Bei Antrag auf gdB Erkrankungen "außen vor lassen"?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Bei Antrag auf gdB Erkrankungen "außen vor lassen"?

      Ich hatte hier vor kurzem einen Beitrag gelesen, in dem es darum ging, dass man bei einem Antrag auf einen gdB auch bestimmte Erkrankungen von der Überprüfung ausschließen könne. Ich habe es so in Erinnerung, dass man dies z. B. aus "taktischen Gründen" machen kann bei Erkrankungen die nicht von Dauer sind. Somit könne man (so wie ich es verstanden habe), verhindern, dass bei einer Überprüfung des GdB sich der GdB erniedrigt.

      Da ich neben dem Asperger und mehreren schweren Persönlichkeitsstörungen (die vermutlich lebenslang Auswirkungen auf meine Teilhabe haben werden) auch Depressionen habe, dachte ich, dass es sinnvoll sein könnte, bei meiner Liste der Einschränkungen für das Versorgungsamt diejenigen wegzulassen, die auf die Depressionen zurückzuführen sind und dem Versorgungsamt den Hinweis zu geben, dass die Depressionen nciht berücksichtigt werden sollen. (meines Wissens nach gibt es in den Antragsvordrucken sogar extra eine Zeile, wo man eintragen kann, was bei der Bewertung nicht berücksichtigt werden soll).

      Die Psychiaterin, der ich das erzählte, reagierte sehr ablehnend auf meinen Vorschlag und dachte zunächst, dass ich wolle, dass sie die Diagnose verschweige. Sie meinte dann, wenn sie vom Versorgungsamt gefragt werde, werde sie definitiv aufzählen, dass ich auch Depressionen habe. Da ich mich bis dahin nicht in das Verfahren eingelesen habe (sondern eben nur hier im Forum das am Rande "aufgeschnappt" (RW) hatte, konnte ich nicht angemessen darauf reagieren.

      • Kann mir jemand einen Link nennen, wo man nachlesen kann, in welchen Fällen es Sinn macht, bestimmte Diagnosen bzw. Einschränkungen (was genau?) nicht im Antrag zu nennen bzw. diese von der Bewertung durch das Versorgungsamt explizit auszuschließen?

      • Kann mir jemand sagen, welche Vor- und Nachteile das in meinem Fall (ich habe die Diagnose mittelschwere rezidivierende Depressionen) hätte?


      Die Psychiaterin meinte, aus dem Wort "rezidivierend" ginge bereits hervor, dass die Depressionen wiederkehrend sind. Deswegen könne der Sachbearbeiter erkennen, dass die nicht verschwinden. Meiner Meinung nach heißt aber "rezidivierend" nicht, dass ich die Depressionen für den Rest meines Lebens haben werde (dann könnte ich mir wirklich gleich einen Strick holen......) sondern nur, dass die bis jetzt mehrmals wiederkamen. Wenn ich mich in den Sachbearbeiter reinversetze, dann liest der "wiederkehrend" und könnte meiner Meinung nach daraus genauso schließen, dass die möglicherweise irgendwann nicht mehr wiederkehrend.

      Demnach ist es doch wahrscheinlich, dass genau die Depressionen bei einem Überprüfungsantrag besonders genau geprüft werden und es ist wahrscheinlicher, dass der GdB herabgesetzt würde, wenn ich wirklich keine Depressionen mehr hätte irgendwann (wer kann schon sagen ob das dann nur eine Phase ist und die wiederkommen? Vielleicht hätte ich wirklich einfach keine Depressionen mehr, weil ich wieder einen Beruf hätte etc.)
      Deshalb würde es für mich Sinn machen, die Depressionen wegzulassen.

      Die Psychiaterin hat mich meiner Meinung nach nicht richtig verstanden und ihr Hinweis im Zusammenhang mit dem Antrag auf den GdB (ich solle die Arbeit denjenigen überlassen, die sich damit auskennen) hat mich noch mehr eingeschüchtert, aber auch sehr wütend gemacht.
      Deshalb will ich es jetzt mit klaren Faken versuchen. Falls es wirklich Vorteile hat, die Depressionen wegzulassen, muss ich das der Psychiaterin doch irgendwie verständlich machen können.
    • Mir erschließt sich nicht, wo für dich der Vorteil liegen soll, die Depressionen wegzulassen. AS alleine führt ja nicht unbedingt zur Anerkennung als Schwerbehinderte. Es wäre demnach sinnvoll, eben auch aufzuführen, was an Komorbiditäten vorliegt. Und wenn die Depris rezidivierend sind, wirst du ja nicht erst seit gestern damit zu tun haben. Ich kämpfe seit 15 Jahren mit Depressionen (more or less).
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!"
      (Kentucky Fried Movie)
    • Ich finde das auch unlogisch. Wenn die Depressionen erwähnt werden, könnten sie ja vielleicht zu einem höheren GdB führen, und wenn sie später wegfallen, wird der GdB eben wieder niedriger. Wenn man sie gar nicht erst erwähnt, ist er gleich niedriger.
      Persönlichkeitsstörungen können btw auch behandelt werden und müssen nicht für immer bleiben.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Shenya schrieb:

      Ich finde das auch unlogisch.
      Ich irgendwie auch.

      FruchtigBunt schrieb:

      Kann mir jemand einen Link nennen, wo man nachlesen kann, in welchen Fällen es Sinn macht, bestimmte Diagnosen bzw. Einschränkungen (was genau?) nicht im Antrag zu nennen bzw. diese von der Bewertung durch das Versorgungsamt explizit auszuschließen?
      Ich weiß nicht ob es sowas gibt. Und wieso man etwas explizit ausschließen lassen sollte? Das wäre ja so wie: "Ich verrate dir jetzt etwas, aber bitte vergiss es sofort wieder."
    • Doch, du kannst etwas weglassen.

      Ob das sinnvoll ist, ist eine anderen Frage. Das siehst du ja offenbar auch so ähnlich.

      Du musst dir vorstellen, dass der Bescheid vom versorgungsamt nichtsw weiter ist als ein amtlich bestätigter Nachweis deiner Einschränkungen. Diese Einschränkungen sind verursacht durch z.B. chronische oder wiederkehrende Erkrankungen - bei letzteren wird i.d.Regel ein Durchschnittswert ermittelt- oder durch Unfallfolgen oder Berufserkrankungen oder wasauchimmer.
      Diese Einschränkungen müssen, um als Behinderung zu gelten, mindestens 6 Monate ununterbrochen bestehen.

      Bei wiederkehrenden Erkrankungen wird wie ich oben schreibe ein Mittelwert "extrapoliert". Da kommt es wie sonst aber auch auf das an, was die Behandelnden (also Ärzte, Psychologen) aus ihren Unterlagen entnehmen und ans Amt schicken.

      Wenn du eine Erkrankung / Funktionsstörung nicht mit aufgenommen haben möchtest, ist das deine Entscheidung.
      Diese Ausnahme wird dann auch nicht mitgewertet.

      Wenn deine Ärzte aber nicht informiert sind, werden sie auch über die ausgenommene Erkrankung etwas schreiben. Du solltest die Ausnahmen also vorher gut besprechen (mit denen, die mit einbezogen sind). Dann sollte es klappen mit dem Nicht-Erwähnen.

      Was
      @DrCarsonBeckett da geschrieben hat, spricht für seine Ehrlichkeit, ist aber teilw. unzutreffend.
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Ach ja, ich vergaß, dass du diesen Bescheid und wenn es ihn gibt, den Ausweis (den gibt es erst ab Grad der Behinderung 50) niemandem zeigen musst, es sei denn, du willst die Vorteile als ArbeitnehmerIn in Anspruch nehmen.
      Oder bei einer Steuererklärung.
      Wenn du es für dein Privatvergnügen machst, ist es doch völlig Wurscht, was drin steht.
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Nun habe ich auch die ersten beiden Abschnitte deines ersten Beitrags gelesen.

      Du kannst es machen, wie du willst, aber grundsätzlich steht es der Behörde zu, jeden Bescheid zu überprüfen! Unabhängig vom Leiden, unabhängig von Nachprüfungsfristen!


      Nur tun die Ämter es meist nicht, nicht einmal stichpunktartig, weil sie knapp mit Personal sind.
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)