Kein Interesse an Freundschaften - Begegnungen belasten mich

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    • Kein Interesse an Freundschaften - Begegnungen belasten mich

      Guten Tag!

      Ich bin neu hier und habe in den letzten Tagen viel überlegt, ob ich diesen Beitrag überhaupt schreiben soll.
      Ich weiß gar nicht, was ich mir davon erhoffe, aber "normale" Menschen verstehen dieses Problem einfach nicht.

      Was mich belastet: Menschen. Durch ein Hobby habe ich Menschen getroffen, die, warum auch immer, inniges Interesse an einer Freundschaft mit mir haben.
      Ich selbst habe kein Interesse an (neuen) Freundschaften und habe es dabei belassen, die entsprechenden Menschen bei Treffen zu sehen, die das gemeinsame Hobby betreffen.
      Eine handvoll dieser Personen wird seit einiger Zeit regelrecht aufdringlich.. ständig kommen Nachrichten, Unternehmungen außerhalb des Hobbies werden vorgeschlagen oder - das Schlimmste - man möchte mich Zuhause besuchen.
      Ich habe diesen Personen schon grob erklärt, dass ich Probleme mit Sozialkontakten habe, als sie aufdringlicher wurden, habe ich ihnen auch mitgeteilt, dass mir das alles zu weit geht. Aber meine Grenzen werden einfach nicht akzeptiert.
      Ich bin jedes Mal stark reizüberflutet, wenn ich auf diese Personen treffe, denn sie wollen mich umarmen und anfassen, erzählen mir von ihren Problemen, die mich nicht interessieren, wollen sich zu mir einladen, meine Telefonnummer um mich anzurufen, sie sind neugierig und fragen mich Dinge, die sie nichts angehen und reden, reden, reden. Ich sehe diese Leute bestenfalls als Bekanntschaften und sie versuchen regelrecht, eine Freundschaft zu erzwingen.


      Ich bin nicht einsam, ich verspüre auch keinen Leidensdruck, wenn ich alleine bin. Ich möchte diese Menschen nicht in meinem Leben. Ich habe einen Partner, meine Eltern und eine gute, langjährige Freundin, die mich akzeptiert ohne mich zu bedrängen. Das genügt mir absolut.

      Kennt das Gefühl noch jemand? Wie kann ich mir diese Leute vom Hals halten? Meine Methode ist momentan: Das Hobby aufgeben und mich anderen Interessen zuwenden.
    • Herzlich Willkommen :)

      Ich kenne das auch, aber ich lehne immer höflich ab. Irgendwann hat es immer aufgehört.

      Weißt Du noch, welche Sätze Du gesprochen hast? Menschen neigen ja dazu, uns nicht zu verstehen :-D Vielleicht gibt es andere Sätze für die Ablehnung, die menschenverständlicher sind.
    • Ich bin in dieser Hinsicht sprichwörtlich "mit meinem Latein am Ende".

      Wenn z.B. Vorschläge kamen, etwas außerhalb des Hobbies zu machen, habe ich geantwortet "Ich möchte nicht" oder "Ich habe keine Zeit". Eigentlich unmissverständlich, wie ich glaubte.
      Die Reaktion der "Nervensägen" darauf war dann meist "Ach, wieso denn nicht?", Argumente, warum das total super wäre oder der Versuch, mich zu überreden.

      Solche Überredungsversuche oder Bedrängnisssituationen, in denen man eine Rechtfertigung von mir verlangt, laugen mich psychisch so aus. Ich bin erwachsen, ich will mich nicht rechtfertigen, ich will, dass meine Entscheidungen akzeptiert werden.

      Ich habe sonst in meinem Alltag keine Probleme, nur mit diesen Menschen, die sich förmlich in mein Leben drängen möchten.
    • Herbstkatze schrieb:

      Kennt das Gefühl noch jemand?
      Ohje..die sind aber extrem aufdringlich....auch Nt Bekannte von mir würden das so dolle nicht gut heissen.
      Und dass sie nicht mal aufhören, wenn du ihnen alles klar und sogar scheinbar schroff mitteilst..ist seltsam.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Nervig sowas... :?

      Um was für ein Hobby geht es eigentlich? :) Ist es etwas, was man im Verein macht? Dann könntest du einfach den Verein wechseln... Vielleicht sind die Leute dort viel weniger aufdringlich. ;)
      Du könntest dir auch ganz bewusst einen Verein suchen, der nicht allzu nah an deinem Wohnort ist, dann haben die Leute dort gar keinen Bock, dich zuhause zu besuchen. :d
      "Make laugh, not war!"
      Kann das hier jemand sehen? :p
    • Herbstkatze schrieb:

      Eine handvoll dieser Personen wird seit einiger Zeit regelrecht aufdringlich.. ständig kommen Nachrichten, Unternehmungen außerhalb des Hobbies werden vorgeschlagen oder - das Schlimmste - man möchte mich Zuhause besuchen.
      Ich habe diesen Personen schon grob erklärt, dass ich Probleme mit Sozialkontakten habe, als sie aufdringlicher wurden, habe ich ihnen auch mitgeteilt, dass mir das alles zu weit geht. Aber meine Grenzen werden einfach nicht akzeptiert.
      Ich bin jedes Mal stark reizüberflutet, wenn ich auf diese Personen treffe, denn sie wollen mich umarmen und anfassen, erzählen mir von ihren Problemen, die mich nicht interessieren, wollen sich zu mir einladen, meine Telefonnummer um mich anzurufen, sie sind neugierig und fragen mich Dinge, die sie nichts angehen und reden, reden, reden. Ich sehe diese Leute bestenfalls als Bekanntschaften und sie versuchen regelrecht, eine Freundschaft zu erzwingen.
      Das klingt ja grauenhaft 8o Ich wollte dir vorsichtig das hier vorschlagen...

      Herbstkatze schrieb:

      Wie kann ich mir diese Leute vom Hals halten? Meine Methode ist momentan: Das Hobby aufgeben und mich anderen Interessen zuwenden.
      ...aber es ist auch so schade, dass man ein Hobby nur wegen solchen Nervensägen aufgeben muss :(

      @Dr_Bs Idee finde ich gut, einfach einen anderen Verein zu suchen. Und sonst: Könntest du dein Hobby auch allein betreiben? Wenn es zufällig Schach ist, kannst du das auch mit ihm machen :d

      Oder du bleibst in dem Verein, machst dich aber bei den Leuten, die dich nerven, so unbeliebt, dass sie dich nicht mehr mögen und in Ruhe lassen :d Nur wäre die Atmosphäre im Verein dann wohl auch nicht mehr so toll :?
      "Sometimes, if we want something we can't have, we try to convince ourselves that we don't really want it."
    • @Herbstkatze Es kann sein, dass die so aufdringlich sind, weil du für sie so rätselhaft bist. Sie können dich nicht einschätzen und das geht für sie gar nicht. Das beunruhigt sie. Ist nur eine Theorie. Aber falls das zutrifft, könntest du versuchen, ihnen ab und zu ein paar "Brocken hinzuwerfen" - Belanglosigkeiten aus deinem Leben erzählen, damit sie merken, dass du "eine von ihnen" bist, dann geben sie vielleicht Ruhe.
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")
    • kaktusbluete schrieb:

      Ich habe meine Hobbys auch aufgeben müssen, weil die Menschen das danach beisammen sein als fast wichtiger empfinden und ohne meine Bereitschaft dabei sein zu wollen, habe ich nicht dazu gepasst.
      Das ist auch meine Erfahrung - das Gruppending ist immer das Wichtigste, alles andere läuft nur als Alibi nebenher (also das Hobby z.B.).
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")
    • Dr_B schrieb:

      Du könntest dir auch ganz bewusst einen Verein suchen, der nicht allzu nah an deinem Wohnort ist, dann haben die Leute dort gar keinen Bock, dich zuhause zu besuchen. :d
      Oder sie könnte in ihrem bleiben, aber umziehen :fun:
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")
    • Herbstkatze schrieb:

      Eine handvoll dieser Personen wird seit einiger Zeit regelrecht aufdringlich.. ständig kommen Nachrichten, Unternehmungen außerhalb des Hobbies werden vorgeschlagen oder - das Schlimmste - man möchte mich Zuhause besuchen.
      Ich habe diesen Personen schon grob erklärt, dass ich Probleme mit Sozialkontakten habe, als sie aufdringlicher wurden, habe ich ihnen auch mitgeteilt, dass mir das alles zu weit geht. Aber meine Grenzen werden einfach nicht akzeptiert.
      Das klingt im ersten Moment krass und bedrängend. Im zweiten Moment ist es aus der Ferne natürlich schwer zu beurteilen, ob du wirklich deutlich genug warst. Solche Menschen -zum Glück nur einzelne-, die auf eigentlich klare, aber vorsichtige Grenzsetzung nicht reagierten, musste ich auch schon aus meinem Leben entfernen.

      Herbstkatze schrieb:

      denn sie wollen mich umarmen und anfassen, erzählen mir von ihren Problemen, die mich nicht interessieren, wollen sich zu mir einladen, meine Telefonnummer um mich anzurufen, sie sind neugierig und fragen mich Dinge, die sie nichts angehen und reden, reden, reden.
      Das klingt nach Leuten, die es gut meinen, aber nicht verstehen können, dass es Menschen gibt, die nicht mögen, "was alle mögen". Vielleicht halten sie dich einfach nur für schüchtern und glauben, wenn sie dir immer wieder Brücken bauen (RW), helfen sie dir und du wirst dein distanziertes Verhalten aufgeben. In manchen Gruppen wird es (leider) auch nicht akzeptiert, dass man sich ausschließlich zu festen Terminen und nur mit dem entsprechenden Thema befassend treffen möchte.

      Herbstkatze schrieb:

      Wenn z.B. Vorschläge kamen, etwas außerhalb des Hobbies zu machen, habe ich geantwortet "Ich möchte nicht" oder "Ich habe keine Zeit". Eigentlich unmissverständlich, wie ich glaubte.
      Die Reaktion der "Nervensägen" darauf war dann meist "Ach, wieso denn nicht?"
      Ehrlich? Das klingt nach einem ganz normalen Gespräch mit ganz normaler Nachfrage. "Ich habe keine Zeit" signalisiert nicht unbedingt fehlendes Interesse. Dass auf "ich möchte nicht" eine Nachfrage kommt, ist vielleicht lästig, aber nicht ungewöhnlich. Wirklich deutlich wäre vielleicht ein "Ich habe kein Interesse an xy, heute nicht und auch zu keinem anderen Zeitpunkt."

      Es bleibt natürlich ein Risiko, dass sich jemand vor den Kopf gestoßen fühlt (RW), wenn du wirklich deutlich wirst, aber dafür wäre das Nachfragen, dieses Kontaktsuchen, das du so bedrängend empfindest, vielleicht endlich abgestellt.
    • Es geht, ganz allgemein gesagt, um Mittelalter/Fantasy.. die Gruppe ist kein Verein im eigentlichen Sinne, sondern ein loser, eigentlich unverbindlicher Zusammenschluss via Internet, bei dem es ursprünglich darum ging, Fakten und Termine zum Hobby auszutauschen, sich Tipps zum Selbstnähen und zu handwerklichen Basteleien zu geben und ggf. auch Fahrgemeinschaften zu Veranstaltungen zu organisieren. Das klang für mich pragmatisch und interessant.

      Recht schnell ging es dann aber nicht mehr um historische Quellen, Gewandungen und Märkte, sondern um Eheprobleme und Lästereien über andere.
      Einige Leute aus dieser Gruppe wohnen rund 80km von mir entfernt, wollen mich aber trotzdem besuchen :-O Durch die Treffen, die stattfanden, "kennt man sich nun", auch überregional. Nicht alle sind so aufdringlich, aber die, die es sind, reichen aus, mir die Lust am Hobby zu nehmen.

      Ich glaube, der Fehler liegt bei mir. Ich habe am Anfang aus Höflichkeit zugehört, wenn die Menschen über ihre Probleme geredet haben und habe etwas Knappes dazu gesagt. Ich war nie unfreundlich (das "grob erklärt" aus meinem 1. Post war wohl missverständlich formuliert, ich meinte es nicht im Sinne von "schroff", sondern im Sinne von "knapp/zusammenfassend erklärt").
      Von mir wissen sie, außerhalb des Hobbies, absichtlich nicht viel, ich mag soetwas nicht. Aber ich habe mich bemüht, NICHT seltsam oder "mysteriös" zu wirken, weil ich mein "Anderssein" dort nie zum Thema machen wollte.


      Ich bedanke mich auf jeden Fall für all eure Antworten und Tipps! Danke!
      Ich denke weiter darüber nach, denke aber, dass ich das Hobby ersteinmal ruhen lasse. Falls ich allerdings irgendwann in dieses (oder ein anderes) Hobby zurückkehre, wäre es nützlich zu wissen, was ich falsch mache/aussende, um nicht wieder so aufdringliche Leute "anzulocken".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Herbstkatze ()

    • Mir ist das noch nie passiert, eher andersrum, dass bei einem Hobby alle anderen bald viele private Kontakte hatten, nur ich war außen vor.
      Eigentlich müsstest du dich freuen, und die Leute scheinen nett und offen zu sein. Freunde kann man nie genug haben.
      Aber natürlich muss man nicht alles mitmachen und kann auch Grenzen setzen.
      Du kannst ruhig sagen, wenn dir etwas zu viel Stress ist und du mehr Ruhe brauchst. Und wenn das nicht sofort akzeptiert wird, einfach stur bleiben und dich durchsetzen. Mit der Zeit werden sie es schon akzeptieren.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Hallo,
      wie wäre es, wenn du diesen Text genauso, wie du ihn hier verfaßt hast, ausdruckst und den Leuten in die Hand gibst? Auch wenn er sie vor den Kopf stoßen mag, ist er nicht unhöflich, sondern ehrlich und klärend. Dann denken sie auch nicht irrtümlich, du seist nur schüchtern oder unsicher.

      Daß ich keine Freunde haben will, kenne ich zwar von mir selbst nicht, aber ich kenne es, das Interesse der für mich unpassenden Menschen auf mich zu lenken, die mich dann teilweise regelrecht psychisch auslaugen.

      Dein Hobby solltest du deswegen nicht aufgeben.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Shenya schrieb:

      Eigentlich müsstest du dich freuen, und die Leute scheinen nett und offen zu sein. Freunde kann man nie genug haben.
      Das habe ich von meiner Mutter und meinem Partner anfangs auch zu hören bekommen. Generell bin ich dankbar für solche Denkanstösse, aber dieser passt für mich persönlich nicht. Tatsächlich kann ich mich nicht darüber freuen, ich fühle mich bedrängt und überfordert. Bin nach jeder Begegnung mit diesen Leuten reizüberflutet und habe Kopfschmerzen. In dem Sinne gibt es - zumindest für mich persönlich - durchaus ein "genug" an Freunden/Bekanntschaften.

      Ich habe gehofft, dass man das hier im Forum vielleicht eher verstehen kann. Ich habe einfach kein Interesse an Freundschaften, schon gar nicht, wenn es sich um Leute handelt, die meine Grenzen nicht akzeptieren und viel zu schnell über viel zu intime Dinge reden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Herbstkatze ()

    • Herbstkatze schrieb:

      Ich habe gehofft, dass man das hier im Forum vielleicht eher verstehen kann
      Also, auch wenn es mir nicht ganz so geht, s.o., kann ich das sehr gut verstehen, auch die Tatsache, daß wohlgemeinte Aussagen wie "grenz dich besser ab" oder "freu dich doch über die Sympathie/Zuwendung" leider an der Problematik vorbeigehen. Ersteres scheint - aspergertypisch? - beim Gegenüber nicht richtig anzukommen (ich glaube nicht, daß die Grenzüberschreitungen Absicht sind), und die Freude über Kontakt hilft einem ja nicht weiter, wenn der Kontakt anstrengt und eher auslaugt als erfüllt. Außerdem hast du ja bereits Kontakte wie Mutter, Freund usw., das Argument des Kontaktes zu anderen wäre sinnvoller, wenn du völlig isoliert wärst.


      Shenya schrieb:

      Mir ist das noch nie passiert, eher andersrum, dass bei einem Hobby alle anderen bald viele private Kontakte hatten, nur ich war außen vor
      Tja, mir passiert das leider meist in Kombination: 99% der Leute knüpfen private Kontakte ohne mich, und von den 1%, die sich für mich interessieren, sind wiederum 90% zumindest langfristig eher belastend als hilfreich. An den meisten Menschen von diesen 99%, die dich langfristig ausgrenzen und eher nichts mit dir zu tun haben wollen, hättest du umgekehrt doch auch kein ehrliches Interesse, oder etwa doch? Ich bin jedenfalls froh, daß die meisten mich weitgehend in Ruhe lassen, ich bin zwar auch traurig über meine Einsamkeit, aber wenn ich 10min mit denen rede, weiß ich, wieso ich lieber einsam bin!
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Herbstkatze schrieb:

      Ich weiß gar nicht, was ich mir davon erhoffe, aber "normale" Menschen verstehen dieses Problem einfach nicht.
      Doch, auch NTs wollen ja nicht mit jedem befreundet sein und finden manche Leute die Kontakt suchen als nervig. Aber oft hilft denen dann ein gewisses soziales Geschick, sich unliebsame Leute "vom Leibe zu halten" (RW).


      Herbstkatze schrieb:

      Ich habe einen Partner, meine Eltern und eine gute, langjährige Freundin, die mich akzeptiert ohne mich zu bedrängen. Das genügt mir absolut.
      Kannst du nicht darauf öfter mal verweisen? Du musst ja nicht Details erzählen, aber sowas wie "ich mache mit meinem Partner einen Ausflug" oder "ich habe meinen Eltern bei der Gartenarbeit geholfen" wird niemand verwegen finden. Wenn du deutlich genug machst, dass du ein ausreichend ausgelastetes Privatleben hast, sollte das Insistieren der Anderen etwas zurückgehen. Dazu muss man aber schon ein bisschen was erzählen oder zumindest andeuten.



      Wie ist denn so allgemein dein Kontaktverhalten in der Gruppe? Gehst du auf die Leute zu, setzt Themen (bzgl . Mittelalter und Fantasy), übernimmst Verantwortung? Oder bist du eher passiv und lässt die Leute mit dir umgehen? Da könnte dann Kleines Einwurf..

      Kleine schrieb:

      Es kann sein, dass die so aufdringlich sind, weil du für sie so rätselhaft bist. Sie können dich nicht einschätzen und das geht für sie gar nicht.
      eine Rolle spielen. Aber auch einfach der Umstand, dass zurückhaltendere Leute eher "bequatschbar" sind und als Zuhörer verwendet werden können. Machertypen werden seltener zugetextet. Vielleicht liegt es ein wenig daran?


      Letztlich ist es ja die Struktur des Vereinslebens, die dir nicht mitbehagt- da könntest du versuchen, Vorschläge zu machen, wie man das ändert. Mehr Sachthemen, mehr Aktivitäten. Die von dir bemängelte historische Fundierung- genau das kannst du doch auf Vereinssitzungen zum Thema machen? Was spricht dagegen, das anzusprechen und falls keiner "den Schuss hört" (RW) auch etwas deutlicher zu werden im Sinne von "ich habe mir unter dem Verein was anderes vorgestellt"? Wenn du dabei feststellst, dass mit den Leuten wirklich nichts geht, würde ich auch den Verein verlassen. Aber einen Versuch machen, (deutliche) Änderungen anzuregen, würde ich vorher definitiv. Vielleicht freuen sich die Leute ja über deine Ideen und es gibt einige, die deine Ansichten auch so teilen? Aber wenn sich keiner rührt, passiert nichts. Wen man mit Aktivitäten und Inhalten wirklich ausgelastet ist, gehen private Gespräche automatisch zurück. Auch bei NTs.
    • Herbstkatze schrieb:

      Ich habe gehofft, dass man das hier im Forum vielleicht eher verstehen kann.
      Nun, gerade Autisten haben in der Regel einen Mangel an Freunden. Etwas, woran ein Mangel herrscht, wird oft als wertvoll betrachtet.

      Dafür hast du sehr viele gute Kommentare bekommen. Auch mein Kommentar war nur ein ganz klein bisschen kritisch und hatte auch noch eine Anregung mit dabei, wie man den Stress reduzieren könnte, ohne alle zu vergraulen oder das Hobby aufzugeben.
      In den Fällen, wo Leute zu viel von mir erwarten, sage ich denen auch, dass es mir zu viel ist. Manchmal wird es nicht gleich verstanden oder akzeptiert, aber ich habe mir von jemanden abgeschaut, dass man da echt stur und konsequent sein muss. Zum Beispiel wenn man sagt, man geht um 22 Uhr, dann auf keinen Fall von den anderen überreden lassen, doch länger zu bleiben. Oder in deinem Fall, wenn du eine Aktivität nicht mitmachen willst, das dann auch durchziehen und dabei bleiben. Langfristig merken die Leute, dass es nichts bringt, so jemanden überreden zu wollen.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Ich bedanke mich für jeden einzelnen Beitrag hier, ob kritisch, verständnisvoll, mit Tipps oder Denkanregungen - denn genau das ist es, was man für die Lösung eines Problems benötigt: Denkanstösse, aus verschiedenen Richtungen. Natürlich habe ich mir selbst zu diesem Thema auch schon viele Gedanken gemacht, bin bisher aber nicht zu einer 100%igen Lösung gekommen.

      In der Mittelalter-Gruppe (es läuft im Wesentlichen ja alles Gruppeninterne übers Internet, bis auf die Treffen auf Märkten/Turnieren/Messen halt) habe ich schon häufiger versucht, das Thema ganz aktiv auf "Faktisches" zu lenken... z.B. historische Fakten zu einer Burg zu posten, an deren Fuße der nächste Markt stattfindet, eine irische Legende zu verlinken, die für ein fantastischeres, weniger historisches Gewand als Inspiration dienen könnte oder nahezulegen, wie ich auf die Rekonstruktion eines Schnittmusters gekommen bin. Zu solchen Beiträgen kommen kaum Reaktionen und wenn, eher negativ angehauchte wie "Oh, du Klugscheisser!" - natürlich scherzhaft, das verstehe ich auch so und fasse es nicht böse auf, aber es scheint so, als würde am Hobby dann doch nicht so viel Interesse bestehen, dass man sich als "Gleichgesinnte"verstehen könnte. In dem Sinne bin ich schon ein Macher, ich habe viele Ideen, die ich nach und nach umsetze.. allerdings Zuhause, alleine.

      Meine Mutter meinte zu diesem Thema einmal, dass in Vereinen und Gruppierungen oft viel Neid/Missgunst und Geläster im Spiel ist, dass selbst sie als "normale" Person das kennt und nicht mag. Ich kann mit soetwas überhaupt nichts anfangen, ich verstehe das Konzept von Neid nicht. Vielleicht ist eine derartige "Organisation" eines Hobbies einfach nichts für mich. Ich denke, ich werde daheim für mich nähen und spontan auf Veranstaltungen gehen, ohne den Druck, mit den anderen Termine und Zeiten abzusprechen. Und bei allen versuchen, auch in mein Privatleben "einzudringen" muss ich hartnäckig bleiben, bestimmt, aber freundlich, auch wenn "nein sagen" nicht zu meinen Stärken zählt. Eventuell war ich bislang wirklich nicht direkt genug und meine höfliche Abweisung wurde als Schüchternheit gedeutet - dabei dachte ich, "normale" Menschen (das meint NTs, oder?) hätten ein besseres Gespür dafür, höfliche Absagen zu verstehen ;)

      Danke euch allen, für jeden einzelnen Beitrag!
      DANKE!
    • Herbstkatze schrieb:

      Das habe ich von meiner Mutter und meinem Partner anfangs auch zu hören bekommen. Generell bin ich dankbar für solche Denkanstösse, aber dieser passt für mich persönlich nicht. Tatsächlich kann ich mich nicht darüber freuen, ich fühle mich bedrängt und überfordert. Bin nach jeder Begegnung mit diesen Leuten reizüberflutet und habe Kopfschmerzen. In dem Sinne gibt es - zumindest für mich persönlich - durchaus ein "genug" an Freunden/Bekanntschaften.

      Ich habe gehofft, dass man das hier im Forum vielleicht eher verstehen kann. Ich habe einfach kein Interesse an Freundschaften, schon gar nicht, wenn es sich um Leute handelt, die meine Grenzen nicht akzeptieren und viel zu schnell über viel zu intime Dinge reden.
      Ich finde, du bekommst doch auch verstehende Antworten.
      Ich finde etwas kränkend, wenn du das so schreibst. Weil du quasi dann nur das nichtzustimmige herausfilterst.

      Nicht nur ich habe gesagt, dass auch mir die Art dieser Menschen zu weit geht.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater