Wie viel ist eine selbstdiagnose wert?

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    • Rhianonn schrieb:

      Ich bin weiblich, verheiratet , habe ein Kind, und bin eher sprachbegabt und ganz schlecht in Mathe. Ich habe Phantasie und habe als Kind auch Rollenspiele gemacht,
      Das widersprach so der Darstellung von Asperger in all den Medien als nüchtern- rationale Nerds, die sich vorallendingen für Mathe und PCs interessieren....
      Ich habe sogar zwei Kinder, nur in Mathe war ich gut. Es kommt aber auch darauf an, wie man seine Phantasie und Rollenspiele umsetzt und mit anderen interagiert.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Necroghoul7 schrieb:

      Es kommt aber auch darauf an, wie man seine Phantasie und Rollenspiele umsetzt und mit anderen interagiert.
      Ich war oft der Regisseur und hatte zwei, drei Rollen - weil ich es hinbekommen habe, Mr. Spock UND ein außerirdisches Monster gleichzeitig zu spielen .
      Das war die einzige Gelegenheit, dass die anderen Kinder mal taten, was ich wollte..... :]

      Gruß Rhianonn
    • Ich habe vor vier Jahren - meinen Sohn betreffend aufgrund vieler Probleme in seiner Entwicklung selbst gesucht und schließlich die Diagnose für ihn "vorentworfen". Die Einordnung in die ICD F84.5 erfolgte ein Jahr später genau so, wie ich sie zuvor vermutet hatte. Es kam noch eine Komorbidität hinzu.

      Bei mir selber war ich mir weit weniger "sicher" (soweit man dies als Laie noch zudem über sich selbst ohne ausreichenden Abstand beurteilen kann - also: eher nicht). - Es ist und bleibt ein Eigenverdacht.
      Von "Diagnose" würde ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen, da sich niemand selbst mit Autismus diagnostizieren kann, denke ich.

      Ich empfinde das Wort "Selbstdiagnose" als widersinnig und nicht sinnvoll auch wenn ich verstehe,
      wie es gemeint ist. Tatsächlich wäre es besser von einem "Verdacht" zu sprechen.
      Sohn mit HFA diagnostiziert ...und ich irgendwie ähnlich und doch anders...

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von 70Quadrillionen ()

    • EmilGabriel schrieb:

      Hey Ho,

      Also... Ich habe denn Verdacht Asperger zu haben, meine EQ und SQ Werte, genauso wie das "Aspie-quiz" sprechen auch dafür.

      Jetzt frag ich mich, wie viel ist das Wert?

      Ich hatte schon öfters starke soziale (Beziehungs-) Probleme die ich darauf zurück führen kann.
      Aber kann ich das auch so meinem Partner sagen?
      Glaubt man mir das wenn ich " ja nur ein paar Tests im Internet gemacht habe"?

      Danke

      Tschü Tschü
      Wollte auf das Thema selbst auch was zu sagen.

      Meine Erfahrung ist, das einem meist nicht wirklich was geglaubt wird wenn man selbst sagt "Ja ich habe das vermutlich" aber kein Arzt einem das je diagnostiziert hat.
      Bei mir wurde AS zwar schon mit 13 diagnostiziert, aber Unterlagen hab ich dazu keine und durch viele komplizierte Umstände dachte ich lange ich hätte nichts der gleichen obwohl ich mich je älter ich wurde als anders erlebte als andere, vorallem gleichaltrige.
      Das machte die Sache selbst nicht leichter und mein Platz war immer außeralb von anderen aber nie bei ihnen.
      Da ich damals auch noch Kind/Teenager war, hab ich das alles wieder vergessen weil das als ich wieder zu meiner Mutter zog kein Thema mehr war und alle erwartet haben das ich in der normalen Welt zurecht komme, die Schule beende, einen Job finde etc, was ich also versuchte aber nicht bzw nur halbwegs geklappt hat.
      Alle haben irgendwie immer etwas an meinem Sozialverhalten ausgesetzt, entweder hieß es ich sei ungeschickt und sage unpassende Dinge oder man sagte ich würde nerven oder warum ich denn nicht auch mal was sage, also egal was ich tat, irgendwie tat ich nur selten das richtige was andere erwartet haben :-/
      Aber niemand von denen kam auf die Idee das es AS sein könnte, also hab ich darüber auch nicht nachgedacht.
      Ich konnte mich auch nicht mehr an das Wort Asperger Syndrom erinnern, obwohl es damals als ich 13 war mir erklärt wurde das ich es angeblich haben soll.

      Was zu der eigenen Diagnose bzw Diagnosen diverser Ärzte, irgendwie kann man sich doch generell nie zu 100% sicher sein oder?
      Also was bedeutet dann eine Diagnose generell?
      Wichtig ist meines Erachtens eher was man mit der Diagnose anfangen will.
      Und ob man sie selber wirklich braucht. ich habe mich für eine nochmalige professionelle Abklärung entschieden weil wirklich sehr viel dafür spricht, man muss sich nur meine vergangenheit anschauen und die immer größer werdenen Probleme, die man mit gezielter Hilfe sicher besser hätte bewältigen können, die man mir aber verwehrte weil ich keine Diagnose vorweisen konnte. Ich komme wie laut eigener Versuche allein nicht zurecht, nichtmal an einen gescheiten Job, nichtmal das Arbeitsamt konnte bzw wollte mir helfen, vermutlich weil ich nicht in deren vorgefertigtes Bild passe. Oder weil die bestimmte Maßnahmen auf bessere Chancen einfach nicht bezahlen wollen.
      Vermutlich wäre ich durch den momentanen Diagnosekram schon durch, wenn das Transgendergedöns nicht vorrangig oder vorhanden gewesen wäre.
      Aber wer weiß, vielleicht hätte ich auch aufgegeben wenn mir irgendein Arzt gesagt hätte "Nein Sie haben sicher kein Autismus" nur weil so und so, sowas kennen ja auch viele.
      Ich habe auch alle diese tests gemacht, weil ein psychiater mir dazu geraten hat und gesagt ich solle einfach mal schauen was dabei heraus kommt. Wenn es eindeutig positive Ergebnisse sind, sollte man weiter sehen das man es mal richtig abklären lässt und das hat sich ja nun so ergeben.
      Leider warte ich nach wie vor auf Rückmeldung der jeweiligen Ambulanzen/Psychiatrien. Wenn der Monat rum ist, wollte ich mich bei beiden nochmal melden.
    • 70Quadrillionen schrieb:

      Ich empfinde das Wort "Selbstdiagnose" als widersinnig und nicht sinnvoll auch wenn ich verstehe,
      wie es gemeint ist.
      Nur im Zusammenhang mit Autismus oder allgemein? Allgemein (also in Bezug auf andere, eindeutiger für Laien erkennbare Diagnosen) konnte ich mich und andere wie gesagt vorab mehrfach sicher "diagnostizieren", und es wurde immer bestätigt.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Necroghoul7 schrieb:

      70Quadrillionen schrieb:

      Ich empfinde das Wort "Selbstdiagnose" als widersinnig und nicht sinnvoll auch wenn ich verstehe,
      wie es gemeint ist.
      Nur im Zusammenhang mit Autismus oder allgemein? Allgemein (also in Bezug auf andere, eindeutiger für Laien erkennbare Diagnosen) konnte ich mich und andere wie gesagt vorab mehrfach sicher "diagnostizieren", und es wurde immer bestätigt.
      Sorry, hätte ich dazu schreiben sollen (wollte ich an sich auch): Nicht allgemein, nur - meiner Erfahrung und meines Wissens nach - auf "Selbstdiagnosen" bezüglich Autismus.
      Sohn mit HFA diagnostiziert ...und ich irgendwie ähnlich und doch anders...
    • Grübler_1988 schrieb:

      "Selbstdiagnosen" sollte man generell nicht an die große Glocke hängen....(RW)
      ...sogar dann, wenn sie (ausnahmsweise) stimmen.

      Dafür steht man sich selbst einfach zu nah.
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Grübler_1988 schrieb:

      Man kann sich schnell in etwas reinsteigern.
      Zumindest einige tun sowas gelegentlich! Natürlich nicht alle. - Aber wer garantiert mir die Objektivität bei einer Selbstdiagnose ?!

      Auch sogenannte Profis können sich irren. Erwähnen sollte man es jedenfalls. Ich habe schon Unterlagen von einem sehr, sehr offensichtlich autistischen Jungen gesehen, der in einer an + für sich angesehenen Ki& Jugendklinik war und die Diagnose nicht bekam. Die Ärzte dort sind m.E. ein wenig oberflächlich gewesen und dementsprechend haben sie "herumgeeiert" (RW) bei der Diagnosestellung.
      Die ziemlich verzweifelten Eltern haben eine niedergelassene Psychotherapeutin gefunden, die die üblichen Tests noch mal wiederholte und die dann die Aspergersyndrom-Diagnose stellte.

      Erst danach konnte die Familie die Unetrstützung erhalten, die sie benötigte.
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Objektivität bei psychischen Erkrankungen ist so eine Sache. Die Zahl der Menschen die erst durch viele Fehldiagnosen gingen bevor sie da ankamen wo sie "hingehört" haben und wo sie Hilfe bekamen ist lang. Ich musste erst deutlich über 40 werden und für eine Freundin, deren Sohn auffällig war und AS verdächtig, im Internet recherchieren, um zu verstehen, daß ich nicht allein bin, daß es andere wie mich da draussen gibt und einen Namen für meine Probleme. Kein Psychiater und kein Therapeut war dazu im Stande obwohl ich viele Jahre in Behandlungen war. Ich brauchte aber nicht viele Lebensberichte zu lesen um mich wieder zu erkennen.

      Sich selbst sicher sein "was man hat/ist" ist eine Sache und legitim und oft richtig, zumindest wenn man die Fachbegriffe halbwegs verstanden hat und die Kriterien abgehakt. Schwieriger und unübersichtlich wird es bei Mehrfachdiagnosen/Mehrfachproblemen.

      Es einem Arzt ins Gesicht sagen würde ich nie: "Ich habe X" sondern immer sagen "ich halte X für wahrscheinlich, weil Kriterien 1-10 auf mich zutreffen, was diese Beispiele verdeutlichen, weil auch Familie, Lehrer und Freunde bestätigen daß ich Verhaltensweise 7-14 habe" etc.

      Ansonsten triggert man schlicht auch das "ich bin hier der Arzt, ich lasse mir nichts vorschreiben" Gefühl. Meine damalige Therapeutin kann heute noch nicht zugeben, auch nachdem ich meine Diagnose schwarz auf weiß habe, daß sie den Asperger in mir nie gesehen hat, schlicht weil nicht wahr sein kann, daß sie es übersehen hat und ihre Ansicht "wer Freunde hat und gut kommuniziert" kann kein Asperger sein, schlicht falsch ist.

      Gerade weibliche AS haben oft eine Persönlichkeit für jede Gelegenheit, zurechtgezimmert und abgekupfert und nicht lange durchhaltbar ohne irgendwann zusammen zu klappen. Gerade Diagnosen im Spektrum sind deshalb auch stark von der Mitarbeit der Patienten abhängig. Wenn ich den Arzt nie sehen lassen kann wer ich innen drin bin (weil ich es selbst nicht weiß, es nicht zeigen kann oder angst davor habe, Scham mich hindert oder Schuldgefühle...), diagnostiziert er oder sie halt auch nur meine Fake Persönlichkeit.

      Ich wurde jedenfalls in der Autismussprechstunde sehr genau befragt wie ich mich selbst beurteile und warum und was mein Umfeld über mich sagt. Meine Einschätzung war gewünscht und wurde auch ernst genommen. Ich weiß nicht ob das Glück war oder überall so ist, aber ich wünschte es wäre für alle Patienten so.
      Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave. - Friedrich Nietzsche
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen. - Voltaire