Rückblickend Neubewertung von gescheiterter Beziehung

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    • Rückblickend Neubewertung von gescheiterter Beziehung

      Vor fast 20 Jahren hatte ich meine erste richtige Liebesbeziehung. Wir haben uns übers Internet kennen gelernt und waren ungefähr 3 Jahre zusammen.
      Damals hatte ich noch keine Diagnose und war fest davon überzeugt, dass ich der einzige normale Mensch auf der Welt bin und alle anderen sind komisch.
      So auch mein damaliger Freund.
      Unsere Beziehung war grauenhaft.
      Wir konnten nicht miteinander über Gefühle reden, wenn wir uns persönlich gegenüber saßen, aber haben online über ALLES geredet. Haben stundenlang gechattet und mails geschrieben, allerdings auch extrem oft gestritten.
      Aus meiner Sicht damals war fast immer mein damaliger Freund der Auslöser. Er warf mir Dinge vor, die ich angeblich gemeint, getan, gedacht haben soll, von denen ich aber absolut nichts wusste.
      Meiner Meinung nach war er ein total dickköpfiger, sturer, unsensibler Großkotz. Das habe ich auch die letzten 20 Jahre gedacht.
      Warum ich so lange mit ihm zusammen war, konnte ich eigentlich nie wirklich erklären. Jedenfalls habe ich dann nach 3 Jahren die Beziehung beendet.

      Und jetzt habe ich gestern eine CD gefunden, wo fast alle unsere Chatverläufe und Emails drauf sind und habe den ganzen Tag darin gelesen.
      Seitdem habe ich ein ganz komisches Gefühl im Bauch ... eine Mischung aus Mitleid und Schuld irgendwie :?

      Mittlerweile ist das alles so lange her, dass ich mich nicht mehr selber in der Rolle sehe, wenn ich die Chats lese. Eher wie ein Beobachter aus der Vogelperspektive.
      Und jetzt, 20 Jahre später, kann ich nur "ach du kacke ... :m(: "

      Der sture Großkotz war wohl eher ein depressives Mobbingopfer, das sich eine Schutzmauer aus Sarkasmus und Arroganz aufgebaut hat um nicht weiter verletzt zu werden.
      Er hatte extrem starke Verlustängste, wollte mehr Liebe, als ich ihm geben konnte und war extrem sensibel und versuchte immer zwischen den Zeilen zu lesen (wo ich aber gar nix hinschrieb... aber das konnte er ja nicht wissen)
      Wenn er schweigend neben mir saß und ich mich freute, dass man Fernseh gucken konnte ohne dass er dazwischen quatschte, warf er mir hinterher per mail vor, dass ich ja nicht ein einziges mal nachgefragt hätte, warum er denn so ruhig ist. Er hätte reden wollen, weil ihn irgendwas bedrückte.
      Er fühlte sich ungeliebt, weil ich mich so selten bei ihm meldete und auch nie bei ihm zuhause übernachten wollte. (Er wohnte noch bei seinen Eltern und die waren echt übel ... da habe ich mich echt nicht wohl gefühlt)

      Tja, und jetzt tut er mir irgendwie rückblickend echt leid. Es tut mir leid, dass er als mega Sensibelchen an eine damals noch nicht diagnostizierte Aspie-Frau mit der Empathiefähigkeit eines Brötchens geraten war. Und es tut mir auch leid, dass ich ihm offenbar sein nicht so tolles Leben noch ein Stück weit schlimmer gemacht habe.

      Mittlerweile weiß ich, worauf ich in Beziehungen achten muss und versuche mein Verhalten und meine Sichtweisen immer mal wieder zu reflektieren. Das kann ich aber erst, seitdem ich weiß, dass ich da überhaupt ein Problem mit habe. Mit einer frühzeitigeren Diagnose hätte man dem armen Kerl vermutlich einiges ersparen können. ;)

      Habt ihr auch solche Erlebnisse, wo ihr rückblickend eine Beziehung aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet und dabei nicht unbedingt als "Held" aus der Geschichte hervorgeht?
      Ich glaube, das ist der Aspekt, der mich am meisten irritiert hat. Mit welcher Intensität ich damals davon überzeugt war, dass ER der "Böse" war und ich die "Gute". Und dann guckt man sich das ganze 20 Jahre später noch einmal an und auf einmal vertauschen sich die Rollen und man kann gar nicht fassen, dass man das nicht eher gemerkt hat.

      Ein bißchen gruselig. :-p

      Und jetzt ihr!
    • Vielleicht interpretiere ich da zu viel rein, aber du bist nicht die "Böse", weil du eben Schwierigkeiten mit der Empathiefähigkeit hast. Ich denke, sehr viele Probleme in Beziehungen werden durch Fehler (oder nicht bewusste Schwächen) von beiden Seiten ausgelöst.

      Mir ist da etwas nicht gänzlich Unähnliches eingefallen, auch aus meiner ersten Beziehung. Mein erster Freund hatte sich mal bei mir beschwert, warum ich ihm nicht öfter Fragen stelle, wie es ihm gehen würde, was er gerade denken würde und so weiter. Ich habe das nicht ganz verstanden, da er das ja auch einfach erzählen könnte. Ich habe auch versucht, ihm zu erklären, dass ich sein Problem nicht recht nachvollziehen kann deswegen.
      Ich sage mir auch rückblickend, also nachdem ein paar Jahre vergangen sind und ich etwas mehr über mich selbst gelernt habe, dass ich da mehr auf ihn hätte eingehen können, indem ich mehr Fragen stelle, da das für ihn wohl ein Ausdruck des Interesses bedeutete. Aber ich sehe auch sehr klar, dass er auch nichts verändert hat, er hätte nämlich genau so hin und wieder einfach von sich aus etwas erzählen können. Ich konnte es ja scheinbar nicht bemerken, wenn er etwas loswerden wollte (RW).

      In Beziehungen müssen eben beide Seiten an sich arbeiten, damit es klappt. Mit manchen Leuten klappt es vielleicht auch einfach nicht, weil man nicht zusammen passt.
    • Estelle schrieb:

      Mein erster Freund hatte sich mal bei mir beschwert, warum ich ihm nicht öfter Fragen stelle, wie es ihm gehen würde, was er gerade denken würde und so weiter.
      Oh, das kenne ich auch. Meine Frau fragte mich, wie mein Tag war. Antwort war wie immer "Okay". Dann war Ruhe und nach ein paar Sekunden kam dann: "Willst du mich nicht fragen, wie MEIN Tag war?!" Das ganze in einem Tonfall, der keinen Widerspruch zuließ. Ich frage mich dann immer: Wenn es doch so wichtig ist, warum erzählt sie es nicht einfach? :nerved:
      What doesn't kill me makes me stranger.
    • Estelle schrieb:

      Mein erster Freund hatte sich mal bei mir beschwert, warum ich ihm nicht öfter Fragen stelle, wie es ihm gehen würde, was er gerade denken würde und so weiter. Ich habe das nicht ganz verstanden, da er das ja auch einfach erzählen könnte. Ich habe auch versucht, ihm zu erklären, dass ich sein Problem nicht recht nachvollziehen kann deswegen.
      Dieses Problem kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Aus meiner Sicht stelle ich keine neugierigen und vielleicht unerwünschte private Fragen - aus der Sicht der anderen interessiere ich mich nicht für sie und bin eine empathielose Kuh.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
    • Eismensch schrieb:

      Ich frage mich dann immer: Wenn es doch so wichtig ist, warum erzählt sie es nicht einfach?
      Oder sie wollen einfach nur zurück gefragt werden, damit sie auch "okay" sagen können. Das finde ich auch sehr anstrengend.

      Leseratte schrieb:

      Dieses Problem kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Aus meiner Sicht stelle ich keine neugierigen und vielleicht unerwünschte private Fragen - aus der Sicht der anderen interessiere ich mich nicht für sie und bin eine empathielose Kuh.
      Ja, genau. Wenn ich etwas erzählen will, tue ich das auch. Und wenn mir jemand etwas erzählen will, kann derjenige das auch immer machen. Aber ich will nicht im Kopf in jedem Gespräch eine "Checkliste" durchgehen, damit ich auch ja jede Frage gestellt habe, die derjenige erwartet, die ich eigentlich gar nicht stellen will, weil ich den gar nicht zwingen will, mir mehr zu erzählen, als er möchte...
    • Woodchuck schrieb:

      und war fest davon überzeugt, dass ich der einzige normale Mensch auf der Welt bin und alle anderen sind komisch.
      So auch mein damaliger Freund.
      Das könnte von mir stammen. Dasselbe dachte ich auch immer.


      Früher hatte ich die Schwierigkeit, dass ich selbst instabil war und mir auch genau solche Partner gesucht habe. Zudem oft auch (gerade in meiner Teenie- und jungen Erwachsenen Zeit) nicht abschätzen konnte wer mir gut tut und wer mir schadet. Meine erste Beziehung mit 15 endete nach 3 Monaten für mich in einem völligen Nervenzusammenbruch, nachdem er Schluss machte und gleichzeitig schon die Nächste hatte. Damals wusste aber keiner das ich AS habe, es war niemand da der mich emotional aufgefangen hätte und so musste ich auf bittere Weise von Beziehung zu Beziehung und Stück für Stück dazu lernen. Es gab Trennungen von Seiten der Männer wo ich bis heute die Gründe nicht kenne, die waren einfach weg und ich stand da. Es gibt einen Mann wo ich mir im Nachhinein denke "ach hätte ich doch" und sicherlich auch Bockmist gebaut habe (RW) aber das ist passiert und dem trauere ich nicht mehr nach.

      Ich denke nicht, dass man in einer Beziehung genau weiß worauf man zu achten hat. Eine Partnerschaft ist kein statisches Gebilde sondern ein dynamisches Miteinander in dem man sich immer weiter entwickelt. Das ist zB ein Punkt mit dem ich immer wieder Probleme habe. Heute, wirst du mit deinem Wissen um deine Diagnose, vermutlich auch nicht immer adäquat reagieren und wirst es genau so wenig reflektieren wie früher, vielleicht hat es nur jetzt eine andere Intensität oder es verlagert sich auf andere Schwerpunkte. Trotz aller Beziehungserfahrung die ich gesammelt habe, weiß ich auch, dass ich mich meinem jetzigen Partner gegenüber sicher auch nicht immer fair verhalte und so wie er es verdient hätte und ich ihn immer wieder ankeife, nicht weil ich zickig oder böse sondern weil ich diverse Gegebenheiten schlicht anders verarbeite/ eine andere Draufsicht habe.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von WelleErdball ()

    • Woodchuck schrieb:

      Habt ihr auch solche Erlebnisse, wo ihr rückblickend eine Beziehung aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet und dabei nicht unbedingt als "Held" aus der Geschichte hervorgeht?
      Als Held habe ich mich in den Beziehungen nie gesehen, doch mir fallen im Nachhinein auch immerwieder Aspekte auf, die ich heute anders machen würde.
      Und vieles verstehe ich vermutlich bis heute nicht.

      Woodchuck schrieb:

      Mit welcher Intensität ich damals davon überzeugt war, dass ER der "Böse" war und ich die "Gute".
      Das so einseitig zu betrachten kenne ich nicht.

      Eismensch schrieb:

      Dann war Ruhe und nach ein paar Sekunden kam dann: "Willst du mich nicht fragen, wie MEIN Tag war?!" Das ganze in einem Tonfall, der keinen Widerspruch zuließ. Ich frage mich dann immer: Wenn es doch so wichtig ist, warum erzählt sie es nicht einfach?
      Einfach so, ohne gefragt zu sein, von sich zu erzählen finde ich aber auch oft seltsam.
      Ich frage ggfls. lieber nach, ob Interesse/Offenheit vorhanden ist für ein bestimmtes Thema.

      Leseratte schrieb:

      Dieses Problem kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Aus meiner Sicht stelle ich keine neugierigen und vielleicht unerwünschte private Fragen - aus der Sicht der anderen interessiere ich mich nicht für sie und bin eine empathielose Kuh.
      Wenn ich einem Partner keine privaten Fragen stellen dürfte, würde mir eine wichtige Möglichkeit des in Kontakt kommens fehlen.
      Es sollte halt klar sein, dass es keine Antwortpflicht gibt, das kann man ja ggfls. sogar absprechen.
    • Happy to be schrieb:

      Regel für das Zusammenleben mit NTs:

      Auf eine "Wie geht's-Frage" IMMER mit "Und selbst" antworten.
      Solche "Wie geht's?"-Fragen sind zwar oft (meist?) nur Floskeln, aber bisweilen drücken sie sicher auch echtes Interesse aus.

      Langatmige Antworten darauf (bisweilen mir schon passiert) werden zwar eher selten erwartet, aber dennoch kommt im allgemeinen so eine Rückfrage "und selbst?" ganz gut an.

      Da muß ich Dir zustimmen.
    • Eismensch schrieb:

      Ich frage mich dann immer: Wenn es doch so wichtig ist, warum erzählt sie es nicht einfach?
      Finde ich auch am Besten so.
      Ich habe das auch meinen Freundinnen so gesagt.
      Sie können ja schliesslich ebenso reden oder schreiben wie ich.
      Ich mag da nicht raten oder so.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )
    • Tauriel schrieb:

      Nie zu fragen zeugt aber schon von Desinteresse am Leben seines Partners.
      Das Gefühl verpflichtet zu sein finde ich aber auch schlimm.
      Ja..beides..okay..es müsste sich ein bisschen die Waage halten.
      Zumindest ab und zu Interesse durch Fragen signalisieren.

      Aber wenn der andere etwas auf dm Herzen hat, sollte er reden, nicht auf meine Frage extra warten.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )
    • Linnea schrieb:

      Aber wenn der andere etwas auf dm Herzen hat, sollte er reden, nicht auf meine Frage extra warten.
      Noch verwirrender ist es ja, wenn derjenige eigentlich eine totale Labertasche ist, nur anscheinend bei "echten Herzensangelegenheiten" nicht. Also eigentlich wie ne Tüte Chips ... viel Luft drin, aber kaum Inhalt. Und das bißchen Inhalt muss man dann noch mühsam aus der Tüte pulen.
    • Linnea schrieb:

      Aber wenn der andere etwas auf dm Herzen hat, sollte er reden, nicht auf meine Frage extra warten.
      Da stimme ich zu.


      Woodchuck schrieb:

      Noch verwirrender ist es ja, wenn derjenige eigentlich eine totale Labertasche ist, nur anscheinend bei "echten Herzensangelegenheiten" nicht. Also eigentlich wie ne Tüte Chips ... viel Luft drin, aber kaum Inhalt. Und das bißchen Inhalt muss man dann noch mühsam aus der Tüte pulen.
      :lol:
    • Tauriel schrieb:

      Nie zu fragen zeugt aber schon von Desinteresse am Leben seines Partners.
      Das finde ich nicht. Ich selber mag es nicht, wenn mich Menschen mich ausfragen (meine Mutter war besser als die Stasi) und deshalb mache ich das bei anderen auch nicht.

      Ich frage lieber "Geht es dir gut?" oder "Geht es dir nicht gut?" - je nachdem, wie der andere auf mich wirkt. Da reichen nämlich im Zweifelsfall einfache JA oder NEIN Antworten, wenn derjenige nicht reden möchte.

      Wenn ich frage "Wie war dein Tag?" ist keine Ja/Nein Antwort möglich. Und wenn der andere nicht darüber reden möchte, ist er quasi gezwungen, das zu sagen. Das möchte ich niemandem zumuten, weil es mir wie ein Eingriff in die Privatsphäre vorkäme.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
    • Ein interessanter Thread....auch hinsichtlich der Entwicklung. :)

      Das Ausgangsposting enthält in meinem Empfinden eine sehr wichtige Weisheit/Erkenntnis: den beschriebenen Perspektivwechsel der sich 'einfach so' vollzogen hat (natürlich durch das Leben an sich und die Erfahrungen die gamacht wurde in der Zwischenzeit). Ich finde, dass die Erkenntnis sehr wichtig für das Leben ist, dass wir immer in unserer eigenen kleinen Welt leben und auch unser 'Sein' (Blickwinkel, Beurteilungen, Empfindungen, Sichtweisen usw.) keine statischen Angelegenheiten sind und sich wandeln können. Die Perspektive 'von oben' kann wirklich helfen aus dem 'Eigenen' heraus zu kommen und das des Anderen wahr zu nehmen bzw. nicht aus dem Eigenen zu beurteilen. Also immer in Gedanken zu haben, dass der Andere es auch völlig anders beurteilen, empfinden könnte.

      Und daran schließt sich auch das Folgethema an (das sich in meinem Empfinden ja irgendwie durch das ganze Forum zieht und immer wieder auftaucht): wie funktioniert das Miteinander, was erwarten Menschen, wie verhalte ich mich produktiv? Und auch hier zeigt sich meiner Meinung nach, dass auch unter 'Aspis' die Meinungen sehr verschieden sein können. Wieso, stelle ich mir da die Frage, dann davon ausgehen, dass es eine richtige Art und Weise für NTs gibt? Auch Nicht-Aspis sind extrem verschieden und es gibt eben einfach keine Gebrauchsanleitung. Ich lese hier im Forum sehr häufig was NTs angeblich mögen, wie sie angeblich reagieren, was für Erwartungen sie haben usw. Ich kann das auch sehr gut verstehen, dass sich diese Frage des 'wie sich verhalten...wo liegt das Problem usw' stellt...mir stellt sich diese Frage auch immer wieder. :d

      Nur als Beispiel (bitte nicht böse sein happytobe): ich würde diesen Satz 'und selbst?' eher als Floskel empfinden...ich würde das Gefühl haben, der andere fragt nur weil er sich durch meine Frage dazu gezwungen sieht zu erwiedern um höflich zu sein. Und dann beginnt das 'Rumgeeier' ob ich mit einer Floskel antworte oder der andere wirklich Interesse hat usw. Also nur als Statement: nicht alle NTs mögen das was 'alle NTs mögen'. Jedenfalls habe ich hier im Forum schon öfters gelesen, was ich angeblich mögen soll oder wie ich angeblich bin. :lol:

      Ich denke, dass es immer eine Art Reise ist, die zwei Menschen bei einem Kennenlernen unternehmen...eine Reise die nur gelingen kann, wenn man Toleranz, Offenheit, Ehrlichkeit und Verständnis in seinem Koffer hat. Und mit allen Menschen, mit denen man eher oberflächlichen Kontakt hat ist es in meinem Empfinden völlig natürlich, dass eine Konversation nicht immer gelingt und es zu Mißverständnissen kommt. Das hat auch sehr viel damit zu tun, ob ein Mensch positiv auf einen anderen reagieren möchte oder nicht...also im Grunde genommen ist das eigene 'Ok-Gefühl' dafür verantwortlich ob ich gleich Schlechtes von meinem Gegenüber denken möchte oder nicht. Und natürlich hängt es auch mit der Trennung der Verantwortlichkeit zusammen (Beispiel: fragt mir jemand 'Löcher in den Bauch' (RW...fragt zu viel, zu intim etc.), dann ist es doch meine ganz eigene Verantwortung ihm zu sagen, dass ich nicht antworten möchte und es ist nicht seine zu erahnen, was ich mag oder nicht.
    • Leseratte schrieb:

      Und wenn der andere nicht darüber reden möchte, ist er quasi gezwungen, das zu sagen
      Hm...nein, finde ich nicht. Es ist immer seine Verantwortung und Entscheidung wie bei dir auch.
      Und zu fragen: "Wie geht es dir?"...ist doch schon eine intressierte Frage.
      Das ist doch okay.
      Ausfragen steht ja wieder auf einem anderen Blatt.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )
    • kikilino schrieb:

      Also nur als Statement: nicht alle NTs mögen das was 'alle NTs mögen'.
      Das stimmt.
      Das finde ich auch nicht okay...indessen gibt es schon viele ähnliche Probleme, die Aspies /Autisten mit Reaktionen von vilen NT s haben üblicherweise.
      Wie auch vermutlich umgekehrt.


      kikilino schrieb:

      dann ist es doch meine ganz eigene Verantwortung ihm zu sagen, dass ich nicht antworten möchte und es ist nicht seine zu erahnen, was ich mag oder nicht.
      :nod:
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )