Den eigenen Platz im Leben finden? - Gefühl von Sinnlosigkeit

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    • @Sesambrot Wow, dein Beitrag hat mich etwas erschlagen, muss ich sagen - du fängst ja wortwörtlich beim Urschleim an, bzw. bei der Ursuppe :lol:

      Ich greif mal einen Satz raus, bei dem ich hängengeblieben bin:

      Sesambrot schrieb:

      Alles in allem denke ich nicht, dass das Leben einen großen Sinn hat, außer dem, den man ihm selbst zuschreibt.
      Das konnte ich noch nie nachvollziehen, dass man einer Sache selbst Sinn geben soll - ich kann es nicht richtig greifen, aber es fühlt sich "falsch" an. Ich denke eher, der "Sinn" muss in einer Sache (in einem Lebewesen) bereits vorhanden sein. Wenn ich Angst habe, "meinen Platz nicht zu finden", ist es quasi so, dass meine Existenz von Beginn an sinnvoll ist, ich aber aufpassen muss, dass ich in meinem Leben diesen Sinn nicht verfehle ... ich könnte auch sagen, es hat einen Grund, dass ich "hier" bin - wenn ich aber oberflächlich lebe oder mich meinen Ängsten nicht stelle oder oder oder ... dann leiste ich nicht meinen Beitrag auf der Welt, für den ich "hergeschickt" wurde. Klingt dolle esoterisch und natürlich sind diese Gedanken erstmal irgendwann angelesen worden - aber es gibt bei manchen Gedanken oder Vorstellungen eine Resonanz in meinem Innern, die mich annehmen lässt, dass das Gelesene wahr ist - genauso kann es eine innere Abwehr geben. Ich vertrau da meiner Intuition.
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")
    • Spontan gesagt, geht es mir da ein bisl ähnlich.
      Das kommt irgendwo aus mir und ist sich sicher.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Kleine schrieb:

      @Sesambrot Wow, dein Beitrag hat mich etwas erschlagen, muss ich sagen - du fängst ja wortwörtlich beim Urschleim an, bzw. bei der Ursuppe :lol:

      Ich greif mal einen Satz raus, bei dem ich hängengeblieben bin:

      Sesambrot schrieb:

      Alles in allem denke ich nicht, dass das Leben einen großen Sinn hat, außer dem, den man ihm selbst zuschreibt.
      Das konnte ich noch nie nachvollziehen, dass man einer Sache selbst Sinn geben soll - ich kann es nicht richtig greifen, aber es fühlt sich "falsch" an. Ich denke eher, der "Sinn" muss in einer Sache (in einem Lebewesen) bereits vorhanden sein. Wenn ich Angst habe, "meinen Platz nicht zu finden", ist es quasi so, dass meine Existenz von Beginn an sinnvoll ist, ich aber aufpassen muss, dass ich in meinem Leben diesen Sinn nicht verfehle ... ich könnte auch sagen, es hat einen Grund, dass ich "hier" bin - wenn ich aber oberflächlich lebe oder mich meinen Ängsten nicht stelle oder oder oder ... dann leiste ich nicht meinen Beitrag auf der Welt, für den ich "hergeschickt" wurde. Klingt dolle esoterisch und natürlich sind diese Gedanken erstmal irgendwann angelesen worden - aber es gibt bei manchen Gedanken oder Vorstellungen eine Resonanz in meinem Innern, die mich annehmen lässt, dass das Gelesene wahr ist - genauso kann es eine innere Abwehr geben. Ich vertrau da meiner Intuition.
      Auch einer der Gründe, dass ich so wenige Beiträge verfasse ist, dass ich gerade bei philosophisch angehauchten Fragen in der Regel VIEL zu tief einsteige! :D
      Mag daran liegen, dass ich "in den Raum geworfene" Meinungen schwer einfach so akzeptieren kann, v.a. wenn sie meiner Einschätzung nach mit Argumenten verständlicher dargelegt werden könnten. Fehlt das, entsteht bei mir schnell der Eindruck die Meinung meines Gegenübers kommt daher, dass es demjenigen gerade so in den Kram passt. Vielleicht lege ich meine Ansichten auch deswegen so ausführlich dar.
      Womöglich auch der Grund dafür, dass meine Kollegen was derlei Themen angeht eher ungern mit mir reden. - Aber das mal nur so am Rande...


      Bezüglich deinem "Aufhänger" hört sich das für mich so an, als würdest du versuchen, Determinismus und freien Willen "auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen". Aber vielleicht verstehe ich das ja auch nur falsch.

      Einfach ausgedrückt bekomme ich den Eindruck als seist du der Meinung, dass zwar vorherbestimmt ist, was der Sinn oder Zweck oder Ziel deines Lebens oder wie auch immer man es formulieren mag, vorherbestimmt ist, nicht aber die Tatsache ob du im Stande bist diesen zu erfüllen. Hinzu kommt die Annahme deinerseits, dass du diesen "Sinn" zuerst erkennen/finden musst, bevor du ihn erfüllen kannst.

      Auf "Oberflächlichkeit" und Ängste etc. bezogen, vertreten wir denke ich die selbe Meinung. Auf derlei Dinge beziehe ich mich wenn ich davon rede, eigene Fehler und Schwächen zu erkennen und daraus zu lernen. Tue ich das nicht, kann aus meiner Sicht keine erfüllte Existenz daraus hervorgehen.

      Ich persönlich würde den Sinn der Suche nach dem Sinn des Lebens wie du ihn beschreibst in Frage stellen. Mein Argument diesbezüglich wäre, dass die Zeit und Energie die darauf verwendet wird, womöglich besser investiert wäre zu leben und an sich selbst zu arbeiten. Außerdem scheint mir der beste Weg, etwas zu finden von dem man nicht einmal genau weiß wie es aussehen könnte, verschiedene Dinge auszuprobieren bis es irgendwann vielleicht "Klick" macht, anstatt sich lediglich den Kopf darüber zu zerbrechen wie es denn nun aussehen könnte.
    • Sesambrot schrieb:

      Bezüglich deinem "Aufhänger" hört sich das für mich so an, als würdest du versuchen, Determinismus und freien Willen "auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen".
      ...
      Einfach ausgedrückt bekomme ich den Eindruck als seist du der Meinung, dass zwar vorherbestimmt ist, was der Sinn oder Zweck oder Ziel deines Lebens oder wie auch immer man es formulieren mag, vorherbestimmt ist, nicht aber die Tatsache ob du im Stande bist diesen zu erfüllen.
      Hmmm, ich bin da nicht so bewandert (bzgl. Determinismus). Kann sein, dass du recht hast. Ist das aber nicht z.B. im Christentum auch so? Will sagen, dass das ja nicht "auf meinem Mist gewachsen" wäre.

      Ich bin da keiner "Meinung". Ich weiß nicht, genau so wenig, wie sonst jemand hier, was es mit der Existenz auf sich hat. Es ist eher ein Herausfindenwollen.

      Man kennt doch diese Situationen, wo sich einem eine Möglichkeit bietet und man verschließt sich dieser Möglichkeit - aus allen möglichen Ängsten heraus oder aus purer Bequemlichkeit oder man erkennt die Möglichkeit sogar erst im Nachhinein und damit zu spät, weil man nicht achtsam war ... sowas alles ... Das, könnte ich mir vorstellen, sind diese Wege, die einem "bestimmt" sind - aber wird aber nicht wie eine Marionette geführt sondern muss schon seinen Teil selbst beitragen.

      Sesambrot schrieb:

      Ich persönlich würde den Sinn der Suche nach dem Sinn des Lebens wie du ihn beschreibst in Frage stellen. Mein Argument diesbezüglich wäre, dass die Zeit und Energie die darauf verwendet wird, womöglich besser investiert wäre zu leben und an sich selbst zu arbeiten. Außerdem scheint mir der beste Weg, etwas zu finden von dem man nicht einmal genau weiß wie es aussehen könnte, verschiedene Dinge auszuprobieren bis es irgendwann vielleicht "Klick" macht, anstatt sich lediglich den Kopf darüber zu zerbrechen wie es denn nun aussehen könnte.
      Dem stimme ich zu, vor allem, was "leben und an sich arbeiten" angeht - das mit dem "Klick" glaube ich aber nicht. Also, dass es plötzlich bei einer bestimmten Sache "Klick" macht, jedenfalls nicht, sofern es sich dabei um eine Tätigkeit handelt. Sollte es ein "Klick" geben, dann erwarte ich dieses eher auf der seelischen/geistigen Ebene.

      Ich würde so gern "einfach leben" - aber ich habe immer diese Frage als Gefühl in mir: Was mache ich hier? Warum muss ich hier sein?? Ich fühle mich, als hätte mich jemand (sagen wir, mit dem Auto) von A nach B bringen wollen und auf dem Weg hat derjenige mich "kurz" irgendwo abgesetzt, um etwas anderes dazwischen zu schieben, und nun sitze ich an dieser Stelle und warte und warte, dass derjenige zurück kommt und mich endlich nach B bringt.

      (Oder nicht von A nach B mit Zwischenstopp sondern ein irgendwo ausgesetzt worden sein und nun warten, dass man wieder abgeholt wird - wieder nach Hause geholt wird. Ich denk manchmal, wenn's mir nicht gut geht wegen irgendwas, "Ich will nach Hause!", selbst wenn ich dann gerade zu Hause bin.

      Vielleicht hat es auch nur mit dem Elternhaus zu tun, dass ich mich nicht so geborgen fühlte, wie ich es gebraucht hätte und der Sprung in die Welt, also von zu Hause weg, war viel zu früh gewesen. Keine Ahnung.)
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kleine ()

    • Kleine schrieb:

      Ist das aber nicht z.B. im Christentum auch so?
      Nur bei manchen Spielarten des Protestantismus, v.a. bei den Calvinisten, spielt das heutzutage noch eine maßgebliche Rolle - zu den Feinheiten: Prädestination. War aber, wie man dort auch nachlesen kam, schon immer ein Thema für theologische Diskussionen. Politisch spielte es als "manifest destiny", als göttliche Bestimmung der Weißen im allgemeinen und der US-Amerikaner im Speziellen, den Fortschritt etc. in Form des Kolonialismus zu verbreiten, eine mäßig segensreiche Rolle.


      Etwas überspitzt formuliert der Spruch "jeder ist in seinem Leben zu etwas nütze, und sei es, dass er anderen als abschreckendes Beispiel dient" meine Haltung dazu. Man kann auf ganz unterschiedliche Weise einen Sinn in seinem Leben sehen: rein biologistisch-evolutionär (indem man seinen Beitrag zum Fortbestand der Art liefert - der muss nicht zwangsläufig darin bestehen, seine Gene weiterzureichen, Leistungen, die den Fortbestand der Art insgesamt sichern, zählen da mit), eher gesellschaftlich (indem man den in den eigenen Kräften liegenden Beitrag zur Erhaltung der eigenen Gruppe leistet), familiär (man gibt seinen Kindern etwas mit - am besten eine schöne Kindheit, damit sie unbeschwert ihr eigenes Leben leben können), rein persönlich (der Zweck ist, mit sich zufrieden und im Reinen zu sein, oder beruflich etwas Bleibendes zu hinterlassen) - da gäbe es noch weitere Möglichkeiten, es ist also für jeden etwas im Angebot.
    • Kleine schrieb:

      Hmmm, ich bin da nicht so bewandert (bzgl. Determinismus). Kann sein, dass du recht hast. Ist das aber nicht z.B. im Christentum auch so? Will sagen, dass das ja nicht "auf meinem Mist gewachsen" wäre.

      Ich bin da keiner "Meinung". Ich weiß nicht, genau so wenig, wie sonst jemand hier, was es mit der Existenz auf sich hat. Es ist eher ein Herausfindenwollen.

      Man kennt doch diese Situationen, wo sich einem eine Möglichkeit bietet und man verschließt sich dieser Möglichkeit - aus allen möglichen Ängsten heraus oder aus purer Bequemlichkeit oder man erkennt die Möglichkeit sogar erst im Nachhinein und damit zu spät, weil man nicht achtsam war ... sowas alles ... Das, könnte ich mir vorstellen, sind diese Wege, die einem "bestimmt" sind - aber wird aber nicht wie eine Marionette geführt sondern muss schon seinen Teil selbst beitragen.
      Beim Determinismus handelt es sich um eine These, die davon ausgeht, dass Zustand und Position eines jeden Teilchens im Universum vorherbestimmt ist. Was auch für diejenigen gilt die Teil des Menschlichen Körpers und Gehirns sind, was bedeuten würde, dass so etwas wie "freier Wille" nicht existiert, da die Bewegungen der Elektronen mit denen unser Nervensystem arbeitet, bereits vorherbestimmt sind, somit auch unsere Gedankengänge und Handlungen. In gewisser Weise ist es ein wissenschaftlicher Erklärungsversuch zum Konzept "Schicksal" und bei Weitem nicht unumstritten.

      Das ist ja gerade das Problem mit derlei Fragen, dass es keiner genau weiß oder wissen kann, aber jeder so seine eigene Vorstellung davon hat wie es funktioniert.

      Das philosophische Paradoxon, dass sich für mich dabei ergibt ist folgendes: Wie kann der Weg den ich gehe vorherbestimmt sein und trotzdem meinen "Input" benötigen? Allenfalls hätte ich dann Einfluss darauf wie schnell ich den Weg beschreite, wobei ich auch hier argumentieren würde, dass wenn die Entscheidungen über den Weg den ich nehme und die Möglichkeiten die ich verstreichen lasse vorgegeben sind, wieso sollten es die Entscheidungen darüber, wie viel Zeit ich an einem Punkt meines verbringe nicht ebenfalls vorgegeben sein?


      Kleine schrieb:

      Dem stimme ich zu, vor allem, was "leben und an sich arbeiten" angeht - das mit dem "Klick" glaube ich aber nicht. Also, dass es plötzlich bei einer bestimmten Sache "Klick" macht, jedenfalls nicht, sofern es sich dabei um eine Tätigkeit handelt. Sollte es ein "Klick" geben, dann erwarte ich dieses eher auf der seelischen/geistigen Ebene.

      Ich würde so gern "einfach leben" - aber ich habe immer diese Frage als Gefühl in mir: Was mache ich hier? Warum muss ich hier sein?? Ich fühle mich, als hätte mich jemand (sagen wir, mit dem Auto) von A nach B bringen wollen und auf dem Weg hat derjenige mich "kurz" irgendwo abgesetzt, um etwas anderes dazwischen zu schieben, und nun sitze ich an dieser Stelle und warte und warte, dass derjenige zurück kommt und mich endlich nach B bringt.

      (Oder nicht von A nach B mit Zwischenstopp sondern ein irgendwo ausgesetzt worden sein und nun warten, dass man wieder abgeholt wird - wieder nach Hause geholt wird. Ich denk manchmal, wenn's mir nicht gut geht wegen irgendwas, "Ich will nach Hause!", selbst wenn ich dann gerade zu Hause bin.

      Vielleicht hat es auch nur mit dem Elternhaus zu tun, dass ich mich nicht so geborgen fühlte, wie ich es gebraucht hätte und der Sprung in die Welt, also von zu Hause weg, war viel zu früh gewesen. Keine Ahnung.)
      Dieser "Klick" war nicht zwingend auf eine bestimmte Tätigkeit bezogen. Ich denke, dass kann auch eine Weltanschauung, Glaubensrichtung oder Philosophie sein mit der man sich identifizieren kann und die einem eine gewisse "Grundzufriedenheit" verschaffen kann.

      Um deine Metapher aufzugreifen; wenn du dir nicht sicher bist ob und wann derjenige zurück kommt der dich ausgesetzt hat, wieso wartest du dann noch? Lauf doch einfach los. Selbst wenn du den genauen Weg nicht kennst ist die Wahrscheinlichkeit größer, neue Erfahrungen zu machen und zumindest etwas zu finden das dich deinem Zuhause näher bringen, als in der Wüste auf den Hungertod zu warten. (Überspitzt formuliert)
      Das ist im Prinzip auch wovon ich rede wenn ich sage "leben und an sich arbeiten". Stillstand vermeiden! Und wenn ich mich recht erinnere redest du ja selbst davon.
      Die Frage nach der Richtung in die du los laufen müsstest kann ich dir nicht beantworten, weil ich genauso wenig wie du weiß, welche die Richtige für dich ist. Aber irgendeine Richtung ist besser als gar keine.

      Mir ist bewusst, dass der Mensch ein "Gewohnheitstier" ist und Aspies und Autisten vermutlich noch mehr als der Rest. Deshalb kann gerade der erste Schritt aus einer Umgebung der Unzufriedenheit trotz allem schwierig sein, weil man sich Zwischenzeitlich einfach daran gewöhnt hat. Das soll jetzt nicht heißen, dass man dafür zwangsweise sein gesamtes Leben auf den Kopf stellen muss aber ich denke es Schadet nie, sich hin und wieder neuen Erfahrungen, Weltanschauungen oder Philosophien auszusetzen um zu erkunden ob man sich eventuell mit einer identifizieren kann.

      Ich habe dazu ein persönliches Beispiel.
      Es geht um etwas eher banales und etwas, für das ich bisher leider sporadisch die Zeit/Motivation aufbringen konnte. Zwei Dinge die mir lange Zeit viel zu "esoterisch" vorkamen, für die ich mich in letzter Zeit aber immer wieder interessiere sind Buddhismus und Yoga. Ersteres erscheint mir auf den zweiten Blick mehr wie eine Philosophie als wie eine Religion, zugegebener Maßen habe ich mich noch nicht tiefer mit der Materie beschäftigt aber die grundlegenden Ideen dahinter "sprechen mich an".
      Yoga auf der anderen Seite kam mir nicht nur deswegen immer etwas seltsam vor da recht viel Tradition damit verbunden sein kann die auf den ersten Blick keinen wirklichen Zweck erfüllt aber das reine "in Einklang bringen von Bewegung und Atmung" und die damit verbundene Körperkontrolle die so gelernt werden kann beeindrucken mich dann doch.
    • Ui, ich habe gerade nicht den Nerv dazu, mir den gesamten Thread durchzulesen. Das Thema finde ich allerdings spannend.

      Kleine schrieb:

      Es war anfangs eine Erleichterung, vieles verstehe ich jetzt besser. Aber ich muss sagen, die anfängliche Erleichterung löst sich gerade auf, jedenfalls fühle ich mich im Moment so.

      Ich habe wirklich Angst davor, dass ich NIEMALS meinen Platz im Leben finde - dass ich niemals das Gefühl haben werde: ja, das ist mein Leben und es ist gut, wie es ist. Ich habe eine schreckliche Angst davor, irgendwann auf dem Sterbebett zu liegen und zu denken: Ich hab ja mein ganzes Leben vertan!
      Ich habe Angst davor, nie herauszufinden, wofür ich hier bin - das klingt vielleicht esoterisch, aber ich meine es schon so - ich habe durchaus das Gefühl, dass ich, wie jeder andere, meinen Platz irgendwo habe - und dass ich ihn aber nicht finde.
      Solche Gedanken hatte ich auch mal (überhaupt, vieles was du schreibst, löst so ein "das kenne ich auch!"- Gefühl aus).
      Kennst du das Buch "5 Dinge, die sterbende am meisten bereuen"? Ich kann es empfehlen. Manchmal, wenn ich mit mir hadere, ob eine Entscheidung richtig ist oder nicht, stelle ich mir vor, wie ich, auf dem Sterbebett liegend, an genau diese Situation zurückdenke - und stelle mir vor, was ich dann davon halten würde. Finde ich hilfreich.

      Ansonsten habe ich für mich selbst, die begrenzte Erkenntnisfähigkeit des Menschen berücksichtigend, aber auf praktische Vernunft fokussiert, für mich eine Art Naturgesetz festgeschrieben: Alles hat Sinn.
      D.h., wenn ich gerade das Gefühl habe, dass alles sinnlos ist, mache ich mir bewusst, dass das nur ein Gefühl ist, nicht die Realität, sondern nur etwas, das mein Kopf gerade zusammenspinnt. Meine von mir definierte, funktionale Realität ist: Alles hat Sinn. (klingt vielleicht seltsam, ist aber meine Strategie).

      Ich kenne auch den Gedanken: Wo ist mein Platz? - Das hat für mich aber weniger mit der Sinnfrage zu tun, als damit, eine Nische in der Gesellschaft zu finden, in die ich passe, in der ich meine Stärken ausleben kann und meine Schwächen toleriert werden.
      Was mir da hilft, ist einerseits, klar zu reflektieren, was meine Stärken und Bedürfnisse sind - andererseits hilft es mir, idealistisch zu sein und vor allem, mir langfristige und große Ziele zu setzen. Mein Ziel, auf das ich gerade zuarbeite, ist ganz schön groß und schwierig zu erreichen, aber ich bin total motiviert. Ziele sind extrem wichtig, um den Sinn des eigenen Handelns überhaupt bewerten zu können und Erfolg zu erfahren. Ich habe mich ein wenig damit beschäftigt (mein SI) und kann das Buch zur Lebenszielanalyse von Stavemann empfehlen (ist eigentlich ein Lehrbuch für kognitive Therapeuten).

      Über so etwas wie den Sinn des Lebens generell kann man sich ja auf verschiedene Arten Gedanken machen, aber den Sinn des eigenen Lebens muss wohl jede Person eigenverantwortlich definieren. Ich finde die Frage auch nicht besonders gut gestellt. Man kann sich vielleicht eher die Frage stellen: "Was ist für mich ein erfülltes Leben?" und desweiteren einfach jeden Tag schauen, ob dieses oder jenes Verhalten/Gedanke gerade zu den eigenen Zielen führt, die eigenen Normen bestärkt. Oder auch: Welchen positiven "Abdruck" will ich auf der Erde hinterlassen? Wichtig ist für mich auf jeden Fall, überhaupt Normen und Ziele zu haben, die ich selbst festgelegt habe und die mir wichtig sind, für die ich mich einsetze.
      So Zweifel-Phasen sind da manchmal auch ganz gut, mir zumindest haben sie auch geholfen, mir über so etwas konstruktive Gedanken zu machen.
      je länger ihr sie anseht, desto absurder erscheint die Welt... und jetzt erst... undjetzterst!