Der umgang mit anderen, wenn sie erfahren das das ihr autis seid

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    • Der umgang mit anderen, wenn sie erfahren das das ihr autis seid

      Hi
      Ich wollte mal wissen wie andere egal ob Nachbar mit denen ihr normalerweise nichts zu tun habt oder fremde darauf reagieren wenn sie erfahren das ihr Autisten seid?

      Ich zum beispiel habe die Erfahrung gemacht dass die Leute auf Abstand gingen, wohl nicht recht zu wissen wie sie mit mir umgehen sollten.
      Sie fangen an mich vorsichtiger zu
      behandeln wahrscheinlich in der hoffnung es mir damit recht zumachen, obwohl ich mehrfach erwähnt habe das es nicht nötig ist.

      Kennt ihr das und wie geht ihr damit um?
    • Hallo.
      Also ich hatte mal eine Freundin die es mir einfach nicht geglaubt hat. Sie war so in ihren Vorurteilen drin dass ich da nicht rein passte. Letztendlich habe ich den Kontakt abgebrochen da ich Asperger nicht einfach ausklammern kann. Also nie darüber reden. Sie wollte einfach nix davon hören bzw. wurde komisch wenn wir drüber sprachen.

      Ansonsten sind meine Erfahrungen eigentlich gut.
      Es wissen auf der Arbeit vorgesetzte und eine enge Kollegin. Das geht gut.
      Meine Freunde und Familie haben es gut aufgenommen. Sie stehen zu mir. Es erklärt halt Dinge, warum manches beispielsweise für mich schwierig ist. Und sie verstehen mich besser.
      Lg Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)


      "Was ist falsch an sonderbar?"
    • Unitbot712 schrieb:

      Ich bin in der regel schon damit zufrieden, nicht auf den Autismus und die damit vermeindlich auftretende probleme reduziert zu werden.
      Das ist ein guter Anfang, man tut sich selbst keinen Gefallen, wenn man zu hohe Erwartungen an seine Mitmenschen hat.

      Wichtig wäre vielleicht noch folgender Grundsatz:
      Autismus ist eine Diagnose mit der man manch ein Verhalten erklären kann. Aber, eine Diagnose kann nie eine Entschuldigung dafür sein, immer wieder die selben Fehler zu begehen.

      Wenn du also ein Verhalten an den Tag legst, dass von anderen als unpassend empfunden wird, dann kannst du das 1 bis vielleicht 3 mal mit Autismus begründen. - Es heißt ja: “Alle Guten Dinge sind 3“

      Danach wird es schwierig, denn auch Autisten sollten sich lernfähig und nicht beratungsresistent zeigen.
      Gefühle können manchmal seltsam sein:
      Manchmal ist man von hunderten von Menschen umgeben und fühlt sich trotzdem wie der einsamste Mensch auf Erden.
      Auf der anderen Seite, kann man ganz alleine auf einer einsamen Insel sein und sich trotzdem geliebt und geborgen fühlen, weil man weiß, dass es irgendwo jemanden gibt, der einen versteht. ;)
    • Zunächst einmal würde ich nur vom Autismus berichten, wenn man mit der Person über einen längeren Zeitraum und einigermaßen intensiv Kontakt hat. Familie und Freunde sowieso, enge Nachbarn ja, auch Arbeitskollegen z.B. Mit nicht so Bekannten oder gar Fremden würde ich das nicht besprechen- in erster Linie, weil man damit den Gegenüber komplett überfordert, von Autismus haben die wenigsten Ahnung und wozu sollen sie dann etwas lernen, wenn man sich eh nur sehr oberflächlich begegnet.


      Joker schrieb:

      Unitbot712 schrieb:

      ... und auf verständnis zustoßen.
      Die Illusion kann ich dir gleich rauben. :d
      Das hängt doch davon ab, wie die anderen Personen drauf sind. Und, wie man selbst damit umgeht. Autismus nach dem Motto "Friss oder stirb" den Leuten vor die Füße zu werfen (RW) funktioniert nicht. Sich daneben benehmen und da dann den Autismus nachschieben auch nicht.

      Immer im Gespräch zum Autismus bleiben kann aber ein guter Aufhänger zum Austausch sein und das gegenseitige Verständnis sehr wohl erhöhen.
      Wer mit der Diagnose rausrückt, sollte auf Fragen und mitunter Neugierde vorbereitet sein- das kann eine Chance, kann aber auch Bürde sein, wenn man lieber komplett seine Ruhe haben möchte.


      Dream Valley schrieb:

      Wichtig wäre vielleicht noch folgender Grundsatz:
      Autismus ist eine Diagnose mit der man manch ein Verhalten erklären kann. Aber, eine Diagnose kann nie eine Entschuldigung dafür sein, immer wieder die selben Fehler zu begehen.

      Ein ansich guter Grundsatz, der aber leider nicht immer so aufgeht.

      Beispielhaft gibt es ja Personen im Spektrum, die Schwierigkeiten haben, andere Personen wiederzuerkennen- die werden den Fehler des Nichtgrüßens wieder und wieder machen.
      Zudem gibt es einfach Verhaltensweisen, die manche nicht abstellen können (Manierismen), bzw. sich besser fühlen, wenn sie nicht unterdrücken. Falls das jemanden irritiert ist das auch dauerhaft mit Autismus erklär- und vielleicht erduldbar.
    • Willowtree schrieb:

      Wer mit der Diagnose rausrückt, sollte auf Fragen und mitunter Neugierde vorbereitet sein- das kann eine Chance, kann aber auch Bürde sein, wenn man lieber komplett seine Ruhe haben möchte.
      Im schlimmsten Fall gibt die Person "Asperger" oder "Autismus" in die Internetsuchmaschine ein. Den Rest kannst du dir ja denken...
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      Gott hat mir diese Gabe nicht gegeben - also kann er sie mir auch nicht nehmen.
    • Joker schrieb:

      Willowtree schrieb:

      Wer mit der Diagnose rausrückt, sollte auf Fragen und mitunter Neugierde vorbereitet sein- das kann eine Chance, kann aber auch Bürde sein, wenn man lieber komplett seine Ruhe haben möchte.
      Im schlimmsten Fall gibt die Person "Asperger" oder "Autismus" in die Internetsuchmaschine ein. Den Rest kannst du dir ja denken...
      Ja aber ich als Person bin doch da und verfügbar für Fragen. Und wenn man im Web querliest wird man ja bemerken, dass nicht alles was dort steht sich 1:1 mit der Person deckt, die man vor sich hat.

      Gerade das ist meine Erfahrung- dass die Leute interessiert nachfragen, weil man mit dem Bild was man von Autismus bislang hatte, mich nicht verbunden hätte.
    • Willowtree schrieb:

      Ja aber ich als Person bin doch da und verfügbar für Fragen. Und wenn man im Web querliest wird man ja bemerken, dass nicht alles was dort steht sich 1:1 mit der Person deckt, die man vor sich hat.

      Gerade das ist meine Erfahrung- dass die Leute interessiert nachfragen, weil man mit dem Bild was man von Autismus bislang hatte, mich nicht verbunden hätte.
      Ich denke das kommt sehr auf die Person an. Wie ich schon schrieb: "Im schlimmsten Fall..."

      Viele Leute fragen gar nicht mehr weiter sondern haben sowieso schon ihre Klischeevorstellung (so nach dem Motto: "Wo ist denn dein Zauberwürfel?" :d ).
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      Gott hat mir diese Gabe nicht gegeben - also kann er sie mir auch nicht nehmen.
    • Unitbot712 schrieb:

      Ich handhabe es momentan so das ich erst darüber rede wenn ich direkt danach gefragt werde.
      Ich würde es auch nur sagen, wenn man mich direkt danach fragt oder rein zufällig das Thema Autismus aufkommen sollte (was beides extrem unwahrscheinlich ist). Von meinen Kommilitonen weiß niemand, dass ich eine entsprechende Diagnose habe, aber ich sehe auch nicht die Notwendigkeit, das jetzt jedem groß anzukündigen (zumal die meisten ja sowieso entweder nichts damit anfangen können oder aber falsche Vorstellungen davon haben).
    • Wie Dream Valley anschaulich demonstriert hat, ist die typische NT-Reaktion: "Du benutzt das doch nur als Ausrede für dein schlechtes Verhalten."
      Darum sage ich zum AS so wenig wie möglich. Dennoch habe ich gute Erfahrungen damit gemacht es anzusprechen solange der Bekannte/Kollege mich noch für freundlich/merkwürdig hält und noch nicht abweisend/merkwürdig. Manche Leute sind dann weniger geneigt sich gekränkt zu fühlen, wenn ihre Versuche sich zu unterhalten/Kontakt zu knüpfen kaum erwidert werden.
      Hat sich jemand schon eine schlechte Meinung gebildet, sollte man AS besser verschweigen.
    • Unitbot712 schrieb:

      Ich wollte mal wissen wie andere egal ob Nachbar mit denen ihr normalerweise nichts zu tun habt oder fremde darauf reagieren wenn sie erfahren das ihr Autisten seid?
      Ich wüsste nicht, warum ich fremden Menschen das erzählen sollte. Es geht die schlicht nix an.

      Unitbot712 schrieb:

      Joker schrieb:

      Die Illusion kann ich dir gleich rauben.
      Ich bin in der regel schon damit zufrieden, nicht auf den Autismus und die damit vermeindlich auftretende probleme reduziert zu werden.
      Aber man kanns ja mal versuchen. :d
      Wenn du nicht auf Autismus reduziert werden willst, dann erzähl es nicht.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Dream Valley schrieb:

      Wenn du also ein Verhalten an den Tag legst, dass von anderen als unpassend empfunden wird, dann kannst du das 1 bis vielleicht 3 mal mit Autismus begründen. - Es heißt ja: “Alle Guten Dinge sind 3“

      Danach wird es schwierig, denn auch Autisten sollten sich lernfähig und nicht beratungsresistent zeigen.
      Die folgenden Infos dazu finde ich sehr wichtig:

      Willowtree schrieb:

      Ein ansich guter Grundsatz, der aber leider nicht immer so aufgeht.

      Beispielhaft gibt es ja Personen im Spektrum, die Schwierigkeiten haben, andere Personen wiederzuerkennen- die werden den Fehler des Nichtgrüßens wieder und wieder machen.
      Zudem gibt es einfach Verhaltensweisen, die manche nicht abstellen können (Manierismen), bzw. sich besser fühlen, wenn sie nicht unterdrücken. Falls das jemanden irritiert ist das auch dauerhaft mit Autismus erklär- und vielleicht erduldbar.
      Das und noch mehr kann man oft nicht abstellen.
      Den Satz mit dem "sich besser fühlen" würde ich noch etwas anders formulieren, ich hätte geschrieben: "sich weniger schlecht fühlen".
      Wenn man sein natürliches Verhalten zu stark kontrollieren, anpassen, oder unterdrücken soll, dann kann das tatsächlich dazu führen, dass man sich sehr schlecht fühlt, oder zu angespannt ist und, dass einem das kontrollierte Verhalten dann sehr viel Energie raubt, die dann in anderen Situationen fehlt.

      Die Frage ist auch oft, ob sich ein unerwünschtes Verhalten präzise bescheiben lässt, sodass man es als ein solches für sich abspeichern kann.

      Gewisse Fehler im Sozialverhalten werden immer wieder vorkommen, weil die Situationen oft zu komplex sind, um sie in eine bestimmte Kategorie Fehler einstufen zu können.

      Generell sollte man dennoch im vertretbaren Rahmen an sich selbst arbeiten, sodass man für andere möglichst erträglich ist.
      Wer als Nichtautist Kontakt zu Autisten pflegt, der sollte ein hohes Maß an Toleranz für typische Verhaltensweisen mitbringen, auch wenn sie dem Nichtautisten als unerwünscht in Erscheinung treten.

      Ich denke, kaum jemand von uns wird unerwünschte Verhaltensweisen mit böser Absicht wiederholen.
      Wer es dennoch absichtlich macht, der sollte auch die entsprechende Kritik vertragen.

      Nur wo es Absicht ist und wo man es einfach nicht besser hinbekommt, das ist nicht immer so leicht abzugrenzen.
    • Lichterfreund schrieb:

      Generell sollte man dennoch im vertretbaren Rahmen an sich selbst arbeiten, sodass man für andere möglichst erträglich ist.Wer als Nichtautist Kontakt zu Autisten pflegt, der sollte ein hohes Maß an Toleranz für typische Verhaltensweisen mitbringen, auch wenn sie dem Nichtautisten als unerwünscht in Erscheinung treten.

      Ich denke, kaum jemand von uns wird unerwünschte Verhaltensweisen mit böser Absicht wiederholen.
      Wer es dennoch absichtlich macht, der sollte auch die entsprechende Kritik vertragen.

      Nur wo es Absicht ist und wo man es einfach nicht besser hinbekommt, das ist nicht immer so leicht abzugrenzen.
      Natürlich, unabsichtliches Fehlverhalten ist entschuldbar.
      Mir ging es wirklich um die absichtliche Variante, deshalb auch das “beratungsresistent“. Diese Variante mag selten sein, gibt's aber...leider... :(

      PS: Alle Menschen fühlen sich besser/erleichtert, wenn sie frei von der Leber weg (RW), sagen, was sie denken. Das ist kein rein autistisches Phänomen.
      Gefühle können manchmal seltsam sein:
      Manchmal ist man von hunderten von Menschen umgeben und fühlt sich trotzdem wie der einsamste Mensch auf Erden.
      Auf der anderen Seite, kann man ganz alleine auf einer einsamen Insel sein und sich trotzdem geliebt und geborgen fühlen, weil man weiß, dass es irgendwo jemanden gibt, der einen versteht. ;)
    • Dream Valley schrieb:

      Alle Menschen fühlen sich besser/erleichtert, wenn sie frei von der Leber weg (RW), sagen, was sie denken. Das ist kein rein autistisches Phänomen.
      Das sehe ich absolut nicht. Die meisten Menschen sagen nämlich nicht, was sie denken. Und wenn sie es dann doch mal tun, im Streit oder so, dann haben sie hinterher ein schlechtes Gewissen, weil sie den anderen vielleicht damit verletzt haben.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~