Mimik spürbar, aber nicht sichtbar - wer noch?

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    • Cool, eine lebhafte Diskussion :) !

      Ich antworte mal auf ein paar Sachen, die mir auch so gehen:

      Also auch wenn es für mich jetzt erstmal ein Schock war, dass man wohl nix sieht, auch wenn ich immer denke, ich übertreibe total, ist es okay. Ich will mich nicht verstellen müssen.

      Ich kenne auch jemanden, der ziemlich sicher in die autistische Richtung geht, der mit seiner Mimik sehr stark übertreibt. Das ist wahrscheinlich auch schwierig.

      Da fällt mir ein - ich habe gelesen, dass das wohl auch vielen so geht - dass ich manchmal lächle, obwohl ich es nicht sollte. Vor allem in Konfliktsituationen. Das passiert einfach so. Mir ist das dann so unangenehm und ich will keinen Streit und dann fange ich an, zu lächeln. Mir wurde schon oft gesagt, dass ich das lassen soll, weil andere dann nicht wissen, ob ich es ernst meine. Aber ich kann es nicht abstellen.

      Bevor ich meine Diagnose bekommen habe, hatte ich mal ein Gespräch mit einer Kollegiatin, die ich mag. Sie fragte mich, ob es mir unangenehm sei, dass sie und ein anderer Bekannter so oft Witze in meiner Nähe machten. Auch wenn ich nicht immer alles verstehe, habe ich doch einen ausgeprägten Humor, und habe mich in ihrer Nähe immer amüsiert. Das habe ich ihr dann gesagt. Sie hat an dem Tag aber bestimmt noch 10 Mal gefragt, weil sie mir nicht geglaubt hat. Ich würde ja nie mitmachen... Ich würde immer so ernst schauen... Das war richtig nervig. Sie versteht es auch nicht so gut, dass ich sie nicht immer drücken will. Dabei mag ich sie eigentlich, aber es nervt, dass sie da so viel erwartet und mir nicht glaubt...

      Anvertrauen wollen sich mir Menschen auch oft. Ich gelte irgendwie als erwachsen, seriös und integer. In Teilen stimmt das sicher, aber ich bin auch sehr kindisch.

      Dass man zugequatscht wird, kennt vor allem mein Partner. Er hatte das schon mal 6 Stunden lang auf einer Busfahrt, dabei hat er ausschließlich mit "Hm." geantwortet. Leider empfinden die meisten Menschen einer Studie zufolge vor allem die Gespräche als angenehmen, in denen sie die meiste Redezeit haben.

      Ich habe übrigens nicht den Eindruck, dass meine Muskeln bzw. die Reizübertragung schlecht funktioniert. Es werden, denke ich, einfach schon früher Reize übertragen, auch wenn die Muskeln sich nur minimal bewegen. Es geht aber sicher auch umgekehrt, dass man gar nichts merkt.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • seinn schrieb:

      Da fällt mir ein - ich habe gelesen, dass das wohl auch vielen so geht - dass ich manchmal lächle, obwohl ich es nicht sollte. Vor allem in Konfliktsituationen. Das passiert einfach so. Mir ist das dann so unangenehm und ich will keinen Streit und dann fange ich an, zu lächeln. Mir wurde schon oft gesagt, dass ich das lassen soll, weil andere dann nicht wissen, ob ich es ernst meine. Aber ich kann es nicht abstellen.
      Ich auch nicht.
      Mal könnte es so etwas wie unbewusste Beschwichtigung sein.....auch durch drastische Erziehung zum Freundlichsein...aber auch bei Angst reagiere ich schonmal so.
      Oder bei Schock.

      Einmal flog ein dicker riesiger Maikäfer durch den Klassenraum..ich hatte einen Marienkäfer des Mitschülers erwartet..und erschrak total und lachte, bis er eingefangen war.
      Als ein Lehrer mit uns schimpfte, konnte ich auch einmal nicht aufhören zu lachen.
      Und als eine ältere Dame vor den Bus lief, also kollidierte, kam das auch hoch, da aus Schock. Blöd.
      Dann wieder geschieht auch mal das Gegenteil, eben schnelles Weinen.

      Als ich in Trauer im KH war wegen Verlust eines Föten, sagt man mir auch, ich würde viel freundlich lächeln,
      dabei ging es mir gar nicht gut.
      Seltsam.

      seinn schrieb:

      Dass man zugequatscht wird, kennt vor allem mein Partner. Er hatte das schon mal 6 Stunden lang auf einer Busfahrt, dabei hat er ausschließlich mit "Hm." geantwortet. Leider empfinden die meisten Menschen einer Studie zufolge vor allem die Gespräche als angenehmen, in denen sie die meiste Redezeit haben.
      Das stimmt. Auch wenn man sogar unaufmerksam sein sollte..das scheint egal zu sein. Manche merken das garnicht.
      Andere sind hingegen zu recht mitunter verletzt.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Linnea schrieb:

      Ich auch nicht.
      Mal könnte es so etwas wie unbewusste Beschwichtigung sein.....auch durch drastische Erziehung zum Freundlichsein...aber auch bei Angst reagiere ich schonmal so.
      Oder bei Schock.
      Hm... unbewusste Beschwichtigung, das wäre möglich. Ja, stimmt, bei Angst kam das bei mir auch schon vor.

      Das mit dem schnellen Weinen habe ich nicht so, aber das ist wohl bei jedem unterschiedlich.


      Linnea schrieb:

      Das stimmt. Auch wenn man sogar unaufmerksam sein sollte..das scheint egal zu sein. Manche merken das garnicht.
      Andere sind hingegen zu recht mitunter verletzt.
      Ja, ich denke, ich kann es verstehen, wenn Leute dann verletzt sind, die einem nahe stehen. Aber wenn Fremde einen zuquatschen, machen ja eher die was falsch, meine ich. Also zumindest gehört zu es meinen Wertvorstellungen, dass man mit Fremden keine langen Gespräche anfängt, weil sie das nicht wollen könnten. Aber das kann man vermutlich auch so und so sehen.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • seinn schrieb:

      Aber wenn Fremde einen zuquatschen, machen ja eher die was falsch, meine ich. Also zumindest gehört zu es meinen Wertvorstellungen, dass man mit Fremden keine langen Gespräche anfängt, weil sie das nicht wollen könnten.
      Das sehe ich in der Tat auch so und kann es nicht verstehen.

      Seltsamerweise lassen sich manche zuquatschen...ein extravertierter Aspie redet ganz viel zu anderen, auch Fremden....mir ist das mitunter unangenehm, wenn ich daneben stehe und entferne mich bisweilen,
      aber auch aus Langweile.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Linnea schrieb:

      Seltsamerweise lassen sich manche zuquatschen...ein extravertierter Aspie redet ganz viel zu anderen, auch Fremden....mir ist das mitunter unangenehm, wenn ich daneben stehe und entferne mich bisweilen,
      aber auch aus Langweile.
      Mich zuquatschen lassen geht gar nicht, also dann, wenn nur einer quatscht und ich nichts dazu sagen kann, weil mich das Thema nun gar nicht interessiert oder weil der andere einem keine Chance zum Einhaken gibt. Mir ist das mehr als nur unangenehm und ich entferne mich nicht nur "bisweilen", sondern ich versuche mit allen Mitteln, aus so einer Situation rauszukommen, und sei's mit einem Trick, mit einer Notlüge.

      Ich weiß, dass manche sich dann zurückgewiesen vorkommen. Folge: Ich bin in sozialen Gruppen nicht unbedingt der Sympathieträger Nr. 1.

      "Ich habe mich mein Leben lang für einen ziemlich normalen Menschen gehalten."
      "Das ist eine gefährliche Einstellung."
      (Haruki Murakami, Die Ermordung des Commendatore, Band 2)
    • Linnea schrieb:

      Seltsamerweise lassen sich manche zuquatschen...ein extravertierter Aspie redet ganz viel zu anderen, auch Fremden....mir ist das mitunter unangenehm, wenn ich daneben stehe und entferne mich bisweilen,
      aber auch aus Langweile.
      Ich meinte mit dem Beispiel einen bekannten Asperger, der das tut. Und mit anderen, nicht mit mir. Da wir z.B zusammen in den Botanischen gehen,
      bekomme ich ja mit, wenn er stehenbleibt und so auf Menschen einredet.
      Manchen scheint das nichts zu machen, während mir schon ganz unbehaglich wird.
      Dann geh ich eben öfter weg oder ein paar Schritt weiter, und ich fotografiere und wir treffen uns dann woanders im Garten.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
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    • Möglicherweise habe ich auch keine so ausgeprägte Mimik. Genau weiß ich es aber nicht, doch ernst oder traurig gucke ich nach Einschätzung anderer, die mich nicht so gut kennen, auch.

      "Sie gucken ja immer so ernst." oder "Du guckst ja so traurig".

      Dabei lache ich auch gern und manchmal muss ich auch grinsen, auch wenn ich unterwegs und allein bin, mir was lustiges einfällt. Also müsste es sich eigentlich die Waage halten.

      Mich würde mal interessieren, bei all denjenigen, die geschrieben haben, dass ihre Mimik nicht so ausgeprägt ist: Seht Ihr jünger aus?
      Ein Freund ist jemand, bei dem du dich traust, du selbst zu sein.
      (Pam Brown)
    • Iska schrieb:



      Mich würde mal interessieren, bei all denjenigen, die geschrieben haben, dass ihre Mimik nicht so ausgeprägt ist: Seht Ihr jünger aus?

      Da bin ich mir nicht sicher. Die Leute gucken immer sehr erstaunt und reißen die Augen ganz weit auf, nenne ich mein Alter. Bisher dachte ich, ich sehe älter aus. 2 Ärzte haben mir aber mal vor Kurzem unabhängig voneinander gesagt, dass ich viel jünger aussehe, als ich bin. So 6 Jahre +-2. Ich wurde auch schon mal 15 geschätzt. Aber auch schon mal 30. Tendenziell aber wohl eher jünger, ja.
      Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind. - Sir Arthur Conan Doyle
    • Ich werde für jünger geschätzt seit jeher, obwohl meine Mimik bisweilen zu dolle ist.
      Ich glaube, das ist überhaupt einigen Aspies zu eigen.
      Vermutlich besonders den kindlichen/kindhaften.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
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    • seinn schrieb:

      Ich habe übrigens nicht den Eindruck, dass meine Muskeln bzw. die Reizübertragung schlecht funktioniert.
      Habe ich auch nicht (bei mir). Deshalb seltsam; warum haben wir diese puppenhaften Gesichter?

      seinn schrieb:

      Leider empfinden die meisten Menschen einer Studie zufolge vor allem die Gespräche als angenehmen, in denen sie die meiste Redezeit haben.
      Geht mir persönlich überhaupt nicht so. Ich finde es am besten, wenn die Redeanteile ausgewogen sind. Weil mir ja meist dazu, was mir erzählt wird, etwas einfällt, z. B. aus meinem Erfahrungsbereich, und das möchte ich ja dann auch anbringen. Ich mag es nicht, wenn einer verbal immer so dominant ist. Weder möchte ich dieser dominante Part sein, noch möchte ich so einem dominanten Menschen immer ausgeliefert sein. Ich finde, wer sich wirklich gut versteht, bekommt das auch hin, dass die Redeanteile einigermaßen ausgewogen sind. Es sei denn, man sagt: 'heute bin ich eher ruhig, erzähl man, ich hör trotzdem zu.' oder man hat ganz viel zu erzählen und der andere gerade nicht. Dann sind die Redeanteile auch schon mal unterschiedlich, aber hat trotzdem ein Gefühl von gegenseitiger Aufmerksamkeit.

      Wenn man sich aber ganz lange nicht gesehen hat (wie mit einer Freundin von mir) und dann spricht man nach langer Zeit miteinander und sie erzählt fast ohne Punkt und Komma nur von sich, fühle ich mich auch nicht gerade sonderlich richtig am Platze.
      Wenn ich ganz viel erzähle und mein(e) Gesprächspartner(in) verstummt und sagt fast gar nichts, aber fragt trotzdem noch was dazu, tut es mir auch irgendwie ein bisschen leid, weil ich dann eigentlich auch noch was zum Thema von der anderen Person hören möchte.
      Ein Freund ist jemand, bei dem du dich traust, du selbst zu sein.
      (Pam Brown)
    • Iska schrieb:

      Mich würde mal interessieren, bei all denjenigen, die geschrieben haben, dass ihre Mimik nicht so ausgeprägt ist: Seht Ihr jünger aus?
      Ja. Ich bin (noch) völlig faltenfrei und wenn ich gefragt werde, wie alt bin, wollen die Leute mir das immer nicht glauben und meinen, ich wäre jünger. Meine Cousine sieht mit ihren 29 Jahren älter aus, als ich und als jemand sie mal fragte, ob ich ihre kleine (also jüngere) Schwester sei, war sie stinkbeleidigt. :d
    • Da fällt mir ein, dass meine jüngere Schwester schon recht lange älter aussieht.
      Sie raucht allerdings auch und sonnt sich gerne, evtl spielt das ein Rolle.
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    • Hm...das kommt bei mir nicht in Frage. :d
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
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      C.W. Leadbeater
    • Geht mir auch so, auch mit meiner Stimme. :/ Aber ein guter Kollege meinte zu mir, ich würde gar nichts betonen und immer gelangweilt oder genervt schauen. Also habe ich ein paar meiner Gesichtsausdrücke vor dem Spiegel gemacht... sie sahen alle gleich aus! Mein ganz normales neutrales Gesicht.

      Und ja, ich sehe jünger aus. Wie Anfang/Mitte der Pubertät, dabei werde ich 27. Bin auch klein und zierlich.