Was macht ihr in der Autismustherapie (ATZ) genau?

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    • Was macht ihr in der Autismustherapie (ATZ) genau?

      Die Frage richtet sich an alle Erwachsenen mit Asperger, die Erfahrungen mit einer Autismustherapie (meist über Autismustherapiezentren) haben:

      • Was macht ihr in der Therapie genau? (Stellt ihr dem Behandler Fragen zu Alltagsthemen und bearbeitet die Dinge also wenn sie akut sind? Oder läuft das nach einer Art "Lernprogramm" ab, wo man sich mit dem Behandler verschiedene Themenbereiche anschaut und dann bekommt man nur mündlichen Input? Oder macht man auch praktische Übungen wie Rollenspiele? Ich kann mir die Arbeitsweise überhaupt nicht vorstellen.)

      • Was sind die Unterschiede zu einer Verhaltenstherapie, die man bei der Krankenkasse beantragt?


      Leider kann ich mich momentan nicht überwinden, zu einem Erstgespräch zum ATZ wegen der Autismustherapie zu gehen, weil mich vor allem das Antragsverfahren beim Sozialamt abschreckt und weil ich nicht weiß, was mich ATZ erwartet. Das schreckt mich am meisten ab. :shake: Dabei geht man ja dort hin, um sich zu informieren. :m(:
    • Hallo Fruchtigbunt,

      ich betrachte meine autismusspezifische Therapie als Beratungs- und Feedbackgespräch.

      Hilfestellung erhalte ich zu Themen wie "Funktion von Kleidungsstilen", "ungeschriebene Gesetze", "Erwartungen und Selbstverständlichkeiten". Diese Punkte sieht der Gesprächspartner von sich aus und spricht diese auch an (von alleine komme ich einfach nicht auf die Idee, bestimmte Dinge zu ändern, da ich die Nachteile meiner Verhaltensstruktur einfach nicht sehe).

      Zweiter Punkt sind die plötzlich und aus unerwarteten Gründen entstehenden Konflikte - diese spreche ich an und vergleiche sie mit der Handlungsweise meiner Gesprächspartner (z.B.: Was machen Sie in einer solchen Situation?).

      Dritter Punkt ist nei mir, daß meine Mimik für dritte nicht oder nur sehr schwer interpretierbar ist. Hier helfen mir das Nachstellen von Emotionen und Gefühlen via Pantomime (Das ist für mich wirklich schwer).

      Nach dem 2-Stunden-Gespräch habe ich a. meine offenen Baustellen (RW) erledigt und b. Anregungen für mein zukünftiges Verhalten bekommen (darüber denke ich dann in den Folgetagen in Ruhe nach). Das Dritte ist wohl eher etwas fürs Unterbewußtsein.

      Der Unterschied zwischen einer reinen Verhaltenstherapie und der autismusspezifischen Therapie liegt eher darin, wer das Tempo vorgibt. In der Verhaltenstherapie wird eher nach Schema F verfahren (was für NTs sicher auch in Ordnung ist) und nimmt keine Rücksicht auf die grundsätzlich andere Denk- und Handlungsweise von uns Autisten. Im ATZ gibst du das Tempo vor.

      Den Themenkomplex "Wer finanziert meine Eingliederungshilfen" (darum dürfte es bei dir gehen) ist sehr kompliziert und nicht mal eben kurz auf die Schnelle zu beantworten. Hier wäre eine konkretere Frage hilfreich. Tipp von mir jedoch schon jetzt: Bringe genau die Frage der Finanzierung im ATZ zur Sprache! Die müssen eh eine Stellungnahme für den Kostenträger erstellen und kennen daher dien Amtsschimmel...

      Freundliche Grüße

      infla
    • infla schrieb:

      Der Unterschied zwischen einer reinen Verhaltenstherapie und der autismusspezifischen Therapie liegt eher darin, wer das Tempo vorgibt. In der Verhaltenstherapie wird eher nach Schema F verfahren (was für NTs sicher auch in Ordnung ist) und nimmt keine Rücksicht auf die grundsätzlich andere Denk- und Handlungsweise von uns Autisten. Im ATZ gibst du das Tempo vor.
      Bist du sicher, dass der Unterschied wirklich in der Therapieform liegt? Ich denke, es kommt eher auf den Therapeuten an. Im ATZ sind natürlich Therapeuten mit spezifischer Erfahrung, aber ich denke auch jeder andere Therapeut, der offen ist und sich auf seinen Patienten einstellt, kann das gleiche leisten.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~