Warum ist die Autismus Diagnostik so ein Drama?

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    • Willowtree wrote:

      Eine Promotion brechen glaube ich ungefähr 1/3 der Doktoranden wieder ab, insofern ist das jetzt wahrscheinlich nicht so ein starker Indikator Richtung Leidensdruck durch Autismus.
      Ich gehöre auch zu jenen, auch ich habe meine Promotion abgebrochen; ich hatte sogar ein Stipendium, aber ich konnte meine Chance nicht nutzen. :-(
    • Kraehe wrote:

      Autismus ist keine psychische Störung.
      Was ist es denn dann, wenn es (angeblich) keine psychische Störung ist?
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Tuvok wrote:

      Was ist es denn dann, wenn es (angeblich) keine psychische Störung ist
      Wahrscheinlich bist Du versierter im Umgang mit diesen Begriffen, ich denke es handelt sich um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, ob das nun auch in den Bereich der psychischen Störungen fällt (nach offizieller Definition) weiss ich nicht genau, bzw. ich dachte bisher da gäbe es Unterschiede.
      Oder es ist ein Irrtum meinerserseits und es nennt sich tiefgreifende psychische Entwicklungsstörung, möglicherweise.
      Was meinst Du?
    • Satureja Antares wrote:

      Danke für eure berichte!
      das ist schon erschütternd, was für einen langen leidensweg viele hier haben.
      Ich finde doch, gerade bei psychischen krankheiten, ist es immens wichtig eine fundierte Diagnose zu stellen, damit man einen zielführenden Behandlungsplan erstellen kann.
      Das hat mich in den sieben Wochen tagesklinik so genervt, das sich keiner die Mühe macht (oder fähig ist, ich weiss es nicht) mal richtig hinzuschauen.
      Ich hatte Zb einen Zusammenbruch und mein Leben war nicht mehr, wie es war, ich hatte meine Arbeit verloren usw.
      War ja klar, dass ich am weinen bin, wenn ich davon berichte.
      Für die Klinik aber war klar: aha, die weint = Depression
      Dann hab ich eineinhalb Jahre die Hölle gehabt mit den schrecklichen medikamenten, bis ich meinen damaligen Arzt überzeugen konnte, dass ich NICHT depressiv bin...
      Warum ich überhaupt den Zusammenbruch hatte, danach hat erst mal keiner geguckt -.-
      Sei froh, dass sie dir nicht Borderline aufgedrückt haben, da reicht es nämlich schon, wenn du einen nervlichen Zusammenbruch in Form von Heulen hast.
      -> emotional instabil :lol:

      Im ernst: Ich habe mir mittlerweile gesagt:

      Ich erkenne die bisherigen angeblichen Experten nicht als Experten an und ich erkenne auch nicht an, dass sie mich wirklich kannten und verstanden.
      Was zum Schluss führt, dass deren Urteil wertlos ist, da sie nicht dazu befugt sind.

      Respekt und Glaubwürdigkeit/Glaubhaftigkeit muss man sich bei mir verdienen.
      Das gibt es nicht geschenkt.
      Das galt schon immer, für meine Eltern, meine Lehrer, Erwachsene.

      Ich habe nie dieses Authoritätsgehabe nachvollziehen können, noch habe ich es eingehalten.
      Es sind alles nur Menschen und Menschen machen Fehler, wissen nicht alles und erst Recht können sie weder in die Zukunft sehen, noch die Gedanken von anderen lesen.
      Menschen sind Subjekte, deren Urteile und Empirie sich auf individuelle Horizonte beschränken.

      Die Ärzte sollten sich das mal bewusst machen.
      Leider gibt es keinen philosophischen Anteil im Medizinstudium soweit ich weiß, sehr tragisch und fatal.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Kraehe wrote:

      Tuvok wrote:

      Was ist es denn dann, wenn es (angeblich) keine psychische Störung ist
      Wahrscheinlich bist Du versierter im Umgang mit diesen Begriffen, ich denke es handelt sich um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, ob das nun auch in den Bereich der psychischen Störungen fällt (nach offizieller Definition) weiss ich nicht genau, bzw. ich dachte bisher da gäbe es Unterschiede.Oder es ist ein Irrtum meinerserseits und es nennt sich tiefgreifende psychische Entwicklungsstörung, möglicherweise.
      Was meinst Du?
      Alles was im ICD unter F läuft gilt als psychische Störung, also auch tiefgreifende Entwickungsstörungen (Asperger Syndrom bekanntlich F84.5), und im DSM, in dem Autismus ja bekanntlich auch vertreten ist, finden sich nur psychische Störungen. Insofern ist das definitionsmäßig geklärt.

      Dazu ist aber zu sagen, dass autistische Züge ja noch kein volles Diagnosebild mit sich bringen müssen, nicht jeder also, der autistisch ist, hat auch eine psychische Störung. Wie hier auch diskutiert entsteht die Störung durch den Leidensdruck, nicht durch das "Anderssein" / den anderen Denkstil per se.

      Insofern kann ich der Aussage: "Autismus ist keine psychische Störung" schon was Wahres abgewinnen.
    • Cloudactive wrote:

      Ich erkenne die bisherigen angeblichen Experten nicht als Experten an und ich erkenne auch nicht an, dass sie mich wirklich kannten und verstanden.
      Was zum Schluss führt, dass deren Urteil wertlos ist, da sie nicht dazu befugt sind.
      Ist dann auch die AS Diagnose wertlos, wenn du keinem Expertenurteil vertrauen möchtest?
      Du entscheidest über die Befungnis, das ist aber auch recht subjektiv.

    • Cloudactive wrote:

      Leider gibt es keinen philosophischen Anteil im Medizinstudium soweit ich weiß, sehr tragisch und fatal.
      Sowohl Dr. Vogeley (Uniklinik Köln) als auch Dr. Riedel (Uniklinik Freiburg) haben Medizin und Philosophie studiert, und auch in beidem promoviert. Desweiteren gelten beide als Autismusexperten.
      Vielleicht kannst Du ja diese als Experten anerkennen.
      Ich habe jetzt vergessen wo Deine Diagnostik gemacht wurde, aber vielleicht wäre es ja eine Idee in Köln vorstellig zu werden.
      Dann weißt Du zumindest ob es Autismus ist oder nicht. Ob Borderline stimmt wirst Du dort allerdings vermutlich auch nicht herausfinden. Alle möglichen anderen Diagnosen abzuklopfen gibt die Zeit nicht her.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Gluon wrote:

      Kraehe wrote:

      Wer so denkt würde doch logischerweise gar nicht zur Diagnose gehen.
      Das würde ich auch annehmen. Daher ist die Aussage von @Cloudactive für mich nicht ganz nachvollziehbar. Aber darum Frage ich ja.
      Ich schrieb bisherige angebliche Experten.
      Und eine schriftliche AS-Diagnose habe ich auch nicht, sondern ASS.
      Den Status hier habe ich auf AS gemacht, nachdem besagte Expertin mir versicherte, ich hätte AS, aber eben mündlich und 3 Monate später entschied sie sich spontan anders.
      ASS gibt es hier aber nicht und wie ich schon mehrmals hier schrieb, konnte ich es nicht nachvollziehen, da es keine Begründung gab, weshalb ich es einfach so ließ.


      Ginome wrote:

      Cloudactive wrote:

      Leider gibt es keinen philosophischen Anteil im Medizinstudium soweit ich weiß, sehr tragisch und fatal.
      Sowohl Dr. Vogeley (Uniklinik Köln) als auch Dr. Riedel (Uniklinik Freiburg) haben Medizin und Philosophie studiert, und auch in beidem promoviert. Desweiteren gelten beide als Autismusexperten.Vielleicht kannst Du ja diese als Experten anerkennen.
      Ich habe jetzt vergessen wo Deine Diagnostik gemacht wurde, aber vielleicht wäre es ja eine Idee in Köln vorstellig zu werden.
      Dann weißt Du zumindest ob es Autismus ist oder nicht. Ob Borderline stimmt wirst Du dort allerdings vermutlich auch nicht herausfinden. Alle möglichen anderen Diagnosen abzuklopfen gibt die Zeit nicht her.

      Ich wollte ja, aber momentan habe ich definitiv kein Geld dafür.
      Das wären allein fúr 1 Termin ca. 130€, wer weiß, wie oft ich da hin muss.
      Danke jedenfalls für die Info.
      Ich habe es in Berlin gemacht in einer sehr neuen Stelle, die nur von 1 Person geführt wird.
      Wo man aber eben schnell einen Termin bekam, 2 Monate.

      Warum hört man hier von Freiburg nicht so viel wie von Köln?
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Grübler_1988 wrote:

      Ginome wrote:

      Sowohl Dr. Vogeley (Uniklinik Köln) als auch Dr. Riedel (Uniklinik Freiburg) haben Medizin und Philosophie studiert, und auch in beidem promoviert. Desweiteren gelten beide als Autismusexperten.
      Leitet nicht Tebartz van Elst die Autismus-Ambulanz der Uniklinik Freiburg?
      Nö ^^

      https://www.uniklinik-freiburg.de/psych/ambulanzen/asperger-autismus.html wrote:

      Leitung: PD Dr. Dr. Andreas Riedel
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Cloudactive wrote:

      Ich schrieb bisherige angebliche Experten.
      Das habe ich schon gelesen. Nur diese Sätze:

      Cloudactive wrote:

      Respekt und Glaubwürdigkeit/Glaubhaftigkeit muss man sich bei mir verdienen.

      Cloudactive wrote:

      Menschen sind Subjekte, deren Urteile und Empirie sich auf individuelle Horizonte beschränken.
      werfen bei mir die Frage auf, woran du einen wirklichen Experten festmachst, also was es bedarf, damit du deren Urteil glaubst.
      Natürlich gibt es bestimmt auch genügend Fehldiagnosen, nur wann kommt man zu dem Entschluss der Akzeptanz einer Diagnose. Das Thema könnte man auch philosophisch betrachten, oder? Du hast natürlich gut Recht dir eine Zweitmeinung einzuholen, das macht in deinem Fall wohl Sinn.

    • Gluon wrote:

      Cloudactive wrote:

      Ich erkenne die bisherigen angeblichen Experten nicht als Experten an und ich erkenne auch nicht an, dass sie mich wirklich kannten und verstanden.
      Was zum Schluss führt, dass deren Urteil wertlos ist, da sie nicht dazu befugt sind.
      Ist dann auch die AS Diagnose wertlos, wenn du keinem Expertenurteil vertrauen möchtest?Du entscheidest über die Befungnis, das ist aber auch recht subjektiv.

      Gluon wrote:

      Kraehe wrote:

      Wer so denkt würde doch logischerweise gar nicht zur Diagnose gehen.
      Das würde ich auch annehmen. Daher ist die Aussage von @Cloudactive für mich nicht ganz nachvollziehbar. Aber darum Frage ich ja.
      Eure Logik ist für mich nicht nachvollziehbar.
      Ich habe nie gesagt, dass ich keine Experten anerkenne.
      (Es geht mir auch hier speziell um Themen, mit denen ich mich selbst sehr gut auskenne.)

      Ja, sicher ist meine Entscheidung subjektiv, ich kann aber am besten darüber urteilen, wer mich versteht und ich habe mir mittlerweile schon viel Wissen angeeignet, um Sachkunde erkennen zu können.
      ....
      Ich hoffe, dass ihr nicht anerkennt, wenn ein Experte euch erzählt, dass die Hälfte der Menschen depressiv sind, nur weil er ein Experte ist....
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Shenya wrote:

      Wenn sie dir jetzt deutlich gesagt hätte, dass du keinen Autismus hast, also nicht im Spektrum bist, hättest du das annehmen können?
      In diesem Fall hätte ich nachgefragt, weshalb nicht und wie die Einschätzung jenseits einer Autismusdiagnose aussähe. Je nach dem, wie die Antwort ausgefallen wäre.....vielleicht.

      Die Fragebögen vor der Begutachtung haben jedenfalls ausgereicht, mich zum Termin einzubestellen.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Gluon wrote:

      Cloudactive wrote:

      Ich schrieb bisherige angebliche Experten.
      Das habe ich schon gelesen. Nur diese Sätze:

      Cloudactive wrote:

      Respekt und Glaubwürdigkeit/Glaubhaftigkeit muss man sich bei mir verdienen.

      Cloudactive wrote:

      Menschen sind Subjekte, deren Urteile und Empirie sich auf individuelle Horizonte beschränken.
      werfen bei mir die Frage auf, woran du einen wirklichen Experten festmachst, also was es bedarf, damit du deren Urteil glaubst.Natürlich gibt es bestimmt auch genügend Fehldiagnosen, nur wann kommt man zu dem Entschluss der Akzeptanz einer Diagnose. Das Thema könnte man auch philosophisch betrachten, oder? Du hast natürlich gut Recht dir eine Zweitmeinung einzuholen, das macht in deinem Fall wohl Sinn.
      Mit dem Menschen als Subjekt und dessen eingeschränkter Horizont wollte ich sagen, dass sie nicht Zugriff auf das Wissen und die tatsächliche Lebensführung der Patienten haben.
      Respekt etc. war auf Experten bezogen, die nur ihren Experten-Status als Argument anführen, das reicht nicht, ich erkenne sehr wohl Argumente und Urteile an, die ich nachvollziehen kann weil sie logisch widerspruchsfrei sind und auch auf wahren Prämissen aufbauen.

      Was eben bisher nicht der Fall war.

      Klarer formuliert:

      Voraussetzung: Ich kenne mich mit dem Thema hinreichend aus.

      Ich erkenne nicht Urteile von Experten an, weil es Experten sind, sondern weil/wenn diese Urteile logisch widerspruchsfrei sind und auf wahren Prämissen beruhen/aufbauen.

      +++++

      Beispiel:
      Ich erkannte das Urteil eines Lehrers nicht an, der behauptete, Schizophrenie sei die dissoziative Identitätsstörung, nur weil er Lehrer ist, was die anderen aber taten.
      Ich berichtigte ihn, obwohl er als Lehrer eigentlich Recht haben sollte.

      -> Aber er ist für mich eben nur ein Mensch.

      Für mich zählt die Schlüssigkeit und die Wahrheit, nicht die Authorität.

      : Hoffe, jetzt besser verständlich.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)

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