Autismus: Fehlfunktion bestimmter Synapsen entdeckt

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    • Interessant.

      Dazu eine Frage:

      Betroffene mit einer Synapsen-Fehlfunktion der dopaminergen Nervenzellen sollten somit gut auf Therapien ansprechen, die die Kommunikation dieser Nervenzellen unterstützt und anregt. Geht die Störung des Sozialverhaltens auf andere Schaltkreise des Gehirns zurück, würden diese Therapien jedoch nichts ausrichten.


      Wie sollen denn solche Therapien aussehen, die eine Kommuniktation von Nervenzellen anregt??

      Wenn doch eine Genmutation stattfand?
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Linnea schrieb:

      Wie sollen denn solche Therapien aussehen, die eine Kommuniktation von Nervenzellen anregt??
      Wenn doch eine Genmutation stattfand?
      Diese Frage stellte ich mir eben auch.
      Ich könnte mir nur vorstellen, das man die dopaminergen Nervenzellen durch Zugabe von Dopamin anregt.

      Aber auch dazu hätte ich Fragen, wenn die Therapie aus einer Dopaminzugabe bestehen würde. Das müsste wohl wesentlich mehr sein als durch die Einnahme thyrosin- und
      phenylalanireichen Lebensmittel möglich wäre.
      Vor ein paar Jahren hatte ich gelesen, das ein dauerhaft zu hoher Dopaminspiegel die Entstehung von Angststörungen und Schizophrenie zumindest begünstigen soll.
      Da würde man wohl schnell vom Regen in die Traufe geraten (RW), deshalb auch die Frage, wie denn so eine Therapie aussehen soll...
      Diagnostiziert - immer noch ein komischer Vogel ;)
    • "Laut Forschern kann dies an einer Fehlfunktion bestimmter Synapsen liegen."


      kann kann kann... wie schon zuvor immer. Es kann an dem Erziehungsstil liegen. Es kann an den Impfungen liegen. Es kann an Darmproblemen liegen. kann kann kann. Ist aber nicht. Auch diesmal wohl nicht ;)


    • Kann sein.
      Kann aber auch sein, dass es..als ein Anteil.. stimmt.
      Und falls ja, stelle ich mir halt die o.gen. Fragen.

      Nayeli schrieb:

      Da würde man wohl schnell vom Regen in die Traufe geraten (RW), deshalb auch die Frage, wie denn so eine Therapie aussehen soll...
      Ja genau..und nee, danke. Ich verstehe unter Therapie auch nicht wirklich Medikation. Das will ich nicht.

      Wenn man etwas "trainieren" würde, was wie ein Muskel oder so schwach ausgeprägt wäre, das ja.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

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      C.W. Leadbeater
    • Ist das mangelnde Interesse an sozialen Kontakten auf das Fehlen eines Gens zurüchkzuführen, stellt sich die Frage, inwieweit die Betroffenen überhaupt eine "Therapie" wünschen: Ihrem Empfinden nach fehlt ihnen ja nichts. Sie sind einfach anders und haben mehr Ressourcen für anderes, gar liebgewonnenes frei.
      In jenen zahlreichen Fällen, in denen Geselligkeit grundsätzlich sehr wohl erwünscht ist, aber an Sonstigem scheitert, brächte eine solche Therapie wiederum nichts, weil die verminderte Aktivität im Belohnungszentrum Folge und nicht Ursache wäre.
      Oder aber - es ist alles ganz anders. :d
      Achtung, eigene Sprache!
    • Linnea schrieb:

      Interessant.

      Dazu eine Frage:

      Betroffene mit einer Synapsen-Fehlfunktion der dopaminergen Nervenzellen sollten somit gut auf Therapien ansprechen, die die Kommunikation dieser Nervenzellen unterstützt und anregt. Geht die Störung des Sozialverhaltens auf andere Schaltkreise des Gehirns zurück, würden diese Therapien jedoch nichts ausrichten.


      Wie sollen denn solche Therapien aussehen, die eine Kommuniktation von Nervenzellen anregt??

      Wenn doch eine Genmutation stattfand?
      Also ich dachte da als ich das las an AD(H)S. Methylphenidat (Ritalin). Das hat was mit der Menge an Dopamin im Synapsenspalt zu tun.




      Methylphenidat hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, indem es deren Transporter in ihrer Funktion blockiert. Diese Transporter sitzen in der Zellmembran der präsynaptischen Nervenzellen und dienen einer schnellen Wiederaufnahme der Neurotransmitter aus dem synaptischen Spalt. Infolge der Wiederaufnahmehemmung (Reuptake-Inhibition) erhöht sich die Konzentration der Botenstoffe und ihre Wirkung hält länger an.

      Dies führt zu erhöhtem Signalaufkommen am Rezeptor und unter anderem zu einer Erhöhung des Sympathikotonus.
      de.wikipedia.org/wiki/Methylphenidat
      Andere kennen sich da aber besser aus...

      Jedenfalls nur weil etwas genetisch bedingt ist, heißt das nicht dass es nicht behandelbar ist.
    • @Nayeli @Neoni Nur mal als Richtigstellung :prof: : Beim Dopamin ist es wichtig, zu differenzieren, da es fünf verschiedene Dopamin-Rezeptoren gibt, die an unterschiedlichen Gehirnarealen unterschiedlich stark vertreten sind.
      Methylphenidat ist z.B. ein Dopamin-Wiederaufnahmehemmer, der v.a. am D4-Rezeptor anknüpft, soweit ich weiß. Das Medikament bewirkt bei vielen Menschen aber das Gegenteil von sozialer Öffnung, nämlich eher die Konzentration nach Innen und einen Rückzug in die eigene Welt (ist zumindest bei mir so). Das dopaminerge System ist insgesamt sehr komplex, bei Schizophrenie sind z.B. wiederum eher die D2 und D3-Rezeptoren betroffen (bei den Positivsymptomen) - da geht man von zu viel Dopamin aus.

      Irgendwie ist der Ansatz "Belohnungssystem" interessant, da gäbe es bestimmt experimentelle Designs, um Anomalien des Belohnungssystems entdecken zu können... fänd ich spannend. Z.B. haben ja Spezialinteressen sicher auch eine hohe Aktivität im Belohnungssystem zur Folge.
      Nur: Das Autisten generell kein Bedürfnis nach sozialen Kontakten haben, halte ich für inkorrekt. Viele wollen gerne Kontakte, wissen nur nicht, wie sie das anstellen sollen. Im Artikel klingt das so, als wäre mangelndes Kontaktbedürfnis quasi das Hauptmerkmal von Autismus.

      Vielleicht trifft diese Hypothese auf eine Subgruppe von Autisten zu. Aber es sind sooo viele Gene und sooo viele Varianten autistischer Eigenschaften beobachtbar, eine Theorie allein kann das nicht groß erfassen, glaube ich.
      je länger ihr sie anseht, desto absurder erscheint die Welt... und jetzt erst... undjetzterst!
    • Neoni schrieb:

      Jedenfalls nur weil etwas genetisch bedingt ist, heißt das nicht dass es nicht behandelbar ist.
      Ich sprach auch nur davon,
      dass ich es nicht mit Medikamenten behandelt haben will.


      julai schrieb:

      Irgendwie ist der Ansatz "Belohnungssystem" interessant, da gäbe es bestimmt experimentelle Designs, um Anomalien des Belohnungssystems entdecken zu können... fänd ich spannend. Z.B. haben ja Spezialinteressen sicher auch eine hohe Aktivität im Belohnungssystem zur Folge.
      Hmhm, ja.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater