Wie beendet man eine langjährige Freundschaft?

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    • Wie beendet man eine langjährige Freundschaft?

      Ich habe gerade wieder ein Treffen mit einer Freundin "hinter mich gebracht".

      Dabei habe ich wieder einmal mit brutaler Intensivität gemerkt, das wie uns im Laufe des Erwachsenswerdens einfach auseinander gelebt haben.
      Sie ist kein Autist, aber wir haben, als wir jünger waren, viele Interessen geteilt. Einige gemeinsame Aktivitäten haben sich mit der Kindheit ausgewachsen und der Rest scheint sich mit dem Ende der Schulzeit verpflüchtigt zu haben.
      Das einzige was wir wirklich noch teilen, sind angeregte und tiefgründige philosophische Gespräche - diese führen wir leider meistens um zwei Uhr nachts.
      Und die kann ich auch mit einer Brieffreundin haben.

      Ich habe das Gefühl, wir gehen uns gegenseitig nur noch auf die Nerven und es ist einfach nicht fair ihr gegenüber, wenn ich so tue, als wäre alles in bester Ordnung - als hätte ich nicht bemerkt, dass wir nicht mehr funktionieren.

      Aber wie sagt man jemanden, dass eine Freundschaft die seit über einem Jahrzehnt existiert, einfach nicht mehr funktioniert?
    • Bist du dir denn sicher, dass "mit dem Hammer draufschlagen" und die Freundschaft von jetzt auf gleich zu beenden das richtige ist? Das kann unwiderruflich sein, am Ende vermisst du die Person, an der über ein Jahrzehnt gemeinsame Erinnerungen hängen und vielleicht auch die philosophischen Gespräche. Da würde ich dir eher raten zu sehen, wie die Freundschaft für dich besser ausgestaltet werden kann. Probleme ansprechen ("mich stört an uns...", Intensität (z.B. Häufigkeit und Länge der Treffen) reduzieren, sehen wie es sich entwickelt, vielleicht auch eben "im Sand verlaufen lassen". Dann hat man sich wenigstens nicht im Streit getrennt. Wenn es stimmt, dass ihr euch gegenseitig auf die Nerven geht, dann wird ja erstmal niemand vorschlagen, sich zu treffen.
    • Nachtdrache schrieb:

      Bist du dir denn sicher, dass "mit dem Hammer draufschlagen" und die Freundschaft von jetzt auf gleich zu beenden das richtige ist? Das kann unwiderruflich sein, am Ende vermisst du die Person, an der über ein Jahrzehnt gemeinsame Erinnerungen hängen und vielleicht auch die philosophischen Gespräche. Da würde ich dir eher raten zu sehen, wie die Freundschaft für dich besser ausgestaltet werden kann. Probleme ansprechen ("mich stört an uns...", Intensität (z.B. Häufigkeit und Länge der Treffen) reduzieren, sehen wie es sich entwickelt, vielleicht auch eben "im Sand verlaufen lassen". Dann hat man sich wenigstens nicht im Streit getrennt. Wenn es stimmt, dass ihr euch gegenseitig auf die Nerven geht, dann wird ja erstmal niemand vorschlagen, sich zu treffen.
      "Mit dem Hammer draufschlagen" wäre definitiv nicht meine Absicht. Dafür habe wir einfach viel zu viel Geschichte miteinander, als das dass fair ihr gegenüber wäre.
      Das Problem ist, dass es, seit wir uns kennen eine "Fernbeziehung" war. Man sah sich, wenn man Glück hatte vier bis sechs mal im Jahr persönlich.
      Die Freundschaft ist schon seit Jahren nicht mehr wirklich funktionell, aber durch die Grundlegende Natur unserer Beziehung zieht es sich durch.
      Wie kann ich sagen - wir sollten aufhören uns zu treffen! - In der Minute in der wir aufhören uns zu treffen, wird auch die Freundschaft tot sein - deswegen treffen wir uns.
    • Hmm, okay. Ich würde es damit versuchen, nicht sie als Person zu kritisieren, sondern es entweder als gemeinsames oder dein eigenes Problem nennen. Zum Beispiel "Unsere Treffen haben mir die letzten male nicht mehr so viel Freude bereitet", und eben vorzuschlagen sich seltener zu treffen. Das würde ich eher machen, wenn das nächste Treffen ansteht, und nicht jetzt kurz danach.
    • Nachtdrache schrieb:

      Hmm, okay. Ich würde es damit versuchen, nicht sie als Person zu kritisieren, sondern es entweder als gemeinsames oder dein eigenes Problem nennen. Zum Beispiel "Unsere Treffen haben mir die letzten male nicht mehr so viel Freude bereitet", und eben vorzuschlagen sich seltener zu treffen. Das würde ich eher machen, wenn das nächste Treffen ansteht, und nicht jetzt kurz danach.
      Das ist vermutlich der beste Weg.
      Danke.
    • Mein erster Gedanke: Hast Du sie mal gefragt, ob sie das genauso empfindet wie Du?
      Ich habe den Eindruck, dass Du enttäuscht bist, ohne genau sagen zu können, was genau Dich enttäuscht. Ich bin nicht sicher, ob es die Freundin ist. Eher denke ich, dass Du etwas erwartest, was sie Dir im Augenblick nicht gibt, aus welchem Grund auch immer. Deshalb würde ich Dir empfehlen, in Dich zu gehen, das Problem aufzuspüren und es bei ihr anzusprechen.
      Eine Aussprache ist häufig hilfreicher als etwas Hals über Kopf aufzugeben, was schon so lange besteht. Vielleicht geht es ihr ja genauso? Das wäre doch möglich. Sprich einfach offen an, was Dich bedrückt. Manchmal rennt man damit offene Türen ein (RW)
    • Ich sehe das offenbar ganz anders als die meisten hier. Von den meisten vorgeschlagenen Äußerungen würde ich mich total angegriffen fühlen. Ich würde wohl erst mal die Häufigkeit der Treffen reduzieren, eventuell reicht das auch schon aus. Und wenn es nicht ausreicht, dann würde ich die Freundschaft ausschleichen lassen.
    • @Origami-Kranich

      Wenn dich die Treffen 'stören' - vielleicht wäre eine andere Form der Kommunikation ja angenehmer? Ihr könntet z.B. bequem über Skype quatschen - auch mit Video. Das wäre zumindest weniger aufwändig und bequemer und du hättest keinen 'Eindringling' in deinen privaten Bereich.

      Ich finde Skype etwas verbindlicher als Telefon oder Whatsapp - aber sehr viel unverbindlicher und bequemer als ein persönlicher Besuch. Ich halte zu einigen Menschen den Kontakt so und empfinde das als sehr viel angenehmer als zu zweit in einem Zimmer zu sitzen.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Diamant schrieb:

      Mein erster Gedanke: Hast Du sie mal gefragt, ob sie das genauso empfindet wie Du?
      Ich habe den Eindruck, dass Du enttäuscht bist, ohne genau sagen zu können, was genau Dich enttäuscht. Ich bin nicht sicher, ob es die Freundin ist. Eher denke ich, dass Du etwas erwartest, was sie Dir im Augenblick nicht gibt, aus welchem Grund auch immer. Deshalb würde ich Dir empfehlen, in Dich zu gehen, das Problem aufzuspüren und es bei ihr anzusprechen.
      Eine Aussprache ist häufig hilfreicher als etwas Hals über Kopf aufzugeben, was schon so lange besteht. Vielleicht geht es ihr ja genauso? Das wäre doch möglich. Sprich einfach offen an, was Dich bedrückt. Manchmal rennt man damit offene Türen ein (RW)
      Genau so würde ich es von einem Freund erwarten.

      seven_of_nine schrieb:

      Von den meisten vorgeschlagenen Äußerungen würde ich mich total angegriffen fühlen.
      Warum? In Ton und Absicht wirken die Beiträge hier freundlich auf mich.
      Achtung, eigene Sprache!
    • Eine schwierige Frage die jeder natürlich nur ganz individuell lösen kann und so, dass es sich für ihn selbst stimmig anfühlt.

      Ich persönlich würde mir wohl auch erst einmal selbst die Fragen stellen, was mir fehlt, was es mir unangenehm macht und auch, warum ich bezüglich der Freundschaft 'aufräumen' möchte (also sie beenden will). Was genau geht mir auf die Nerven? und so weiter.

      Die Grundfrage ist im Thread ja schon angeklungen: ausschleichen lassen oder 'Fakten auf den Tisch' und ehrlich/offen darüber sprechen.
      Jeder empfindet dahingehend anderes als angenehm. Wie ist das für Dich selbst @Origami-Kranich? Was glaubst Du, wie Deine Freundin das empfindet?

      Hast Du das Bedürfnis, etwas zu erklären oder zu klären? Wie würde es geschehen, wenn es für Dich selbst perfekt wäre? Was könnte geschehen das Dich dabei nerven würde?
      Ich denke, wenn man solche Fragen für sich selbst geklärt hat und weiß, wie es für einen selbst sich stimmig anfühlen würde so kann man versuchen es so umzusetzen und hat sich die oben stehende Frage schon beantwortet. Dann kann man auch überlegen, wie es vielleicht für die Freundin gut wäre und eventuelle Diskrepanzen zu dem eigenen Vorgehen aufdecken und eine Lösung finden, die für beide ok ist (oder von der man das hofft :d ).
    • Eurich Wolkengrob schrieb:

      seven_of_nine schrieb:

      Von den meisten vorgeschlagenen Äußerungen würde ich mich total angegriffen fühlen.
      Warum? In Ton und Absicht wirken die Beiträge hier freundlich auf mich.
      Das mag sein, und Origami-Kranich macht sich ja auch Gedanken, wie man das möglichst freundlich und schmerzlos machen kann. Dennoch handelt es sich um das Beenden einer langjährigen Freundschaft, um eine explizite "Trennung". Das ist verletzend, egal, wie freundlich man das vielleicht formuliert. Gerade Formulierungen wie die, dass man bei den letzten Treffen nicht mehr die Freude empfunden hätte wie bei früheren, würden mir persönlich weh tun. Ich würde mich fragen, was ich falsch gemacht habe, ab welchem Punkt ich hätte merken müssen, dass da etwas "aus dem Ruder läuft", was ich hätte tun können, um es zu "kitten". Auch wenn sie keine Autistin ist, hat sie vielleicht Erfahrungen mit "Anecken" und Zurückweisung, unter Umständen ist das ein weiteres Misserfolgserlebnis in einer langen "Kette". Daher würde ich es für mich viel schonender und weniger verletzend empfinden, die Freundschaft "auslaufen" zu lassen. Seltener treffen bzw. sagen, dass es mir aktuell zuviel ist (wobei ich selbst das auch sage, wenn es stimmt, ich habe tatsächlich Zeiten, in denen ich mich stärker zurück ziehe, ohne, dass das grundsätzliches Desinteresse an den jeweiligen Kontakten bedeutet). Rückblickend merke ich, dass schon mehrmals andere den Kontakt mit mir auf diese Weise "einschlafen" ließen. Nicht schön, aber auf der anderen Seite meinem Empfinden nach weniger verletzend als die explizite Aussage, für den anderen nicht mehr interessant zu sein, egal, wie freundlich das vielleicht "verpackt" wird. Zudem "schlafen" ja auch viele Kontakte tatsächlich irgendwann "ein", ohne gezielte Absicht dahinter. Das einfach in dem Kontext zu sehen, schmerzt aus meiner Perspektive längst nicht so sehr.

      Origami-Kranich schrieb:

      Das einzige was wir wirklich noch teilen, sind angeregte und tiefgründige philosophische Gespräche - diese führen wir leider meistens um zwei Uhr nachts.
      Und die kann ich auch mit einer Brieffreundin haben.
      Schriftlicher Austausch ist für mich doch etwas anderes als persönlicher - obwohl mir auch schriftliche Kontakte sehr viel bedeuten können. Was mich irritiert, ist Deine Aussage, dass Du diese Gespräche auch mit einer anderen haben kannst. Die "tiefgründigen philosophischen Gespräche", die ich mit einem Menschen führe, kann ich mit keinem anderen haben. Das sind jedes Mal ganz andere Themen, eine ganz andere Stimmung, andere Gedanken, die das in mir auslöst. Von daher ist keiner austauschbar. Was Du schreibst, wirkt auf mich aber, als sei das, was sie Dir gibt, nicht (mehr) individuell wichtig und interessant für Dich. So etwas gibt es, an den Punkt kann man kommen, wenn man sich auseinander entwickelt. Ob es eine explizite "Kündigung" der Freundschaft rechtfertigt, bin ich aber nicht sicher, vielleicht gibt es da andere, weniger verletzende Wege.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Ich habe neulich auch eine längere Freunschaft beendet. Ich habe ehrlich gesagt, was ich fühle und warum. Ich bin damit so weit es ging bei mir selbst geblieben, habe also keine Schuld zugewiesen. Darum geht es ja auch nicht. Ich habe versucht, ihm klar zu machen, dass es besser ist, auf die schönen Zeiten zurückzuschauen und diese sie in sich zu behalten, als krampfhaft an etwas festzuhalten, das nicht mehr existiert und damit evtl. auch das Schöne kaputt zu machen.

      Ich habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass ich immer weniger Lust darauf hatte, den (männlich- platonisch) anderen zu treffen. Dass ich kein Bedürfnis mehr spürte, mich dem anderen mitzuteilen und uns bei den Treffen die Themen ausgingen. Es war am Ende nur noch anstrengend für mich und entspach auch nicht mehr meinen Vorstellungen einer Freundschaft.

      Ich empfand es als unfair, so zu tun als ob und mit Gewalt etwas aufrecht zu halten, was bei mir weg war. Ausschleichen lassen ist nicht meines, ich will klare Verhältnisse und finde das auch angemessener. So weiß jeder von uns, wo er dran ist und er kann -vermutlich nach einer anfänglichen Kränkung -von vorne Anfangen. Leicht war es nicht, aber es geht mir jetzt besser. Ich fühle, dass es der richtige Schritt war.

      Mit freundschftlichen Beziehungen kann es genaus laufen, wie mit romantischen Beziehungen- man kann sich wirklich auseinanderleben. Man kann Gefühle, die mal sehr stark waren, verlieren. Dafür kann oft keiner von beiden etwas. Es passiert und wenn es bei einem oder bei beiden passiert, sollte man weder sich selbst noch den anderen damit belasten, sondern für Klarheit sorgen- finde ich. Alles andere ist kräftezährend und nicht ehrlich.
    • Ich glaube, es kommt auch auf die Situation des anderen an. Wer ein gutes soziales Netzwerk hat, kann offene Worte besser vertragen, da ist Klarheit vielleicht sogar gut. Für Unbeliebte kann das jedoch eine tiefe Verletzung bedeuten. Auch für eine Freundschaft ist man nicht interessant oder sympathisch genug bzw. zu komisch. Da kann es sogar besser sein, einen Streit "vom Zaun zu brechen". Dann war es der Streit, nicht der Mensch, der nicht "genügt".
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Genau, wenn mir jemand - salopp gesagt - mitteilt, dass die letzten Treffen nicht mehr soll toll waren, dann würde das wochenlang an mir nagen und ich würde mir die übelsten Selbstvorwürfe machen. Andere Leute würden sicherlich einen starken Hass auf die andere Person empfinden.

      Anders als beim Job oder einer Beziehung kann man eine Freundschaft ausschleichen lassen. Ich habe es ehrlich gesagt auch noch nie anders erlebt als so, also dass man sich selbst oder die andere Person einfach kaum noch meldet und kaum noch Zeit hat und irgendwann verläuft das ganze im Sande.

      Naja, zum Glück hat das mit mir noch niemand gemacht, obwohl schon so einige Freundschaften/Bekanntschaften in meinem Leben geendet sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von seven_of_nine ()

    • Eurich Wolkengrob schrieb:

      Diamant schrieb:

      Mein erster Gedanke: Hast Du sie mal gefragt, ob sie das genauso empfindet wie Du?
      Ich habe den Eindruck, dass Du enttäuscht bist, ohne genau sagen zu können, was genau Dich enttäuscht. Ich bin nicht sicher, ob es die Freundin ist. Eher denke ich, dass Du etwas erwartest, was sie Dir im Augenblick nicht gibt, aus welchem Grund auch immer. Deshalb würde ich Dir empfehlen, in Dich zu gehen, das Problem aufzuspüren und es bei ihr anzusprechen.
      Eine Aussprache ist häufig hilfreicher als etwas Hals über Kopf aufzugeben, was schon so lange besteht. Vielleicht geht es ihr ja genauso? Das wäre doch möglich. Sprich einfach offen an, was Dich bedrückt. Manchmal rennt man damit offene Türen ein (RW)
      Genau so würde ich es von einem Freund erwarten.

      seven_of_nine schrieb:

      Von den meisten vorgeschlagenen Äußerungen würde ich mich total angegriffen fühlen.
      Warum? In Ton und Absicht wirken die Beiträge hier freundlich auf mich.
      Zu sagen, dass einem die Treffen nicht gefallen haben, ist schon eine Kritik, die an die Substanz geht.
      Was soll man da für Schlüsse ziehen? Dass man zu langweilig ist, zu viel redet, zu wenig redet, nervt, peinlich ist?
    • Ich würde es im Sand verlaufen lassen. Dass eure Freundschaft nicht mehr funktioniert, würde ich nur ansprechen, wenn sie dich direkt darauf anspricht oder du das Gefühl hast, dass sie sehr an dir hängt und unbedingt verstehen will, warum es nicht mehr geht (das halte ich aber für unwahrscheinlich). Zudem hat das "im Sand verlaufen lassen" den Vorteil, dass ihr theoretisch die Freundschaft mehrere Jahre später wieder neu "aufleben" lassen könnt, da man ja nicht weiß, was die Zukunft noch alles bringt. Auch das ist wohl eher unwahrscheinlich, aber es schadet ja nichts. Wenn allerdings Vorschläge von ihrer Seite kommen sollten, um sich zu treffen, dann würde ich schon ehrlich sagen, dass ich keine Lust habe (anstatt etwa verlogen zu sagen "ich würde ja so gerne, aber ich habe leider keine Zeit").
    • seven_of_nine schrieb:

      Eurich Wolkengrob schrieb:

      seven_of_nine schrieb:

      Von den meisten vorgeschlagenen Äußerungen würde ich mich total angegriffen fühlen.
      Warum? In Ton und Absicht wirken die Beiträge hier freundlich auf mich.
      Zu sagen, dass einem die Treffen nicht gefallen haben, ist schon eine Kritik, die an die Substanz geht.Was soll man da für Schlüsse ziehen? Dass man zu langweilig ist, zu viel redet, zu wenig redet, nervt, peinlich ist?
      Erst ein mal muss ich einräumen, dass ich Deinen Text falsch las - bei mir kam leider "Von den meisten Äußerungen würde ich mich total angegriffen fühlen" an. :oops: Insofern bitte ich auch @Leonora um Entschuldigung, die sich die Mühe machte, mir ausführlich zu antworten.
      Wie schon erwähnt wurde, ist das Thema an sich heikel. Insofern ist es auch wichtig, über solche Angelegenheiten gründlich nachzudenken, und sich dann für das Gespräch Zeit zu nehmen, um dem Betroffenen die Möglichkeit zu bieten, sich zu äußern und die neue Wendung, so gut es geht, einzuordnen.

      Leonora schrieb:

      Origami-Kranich schrieb:

      Das einzige was wir wirklich noch teilen, sind angeregte und tiefgründige philosophische Gespräche - diese führen wir leider meistens um zwei Uhr nachts.
      Und die kann ich auch mit einer Brieffreundin haben.
      Schriftlicher Austausch ist für mich doch etwas anderes als persönlicher - obwohl mir auch schriftliche Kontakte sehr viel bedeuten können. Was mich irritiert, ist Deine Aussage, dass Du diese Gespräche auch mit einer anderen haben kannst. Die "tiefgründigen philosophischen Gespräche", die ich mit einem Menschen führe, kann ich mit keinem anderen haben. Das sind jedes Mal ganz andere Themen, eine ganz andere Stimmung, andere Gedanken, die das in mir auslöst. Von daher ist keiner austauschbar. Was Du schreibst, wirkt auf mich aber, als sei das, was sie Dir gibt, nicht (mehr) individuell wichtig und interessant für Dich. So etwas gibt es, an den Punkt kann man kommen, wenn man sich auseinander entwickelt. Ob es eine explizite "Kündigung" der Freundschaft rechtfertigt, bin ich aber nicht sicher, vielleicht gibt es da andere, weniger verletzende Wege.
      Man könnte sich auch fragen, ob es sich wirklich um eine Freundschaft handelt, oder eher um eine sich auflösende Interessengemeinschaft - wobei man im Falle dieser letzten häufig von Freundschaft spircht, weil es schöner klingt. Freunde empfinden für einander etwas, die Beziehung beruht nicht alleine darauf, dass man sich gegenseitig nützt.
      Achtung, eigene Sprache!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Eurich Wolkengrob ()

    • Nachtdrache schrieb:

      Bist du dir denn sicher, dass "mit dem Hammer draufschlagen" und die Freundschaft von jetzt auf gleich zu beenden das richtige ist? Das kann unwiderruflich sein, am Ende vermisst du die Person, an der über ein Jahrzehnt gemeinsame Erinnerungen hängen und vielleicht auch die philosophischen Gespräche. Da würde ich dir eher raten zu sehen, wie die Freundschaft für dich besser ausgestaltet werden kann. Probleme ansprechen ("mich stört an uns...", Intensität (z.B. Häufigkeit und Länge der Treffen) reduzieren, sehen wie es sich entwickelt, vielleicht auch eben "im Sand verlaufen lassen". Dann hat man sich wenigstens nicht im Streit getrennt. Wenn es stimmt, dass ihr euch gegenseitig auf die Nerven geht, dann wird ja erstmal niemand vorschlagen, sich zu treffen.
      :nod:
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Ich weiß ja nicht wie ihr euch normalerweise verabredet habt. Ich habe gerade das umgekehrte Problem, ich möchte mich mit einer Bekannten verabreden, aber sie lehnt immer wieder ab. Früher waren wir mal befreundet, aber jetzt will sie das anscheinend nicht mehr. Angenehm ist das Gefühl nicht, wenn man nicht weiß warum der andere kein Interesse mehr hat.
      Bitte verlassen sie die Welt so, wie sie sie vorfinden möchten.