GdB von 60 ohne Merkzeichen - Zufrieden sein, Widerspruch einlegen oder später Verschlimmerungsantrag stellen?

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    • GdB von 60 ohne Merkzeichen - Zufrieden sein, Widerspruch einlegen oder später Verschlimmerungsantrag stellen?

      Hallo!

      Ich habe grad Post vom Landesamt bekommen. Trotz des Reinfalls mit dem Uralt-Gutachter geben die mir einen GdB von 60, aber leider ohne Merkzeichen. Ich bin mit dem Ganzen grad etwas überfordert und mir unsicher, was ich machen soll. Einfach damit zufrieden sein? Widerspruch einlegen? Oder erstmal abwarten und später einen Verschlimmerungsantrag stellen? Was meint ihr? Was wären die Vor- und Nachteile bei den verschiedenen Vorgehensweisen?
    • 60 ist ziemlich hoch. Das ist ein Erfolg für Dich, der Widerspruch hat sich gelohnt.

      Windtänzerin schrieb:

      Was wären die Vor- und Nachteile bei den verschiedenen Vorgehensweisen?
      Nachteil wäre erneuter Stress und wenig Aussicht auf weitere Erfolge, denn Merkzeichen werden wohl selten vergeben bei einer AS Diagnose. :? So gut kenne ich mich aber damit nicht aus, ich weiss nur von zwei weiteren Personen bei denen das ebenfalls abgelehnt wurde.
    • Glückwunsch Windtänzerin!

      Ich konnte mit meinen Widerspruch nur einen GdB von 50 erreichen.

      Wichtig für dich ist erstmal eine Anerkennung als Schwerbehinderte - ob jetzt 50 oder 60 "dransteht" ist irrelevant.

      Jetzt hast du einige Möglichkeiten, Hilfen in Anspruch zu beantragen, ohne jedes mal deine Einschränkungen auflisten zu müssen. Das verkürzt die Beantragungsphase erheblich.

      Freundliche Grüße

      infla
    • Ich habe ja gerade 50 auch ohne Merkzeichen bekommen und beschlossen, das erst einmal zu akzeptieren. Meine Gründe:

      1. Für die Arge reicht das, damit sie mir weniger Stress machen und evtl. dort noch eine Chance auf eine 'gescheiten' Kurs bekomme.

      2. Die Atteste für die Merkzeichen habe ich noch nicht. Und bis ich die habe, wird einiges an Zeit vergehen (Termine bei den entsprechenden Fachärzten haben wir gestern gemacht - die sind für Januar 2019). Jetzt Widerspruch einlegen, würde nur unnötig Stress verursachen - also stelle ich im nächsten Jahr einen Veränderungsantrag.

      Wichtig für meine Entscheidung: Das Merkzeichen B gibt es nicht mehr allein - dabei wäre es das einzige, welches ich wirklich brauche. Also werde ich mich auf das G konzentrieren und das B quasi zusätzlich beantragen. Und für das G sind halt 'normale' Fachärzte maßgeblich (Orthopäde, Angiologe, Pneumologe, Neurologe in meinem Fall).
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Nach dem Reinfall mit dem Gutachter hatte ich nicht mal mehr mit einem GdB von 30 gerechnet. Das ich dann doch noch 60 bekommen habe, hat mich doch sehr überrascht, denn das war so ziemlich das Letzte, mit dem ich gerechnet hätte. Es ärgert mich, dass ich kein Merkzeichen bekommen habe, denn das wäre für mich echt eine immense Erleichterung gewesen. Meine Betreuerin vom ABW (war grad da) ist sich auch unsicher, was ich machen soll. Einerseits meint sie, dass ich das Merkzeichen B bräuchte, aber sie ist sich auch nicht sicher, ob es sinnvoll ist, wenn ich mir den Stress mit dem Widerspruch antue, weil ich schon wegen des normalen Antrags ziemlich neben der Spur war und meinen Alltag kaum noch geschafft habe. Eigentlich nützt mir ein SBA ohne Merkzeichen nicht viel, aber vielleicht sollte ich mich ja doch einfach mit den 60 ohne Merkzeichen zufrieden geben. Ich weiß es momentan echt nicht. :?
    • Windtänzerin schrieb:

      Eigentlich nützt mir ein SBA ohne Merkzeichen nicht viel, aber vielleicht sollte ich mich ja doch einfach mit den 60 ohne Merkzeichen zufrieden geben.
      Tja - mir nützt er so auch nicht viel (außer bei der Arge, wo ich eh wenig Probleme habe zum Glück). Und dass es das B nicht mehr allein gibt, ist wirklich eine Frechheit. Darum ist der Widerspruch ja auch so kompliziert und ich habe ihn für mich verworfen.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Du hast ein Ziel (SBA) schon mal erreicht. Versuch erst mal ein paar Tage Abstand zu gewinnen und dir dann darüber klar zu werden, ob das jetzige Ergebnis für dich OK ist, oder ob Widerspruch einlegen möchtest. Falls ja, würde ich empfehlen, die User, die hier mit der gleichen Problematik zu tun haben, persönlich zu kontaktieren.
    • Ich denke, wenn du in Widerspruch gehen möchtest für die Merkzeichen, wäre es sicher hilfreich, wenn du Unterstützung von einem Facharzt/ärztin dazu hättest. Du hast ja de facto große Schwierigkeiten mit dem wohingehen, also sollte das (meiner Meinung nach) auch berücksichtigt werden. Ohne eine Begleitung kannst du vieles gar nicht. Ich weiss nicht, ob es bei Merkzeichen auch soetwas wie "Gleichstellung" gibt (oder wie heisst das? beim GdB gibt es soetwas), aber es sollte eigentlich genauso berücksichtigt werden, genauso zählen, egal ob du aus orthopädischen oder aus anderen Gründen nicht wohingehen kannst. Das Resultat ist ja dasselbe, die Einschränkung.

      Das Problem sehe ich dass es schwierig ist das den Gutachtern auch so zu vermitteln. Wenn man es selbst beschreibt oder versucht zu erklären, wird es ja oft nicht ernstgenommen. Wenn ein Facharzt deinen Widerspruch dahingehend unterstützt, und seine Einschätzung dazu schreibt (und begründet), hätte es (denke ich) bessere Chancen.

      Eigentlich muss nicht nur nach Diagnosen geschaut werden, sondern konkret welche Einschränkungen du tatsächlich hast, in deinem alltäglichen Leben. (Und ich denke so könnte man auch argumentieren, warum du die Merkzeichen bekommen müsstest. Diese Einschränkungen hast du ja. Auch wenn es beim "Durchschnitt der AS-Patienten" nicht so ist. Aber es kommt ja nicht auf "den durchschnittlichen Patienten" an sondern eben auf dich und deine Einschränkungen und DAS sollten sie berücksichtigen, nicht nur die Diagnose.)

      Ich bin mir nicht sicher, wie das mit einem Verschlimmerungsantrag wäre. Ich könnte mir vorstellen, dass sich dazu etwas verschlimmert haben müsste. (?)
      Eine falsche Einschätzung (oder eine Nichtbeachtung vorliegender Einschränkungen) bei der ersten Bewilligung stelle ich mir schwierig vor, als "Verschlimmerung" zu "verkaufen" (oder zu begründen). Es war ja auch schon vorher da. -- Aber das bin vielleicht auch nur ich, das mit dem "verkaufen" und "verhandeln" und "Strategien" und so, um etwas zu bekommen, ist ein "Spiel" was ich höchstens in der Theorie verstehen kann. Ich weiss in der Theorie (wenn ich es nicht vergesse), dass vieles so läuft, mit bestimmtem "strategischen Vorgehen" oder so, aber es liegt mir nicht. Also vielleicht wäre auch dieser Weg gangbar, ich weiss es nicht.


      Hast du den GdB 60, den du nun zugesprochen bekommen hast, im "ersten Anlauf" bekommen? Oder war das schon nach Widerspruch?
    • Den GdB von 60 habe ich im ersten Anlauf (also ohne Widerspruch) bekommen. Das mit einem späterem Verschlimmerungsantrag halte ich auch für eher wenig erfolgversprechend. Bleibt also der Widerspruch oder es einfach so zu akzeptieren. Das Blöde ist nur, dass meine Psychiaterin plötzlich meint, ich solle kein Merkzeichen bekommen, da ich mich dann zu sehr auf meine Begleitperson verlassen würde. Sie meint, ich solle es halt allein versuchen. Dumm nur, dass ich genau das schon 40 Jahre lang erfolglos versucht habe. Sie versteht nicht wirklich, dass es ohne Begleitung nicht geht und wird mich dahingehend wohl leider nicht unterstützen. Aber vielleicht kann meine Betreuerin vom ABW sie ja vom Gegenteil überzeugen, denn die kennt mich ja weitaus besser und ist der Meinung, dass ich nicht nur das G, sondern auch das B dringend bräuchte. Jedenfalls wird es ohne Unterstützung meiner Psychiaterin wohl kaum möglich sein, doch noch ein Merkzeichen zu bekommen. Ich fürchte also, ich werde mich mit einem GdB von 60 ohne Merkzeichen abfinden müssen und weiterhin auf gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe größtenteils verzichten müssen. :cry:
    • Nein, die Diagnose hab ich vom ATZ. Von meiner Psychiaterin kommen die Diagnosen Dysthymie und generalisierte Angststörung. Wobei ich an der Angststörung doch stark zweifle, denn ich habe eigentlich nur Zukunftsängste und die liegen (meiner Meinung nach) wohl eher in der Dysthymie und dem Asperger-Syndrom begründet. Schließlich ist es ja nicht so, dass ich nicht gern mal irgendwohin fahren würde. Ich würde liebend gern mal zu einem Staudenmarkt, einem Künstlermarkt oder einer Zierfischbörse fahren. Ich krieg es alleine aber nicht hin, weil ich mit all den vielen Reizen, Eindrücken, der Orientierung und dem, was ich beachten und tun muss, schon so überfordert bin, dass keine Energie mehr für die eigentliche Sache übrig bleibt und ich das dann gar nicht mehr geniessen kann, sondern am liebsten gleich wieder nach Hause fahren würde.
    • Ja. Erst meinte sie, ich solle die Merkzeichen beantragen, aber als es darum ging, dass sie mir ein entsprechendes Schreiben aufsetzen solle, machte sie plötzlich einen Rückzieher. Keine Ahnung, was das soll. Wenn es ginge, würde ich mir einen anderen Psychiater suchen, denn sie hat sich meiner Meinung nach mittlerweile viel zu sehr in der Angststörung verbissen. Ich hab schon mehrfach versucht, ihr zu erklären, dass ich vor solchen Situationen keine Angst habe (sonst hätte ich es ja nicht mein Leben lang immer wieder versucht), sondern dass sie mich einfach nur völlig überfordern, aber irgendwie versteht sie das scheinbar nicht. Das ist so verdammt frustrierend. x(
    • Windtänzerin schrieb:

      aber als es darum ging, dass sie mir ein entsprechendes Schreiben aufsetzen solle, machte sie plötzlich einen Rückzieher.
      Das ist mir auch einmal passiert. Ich glaube irgendwie, dass viele Ärzte ungern Berichte schreiben.

      Windtänzerin schrieb:

      Wenn es ginge, würde ich mir einen anderen Psychiater suchen
      Warum geht es nicht?

      Windtänzerin schrieb:

      denn sie hat sich meiner Meinung nach mittlerweile viel zu sehr in der Angststörung verbissen.
      Denkt sie, dass diese zusätzlich zu Autismus vorhanden ist oder zweifelt sie indirekt an der Autismus-Diagnose?
    • Dungeonmaster schrieb:

      Warum geht es nicht?
      Weil es hier keinen anderen Psychiater gibt, der sich auch nur ansatzweise mit Autismus auskennt und dann auch noch neue Patienten annimmt. Die meisten hören nur Asperger-Syndrom und sagen dann entweder, dass es nur eine Modediagnose sei oder sie keine neuen Patienten mehr annehmen oder sie sich damit nicht auskennen und mich deswegen nicht annehmen können. :nerved: x(

      Dungeonmaster schrieb:

      Denkt sie, dass diese zusätzlich zu Autismus vorhanden ist oder zweifelt sie indirekt an der Autismus-Diagnose?
      Sie denkt, dass die Angststörung zusätzlich zum Asperger-Syndrom vorhanden ist. An der Asperger-Diagnose zweifelt sie nicht (sagt sie zumindest, aber was sie denkt, weiß ich ja nicht). :?