Lob und positive Verstärkung

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    • Lob und positive Verstärkung

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      Ich habe gerade etwas gelesen über Therapien erwachsener Autisten, das mich irritiert. Vogeley schreibt, "[...]übliche Verstärkungssignale wie Lob [...] sind wenig bis gar nicht sinnvoll.

      Das empfinde ich bei mir selbst so gar nicht. Ich bin durchaus empfänglich dafür, wenn mir jemand rückmeldet, dass ich etwas gut gemacht habe, richtig gemacht habe, richtig verstanden habe. Ich freue mich über Lob, sehe es als richtungsweisend und gebe es auch meinerseits gerne ab. Es muss ehrlich gemeint sein, aber dann ist es durchaus ein Verstärker für mein Handeln. Natürlich auch außerhalb therapeutischer Situationen.

      Wie seht ihr das? Könnt ihr Lob etwas abgewinnen?
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      Ani schrieb:

      "[...]übliche Verstärkungssignale wie Lob [...] sind wenig bis gar nicht sinnvoll.
      Hmm, dann bin ich wohl doch kein Autist.

      Mir geht es auch so - Lob ist immer gut. Ich kann mir vorstellen dass die Aussage dadurch kommt dass Autisten dazu tendieren, auf Lob eher neutral zu reagieren. Lobst du ein NT Kind wird es vor Freude strahlen, der Autist schaut dich - zumindest nach Lehrbuchmeinung - genau so an wie wenn du ihm gesagt hättest dass er alles schlecht gemacht hat.

      Schwer finde ich für mich oft, Lob richtig zu erkennen / ein zu ordnen. Die klassischen Ausdrücke "das hast du gut gemacht", "super", "danke" werden sowohl zum Loben genutzt, als auch dazu jemandem zu sagen, dass das nicht gut war. Oft ist es auch schwer ein zu schätzen ob das Lob nur aus Höflichkeit kam oder ob derjenige wirklich begeistert ist.

      Ich gehe deshalb oft nach den objektiveren/indirekteren Kriterien um Lob zu erkennen - z.B. dass die eigene Arbeit von anderen verwendet wird, dass andere eine bestimmte Fähigkeit im Nachhinein nochmal ansprechen oder dass meine Hilfe dann auch wirklich das gewünschte bewirkt.

      Leute, bei denen ich weiß dass deren Lob ehrlich gemeint ist habe ich sehr gerne und bei denen ist das für mich dann sogar motivierender als wenn sie mir z.B. Geld geben würden.
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      Ani schrieb:

      Wie seht ihr das? Könnt ihr Lob etwas abgewinnen?
      Ja, aber es muss einer Leistung gelten, die ich als solche anerkenne und sie selbst als wichtig genug einschätze. Ich neige jedoch dazu, meine Aufmerksamkeit auf das zu richten, was ich hätte besser machen können, sodaß die erste Bedingung nicht oft erfüllt wird. Als wichtig schätze ich meine Leistung nur ein, falls ich mindestens an meine Grenzen gekommen bin, was auch nicht jeden Tag vorkommt. Somit bleibt eher selten Lob übrig, das ich gelten lasse - und freue mich dann sehr über das außergewöhnliche Erlebnis. :d
      Achtung, eigene Sprache!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eurich Wolkengrob ()

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      Ani schrieb:

      Ich habe gerade etwas gelesen über Therapien erwachsener Autisten, das mich irritiert. Vogeley schreibt, "[...]übliche Verstärkungssignale wie Lob [...] sind wenig bis gar nicht sinnvoll.


      Was ist denn der Kontext der Aussage? Wird begründet, warum Lob nicht sinnvoll sein soll? Wäre gut, wenn du das noch dazu einbringst.


      Ich könnte mir vorstellen dass eine mögliche Erklärung ist, dass Autisten weniger soziale Resonanz verspüren und die Motivation für eine Tätigkeit daher mehr über die inhaltliche Auseinandersetzung selbst bereitgestellt werden sollte.


      Ani schrieb:

      Wie seht ihr das? Könnt ihr Lob etwas abgewinnen?

      Für mich wäre jedenfalls die Aussicht auf Lob kein "Initialmotivator", ich müsste schon von der Tätigkeit selbst auch überzeugt sein. Bin ich das, freue ich mich auch mal über positives Feedback für das, was ich tue. Ist es eine Tätigkeit, die ich ungern vollführe, motiviert mich Lob hingegen tatsächlich wenig. Erfolgt Lob für relativ kleine und wenig anspruchsvolle Dinge, wirkt das auch schnell lächerlich. Nur bei Kindern vielleicht nicht.

      Generell finde ich die Aussicht auf Dankbarkeit bzw. dass man einem anderen Menschen zur Hilfe sein kann attraktiver. Wenn ich das erreichen kann, ist mir das "Lob" genug, da braucht es keine gesonderte Würdigung meiner Leistung oder Fähigkeiten.


      Ergänzung: Mir fällt beim Nachdenken gerade auf, dass viele Autisten, die ich so erlebe, eher mit dem Loben von anderen Menschen Schwierigkeiten haben (in Feedbackrunden) bzw. das im Alltag überhaupt nicht anwenden. Deckt sich auch mit der Erfahrung, dass Autisten relativ selten persönliche Fragen stellen. Lobt ihr eure Mitmenschen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Willowtree () aus folgendem Grund: Ergänzung

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      Nein kann ich nicht, Lob ist für mich immer etwas seltsam und willkürlich. Als Beispiel: Ich leiste gute Arbeit und der Chef hat gute Laune dann gibt es ein Lob hat er die nicht gibts keins, wenn es schlechte Arbeit ist und der Chef gute Laune hat gibts kein Feedback hat er schlechte gibt es negatives, ein Lob sagt mir persönlich also eher etwas darüber aus in welchem Gemütszustand der Lobende ist statt über das Ziel des Lobes. Jetzt könnte man argumentieren das Lob nur konsequent angewendet werden müsste, jedoch verkommt es dann schnell zu einer Lappalie und nervt weil es Zeit verschwendet. Wenn Lob dann auch noch mit dem Ziel der "üblichen Verstärkung" ausgesprochen wird hört es bei ganz auf denn ich reagiere sehr abweisend auf Manipulationsversuche.
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      Lob kann ich nur annehmen, wenn ich weiß, dass es ehrlich gemeint ist und wenn ich die Leistung, die ich erbracht habe und für die ich das Lob bekommen habe, selber auch für gut befinde. Dann kann ich mich auch richtig darüber freuen, aber ansonsten hat Lob für mich eher einen faden Beigeschmack. Ich selber lobe andere Leute hin und wieder, aber nicht wegen jedem Scheiß (das wäre ja so, als wolle ich mich einschleimen), sondern eigentlich nur, wenn sie (meiner Meinung nach) etwas wirklich gut gemacht haben.
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      Ani schrieb:

      Ich habe gerade etwas gelesen über Therapien erwachsener Autisten, das mich irritiert. Vogeley schreibt, "[...]übliche Verstärkungssignale wie Lob [...] sind wenig bis gar nicht sinnvoll.
      Auf mich trifft das zu. Lob perlt irgendwie an mir ab, oder ich hinterfrage den Wahrheitsgehalt (war das wirklich so gut?). Vielleicht liegt es unter anderem daran, dass die nonverbalen Signale nicht so ankommen, die bei einem NT automatisch dafür sorgen, dass er sich bei Lob gut fühlt, und mehr auf die Sachebene gehört wird?

      Eine gewisse Anerkennung für manche Tätigkeiten, z.B. am ehemaligen Arbeitsplatz, habe ich mir aber schon gewünscht. Der Unterschied ist mir selbst nicht so 100%ig klar. Vielleicht wünsche ich mir eher Anerkennung dafür, dass ich Dinge zuverlässig und zufriedenstellend erledige als ein Lob dafür, wie supertoll ich irgendwas getan hätte. Vielleicht weil ich fürchte, dass damit auch eine Erwartungshaltung daherkommt, dass man das jetzt immer so toll erledigen müsse -> unerwünschter Leistungsdruck. Vielleicht auch, weil die alltäglichen Dinge mich eigentlich die meiste Kraft kosten, und ich außergewöhnlich gute Resultate eher dem Glück als meinem eigenen Verdienst zurechne.

      Willowtree schrieb:

      Ergänzung: Mir fällt beim Nachdenken gerade auf, dass viele Autisten, die ich so erlebe, eher mit dem Loben von anderen Menschen Schwierigkeiten haben (in Feedbackrunden) bzw. das im Alltag überhaupt nicht anwenden. Deckt sich auch mit der Erfahrung, dass Autisten relativ selten persönliche Fragen stellen. Lobt ihr eure Mitmenschen?
      Wahrscheinlich zu selten. Wenn es einem schwerfällt, sich vorzustellen, was für den anderen wichtig sein könnte (-> Theory of Mind), ist es ja eigentlich logisch, dass es auch schwerfällt, sinnvolle persönliche Fragen zu stellen (außer aus eigenem persönlichen Interesse) oder sinnvoll zu loben (gerade, wenn man selbst mit Lob nicht viel anfangen kann).

      Ritualisiert in Feedbackrunden sollte es sich aber irgendwann einüben lassen. Erst kürzlich habe ich gelesen, dass "Komplimente geben" auch beim Geber, nicht nur beim Empfänger die Stimmung heben soll. Ein weiterer Grund für mich, öfter daran zu denken. :) Allerdings zeigte sich die paar Male, als ich mich in letzter Zeit ausserhalb der Familie am Ausdruck von Anerkennung versucht habe, beim Gegenüber auch keine rechte Freude daran. Vielleicht bin ich zu verkrampft oder es liegt an anderen Feinheiten meiner Körpersprache / Mimik / Prosodie, keine Ahnung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Turtle ()

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      Ich kann loben, aber ich muss es ganz rational tun, das läuft nicht automatisch ab. Aber ich bin kein klassischer Lobempfänger, wahrscheinlich weil ich zu perfektionistisch bin, da gibt es eben kein "gut gemacht ", weil ich genau weiß, dass man es noch besser machen könnte. Lob ist für mich deshalb eher ein Anreiz, noch mal einen kritischen Blick auf meine Arbeit zu werfen. Durch Loben denke ich hinterher mehr als vorher, deshalb ist es für mich oft besser, nicht gelobt zu werden.
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      Manche Menschen benutzen Lob dazu, Leute dazu zu bringen, für sie besser zu funktionieren.
      Da muss man dann aufpassen, dass man nicht benutzt wird.
      Wenn mir etwas gut gelungen ist, dann weiß ich das eigentlich auch und das ist mir eigentlich Bestätigung genug. Ein ehrliches Lob ohne Hintergedanken finde ich aber auch OK.

      Gemecker mag ich garnicht, nur sachlich vorgetragene Kritik.
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      Wie in meinem anderen Thread beschrieben bin ich leider sehr, sehr abhängig von Lob und positivem Feedback, ansonsten kann ich gar nicht arbeiten. Ich hatte wohl auch mal als kleines Kind einen Meltdown, weil ich - aus meiner Sicht - nicht genug Lob für meine Bilder bekommen habe.

      Es gibt aber eine Art von Lob, die eher verächtlich ist... wenn man immer eine 6 in Sport hat und sich dann auf eine Note 5 steigert, während alle anderen im Notenbereich 1-2 sind, dann empfinde ich ein Lob gekoppelt mit einem Klatschen der Mitschüler und am besten noch einem aufmunternden "Hey!" irgendwie eher als Hohn.

      Vielleicht funktioniert Lob in manchen Therapie bei Autisten auch nicht, weil - reine Spekulation - die Autisten das Gefühl haben, dass sie für Dinge gelobt werden, die für die meisten Menschen völlig selbstverständlich sind. Wenn der Therapeut sagt "Hey, super, Sie haben es geschafft, sich alleine einen Schuh zu binden und dafür nur 20 Minuten gebraucht!", möchte man dieses Lob vielleicht nicht so gerne annehmen wie bei einer herausragenden Leistung im Bereich des eigenen SI.
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      An mir scheint Lob auch eher abzuperlen.
      Dinge für die ich gelobt werde erscheinen mir häufig selbstverständlich (z.b. Meine Studienleistungen). Daher verstehe ich das Lob nicht. Für mich ist es normal diese Dinge zu tun und nichts ungewöhnliches.
      Häufig bin ich selbst mit dem Ergebnis auch nicht so zufrieden als dass ich ein Lob tatsächlich akzeptieren würde.
      Handlungen die mir hingegen schwer fallen (z.b. wichtige Gespräche, Bürokratie etc.) sind für andere so selbstverständlich, dass sie mir dann kein Lob aussprechen, wenn ich etwas dann doch geschafft habe. Dafür könnte ich ein Lob wohl eher akzeptieren...
      Wobei ich mit Lob auch eher Willkür verbinde, wie schon @Lamse geschrieben hat. Anerkennung kann ich akzeptieren und würde mir wünschen, dass meine Anstrengungen in mir schwer fallenden Bereichen besser gesehen werden.
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      @Ani Es wäre tatsächlich wirklich gut, welchem Kontext (Zusammenhang, Quelle) Du das Zitat von Prof. Vogeley entnommen hast, damit es richtig verstanden bzw. eingeordnet werden kann.

      Allgemein habe ich meinen Sohn betreffend therapeutisch die Erfahrung gemacht, dass Fachkräfte mit Verstärkerplänen arbeiten.
      Soll heißen, erwünschtes Verhalten wird durch „Belohnungen“ verstärkt - so zumindest das Ziel. Z.B. kann er sich Zeiten verdienen, die er mit dem Ipad spielen darf, wenn er uns abends nicht stört. Da gibt es viele Möglichkeiten. Ich denke jedoch auch, dass Lob hier im Sinne eines Verstärkungs-Signals wenig bis gar nicht hilft.

      Bei erwachsenen Autisten ist es vermutlich gänzlich untauglich als Verstärkersignal. Die Beeinflussung autistischen Handelns ist aus meiner persönlichen Wahrnehmung (mich betreffend) am ehesten noch durch die eigene Einsicht möglich. An der autistischen Wahrnehmung ändert das allerdings wohl nichts. Lob tut mir gut, doch bin ich nur begrenzt beeinflussbar. Dies könnte bei autistischen Kindern abhängig vom Alter und Ausprägungsgrad noch anders sein.
      Sohn mit HFA diagnostiziert ...und ich irgendwie ähnlich und doch anders...
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      70Quadrillionen schrieb:

      Allgemein habe ich meinen Sohn betreffend therapeutisch die Erfahrung gemacht, dass Fachkräfte mit Verstärkerplänen arbeiten.
      Z.B. kann er sich Zeiten verdienen, die er mit dem Ipad spielen darf, wenn er uns abends nicht stört.
      Warum klingt das so stark nach ABA?
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      Ani schrieb:

      Das empfinde ich bei mir selbst so gar nicht. Ich bin durchaus empfänglich dafür, wenn mir jemand rückmeldet, dass ich etwas gut gemacht habe, richtig gemacht habe, richtig verstanden habe. Ich freue mich über Lob, sehe es als richtungsweisend und gebe es auch meinerseits gerne ab. Es muss ehrlich gemeint sein, aber dann ist es durchaus ein Verstärker für mein Handeln. Natürlich auch außerhalb therapeutischer Situationen.

      Wie seht ihr das? Könnt ihr Lob etwas abgewinnen?
      :nod: ja, mir geht es da auch so.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )
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      Willowtree schrieb:

      Für mich wäre jedenfalls die Aussicht auf Lob kein "Initialmotivator", ich müsste schon von der Tätigkeit selbst auch überzeugt sein. Bin ich das, freue ich mich auch mal über positives Feedback für das, was ich tue. Ist es eine Tätigkeit, die ich ungern vollführe, motiviert mich Lob hingegen tatsächlich wenig.
      Dito.

      Willowtree schrieb:

      Lobt ihr eure Mitmenschen?
      Naja - in "meiner Kultur" :d ist das eher unüblich. Da gilt "net g'schompfe isch g'nug g'lobt", und die höchste Stufe der Anerkennung ist "net schlecht". Musste ich damals meinen Mitarbeitern bei der Bank ausdrücklich erklären, wie das gemeint war - die Sachsen fanden, "net schlecht" sei doch arg wenig wertschätzend.
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      Kann es sein, dass es hier ein Gefälle zwischen Männern und Frauen gibt? Die Zahlen hier sind natürlich zu klein, um so etwas zu belegen, aber ich meine, aus diesem Thread schon eine gewisse Tendenz herauszulesen.

      Mein Eindruck ist auch, dass weibliche Aspies oft deutlich selbstkritischer sind als männliche.
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      Diamant schrieb:

      70Quadrillionen schrieb:

      Allgemein habe ich meinen Sohn betreffend therapeutisch die Erfahrung gemacht, dass Fachkräfte mit Verstärkerplänen arbeiten.
      Z.B. kann er sich Zeiten verdienen, die er mit dem Ipad spielen darf, wenn er uns abends nicht stört.
      Warum klingt das so stark nach ABA?
      Vermutlich, weil es Elemente aus ABA sind, die hier angewendet werden. - Ich habe als Elternteil nicht die Erfahrung gemacht, dass es so viel gebracht hat, jedoch etwas. ABA wird ja nicht mehr so angewendet, wie es früher einmal war. Eher in einer abgeschwächten Form, ohne körperliche Züchtigung oder ähnlichen Unsinn. Ich halte es jedoch nur bedingt zielführend.
      Sohn mit HFA diagnostiziert ...und ich irgendwie ähnlich und doch anders...
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      Willowtree schrieb:

      Für mich wäre jedenfalls die Aussicht auf Lob kein "Initialmotivator", ich müsste schon von der Tätigkeit selbst auch überzeugt sein. Bin ich das, freue ich mich auch mal über positives Feedback für das, was ich tue. Ist es eine Tätigkeit, die ich ungern vollführe, motiviert mich Lob hingegen tatsächlich wenig.
      dito
      Ich würde z.B. auch nie eine Aufgabe übernehmen, die ich nicht mag, nur um dafür Lob zu "kassieren". Im Gegenteil sage ich sogar, dass ich etwas lieber nicht tun würde, obwohl das natürlich in der Arbeitswelt nicht gern gesehen ist. Ist mir aber wurscht, wenn ich dann die doofe Arbeit nicht erledigen muss.

      Willowtree schrieb:

      Ergänzung: Mir fällt beim Nachdenken gerade auf, dass viele Autisten, die ich so erlebe, eher mit dem Loben von anderen Menschen Schwierigkeiten haben (in Feedbackrunden) bzw. das im Alltag überhaupt nicht anwenden. Deckt sich auch mit der Erfahrung, dass Autisten relativ selten persönliche Fragen stellen. Lobt ihr eure Mitmenschen?
      Andere loben kann ich schon, wenn ich weiß, dass es gerade erwünscht ist wie in so einer Runde. Dann überlege ich mir gerne etwas, womit ich den anderen loben kann. Das macht mir selbst dann Freude, wenn der andere sich darüber freut.

      Ansonsten: ich freue mich, wenn ich gelobt werde - aber wie @Lamse schreibt, es ist halt oft willkürlich, vor allem auf der Arbeit.

      Das Problem mit dem Loben ist bei mir: ich bin in dem Moment überrascht und erfreut (außer, es ist etwas, was ich nicht als lobenswert ansehe), aber das verfängt bei mir nicht. Will sagen, es hat keinen langfristigen Effekt. Man könnte mich wahrscheinlich täglich 10 mal loben, trotzdem würde ich mich nicht daran gewöhnen und plötzlich nach Lob lechzen. Ergo würde ich mein Verhalten auch nicht anpassen, nur, um Lob zu erhalten.
      Das, könnte ich mir vorstellen, ist einer der Gründe, warum der Vogeley schreibt, es sei bei Autisten nicht sinnvoll.

      Mit Komplimenten ist's ähnlich.
      "Ich neige zur Redundanz. Zudem wiederhole ich mich gern." Fishismus

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kleine ()

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      seven_of_nine schrieb:

      Kann es sein, dass es hier ein Gefälle zwischen Männern und Frauen gibt? Die Zahlen hier sind natürlich zu klein, um so etwas zu belegen, aber ich meine, aus diesem Thread schon eine gewisse Tendenz herauszulesen.

      Mein Eindruck ist auch, dass weibliche Aspies oft deutlich selbstkritischer sind als männliche.
      Ich verstehe nicht, wie Du aus den bisherigen Beiträgen zu dieser Schlussfolgerung gelangst.
      Achtung, eigene Sprache!