Medikamente bei diffuser Angst / Angststörung?

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    • Kommt denn jemand von euch mit pflanzlichem oder homöopathischem zurecht?
      Mit vielen der üblichen genannten nebenWirkung gen oder auch mal paradoxen mag ich nicht umgehen.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
    • Linnea wrote:

      Kommt denn jemand von euch mit pflanzlichem oder homöopathischem zurecht?
      Mit vielen der üblichen genannten nebenWirkung gen oder auch mal paradoxen mag ich nicht umgehen.
      Ich nehme seit ca. 1,5 Jahren 5-HTP (Hydroxytryptophan), was mir sehr hiflt (gegen Ängste und Depressionen). Vor allem habe ich da die (positive) Wirkung direkt gespürt, was ich früher bei etilichen synthetischen Antidepressiva nicht hatte (hatte jahrelang, z.T. sehr hochdosiert alles Mögliche genommen).
      Zur Zeit ist es zwar stimmungsmäßig schlechter (evtl. müsste ich mal versuchen, die Dosis zu erhöhen, was durchaus noch möglich wäre - eher aber an der Ursache arbeiten, was ich schon tue), aber insgesamt bin ich froh, es gefunden zu haben. Auch wenn mein Psychiater meint, das könne nicht wirken (nachdem, was er gelernt habe).
      Nachteil ist, dass man es selber kaufen/zahlen muss - ich habe aber eine Online-Apotheke, wo es vergleichsweise geht. Und man sollte schauen, dass es auch aus einer Apotheke bezogen wird, da es auch andere Hersteller gibt, die es in Online-Shops anbieten, was aber dann evtl. verunreinigt sein kann oder so.

      Für "Notfälle" hab ich als Bedarf Tavor und Tranxilium - das versuche ich aber selten zu nehmen, um nicht abhängig zu werden.
      Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so schwer?
      Hermann Hesse - Demian
    • Pippi Langstrompe wrote:

      Im Gegensatz zu vielen anderen pflanzlicher Mittel gibt es zu Ashwagandha einige Untersuchungen. Es ist ein ayurvedisches Mittel - Schlafbeere. Es schafft Distanz zu den Dingen, ohne einschränkend auf Konzentration oder Wachheit zu wirken. Ich habe keinerlei Nebenwirkungen fest stellen können und kann es empfehlen. .
      Lustig manchmal, ich wollte gerade posten, dass ich bald Ashwagandha ausprobieren werde, bin sehr gespannt.
      Hier noch ein paar weitere Infos auf deutsch dazu.

      "Es gibt nun eindeutige Hinweise, dass Ashwagandha bei der Behandlung von Angstzuständen und Depressionen helfen kann. Eine Studie zeigte sogar, dass die Wirkung mit den gängigen pharmazeutischen Mitteln Lorazepam und Imipramin vergleichbar waren, aber ohne deren Nebenwirkungen"

      The post was edited 3 times, last by ifi ().

    • ifi wrote:

      Pippi Langstrompe wrote:

      Im Gegensatz zu vielen anderen pflanzlicher Mittel gibt es zu Ashwagandha einige Untersuchungen. Es ist ein ayurvedisches Mittel - Schlafbeere. Es schafft Distanz zu den Dingen, ohne einschränkend auf Konzentration oder Wachheit zu wirken. Ich habe keinerlei Nebenwirkungen fest stellen können und kann es empfehlen. .
      Lustig manchmal, ich wollte gerade posten, dass ich bald Ashwagandha ausprobieren werde, bin sehr gespannt.Hier noch ein paar weitere Infos auf deutsch dazu.

      "Es gibt nun eindeutige Hinweise, dass Ashwagandha bei der Behandlung von Angstzuständen und Depressionen helfen kann. Eine Studie zeigte sogar, dass die Wirkung mit den gängigen pharmazeutischen Mitteln Lorazepam und Imipramin vergleichbar waren, aber ohne deren Nebenwirkungen"
      Davon habe ich noch nie gehört. Ich habe hochdosiertes Johanniskrautextrakt und Lasse genommen. Geschadet hat es mir nicht, aber ob es mehr als ein Placebo war kann ich auch nicht beschwören.
    • Noch einmal auf den Eingangspost, @Kleine:
      Ich habe gegen diese Problematik nach langer Suche endlich "meine" Lösung gefunden.
      Bei mir kombinieren sich Angst und Depression mit sensorischer Überempfindlichkeit, sodass einiges an Antidepressiva und Bedarfsmedis ausprobiert wurde. Ich gebe mal einen kleinen Überblick:

      Februar 18, das erste Mal, dass ich mich traue, mit der Problematik meinem Hausarzt zu begegnen, der Stress vor dem Abitur hat die Panikattacken und Overloads deutlich verschlimmert und dazu geführt, dass ich regelmäßige Zusammenbrüche hatte.

      1. Medikament: Obsidan 25mg morgens (Betablocker)
      Wirkung: Hat mir extrem auf den Kreislauf geschlagen und leider nicht geholfen, also wieder abgesetzt.

      2. Medikament: Neurodoron morgens (Homöopathisch, Weleda)
      Wirkung: Keine.

      Hausarzt ratlos, legt mir eine Psychotherapie nahe, um Überforderung besser zu verarbeiten / auf Druck zu reagieren.
      ----------
      April 18, Nervenzusammenbruch, Psychotherapeutische Ambulanz

      3. Medikament: Venlafaxin 37,5mg morgens (SSNRI)
      Wirkung: Soweit eigentlich gut, konnte aber nicht mehr richtig schlafen, abgenommen (Nicht gut, weil ich recht wenig wiege). Nach drei Wochen max. 1h Schlaf am Stück (pro Nacht so 3-4) wieder abgesetzt.

      4. Medikament: Mirtazapin 10mg abends (NaSSA)
      Wirkung: Extrem sedierend, allerdings nach anderthalb Wochen Suizidgedanken, daher sofort abgebrochen. Während der Einnahme 8 Kilo zugenommen!!!

      5. Medikament: Promethazin, bedarfsweise 10-20mg
      Wirkung: Keine richtige. Hat nicht angsthemmend gewirkt, sondern nur extrem lang extrem müde gemacht, sobald die Angst selbst weg war / die depressiven Ausbrüche etwas verschwunden sind. Irgendwann dann aus Verzweiflung 60mg genommen und gemerkt, dass sie mir selbst dann im Akutfall nichts bringen (außer, dass ich eben danach viel länger schlafe).
      ----------
      September 18, großen Umzug geschafft, nun immer wieder Zusammenbrüche u. wieder in Depression gerutscht wegen Veränderungen und anstehendem Studium

      6. Medikament: Escitalopram 5mg morgens (SSRI)
      Wirkung: Verstärkte Panikattacken, habe mich teils wie im Wahn gefühlt. Abbruch nach Eindosierung auf 10 mg.

      7. (und endlich wirklich helfendes) Medikament: Opipramol 50mg, ursprünglich Bedarf, mittlerweile täglich eine morgens und eine abends
      Wirkung: Dämpft und nimmt Panik, macht ein kleines bisschen müde. Hebt (mittlerweile) meine Stimmung und dämpft sogar die Overloads ein kleines bisschen weg, fühle mich aber trotzdem noch voll "da".



      Ich bin wirklich froh, dass ich nach dem vielen Probieren endlich das Medikament gefunden habe, das mir (übrigens kompromisslos) hilft, obwohl es häufig als nur sehr schwach wirkend und bei schwierigeren Phasen de facto nutzlos dargestellt wird. Vielleicht hilft dir ja die Auflistung ein wenig, einen Überblick zu bekommen, was es so gibt und was Ärzte häufig verschreiben.
      "Ich? Gescheitert? Niemals!
      ... Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren." -Thomas Edison, zumindest so ähnlich

      The post was edited 1 time, last by Blaubeere ().

    • Blaubeere wrote:


      7. (und endlich wirklich helfendes) Medikament: Opipramol 50mg, ursprünglich Bedarf, mittlerweile täglich eine morgens und eine abends
      Wirkung: Dämpft und nimmt Panik, macht ein kleines bisschen müde. Hebt (mittlerweile) meine Stimmung und dämpft sogar die Overloads ein kleines bisschen weg, fühle mich aber trotzdem noch voll "da".
      Opipramol / Insidon half bei mir auch gegen Ängste bzw. Anspannung. Ich habe nur damit mein Gespräch für die Wiedereingliederung auf der Arbeit nach meinen Psychiatrieaufenthalten geschafft und auch ein Praktikum, vor dem ich total Angst hatte. Mittlerweile habe ich es aber wieder abgesetzt, weil meine Ängste noch das geringste Problem sind und ich irgendwas daran nicht gut fand (weiß aber nicht mehr genau was). :roll:

      Ich habe schon öfters gehört, dass Opipramol gegen Ängste und auch Depressionen helfen soll, wenn dauerhaft angewandt und nicht so "schädlich" wie z. B. Neuroleptika ist.
    • @Blaubeere Vielen Dank! Du hast ja einiges durch. Momentan komme ich gut ohne zurecht, aber für den Fall der Fälle merke ich mir mal das Opipramol. Je schwächer desto besser.
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")
    • @Kleine Ja, das ist vielleicht ganz sinnvoll.
      Ich hab im Nachhinein erfahren, dass das aufgrund der ausgeprägten Symptomatik gar nicht in Betracht gezogen wurde, weil es eben als Mittel für kleinere seelische Beschwerden gilt (zumindest bei den drei Ärzten, bei denen ich bis dato in Behandlung war). Dass ich überspitzt auf die kleinen Dosen reagiert habe und teils paradox, wie auch @Linnea es beschrieben hat (oder?), wurde dann erst von meinem neuen Hausarzt überhaupt in Betracht gezogen.
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      ... Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren." -Thomas Edison, zumindest so ähnlich