Probleme mit Behörden, was dürfen die bestimmen?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Probleme mit Behörden, was dürfen die bestimmen?

      Ich habe seit längerem ein Problem mit verschiedenen Behörden. Wir haben eine Eingliederungshilfe beantragt und mussten das ganze letzte Jahr immer wieder neu durch Gutachten beweisen, das wirklich eine Bedürftigkeit besteht. Dachten nun sei endlich alles geklärt und jetzt kommt eine sozialpädagogin dazu zu meinen, er wären zu krank um diese Maßnahme ohne Klinikaufenthalt vorher zu schaffen :m(: .
      Sie fällt also von der anderen Seite vom Pferd. Was wir bei den ganzen Gesprächen mit ihr, aber vorher so nie gesagt bekommen haben.
      Jetzt haben wir Angst, dass wir nun wieder in der beweispflicht sind und Gutachten über uns ergehen lassen müssen, die beweisen, dass es so geht, bzw ein Klinikaufenthalt kontraproduktiv ist.
      Dies hatte der Psychiater auch schoneinmal so geschildert, aber dies scheint sie nicht zu interressieren. Sie meint es doch auch nur wieder gut und will uns helfen, die Last von unseren Schultern nehmen...

      Wir haben unseren Anwalt gefragt, der meinte, keiner kann einfach so bestimmen, dass jemand in eine Klinik muss, aber sie können schon auf Gutachten bestehen.
      Aber wie kann es denn sein, das die sich das so rausnimmt? Der Anwalt meinte auch, das diese Aussage ihr überhaupt nicht zusteht. Nur wenn sie bei dem Amt ersteinmal gelesen wird, könnte es halt gut sein, dass sie auf diesen Zug aufspringen,- es geht ja um viel Geld und wenn man durch etwas nicht zahlen muss...

      Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
      Was haben Behörden von euch so erzwungen, was für euch stressig war?
      Musste mal jemand in eine Klinik ?

      Für mich stellt sich wieder einmal die Frage, darf ich so sein, wie ich bin oder muss ich so leben, wie es die Gesellschaft will?
      Wer legt fest, was beim Asperger heilbar ist oder eben nicht? Also, was noch möglich ist zu lernen oder einfach nun so ist!
      Muss jeder Asperger sich gerne unter Menschen mischen, in räumen mit Ihnen sitzen und smalltalk beherrschen?

      Wir alle haben doch Probleme, alle sagten uns, die hat er, da er Asperger ist. Nun kommt sie daher und meint, die hat er, weil wir zu weich zu ihm sind.
      Jeder darf von den vermeintlichen „Fachleuten „ einfach Behauptungen in den Raum werfen und wir müssen diese dann entkräften. Wir sind immer wieder in der beweispflicht, zu zeigen, dass er bedürftig ist, aber nicht zuviel...
      Immer wieder lese ich von euch von den gleichen Probleme, die aber von jedem Arzt anders interpretiert werden. Bei dem einen heißt es, dass muss der lernen, sich abgewöhnen oder können..., bei dem anderen ist das einfach angeboren, seine Eigenart oder Schwäche...
      Für den einen sind wir zu hart, für den anderen zu weich. Der eine gibt uns Zeit und Ruhe, es zu lernen, der andere meint, der muss dies jetzt sofort mit zwang beigebracht bekommen...

      Unsere Meinung zählt nicht. Entweder, weil wir ihn falsch erzogen haben oder weil er zu krank ist ( krank heißt ja, du kannst es heilen...) oder weil wir nicht objektiv alles betrachten...
      Auch hier im Forum habe ich es schon erlebt, dass die Meinungen, was man sich zumuten muss sehr auseinander gehen.
      Wer darf nun festlegen, was richtig ist?
      Wir fühlen uns immer wieder dem Staat so ausgeliefert, da wir abhängig von ihm sind.
      Was können wir tun? :cryforjoy:

      Wie kann den ein und der selbe Mensch mal zu wenig bedürftig sein und jetzt zuviel. Wo wir schon immer in der Mitte standen :nerved:
      Wir sind einfach nur traurig und müde, dass es immer noch kein Ende nimmt.
    • Ich stimme aus eigener Erfahrung der Antwort von zaph zu.

      Da ihr etwas vom Staat wollt, haben die alle Möglichkeiten zu machen was sie wollen. Oft ist es so, das eine Behörde etwas nicht machen darf, aber sie es einfach trotzdem macht. Ich denke das ist Absicht, um möglichst viele Leute dadurch los zu werden die alle Geld oder andere Leistungen von der Behörde haben wollen. Weil sich die Behörde denkt, wenn es euch zu viel oder zu belastend ist, könnt ihr es ja bleiben lassen. Ich hatte bisher den Eindruck, die Behörden nehmen auch in Kauf das sich durch ihr Verhalten der psychische Zustand einer Person verschlechtert. Es scheint an erster Stelle darum zu gehen, das die Behörden ihre Methoden durchziehen, völlig egal welche Person es betrifft und ohne, das dabei individuell auf die Probleme der betroffenen Person eingegangen wird.

      Einerseits habt ihr natürlich Pflichten zu erfüllen, Mitwirkungspflicht und andere Pflichten, welche von der Behörde vorgeschrieben sind. Aber genau so habt ihr auch Rechte und die Behörden haben gesetzliche Grenzen, was sie nicht verlangen dürfen. (Zum Beispiel im Sozialgesetzbuch zu finden).

      Ich musste auch schon vor dem Sozialgericht gegen eine Entscheidung einer Behörde klagen, obwohl mir das beantragte laut Gesetz von Anfang an zweifelsfrei zugestanden hätte. Das Gericht hat mir dann auch zweifelsfrei Recht gegeben, aber viele Behörden machen offenbar erst Mal was sie wollen. Wenn einem das nicht passt, muss man notfalls (leider) klagen oder von der beantragten Leistung absehen.

      Bisher habe ich oft von Erzählungen von Betroffenen gelesen, bei denen es so abläuft. Egal ob bei der Rentenversicherung, beim Versorgungsamt (Grad der Behinderung Antrag), bei der Arbeitsagentur oder einer anderen Behörde. Weshalb ich das aufgrund der Häufigkeit nicht als Einzelfälle auffasse. Dann finde ich es aber nicht nachvollziehbar, weshalb gegen solche Vorgehensweisen bisher nirgendwo etwas unternommen wurde. Menschen die eine Leistung bei der Rentenkasse oder dem Versorgungsamt beantragen haben sowieso schon andere Probleme. Da braucht man doch nicht zusätzlich diesen Menschen Probleme bereiten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Phreno ()

    • Mama4 schrieb:

      Wir haben eine Eingliederungshilfe beantragt und mussten das ganze letzte Jahr immer wieder neu durch Gutachten beweisen, das wirklich eine Bedürftigkeit besteht. Dachten nun sei endlich alles geklärt und jetzt kommt eine sozialpädagogin dazu zu meinen, er wären zu krank um diese Maßnahme ohne Klinikaufenthalt vorher zu schaffen .
      Üblicherweise wird einmal bei der Antragstellung auf Eingliederungshilfe nachgewiesen dass der Bedarf besteht.
      Das Einkommen muss nachgewiesen werden, denn die Eingliederungshilfe ist eine Sozialleistung, zumindest derzeit noch.

      Der Bedarf muss nachgewiesen dafür reicht die AS Diagnose, sowie ein vernünftig und inhaltlich klar formuliertes Schreiben, in dem dargestellt wird, welche Schwierigkeiten der Mensch hat, und in welchen Bereichen konkret Unterstützung benötigt wird.

      Die Bewilligung wird dann normalerweise für ein Jahr ausgestellt, unterjährige Überprüfungen finden nicht statt.

      Ich kann also nicht nachvollziehen was da von euch verlangt wurde ("das ganze letzte Jahr immer wieder neu durch Gutachten beweisen")???

      Niemand darf einen zu einem Klinikaufenthalt zwingen. Die Eingliederungshilfe darf auch nicht verweigert werden weil jemand keinen stationären Aufenthalt will, ganz im Gegenteil, die Eingliederungshilfe ist in Instrument der ambulanten Versorgung und ist eingeführt worden, damit der Mensch, der Unterstützungsbedarf hat, selbst entscheiden kann, ob er diese Unterstützung stationär oder lieber ambulant haben möchte.

      Wenn diese Sozialpädagogin das meint dann ist das ihre persönliche Meinung und nicht mehr als das, Leute reden viel, man muss sich aber nicht alles anhören und glauben schon gar nicht. Es gibt jede Menge Fachkräfte die ziemlich viel Unsinn erzählen, und auch versuchen die Menschen zu bevormunden, vor allem bei Autisten kommt das häufig vor denn denen traut man im Allgemeinen wenig zu. Das ist meiner Meinung nach Diskriminierung.

      Such Dir eine kompetente Person bei Dir vor Ort, das ist mein Rat. Einen Dienstleister im Bereich Eingliederungshilfe der Dir dabei hilft.
      Wenn man sich nicht so gut auskennt, und vielleicht auch nicht so starke Nerven hat und sich durchsetzen kann, ist das alleine schwer zu handhaben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kraehe ()

    • Phreno schrieb:

      Ich hatte bisher den Eindruck, die Behörden nehmen auch in Kauf das sich durch ihr Verhalten der psychische Zustand einer Person verschlechtert. Es scheint an erster Stelle darum zu gehen, das die Behörden ihre Methoden durchziehen, völlig egal welche Person es betrifft und ohne, das dabei individuell auf die Probleme der betroffenen Person eingegangen wird.
      Ja.

      Phreno schrieb:

      Einerseits habt ihr natürlich Pflichten zu erfüllen, Mitwirkungspflicht und andere Pflichten, welche von der Behörde vorgeschrieben sind. Aber genau so habt ihr auch Rechte und die Behörden haben gesetzliche Grenzen, was sie nicht verlangen dürfen.
      Auch ja.
      Aber die sitzen am längeren Hebel (RW).
    • Kraehe schrieb:

      Wenn diese Sozialpädagogin das meint dann ist das ihre persönliche Meinung und nicht mehr als das, Leute reden viel, man muss sich aber nicht alles anhören und glauben schon gar nicht.
      Vor allem ist es in der Regel überhaupt kein Problem, dem zu widersprechen. Dass Behörden mal was gegen Eltern machen, hat Seltenheitswert. Durchaus zum Schaden der Kinder manchmal.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Da es sich ja um unseren noch minderjährigen Sohn handelt, der noch schulpflichtig ist, ist das ganze nicht immer so einfach. Aber auch er hat ja ein Recht auf Wahl, was er wie möchte oder nicht.
      Wir haben das ganze letzte Jahr ja mit dem Jugendamt rumgekaspert, welches immer neue Beweise wollte bis sie u s ans das Schulamt abgeschoben haben. Wieder noch ein Gutachten, das beweist, das er bedürftig ist. Dies machte die Autismusbeauftragte des Kreises, sie ist Sonderpädagogin. So hat sie den Bedarf festgestellt, aber meinte, was über ihre Kompetenz geht, dass er ersteinmal in eine Klinik müsste.
      Sie hat kein Recht dies zu behaupten, aber es kann wieder vom Schulamt dazu verwendet werden, das sie ihn nicht von der Schulpflicht befreien wollen bevor wir bewiesen haben, dass die Klinik kontraproduktiv ist und nur noch mehr Stress auslöst. Da unser Sohn große Probleme mit neuem und Veränderung hat.
      Deshalb die Frage, ob irgendwer schonmal in eine Klinik musste. Wie man dies abwenden kann und wie lange dies wieder dauert ...
      Es ist nicht so sehr die Angst, das er dort hingeschickt wird, zwanghaft, sondern mehr, die Frage, wie kann man schnell das Thema beenden.
      Wir werden auf raten vom Anwalt beim Schulamt dazu schreiben, wir haben einen Zettel, wo wir ausfüllen sollen, ob wir so mit dem Gutachten einverstanden sind, das wir vieles ähnlich sehen, aber einen Klinikaufenthalt als kontraproduktiv ansehen. Was ja auch schon von seinem Psychiater in einer früheren Stellungnahme so geschrieben wurde.
      Nur damals aus der Sicht, das er bedürftig ist und nicht zu krank.

      Es ist so schwer, wo wir dachten, das nun alles gut wird, dass wieder was kommt und sich ein „ Fachmann“ dazu gezwungen sieht, uns zu „helfen“!
      Wir haben uns gefreut, dass nun endlich der Weg frei wird, das er von der Schulpflicht befreit wird und nun wieder noch was.

      Wenn wir ganz viel Glück haben, interessiert die das nicht. Aber daran glaube ich nicht so recht, weil sie von Anfang an ihn nicht befreien wollten.

      Uns geht langsam die Puste aus, es nervt bringt nix und kostet nur Kraft.
      Unser Sohn war endlich wieder aufgeblüht, machte wieder viele Dinge, fühlte sich wohl und konnte trotzdem gut lernen...
      Seit dem Gutachten, mit den Terminen, Befragungen, Unsicherheit...ist alles nochmal schwieriger geworden. Jetzt haben wir Angst, dass es wieder zuviel Chaos bringt und wir alle leiden.
    • Mama4 schrieb:

      Wer darf nun festlegen, was richtig ist?
      Letztlich ein Gericht.
      Ähnlich wie @Phreno sehe ich es auch so, dass Behörden die Strategie verfolgen, erst einmal Anträge negativ zu bescheiden und Leute zu verprellen. Logisch ist das nachvollziehbar: Selbst wenn es nur bei drei von zehn Antragsstellern gelingt, spart das der öffentlichen Hand (RW) Haushaltsmittel. Die Gegenstrategie ist: Schnellstmöglich Widerspruch und wenn man damit sein Ziel immer noch nicht erreicht, dann Klage.

      Meiner Erfahrung nach wird es schon auf dem Weg (RW, meint: im zeitlichen Verlauf) zur Gerichtsverhandlung besser und leichter. Nämlich, wenn das Gericht einen gerichtlichen Gutachter bestellt hat und dessen Gutachten vorliegt (und hoffentlich - so war es bei mir - die eigene Sicht bestätigt).


      Mama4 schrieb:

      Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
      s.o. . Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die SachbearbeiterInnen sich sehr anders - für mich günstiger - verhalten, wenn man Termine mit einer unabhängigen, dritten Person wahrnimmt. In meinem Fall meine gesetzliche Betreuerin.

      Mama4 schrieb:

      Was haben Behörden von euch so erzwungen, was für euch stressig war?
      Das ging bei mir/ für mich schon damit los, dass ich für jede Kleinigkeit persönlich vorsprechen musste, obwohl denen bekannt war - auch mit entsprechenden ärztlichen Gutachten belegt - , dass mir unklare soziale Situationen und damit auch diese Gespräche zusetzen. Und die Fragen hätten leicht schriftlich geklärt werden können! Einmal saßen sie sogar zu Dritt dort: zwei vor mir und eine Person schräg links hinter mir. Offizielle Begründung: Praktische Prüfung für eine neue Sachbearbeiterin.
      Und dann diese endlosen Wiederholungen. Immer wieder die selben Fragen. Trotzdem muss man eine Fassade (RW) wahren, soziale/ höfliche Spielregeln einhalten und dieses verbal im Ungefähren bleiben ertragen, statt dem Zorn über diesen Unfug freien Lauf zu lassen und auszusprechen, was man von seinem Gegenüber wirklich hält.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • Digital_Michael schrieb:

      Schnellstmöglich Widerspruch und wenn man damit sein Ziel immer noch nicht erreicht, dann Klage.
      Bei einer Klage sehe ich zusätzlich ein Problem in der langen Dauer bis zu einer Entscheidung. Im Schnitt kann man da mit 1,5 Jahren rechnen. Die Gerichte sind überlastet und haben eigentlich ganz andere (wichtigere) Dinge zu tun, als sich um Bagatell-Klagen kümmern zu müssen, die eigentlich unnötig wären und nur vom Stursinn mancher Behörden verursacht werden.

      Ich würde mir da wünschen, wenn eindeutig ist das eine Behörde wissentlich entgegen der Gesetzeslage entschieden hat, oder absichtlich etwas ablehnt obwohl es eindeutig ist das es der Person zusteht, dass dann die Behörde zum Beispiel die entstandenen Gerichtskosten komplett übernehmen müsste.

      Oftmals endet es nämlich so, dass das Gericht einen Vergleich beider Seiten bevorzugt. Damit ist die Sache für das Gericht schnellstmöglich erledigt. Aber bei einem Vergleich kommt es nicht zu einem Urteil und der Kläger nimmt bei einer Einigung beider Seiten dann im Prinzip die Klage wieder zurück. Dadurch hat die Behörde keinerlei Gerichtskosten, nur der Kläger hat Kosten für Anwalt, die Klage und den ganzen Aufwand. Wenn eine Behörde schon unnötig durch ihr Verhalten einen Gerichtsstreit erzwingt oder hervorruft, sollte eine Behörde dann zumindest für ihr Verhalten auch eine Art "Bestrafung" bekommen, z.B. in Form von Übernahme der Gerichtskosten.

      Dann würden es sich Behörden zukünftig vielleicht besser vorher überlegen, ob sie eine Person durch ihr Verhalten im Prinzip nötigen vor Gericht klagen zu müssen.
    • Digital_Michael schrieb:

      Einmal saßen sie sogar zu Dritt dort: zwei vor mir und eine Person schräg links hinter mir. Offizielle Begründung: Praktische Prüfung für eine neue Sachbearbeiterin.
      Das kannst Du ablehnen mit der Begründung dass es nicht barrierefrei ist.

      Wenn Du mit einer Begleitperson zu einem Termin gehst soll diese dafür sorgen dass von Seiten der Behörde nur maximal 2 Personen anwesend sind. Das kannst Du Deiner Betreuerin sagen, dann kann sie in Zukunft dafür sorgen dass es so läuft.

      Diese Leute bei den Behörden wissen nicht, was barrierefrei im Sinne von Autisten bedeutet, man muss es ihnen erklären.

      Wir als Betroffene müssen es ihnen erklären. Sie denken bei Barrierefreiheit an Räume die zugänglich sind für Rollstuhlfahrer, was Barrieren für einen Autisten sind wissen sie nicht.

      Leider wissen die Fachkräfte dies häufig ebensowenig, das ist dann ein zusätzliches Problem, denn dann hilft einem niemand. :nerved:
    • Mama4 schrieb:

      Sie meint es doch auch nur wieder gut und will uns helfen, die Last von unseren Schultern nehmen...

      Mama4 schrieb:

      es geht ja um viel Geld und wenn man durch etwas nicht zahlen muss...
      Das ist häufig der Knackpunkt. Es geht nicht ums helfen, um euch Last von den Schultern zu nehmen sondern oft darum Kosten zu sparen.
      Auch wenn man sich unfair behandelt fühlt und manche Entscheidungen sicher auch unfair sind, muss man dennoch für sich einen Weg finden, die Zähne zusammen zu beißen und so gut es geht mitarbeiten.
      Das Amt ist die auszahlende Stelle und die sind am längeren Hebel. Es wird sie auch nicht jucken, es wird sich keiner persönlich betroffen fühlen wenn eine Klage eingeht und sitzen es aus. Das ist für sie eine formale Angelegenheit.
      Unterm Strich entscheidet dann anhand der vorliegenden Beurteilungen günstigenfalls der Richter ob es zu bezahlen ist oder nicht. Bis so eine Klage bis zur Verhandlung führt vergehen weitere Monate.

      Wenn so viele Gutachten erstellt wurden, muss in diesen Gutachten doch längst alles relevante festgehalten worden sein. Als Elternteil ist man da vorangig emotional mit dabei. Gutachter und Ämter sehen das was faktisch vorliegt und ob das mit den geltenden Bestimmungen harmoniert.

      Mama4 schrieb:

      Was haben Behörden von euch so erzwungen, was für euch stressig war?
      Es wurde von mir nichts erzwungen was ich als stressig empfand, manchmal nervig aber nicht stressig.

      Mama4 schrieb:

      Für mich stellt sich wieder einmal die Frage, darf ich so sein, wie ich bin oder muss ich so leben, wie es die Gesellschaft will?
      Wenn du öffentliche Gelder beantragst dann muss man sich nach den Auflagen der Behördern richten, das hat nichts mit der Gesellschaft zu tun. Wenn ich eine I-Rente beantrage dann habe ich auch eine Mitwirkungspflicht, ob mir das schmeckt oder nicht.

      Mama4 schrieb:

      Muss jeder Asperger sich gerne unter Menschen mischen, in räumen mit Ihnen sitzen und smalltalk beherrschen?
      Nein, muss man nicht. Es wird auch von niemand anderen erwartet, dass man das "gerne" tut.
    • Hallo @Mama4, welche Art von Eingliederungshilfe habt ihr denn beantragt?

      Bitte nicht böse sein, aber deine Einträge sind manchmal etwas wirr. Ich jedenfalls habe Mühe, durchzublicken.

      Zu dem oben angeschnittenen (RW) Problem noch folgendes: Ein stationärer Aufenthalt (in einer Klinik) muss von einem Arzt/Ärztin angewiesen werden. Diese Einweisung wird niemals von einer Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin vorgenommen.
      Meinungen hin oder her, das ist so in Deutschland im Bereich der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen.


      Die Hinhaltetaktiken kenne ich auch, aber da kann ich nur sagen, protestieren und drängeln, zum Beispiel immer wieder anrufen, sonst werden nötige Unterstützungen gerne auf den "St. Nimmerleinstag" verschoben, also nie genehmigt.
      Unterstützung beim Kinder- und Jugendarzt/-Psychiater holen. Unterstützung in der Familie versuchen, zumindest eine Begleitperson bei Behördengängen.
      ATZ vor Ort telefonisch kontaktieren, um Rat bitten.

      Generell wünsche ich euch den nötigen Erfolg!
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Danke für die Antworten.
      Also noch einmal kurz die Zusammenfassung.

      Unser Junge wurde vor 3 Jahren auf Asperger Autismus getestet und hat dazu eine Somatoforme Störung. Er wurde durch den vielen Stress in der Schule immer öfters krank, bis er vor 1 1/ Jahren garnicht mehr hin ging.
      Jugendamt unternahm nix, wir fanden die Webschule und haben ihn dort angemeldet, JA wollte aber nicht zahlen, sondern fand immer neue „Aufgaben“ die nich zu erfüllen seien.
      Dann mussten wir zum schulamtamt, die wollten auch wieder noch ein Gutachten. Also auch dies erstellen lassen. Wieder mehr Stress für den Sohn, neues und unbekanntes machen ihm einfach Stress.
      Die Sonderpädagogin sagte,sie sehe das so wie wir, aber gestern stand noch zusätzlich im Gutachten, das er doch unbedingt in einer Klinik behandelt werden muss.
      Diese Aussage steht ihr nicht zu, wir wissen aber nicht, inwieweit sie das mit dem Schulamt abgesprochen hat.
      So steht es nun da und kann bedeuten, dass die noch mehr Gutachten wollen, dass ein Klinikaufenthalt kontraproduktiv ist.
      Dies hatte sein Psychiater zwar schon geschrieben, aber, was kümmert die das.

      Es ist so, dass nun wieder kein Ende in Sicht ist, sondern es nochmal in eine nächste runde geht und wir wieder beweisen müssen.

      Auch ist es schlimm, weil,wir uns hintergangen fühlen, da sie anscheinend schon länger glaubt, dass das so nicht gut ist. Wir haben ihr vertraut und ihr viele Infos gegeben, die sie sonst so nicht bekommen hätte. Nun hat sie einige davon gegen uns benutzt. Sehr traurig.

      Wir werden auch dieses noch hinbekommen, aber es wird immer schwerer, wieder zu kämpfen, Leute zu finden, die auf unserer Seite stehen, denen wir vertrauen können...
      Die Kraft ist eigentlich sehr gering mittlerweile. Aber wir werden es auch auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen. Zum Glück haben wir einen guten Anwalt und bisher auch einen tollen Psychiater. Hoffentlich bleiben die auf unserer Seite. Die will ich nicht nocheinmal neu suchen müssen.

      Wir wollen einfach endlich Ruhe. Das der Junge mal länger ohne Testung, Gutachten, Angst wieder in die Schule zu müssen oder jetzt noch in eine Klinik, einfach lernen kann und glücklich ist.
      Es ist ja alles besser gewordmn, nur jede Veränderung und Neues bringt wieder Stress.
    • Ist aber auch nicht optimal, wenn er nur die ganze Zeit zu Hause sitzt und allein lernt. Da lernt er vielleicht den Schulstoff, aber nichts fürs Leben. Später kann das große Probleme machen, wenn er erwachsen ist und dann auch mal außer Haus sein soll, eine fremde Umgebung aushalten muss.

      Dann kann ich schon verstehen, wenn hinterfragt wird, ob es nicht auch anders ginge und ob schon alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Durchaus im Interesse des Kindeswohls.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Phreno schrieb:

      Oftmals endet es nämlich so, dass das Gericht einen Vergleich beider Seiten bevorzugt. Damit ist die Sache für das Gericht schnellstmöglich erledigt. Aber bei einem Vergleich kommt es nicht zu einem Urteil und der Kläger nimmt bei einer Einigung beider Seiten dann im Prinzip die Klage wieder zurück. Dadurch hat die Behörde keinerlei Gerichtskosten, nur der Kläger hat Kosten für Anwalt, die Klage und den ganzen Aufwand. Wenn eine Behörde schon unnötig durch ihr Verhalten einen Gerichtsstreit erzwingt oder hervorruft, sollte eine Behörde dann zumindest für ihr Verhalten auch eine Art "Bestrafung" bekommen, z.B. in Form von Übernahme der Gerichtskosten.

      Dann würden es sich Behörden zukünftig vielleicht besser vorher überlegen, ob sie eine Person durch ihr Verhalten im Prinzip nötigen vor Gericht klagen zu müssen.
      Verfahren vor dem Sozialgericht sind gerichtskostenfrei.
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!"
      (Kentucky Fried Movie)
    • Es geht jetzt bei der Entscheidung vom Schulamt nicht darum, ob er auf die Webschule geht, sondern nur darum, ob Förderbedarf besteht,- der besteht. Es wurde auch endlich festgestellt, dass er im Moment nicht in der Lage ist in eine Schule zu gehen.
      Die Dame übersteigt ihre Kompetenz, wenn sie schreibt, dass er nur wieder in eine Regelschule gehen kann, wenn er jetzt in eine Klinik geht und anschließend in eine Tagesklinik. Diese Bewertung steht ihr nicht zu.
      Da ein Tag ja nicht nur aus Schule oder Arbeit besteht, kann man soziale Kompetenz auch nachmittags einüben. Aber dann in seinem Tempo, Möglichkeiten, ohne Druck und er kann jederzeit Pause machen.
      Genau dies ist an einer Regelschule nicht möglich, da dort jeden Tag soviele unvorhergesehene Dinge passieren, die ihn aus der Ruhe bringen, stressen und wovon er dann zuhause Erholung braucht, das er mehr krank war, als in der Schule.
      Damwar unsere Frage, ist es wertvoller, dass er in eine Schule sich quält und den Rest des Tages platt im Zimmer liegt oder das er alleine Webschule macht und Energie über hat, noch fröhlich einige Dinge zu machen?

      Aber darum geht es hier ja jetzt nicht. Die Bewertung, ob Webschule gut, passend oder wer weiß was ist, steht nicht zur Diskussion.
      Die Frage war ja, wer hat Erfahrungen mit Behörden, wie die vorgehen. Wie kann man sich wehren oder stressfrei da durch wandern.

      Genau deshalb habe ich am Anfang die Frage so formuliert, dass es eben nicht um die Webschule geht. Das geht es der Frau jetzt auch nicht, sondern dass sie nun von der anderen Seite vom Pferd fällt. Wir haben jetzt über 1 Jahr darum gekämpft, dass endlich festgelegt wird, dass er Förderbedarf hat, also bedürftig ist.
      Sie betrachtet es nun genau von der anderen seite, er sei zu viel bedürftig, zu krank, depresiv...wer weiß was...
      Jetzt bringt sie vom einen extrem genau das andere extrem ins Rennen. Dies bedeutet für uns, wieder Rennerei, wieder beweisen, wieder Gutachten..... wieder noch kein Ende...
      Nur weil sie das ach so sozial betrachtet.
      Das nervt einfach.
    • thelord schrieb:

      Verfahren vor dem Sozialgericht sind gerichtskostenfrei.
      "Diese Kostenfreiheit gilt allerdings nur in Verfahren, in denen Privatpersonen eine Sozialleistung begehren, sich gegen deren Entzug wehren oder ähnliches"

      "Grundsätzlich werden keine Gerichtskosten vom Kläger verlangt, wenn er Versicherter, Leistungsempfänger und/oder Behinderter ist (§ 183 SGG). Ergo: Wenn weder Kläger noch Beklagter Versicherter, Leistungsempfänger oder Behinderter ist, können Gerichtskosten anfallen, § 197 a SGG"
    • thelord schrieb:

      Verfahren vor dem Sozialgericht sind gerichtskostenfrei.
      Ja.

      Und die Anmerkung bezüglich des Vergleiches passt auch eher zu Verfahren zwischen Privatleuten in denen der Ausgang ungewiss ist, oder auch bei Verfahren gegen Versicherungen, der Kläger hat in dem Fall die Möglichkeit einen Vergleich zu akzeptieren, anstatt zu riskieren die Klage zu verlieren, und ausserdem auch noch die kompletten Kosten übernehmen zu müssen.

      Bei Verfahren gegen Behörden kenne ich persönlich das nicht. Da geht man in Berufung wenn es eine Ablehnung gibt.

      Mama4 schrieb:

      Die Dame übersteigt ihre Kompetenz, wenn sie schreibt, dass er nur wieder in eine Regelschule gehen kann, wenn er jetzt in eine Klinik geht und anschließend in eine Tagesklinik. Diese Bewertung steht ihr nicht zu.
      Dann sag ihr das und nicht uns hier.
      Es hat keinen Sinn sich hier auszukotzen (RW) wenn Du dann vor Ort den Leuten nicht direkt Deine Meinung ins Gesicht sagst.
      Sozialpädagogen können ziemlich nervig sein und sie überschreiten gerne mal ihre Kompetenzen. Sobald ich mit denen zu tun habe bei Behörden weiss ich dass ich ganz deutlich,klar, direkt, nein sagen muss und denen zeigen muss dass sie bei mir auf Stein beissen (RW) mit ihrem Rumgelabere.

      Das sind im Übrigen die Erfahrungen die ich mit Behörden gemacht habe und immer wieder mache:
      Die Leute gehen so weit wie wie man sie lässt. Man muss klar, deutlich, ohne Emotionen, und kompetent, seine Grenzen setzen.

      Zum Beispiel so:
      "Sie überschreiten hier deutlich ihre Kompetenzen, es steht Ihnen nicht zu darüber ein Urteil zu fällen" "Dies ist die Aufgabe des behandelnden Psychiaters, der die Webschule befürwortet und dies bereits in sienem Gutachten vom (Datum des Schreibens) ausführlich dargelegt hat, daher beantragen wir die Kostenübernahme". Ein weiteres Gespräch über dieses Thema ist aus unserer Sicht hinfällig.
      Ende des Gesprächs. Dann kannst Du ihr noch einen schönen Tag wünschen, oder auch nicht, je nach Laune.

      Mama4 schrieb:

      stressfrei da durch wandern.
      Sich nicht volllabern lassen.

      Du hast als Erziehungsberechtigte das Recht einen Klinikaufenthalt Deines Sohnes zu verweigern und musst nicht darüber diskutieren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kraehe ()

    • Wir haben mit der Frau das nocheinmal genau durchgekaut und ihr klar gesagt, was wir wollen und das sie ihre Grenzen überschreitet,...
      Hat sie nicht interessiert. Sie wurde dann pampig und hat aufgelegt.
      Wir haben ihr gesagt, das wir das Schulamt darauf hinweisen, dass wir damit nicht einverstanden sind und wir werden versuchen möglichst schnell ein Gutachten vom Psychiater nachzureichen, wo er dies auch noch einmal so beschreibt. Was in Gutachten, die sie in ihren Unterlagen hat auch so steht. Auch hat die die treffen über nie davon geredet, dass er ja sehr auffällig, depresiv...ist und ob wir ihn nicht einmal in eine Klinik schicken wollen..., sondern da hat sie immer so geredet, dass das ja alles so toll ist, wie wir das jetzt so machen, dass sie unserer Meinung ist und das Gutachten auch so aussehen wird... . Dann saß sie hier und haute diesen Satz raus, der mich fast vom Stuhl fallen lies.

      Es ist ja jetzt nur so, dass das ihr Gutachten zum Schulamt geschickt wird und jenachdem, wie die das nun ansehen, werden sie jetzt eine neue Runde einläuten, die einfach heißt,-
      „Ahhh, dann müssen sie jetzt beweisen, dass er nicht in eine Klinik muss“!
      Vorher mussten wir immer beweisen, dass er Förderbedarf hat, bzw nicht in die Regelschule gehen kann.
      Da fragt man sich schon, wie das sein kann, dass ein und das selbe Kind, in der Schule krank wurde durch zuviele Reize und Veränderungen, dann zuhause zur Ruhe kam, es ihm besser geht, er wieder Energie hat..., jetzt auf einmal, da er dieses Gutachten wieder mit Stress, Krankheit und Energieverlust zu kämpfen hat, soooo krank sein soll, das nur eine Klinik helfen kann.

      Wir haben ja alles mit unserem Anwalt abgesprochen, der sagt, die hat keine Kompetenz dafür, nur wenn sie das ersteinmal so darin stehen lässt, kann es halt sein, dass die dies gerne als Anlass nehmen, noch eine Runde Stress zu machen.
      Sie können dann von uns erwarten, dass wir das abklären lassen, vielleicht auch durch Gutachten von einer Uniklinik, Amtsarzt oder so. Dies bedeutet dann wieder Veränderung, neues, ungewisses...Stress. Dadurch wird er wieder krank...und sie sieht sich bestätigt.
      Wir werden wieder in die beweispflicht genommen, dies ärgert einen so.
      Vorallem,,wo wir ihr vertraut hatten und dachten, nun ist bald alles endlich vorbei und Ruhe kehrt endlich ein.