayern "geflüchtet" bin, sie mir das ja übel nehmen MUSS. Darum hab ich auch dem gericht mehrfach gesagt das ich nicht zu ihr zurück will.
    • Das ist aber mehr als nur merkwürdig. :?
      Vieles aus deinem Text kommt mir von meiner eigenen Kindheit bekannt vor.
      Es wurde immer gesagt, der Junge sei komisch und muss in Therapie und so weiter. Aber warum, wieso und weshalb interessierte dann plötzlich keinen mehr.
      Auch wurde damals der Gedanke an Autismus angeblich verneint, also von Arzt Seiten aus. Obwohl es ziemlich deutlich war bei der Diagnose laut Personal.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)

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    • DrCarsonBeckett schrieb:

      Das ist aber mehr als nur merkwürdig. :?
      Vieles aus deinem Text kommt mir von meiner eigenen Kindheit bekannt vor.
      Es wurde immer gesagt, der Junge sei komisch und muss in Therapie und so weiter. Aber warum, wieso und weshalb interessierte dann plötzlich keinen mehr.
      Auch wurde damals der Gedanke an Autismus angeblich verneint, also von Arzt Seiten aus. Obwohl es ziemlich deutlich war bei der Diagnose laut Personal.
      Das klingt bei dir wirklich seltsam.
      Vielleicht hatte der besagte Arzt der die tatsächliche abschließende Diagnose ausstellte einfach eine andere Vorstellung und leider als Vorgesetzter hatte er dann das letzt Wort.
      In meinem Fall hatte man zwar auch Probleme schon immer erkannt und gesehen aber keiner hatte wirklich Ahnung, und scheinbar zeigte ich auffälliges Verhalten auch nicht ständig und in jeder Situation so auffällig.
      Es wurde ja auch darüber gesprochen das ich angeblich schon recht früh von einer Psychologin oder sowas von der Caritas Essen begutachtet worden sein soll, aber ich erinnere mich überhauptnicht daran, dabei erinner ich mich an echt jeden kinderarztbesuch, andere Therapeuten und Nachhilfelehrer und so die ich hatte.
      Ich will nicht sagen das mein Vater hier gelogen hat, obwohl er das tatsächlich mehrmals in dem Bericht getan hat (den Teil hab ich aber bewusst rausgelassen).
      Komisch ist nur das meine Mutter sich ebenfalls an soetwas nicht erinnern kann.
    • RegenbogenWusli schrieb:

      Bezogen auf die von Asperger genannten physiognomischen Disproportioniertheiten des Gesichts sei ebenfalls bei ihrer Tochter weder eine starke noch akzentuierte Nasenbildung, Kiefer- oder Zahndeformität festzustellen.
      War das mal ein Diagnosekriterium für Asperger gewesen? Ein disproportionales Gesicht? Hat davon schonmal jemand etwas gehört? Ich hörte schonmal, dass die eine Gesichtshälfte mehr für die männlichen Anteile, die andere eher für weibliche Anteile stehen solle, das ist aber eher etwas spirituelles. Aber es würde dazu passen, dass Asperger sich ja häufig auch eher als nicht heterosexuell bezeichnen als NT.
    • @RegenbogenWusli

      Die Zitate der Mutter machen auf mich irgendwie den Eindruck, als wollte sie möglichst beweisen, dass du kein Asperger hast.

      RegenbogenWusli schrieb:


      Shenya schrieb:

      Dass ein sexueller Missbrauch vermutet wurde, aber nicht weiter geforscht wurde, wann/wo der stattgefunden haben könnte, ist irgendwie auch seltsam. Wurde denn das auch mit deiner Mutter besprochen?
      Warum weiß ich auch nicht.Aber ich habe das stehts verneint und gesagt das wenn sowas tatsächlich passiert wäre, ich darüber gesprochen hätte, schon wenn es passiert ist, weil ich mir solche Sachen generell nicht hätte gefallen lassen.
      Wie kommen die denn auf so einen Verdacht? Kann es sein, dass man so etwas verdrängt?
      Mein Vater hat einen sexuellen Missbrauch wohl über 60 Jahre verdrängt und sprach nun mit mir in Andeutungen darüber.
    • FruchtigBunt schrieb:

      War das mal ein Diagnosekriterium für Asperger gewesen? Ein disproportionales Gesicht?

      Ich habe nur mal in einem Text von Asperger selbst gelesen, dass die von ihm behandelten Kinder häufig auffällige Gesichtsmerkmale gehabt hätten (ich weiß nicht mehr, es war irgendwas mit den Zähnen und noch was anderes). Aber häufig heißt ja nicht immer.
      Es könnte Zufall gewesen sein, oder er hat einen Subtyp "herausgefischt", bei dem das so auftritt.
      Wenn ich mir überlege, z.B. die Leute in der Selbsthilfegruppe, da wäre mir niemand aufgefallen, der irgendwie ein auffälliges Gesicht oder auffällige Zähne gehabt hat.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • @Shenya

      Mir ist das in meiner SHG auch nicht aufgefallen. Meine Eltern waren früher mit mir mal bei der Uniklinik zu einer Augenuntersuchung, weil mein eigenes Auge angeblich viel größer war als das andere :m(: Ich weiß nicht, wie man als Eltern auf so etwas kommen kann, aber nicht erkennen kann, dass ich total zurückgezogen und teils auch verhaltensauffällig war. Ich meine, mich auch zu erinnern, dass die Mitarbeiter dort sagten, meine Eltern sollten mit mir bei der Psychologischen Abteilung vorstellig werden, weil ich dort bei den Tests für die Augenuntersuchung mich wohl irgendwie nicht altersgemäß verhalten habe, aber ich kann mich nur erinnern, wie meine Eltern miteinander redeten, dass das nicht nötig sei.

      Ich glaube nicht, dass die Größe meiner Augen auf Asperger schließen lässt. Aber vielleicht deutet es doch darauf hin, dass die eine Gehirnhälfte damals aktiver war? Keine Ahnung.
    • FruchtigBunt schrieb:

      @RegenbogenWusli

      Die Zitate der Mutter machen auf mich irgendwie den Eindruck, als wollte sie möglichst beweisen, dass du kein Asperger hast.

      RegenbogenWusli schrieb:

      Shenya schrieb:

      Dass ein sexueller Missbrauch vermutet wurde, aber nicht weiter geforscht wurde, wann/wo der stattgefunden haben könnte, ist irgendwie auch seltsam. Wurde denn das auch mit deiner Mutter besprochen?
      Warum weiß ich auch nicht.Aber ich habe das stehts verneint und gesagt das wenn sowas tatsächlich passiert wäre, ich darüber gesprochen hätte, schon wenn es passiert ist, weil ich mir solche Sachen generell nicht hätte gefallen lassen.
      Wie kommen die denn auf so einen Verdacht? Kann es sein, dass man so etwas verdrängt?Mein Vater hat einen sexuellen Missbrauch wohl über 60 Jahre verdrängt und sprach nun mit mir in Andeutungen darüber.
      Definitiv kann das sein bzw. kommt es auch vor, dass die bewusste Erinnerung blockiert ist.
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!"
      (Kentucky Fried Movie)