Übt ihr? Umgang mit "Gelerntem" aus Therapie, Beratung, Kursen,... .

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    • Ich will halt nicht, dass Leute denken, "ich wolle nicht". Also wie als wenn jemand einen Rat gibt und es dann sein lässt, einen neuen zu geben, weil sich eh nichts ändert. Das fühlt sich beschissen an. ...Denn es ist ja nicht so.
      ...und es gab ja gute Gespräche. Nur das Umsetzen ist so schwer... .
    • Ich fühl mich immer noch anders. Ich weiß nicht, woran es liegt, warum manche "Dinge" nicht gelingen, warum Manches so schwer ist. Manchmal will ich es einfach nicht mehr aushalten. Wo ist eigentlich die Lösung? Gibt es Sie? Was tun?
      Ich hab mir heute einen Tag Ruhe von bestimmten Aktivitäten verschrieben. Ein bisschen fühlt es sich wie "aufschieben" an. Gedanken sind da, Gefühle sind da. Lösungen? Wo? Wann?
    • Darlina wrote:

      Ich weiß nicht, woran es liegt, warum manche "Dinge" nicht gelingen, warum Manches so schwer ist.
      Sind das überhaupt wichtige Dinge, die du können musst? Es gibt vieles, was ich nicht kann und wo ich beschlossen habe, dass ich das auch nicht können muss oder will.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Leseratte wrote:

      Darlina wrote:

      Ich weiß nicht, woran es liegt, warum manche "Dinge" nicht gelingen, warum Manches so schwer ist.
      Sind das überhaupt wichtige Dinge, die du können musst? Es gibt vieles, was ich nicht kann und wo ich beschlossen habe, dass ich das auch nicht können muss oder will.
      Hm, jetzt habe ich das Zitat verschachtelt im Beitrag. Nun ja... .

      Hallo Leseratte!

      Ich musste über Deine Frage erstmal nachdenken. Es gibt durchaus Dinge, die ich nicht tun können muss. ...und es gibt Dinge, da wäre es okay, wenn ich sie nicht könnte, wenn ich das passende Umfeld dafür hätte.
      Als ich das gestern schrieb, ging es mir vor allen Dingen um Arbeit und Kontakt. Wenn ich eine feste Arbeit habe, die zu mir passt und ein stabiles, soziales Umfeld, fällt Manches leichter und nicht so ins Gewicht.
      Ich weiß nicht, warum ich zwar Freizeitkontakte und eine Herkunftsfamilie habe, aber keine eigene und so gut wie nichts, was ich Freundschaft nennen würde. Kontakte ja, aber Freundschaft?...und so etwas hilft doch auch, inneren Halt zu bekommen und mit manchen Dingen besser zurecht zu kommen. Nicht nur später.
      ...und das mit dem Job: Ich hatte durchaus schon Stellen und mein Bildungsweg ist nicht gering. Nur lande ich immer wieder in befristeten Stellen und das bringt weder finanziell, noch innerlich Halt (und den brauche ich).
      Es laugt mich aus, derzeit und ich weiß nicht "wie weiter".
      Wenn ich Leute frage, warum es bei denen anders ist, können Sie meistens keine Antwort darauf geben und auch von mir denkt man eher nicht, dass es so ist, wie es ist. Also nach Außen wirke ich nicht seltsam und das mit der Arbeit hat sicher auch was mit dem Bereich und der aktuellen Arbeitswelt zu tun. ...aber ich weiß nicht, wie ich es ändern kann. ...und manchmal, wenn ich so Leute draußen sehe, die mit mehreren, Familie, etc. unterwegs sind, dann frage ich mich, was da bei mir so anders ist (und finde genauso wenig eine Lösung darauf, wie manch anderer, den ich schon gefragt habe).

      Soweit erstmal. Einen schönen Montag wünsche ich noch.
    • Darlina wrote:

      und manchmal, wenn ich so Leute draußen sehe, die mit mehreren, Familie, etc. unterwegs sind, dann frage ich mich, was da bei mir so anders ist (und finde genauso wenig eine Lösung darauf, wie manch anderer, den ich schon gefragt habe).
      Leider ist das ja die ultimative Frage im Autismus.

      Ich habe mich auch immer gefragt, was an mir so anders ist, dass ich z.B. Freundschaften immer wieder verliere ohne den Grund zu verstehen (natürlich wurde nie einer genannt). Inzwischen weiß ich von einer Freundin mit hoher emotionaler Intelligenz, dass ich z.B. damit auffalle (und offensichtlich andere nerve!), dass ich in Gesprächen nur inhaltlich vollständig antworte... also mein Gegenüber mit fachlicher Tiefe überfordere. Aber ich habe das noch nie bemerkt! Desweiteren falle ich komisch damit auf, was für Filme ich gucke und was ich an denen toll finde. Das scheint ungewöhnlich zu sein, weiß der Teufel warum... Ich glaube, dass es diese "unbenennbaren" Dinge sind, die andere irgendwann wieder vertreiben. Und ändern kann ich diese Dinge nicht, weil sie ja mein Ich ausmachen. Gut, ich halte mich oft schon zurück, wenn mich jemand etwas fragt, oder schwärme eben nicht mehr von Filmen. Das ist aber... doof.
    • aber nochmal zur Ausgangsfrage:

      Darlina wrote:

      ich wollte mal fragen, wie ihr mit Tipps und Ideen aus Therapie, Beratung und Kursen umgeht: Probiert ihr Dinge aus, die ihr erfahren habt und übt ihr dann regelmäßig?
      Mir fällt das schwer. Ich hab mal in einer kreativen Therapieform ein Ritual mitbekommen, wobei vorgeschlagen wurde, dass ich es regelmäßig mache. Ich habe es versucht, dann ließ es nach.
      Als ein anderes Beispiel: Ich kenne viele Entspannungstechniken, aber mache sie nicht regelmäßig.
      Kann man wirklich nur dadurch, dass man sich regelmäßig einen Schutzraum vorstellt (als weiteres Beispiel), es so hinbekommen, dass einen Dinge, Geräusche,...nicht mehr so stören?
      Ich habe viel ausprobiert und sehr viel geübt. Bis es saß. Aber natürlich nicht alles und nicht mehrere Dinge auf einmal. "in die Augen gucken" habe ich gelernt durch langes Üben (ich muss immer noch mal wieder nachüben). Ebenso Telefonieren. An Konferenzen teilnehmen. Krisengespräche führen. Etc.

      Bei mir klappt nur eine Entspannungstechnik (die anderen passten einfach nicht zu mir!): Ich atme bewusst regelmäßig und stelle mir vor, um mich herum eine Flamme zu bilden. Dass ich also in der Flamme bin (ich stelle mir immer eine Kerzenflamme in Groß vor) und sie mein Schutz ist. Manchmal geht es sofort, manchmal brauche ich mehrere Versuche. Und diese Flamme halte ich bewusst, bis es mir besser geht. Nicht jeder mag Feuer als Schutz, man kann sich auch eine Blase um sich herum vorstellen oder sonstwas.

      Wenn ich durch autistischene Stress mega geräuschempfindlich geworden bin, blende ich einfach alles um mich herum aus. Das geht beim Lesen eines Buches, beim gucken eines Filmes, beim aus dem Fenster starren und ganz besonders gut beim Beobachten von Tieren (Vögel z.B.) WIE ich das Ausblenden mache, weiß ich allerdings nicht zu beschreiben...
    • Das ist leider eine Frage, auf die es keine wirklich zu Frieden stellende Antwort gibt.
      Diese Frage stelle ich mir auch oft, habe sie auch schon oft anderen gestellt und wurde dann entweder komisch angeguckt oder bekam keine wirkliche Antwort.

      Das mit dem Job, kann ich verstehen. Aber darauf hast du nur bedingt einen Einfluss. Ich hatte auch in meinen letzten Jobs immer nur über Zeitarbeit gearbeitet, aber einmal wurde ich übernommen. Also hat sich aus einem schlechten, etwas gutes entwickelt.
      Das kann auch bei dir passieren.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • Danke Euch.

      Chch wrote:

      Und ändern kann ich diese Dinge nicht, weil sie ja mein Ich ausmachen. Gut, ich halte mich oft schon zurück, wenn mich jemand etwas fragt, oder schwärme eben nicht mehr von Filmen. Das ist aber... doof.
      Ja, das kann ich verstehen, weil man sich ja dann mit etwas, was einem interessiert, zurück hält. Bis zu einem gewissen Grad mag das in Ordnung sein, aber wenn man, als Beispiel, das gar nicht äußern "dürfte"?
      Ich weiß manchmal nicht, ob ich das, was ist, ändern kann. Ich mach schon lange Therapie, hatte zwischendurch immer mal wieder Beratung,...immer wieder auf der Suche nach Lösungen für mich. Ich bekomme viel alleine hin, kann mich mit Leuten austauschen, habe meine Gruppen. Ich hatte zwischendurch auch so etwas, was ich Freundschaft nennen konnte, aber jetzt ist es eher Bekanntschaft, was ich habe. Also da sind durchaus nette Sache bei, die da sind, aber ich weiß nicht, ob ich das Freundschaft nennen kann. Ist sicher auch eine Definitionssache und die ist bei mir eher eng.
      Das Berufliche hat sicher auch viel mit der Außenwelt zu tun, bei mir. ...aber manchmal frage ich mich, wieso ich beruflich noch nicht angekommen bin, wieso ich kein festes soziales Netzwerk/Familie habe. Es sind Kontakte da - kein Zweifel. ...aber es ist was Anderes, als wenn man nen guten Job, ein stabiles, soziales Netzwerk, Familie hat. ...und manchmal weiß ich nicht, ob ich noch mehr machen muss, "falsch Therapie gemacht" habe oder was sonst los ist.
      Mit diesem "Diffusen" - man weiß nicht, was los ist und warum man so ist, fühle ich mich hier vielen Leuten nahe. Andere Dinge gibt es dann, die bei mir nicht so sind. Ob ich nun Aspi bin oder doch Anders? Ich weiß es nicht.
      Es gibt jedenfalls in diesem Forum Vieles, was ich erlebe, aber auch so Einiges, was bei mir Anders ist. Keine Ahnung, was da(s) ist.

      Chch wrote:

      Dass ich also in der Flamme bin (ich stelle mir immer eine Kerzenflamme in Groß vor) und sie mein Schutz ist. Manchmal geht es sofort, manchmal brauche ich mehrere Versuche. Und diese Flamme halte ich bewusst, bis es mir besser geht. Nicht jeder mag Feuer als Schutz, man kann sich auch eine Blase um sich herum vorstellen oder sonstwas.
      Das kenne ich. Also das mit der Blase. Das mit der Flamme kannte ich nicht. Schön hier jemanden zu finden, der das auch kennt!!!! :]
      Vielleicht übe ich zu selten. Ich nutze die Übungen eigentlich nur, wenn sie mir einfallen. ...aber ich übe nicht täglich oder so.
      Ob das "falsch" ist?
      ...Ich vergess das dann wieder... .

      Chch wrote:

      WIE ich das Ausblenden mache, weiß ich allerdings nicht zu beschreiben...

      Schade. Das wäre vielleicht etwas gewesen, wo ich für mich weiter gekommen wäre. Also zumindestens, wenn man das bewusst ausblenden, sich dafür entscheiden kann. Wenn ich mich konzentrieren muss und ich hab zuviele Nebengeräusche, brauche ich mittlerwele Ohropax und selbst durch die höre ich manches durch.

      DrCarsonBeckett wrote:

      Diese Frage stelle ich mir auch oft, habe sie auch schon oft anderen gestellt und wurde dann entweder komisch angeguckt oder bekam keine wirkliche Antwort.
      Ja. Ich glaube, sie wissen es selber nicht. "Es geht einfach". Das ist ja auch gut. Nur wäre es schön, wenn es dann bei anderen auch "einfach gehen" könnte.

      Das mit dem Job: Da hilft wohl nur weiter suchen und gucken, wie lange man durch hält.
    • Darlina wrote:

      Vielleicht übe ich zu selten. Ich nutze die Übungen eigentlich nur, wenn sie mir einfallen. ...aber ich übe nicht täglich oder so.
      Ob das "falsch" ist?
      ...Ich vergess das dann wieder... .
      Das würde mir auch so gehen, wenn ich mir keine Aufgabenkärtchen machen würde :)

      Für jede Übung, die ich täglich machen will, habe ich eine kleine Karteikarte. Da steht nur das Stichwort drauf. Diese Karten hängen am Badezimmerspiegel. Oder mal in der Küche. Oder am Rand des Bildschirmes. Oder sind in meiner Jackentasche, in der mein Schlüssel ist. Manchmal habe ich auch eine Sammelkarte mit mehreren Stichworten, die als Lesezeichen im Buch dient (wenn ich im Zug auf dem Weg zur Arbeit bin, lese ich immer).
    • Ui, Du übst gleich mehrere Sachen täglich? Ich hab eben mal wieder autogenes Training gemacht, weil mich die Situation mit Arbeit/Finanzen so anstrengt, dass ich richtigen Druck auf dem Kopf hatte. Es hat auch funktioniert. Ich übe es nur nicht regelmäßig.
    • mehrere Sachen nur, wenn sie nur zum "nachüben" sind. Wenn ich sie einzeln erfolgreich geübt habe und nur noch ein Rest Festigung nötig ist.


      Was möchtest Du eigentlich gerne üben? Außer Entspannungstechniken?
    • Möchten,...hm. ...Also meine Therapeutin sprach z.B. man von Schutzübungen, so dass einen Sachen von Außen nicht so verletzen, beschäftigen,etc. . ...und auch etwas, womit ich nervige Geräusche außen lassen kann (Bahn, z.B.).
    • Naja, so ne Schutzblase um sich herum oder mit den Armen so Kreise um den Körper rumfahren. ...oder sich vorstellen, man sei ein Berg und das Wetter sei einem egal...man stünde immer noch da.
      Das funktioniert bei mir als Bild recht gut, nur in Situationen, wo ich in Kontakt bin oder Geräusche von draußen höre, nicht.
      Heute hat draußen jemand die Sträucher gestutzt. Ich habe das selbst mit Ohropax gehört. Mich hat das gestört, weil ich nicht weg konnte und mich nicht konzentrieren konnte. Also war das auch nicht Erholung, die ich brauchte.
    • Vielleicht hat das mit dem regelmäßigen Üben vor allen Dingen auch mit bewussten dafür entscheiden zu tun. Fragt sich, wo die Motivation her kommt.
      Also wie, dass man sich bewusst entscheidet, Obst zum Frühstück zu essen, anstatt Kuchen, obwohl einem grade nach Kuchen ist.
    • Mir wurden schon in der Kindheit wegen diverser Diagnosen Entspannungsübungen empfohlen, sodass ich schon eine Aversion dagegen entwickelt habe.
      Als Jugendliche sollte ich in einer Gruppe autogenes Training machen. Scheinbar war ich die Einzige, die dabei jemanden schnarchen hörte. Ich bekam echt Probleme, weil ich mich nicht traute, zu lachen. :oops:
      Daraus schloss ich, dass ich etwas mit mehr Action brauchte, z.B.Qi Gong. Aber auch da blieb ich nicht dabei...
      Erst vor Kurzem (mit 40 Jahren!) kam ich durch Achtsamkeitstraining drauf, dass ich jede Übung als zusätzliche Belastung sehe (noch etwas, das ich tun muss...), und mich sehr schuldig fühle, wenn ich sie nicht gemacht habe. Dadurch sind dann die Übungen für mich noch negativer belastet, wodurch ich sie noch seltener mache. Ein Teufelskreis! :m(:
      Ich versuche jetzt, mich und andere nicht mehr so oft negativ zu bewerten. Aber das ist noch ein langer Weg...
    • Radlerin wrote:

      dass ich jede Übung als zusätzliche Belastung sehe (noch etwas, das ich tun muss...),
      Das kann ich gut verstehen. Dieses "jetzt auch noch tun müssen", "Sich auch noch drum kümmern müssen" kenne ich auch. ...und dann wird aus etwas mitunter recht Nettem doch noch ein "Muss". Ist wie mit dem Abnehmen manchmal,...muss man sich auch drum kümmern, dass man das Richtige isst.

      Schuldig fühlen tue ich mich da aber eher selten.

      Radlerin wrote:

      Ich versuche jetzt, mich und andere nicht mehr so oft negativ zu bewerten. Aber das ist noch ein langer Weg...
      Das ist ne gute Idee. Sich dabei Zeit lassen und: Je mehr Druck, desto schwieriger wird es mitunter, dass Ziel zu erreichen.