Warum ist die Autismus Diagnostik so ein Drama?

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    • Also jetzt mal ganz ehrlich: Wenn das Ausschlusskriterien wären, dann hätte ich in Köln keine Diagnose, sondern einen kräftigen Tritt in den Hintern bekommen. (RW) Bis auf das abgeschlossene Studium und das Verheiratetsein treffen die Dinge auf mich zu.

      The post was edited 1 time, last by Grübler_1988: Ergänzung ().

    • Kraehe wrote:

      Ich finde es insgesamt gut dass die Diagnostik umfangreich ist und es war auch keine leidvolle Erfahrung für mich, ganz im Gegenteil , ich hätte gerne noch ein paar mehr Termine gehabt, dann hätte ich noch mehr über mich selbst herausfinden können unter professioneller Anleitung, das Ganze war unter dem Aspekt der Selbsterfahrung und Selbsterforschung äusserst interessant.
      Ich hätte auch gern noch mehr Termine mit einem Fachmann gehabt. Ich bin meiner Therapeutin sehr dankbar für ihre Hilfe und ihr Feedback - aber wir haben uns halt gemeinsam das Thema Autismus erschlossen, wobei sie auf eine Fachfrau auf Münster zurückgreifen und dort Fragen stellen konnte, wenn wir nicht weiter wussten.

      @Capricorn
      Was die Diagnostikerin mit dir gemacht hat, empfinde ich als Frechheit - und zudem sehr unqualifiziert.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Satureja Antares wrote:

      habt ihr zb bei schizoiden Störungen, Psychosen, bipolaren Störungen, Borderline usw auch ein Procedere durchlaufen müssen oder die Diagnose "einfach so" erhalten, ohne Fragebögen und Gespräche.
      Ich hab das mal so mal so erlebt.

      Das was ich damals 1998-1999 erlebte war auch ein sehr langes Prozedere und man hat damals auch nicht wirklich erkannt was ich habe.
      Ich war erst Monate lang ambulant in der Klinik in Nürnberg (war zuerst bei einem anderen in Roth oder so der wohl an eine Psychotherapie appellierte, also kam ich dann dort hin), nach Monaten nur Gesprächen und malen während der Stunden, haben sie gemeint ich sollte stationär dort hin weil wohl keiner so recht wusste wie man mich einzuschätzen hat.
      Als ich dann dort war, das war von Febuar bis ende März oder so, habe ich einige Tests durchlaufen, also sowas wie einen Rundum-checkup mit EEG, EKG, Kernspinntomographie MRT und so weiter, und auch IQ test oder sowas, für Kinder und Jugendlich. Ich war ja erst 12.
      In einem Diagnosebericht der ans Gericht ging steht drin das ich eine soziale Anpassungsstörung hätte, was immer das heißen soll, und Traurigkeit oder so.
      In einer anderen Diagnose, wo sonst das gleiche steht, aber in der Diagnose selbst war von der Entwicklung einer schizotypischen PS die rede. Warum es zwei Ausführungen gibt kann ich nicht sagen, keine Ahnung.

      Dann 1999 in Aachen war ich wieder ambulant bei einem Psychiater und da hab ich nur wieder so einen Test machen müssen wie in der Klinik schon, über logik, und so weiter, denke das war halt so ein typischer Kinder-IQ Test oder so, um die Entwicklung festzustellen.
      Solche wirklich auf Autismus ausgelegten Tests gab es damals in Deutschland noch garnicht, denke ich. Ich weiß es nicht.
      Der hat damals aber AS festgestellt, laut eines Schreibens von einem Anwalt oder so.
      Dort stand drinn, das ich "am Asperger Syndrom mit schizophrenen Tendenzen leide"
      Ich weiß garnicht was die mit dem Schizophren immer haben. Vermutlich weil ich Selbstgespräche führe und denke das meine gemalten Bilder beseelte gegenstände sind und mich ansehen, aber sie haben ja auch Augen XD
      Ich weiß aber das es leblose Dinge sind die ich geschaffen habe. Was ist daran bitte schizophren?
      Jedenfalls bin ich dort auch mehrere Male hingefahren worden, glaube 3 oder 4 mal bis die Diagnose stand. Ich war dann auch mal in der Aachener Uniklinik wo eine Frau mich begutachten sollte, es war aber nur ein kurzen "Ein-mal-Gespräch" wegen der Schulform. Ich denke mal das ich das durch die AS-diagnose bekam, denn ich kam dann auf eine Sonderschule der Klinik Aachen.
      Ich habe mal gegoogelt und scheinbar gibt es diese Schule garnicht mehr.

      Und in den neueren Zeiten, also vor wenigen Jahren als ich wieder mit Therapien und so anfing, hab ich auch gestaunt wie schnell die "Wissenden" mit dem Finden von Diagnosen sind, wenn es sich um PS oder ähnliches handelt.

      Ich glaube aber das ein wesentlicher Grund dafür die Gründe sind, weshalb Menschen Hilfe suchen.
      Manche haben Depressionen oder andere Leiden, weil sie schlimmes erlebt haben was sie irgendwie verarbeiten müssen.
      Über die schlimmen Dinge wird natürlich als erstes gesprochen, da sind Auffälligkeiten in der Kindheit eher nebensächlich.
      Die Ärzte hören davon und denken das gefühlte Problem des Patienten wurde nur dadurch verursacht.

      Ein erfahrener Arzt müsste hier aber schon am verhalten erkennen, wann es sich um Autismus handelt und wann nicht. Je nachdem wie stark die Ausprägungen sind, erkennt man das irgendwo. Da gibt es viele Ansatzpunkte, aber der Psychologe muss sich darauf auch konzentrieren und genau bemerken welche reaktion jetzt ins Schema fällt und welche nicht.
      Mir selber ist das bei meiner Psychologin schon öfter aufgefallen, das ich sie fragen musste wie sie etwas meinte, ich verstand ihre Frage nicht, bzw konnte mit dem Ausdruck nichts anfangen. Da wir aber einen ähnlichen Humor haben, komme ich nicht so ganz so unemotional rüber wenn sie etwas lustig gemeintest sagt, ich kann mir dann vorstellen was sie meint, auch weil ich an dem Klang der Stimme höre, wenn sie etwas lustig meint.
      Ich habe am Anfang auch sehr viel über die traumatischen Erlebnisse gesprochen und weniger über Dinge aus früher Kindheit, außer die, die wirklich auffällig waren.
      Weil das kerntrauma um die Pubertät herum passierte, hat sie sich auch nur auf diesen bereich konzentriert und daher wieder in richtung schizophrene Richtung (hier schizoide PS) vermutet, und das schon bei der ersten Sitzung. Ich hatte ihr auch davon erzählt, weil die Frau in der Klinik zuvor, von der ich die Adressen bekommen hab, das auch meinte, nach einem 45 Minuten Gespräch.
      Es nervt mich erlich gesagt.
      Vielleicht haben die Ärzte auch ein problem mit Autismus, wollen einem eher hochfunktionalem keine Diagnose geben, weil Tests Geld kosten, und bei Bestätigung keine Heilung möglich ist, und mit anderen Sachen wie PS und so, Therapien mögliche Heilung versprechen, was die Krankenkassen vielleicht lieber sehen wollen.
      (Das ist reine vermutung, ob da was dran ist, kann ich nicht beurteilen)
    • In München musste ich 40 Seiten Fragebögen und über 300 Fragen am PC beantworten. Dann gab es 2x1 h Interviews, den ADOS-Test und ein Diagnosegespräch mit Dr. Schilbach. Er empfahl mir, zur weiteren Diagnostik und Therapie in die Tagesklinik zu kommen. Einerseits bin ich dankbar für die Chance, andererseits ist diese Warterei zermürbend. Ich hatte schon die Hoffnung, bei dem Gespräch Klarheit zu bekommen, gerade weil ich selbst sehr überzeugt bin, ins Autismus-Spektrum zu gehören...
    • Satureja Antares wrote:

      Wie ist das bei anderen psychischen Störungen, Krankheiten usw?
      Da gibt es große Unterschiede, wo man die Diagnostik machen läßt. Für mich ist eine kurze Diagnosedauer aber nicht unbedingt ein Qualitätskriterium, im Gegenteil. Es soll hier Kinderärzte geben, die nach 30min Gespräch eine ADHS-Diagnose rausrücken, die meiner Tochter wiederum dauerte 5 Termine und viele Tests. Bei Autismus besteht der Unterschied wohl darin, daß es (noch?) wenige Diagnostiker gibt, die diese Diagnose so leichtfertig verteilen.

      Ich wage auch zu bezweifeln, daß die meisten Schnellschußdiagnosen anderer Störungen sorgfältig gemacht wurden, es sei denn, der Diagnostiker hat wirklich so viel Erfahrung und Betroffene gehabt, daß er die relevanten Abgrenzungen zu verwandten Störungsbildern rasch machen konnte.

      Morgenstern wrote:

      weil es vor allem auch um die Kindheit geht
      Auch wenn andere Störungen oft erst ab dem Jugendalter entstehen, so lassen sich zumindest Ansätze, An- oder gar Auffälligkeiten oder gravierende (die Persönlichkeitsbildung beeinflussende) Ereignisse schon viel früher, also in der Kindheit bemerken. Ich fände es für eine eindeutige Diagnose wichtig, in jedem Fall auch die Kindheit zu erfragen.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • RegenbogenWusli wrote:

      Leseratte wrote:

      Was die Diagnostikerin mit dir gemacht hat, empfinde ich als Frechheit - und zudem sehr unqualifiziert.
      Dem stimme ich zu.Ich kann mir garnicht vorstellen das das in einer Autismusambulanz passiert ist, die Leute dort müssten eigentlich Erfahrung genug haben.
      Solche Verfahrensweisen sind sehr untypisch.
      Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Autismus-Ambulanzen auch Menschen diagnostizieren, die verheiratet sind und/oder ein abgeschlossenes Studium haben. Wäre auch komisch, wenn diese Dinge Auschlusskriterien wären.
    • Capricorn wrote:

      Ich habe sie gefragt, warum sie keine Diagnose stellen wolle, obwohl die typischen Kriterien für Autismus Typ Asperger erfüllt seien.
      Sie sagte: Formal ja, aber ich sei in der Lage, einem Themenwechsel im Gespräch zu folgen und ich sei insgesamt "zu" erfolgreich im Beruf (abgeschlossenes Studium) und im Privaten (verheiratet).

      Ich sei ja lernfähig, Autisten könnten das alles eben nicht lernen.
      Ich hatte eine ähnliche Erklärung gehört von meiner ersten.
      Da habe ich aber die Vermutung, dass nicht zugegeben werden wollte, dass man in meiner Kindheit einen groben Fehler gemacht hat, indem es durch die selbe Person übersehen worden sei.

      Die Erklärung lautete: "Ich könnte, aber ich sehe keinen Grund. Manche werden davon noch einsamer. Es bringt dir ja nichts."
      Ich habe sogar schriftlich, "dass es sein könnte", aber weder Bestätigung noch einen Ausschluss.

      Ich kann genau sagen was es mir gebracht hätte: Es hätte mir einen Haufen Ärger erspart und Zeit.
      Vielleicht wäre ich auch nicht so depressiv bzgl. meines Gedankenkreisens und meiner Verzweiflung wo die Wahrheit liegt.


      Wieso sehen die Ärzte nicht, was sie mit ihren Aussagen anstellen oder machen sie das absichtlich?
      Man weiß doch auch, dass man einer Person nicht sagen kann, "Sie haben vielleicht Krebs, aber es bringt Ihnen ja eh nur Leid, also brauchen Sie die Diagnose nicht."
      Oder noch schlimmer, was mit mir ungefähr gemacht wurde: "Sie haben Krebs.... (3 Monate Gefühlsneuordnung und Gedankeneinsortierung später) … Sie haben doch keinen Krebs, es ist nur ein gutartiges Geschwulst, was fast alle Eigenschaften von Krebs hat, aber keiner ist." - "Welche Eigenschaften hat es und welche nicht?" - "Darüber diskutiere ich nicht mit Ihnen."
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Grübler_1988 wrote:

      die verheiratet sind und/oder ein abgeschlossenes Studium haben. Wäre auch komisch, wenn diese Dinge Auschlusskriterien wären.
      Eben, und es gibt allein hier im Forum genug Leute die das ebenfalls haben und auch die Diagnose aus triftigen gründen bekommen haben. Es gibt auch ettliche Personen, mit Autismus die Jobs haben, das hängt auch viel vom sozialen Umfeld ab. Wenn ich keine Arbeit finde, wo man über meine macken hinwegsehen kann bzw nicht gleich austickt weil ich was falsch verstanden habe, oder besser, es mir von anfang an einfach anders erklärt wie ich was machen soll, dann hätte ich vielleicht einen job, und viele andere auch, die bisher gescheitert sind.
      Oftmals wird man ja auch einfach nicht übernommen, weil man anders als die anderen redet/sich sozial verhält.
      Das finden die anderen seltsam und gibt ihnen scheinbar ein so unwohles gefühl, das sie einen nicht weiter haben wollen, auch wenn man die Arbeit gut macht und zuverlässig ist.
      Das war von Anfang an mein gefühl. Warum werden andere immer bevorzugt, nur weil sie gut aussehen, dem Klischee vom Karrieretypen/Tussi entsprechen und sonst aber am Wochenende nur Party machen und am nächsten Tag dann verspätet sind und so, und oberflächlich dümmlich mit unsinnigen Sprüchen daher kommen. Das finden andere angenehm?
      Ich finde es durchtbar, ich mag solches getue nicht, kann damit nichts anfangen, aber diese art von mensch kommt bei den meisten scheinbar positiv an.
    • Faszinierend, wie chaotisch es im Psychiatrischen Sektor ist.

      Bei mir war es insgesamt eine doofe Geschicht. Meine ersten Diagnosen habe ich von meiner Mutter bekommen (Psychiaterin und eindeutig nicht qualifiziert die eigene Tochter zu diagnostizieren) Ua hatte ich laut ihr eine histrionische und narzistische Persönlichkeitsstörung und Hypochondrie (die komplett nicht mal im Screening ansatzweise genung Punkte bekommen haben)... Und nachdem ich ihr sagte, ich bringe mich ohne Hilfe um, hat sie bei der Depression nachgegeben und hat mir zumind Medikamente besorgt.
      Die Depression habe ich damals selbst festgestellt (trübe Stimmung, etc inkl Kriterien für mehrere schwere Episoden schon im frühen Teenageralter). Die Panikstörung ebenfalls (in einem 24h-EKG habe ich sogar einen Beweis für eine Panikattacke im Schlaf).

      Meine erste Psychiaterin hatte mir erst mal Borderline aufs Auge gedrückt, da ich aufgrund hoher Stresslevel immer wieder zu Selbstverletzung neigte. Inzwischen ist das wieder raus, da ich zu stabil in zwischenmenschlichen Beziehungen und bei Emotionen bin. Danach hat man sich kontinuierlich geweigert mich zu diagnostizieren. Wieso? Ich fürchte es lag daran, dass ich bereits lange Probleme hatte, von meiner Mutter bereits mit Medikamenten versorgt wurde und somit für eine Diagnose anbehandelt war. Ein Systemfehler der sich durchgezogen hat (RW)

      Dank des grobfahrlässigen Fehlers durch meine Mutter behandelt worden zu sein, war es auch bei körperlichen Sachen schwer. Ich weiß Dank meines Studiums sehr genau was ich habe, nur hatte ich es lange nicht schriflich. Bald werde ich mal offiziell angeschaut und bekomme eine offizielle Liste an sämtlichen körperlichen Problemen. (sind leider ein paar)
      Aber auch bei physischen Krankheiten/Problemen gibt es Sachen die länger dauern in der Diagnostik. Bei Reizdarm zB. müssen diverse Diagnosen ausgeschlossen werde. Das hat über ein halbes Jahr, diverse Diäten und Endoskopien bei mir gebraucht und da hatte ich mit Terminen echt Glück.
      Bei Autismus ist es auch schwerer es abzugrenzen zu psychischen Problemen (angeboren vs. erworben - ist denke ich die wichtigste Abgrenzung). Es überlappt sich bei vielem und sollte somit besonders genau gemacht werden. Bei Depressionen zB. ist es eher schwer die Ursache zu finden, während die Diagnose selbst nur wenige Differenzialdiagnosen hat, bzw sie kann Teil anderer Krankheiten sein. Sie bleibt aber an sich die selbe Diagnose, egal ob Major Depression oder eine depressive Episode bei einer Bipolaren Störung.


      Und einen Autisten als nicht lernfähig zu bezeichnen ist schlicht daneben...dann könnte kein Autist auch nur ansatzweise sprechen. Jeder ist in seinem Rahmen lernfähig, mache haben halt nur mehr Defizite, die überbrückt werden müssen und brauchen damit länger oder tun sich schwerer. Es gibt genug Menschen, die sich mit Mathe schwer tun. Asperger halt ua im sozialen Sektor.
      Bezüglich Studium/Beziehung: Es gibt genügend, die halt nicht aufgeben und einfach weiter machen und/oder einfach in einer hilfreichen Umgebung landen. Das mit Verheiratet und abgeschlossenes Studium finde ich mehr als daneben als Ausschlusskriterium.
      Mein Müdes Gehirn regt sich bei soetwas immer auf. Es ist schlicht nicht evidenzbasiert.
      Warm kitty, Soft kitty
      Little ball of fur

      Sleepy kitty, Happy kitty
      Purr, Purr, Purrrr

      The post was edited 1 time, last by CrazyCorti ().

    • Danke für eure berichte!
      das ist schon erschütternd, was für einen langen leidensweg viele hier haben.
      Ich finde doch, gerade bei psychischen krankheiten, ist es immens wichtig eine fundierte Diagnose zu stellen, damit man einen zielführenden Behandlungsplan erstellen kann.
      Das hat mich in den sieben Wochen tagesklinik so genervt, das sich keiner die Mühe macht (oder fähig ist, ich weiss es nicht) mal richtig hinzuschauen.
      Ich hatte Zb einen Zusammenbruch und mein Leben war nicht mehr, wie es war, ich hatte meine Arbeit verloren usw.
      War ja klar, dass ich am weinen bin, wenn ich davon berichte.
      Für die Klinik aber war klar: aha, die weint = Depression
      Dann hab ich eineinhalb Jahre die Hölle gehabt mit den schrecklichen medikamenten, bis ich meinen damaligen Arzt überzeugen konnte, dass ich NICHT depressiv bin...
      Warum ich überhaupt den Zusammenbruch hatte, danach hat erst mal keiner geguckt -.-
    • Radlerin wrote:

      In München musste ich 40 Seiten Fragebögen und über 300 Fragen am PC beantworten. Dann gab es 2x1 h Interviews, den ADOS-Test und ein Diagnosegespräch mit Dr. Schilbach. Er empfahl mir, zur weiteren Diagnostik und Therapie in die Tagesklinik zu kommen. Einerseits bin ich dankbar für die Chance, andererseits ist diese Warterei zermürbend. Ich hatte schon die Hoffnung, bei dem Gespräch Klarheit zu bekommen, gerade weil ich selbst sehr überzeugt bin, ins Autismus-Spektrum zu gehören...
      Oh,ich muss aus beruflichen gründen meinen 2 .Termin sowie die Testung verlegen.Da die Testungen nur oder meist Donnerstag sind ist alles so langes warten.....möchte ja nicht wegen Terminen ausserhalb meines Wohnorts den Job verlieren.Mir wurde dort beim 1.Gespräch auch von Therapie erzählt....ist für mich schwer umzusetzen,Zeitlich und von den Fahrkosten.

      Ich möchte auch nur klarheit im Abschluss Gespräch ,habe davor echt schiss das auch ohne Diagnose da weg gehe.....und weiter in ungewisasenheit bin.

      Ich bin bestimmt nicht dreprissiv oder Borderliner.@ Radlerin dein Bericht macht mir sorgen.....befürchte das selbe auch bei mir.Bin bestimmt zu gut Trainniert was Soziale Interaktion angeht.Wurde immer überall gemobbt wegen mein anders sein,anders denken......komme selbstständig klar,manche Menschen können mit mir gut andere nicht......lerne langsammer als andere dafür aber durch dacht.....ich möchte nur Klarheit und Hilfe....
      Das Do ist der Weg. :prof:
    • Meine Geschichte - die oben m. Erachtens zutreffend kommentiert wurde - hat sich ja in der Spezialambulanz in Köln (Leiter: Prof. Vogeley) abgespielt.

      Auch das war ein Grund, weshalb ich nach der Mitteilung (siehe oben) wie ein begossener Pudel (RW) da saß und erst mal gar nichts zu sagen wusste. Ich hatte mehr Professionalität erwartet. Und mehr Erfahrung.


      Solche Argumente fallen einem natürlich immer hinterher ein (Merke: Erfahrung ist etwas, was man macht, nachdem man sie gebraucht hätte!).
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Leseratte wrote:

      Was die Diagnostikerin mit dir gemacht hat, empfinde ich als Frechheit - und zudem sehr unqualifiziert.
      Ja, ich denke auch es kommt sehr darauf an welche Personen in der Diagnosestelle arbeiten, und wie sie arbeiten. @Capricorn hat Pech gehabt, leider.

      So ist es aber nicht immer, ich kann über meine Erfahrungen sowohl mit der Organisation und dem Ablauf als auch mit allen beteiligten Fachkräften nur Positives berichten. Leider nehmen sie dort nur Leute zur Diagnostik die hier im Landkreis wohnen.
    • Capricorn wrote:

      Auch das war ein Grund, weshalb ich nach der Mitteilung (siehe oben) wie ein begossener Pudel (RW) da saß und erst mal gar nichts zu sagen wusste. Ich hatte mehr Professionalität erwartet. Und mehr Erfahrung.
      Wenn sie dir jetzt deutlich gesagt hätte, dass du keinen Autismus hast, also nicht im Spektrum bist, hättest du das annehmen können?
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Capricorn wrote:

      Die Dipl.-Psychologin war sich absolut nicht unsicher!

      Ich habe sie gefragt, warum sie keine Diagnose stellen wolle, obwohl die typischen Kriterien für Autismus Typ Asperger erfüllt seien.
      Sie sagte: Formal ja, aber ich sei in der Lage, einem Themenwechsel im Gespräch zu folgen und ich sei insgesamt "zu" erfolgreich im Beruf (abgeschlossenes Studium) und im Privaten (verheiratet).

      Ich sei ja lernfähig, Autisten könnten das alles eben nicht lernen.
      Die Kriterien da erfülle ich auch, habe dennoch meine Diagnose in Köln bekommen. Viele Autisten haben ein abgeschlossenes Studium, haben Partnerschaften und mir fällt kaum jemand ein, der mit einem Themenwechsel wirklich komplett überfordert ist.

      Mir wurde aber gesagt, dass es für die Diagnosestellung sehr auf den Leidensdruck ankommt. Es liest sich hier so, als konntest du das nicht so recht deutlich machen?
      Normalerweise bekommt man doch Zeit, sich und die eigenen Probleme ein bisschen vorzustellen. Zudem kann man einen Familienangehörigen mitbringen, der dann nochmal eine andere Perspektive geben kann und zudem ja dann die von dir angesprochenen Schwierigkeiten bezeugen kann. Eine Promotion brechen glaube ich ungefähr 1/3 der Doktoranden wieder ab, insofern ist das jetzt wahrscheinlich nicht so ein starker Indikator Richtung Leidensdruck durch Autismus.
    • Kraehe wrote:

      Ja, ich denke auch es kommt sehr darauf an welche Personen in der Diagnosestelle arbeiten, und wie sie arbeiten. @Capricorn hat Pech gehabt, leider.
      In einer Spezialambulanz, in der mehrere Diagnostiker tätig sind, sollte das Ergebnis nicht davon abhängig gemacht werden, bei welcher Person man das Gespräch hatte. Ich hoffe, dass es nicht so gehandhabt wird.
    • Willowtree wrote:

      Mir wurde aber gesagt, dass es für die Diagnosestellung sehr auf den Leidensdruck ankommt. Es liest sich hier so, als konntest du das nicht so recht deutlich machen?
      Ich halte es auch für wahrscheinlich, dass der Leidensdruck (falls vorhanden) nicht verständlich genug kommuniziert wurde. Aber viele Autisten haben darin Schwierigkeiten.