The Good Doctor - ab sofort auf TV NOW Plus

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    • The Good Doctor - ab sofort auf TV NOW Plus

      Hallo, die Serie wurde hier und da schon mal im Forum erwähnt - wie ich gesehen habe - und bisher meines Wissens nach lediglich auf Sky in Deutsch zu sehen gewesen.

      Ab sofort ist sie auf TV NOW Plus online zu sehen. - Der Zugang zu dem TV NOW Plus-Angeboten ist zwar generell kostenpflichtig, jedoch gibt es eine kostenlose Testphase von 30 Tagen. In der Zeit kann man sich die erste Staffel schon mal gratis anschauen, wenn man sie noch nicht gesehen hat :)


      Mir persönlich gefällt die Serie sehr gut - ist natürlich fiktional jedoch ganz gute Erklärungen fürs Allgemeinpublikum, was Autismus ist.
      Sohn mit HFA diagnostiziert ...und ich irgendwie ähnlich und doch anders...
    • Ich hab die ersten beiden Folgen gestern auch gesehen. Ich finde es z.T. zwar etwas klischeehaft, aber sonst nicht schlecht. Sehr interessant finde ich die Kleinkriege der Ärzte und Co. untereinander. Da wird Shaun Murphy wohl noch ziemlich drunter zu leiden haben, fürchte ich. Ich bin jedenfalls gespannt auf die nächsten Folgen.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Ich finde die Serie auch ganz gut, hab gestern beide Folgen gesehen.
      Sonst finde ich so diese typischen Szenen wie sich "NTs" in Hirachien untereinander zoffen recht unspektakulär und langweilig weil ich mich oft nach dem Warum frage, aber wenn offensichtlich jemand mit Autismus mitmisch ist es interesannter für mich, weil ich diese sehr offenen schon naiv anmutenden Fragen auch von mir kenne und ich es interesannt finde die sogenannte NTs darauf reagieren. Überraschend ähnlich wie in meiner eigenen Erfahrung. Allerdings wussten die Leute in meinem Umfeld nichts über mich, ich wusste damals ja selber nicht das ich etwas nennenswertes habe was mich so anders macht.
      Die Szene wo der Vater von Shaun so ausgetickt ist, erinnerte mich sehr stark an den Zwischenfall mit der Frau meines vaters, fast die gleiche Szene, vonwegen gibt mir ne Ohrfeige, brabscht mir ins Gesicht und befiehlt regelrecht sie anzuschauen wenn sie mit mir redet, das ist so ein tiefgreifendes Erlebniss was es mir heute noch unmöglich macht irgendwie altersgemäß zu reagieren wenn heute so jemand mit mir umgeht.
      Was der Blödmann mit dem Kaninchen gemacht hat ist auch unbegreiflich, da war es ja fast noch human das mir meine Bilder weggenommen wurden als ich garnicht da war.

      Das aller einzigste was ich wiedermal ein wenig schlecht durchdacht empfinde ist, das ein doch recht erfahrener junger Mensch der weiß Gott nicht dumm ist, recht einfache Redewendungen "noch" nicht erkennt und so.
      Ich erlebe mich selbst das ich mir bei einigen Bemerkungen anderer nicht sicher bin, da ich anhand der Aussage nicht weiß wie es gemeint ist, und anhand von Mimik und Gestik nicht erkennen kann ob das nun ernst gemeint war oder nicht, aber ich frage dann nach eben weil ich verunsichert bin.
      Das allein irritiert andere auch gelegentlich.
    • Ich habe auch die beiden ersten Folgen gesehen und musste ein paar Mal ordentlich schmunzeln, weil ich mich dabei ein bisschen an meine eigenen Situation als junge Ärztin im Krankenhaus erinnert gefühlt habe.

      Natürlich handelt es sich bei der Serie um Fiktion, die der Unterhaltung dienen soll. Vieles wird überzeichnet dargestellt. Aber ein paar Dinge habe ich als Berufsanfängerin ähnlich erlebt. Ich habe bei Weitem nicht die speziellen Fähigkeiten wie Shaun Murphy, aber als 27jährige Stationsärztin sah ich ähnlich jugendlich aus, wie der Protagonist der Serie. In dem Krankenhaus, in dem ich meine erste Stelle hatte, sind einigen Patienten die Kinnladen unten geblieben, wenn ich mich ihnen als Stationsärztin vorgestellt habe. Oft bin ich anfangs von Patienten nicht ernst genommen worden, bis ich Hand angelegt habe und das dann doch nicht unbedarft rüberkam.

      Den arroganten erfahrenen Kollegen, der es genoss mir unter die Nase zu reiben, wie unbedarft ich wäre, hatte ich auch. Ansonsten war die Rivalität und das Konkurrenzdenken in meiner Abteilung aber bei Weitem nicht so ausgeprägt, wie in der Serie dargestellt.

      Ich erinnere mich auch noch gut an eine besondere Situation, in der mir veilleicht meine "Aspie-Denke" damals zu Anerkennung beim Chefarzt verholfen hat. Es wurde ein Patiient mit neu aufgetretenen, immer stärker werdenden epiletischen Anfällen eingeliefert. Der Chefarzt erklärte dem Patienten in meinem Beisein, dass bei ihm ein gutartiger Hirntumor ursächlich für die Epilepsie ist, und dass als einzige kurative Behandlung die chirurgische Entfernung des Tumors in Frage kommt. Der Chefarzt tat dies auf sehr einfühlsame, behudsam Weise. Daraufhin brach der Patient in Tränen aus und teilte uns mit, dass er auf keinen Fall eine Hirnoperation durchführen lassen möchte. Die Vorstellung, das sein Kopf aufgeschnitten würde, machte ihm eine solche Angst, dass diese in dem Moment über die Vernunft siegte.

      Ich überlegte, wie ich dem Patienten doch noch die OP nahelegen konnte. Schließlich war die OP die einzig sinnvolle Therapieoption. Ich wartete, bis die CT Bilder aus der Befundung auf Station waren und der Patient Familienbesuch hatte. Ich habe dann den Patienten im Beisein seiner Frau und seiner (erwachsenen) Kinder den Tumor auf den CT Bildern gezeigt, die auch auf dem ersten Blick für den Laien Bände sprachen. Ich tat dies ganz bewusst nicht unter 4 Augen, sondern im Beisein Dritter, die - wie ich hoffte - einen nüchterneren Blick als der Patient auf die Bilder werfen und dann die Aufgabe des guten Zuredens übernehmen würden.

      Außerdem erläuterte ich ganz nüchtern und emotionslos, dass es sich um ein klar abgegrenztes, ca. tischtennisballgroßes, gutartiges Gebilde direkt unter der Schädeldecke handelt. Dass dieses sehr gut ohne zu erwartende Folgeschäden operabel wäre. Und natürlich, dass der Patient ohne die OP sein Leben lang schwere epileptische Anfälle zu befürchten hätte.

      Mein Plan ist aufgegangen. Meine nüchtene Demonstration der Fakten hat gesessen. Erst bei den Angehörigen und dann - wie erhofft durch ein ganz kleines bisschen guten Zuredens seitens der Verwandschaft - auch beim Patienten selber. Das war offenbar genau die Art der Arzt-Patienten-Kommunikation, die für diesen Patienten richtig war.

      Als Anerkennung meines erfolgreichen Arzt-Patienten-Gesprächs hat mir der Chefarzt dann während der OP die Entfernung des Tumors überlassen. Das war schon ein außergewöhnliches Zugeständnis für eine so junge Kollegin.

      Wie erwartet konnte der Patient später beschwerdefrei und als geheilt entlassen werden.
    • @Input: ich mag die Serie und habe insgeheim gehofft, dass es wirklich autistische Ärzte in Krankenhäusern gibt. Denn ich sehe die autistischen Fähigkeiten außerhalb der ganzen Emotionsschienen als unverzichtbaren Teil einer ärztlichen Belegschaft. Schön, dass es Realität ist!!!
    • Ich gehe davon aus, dass autistische Ärzte eine absolute Ausnahme sind und das ist auch gut so. Als Arzt muss man nicht nur fachlich gut sein, sondern besonders auch in der Interpretation von Menschen, ihren Gefühlen und Einschätzen der Lage. Solche Dinge können Autisten nicht leisten, da ihnen diese Fähigkeiten fehlen bzw. schwach ausgeprägt sind.
      Jetzt wird wieder Ärger auf mich zukommen von solchen, die das anders sehen. Klar, es gibt auch absolut unempathische NT-Ärzte, aber das ist keine Begründung für die Aussage, Autisten könnten besonders gute Ärzte sein.
    • Ich hab bisher die erste Folge geschaut und hab auch hier und da geschmunzelt. Werde es langsam angehen lassen, aber kann schon mal Respekt für den Schauspieler aussprechen.

      @Input Zu einfühlsam kann auch manchmal schlimm sein, das hab ich auch mal als Patientin erlebt. Ich hab es lieber, wenn man mir sachlich erklärt, was los ist, da ich doch eh nur eine von vielen bin, eine Nummer im Krankenhaus. Nur Pflegepersonal sollte einfühlsamer sein, find ich, aber erlebte, vor allem bei der Nasenscheidewand-OP durchweg kaltherzige Leute. Trotzdem sag ich natürlich auch dazu, diese Berufe müssen wirklich mal besser bezahlt werden.
      Im Gedächtnis blieb mir auch, als ich 15 war, durfte ich nicht ins Krankenhaus für Erwachsene, nur für Kinder, und da war ein älterer Arzt, der mich an der Schultern anfasste und immer so sagte: "Na, mein Mädchen!" und "Na, meine Kleine" und sowas... Ich fand das gruselig und unangebracht.
    • Ivy schrieb:

      kann schon mal Respekt für den Schauspieler aussprechen.
      Dem stimme ich zu.

      Ivy schrieb:

      @Input Zu einfühlsam kann auch manchmal schlimm sein, das hab ich auch mal als Patientin erlebt. Ich hab es lieber, wenn man mir sachlich erklärt, was los ist
      Das habe ich sehr oft im Umgang mit Patienten erlebt. Vielen Patienten kann man eine gewisse Zufriedenheit und oft auch Erleichterung anmerken, wenn man ihnen einfach und klar mitteilt, was Sache ist.
      Dass heißt bei mir aber nicht, dass ich im Umgang mit Patienten immer so nüchtern bin, wie in meinem Beispiel oben. Medizin ist eines meiner hauptsächlichen Interessengebiete. Darin kann ich durchaus auch "normal" kommunikativ und im gewissen Maße einfühlsam sein.
    • Dungeonmaster schrieb:

      Klar, es gibt auch absolut unempathische NT-Ärzte, aber das ist keine Begründung für die Aussage, Autisten könnten besonders gute Ärzte sein.
      Das mit der angeblich fehlenden Empathie bei Autisten ist aber auch ein Klischee, das mich sogar ziemlich stört.
      Es stimmt sicher, dass Autisten die Situation nicht immer richtig erfassen, vor allem nicht in der nötigen Geschwindigkeit, und dass sie nicht unbedingt gefühlsbetonte Worte finden, aber dass sie keine Empathie hätten, stimmt nun mal nicht. Es klappt nur nicht immer, und bei NAs klappt es auch nicht immer.


      Was die Serie angeht, ich bin irritiert, weil bei der Serieninfo steht, er hätte das Savant-Syndrom, da steht nichts von Autismus.
      fernsehserien.de/the-good-doctor
      Und wieder dieses "wenn er für seine Patienten keine Empathie empfinden kann". Wie mich das nervt...
      Ich hoffe, die Serie ist besser als diese Beschreibung.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Shenya schrieb:

      Ich hoffe, die Serie ist besser als diese Beschreibung.
      Ist sie. In der Serie heißt es immer, dass er Autist sei, von Savant ist da nie die Rede. Er hat ein herausragendes visuelles Gedächtnis und Vorstellungsvermögen, mehr nicht. Da hat irgendein Depp im Sender sein gesamtes Halbwissen zusammengekratzt, um diesen Text zu verfassen.

      Ich fand ihn heute wie schon letzte Woche etwas überzeichnet - manches passt eher zu einem autistischen Kind als zu jemandem, der immerhin ein Studium erfolgreich absolviert hat, da hat man ein Grundgerüst an sozialen Fähigkeiten einfach erlernt oder ist längst gescheitert - aber das braucht es wohl fürs Publikum. Es gibt eben auch Szenen, wo ich denke "ja, das hätte Dir genauso auch passieren können". Heute war es v.a. die Szene, wo die neue Nachbarin an seiner Tür steht mit dem Vorwand, Batterien ausleihen zu wollen, einfach um ihn kennenzulernen, und er ihr die Batterien gibt und dann die Tür zumacht, ohne sich auch nur vorgestellt zu haben - da habe ich sozusagen in den Spiegel geschaut.
    • Hat dieser Ira am Anfang nicht erwähnt, dass Shaun Savant sei? Als es darum ging, ob Shaun eine Chance bekommen soll oder nicht? Oder hab ich das falsch in Erinnerung?

      Btw: Bei mir war die Szene, in der Shaun den Schraubendreher nicht finden kann, der Spiegel. Ich werd genauso hektisch und verpeilt, wenn ich was nicht finden kann. Ich find mich da in vielen Dingen bei ihm wieder.
      Don't let go
      Never give up, it's such a wonderful life
      (aus "Wonderful Life" von "Hurts")