Könnt Ihr anderen zuhören? Selbstbezogenheit? Kommunikationsprobleme?

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    • Könnt Ihr anderen zuhören? Selbstbezogenheit? Kommunikationsprobleme?

      Hallo, wie weit könnt Ihr anderen zuhören?
      Wie weit seit Ihr selbstbezogen.
      Habt Ihr Kommunikationsprobleme?

      Habe mit allen 3 Themen richtige Probleme.
      Würde mich bei Gespräche zudem im Detail verlieren, was Gespräche mit mir sehr anstrengend machen würde.

      In der Selbsthilfegrulle kommt es mir vor, dass ich der Einzige bin, der so starke Probleme mit dem zuhören und der Selbstbezogenheit hat.

      Freue mich auf Eure Antworten.
      L. G. Daniel
    • "Hallo, wie weit könnt Ihr anderen zuhören?"
      Hängt von der Person und vom Thema ab und wie sehr ich gerade selbst von etwas okkupiert bin.

      "Wie weit seit Ihr selbstbezogen."
      Ich komme ziemlich selbstbezogen rüber, weil ich jedes Thema irgendwie auf mich beziehe, statt auf den anderen einzugehen. Muss mich da oft zusammenreißen.

      "Habt Ihr Kommunikationsprobleme?"
      Sicherlich, sonst hätte ich keine Diagnose ;)
    • Obwohl ich mich auf andere einlassen will,
      rede ich meistens über mich, was evtl. was mit der Einsamkeit zu tun hat.

      Dazu bin ich bei Gespräche, wo mehrere Personen teilnehmen, schnell nicht mehr aufnahmefähig, so dass ich das akustisch gesprochene, welches ich akustisch verstehe nicht verarbeiten kann und deswegen vieles nicht mitbekomme.

      Könnt Euch vorstellen, dass Ihr in der Staumeldung, raushören wollt, ob Euer Strassnabschnitt betroffen ist und Ihr die Informationen, den Wörtern nicht entnehmen könnt.
      Empfinde es als Verarbeitungsstörung, da ich den Text ja höre.

      Beim sehen genauso.
      Lesen ist eines, das Geschriebene, im Kopf zu verarbeiten, so dass ich das Gelesene kapiere, ist was ganz anderes.

      Gehe mal davon aus, dass beides was mit einer Wahrnehmungsstörung zu tun hat.
      Vielleicht kennt sich hier jemand damit aus.

      Im Arztbericht steht zudem drinnen, mein formale Denken wäre weitschweifig und teilweise danebenredend. Ist es bei Euch auch so?
      Hat Dies was mit Autismus gemeinsam?

      Freundliche Grüße, Daniel1

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Daniel1 ()

    • Momentan merke ich es wieder stark, fühle mich einsam, kann mich aber nicht richtig auf andere Menschen und der Umwelt einlassen, da ich selbstbezogen bin, mehr bin, als ich moechte.
      Moechte mich besser auf andere Menschen und der Umgebung einlassen können.

      Wenn ich spazieren gehe, bekomme ich oft viel nicht mit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Daniel1 ()

    • Tiane- schrieb:

      Ich kann sehr gut zuhören und werde deshalb oft vollgemüllt.

      Kommunikationsprobeme habe ich auch, aber was genau schief läuft kapier ich nicht.
      Genauso geht es mir auch. Vor allem kann ich gut zuhören, wenn mir ein Mensch nahe und wichtig ist. Ich kann dann auch sehr gut auf den Punkt bringen, was den anderen beschäftigt, oft besser, als er oder sie selbst. Ich habe aber das Gefühl, dass es sich dabei nicht um intuitives Verstehen handelt, sondern dass ich so eine Art Rechenprogramm habe, das in Lichtgeschwindigkeit alle wesentlichen Aussagen bündelt und am Ende ein Ergebnis auswirft, das nahezu immer stimmt.
      Was meine sonstigen Kommunikationsproblem angeht, die habe ich definitiv, das merke ich ja an Interaktionen, aber was da genau nicht so läuft, wie es soll, ist schwierig zu benennen. Irgendwann wird das hochfunktional gelernte Kompensieren ja auch zu einer Art Intuition. Ich denke nicht darüber nach, was ich gerade wie mache, wenn ich kommuniziere. Und ich weiß nicht, wie andere das machen, weil ich ja nicht auf die andere Seite gehen und das austesten kann.
    • Daniel1 schrieb:

      In der Selbsthilfegrulle kommt es mir vor, dass ich der Einzige bin, der so starke Probleme mit dem zuhören und der Selbstbezogenheit hat.
      Wahrscheinlich denken die anderen das auch über sich ;) Sagt nur keiner.

      Daniel1 schrieb:

      Würde mich bei Gespräche zudem im Detail verlieren, was Gespräche mit mir sehr anstrengend machen würde.
      Das ist bei Aspies ziemlich normal denke ich. Du bist jedenfalls nicht alleine damit.
    • Ich muss mich schon sehr konzentrieren, um jemand anderen zuzuhören. Das gelingt eher, wenn ich nur mit einer Person spreche und es nicht zuviele Störquellen drumherum gibt. Ich muss „dagegen arbeiten“, dass ich nicht irgendwann eines meiner Themen anschneide (RW), da es mir deutlich leichter fällt, selber über etwas zu sprechen, das mich sehr interessiert bzw. gerade stark beschäftigt. Dann kommen die anderen kaum noch zu reden. Ist natürlich nicht fair und auch nicht befriedigend, da ich auch von den anderen etwas erfahren möchte.

      Sollten mehrere Personen dazukommen und ein wechselseitiges Gespräch mit mehreren Personen stattfinden, kann ich mit der Zeit gar nicht mehr folgen oder verstehen worüber sie reden. Mir gelingt es dann auch nicht, mich auf vernünftige Art einzubringen: Thema „gehört werden“.
      Ich verpasse die richtigen Einstiegspunkte, wann ich geeigneterweise etwas sagen kann oder sollte.

      Insgesamt besteht die Tendenz, dass ich das Thema an mich ziehe oder ich „flüchte“ und bin dann weg, bevor ich immer unruhiger und gestresst werde. Lieber zurückziehen, als irgendwann gestresst zu reagieren.
      Sohn mit HFA diagnostiziert ...und ich irgendwie ähnlich und doch anders...
    • Daniel1 schrieb:

      Wie weit seit Ihr selbstbezogen.
      Selbstbezogen bin ich auch ziemlich. Ich finde das, was ich sage, meistens spannender als das, was andere Leute sagen :oops: und muss mich aktiv daran erinnern, "Empathie" zu zeigen, Rückfragen zu stellen etc.
      Ich habe generell ziemlich Angst davor, für arrogant oder egozentrisch gehalten zu werden (meine Therapeutin benutzte sogar mal das Wort "narzisstisch", das fand ich gar nicht schön).
      Deshalb achte ich sehr aufmerksam darauf, im Gespräch nicht zu selbstbezogen zu sein. Es gibt gewisse Techniken, die da helfen, die man bis zu einem gewissen Grad wie Schemata auswendiglernen und in Gesprächssituationen anwenden kann - wo etwas wie "aktives Zuhören" beispielsweise. Das finde ich ganz hilfreich.
      je länger ihr sie anseht, desto absurder erscheint die Welt... und jetzt erst... undjetzterst!
    • Neu

      70Quadrillionen schrieb:

      Ich muss mich schon sehr konzentrieren, um jemand anderen zuzuhören. Das gelingt eher, wenn ich nur mit einer Person spreche und es nicht zuviele Störquellen drumherum gibt. Ich muss „dagegen arbeiten“, dass ich nicht irgendwann eines meiner Themen anschneide (RW), da es mir deutlich leichter fällt, selber über etwas zu sprechen, das mich sehr interessiert bzw. gerade stark beschäftigt. Dann kommen die anderen kaum noch zu reden. Ist natürlich nicht fair und auch nicht befriedigend, da ich auch von den anderen etwas erfahren möchte.

      Sollten mehrere Personen dazukommen und ein wechselseitiges Gespräch mit mehreren Personen stattfinden, kann ich mit der Zeit gar nicht mehr folgen oder verstehen worüber sie reden. Mir gelingt es dann auch nicht, mich auf vernünftige Art einzubringen: Thema „gehört werden“.
      Ich verpasse die richtigen Einstiegspunkte, wann ich geeigneterweise etwas sagen kann oder sollte.

      Insgesamt besteht die Tendenz, dass ich das Thema an mich ziehe oder ich „flüchte“ und bin dann weg, bevor ich immer unruhiger und gestresst werde. Lieber zurückziehen, als irgendwann gestresst zu reagieren.
      Geht mir genauso, muss mich auch sehr konzentrieren um Gespräche Folgen zu koennen.
      Irgend wann, macht der Kopf irgendwann, trotzdem nicht mehr mit.
      Ich höre akustisch was gesagt wird, kann es aber nicht mehr verarbeiten und kognitive verstehen.

      Gespräche wo indirekt Themen besprochen, umschrieben werden, sind fuer mich auch sehr anstrengend, da ich mir keine Details merken kann die mir als Aufhänger dienen und ich den ersten Abschnitt vergessen habe, wenn ich den zweiten Abschnitt höre.
      Wird mit Probleme des Arbeitsgedaechnises zu tun haben.

      Freundliche Gruesse, Daniel
    • Neu

      Daniel1 schrieb:

      Hallo, wie weit könnt Ihr anderen zuhören?
      Wie weit seit Ihr selbstbezogen.
      Habt Ihr Kommunikationsprobleme?

      Habe mit allen 3 Themen richtige Probleme.
      Würde mich bei Gespräche zudem im Detail verlieren, was Gespräche mit mir sehr anstrengend machen würde.

      In der Selbsthilfegrulle kommt es mir vor, dass ich der Einzige bin, der so starke Probleme mit dem zuhören und der Selbstbezogenheit hat.

      Freue mich auf Eure Antworten.
      L. G. Daniel
      Das kann an Konzentrationsschwäche liegen u.a.
      Als ich Ritalin nahm, war es das einzige, was sich sozial deutlich besserte.
      Edit: Also, ich konnte plötzlich einfach "zuhören", sonst war es eher so, dass ich unglaublich unruhig bin.
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution

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    • Neu

      Daniel1 schrieb:

      Hallo, wie weit könnt Ihr anderen zuhören?
      Wie weit seit Ihr selbstbezogen.
      Habt Ihr Kommunikationsprobleme?
      Ich kann ganz gut zuhören, beziehe aber sehr schnell alles auf mich und fange an, von mir selbst zu sprechen. Tue ich eh viel zu viel. ich versuche, mir das abzutrainieren. In persönlichen Gesprächen klappt das sogar ganz gut. Ich habe mir einfach eine innere Stimme eingerichtet, die mir sagt: "nicht!"

      Ansonsten: Kommunikationsprobleme habe ich natürlich haufenweise. Small talk kann ich zwar, aber nicht wenn ich ein anderes Interesse an einem Menschen habe. Deshalb ist es mir sehr lange, sehr schwer gefallen, eine Partnerin zu finden. Und natürlich missverstehe ich alle Ambiguitäten. Wenn eine Frau etwas von mir wollte, habe ich es meistens nicht verstanden und die Situation verlief im Sand.
      For mash get SMASH!
    • Neu

      Ich kann eigentlich ganz gut zuhören, aber nur augenscheinlich/auf den ersten Blick.
      Was ich selbst erlebe und empfinde, kann ich in allen Einzelheiten und für lange Zeit abspeichern.
      Was ich aber nicht nachempfinden kann, weil ich es nur erzählt bekomme, schafft es nicht in mein Langzeitgedächtnis.
      Daher ecke ich immer wieder an, wenn es jemand als Desinteresse auslegt, weil ich mich nicht mehr an bereits Erzähltes erinnern kann.
      In einer Partnerschaft ist das zermürbend. Ich kann stundenlang von mir erzählen. Wenn mir aber meine Frau was erzählen will, höre ich zwar interessiert zu. Sie kann daran später aber nicht anknüpfen, weil ich mich nicht mehr daran erinnern kann :? .
      In meinem Beruf war diese (Un)Fähigkeit bis jetzt kein Hindernis. Die meisten Patienten, die gerne viel erzählen, erinnern sich eh kaum daran, wem sie welche Erlebnisse und Geschichten bereits erzählt haben.
      Sie können mir also immer wieder das gleiche erzählen. Ich höre immer wieder interessiert zu, weil es für mich immer wieder neu ist :d .
    • Neu

      Knanmel schrieb:

      In einer Partnerschaft ist das zermürbend. Ich kann stundenlang von mir erzählen. Wenn mir aber meine Frau was erzählen will, höre ich zwar interessiert zu. Sie kann daran später aber nicht anknüpfen, weil ich mich nicht mehr daran erinnern kann .
      Das erlebe ich auch so. "Aber das habe ich dir doch erzählt", etc. sind übliche, wiederkehrende Sätze. Ich habe keine Ahnung. Fällt in eine Loch. Manchmal denke ich auch, ich höre zu aber mein Kopf ist ganz woanders. Passiert mir übrigens auch beim Lesen und ich muss dann teilweise ganze Seiten oder Abschnitte neu lesen. Manchmal zwei oder dreimal.
      For mash get SMASH!