Was macht ihr in der Autismustherapie (ATZ) genau?

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    • Die Mitarbeiter vom ambulant betreuten Wohnen sind allermeistens Sozialpädagogen, und sie geben in der Regel nur Anleitung, übernehmen aber keine praktischen Hilfeleistungen. Also wenn jemand Probleme mit dem Aufräumen der Wohnung hat, übernehmen sie nicht die Dienstleistung Aufräumen, sondern erarbeiten mit einem, wie man das Aufräumen in den Griff bekommen kann. Dabei können sie auch einmal mit anpacken, aber eigentlich geht es um Anleitung.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Aber es sind eben nicht die gleichen Ziele: im einen Fall ist das pädagogische Ziel, den Klienten zur eigenständigen Alltagsbewältigung zu befühigen,
      im anderen Fall geht es darum, dem Klienten das abzunehmen, was er nicht selbst bewältigen kann.
      Das kann ich so von meinen Erlebnissen auch nicht bestätigen. Mir wird vom ABW gar nichts abgenommen, im Gegenteil das ist ja keine Haushaltshilfe oder so was. Auch hier geht es darum, mich zu unterstützen, anzuleiten. Deshalb ist auch mein (bereits beschriebener) Eindruck, dass ATZ und ABW vielleicht für unterschiedlich selbstständige Klienten ist. Zum ATZ muss man zum Beispiel auch hin kommen können und ein Hilfsangebot außer Haus in Anspruch zu nehmen erfordert vielleicht auch noch weitere Kompetenzen. Die ganze Situation ist eine andere, als wenn man in seinem gewohnten häuslichen Umfeld bleibt (was für manche vielleicht auch relevant ist, die Schwierigkeiten außer Haus haben). Es kann sein, dass es bei beiden Hilfen gleichermaßen darum geht, dem Klient zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen, an Problemen zu arbeiten, über Dinge zu sprechen, etc. Aber die Situation drum herum und die Art der möglichen Hilfe (vor Ort mit dabei sein, oder in der Theorie drüber reden) sehe ich als Unterschiede. Weshalb ich aber keins von beidem besser/schlechter finde, sondern es kommt darauf an was der Klient an Hilfe braucht, möchte und auch selbst leisten kann.
    • Shenya wrote:

      Die Mitarbeiter vom ambulant betreuten Wohnen sind allermeistens Sozialpädagogen, und sie geben in der Regel nur Anleitung, übernehmen aber keine praktischen Hilfeleistungen. Also wenn jemand Probleme mit dem Aufräumen der Wohnung hat, übernehmen sie nicht die Dienstleistung Aufräumen, sondern erarbeiten mit einem, wie man das Aufräumen in den Griff bekommen kann. Dabei können sie auch einmal mit anpacken, aber eigentlich geht es um Anleitung.
      So kenne ich es auch.
    • Tuvok wrote:

      Aber es sind eben nicht die gleichen Ziele: im einen Fall ist das pädagogische Ziel, den Klienten zur eigenständigen Alltagsbewältigung zu befühigen, im anderen Fall geht es darum, dem Klienten das abzunehmen, was er nicht selbst bewältigen kann.
      Auch beim ABW geht es nicht nur darum, dem Klienten etwas abzunehmen, sondern auch, dem Klienten etwas beizubringen, z. B. Ratschläge, wie man besser die Wohnung aufräumt. Die Mitarbeiter vom ABW fangen nicht unbedingt an, alleine deine Wohnung zu putzen. Sie werden zwar auch mal einen Lappen in die Hand nehmen und was vormachen, aber man macht es eigentlich zusammen und ABW gibt Anleitung und Ratschläge und Motivation. Zum Beispiel auch gemeinsam einkaufen. Der ABW-Mitarbeiter geht nicht alleine für den Klienten einkaufen, sondern kommt mit, stellt im Laden Fragen und versucht, die Klienten zu befähigen, es bald besser zu können. In der Praxis habe ich es als nicht so strikt getrennt erlebt wie in der Theorie, mit der du Recht hast.
    • Tuvok wrote:

      Ich gebe zu, dass ich nicht wirklich viel von Betreutem Wohnen verstehe.

      Surprised wrote:

      Und daher empfiehlt es sich möglicherweise in der Konsequenz etwas weniger über ein Thema zu dozieren mit dem du dich eigentlich gar nicht auskennst.
      Wenn der Eindruck des "Dozierens" entsteht, dann ist das ein nicht gerade autismus-untypischer Stil der Kommunikation.
      Die Alternative, überhaupt nicht über dieses Thema zu kommunizieren, finde ich aber nicht akzeptabel.
      Wenn ich offensichtlich falsche Vorstellungen vom Betreutem Wohnen gehabt habe, ist es doch gut, wenn ich diese hier anspreche, denn nur so kann ich diese falschen Vorstellungen korrigieren.
      Das ist eine Frage der Fehlerkultur. Fehler sind nicht per se etwas schlechtes, denn aus Fehlern kann man lernen.

      Surprised wrote:

      In den Hilfeplänen, die ich kenne, fürs ABW im Bereich der Hilfen für geistig und seelisch behinderte Menschen geht es grundsätzlich immer darum Menschen zur eigenständigen Alltagsbewältigung zu befähigen. Das gibt sogar dein SGB IX Zitat aus Beitrag 12 wieder.
      Ich habe noch nie Gelegenheit gehabt, einen solchen Hilfeplan einzusehen, weder bei ambulantem betreuten Wohnen noch bei Autismustherapie.

      Ich weiß aber, das es Behinderungen gibt, die so schwerwiegend sind, dass es zwingend erforderlich ist, dass Handlungen zur Alltagsbewältigung ganz oder teilweise von Dritten übernommen werden. und wo es auch absolut aussichtslos wäre, den Betroffenen jemals beizubringen, es eigenständig ohne Anleitung zu bewältigen. Das wäre dann eben eine Assistenzleistung nach §78 Abs. 2 Nr. 1 SGB IX (vollständige und teilweise Übernahme von Handlungen zur Alltagsbewältigung sowie die Begleitung der Leistungsberechtigten).

      Und ich kenne einen Fall, wo die Autismustherapie als Leistung nach §78 SGB IX gewährt wurde. Dann ist es aber auf jeden Fall eine qualifizierte Assistenzl nach §78 Abs. 2 Nr. 2 SGB IX (Befähigung der Leistungsberechtigten zu einer eigenständigen Alltagsbewältigung).

      Vor diesem Hintergrund ist mir einfach nicht in den Sinn gekommen, dass bei betreutem Wohnen auch qualifizierte Assistenz nach §78 Abs. 2 Nr. 2 in Betracht kommt. Der §78 gibt das so auch nicht zwingend her. Assistenzleistung ist nach dem Wortlaut des §78 i entweder die Übernahme von Handlungen oder die Befähigung zur selbstständigen Bewältigung oder eine Kombination aus beidem

      Shenya wrote:

      Die Mitarbeiter vom ambulant betreuten Wohnen sind allermeistens Sozialpädagogen, und sie geben in der Regel nur Anleitung, übernehmen aber keine praktischen Hilfeleistungen. Also wenn jemand Probleme mit dem Aufräumen der Wohnung hat, übernehmen sie nicht die Dienstleistung Aufräumen, sondern erarbeiten mit einem, wie man das Aufräumen in den Griff bekommen kann. Dabei können sie auch einmal mit anpacken, aber eigentlich geht es um Anleitung.
      Anleitung ist aber wiederum noch nicht Befähigung zur eigenständigen Alltagsbewältigung. Befähigung ist es erst dann, wenn es früher oder später dazu führt, dass die Handlung auch ohne Anleitung eigenständig ausgeführt werden kann. Und da gibt es im betreuten Wohnen ganz bestimmt Fälle, wo das nicht zu erwarten ist

      Avery wrote:

      Deshalb ist auch mein (bereits beschriebener) Eindruck, dass ATZ und ABW vielleicht für unterschiedlich selbstständige Klienten ist. Zum ATZ muss man zum Beispiel auch hin kommen können und ein Hilfsangebot außer Haus in Anspruch zu nehmen erfordert vielleicht auch noch weitere Kompetenzen. Die ganze Situation ist eine andere, als wenn man in seinem gewohnten häuslichen Umfeld bleibt (was für manche vielleicht auch relevant ist, die Schwierigkeiten außer Haus haben). Es kann sein, dass es bei beiden Hilfen gleichermaßen darum geht, dem Klient zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen, an Problemen zu arbeiten, über Dinge zu sprechen, etc. Aber die Situation drum herum und die Art der möglichen Hilfe (vor Ort mit dabei sein, oder in der Theorie drüber reden) sehe ich als Unterschiede. Weshalb ich aber keins von beidem besser/schlechter finde, sondern es kommt darauf an was der Klient an Hilfe braucht, möchte und auch selbst leisten kann.
      Dem kann ich so zustimmen. Wenn du beim betreuten Wohnen das bekommst, was dir weiterhilft, dann würde ich dir auch nicht zusätzlich Autismustherapie aufschwätzen wollen.

      Für mich wäre betreutes Wohnen nichts. Ich würde Autismustherapie auch eher bei §81 SGB IX einordnen, als Leistung zum Erwerb und Erhalt praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten.
      Aber irgendwie haben wir bei Autismustherapie leider das Problem, dass sie nirgends 100%ig zur Beschreibung passt.

      Die Einordnung unter §78 oder §81 SGB IX ist eigentlich nur eine Notlösung, damit die Therapie überhaupt von irgendjemandem bezahlt wird.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Hallo @Tuvok
      Danke für deine Erläuterungen. Und sorry, dass ich LVR für ganz NRW geschrieben habe. Das stimmt natürlich nicht (für Interessierte: die andere "Hälfte von NRW" wird vom LWL, der meines Wissens nach ähnlich oder fast gleich arbeitet, übernommen)

      Tuvok wrote:

      Aber ich gehe davon aus, dass Betreutes Wohnen nur dann vom LVR (=Leistungsträger in einem Teil von NRW) bewilligt wird, wenn tatsächlich die Übernahme von Handlungen zur Alltagsbewältigung erforderlich ist.
      Ich war zunächst über die Nutzung der Begrifflichkeiten ("Übernahme von Handlungen zur Alltagsbewältigung" und "Befähigung zur eigenständigen Alltagsbewältigung") etwas verwundert. Dann habe ich nochmal etwas gegoogelt und festgestellt, dass es scheinbar daher kommt, dass durch das neue BTHG Unterscheidungen getroffen werden, die vorher nicht gemacht wurden oder anders gehandhabt wurden.
      Demnach wird eine qualifizierte Leistung im betreuten Wohnen dann übernommen, wenn eine Anleitung (keine Übernahme) erforderlich ist. Eine Übernahme würde eine unterstützende oder allgmeine Assistenz genannt.
      Quelle: LVR: Betreutes Wohnen/ Assistenz-Leistungen (für nicht geistig behinderte Menschen)

      Meine Erfahrung dazu:
      Ich habe im Frühjahr letzten Jahres das letzte Mal einen Antrag schreiben müssen. Dabei wurde (noch) nicht zwischen diesen Arten von Assistenz unterschieden. Ich brauche auch keine reine Übernahme, eher Anleitungen und Begleitungen und nur ganz selten mal Übernahme in dem Sinne, dass ich z.B. nicht immer es schaffe selbst zu telefonieren. Trotzdem versuche ich es wenn möglich. Ich weiß aber, dass mein Anbieter von betreutem Wohnen extra Angestellt hat, die einem z.B. beim Putzen helfen. Dies machen nicht Sozialpädagogen (o.ä. ausgebildete). Meines Wissens sind es aber "hauswirtschaftlich ausgebildete" Menschen (Ich weiß nicht, wie die korrete bezeichnung ist).
      Meine Betreuerin hat auch schonmal Haushaltssachen mit mir gemacht weil ich mit noch einer zusätzlichen fremden Person in meiner Wohnung überfordert gewesen wäre.
      Bei anderen Anbietern von betreutem Wohnen (vor Einführung des BTHG) hatte ich die Erfahrung gemacht, dass z.B. die Krankenschwester (mit Weiterbildungen! die Art weiß ich auch hier nicht) das "gleiche" gemacht hat wie der Ergotherapeut, die Psychologin und die Sozialpädagogin. Natürlich hat aufgrund der Unterschiedlichen Ausbilndungen jeder dann ein wenig anders gearbeitet und andere Schwerpunkte setzen können. Wenn jemand ausschließlich Hilfe beim Putzen brauchte (und klar war, dass er es nicht lernen wird), dann wurde dies über andere Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. Pflegegrad) geleitet oder auch von Aushilfen gemacht (bei letzterem weiß ich nicht, wie die Begründungen da sind/waren).

      Manche Dinge überschneiden sich aber auch etwas. Z.B. rede ich mit meiner Betreuerin über soziale Situationen/ Probleme wo ich teilweise auch mit meinem Psychologen (oder auch der Ergotherapeutin) rede/ reden könnte. Dies sind aber eher Erklärungen wie Menschen ticken oder Hinweise, was man evtl. machen könnte. Es geht nicht um kompliziertere emotionale "Geschichten" oder gar Verarbeitung von vergangenen Themen. Das gehört dann doch zum Psychologen. Die Grenze ist nicht so "scharf" und hängt immer auch etwas davon ab, was für Qualifikationen und persönliche Fähigkeiten der Betreuer hat. Theorie und Praxis klaffen hier sicherlich manches mal auch auseinander.


      Das BTHG ist ja noch in der Einführung. Deswegen kann es durchaus möglich sein, dass es in der Praxis der Umsetzung noch große Unterschiede gibt. Es gibt ja auch offizielle Übergangsregelungen.
    • kastenfrosch wrote:

      Manche Dinge überschneiden sich aber auch etwas. Z.B. rede ich mit meiner Betreuerin über soziale Situationen/ Probleme wo ich teilweise auch mit meinem Psychologen (oder auch der Ergotherapeutin) rede/ reden könnte. Dies sind aber eher Erklärungen wie Menschen ticken oder Hinweise, was man evtl. machen könnte. Es geht nicht um kompliziertere emotionale "Geschichten" oder gar Verarbeitung von vergangenen Themen. Das gehört dann doch zum Psychologen. Die Grenze ist nicht so "scharf" und hängt immer auch etwas davon ab, was für Qualifikationen und persönliche Fähigkeiten der Betreuer hat. Theorie und Praxis klaffen hier sicherlich manches mal auch auseinander.
      gerade bei diesen Aspekten kann ich mir gut vorstellen, dass sie auch Inhalt einer Autismustherapie sein können. Ich habe jedoch nur davon gehört/ gelesen. Das ATZ in meiner Stadt bietet keine Therapie für Erwachsene an (Betreutes Wohnen allerdings schon).
    • kastenfrosch wrote:

      Quelle: LVR: Betreutes Wohnen/ Assistenz-Leistungen (für nicht geistig behinderte Menschen)
      Danke. Das ist doch mal eine Quelle, mit der man wirklich etwas anfangen kann. Da hatte ich also bei betreutem Wohnen tatsächlich etwas daneben gelegen, als ich davon ausgegangen bin, dass das nur dann gewährt wird, wenn allgemeine, unterstützende Assistenz erforderlich ist, obwohl aus dem Text des LVR ja hervorgeht, dass es offenbar auch Fälle gibt, wo es ausschließlich oder überwiegend um allgemeine, unterstützende Assistenz geht (aber eher bei schweren geistigen Behinderungen).

      Insgesamt scheint das im neuen BTHG ganz sinnvoll geregelt zu sein.

      Mal interessenhalber: wie viele Stunden "qualifizierte Assistenz" bekommst du denn beim betreuten Wohnen pro Woche? Oder ist das keine feste Stundenzahl sondern eher ein Bereitschaftsdienst, wo du dich immer melden kannst, wenn du Unterstützung brauchst?

      kastenfrosch wrote:

      Ich war zunächst über die Nutzung der Begrifflichkeiten ("Übernahme von Handlungen zur Alltagsbewältigung" und "Befähigung zur eigenständigen Alltagsbewältigung") etwas verwundert.
      Ich war eher darüber verwundert, dass die Autismustherapie in einem mir bekannten Fall bei diesem Paragraphen eingeordnet wurde.
      "Befähigung zur Alltagsbewältigung" ist eigentlich nicht das, was ich mit Autismustherapie anstrebe. Eher würde schon "Leistung zum Erwerb und erhalt praktischer Fähigkeiten (§81 SGB IX)" passen. Aber eigentlich passt in meinem Fall noch besser "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben (§49 SGB IX)". Zumindest die Rentenversicherung als sachlich zuständiger Leistungsträger ist da aber anderer Meinung und hat den Antrag erstmal an die Krankenkasse weitergeleitet. Jetzt bin ich gespannt, was die Krankenkasse dazu sagt.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Das ATZ in meiner Stadt bietet keine Therapie für Erwachsene an
      Das könnte auch ein entscheidender Punkt sein. Solche Autismuszentren scheint es wohl (noch) gar nicht so häufig zu geben, bei mir in der Region habe ich auch eins das Therapie nur für Erwachsene bis zum 21. Lebensjahr anbietet. So jemandem bleibt dann unter Umständen als mögliche Alternative vielleicht nur die Hilfe vom ambulant begleiteten Wohnen. (Für mich sind zum Beispiel normale Psychotherapien keine Option, das funktioniert einfach nicht. Schon mehrfach erfolglos versucht).
    • Avery wrote:

      Für mich sind zum Beispiel normale Psychotherapien keine Option, das funktioniert einfach nicht. Schon mehrfach erfolglos versucht
      Hast du schon mal eine Ergotherapie versucht? Die geht ja in eine andere Richtung. Und leistet bei mir zumindest etwa das, was ich mir von einer Autismus Therapie erwarten würde. Alltagsstruckturierung und Gefühle anderer verstehen und lesen lernen und Bedürfnisse und Bitten kommunizieren usw. ich nenne ein Problem was mich stört und dann werden dafür gemeinsam praktische Lösungen gesucht und geübt.
    • Ich selber habe 2,5h pro Woche ambulant betreutes Wohnen - die autismuspezifische Therapie habe ich seit Corona-Beginn nicht mehr.

      Meine Hilfe unterstützt mich bei Dingen, die ich nicht schaffe anzufangen (hört sich komisch an: Ich weiß zwar, daß bestimmte Dinge erledigt werden müssen - fange damit schlicht nicht von selbst an). Wir erstellen z.B. den Kochplan für eine Woche, machen entsprechend den Einkaufszettel und gehen dann den Wocheinkauf an. Wenn ich alleine bin, fülle ich gerade mal meinen Magen auf...

      Staubsaugen geht bei mir überhaupt nicht - ich bin dann für Stunden erledigt. Dazu meinte meine Hilfe lediglich, daß ich zu reizoffen bin und übernimmt genau diesen Punkt (Das Aufräumen, Staub wischen, Boden wischen mache ich dann wieder alleine).

      Die autismusspezifische Therapie ist eher eine theoretische Beratung / Hilfestellung, die für mich den sozialen Kontext erfaßbar macht. Das kann sehr wichtig sein, wenn man zum Beispiel im Arbeitsleben immer wieder an seine Grenzen stößt und keine (Verhaltens)Alternativen hat.

      Freundliche Grüße

      infla
    • Avery wrote:

      Solche Autismuszentren scheint es wohl (noch) gar nicht so häufig zu geben, bei mir in der Region habe ich auch eins das Therapie nur für Erwachsene bis zum 21. Lebensjahr anbietet.
      Das überrascht mich jetzt doch etwas. Ich dachte bisher, man könnte an (fast) jedem ATZ auch ein Therapieangebot als Erwachsener bekommen.

      Avery wrote:

      So jemandem bleibt dann unter Umständen als mögliche Alternative vielleicht nur die Hilfe vom ambulant begleiteten Wohnen.
      Zumindest im Einzugsbereich des LVR gibt es als Alternative oder Ergänzung noch Gruppentherapieangebote in Köln und demnächst auch in Düsseldorf und Essen.

      infla wrote:

      die autismuspezifische Therapie habe ich seit Corona-Beginn nicht mehr.
      Gibt es da einen ursächlichen Zusammenhang oder ist das ein rein zufälliges zeitliches Zusammentreffen. (Einzel-)therapeutische Angebote dürften doch eigentlich nicht von den Corona-Regeln betroffen sein?

      infla wrote:

      Staubsaugen geht bei mir überhaupt nicht - ich bin dann für Stunden erledigt. Dazu meinte meine Hilfe lediglich, daß ich zu reizoffen bin und übernimmt genau diesen Punkt
      Warum ist das so anstrengend für dich? Hängt es mit dem Geräusch zusammen? Das geht mir auch oft sehr auf die Nerven, aber daran ändert sich ja auch nichts, wenn es jemand anders (in meinem Beisein) macht.

      infla wrote:

      Die autismusspezifische Therapie ist eher eine theoretische Beratung / Hilfestellung, die für mich den sozialen Kontext erfaßbar macht. Das kann sehr wichtig sein, wenn man zum Beispiel im Arbeitsleben immer wieder an seine Grenzen stößt und keine (Verhaltens)Alternativen hat.
      Ich habe meinen Antrag damit begründet, dass mein Beruf als Lehrer neben Fach- und sachkompetenz (die ich sicherlich mitbringe) auch hohe soziale Anforderungen (Beziehungs- und Gesprächskompetenz, Kommunikationsfreudigkeit) stellt und insbesondere auch Empathie und nonverbale Kommunikation erwartet werden. Insbesondere diese Bereiche müssten in der Autismustherapie ausführlich thematisiert werden.
      Ich stelle mir da nicht nur theoretische Beratung und Hilfestellung, sondern durchaus auch praktische Übungen vor.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Zum Staubsaugen: Ich bin danach für Stunden absolut handlungsunfähig.

      Ich bin gegen alle möglichen Pollen allergisch und spritze mittlerweile dagegen. Ich vermute, es liegt an (Rest)Pollen am Boden und in der Luft, der beim Saugen aufgewirbelt wird. Saugen bedeutet: Türen zu und Fenster auf, Saugvorgang, Moment Warten, Fenster zu und Türen auf.

      Zur autismusspezifischen Therapie: Hier im ATZ fehlen die Mitarbeiter. Daher wird eher nach Dringlichkeit gearbeitet.

      Gegenfrage: Was soll der Berater bei dir genau in die Realität umsetzen? Ein Lehrerberuf zeichnet sich dadurch aus, daß man selbstständig die unterschiedlichsten herangetragenen Anforderungen löst. Soll bedeuten, das ich mir das Üben mir nur schwerlich vorstellen kann. Du bist für deinen Beruf qualifizierter als ein Berater es je sein kann!

      Freundliche Grüße

      infla

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    • infla wrote:

      Ein Lehrerberuf zeichnet sich dadurch aus, daß man selbstständig die unterschiedlichsten herangetragenen Anforderungen löst.
      Es geht überhaupt nicht um Selbstständigkeit und/oder Alltagsbewältigung. Deswegen passt der §78 SGB IX auf mich auch absolut nicht.

      infla wrote:

      Du bist für deinen Beruf qualifizierter als ein Berater es je sein kann!
      Fachlich bin ich ganz bestimmt besser für Mathe- und Physikunterricht qualifiziert, als der Therapeut.
      Aber zum Lehrerberuf gehört mehr als fachliche Qualifikation.
      Man muss auch Gespräche führen mit Schülern, Eltern, Kollegen und Vorgesetzten, man muss Beziehungen zu den Schülern aufbauen und die Schüler motivieren, und man muss nonverbale Kommunikation selbst einsetzen und die nonverbalen Signale der Schüler richtig deuten können. Ich hätte die Autismusdiagnose sicherlich nicht bekommen, wenn ich all das perfekt könnte. Aber ich habe immer wieder im Leben neues gelernt, und ich denke schon, dass ich auch auf dem Gebiet der sozialen Kommunikation und interaktion noch einiges lernen könnte. Und das wäre dann meine wichtigste Zielsetzung für eine Autismustherapie.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Tuvok wrote:

      Mal interessenhalber: wie viele Stunden "qualifizierte Assistenz" bekommst du denn beim betreuten Wohnen pro Woche? Oder ist das keine feste Stundenzahl sondern eher ein Bereitschaftsdienst, wo du dich immer melden kannst, wenn du Unterstützung brauchst?
      Zur Zeit habe ich 3 Stunden. Früher hatte ich noch etwas mehr. Die meisten Menschen, die ich kenne, haben eher 1,5 bis 2,5 Stunden. Über 3 Stunden kenne ich nur wenige. Aber ich habe auch schon Menschen mit 8 Stunden getroffen. Die standen dann aber auch "mit einem Bein im Wohnheim". (Alles Menschen ohne Autismus, mit anderen psychiatrischen Problemen)

      Ich habe meistens einen festen Termin in der Woche und dann nach Bedarf, z.B. für Arzttermine oder wenns mir einfach schlecht geht oder irgendwas außergewöhnliches anfällt. Teilweise telefonieren wir dann auch. Früher fand ich telefonieren schrecklich. Mit der Betreuerin jetzt blieb mir am Anfang der Coronakriese ja garnichts anderes. Dadurch haben wir immerhin einen "Modus" gefunden, wie es halbwegs klappt. Es ist einfach auch flexibler weil die Anfahrtszeiten wegfallen und es dadurch eher möglich ist.

      Ergotherapie:
      Wenn man eine gute Therapeutin hat, kann man da viel erreichen. Ich habe schon einige gehabt. Die jetzige ist noch sehr neu für mich. Aber ich habe das Gefühl, sie hat sich zumindest theoretisch schon sehr viel angeeignet. Und vor allem: sie ist bereit sich individuell einzulassen und fährt nicht einfach "ihr Ding". Dort geht es auch viel um Alltagsbewältigung.

      Ich besuche noch eine Tagesstätte. Dies dient eigentlich zur Tagesstrukturierung und dass man wieder in berufliche Prozesse einsteigen können soll (z.B. WfbM) . Aber dort lerne ich gerade im sozialen sehr viel. Ich bin immer wieder mit anderen Klienten sehr herausgefordert. Manchmal auch überfordert. Mit der Überforderung umzugehen ist immer wieder Thema (z.B. rechtzeitig vor dem Overload rausgehen, ich halte oft zu lange aus). Solche Themen kommen auch oft in der Psychotherapie vor. Dort kann man sie noch besser besprechen weil mehr Zeit für individuelle Probleme ist. In der Tagesstätte gibt es zwar auch Gespräche, aber eher kürzer und nicht so tiefgehend. Es geht mehr um die praktische Umsetzung. Dort arbeiten auch überwiegend Ergotherapeuten.

      Wenn ich die Tagesstätte, Ergotherapie und Psychotherapie nicht hätte, würde ich mehr Bedarf an Betreutem Wohnen haben.


      Vielleicht ist es neben der vergleichsweise schwierigen Finanzierung für erwachsenen-Therapie auch ein wichtiger Punkt, dass viele Menschen mit Autismus schon so viel im Leben gelernt haben? Ich habe auch schon öfter gedacht, dass die ATZs ja auch ähnlich wie in Versorgungszentren Ergo- und Psychotherapeuten mit Autismusschwerpunkt beschäftigen könnten. Die Abrechnung erfolg dann über die Ergotherapierezepte / Psychotherapie. Ich finde, allein im Thema Expertenvernetzung von Behandlern könnte sehr viel noch erreicht werden ohne, dass man ATZs ausbauen müsste. Leider sehe ich da nirgendwo eine Diskussion dazu (auf der Seite dieser Behandler oder auch der Wissenschaft). Selbst die Diagnostikstellen können für ihren Einzugsbereich kaum Tipps geben, wer (Psycho-)Therapieplätze anbietet.
    • kastenfrosch wrote:

      Solche Themen kommen auch oft in der Psychotherapie vor. Dort kann man sie noch besser besprechen weil mehr Zeit für individuelle Probleme ist.
      Also hast du Psychotherapie noch zusätzlich zu betreutem Wohnen, Ergotherapie und Tagesstätte?

      kastenfrosch wrote:

      Vielleicht ist es neben der vergleichsweise schwierigen Finanzierung für erwachsenen-Therapie auch ein wichtiger Punkt, dass viele Menschen mit Autismus schon so viel im Leben gelernt haben?
      Da weiß ich jetzt nicht so genau, was du meinst. Es ist doch eigentlich gut, wenn man viel gelernt hat. Aber es sollte auch der Finanzierung einer Autismustherapie nicht im Wege stehen, weil die Diagnose doch klar aufzeigt, dass man noch irgendwo Defizite hat, wo man sich durch zielgerichtetes Lernen vielleicht noch verbessern könnte.

      kastenfrosch wrote:

      Ich habe auch schon öfter gedacht, dass die ATZs ja auch ähnlich wie in Versorgungszentren Ergo- und Psychotherapeuten mit Autismusschwerpunkt beschäftigen könnten. Die Abrechnung erfolg dann über die Ergotherapierezepte / Psychotherapie.
      Ich weiß jetzt nicht, was für "Versorgungszentren" du genau meinst, aber ich habe auch schon gedacht, dass die Organisationsform der ATZs nicht optimal ist, um Therapieangebote für Erwachsene anbieten zu können.
      Aber die große Mehrheit der Klienten wird bei den meisten ATZs wohl aus Kindern und Jugendlichen bestehen, wo die Finanzierung kein Problem sein dürfte. Bei Erwachsenen muss man das dann irgendwo rechtlich einordnen, um es überhaupt ganz oder teilweise finanziert zu bekommen. "Leistung zur sozialen Teilhabe" ist da eigentlich nur ein Behelf, weil sonst nichts passt.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Tuvok wrote:

      Also hast du Psychotherapie noch zusätzlich zu betreutem Wohnen, Ergotherapie und Tagesstätte?
      korrekt.


      Tuvok wrote:

      Da weiß ich jetzt nicht so genau, was du meinst. Es ist doch eigentlich gut, wenn man viel gelernt hat. Aber es sollte auch der Finanzierung einer Autismustherapie nicht im Wege stehen, weil die Diagnose doch klar aufzeigt, dass man noch irgendwo Defizite hat, wo man sich durch zielgerichtetes Lernen vielleicht noch verbessern könnte.

      Ich glaube, ich meinte das in etwa so, dass vielleicht bei Kindern und Jugendlichen der Bedarf noch viel deutlicher ist weil sie nicht so viel kompensieren (können) im vergleich zu einem erwachsenen menschen (ausgehend von mind. durchschnittlicher Intelligenz). und dazu kommt, dass bestimmte entwicklungsfenster noch nicht so weit weg sind. Das bedeutet, dass der effekt möglicherweise größer ist. (dies sind alles spekulative Ideen, was die Geldgeber denken könnten bzw. wodurch sich die tatsächlichen gegebenheiten begründen könnten)


      Tuvok wrote:

      Ich weiß jetzt nicht, was für "Versorgungszentren" du genau meinst

      Es gibt immer häufiger privat(?)-wirtschaftliche unternehmen, die Ärzte, Therapeuten o.ä. in großem stiel einstellen und von ihnen möglichst großen profit fordern (dafür müssen sie im vorfeld z.b. kassensitze kaufen, was in größerem umfang natürlich sehr teuer ist). es geht dabei also um gewinnmaximierung und nicht primär um das bestmögliche ergebnis für den patienten. so kann es passieren, dass dir eine teurere behandlung angeboten wird, wo eine günstige genauso gut oder sogar besser helfen könnte nur weil daran mehr zu verdienen ist. auch die mitarbeiter stehen unter druck, da sie möglichst viel in wenig zeit schaffen sollen (z.b. beim anträge schreiben, pausenzeiten, zeiten für die vor-/nachbereitung für individuelle therapien)
    • Mal interessenhalber: wie viele Stunden "qualifizierte Assistenz" bekommst du denn beim betreuten Wohnen pro Woche?

      Oder ist das keine feste Stundenzahl sondern eher ein Bereitschaftsdienst, wo du dich immer melden kannst, wenn du Unterstützung brauchst?
      Ich finde es nicht okay Tuvok, dass du "qualifizierte Assistenz" in Anführungszeichen setzt. Das kommt bei mir so rüber, als ob du damit nach wie vor deren Qualifikation anzweifelst.

      Bei mir ist es auch so wie bei kastenfrosch, ich habe ein Stundenkontingent (Das aber auch erhöhen oder reduzieren kann) pro Woche. Darüber hinaus wäre sie auch für mich ansprechbar, ich kann ihr auch jederzeit etwas z.B. per Mail schreiben. Das habe ich aber bei der Autismustherapie genau so gehabt, es gab 1 Termin pro Woche und wenn darüber hinaus irgendwas wäre, hätte ich mich auch bei der Autismustherapeutin melden können.
    • Avery wrote:

      Ich finde es nicht okay Tuvok, dass du "qualifizierte Assistenz" in Anführungszeichen setzt. Das kommt bei mir so rüber, als ob du damit nach wie vor deren Qualifikation anzweifelst.
      So war das nicht gemeint. Ich habe qualifizierte Assistenz als Zitat der offiziellen Bezeichnungsweise in Anführungszeichen gesetzt. Wenn ich die Qualifikation anzweifeln wollte, hätte ich geschrieben "qualifizierte" Assistenz, also nur qualifiziert in Anführungszeichen gesetzt.

      Aufgrund meiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse muss ich Assistenzleistungen komplett selbst bezahlen.
      Es ist durchaus nicht so, dass ich nicht bereit wäre, dafür Geld auszugeben. Wenn ich selbst der Auftraggeber bin, bin ich allerdings auch nicht auf die Anbieter angewiesen, die mit dem Eingliederungshilfeträger abrechnen können, sondern kann mir privat jemanden suchen, der die für mich passenden Qualifikationen hat. Ich habe auf diesem Weg auch schon hochqualifizierte Leute gefunden, zum Beispiel eine Heilerziehungspflegerin, die inzwischen ihr Studium der Rehabilitationspädagogik beendet hat und jetzt in jedem ATZ als Therapeutin anfangen könnte (will sie aber nicht). Ich habe ihre Qualifikation immer hoch geschätzt und sie auch immer gerne leistungsgerecht dafür bezahlt (mehr als eine Therapiestunde im ATZ gekostet hätte).

      An Autismustherapie habe ich aber noch einmal ganz andere Erwartungen als an eine noch so hoch qualifizierte Assistenzleistung. In meinem Fall will ich mit Therapie in erster Linie meine Erwerbsfähigkeit auf Dauer sichern, denn ich habe keine Lust, nur wegen Autismus vorzeitig in Rente zu gehen. Ich bin überzeugt davon, dass das ATZ mir da weiterhelfen kann, aber da es in diesem Fall um dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben geht, bin ich nicht bereit, diese Therapie selbst zu bezahlen, denn ich habe ja lange genug in die Rentenversicherung eingezahlt, um einen Anspruch darauf zu haben, wenn nunmehr der Versicherungsfall eingetreten ist.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Ich habe einen Punkt, weshalb ich eine Therapie in einem ATZ für mich doch als besser empfinde. Die Fachkentnis und Erfahrung über Autismus.

      Die Male wo ich in der Therapie in einem Autismuszentrum war, gab es nichts, wirklich gar nichts kein einziges Mal, wo die Therapeutin im ATZ sich irgendwie falsch verhalten hätte. Sie hat nie etwas unbedachtes gesagt, hat nie etwas gemacht wodurch ich mich falsch/nicht verstanden fühlte. Im Moment habe ich schon die zweite ABW Frau, die ist zwar deutlich besser und kompetenter als die erste, aber trotzdem gibt es schon wieder Probleme.

      Zum Beispiel mit unbedachten Aussagen, ("es wird schon nichts passieren" oder "so schlimm kann es nicht werden" etc.) was für normale Menschen wohl übliches Gerede- und anders gemeint ist, wodurch ich mich aber nicht ernst genommen fühle. Bei mir ist es wichtig, dass man etwas so sagt wie man es meint und keine solche Floskeln oder belanglosen Sprüche verwendet die vielleicht eigentlich anders gemeint sein könnten.

      So was passiert beim ATZ nicht, die Therapeutin sagt so etwas dann einfach erst gar nicht. Wenn sie etwas kommentiert, dann z.B. "Ich hoffe, dass es für Sie positiv verläuft". Ich habe den Eindruck, dass bei den ATZ Therapeuten mehr- oder tiefgreifenderes Fachwissen über Autismus vorhanden ist, als bei den ABW betreuern. Und dass die ATZ Therapeuten deshalb mehr darauf achten, was sie sagen oder wie sie etwas formulieren.

      Ich empfinde die Situation als sehr schwierig, weil ich das Verhalten mir gegenüber vom ATZ bräuchte, aber gleichzeitig die aktive Unterstützung des ABW im Alltag.