Umgang mit Provokation (?)

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    • Umgang mit Provokation (?)

      Ein Mitschüler (Berufsschule), B, mit dem ich bisher sehr gut klar kam, der mir immer zugehört und mir geholfen hat, will plötzlich gar nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich hatte gesagt, ich möchte mehr Abstand, da nannte er mich undankbar und hat meine Nummer blockiert. Mit mir zu reden sei Zeitverschwendung, meint er. Vielleicht hat es was damit zu tun, dass er Borderline hat. Was ich habe, weiss er, er hat immer behauptet, mich sehr gut zu verstehen.

      Jedenfalls beachtet er mich jetzt nicht mehr und gibt sich mit einem anderen Mitschüler, ich nenne ihn mal A, ab. Ich hasse A sehr, da er mich verletzt, dann ausgelacht, provoziert und manipuliert hat. Er ist ein Narzisst. Der Hass ist zu einer richtigen Obsession geworden und komischerweise fühle ich mich auch zu ihm hingezogen. Das hatte ich noch nie. Der Hass ist aber stärker. B weiß alles, er selbst hat mir gesagt, er halte A für einen Psychopathen, richtig krank im Kopf, ein Arschloch, nicht mal in der Nähe will er ihn haben! ... Aber seit er mich nicht mehr mag, ist er plötzlich mit ihm befreundet?! Ich versteh das nicht und es trifft mich hart.. Ich habe Probleme, mich zu konzentrieren und sie zu ignorieren. Ich bin so wütend... Ich muss dauernd daran denken.

      Wie kann ich damit umgehen?
    • Zu den gemischten Gefühlen A gegenüber sei gesagt, dass mich sein Verhalten teils daran erinnert, wie mein Vater mich früher behandelt hat. Eben nicht gut. Kalt, emotional nicht zugänglich etc. Vielleicht hat das mein Männerbild und mein Bild von Liebe geprägt. Eine Weile habe ich meinen Vater auch gehasst, aber irgendwann ging es nicht mehr und inzwischen liebe ich ihn wieder - er behandelt mich jetzt gut.
    • Das versuche ich, nur ist das in ein und demselben Raum schwierig. Vor allem, weil einer von beiden auch viel und gut hörbar redet, also höre ich ihn auch dann, wenn ich ihn nicht sehen muss.

      Beide hatten zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemeint, ich sei die interessanteste Person in der Berufsschule, einige der wenigen Intelligenten, sie seien nur mit mir auf einer Wellenlänge. Ich habe mich ein wenig besonders gefühlt. Und B war ehrlich (dachte ich) und gut zu mir, wenn auch manchmal sehr abweisend. Als ich wegen A traurig war, hat er gesagt, ich hätte was Besseres als ihn verdient. So hintergangen zu werden, ohne Erklärung, von jemandem, zu dem ich aufgesehen und dem ich vertraut habe...

      Neulich hat A mich angesehen, dreckig gegrinst und B etwas zugeflüstert. Das war sicher Absicht.

      Es fühlt sich an wie ein richtig schlechtes Drama.

      Ich bin seit der Kindheit in therapeutischer Behandlung, habe auch ein sehr sehr schlechtes Selbstbild, Depressionen etc.
    • ZeroLifeSkills wrote:

      Zu den gemischten Gefühlen A gegenüber sei gesagt, dass mich sein Verhalten teils daran erinnert, wie mein Vater mich früher behandelt hat. Eben nicht gut. Kalt, emotional nicht zugänglich etc. Vielleicht hat das mein Männerbild und mein Bild von Liebe geprägt. Eine Weile habe ich meinen Vater auch gehasst, aber irgendwann ging es nicht mehr und inzwischen liebe ich ihn wieder - er behandelt mich jetzt gut.

      Ich glaube das ist kein unüblicher Wunsch, dass Jene die uns schlecht behandelt haben das irgendwann einsehen und uns gut behandeln nachdem sie erkennen wie toll wir sind oder wie sehr wir uns um sie bemühen. Und so sehr ich mich auch für dich freue, dass das bei deinem Vater anschenend geklappt hat, ist das alles andere als der Regelfall. Du solltest da sehr aufpassen, dass du dich nicht sollte der Narzist es sich anders überlegen dich von ihm um den Finger wickeln zu lassen, das geht nämlich sehr wahrscheinlich übel aus.

      Die Situation an sich ist scheiße, ich glaube was die beiden betrifft wirst du nicht viel machen können. Irgendwie bin ich womöglich auch ein schlechter ratgeber, mir ist das öfter passiert, dass Leute mit denen ich gut klar kam irgendwann für mich teilweise vollkommen aus dem Nichts heraus die Seiten gewechselt haben. Einer der Gründe wieso ich mir schwer damit tue Leuten etwas von mir preiszugeben, da ich davon ausgehe, dass es irgendwann gegen mich verwendet wird.
      Gibt es für dich die Möglichkeit dir andere in der Klasse zu suchen?
    • Zero, aus meiner Lebenserfahrung heraus kann ich mir gut vorstellen, dass Dein Mitschüler heimlich verliebt in Dich war/ist. Da war es für ihn umso schlimmer, dass Du auf Abstand gehen wolltest. Er könnte dadurch so verletzt sein, dass er nur über Hass und Rache seine Gefühle in den Griff zu bekommen versucht.

      Es könnte also seine Verletzung sein, die erst heilen muss, bevor Ruhe einkehrt. Wenn es so wäre, könnte eine einfühlsame, ernstgemeinte Entschuldigung unter 4 Augen die Sache beschleunigen. Also Entschuldigung für die unbeabsichtigte Verletzung. Und vielleicht nochmal eine ebenso qualitätsreiche Erklärung für den Wunsch nach Abstand.

      Gibt es an Berufschulen sowas wie einen sozialpädagogischen Dienst? Ich kann mich an meine Berufschulzeit diesbezüglich leider nicht mehr erinnern. Den könntest Du zu Rate ziehen.

      LG!
    • @Chch Das wäre merkwürdig, da er eine Freundin hat, der er, wenn es weiterhin gut läuft, nächstes Jahr einen Antrag machen möchte. Ich kenne sie und habe beide zusammen gesehen, es ist also nicht nur eine erfundene Freundin. Er hat mir erzählt, welche Probleme er mit ihr hat(te), dass ihre Familie ihn nicht mag und er darunter leidet. Und er hat mir mehrfach klargemacht, dass er und ich keine Freunde sind, damit ich keinen falschen Eindruck bekomme. Das war auch in meinem Sinne, ich mag emotionale Nähe nicht sehr und er kann es aufgrund seiner psychischen Erkrankung und schlechter Erfahrungen nicht sehr gut. Er hält sich Leute auf Abstand, abgesehen von seiner Freundin und seiner psychisch kranken Mutter. Also.. wir waren nicht mal Freunde und trotzdem hat er so heftig reagiert. Vielleicht war das ja gelogen, vielleicht hat er mich doch als Freund angesehen und sich abgestoßen gefühlt, als ich Abstand wollte? Aber nichts davon rechtfertig sein jetziges Verhalten. Ich glaube, er möchte mich unbedingt verletzen, aber weiß nicht, weshalb.

      Von ihm werde ich weder eine Entschuldigung noch eine Erklärung bekommen. Er weiß, wie ich mich fühle, er kennt mich gut genug und kann mich einschätzen. Er weiß es und er will es. Wenn es ihm Leid tut, wird er auf mich zugehen. Wenn nicht, ist die Gefahr groß, dass er aggressiv und herablassend reagiert. Denn er muss sich immer beweisen, wie überlegen er allen ist... was er nicht ist. Aber er fühlt sich so, er braucht das. Er redet oft schlecht über andere und mag so ziemlich niemanden. Manchmal mag er Leute, dann auf einmal nicht mehr.

      Ich habe mir überlegt, mit einer Pädagogin dort zu reden, da für mich niemand mehr zuständig ist.

      @Zodd: Es tut mir Leid, dass du das schon öfter erleben musstest, für mich ist es neu. Und ich erzähle zu schnell zu viel von mir... auch diesen beiden habe ich viel Privates mitgeteilt, niemals hätte ich gedacht, es bereuen zu müssen. Oder dass sie gezielt meine Schwächen herauslesen, um diese gegen mich zu verwenden.

      Sonst fühle ich mich mit niemandem wirklich verbunden, daher nein. Es gibt einen weiteren Asperger-Autisten in der Klasse, aber mit dem habe ich nichts gemeinsam. Er ist wie ein großes Kind und anhänglich wie ein Hund.. Mir zu viel, zumal wir, wie gesagt, nichts gemeinsam haben. Aber er will unbedingt Anschluss, den er nicht mehr hat, da er... eben wie ein Kind ist, trotz guter Intelligenz, Leute dauernd unterbricht, allem und jedem zustimmt, auch wenn es sich widerspricht und wirklich irgendwie absolut keine Social Skills hat, aber auch nicht in Therapie ist oder in einer Art Training. Er weigert sich, an seinem Verhalten zu arbeiten. Ist zwar sehr sehr lieb und loyal, aber.. passt zu mir persönlich einfach gar nicht.
    • ZeroLifeSkills wrote:

      Und ich erzähle zu schnell zu viel von mir... auch diesen beiden habe ich viel Privates mitgeteilt, niemals hätte ich gedacht, es bereuen zu müssen. Oder dass sie gezielt meine Schwächen herauslesen, um diese gegen mich zu verwenden.
      Bereuen ist hier nicht angebracht. Nimm es so hin und mach das Beste daraus.

      Bleib so wie du wirst. :)
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      It's simple. There are no guarantees. I have to trust in luck. That is all.
    • ja, Zero, Dein Verdacht, dass die psychische Erkrankung der Grund ist, wird da wohl eher stimmen :-( Da hilft wohl nix außer a) Rat bei der Beratung holen und b) es ignorieren lernen :-(
      Ich wünsche Dir die Kraft dafür!
    • ZeroLifeSkills wrote:

      Ich versteh das nicht
      Eine mögliche Erklärung/Idee:

      B ist in seiner Bewertung und seinen Emotionen ziemlich schwarz-weiß und kann mit deiner Zurückweisung (so empfand er es) nur so umgehen, daß er dich innerlich abwertet und meidet. Vielleicht hat er A vorher nur schlechtgemacht, um dir zu gefallen bzw. dich nicht zu verletzen, und fand ihn gar nicht so übel. Jetzt, da euer Kontakt abgerissen ist, bestünde dann kein Grund mehr für B, sich von A zu distanzieren. Es bestünde noch die Möglichkeit, daß er sich mit A anfreundet, um dich zu ärgern (so nach dem Motto: Schau her, der weiß mich wenigstens besser zu schätzen als du), aber das wäre dann nicht von Dauer. Sollte er längerfristig mit A bekannt/befreundet bleiben, dürfte die zweite Möglichkeit eher nicht zutreffen.

      ZeroLifeSkills wrote:

      ... eben wie ein Kind ist, trotz guter Intelligenz, Leute dauernd unterbricht, allem und jedem zustimmt, auch wenn es sich widerspricht und wirklich irgendwie absolut keine Social Skills hat, aber auch nicht in Therapie ist oder in einer Art Training. Er weigert sich, an seinem Verhalten zu arbeiten. Ist zwar sehr sehr lieb und loyal, aber.. passt zu mir persönlich einfach gar nicht.
      Klingt mit ein paar Ausnahmen wie eine Beschreibung von mir--- oh weh, nicht mal ein Autist hätte also mit mir als Jugendlicher was zu tun haben wollen. :m(: :oops:

      ZeroLifeSkills wrote:

      Und B war ehrlich (dachte ich) und gut zu mir
      Und das ist nicht mehr gültig?

      ZeroLifeSkills wrote:

      Vielleicht hat das mein Männerbild und mein Bild von Liebe geprägt
      Das wäre dann eine wertvolle Lektion, also daß du beim nächsten Mal darauf achtest, dir nicht so einen Mann als Freund auszusuchen, auch wenn er dich intuitiv wegen dieser Erinnerung anspricht.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • ZeroLifeSkills wrote:

      Vielleicht hat es was damit zu tun, dass er Borderline hat.
      Ein Kennzeichen von Borderline sind instabile, teilweise wechselnde Beziehungen, praktisch ein ständiges Schwanken zwischen Nähe und Distanz, Idealisierung und Abwertung. Sowohl auf "zu viel" Nähe, als auch auf scheinbare Zurückweisung reagieren Borderliner meist sehr extrem. Auch dieses schwarz-weiß-Denken (RW), alles oder nichts, ist typisch. Es ist eine blöde Situation aber ich würde versuchen das Verhalten nicht zu sehr zu interpretieren.

      Nachtrag: einige Borderliner können auch sehr manipulativ sein und versuchen so Kontrolle auszuüben (z.B. aus Angst vor dem Verlassen werden). Eine gezielte Provokation ist also nicht auszuschließen.

      The post was edited 1 time, last by Tilia ().

    • @Joker: Naja, solange sie mich nicht angreifen.. In dem Fall werde ich einem Lehrer Bescheid geben, ich lasse mich nicht mobben. Hatte das als Kind lange genug. Und danke. :) Cooles Avatar übrigens.

      @Chch: Das hat mir mein Psychologe, den ich leider nur einmal im Monat sehe, auch gesagt. Dass ich nicht versuchen muss/soll, es zu verstehen. Vermutlich ergibt sein Verhalten nur für ihn selbst einen Sinn.

      @Necroghoul7: Deine Erklärungen klingen sehr einleuchtend. Dazu kommt, dass er selbst außer mir auch niemanden hatte, zu dem er sich wirklich verbunden gefühlt hat. Ich hatte schon vermutet, dass er sich jemanden suchen würde, hätte aber eben nicht gedacht, dass es gerade diese Person sein würde. Und er hat doch immer so betont, wie ehrlich er ist, anders als all die "Faker", die nett zu dir sind, aber hinter deinem Rücken über dich lästern. Sehr komisch.
      -
      Ich denke nicht, dass du zu keinem Autisten passt, dieser passt zu mir einfach nicht und ich bin selbst alles andere als reif. Trotzdem sind wir starke Gegensätze, er ist eine wahre Frohnatur, sorgt sich nicht, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und scheint jeden so zu akzeptieren, wie er ist. Und ich? Sehr ernst (angeblich ZU ernst), Grüblerin, oft besorgt und depressiv, schnell gestresst und genervt und leider auch streng - also, viele Verhaltensweisen sind für mich schwer zu akzeptieren. Bei Anhänglichkeit werde ich schnell panisch und "die Fahne in den Wind hängen" (Redewendung) mag ich persönlich einfach gar nicht. Es sei denn, Gewalt droht. Ich kann dir mal ein Beispiel von ihm nennen, es passierte beim Mitagessen mit zwei anderen Mädchen.
      Mädchen 1:"Also, dieser Gulasch schmeckt eklig.."
      Er:"Ja, stimmt."
      Mädchen 2:"Ich finde ihn ehrlich gesagt ganz gut."
      Er:"Ja, ich finde ihn auch gut."

      Oder als er mitbekam, dass ich und ein Mädchen, mit dem wir beide gut klarkommen, einen Jungen nicht mögen, da hat er auch angefangen, schlecht über ihn zu reden. Aber dem Jungen gegenüber hat er sich wie ein loyaler Freund benommen und mal in der Klasse gesagt, er würde niemals lästern. ... Finde ich nicht in Ordnung. Ich hatte schon überlegt, ob ich ihm das sagen soll, er stößt andere durch so etwas ab, aber andere haben es schon versucht und es hat nicht geholfen. Er tut mir einerseits Leid, andererseits verstehe ich die anderen auch. Ich verstehe beide Seiten IRGENDWIE, aber keine zu 100%.

      B ist nicht mehr gut zu mir, er beachtet mich ja nicht mehr und sein letzter Satz zu mir war, dass er nicht mehr mit mir reden möchte, nicht einmal mehr Smalltalk, das sei nur Zeitverschwendung.

      Und ja, da hast du absolut Recht. Übrigens geht es in meiner Familie einigen Frauen so, die von ihren Vätern und auch vorherigen Partnern schlecht behandelt worden sind.
    • ZeroLifeSkills wrote:

      @Zodd: Es tut mir Leid, dass du das schon öfter erleben musstest, für mich ist es neu. Und ich erzähle zu schnell zu viel von mir... auch diesen beiden habe ich viel Privates mitgeteilt, niemals hätte ich gedacht, es bereuen zu müssen. Oder dass sie gezielt meine Schwächen herauslesen, um diese gegen mich zu verwenden.
      Danke dir, daran hatte ich auch jeweils übel zu knabbern (RW), ich weiß auch gar nicht was schlimmer ist, wenn es plötzlich passiert oder schleichend und langsam so das man es merkt, es aber nicht aufhalten kann. Dann haben wir also das gegenteilige Problem bzw. was dir passiert bestätigt ziemlich meine Ängste. Aber es ist halt auch keine Lösung sich ganz enzuigeln. Der Trick ist wohl wie immer den Mittelweg zu gehen, nicht zu viel und nicht zu wenig und genau gucken bei wem man was erzählt.


      Joker wrote:

      Bereuen ist hier nicht angebracht. Nimm es so hin und mach das Beste daraus.
      Das sehe ich anders. Wenn man etwas hinnimt hat das was von ich mache es bem nächstenmal genauso. Und wenn das bereuten in verbindung steht mit etwas fürs Nächste mal zu lernen finde ich das sinnvoll. Und es ist nicht verkehrt nicht jedem alles zu erzählen.
    • ZeroLifeSkills wrote:

      Der Hass ist aber stärker. B weiß alles, er selbst hat mir gesagt, er halte A für einen Psychopathen, richtig krank im Kopf, ein Arschloch, nicht mal in der Nähe will er ihn haben! ... Aber seit er mich nicht mehr mag, ist er plötzlich mit ihm befreundet?! Ich versteh das nicht und es trifft mich hart.. Ich habe Probleme, mich zu konzentrieren und sie zu ignorieren. Ich bin so wütend... Ich muss dauernd daran denken.
      Das klingt so, als hätte "B" eingesehen, dass A Recht hat, nach der Aktion "Abstand halten".
      Ein gemeinsamer "Feind" kann andere Feinde verbinden.

      Du bist wahrscheinlich wütend, weil du es nicht verstehst.
      Ich verstehe dich, bei mir gab es auch unverständliche Aktionen von Mitmenschen.
      Aber sei einfach froh, dass du B los bist, so ein launischer Typ bedeutet Gift für sensible Gemüter.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • @Tilia: Richtig; ich habe Borderline schon als Fehldiagnose bekommen, zusammen mit ca. 4 anderen Persönlichkeitsstörungen. Vor der Autismusdiagnose hatte ich X verschiedene psychische Störungen diagnostiziert bekommen und mich darüber informiert. Über Borderline also auch, ich war auch überzeugt, dass ich das habe. Einiges ist ähnliches, anderes aber auch ganz anders. Ich suche nicht nach Beziehungen und bin gerne für mich, als Beispiel.
      Er sagt von sich, er sei manipulativ, provoziere gerne, weil er dadurch spürt, wie überlegen er ist und bezeichnet sich selbst sogar als Arschloch. Völlig ohne Scham. Aber ich habe darüber nie nachgedacht, er war ja, wie gesagt, gut zu mir.
      In der Klasse provoziert er tatsächlich gerne Streits und Diskussionen, weil er Lust darauf hat, manche Leute nicht mag (und ihnen nur daher widersprechen will) und sich auch selbst schnell angegriffen und ungerecht behandelt fühlt. Und Lehrer werden nicht verschont, Ausbilder wurden es auch nicht- Autorität beeindruckt ihn kein Bisschen. Er sieht sich einfach als haushoch überlegen an, die anderen Schüler sind alle nur Kinder und unreif und dumm.. und er ist so erwachsen und intellektuell. In seinen Augen, versteht sich. Er ist auch intelligent, aber nicht so, wie er es darstellt und weit nicht so erwachsen.
      Die Tastatur spinnt gerade, ich schreibe später mehr.. sonst ist wieder mein ganzer Text weg. :(
    • ZeroLifeSkills wrote:

      Aber er fühlt sich so, er braucht das. Er redet oft schlecht über andere und mag so ziemlich niemanden. Manchmal mag er Leute, dann auf einmal nicht mehr.
      Gerade das würde ich als Warnsignal sehen, mich von dieser Person zu distanzieren, selbst wenn ihr noch eine friedliche Entschuldigung hinbekommt. Eine inkonsistente Beziehung, in der du stets jedes Wort lang überdenken musst und befürchten, dass er sich unnötig angegriffen fühlt und so extrem reagiert, das muss einfach nicht sein.

      Necroghoul7 wrote:

      B ist in seiner Bewertung und seinen Emotionen ziemlich schwarz-weiß und kann mit deiner Zurückweisung (so empfand er es) nur so umgehen, daß er dich innerlich abwertet und meidet. Vielleicht hat er A vorher nur schlechtgemacht, um dir zu gefallen bzw. dich nicht zu verletzen, und fand ihn gar nicht so übel.
      Genau das vermute ich auch, bzw. finde dass es sehr stimmig klingt. Heruntermachen als Validierung innerhalb einer Interessengruppe.
      Du hast ja vermutet, dass B nun ähnlich mit A über dich redet. Da musst du dich selbst fragen, selbst wenn es nun eine konsistente Freundschaft (oder eben nicht-Freundschaft, wenn du es so nicht nennen magst, meinetwegen Zweckgemeinschaft) sein sollte, ob du das möchtest.

      ZeroLifeSkills wrote:

      Er sieht sich einfach als haushoch überlegen an, die anderen Schüler sind alle nur Kinder und unreif und dumm.. und er ist so erwachsen und intellektuell. In seinen Augen, versteht sich. Er ist auch intelligent, aber nicht so, wie er es darstellt und weit nicht so erwachsen.
      Das bestätigt noch einmal NecroGhouls Idee, zur Validierung seiner selbst und einer ausgewählten Interessegruppe werden andere Personen herabgesetzt.

      ZeroLifeSkills wrote:

      Sonst fühle ich mich mit niemandem wirklich verbunden, daher nein. Es gibt einen weiteren Asperger-Autisten in der Klasse, aber mit dem habe ich nichts gemeinsam. Er ist wie ein großes Kind und anhänglich wie ein Hund.. Mir zu viel, zumal wir, wie gesagt, nichts gemeinsam haben. Aber er will unbedingt Anschluss, den er nicht mehr hat, da er... eben wie ein Kind ist, trotz guter Intelligenz, Leute dauernd unterbricht, allem und jedem zustimmt, auch wenn es sich widerspricht und wirklich irgendwie absolut keine Social Skills hat, aber auch nicht in Therapie ist oder in einer Art Training. Er weigert sich, an seinem Verhalten zu arbeiten.
      Für mich klingt das ebenfalls nicht nach jemandem, der eine "gute Gemeinschaft" wäre- Allerdings weniger durch seine Verhaltensweisen als viel eher dadurch, dass er sich weigert, an sich zu arbeiten.
      Hast du denn das Gefühl, eine berufsschulische Zweckgemeinschaft "zu brauchen"?
      "Ich? Gescheitert? Niemals!
      ... Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren." -Thomas Edison, zumindest so ähnlich
    • ZeroLifeSkills wrote:

      Naja, solange sie mich nicht angreifen.

      Zodd wrote:

      Das sehe ich anders. Wenn man etwas hinnimt hat das was von ich mache es bem nächstenmal genauso.
      Ihr habt mich missverstanden. Ich bezog mich mit dem "hinnehmen" darauf, dass es unsinnig ist über etwas vergangenes zu grübeln bzw. es zu bereuen. In dem damaligen Moment war es die richtige Entscheidung und was vorbei ist, ist vorbei.
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      It's simple. There are no guarantees. I have to trust in luck. That is all.
    • Joker wrote:

      Ich bezog mich mit dem "hinnehmen" darauf, dass es unsinnig ist über etwas vergangenes zu grübeln bzw. es zu bereuen. In dem damaligen Moment war es die richtige Entscheidung und was vorbei ist, ist vorbei.
      Ja, genau.
      Den Ärger darüber loslassen und beim nächsten Mal besser machen. Ohne Fehler zu machen lernt man nichts, und es hat keinen Sinn sich wegen vergangener Geschichten selbst runterzuziehen.(RW)
    • @Zodd: Klingt beides gleich grausam. Da wird das Vertrauen gleichermaßen zerstört, denke ich. Wenn nicht mal reden noch was hilft. Jedenfalls hoffe ich für dich, dass dir das nicht wieder passiert.
      Ich sollte wirklich mehr aufpassen, ich weiß nicht einmal genau, warum ich so viel preisgebe. Abgesehen von dem Drang, mich mitzuteilen und dem Wunsch, verstanden zu werden. Und da ich Smalltalk nicht mag.. Das wird ein hartes Stück Arbeit.

      @Cloudactive: Lustigerweise haben wir uns ja genau dadurch besser kennen gelernt! Wir mochten dieselben zwei Personen nicht, da wir unabhängig voneinander ähnliche negative Erfahrungen mit ihnen gemacht haben. Eine davon war seine Ex-Freundin. Sie ist ebenfalls psychisch krank (bipolar).. denn es ist eine Berufsschule für Menschen mit Behinderung, dazu zählen auch psychische Krankheiten. Und in unserer Klasse und der Parallelklasse sind so gut wie alle psychisch krank. Das sorgt natürlich für Spannungen.
      Wobei A mich mit großer Sicherheit nicht als Feindin ansieht, ihm ist es egal, über wen schlecht geredet wird, er macht es einfach gerne. Aus Prinzip oder so. Er entdeckt die Schwächen anderer und kritisiert sie hinter ihrem Rücken.. mit einem dreckigen Grinsen. Er liebt es, zu provozieren und die gewünschte Reaktion zu kriegen! Und er ist gut darin. Er weiß, wie er sich verhalten muss, indem er Leute beobachtet. Zudem ist er sehr sehr intelligent und hat eine hohe kognitive Empathie; er kann Verhalten und Reaktionen gut einschätzen. Seine affektive Empathie ist jedoch gering (hat er mir gesagt) und er hat selbst kaum Gefühle. Ich war ein geeignetes "Spielzeug", weil ich meine Gefühle nicht gut regulieren kann, sehr verletzlich bin und schnell weine, mich zurückziehe oder sehr wütend werde. Das macht ihm Spaß und er fühlt sich, denke ich, mächtig? Vielleicht geht es ja darum - eine neue Methode, mich zum Reagieren zu bringen. Das Leid anderer scheint ihn zu amüsieren. Ich vermute mir gegenüber also weder negative noch positive Gefühle. Ich bin ein Objekt, mehr nicht.
      Wenn er mich kritisiert hat, dann immer über whatsapp, nie direkt. Er hat auch nicht mit mir geredet, nur geschrieben. Er konnte mir nicht in die Augen sehen. Kann er bis jetzt nicht. Nicht mal, wenn er gezwungenermaßen mit mir reden muss. Natürlich habe ich ihn damals gefragt, warum er so unbedingt mit mir schreiben will, aber nicht direkt mit mir redet. Da hieß es, er sei zu schüchtern, es habe sich nicht ergeben oder er könne meine Reaktion nicht einschätzen. Ausreden, vermute ich.
      Auf einer Seite bin ich tatsächlich froh, dass B mir gezeigt hat, wie er wirklich ist bzw. sein kann. Launisch sein ist eine Sache - solange man seine Launen nicht an anderen auslässt. Ich selbst habe auch Stimmungsschwankungen, kleinere Sachen verderben mir schon mal die Laune oder gleich den ganzen Tag. Aber dann ziehe ich mich zurück und rede später mit jemandem darüber. Er kann für seine Störung nichts, ich weiß, er ist sehr unglücklich mit sich und seinem Leben.. aber dafür kann ich nichts. Und er würde ausrasten, wenn jemand ihn selbst so behandeln würde. Das würde er sich niemals gefallen lassen! Er ist im Kern auch sehr verletzlich und tut deswegen wie ein harter Kerl. Toxisch... Ich kann mit sowas nicht und tue es auch keinem anderen an.

      @Blaubeere: Ganz genau. Ich würde eine Entschuldigung annehmen und oberflächlich reden, aber nichts Tiefergehendes mehr, kein Vertrauen, kein Kontakt außerhalb der Schule. Das hatten wir vorher, oft. Er hat mich dann auf dem Handy und Facebook geblockt.
      Dass mein autistischer Klassenkamerad nicht an sich arbeiten mag, ist wirklich schade. Für ihn, vor allem, er ist kein schlechter Kerl. Mit ein wenig Leitung, Tipps und Übung hätte er bestimmt einige gute Kontakte.
      Ich brauche nicht unbedingt eine Zweckgemeinschaft, nein. Endet vermutlich ohnehin wieder in Konflikten und darauf habe ich keine Lust mehr. Wenn ich nicht wütend und verletzt wäre, wäre es okay, wie es ist. Vielleicht geht es mit der Zeit weg. Die beiden haben einander jedenfalls verdient, sie passen zusammen, aber nicht zu mir. Obwohl ich nicht einfach bin, das gebe ich offen zu. Weil sehr sehr empfindlich.
    • Joker wrote:

      Ihr habt mich missverstanden. Ich bezog mich mit dem "hinnehmen" darauf, dass es unsinnig ist über etwas vergangenes zu grübeln bzw. es zu bereuen. In dem damaligen Moment war es die richtige Entscheidung und was vorbei ist, ist vorbei.

      Kraehe wrote:

      Joker wrote:

      Ich bezog mich mit dem "hinnehmen" darauf, dass es unsinnig ist über etwas vergangenes zu grübeln bzw. es zu bereuen. In dem damaligen Moment war es die richtige Entscheidung und was vorbei ist, ist vorbei.
      Ja, genau.Den Ärger darüber loslassen und beim nächsten Mal besser machen. Ohne Fehler zu machen lernt man nichts, und es hat keinen Sinn sich wegen vergangener Geschichten selbst runterzuziehen.(RW)
      Das ist ein sehr guter Punkt. Wenn ich nur loslassen könnte.. Das fällt mir so schwer, ich habe so viele Erinnerungen, die ich einfach nicht loswerde und die mich belasten.