Ein Abschluss geschafft. Was nun?

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    • Ein Abschluss geschafft. Was nun?

      Hallo zusammen!

      In meinem letzten Beitrag beschrieb ich meine Schwierigkeiten bezüglich meines
      Hauptschulabschlusses oder auch, die Kraft aufzubringen einen Abschluss
      generell zu machen.

      Ein kleiner Statusbericht:
      Ich blieb das restliche Jahr zuhause und erbrachte dort Leistungen in Form von Hausarbeiten.
      Ich schrieb die Abschlussprüfungen mit und holte einige Arbeiten nach. Was dazu führte
      das ich nun mit stolz sagen kann das ich einen Abschluss geschafft habe! Und zudem wurde
      ich in die 10. Klasse versetzt.

      Nun zu meinem Problem. Meine jetzige Schule hat deutlich klar gemacht, dass sie keine gravierenden
      Leistungen erbringen können um mir das kommende Schuljahr zu ermöglichen.
      Da es dann um den Erweiterten Realschulabschluss ginge, wird es mir nicht erlaubt sein alles zuhause
      aufzuarbeiten, weil das Mündliche fehlt und die vielen Fehltage würden auch eher unschön aussehen.
      Zudem würde ich bei Arbeiten keinen Einzel Raum bekommen.
      Das einzige was die Schulleitung zugesichert hat, ist ein Raum in dem ich die Pausen verbringen kann
      um mich zu regenerieren. Das ist zwar sehr nett, doch hilft es mir nicht gerade viel im Kampf gegen
      die andauernde Lautstärke und die Unfähigkeit mich auf den Lehrer, durch das Geschnatter anderer,
      zu konzentrieren.

      Also habe ich mit meiner Mutter bei der Autismus Ambulanz nachgefragt ob es nicht andere möglichkeiten
      gäbe. Und die gab es! Die Frau, die uns beraten hat und wo ich auch künftig meine Therapie (endlich! :) )
      bekomme, sagte das in der Umgebung eine Privatschule existiert die kleine Klassen hat und sich mit
      Asperger Autisten auskennt. Meine Mutter beantragte es sofort beim Landkreis (Meine Eltern können
      es sich bei 4 Kindern nicht leisten mich auf eine Privatschule zu schicken).

      Nach Monaten hatten wir einen Termin. Die Frau die mich und meine Mutter Empfang, klärte uns auf
      das der Landkreis die kosten nur in sehr seltenen Fällen übernimmt und das alles erst einmal geprüft
      werden müsste. Kurz, keine Privatschule zum neuen Schuljahr.

      Ich war und bin immer noch am Boden zerstört. Ich würde nicht noch ein Jahr an meiner jetzigen Schule
      aushalten. Es ist so frustrierend.

      Ich habe schon eine Berufsschule in Betracht gezogen, doch würde das ein Praktikum beinhalten, dass
      über das ganze Jahr geht. Das kommt leider für mich noch nicht infrage.

      Ich weiß das ich es schaffe einen höheren Abschluss zu meistern, nur hindere ich mich selbst daran und
      jetzt auch noch der Landkreis.

      Mein Traum ist es nach England zu ziehen. Nur schätze ich, werde ich es nicht ohne einen guten Abschluss
      nicht schaffen. Ich wollte versuchen ein Stipendium zu erreichen.

      Viellicht bin auch einfach zu ungeduldig mit mir selbst, aber hat jemand Ideen mir in meiner Lage zu helfen?
      Ich bin dankbar für alle Antworten! :)

      mfg
      Frigga
      My philosophy is:
      It's none of my business what people say of me and think of me.
      I am what I am, and I do what I do.
      I expect nothing
      and accept everything.
      And it makes life so much easier!
      -
      Anthony Hopkins
    • Ps: Ich habe auch schon überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre wenn ich eine Klinik besuchen würde.
      Kennt sich jemand damit aus ob es eine Klinik für jugendliche Asperger im raum Niedersachsen gibt?
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      -
      Anthony Hopkins
    • frigga schrieb:

      Die Frau die mich und meine Mutter Empfang, klärte uns auf
      das der Landkreis die kosten nur in sehr seltenen Fällen übernimmt und das alles erst einmal geprüft
      werden müsste. Kurz, keine Privatschule zum neuen Schuljahr.
      Für mich wurde eine Privatschule damals bezahlt. Vielleicht wurde das diesbezügliche Gesetz geändert.

      Was sind denn diese seltenen Fälle? Vielleicht kommt ja, wenn sie es prüfen, raus, dass sie es für dich bezahlen würden? Warte doch erstmal ab. Du könntest auch noch versuchen, ein Stipendium zu bekommen. Für bedürftige Schüler gibt es das. Sprich halt mal mit der Schulleitung der Privatschule.
      "Sometimes, if we want something we can't have, we try to convince ourselves that we don't really want it."
    • Hallo, grundsätzlich besteht ja in Deutschland eine Schulpflicht. Das Jugendamt und Schulamt müssen dafür sorgen, das alle Kinder beschult werden. Sowohl, dass sie in eine Schule gehen, als auch, dass die Kinder,wenn sie nicht gehen können beschult werden.
      Dies Haupt für dich, du hast ein Anrecht darauf, bis du min 18 Jahre bist oder deinem können entsprechend einen Abschluss hast oder eine Ausbildung.
      Es gibt die Möglichkeit, dass du vom Jugendamt die Privatschule bezahlt bekommst, aber auch, dass du einen Hauslehrer bekommst, der dann 8-10 Stunden zu dir kommt und dich unterrichtet.
      Du könntest dich auch von der Web-individualschule unterrichten lassen. Die kostet aber auch und müsste vom Jugendamt bezahlt werden.

      Ansonsten kannst du dir auch selber die Materialien besorgen, die man für einen Realschulabschluss können muss, diese selbstständig lernen und dich dann zu einer externen Prüfung anmelden, dies muss das Schulamt genehmigen.

      Es gibt viele Möglichkeiten, nur leider wollen viele Ämter Geld einsparen und versuchen deshalb dich von allem abzubringen oder dir solche Auflagen zu machen, die es dir schwer machen, weiter dein zieht zu verfolgen.

      Vielleicht gibt es bei euch in der Umgebung eine Autismusbeauftragte, die euch hilft.
      Alles gute, nicht aufgeben, Bildung und Wiedereingliederung ist dein gutes Recht.
    • frigga schrieb:

      Viellicht bin auch einfach zu ungeduldig mit mir selbst, aber hat jemand Ideen mir in meiner Lage zu helfen?
      Wenn du dich gut motivieren kannst und nicht mehr der Schulpflicht unterliegst, wäre dir vielleicht selbst lernen und der Abschluss im Rahmen einer Immaturenprüfung möglich. Hatte mich damals dazu belesen und es gibt von den öffentlich-rechtlichen (BR glaub ich) auch das Telekolleg, das dahingehend einiges an Materialien bereit stellt, die Videos sind teilweise auch auf Youtube zu finden.

      Ansonsten wäre vielleicht eine Art Berufsschule was für dich? Auch wenns nervt, aber wenn du dich völlig abkapselst und mit niemandem mehr Kontakt hast, fällt es dir vielleicht auch schwerer, dich auf andere einzustellen und zu lernen, wie du mit anderen Menschen umgehen kannst/musst und wie es dir selbst dabei geht, also dich selbst und deine Grenzen besser kennen zu lernen. Wenn man jung ist, wird einem normabweichendes Verhalten auch eher nachgesehen, als wenn man sich mit 30 noch unangepasst verhält.
      (Klammerfreak) :d
    • @frigga

      Ich habe am Rande mitbekommen, dass z. B. Volkshochschulen und städtische Träger Kurse anbieten, wo man Schulabschlüsse (in deinem Fall Realschule?) nachmachen kann. Wer da die Kosten trägt, weiß ich nicht.

      Es gibt auch online-Bildungsträger (ohne Werbung machen zu wollen, aber ich hatte mich z. B. über die WBS Training GmbH informiert), die per online-Unterricht Weiterbildungen anbieten. Ich glaube, da kann man auch Schulabschlüsse nachmachen und zwar online. Vielleicht kommt dir das entgegen? Wenn du aufgrund einer Behinderung so eine Schulform brauchst, wird das sicher das Amt übernehmen. Aber das wird vermutlich auch über einen Antrag laufen.

      Kann man nicht im Rahmen einer einstweiligen Verfügung schonmal an der Schule anfangen? Da muss es doch verwaltungsrechtlich eine Lösung geben. Oder so etwas ähnliches wie eine "Vorab-Entscheidung" bzw. dass ihr die Kosten schonmal vorstreckt, bis das Amt entschieden hat.
    • frigga schrieb:

      Ich blieb das restliche Jahr zuhause und erbrachte dort Leistungen in Form von Hausarbeiten.
      Ich schrieb die Abschlussprüfungen mit und holte einige Arbeiten nach. Was dazu führte
      das ich nun mit stolz sagen kann das ich einen Abschluss geschafft habe! Und zudem wurde
      ich in die 10. Klasse versetzt.

      Herzlichen Glückwunsch hierzu!!! Klingt, als hättest du sehr viel investiert, um das zu schaffen - kannst sehr stolz auf dich sein und den Erfolg dieser Etappe erstmal genießen :o :thumbup: :thumbup: :thumbup:
      (gerade am Durchlaufen einer zweiten, intensiven Diagnostik, daher Status zunächst auf VA "zurückgesetzt")
    • Morgenstern schrieb:

      Was sind denn diese seltenen Fälle? Vielleicht kommt ja, wenn sie es prüfen, raus, dass sie es für dich bezahlen würden?
      Das Schuljahr steht kurz bevor und diese Prüfung würde Monate wenn nicht sogar ein Jahr dauern.

      Mama4 schrieb:

      Es gibt die Möglichkeit, dass du vom Jugendamt die Privatschule bezahlt bekommst, aber auch, dass du einen Hauslehrer bekommst, der dann 8-10 Stunden zu dir kommt und dich unterrichtet.
      Bei uns ist es so das, dass Jugendamt die Zustände prüft und es dann an den Landkreis weitergibt. Die entscheiden dann ob es bezahlt wird.
      Das mit dem Hauslehrer weiß ich nicht ob das hier geht, aber ich werde es überprüfen! Danke

      Mama4 schrieb:

      Vielleicht gibt es bei euch in der Umgebung eine Autismusbeauftragte, die euch hilft.
      Ja! Wenigstens wurde meine Therapie genehmigt. Fr.L hilft mir nun bei allem :) und berät mich wie es weitergehen kann.
      Ich werde jetzt erst mal pausieren und meine Therapie machen.
      Wirklich zufrieden bin ich damit nicht, aber ich weiß einfach nicht was ich sonst machen sollte.

      Danke für all euer Beitrag! :)
      My philosophy is:
      It's none of my business what people say of me and think of me.
      I am what I am, and I do what I do.
      I expect nothing
      and accept everything.
      And it makes life so much easier!
      -
      Anthony Hopkins
    • Hat die öffentliche Schule es schriftlich gegeben, dass die keine autistengerechte Beschulung machen können?
      Ist das die einzige öffentliche Schule in der Nähe?

      Wenn das öffentliche Schulsystem die Inklusion nicht leisten kann, aber eine Privatschule schon, dann muss diese als Eingliederungshilfe bezahlt werden. Das müsste sogar als einstweilige Anordnung nach § 123 VwGO möglich sein. Die ist sogar vor einer Entschiedung im Verwaltungsverfahren möglich.

      Die Prüfung darf auch nicht Monate dauern, sondern maximal 6 Wochen (2 Wochen für die Zuständigkeitsprüfung, dann 3 Wochen Entscheidung ohne Gutachten oder 2 Wochen für das Gutachten erstellen und dann 2 Wochen für die Entscheidung.) So geregelt in § 14 SGB IX.
    • Wenn Du den Hauptschulabschluss hast kannst Du (in BW) in die zweijährige Berufsfaschschule, um den mittleren Abschluss in 2 statt einem Jahr zu machen. Hat nur wenige Praktika, gibt es in verschiedene Richtungen und Berufsschulen sind in BW an diverse Behinderungen gewöhnt, weil die "normalen" Schulen diese SuS gerne an die Berufsschulen abschieben. 2BF gibt es in Richtung Gesundheit und Pflege/Metallbau und Elektronik/Hauswirtschaft...
      Alternativ musst Du wegen der Schulpflicht (in BW) auf jeden Fall nach dem Hauptschulabschluss ein Berufsschuljahr machen, das wäre dann BEJ (Berufseinsteigerjahr). Sind meist eher kleine Klassen, weil da eigentlich nur SuS mit Vermittlungsschwierigkeiten diverser Art (Autismus, Depression, Mutismus....) drinnen sind. Vom BEJ kann man dann (auch Schulintern) in BF wechseln. Von BF geht es dann ins dreijährige Berufliche Gymnasium oder ins einjährige oder zweijährige Berufskolleg (Fachabi).

      Wenn Du also bisher keine Schule hast, musst Du hochstwahrscheinlich, wegen der Einjährigen Berusschulpflich, auf jeden Fall ins BEJ an einer Beruflichen Schule. Schau lieber, welcher Zweig für dich der geeignetste ist.
      Spezialgebiet: Biologie / Genetik. Alles lässt sich irgendwie biologisch begründen und belegen.

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