Hochbegabung?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Cloudactive wrote:

      Wieso nicht?
      Ich hätte das damals locker gepackt, es war mein SI, ich konnte schon den Statistik-Teil, alles.
      Heute habe ich schon zu viel vergessen, aber wieso sollte ein Autist mit einem Test Schwierigkeiten haben?
      Das würde ich eher für ADHS annehmen.
      Nicht zwingend. Menschen mit ADHS können durchaus auch in den Hyperfokus gehen, bei entsprechendem Interesse. Zwar lassen sie sich leicht ablenken, aber in Prüfungssituationen gibt es ja keine Ablenkungen wie Internet etc. Abgesehen davon haben sehr viele Autisten auch eine ADHS-Problematik, so dass sich da die Schwierigkeiten oft "überlappen". Aber selbst ohne ADHS: viele Autisten sind wenig stressresistent. Gute Leistungen in der Schule funktionieren nicht selten, solange es keinen "Einbruch" gibt, weil sie dadurch das nötige Selbstvertrauen und die entsprechende Ruhe bei Tests haben. Misserfolgserlebnisse können aber schnell zu generellen negativen Eigendynamiken führen. Längst nicht alle Autisten sind da stressresitent. Auch da, wo man sich sicher fühlt, kann das Wissen, dass von diesem einen Test die ganze Zukunft abhängt, sehr unter Druck setzen. Nicht alle Autisten können das so ausblenden, dass sie, sobald es um ihre Interessen geht, in einer solchen Situation nur noch unbekümmert an Inhalte denken. Nicht dazu kommen eventuell weitere Themen hinzu, wie unpassende Räumlichkeiten, Geräuschkulisse etc.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Für Letzteres gibt es ja Nachteilsausgleich.
      Was den Stress bei Prüfungssituationen, also den Druck betrifft, so verstehe ich das nicht.
      Einerseits sollen Autisten selbstgenügsam sein und sich für ihre Umwelt kaum interessieren, andererseits sollen sie noch stärker unter Druck geraten, als NAs?
      Ich denke, in dieser Hinsicht dürfte es zwischen Autisten und NAs kaum einen eklatanten Unterschied geben, NAs dürften sich ebenso mit Tests schwer tun, zumal sie den sozialen Druck spüren, den ein Autist in der Regel zumindest kaum haben dürfte.
      @Leonora
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Cloudactive wrote:

      Für Letzteres gibt es ja Nachteilsausgleich.
      Sofern man die Diagnose hat, ja. Haben aber auch heute noch keineswegs alle direkt beim Schulabschluss.

      Cloudactive wrote:

      Einerseits sollen Autisten selbstgenügsam sein und sich für ihre Umwelt kaum interessieren, andererseits sollen sie noch stärker unter Druck geraten, als NAs?
      Ich glaube nicht, dass Autisten sich per se kaum für ihre Umwelt interessieren. Sie brauchen zumeist mehr Zeit für sich allein, sind vergleichsweise stärker inhaltlich motiviert, sozialer Kontakt strengt sie oft an und zu "schnelle" oder komplexe soziale Interaktion ist ihnen oft zuviel. Aber etlichen Autisten ist auch sehr wichtig, war andere von ihnen denken, und sie bemühen sich um Anpassung. Allerdings geht es hier ja gar nicht in erster Linie um Interesse an der Umwelt, sondern um Interesse daran, etwas zu erreichen, was man selbst intrinsisch motiviert erreichen möchte, das erwünschte Studium. Da können sich Autisten sicher mindestens ebenso unter Druck setzen wie Nichtautisten.

      Cloudactive wrote:

      Ich denke, in dieser Hinsicht dürfte es zwischen Autisten und NAs kaum einen eklatanten Unterschied geben, NAs dürften sich ebenso mit Tests schwer tun, zumal sie den sozialen Druck spüren, den ein Autist in der Regel zumindest kaum haben dürfte.
      Ich glaube nicht, dass Autisten generell weniger sozialen Druck spüren. Eher vielleicht anderen, weniger Gruppendruck mit Gleichaltrigen, mehr den Druck, seinen vorgenommenen Weg unbedingt gehen zu müssen, weil es für einen selbst keine Alternative gibt.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • OK, aber optimale Bedingungen werden weder NAs noch Autisten je haben.
      Und Druck hat quasi jeder, ich finde es etwas übertrieben, meinen Vorschlag aufgrund dessen abzulehnen.
      Jede Klausur während des potentiellen Studiums hat ja dann trotzdem noch die gleichen Bedingungen.
      Wie soll da der Druck nachlassen?
      @Leonora
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Cloudactive wrote:

      OK, aber optimale Bedingungen werden weder NAs noch Autisten je haben.
      Und Druck hat quasi jeder, ich finde es etwas übertrieben, meinen Vorschlag aufgrund dessen abzulehnen.
      Jede Klausur während des potentiellen Studiums hat ja dann trotzdem noch die gleichen Bedingungen.
      Wie soll da der Druck nachlassen?
      Klausuren innerhalb eines Studiums sind meiner Ansicht nach etwas anders als eine Eingangsklausur. Da hat man ja durch die vorherigen Kurse auch andere Maßstäbe. Ich lehne die Idee ja gar nicht prinzipiell ab, bin aber für alternative Zugänge. An die Stelle von Noten Eingangsklausuren zu setzen, davon halte ich nichts. Es müsste unterschiedliche Möglichkeiten geben.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.