Zuverlässiger Bluttest auf Autismus?

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    • HCS schrieb:

      Der Test aber erkennt Autismus im Sinne von Kanner-Syndrom
      Mag sein, steht da aber nicht so - das war ja eine der Fragen - wer wurde da denn eigentlich getestet?
      Das wurde bereits auf Seite 1 geklärt (#19) ;) Auf Seite 3 oben (#41) ging ich nochmal drauf ein.

      "ASD was assessed by a diagnosis of “Autistic Disorder” as defined in the Diagnostic and Statistical Manual for Mental Disorders, Fourth Edition, the Autism Diagnostic Observation Schedule (ADOS), and/or the Childhood Autism Rating Scales (CARS; score > 30)"
      onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/btm2.10095

      Und "Autistic-Disorder" im DSM-4 entsprach der ICD-10 Diagnose "frühkindlicher Autismus" (Kanner-Syndrom).
    • Neoni schrieb:

      Auf Seite 3 oben (#41) ging ich nochmal drauf ein.
      Entschuldige, da habe ich offenbar nicht jeden Post mit der gebotenen Gründlichkeit gelesen (in Post 19 stand noch als Schlußfolgerung, das AS/HFA auch in Frage komme - mein Fehler, mich auf eine Aussage dieser Userin zu Fakten zu verlassen und sie nicht nachzuprüfen)
    • HCS schrieb:

      in Post 19 stand noch als Schlußfolgerung, das AS/HFA auch in Frage komme
      Da Asperger-Syndrom und hochfunktionaler Kanner-Autismus (je hochfunktionaler), kaum voneinander zu trennen ist (zumindest nach heutigen Methoden), lässt sich das ja so genau gar nicht sagen.
      Verkomplizierend kommt hinzu, dass HFA oft einfach nur als Synonym für AS verwendet wird (teilweise sogar umgekehrt) ---> an-einander-vorbei-reden Gefahr

      Also es gibt die These: Kanner- und Asperger-Autismus ist dasselbe bloß verschiedene Ausprägung. Anhänger dieser These müssten also erwarten, dass dieser Test auch bei AS/HFA (meist) positiv sein müsste.
      Und es gibt die These dass es nicht dasselbe sei (scheint jetzt zumindest in dem Thread die Hauptmeinung zu sein), dann müsste der Test ja bei AS/HFA (meist) negativ sein.
      (All das natürlich unter der Annahme, der Test erkennt Kanner-Autismus).
      Jedenfalls finde ich den Ansatz sehr interessant und bin auch gespannt was die Zukunft da bringt.
    • Cloudactive schrieb:

      Es könnte also durchaus sein, dass auch HFA/Asperger miteinbezogen wurden.
      Die genannten Kriterien sollten diese Gruppen eigentlich auch erfüllen können, wenn auch nicht alle.
      [ADOS + anderer Test für Kinder mit Autismus]

      Neoni schrieb:

      Und "Autistic-Disorder" im DSM-4 entsprach der ICD-10 Diagnose "frühkindlicher Autismus" (Kanner-Syndrom).

      Ja, ich wusste nicht, dass "Autistic Disorder" eine eigenständige Diagnose in den USA ist und für den frühkindlichen Autismus steht.
      Danke @Neoni, das erklärt einiges.

      ++

      Cloudactive schrieb:

      Wenn man sich den Abstract der Originalpublikation durchliest, wird man feststellen können, dass dort steht, dass "zumindest einem Teil des ASS-Spektrums" geholfen werden könnte.
      Im selben Post schrieb ich das.
      Es stand offen, welche meiner in Betracht gezogenen Möglichkeiten tatsächlich wahr ist.
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Neu

      Cloudactive schrieb:

      Ja, ich wusste nicht, dass "Autistic Disorder" eine eigenständige Diagnose in den USA ist und für den frühkindlichen Autismus steht.
      Das war im DSM-4, neben den Diagnosen Asperger's Disorder und PDD-NOS (tiefgreifende Entwicklungsstörung nicht näher bezeichnet).
      Aber das DSM-4 ist ja nicht mehr aktuell, das ist jetzt das DSM-5 mit Autism Spectrum Disorder.
      Aber in der Forschung unterscheiden sie wohl doch noch und nutzen das DSM-4.
    • Neu

      HCS schrieb:

      FruchtigBunt schrieb:

      Was, wenn die Forschung da einfach noch nicht so weit ist?
      Geh mal davon aus, dass solch simple Zusammenhänge längst aufgedeckt worden wären, die sind nämlich sehr viel einfacher zu finden als das, was in dem Artikel oben dargestellt wird. Die Vermutung, "die Forschung" sei da "noch nicht so weit" wie irgendwelche halben oder ganzen Scharlatane, die Diäten anpreisen, ist nicht sehr plausibel, wird aber immer und immer wieder gläubige Abnehmer finden - nicht umsonst verkauft sich "glutenfrei" gerade wie blöd.
      Was lässt dich so sicher sein, dass der Zusammenhang "simpel" ist? Ich gehe nicht davon aus, dass er simpel ist.

      Den Rückschluss, dass sich "glutenfrei" gut verkauft, weil "Scharlatane" dies anpreisen, ist sehr verzerrt. Es gibt noch viele andere Ursachen, warum sich glutenfrei gut verkauft. Hast du darüber mal nachgedacht? Kann es sein, dass du sehr einseitig denkst?
    • Neu

      FruchtigBunt schrieb:

      Was lässt dich so sicher sein, dass der Zusammenhang "simpel" ist?
      Dass Du es geschrieben hast:

      FruchtigBunt schrieb:

      Ich habe hier gelesen, dass Autisten eine Stoffwechselstörung hätten und die Peptide Gliadorphin und Kasomorphin dewegen in zu hoher Anzahl vorkämen. Kann man das eigentlich nicht im Blut testen?
      Das wäre ein sehr simpler Zusammenhang: es gibt eine Stoffwechselstörung, die zu Autismus führt bzw. mit ihm direkt verbunden ist. Lineare Abhängigkeit, kein Bündel ganz unterschiedlicher Faktoren, fertig. So etwas ist sehr viel einfacher aufzudecken als eine komplexe Geschichte wie in dem eingangs zitierten Artikel, Stoffwechselstörungen sind prinzipiell längst bekannt, da wäre schon längst jemandem aufgefallen, dass es da einen Zusammenhang geben könnte, und hätte entsprechende Untersuchungen angestoßen. Komplex ist dabei möglicherweise der exakte Prozess dahinter, aber das ändert nichts an einem sehr simplen Zusammenhang. Und Du hast als einzige Quelle eine Seite mit Diätempfehlungen, die auf einer Modewelle reitet (die andere sagt nur etwas über mögliche Probleme beim Glutenabbau, nichts über Hinweise auf einen Zusammenhang mit Autismus), denn genau das ist die Gluten-Geschichte. Ein zweifelhafter Diätratgeber soll etwas wissen, was die Forschung nicht gefunden hat, obwohl es relativ leicht zu erkennen wäre?
      Da kann ich Dich nur zitieren:

      FruchtigBunt schrieb:

      Kann es sein, dass du sehr einseitig denkst?
      Nämlich in die Richtung "Wissenschaftler sind entweder inkompetent oder korrupt, deshalb brauchen wir kritisch denkende Laien, um die Forschung voran zu bringen". Hatten wir doch schon beim Thema Oxytocin-Studie: nein, Wissenschaftler sind nicht unfähiger oder korrupter als Lagerarbeiter, Polizisten, Lehrer, Einzelhandelskaufleute, ...., also werden solch offensichtliche Zusammenhänge nicht längerfristig übersehen oder gar geleugnet, obwohl man es besser weiß.

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      kitescreech schrieb:

      Für diese Studie wurden Kinder ausgewählt die erstens eine Autismus-Diagnose haben und bei denen zweitens bekannt ist daß sie ein gewisses Maß an oxidativem Stress haben.
      Die Stelle übersetze ich zwar etwas anders, nämlich dass nur getestet wurde, welchen oxidativen Stresslevel sie haben, aber das ändert nichts dran, dass Du da einen möglichen Schwachpunkt der Studie aufgezeigt hast, schließlich wird darauf nicht weiter eingegangen, so dass man nicht weiß, ob sie diesen Punkt im Weiteren berücksichtigt haben.

      Auch bei LFAs gibt es bislang keinen Hinweis auf klar bestimmbare, eng verwandte genetische oder andere Ursachen, das scheint also ähnlich komplex wie AS zu sein, so dass auch hier ein einfacher Bluttest eher nicht "das Ei des Kolumbus" ist. Es ist also realistischer, an ein Scheinergebnis mit dieser oder einer ähnlichen Erklärung zu denken. Schön wäre es selbstverständlich wenn es anders wäre, aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Je deutlicher wird, dass ASS nicht eine leicht einzugrenzende Genvariante ist, sondern ein ganzes Bündel sowohl genetischer als auch nichtgenetischer Ursachen hat, desto klarer ist auch, dass es einen einfachen biochemischen Nachweis genauso wenig geben wird wie eine Pille, die die Symptome komplett verschwinden lässt (wobei ich letzteres für geringfügig realistischer halte als ersteres). Teillösungen ja, also dass sich bestimmte Varianten mit eng verwandten Ursachen besser abgrenzen lassen, aber ein Tropfen Blut und der Arzt weiß, dass das Kind Kannie ist - unrealistisch. Und das ist eine prinzipielle Frage, komplexe Zusammenhänge hunderter Variabler lassen sich auf keinem Gebiet auf einfache Lösungen reduzieren (jedenfalls nicht so, dass die Lösung sich mit der Realität deckt).
    • Neu

      HCS schrieb:

      FruchtigBunt schrieb:

      Was lässt dich so sicher sein, dass der Zusammenhang "simpel" ist?
      Dass Du es geschrieben hast:

      FruchtigBunt schrieb:

      Ich habe hier gelesen, dass Autisten eine Stoffwechselstörung hätten und die Peptide Gliadorphin und Kasomorphin dewegen in zu hoher Anzahl vorkämen. Kann man das eigentlich nicht im Blut testen?
      Das wäre ein sehr simpler Zusammenhang: es gibt eine Stoffwechselstörung, die zu Autismus führt bzw. mit ihm direkt verbunden ist. Lineare Abhängigkeit, kein Bündel ganz unterschiedlicher Faktoren, fertig. So etwas ist sehr viel einfacher aufzudecken als eine komplexe Geschichte wie in dem eingangs zitierten Artikel, Stoffwechselstörungen sind prinzipiell längst bekannt, da wäre schon längst jemandem aufgefallen, dass es da einen Zusammenhang geben könnte, und hätte entsprechende Untersuchungen angestoßen. Komplex ist dabei möglicherweise der exakte Prozess dahinter, aber das ändert nichts an einem sehr simplen Zusammenhang. Und Du hast als einzige Quelle eine Seite mit Diätempfehlungen, die auf einer Modewelle reitet (die andere sagt nur etwas über mögliche Probleme beim Glutenabbau, nichts über Hinweise auf einen Zusammenhang mit Autismus), denn genau das ist die Gluten-Geschichte. Ein zweifelhafter Diätratgeber soll etwas wissen, was die Forschung nicht gefunden hat, obwohl es relativ leicht zu erkennen wäre?Da kann ich Dich nur zitieren:

      FruchtigBunt schrieb:

      Kann es sein, dass du sehr einseitig denkst?
      Nämlich in die Richtung "Wissenschaftler sind entweder inkompetent oder korrupt, deshalb brauchen wir kritisch denkende Laien, um die Forschung voran zu bringen". Hatten wir doch schon beim Thema Oxytocin-Studie: nein, Wissenschaftler sind nicht unfähiger oder korrupter als Lagerarbeiter, Polizisten, Lehrer, Einzelhandelskaufleute, ...., also werden solch offensichtliche Zusammenhänge nicht längerfristig übersehen oder gar geleugnet, obwohl man es besser weiß.
      @HCS

      Ich glaube, du nimmst die Beiträge hier sehr selektiv wahr. Du unterstellst mir, dass ich Wissenschafler für inkompetent und korrupt halte. Das habe ich hier nirgends auch nur angedeutet. Du hast das in anderen Beiträgen gegenüber anderen Personen auch schon gemacht.
      Auf dem Niveau kannst du dich gerne mit anderen Menschen unterhalten bzw. deine eigenen Denkmuster mal überprüfen.

      Und nur weil eine These einfach formuliert ist, kann daraus nicht geschlussfolgert werden, dass die ganzen Vorgänge dahinter "simpel" seien. Was ist das für eine seltsame Schlussfolgerung, die du da ziehst? :shake:
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      FruchtigBunt schrieb:

      Du unterstellst mir, dass ich Wissenschafler für inkompetent und korrupt halte
      Nein, das schlußfolgere ich daraus, dass Du annimmst, auf einer obskuren Diätratgeberseite stünden Erkenntnisse, die die Wissenschaft noch nicht erreicht hätten. Das wäre aber - wie ich glaube dargelegt zu haben - nur dann möglich, wenn die Wissenschaftler, die an dem Thema arbeiten, unfähig wären (oder eben böswillig Erkenntnisse unterdrückten). (...)

      Und ich habe versucht, Dir verständlich zu machen, dass der von Dir dargebotene Zusammenhang in der Tat wissenschaftlich sehr simpel ist, weil er simpel aufzudecken ist - wie ich bereits schrieb, heißt das nicht, dass die Stoffwechselvorgänge, um die es dabei geht, simpel sind, sondern dass der Zusammenhang leicht erkennbar ist. Und das wäre er, wenn denn die postulierte Verbindung zwischen ASS und einer Stoffwechselstörung gegeben wäre. So etwas zu erkennen wäre ein statistisches Kinderspiel, unabhängig davon, ob man die Biochemie dahinter komplett nachvollziehen kann, und wäre deshalb schon längst aufgefallen. Spätestens seit es Spezialambulanzen gibt, wäre da der Stichprobenumfang groß genug, dass irgendjemandem mal aufgefallen wäre, dass Autisten relativ häufig eine bestimmte Diagnose im Bereich Stoffwechselstörungen haben, und hätte das mal nachgeprüft - das sind die Dinge, mit denen man akademisch Ruhm und Ehre ernten kann, das lässt keiner liegen. Man muss hier unterscheiden zwischen der Erkennbarkeit eines Zusammenhangs (die sehr einfach wäre - das ist die statistische Seite des Problems) und der Nachvollziehbarkeit jeden Details (die keineswegs damit einhergehen müsste - das ist die biochemische Seite). Ist so, definitiv - es ist mein täglich Brot (in einem anderen Fach), erst Zusammenhänge zu finden und sie dann im Detail zu erklären zu versuchen, und deshalb weiß ich, wann Dinge simpel zu erkennen sind (wie in Deinem Beispiel), und wann komplexe Statistik gefragt ist (wie in dem eingangs des Threads zitierten Beispiel), eben weil die Aufdeckung von Zusammenhängen kein fachspezifisches, sondern ein generelles wissenschaftliches Problem ist.

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      @FruchtigBunt

      Gräm dich nicht, manche User halten es nicht für nötig, alles zu lesen und sich über ein Thema sachkundig zu machen.
      Wenn dann noch Selbstprojektion de.wikipedia.org/wiki/Projektion_(Psychologie) hinzukommt, ist das giftig für alle.

      1. Von einer konkreten Stoffwechselstörung war nicht die Rede. Es ging um eine bestimmte Seins-Art von mehreren Metaboliten innerhalb zweier Stoffwechselprozesse.

      2. Ist bekannt, dass bei Autismus gewisse Andersartigkeiten vorkommen bzgl. des Stoffwechsels, was eben konkret in der Studie erwähnt wurde im Zusammenhang mit anderen Studien, wenn man sie gelesen hätte... :roll:
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
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      HCS schrieb:

      Spätestens seit es Spezialambulanzen gibt, wäre da der Stichprobenumfang groß genug, dass irgendjemandem mal aufgefallen wäre, dass Autisten relativ häufig eine bestimmte Diagnose im Bereich Stoffwechselstörungen haben, und hätte das mal nachgeprüft
      Du glaubst allen ernstes, dass Spezialambulanzen über das Personal und die Fördermittel verfügen, um jede Auffällligkeit mittels einer "Studie" nachzuprüfen? Meines Wissens wird auch an den Spezialambulanzen überhaupt kein Bluttest gemacht und es werden auch nicht die Blutwerte erfragt, wie soll das also jemals auffallen?
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      Hyperakusis schrieb:

      Das war doch schon recht informativ und interessant. Thank ya for sharing.
      Gern geschehen. :)

      Hyperakusis schrieb:

      Was ich mitunter sehr interessant finde ist, dass seine Eltern eine zunächst unauffällige Entwicklung beschreiben. Genau solche Beschreibungen habe ich bei den Hardcore-Fällen auch schon gehört. Da war gar die Rede davon, dass Gelerntes plötzlich verlernt wurde und plötzlich keine Fortschritte mehr gemacht wurden.
      Ich auch - fast ausschließlich ebenfalls von Hardcore-Fällen. Der einzige frühkindliche Autist mit diesem Muster, der mir einfällt, der sich dann doch hochfunktional entwickelt hat, ist Axel Brauns. Ich kann mir schon vorstellen, dass es bei derartigen Fällen unterschiedliche Ursachen gibt, auch solche, die erst nach der Geburt in der (sehr) frühen Kindheit entstehen. Wenn die Schädigung so früh eintritt, ist das Nervensystem ja noch überhaupt nicht ausgereift, da halte ich für möglich, dass es gleich eine andere Entwicklung nimmt, ähnlich wie bei angeborenen "Andersartigkeiten". Wie gesagt, ich gehe auch davon aus, dass es bei Autismus sehr viele unterschiedliche Ursachen gibt, und sich auch daher das Spektrum zwischen Normvariante und schwerer Behinderung erklärt.

      Hyperakusis schrieb:

      Zurück zu Birger Sellin... ob nun sein Autismus durch eine Meningitis ausgelöst wurde (was afaik eindeutig möglich ist) oder nicht, den Verlauf der Diagnose finde ich in jedem Fall sehr interessant. Auch der Fall Axel Brauns. Denn viele Autisten behaupten, dass der Autist schon immer so gewesen sei wie er ist. Im Falle der beiden genannten Personen, auch die beschriebenen Fälle, wo offenbar Exorphine eine zentrale Rolle spielen, als auch Beschreibungen von Kannie-Eltern - alle Fälle beginnen so wie es die Kriterien verlangen zwar in der frühen Kindheit, aber der Beginn scheint nicht pränatal oder mit der Geburt zu sein. Um es umgangssprachlich auszudrücken: Es könnte schon eine "Erkrankung" sein, d. h. bestimmte genetische Faktoren in Interaktion mit diversen Umwelteinflüssen, was afaik auch bis heute ein Erklärungsmodell ist.
      Ja, meines Wissens nach auch.

      Hyperakusis schrieb:

      Weiterhin würde mich stets interessieren was aus diesen Fällen mit den Exorphinen eigentlich wurde? Weil diese Fälle waren ja sehr extrem. Vor vielen Jahren wurde im alten Forum mal eine Doku darüber verlinkt. Leider weiß ich nicht mehr wie die hieß. Aber auch so in Zeiten, als ich noch öfters über Autismus im Netz las, da bin ich wiederholt über diese Fälle gestolpert.
      Ich fände es auch interessant, mehr darüber zu erfahren.

      HCS schrieb:

      Hyperakusis schrieb:

      Warum hast du BAP in Gänsefüsse gepackt? Weil es derzeit nur eine Bezeichnung ist bzw. kein offizieller Teil des ASS ist?
      Weil ich es für einen Hilfsbegriff halte - er suggeriert ja, dass es noch eine weitere, nicht pathologische aber definierbare Form von Autismus gibt, was aber der Idee des kontinuierlichen Spektrums widerspricht.
      Das tut es meinem Verständnis nach nicht. Denn das Spektrum wird ja nicht nur als ein Spektrum in sich selbst angenommen, das in klarer Abgrenzung zum Nichtautismus stünde (was eher zu einer einzigen, klar abgrenzbaren Ursache passen würde), sondern als ein Spektrum in "fließendem" Übergang zum Nichtautismus, wo die Grenze dann nicht völlig beliebig, aber doch verschiebbar ist. Letzteres passt auch zu meinem persönlichen Eindruck. Etwa bei einem Wochenendseminar zu Hochsensibilität. Die meisten der Teilnehmer dort schätze ich klar als Nichtautisten ein, aber doch als Menschen "in der Nähe des Spektrums", die viele Probleme kennen, die auch Autisten haben, aber eben nicht in der Ausprägung und Intensität.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
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      FruchtigBunt schrieb:

      Du glaubst allen ernstes, dass Spezialambulanzen über das Personal und die Fördermittel verfügen, um jede Auffällligkeit mittels einer "Studie" nachzuprüfen? Meines Wissens wird auch an den Spezialambulanzen überhaupt kein Bluttest gemacht und es werden auch nicht die Blutwerte erfragt, wie soll das also jemals auffallen?
      Nein, aber so funktioniert das auch nicht - das fällt irgendjemandem mal auf, und dann macht der ein Forschungsprojekt draus. Wenn die Leute, die diagnostiziert werden, häufig auch Stoffwechselstörungen haben - und eine regelhaft auftretende derartige Komorbidität fällt irgendwann auf, dafür reicht es ja, dass die Patienten erwähnen "ich habe noch dies und das". Und dann will derjenige, der das mitkriegt, doch mal wissen, ob das jetzt reiner Zufall der kleinen Zahl derer ist, die ihm sowas mitgeteilt haben, oder ob da mehr dahintersteckt. Die Mitarbeiter bleiben ja nicht ewig da, mancher will (es sind i.d.R. Universitätskliniken) in der Forschung weitermachen, und wenn der Chef die Idee für gut hält, dann beantragt er ein entsprechendes Projekt (nicht in seiner Eigenschaft als Leiter der Ambulanz, sondern als Professor). Das ist der ganz normale Weg, wie Forschung finanziert wird, da schmeißt keiner Geld vom Himmel, sondern ein Forschungsansatz wird zum Antrag gegossen, bei der DFG oder einem anderen Forschungsfinanzierer eingereicht, dort geprüft und genehmigt oder abgelehnt.

      Wie kommst Du eigentlich auf die Idee, dass solche Zusammenhänge zwar in einer Spezialambulanz, wo sie jährlich hunderte von Leuten mit ASS zu sehen kriegen, völlig unbemerkt bleiben, von dem Autor eines obskuren Diätratgebers aber gefunden (und anschließend trotzdem von der Wissenschaft ignoriert) werden? Kommt Dir das nicht ein wenig unlogisch vor?
    • Neu

      HCS schrieb:

      Wenn die Leute, die diagnostiziert werden, häufig auch Stoffwechselstörungen haben - und eine regelhaft auftretende derartige Komorbidität fällt irgendwann auf, dafür reicht es ja, dass die Patienten erwähnen "ich habe noch dies und das".
      Du glaubst ernsthaft, dass das bei einer Diagnostik jemanden interessiert, wenn man aus "fachfremden Gebieten" etwas erwähnt? Schön wäre es...

      Du scheinst dir die Dinge auch so hinzudrehen wie sie passen. Um deine Meinung zu untermauern, wird ein Buch dann zum "obskuren" "Diätratgeber". Ich finde das einfach nur noch peinlich, wie du kommunizierst. :m(:
      Da deine Beiträge für mich keinen Mehrwert haben, werde ich sie ignorieren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FruchtigBunt ()

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      FruchtigBunt schrieb:

      Da deine Beiträge für mich keinen Mehrwert haben, werde ich sie ignorieren.
      Wenn Dir die Argumente ausgehen, ist ignorieren natürlich eine Lösung - Du hast mir immer noch nicht erklärt, wieso Deiner Meinung nach der Verfasser eines Diätratgebers etwas entdeckt haben soll, das allen auf dem Gebiet forschenden Spezialisten entgangen wäre, weil die Forschung angeblich "noch nicht soweit ist". Wer dreht sich da Dinge hin wie sie passen? Ganz nebenbei: glaubst Du im Ernst, Dein Beitrag mit dem Link zu dieser Diätseite hätte für mich irgendwelchen Mehrwert gehabt?
      Ich finde es peinlich und ein Zeugnis krasser Selbstüberschätzung, wenn jemand meint, es auf einer absolut unwissenschaftlichen Quelle basierend (wieder einmal) beurteilen zu können, dass die Wissenschaft eine bahnbrechende Erkenntnis ignoriert, die Laien schon erkannt haben, und dann ohne jedes Argument darauf zu beharren zu müssen. Auf das Risiko hin, dass Du (und die beiden anderen "üblichen Verdächtigen") jetzt wieder behauptest, ich würde Dich als dumm hinstellen: Vielleicht solltest Du lernen zu akzeptieren, dass es Gebiete gibt, auf denen andere besser Bescheid wissen als Du, und dass der Wissenschaftsbetrieb und wie er funktioniert ganz sicher zu diesen Gebieten gehört.