Medikamente bei diffuser Angst / Angststörung?

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    • Medikamente bei diffuser Angst / Angststörung?

      Bei mir liegt evtl. eine Angststörung vor, hatte mein ehemaliger Therapeut mal gesagt. Mit Venlafaxin war das besser, nur habe ich keine Depression und die Nebenwirkungen waren für mich nicht haltbar.

      Hat jemand Erfahrungen mit einem anderen angstlösenden Medikament? Dieses diffuse Angstgefühl hab ich auch eher oder ich sag mal ausgeprägter, wenn ich müde, erschöpft bin.
      Ich steigere mich aber auch in Themen rein, die mich ängstigen und komm dann teilweise nur ganz schwer wieder "runter".

      Ich frag auch meine Ärztin beim Termin, aber wollte schon mal hören, was andere so für Erfahrungen haben.
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")

      The post was edited 1 time, last by Kleine ().

    • Hallo,

      Ich bekomme trimipramin gegen Angst und Depression, wobei es gegen letztere nur begrenzt wirkt, neben der Müdigkeit habe ich keine Nebenwirkung.

      Mit freundlichen Grüßen
      Lea
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Lea wrote:

      Hallo,

      Ich bekomme trimipramin gegen Angst und Depression, wobei es gegen letztere nur begrenzt wirkt, neben der Müdigkeit habe ich keine Nebenwirkung.

      Mit freundlichen Grüßen
      Lea
      Danke! Auch keine Gewichtszunahme?
      Die Müdigkeit hatte ich bei Venlafaxin leider auch.
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")
    • Danke euch beiden. Ich war jetzt bei der Ärztin und ich probier eine erhöhte Dosis von meinem ADS-Medikament, weil es damit auch zusammen hängen kann.
      Sie hatte mir, falls ich nochmal ein AD probieren möchte, noch ein anderes genannt als ihr, hab den Namen aber vergessen.
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")
    • DrCarsonBeckett wrote:

      Wenn ich mit Angst zu kämpfen habe, also sie überhand bekommt, nehme ich Promethazin. Das dämpft ganz gut.
      Keine Nebenwirkungen bei mir, außer halt die normalen Einschränkungen nach der Einnahme.
      Das hilft bei mir auch. Opipramol hab ich gar nicht vertragen. Das einzige Problem bei Promethazin ist, das ist meiner Meinung nach manchmal etwas schwer zu dosieren ist. Mal hauen mich 5 Tropfen komplett um, mal merk ich gar nix und man sollte es nich spät abends nehmen. Da hab ich nen ziemlichen Hangover bemerkt.
    • Kleine wrote:

      Ich war jetzt bei der Ärztin und ich probier eine erhöhte Dosis von meinem ADS-Medikament, weil es damit auch zusammen hängen kann.
      Das war übrigens nix: hab mich gefühlt, wie ich mich wahrscheinlich fühlen würde mit 3 Espressi intus und konnte mich null konzentrieren. Ich war froh, als der Zustand nach ca. 6 Stunden vorbei war. Und das bei der Arbeit...

      Mal sehen, wie's weitergeht.

      @Hanseat Das klingt nach Bedarfsmedikation, was du beschreibst - verstehe ich das richtig?
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")
    • Nein. Ich reagiere auch schnell. Und zum Teil sogar paradox. Von daher ist das sogar gut, so feinfühlig zu sein und es lieber früher als später abzusetzen.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Dungeonmaster wrote:

      So schnell kannst du das sagen? Meistens brauchen Medikamente einige Tage bis Wochen bevor sie ihre Wirkung entfalten.
      Viele Antidepressiva schon, aber nicht die typischen ADS-Medikamente (und überhaupt die Mehrzahl an Medikamenten, wäre ja blöd, wenn die Aspirin für die momentanen Kopfschmerzen erst in zwei Wochen wirken würde ;) ). Bei MPH/Ritalin und Ähnlichem hat man die Wirkung ziemlich unmittelbar, das berechnet sich eher in Minuten als in Stunden.
    • Kleine wrote:

      Hat jemand Erfahrungen mit einem anderen angstlösenden Medikament? Dieses diffuse Angstgefühl hab ich auch eher oder ich sag mal ausgeprägter, wenn ich müde, erschöpft bin.
      Ich steigere mich aber auch in Themen rein, die mich ängstigen und komm dann teilweise nur ganz schwer wieder "runter".
      Ich würde vorab überlegen:

      1. Geht es darum, gelegentlich, wenn es besonders schlimm ist ein Mittel zu haben, dass effektiv hilft?
      2. Oder wird tagtäglich ein Psychopharmakon mit anxiolytischer Wirkung benötigt?
      3. Sollte so ein Psychopharmakon möglichst oder unbedingt bestimmte Nebenwirkungen (z. B. Gewichtszunahme) nicht haben?

      Zu 1.:
      Wenn es nur darum geht an einzelnen Tagen MAL etwas zu haben, das dann gut und zuverlässig wirkt, dann sind das sicherlich Benzodiazepine. Vorteil: Anticholinerge Nebenwirkungen von vielen Antidepressiva und Neuroleptika entfallen. Auch die relativ unangenehme Gewichtszunahme ist hier nicht so das Thema. Nachteil: Abhängigkeitspotential. Daher ist Vorsicht angesagt und eine zu häufige Einnahme möglichst zu meiden. Paradoxe Reaktionen sind generell möglich, aber bei komorbi-ADHS wäre zu berücksichtigen, ob solche Reaktion auf Mittel aus dieser Stoffgruppe schon mal vorgekommen sind. Weniger wirksam, dabei möglicherweise nebenwirkungsreicher wären Antidepressiva oder Neuroleptika. Trimipramin (kann u. U. die ersten Male sehr müde machen) und Opipramol wurden genannt. Pipamperon, Levomepromazin, Promethazin oder Melperon wären Beispiel für niedrigepotente Neuroleptika.

      Zu 2.: Siehe Beispiele in "1." aus der Gruppe der Antidepressiva und Neuroleptika.

      Zu 3.: Nebenwirkungen sind vermutlich bei Antidepressiva und Neuroleptika ausgeprägter als bei Benzodiazepinen. Aber gerade unter den Antidepressiva gibt es auch erhebliche Unterschiede. SSRIs oder SNRIs unterschieden sich sowohl in der Wirkung als auch im Sachen Nebenwirkungen von so etwas wie Opipramol oder Trimipramin. Die schwersten Nebenwirkungen habe ich bei den SSRIs und SNRIs beobachtet, teils so schwerwiegend, dass die Medikation abgebrochen wird. Gewichtszunahme ist bei den meisten Mitteln aus dem Bereich Antidepressiva und Neuroleptika möglich. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Bekannte Dickmacher ("Dickmann's Pillen") sind z. B.: Mirtazapin, Amitriptylin und Doxepin (Antidepressiva). Risperidon, Olanzapin, Clozapin und so weiter. Die SSRIs und SNRIs galten unter Fachleuten lange als gewichtsneutral. Doch zum Beispiel die Erfahrungen bei Sanego sprechen eine andere Sprache. Es gibt aber mittlerweile auch eine Reihe von Artikeln, die darauf verweisen, dass auch bei der genannten Gruppe Gewichtszunahme ein Thema ist.

      deutsche-apotheker-zeitung.de/…in-macht-langfristig-dick
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Gegen aufgeregte Angst z.B. Lampenfieber oder Prüfungsangst wird auch von sonst gesunden Leuten gerne Dociton (Propranolol) genommen. Ist ein Betablocker der die Wirkung von Adrenalin unterdrückt und damit auch Begleiterscheinungen wie Zittern nimmt. Ist aber nur zugelassen (10 mg) für hyperkinetisches Herzsyndrom (könnte man weitläufig Angst dazuzählen) und Schilddrüsenüberfunktion (gehört bei Angstzuständen und v.a. bei Ritalingabe immer vorher ausgeschlossen). Dociton nimmt einem die "Spitzen" ohne sonst besonders müde zu machen.
      Ansonsten war früher der Südsee-Rauschpfeffer Kava-Kava ein sehr schönes Medikament das gut entspannt hat. Keine Sucht bekannt gewesen. Leider vom Markt weil es einige Fälle von Leberversagen gab (wie es auch bei vielen anderen Medis der Fall ist die deswegen nicht gleich vom Markt genommen werden), das waren Leute mit Alkohol und schon bekannten Leberzirrhosen. Wenn dann als Import zu bekommen. Bei uns auf dem Markt nur homöopathisch. de.wikipedia.org/wiki/Kava
      Ich verwende gerne Opipramol (50 mg gegen abend) weil es in geringer Dosierung meistens gut vertragen wird. Schwerere Fälle brauchen dann Venlafaxin was aber dann schon trockenen Mund, Verstopfung und Gewichtszunahme machen kann. Ist alles von der Dosierung abhängig.

      Grundsätzlich sollte aber nicht jeder ungute Zustand immer mit einem Medikament beantwortet werden, Verhaltenstherapie (Konsum von Horrorfilmen runterfahren :twisted: ) oder andere Maßnahmen (ruhige Musik hören oder Ablenken durch Forenlesen...). Aber bitte nicht Nachrichten schauen.
    • Dungeonmaster wrote:

      Kleine wrote:

      Das war übrigens nix:
      So schnell kannst du das sagen? Meistens brauchen Medikamente einige Tage bis Wochen bevor sie ihre Wirkung entfalten.
      Das ist bei Methylphenidat nicht der Fall.
      Das wirkt ab der Einnahme (vielleicht 30 Minuten danach) und dann für eine gewisse Anzahl Stunden. Da wird kein Spiegel aufgebaut wie bei Antidepressiva.

      @alle anderen: ich werd meine Ärztin beim nächsten Mal fragen, ob sie mir was für besonders belastende Situationen verschreiben kann.

      Jetzt gerade bräuchte ich was und überlege allen Ernstes, die Venlafaxin, die ich noch in der Schublade habe, erstmal wieder zu nehmen. Die Ärztin ist im Urlaub.

      Das Venlafaxin hatte bei mir von der ersten Einnahme an eine angstlösende Wirkung gehabt (vielleicht hatte ich es mir auch nur eingebildet, aber ich hatte damals Therapie an dem Tag und somit einen Zeugen, dass ich wirklich viel ruhiger war in der Therapiesituation als vorher).
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")

      The post was edited 2 times, last by Kleine ().