Warum ist die Autismus Diagnostik so ein Drama?

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    • Cloudactive wrote:

      Ich habe keine Ahnung, wie normale Klinikaufenthalte sind, aber man könnte Autisten ein wenig entgegenkommen.
      Wenn man eine Diagnose hat, ist es sicher möglich, den Patienten bei einem 'normalen' Klinikaufenthalt entgegegn zu kommen.

      Aber zur Diagnostik in eine Klinik, evtl. sogar für mehrere Tage? Nur damit man Patienten in Gruppensituationen beobachten kann? Und bei Gruppensituationen das Feedback anderer Gruppenteilnehmer einholen? Sowas würde ich für mich zu 100% ablehnen. Ich halte es auch fragwürdig, sich bei der Diagnosestellung auf die Eindrücke anderer Verdachtsautisten zu verlassen - oder die überhaupt einzubeziehen.

      Und wenn kein Anfangsverdacht vorliegt, also Patienten in 'ganz normalen' Psychokliniken sind, dann dürfte sogar der Anfangsverdacht auf AS fast unmöglich sein. Weil dort nämlich niemand auf die Idee kommt, dass AS vorliegen könnte. Und solche Aufenthalte (inklusive Gruppentherapien) können dann für AS traumatisierend sein.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • bzgl. der Kosten:
      Meines Wissens nach bekommt eine Uniklinik eine Pauschale für jeden Ambulanzpatienten. Wie die Ambulanz sich dann trägt, muss sie selbst gestalten. Zumindest ist das meine Information zur Kölner Uniklinik. Da wird nicht vorher bei der KK nachgefragt, ob sie Test A oder B bei einer Person machen "dürfen".
      Vielleicht gibt es verwirrende Informationen, wenn die Uniklinik denkt, jemand sei Privatversichert.
      Ich musste mal bei der KK anrufen um zu klären, ob ich wegen einer Speziellen Sache, die meine Ambulanz nicht anbietet, eine zweite Ambulanz besuchen darf. Ich wurde von Hinz nach Kunz (RW) durchgestellt und es wusste eigentlich niemand was, bevor man aber fälschlicher Weise ja sagt, sagte man einfach nein. Auf drängen meines Betreuers sind wir dann trotzdem zu der zweiten Ambulanz und es war garkein Problem (es ging nicht um einmaliges Einchecken, ich war längere Zeit in beiden Ambulanzen). Man kann also wirklich auch viele Steine in den Weg gelegt bekommen.

      Ich bin gerade auch auf der Suche nach einem Psychotherapeuten, der sich auskennt mit Autismus. Mit 30 Absagen habe ich einen Antrag auf Kostenerstattung bei einer Psychologin ohne Kassensitz gestellt (zunächst nur für die Probatorischen Sitzungen). Die Kasse Verlangte dann einen Bericht dieser Therapeutin und wies auch explizit darauf hin, dass entstehende Kosten (seitens der Psychologin) man bei Ablehnung selbst tragen muss.
      De facto war das totaler Blödsinn, da ich mit einem anderen Formular (PTV11 zu erhalten in der sog. "Sprechstunde") längst durch einen Vertragstherapeuten nachgewiesen hatte, dass ich "bedürftig" bin.
      So legt man es auch darauf an, die Patienten abzuhalten, z.T. mit Falschinformationen- Sei es aus Absicht oder weil die Mitarbeiter einfach dumm sind. Man muss immer genau wissen, welche Rechte man hat und darauf pochen (RW). Alles kostet viel Kraft und Nerven.
    • Man könnte auch Sozialarbeiter einsetzen, schafft Arbeitsplätze.
      Nur weil die genauen Modalitäten nicht perfekt sind, heißt es ja nicht, dass die Grundidee zu verwerfen ist.
      Es kann allerdings auch sein, dass es dem einen oder anderen aus anderen Gründen zu viel wäre...
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • kastenfrosch wrote:

      So legt man es auch darauf an, die Patienten abzuhalten, z.T. mit Falschinformationen- Sei es aus Absicht oder weil die Mitarbeiter einfach dumm sind. Man muss immer genau wissen, welche Rechte man hat und darauf pochen (RW). Alles kostet viel Kraft und Nerven.
      :| Das sehe ich auch so.
      Man muss sehr hartnäckig bleiben und darf sich von den Rückschlägen und Fehlinfos nicht abhalten lassen.

      Ich denke, dass man für eine reine Diagnostik an der Institutsambulanz einer Uniklinik nicht als Institutsambulanz-Patient mit pauschaler Abrechnung gilt, sondern dass die die Diagnostik auch außerhalb der Pauschale abrechnen können sollten. Aber womöglich will das die Krankenkasse nicht mitmachen (ob es rechtens ist oder nicht, weiß ich nicht).

      Aber wenn die Krankenkasse die Abrechnung über die Pauschale hinaus nicht ermöglicht, dann muss die Klinik eben mit der Pausche auskommen, die sie von der Krankenkasse bekommen. Es ist ja ein Unding, keine Diagnostik bzw. diese nicht vollständig durchzuführen, weil die Fallpauschale dafür nicht ausreicht. 8o 8o Damit würde Menschen die Diagnostik an einer Insitutsambulanz rein aus finanziellen Gründen der Klinik verunmöglicht werden. :thumbdown:
    • Grübler_1988 wrote:

      Ich verstehe diese ganze Diskussion hier nicht. Die Krankenkasse übernahm bei mir ohne Probleme die Kosten für die Diagnostik an der Uniklinik Köln.
      ist jetzt etwas off-topic:

      Ich will auch in Köln gehen zur Diagnostik. Auf der Seite steht, dass man vorher bei nem Psychologen gewesen sein muss. Ist das wegen der Verdachtsdiagnose? Meinst du da reicht eine ältere Anmerkungen von einem Kinderpsychologen?
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
    • Durkadenz wrote:

      Ich will auch in Köln gehen zur Diagnostik. Auf der Seite steht, dass man vorher bei nem Psychologen gewesen sein muss. Ist das wegen der Verdachtsdiagnose? Meinst du da reicht eine ältere Anmerkungen von einem Kinderpsychologen?
      Du musst bei einem PSYCHIATER gewesen sein, der dann auch die Überweisung ausstellt. Psychiater sind KEINE Psychologen.
      Life is now
    • Durkadenz wrote:

      @Zebra
      Also brauch ich eine richtige Überweisung? Das steht da nirgendwo so genau :(
      Ja, du brauchst von einem Psychiater/einer Psychiaterin deiner Wahl eine Überweisung für das Quartal, in dem das diagnostische Erstgespräch in der Spezialambulanz stattfindet. Du sollst aber bereits beim Psychiater/bei der Psychiaterin vorstellig werden, bevor du zum ersten Mal Kontakt zur Spezialambulanz aufnimmst.
    • WelleErdball wrote:

      von der Krankenkasse eine Therapeutenliste abholen, alle durchtelefonieren, am Rand eine kurze Notiz machen warum eine Therapie nicht möglich ist zB behandelt nur Kinder & Jugendliche, Suchttherapeut, keine freier Termin usw. wenn du nicht innerhalb von 6 Monaten einen geeigneten Therapieplatz bekommst wir dir ein Therapeut bezahlt. Ich hatte echt gar keine Probleme. Das wurde anstandslos genehmigt.
      Mit dem Telefonieren hätte ich arge Probleme, das ist für mich eine Barriere.

      Aber auch depressive Leute haben Probleme.
      Wer 20 Therapeuten anrufen kann ,um gezielt nachzufragen und sich einen Platz zu sichern, zeigt mir eher, dass er den Platz gar nicht braucht.
      (damit bist nicht DU gemeint, sondern ich kritisiere das Vorgehen der Krankenkassen)
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Grübler_1988 wrote:

      Ich verstehe diese ganze Diskussion hier nicht. Die Krankenkasse übernahm bei mir ohne Probleme die Kosten für die Diagnostik an der Uniklinik Köln.
      Die Diskussion geht darüber , dass das nicht bei jedem so gut läuft wie bei Dir. Es ist manchmal Glückssache oder Ermessensspielraum oder vielleicht gibt es auch interne Quotenregelungen ( letzteres ist eine Vermutung, ich kann es nicht beweisen).

      Ähnlich ist das auch beispielsweise bei Reha- Aufenthalten. Ich kenne einige, die bekamen den Antrag glatt durch, andere erst mit Widerspruch und die dritte Gruppe gar nicht .
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Rhianonn wrote:

      Grübler_1988 wrote:

      Ich verstehe diese ganze Diskussion hier nicht. Die Krankenkasse übernahm bei mir ohne Probleme die Kosten für die Diagnostik an der Uniklinik Köln.
      Die Diskussion geht darüber , dass das nicht bei jedem so gut läuft wie bei Dir. Es ist manchmal Glückssache oder Ermessensspielraum oder vielleicht gibt es auch interne Quotenregelungen ( letzteres ist eine Vermutung, ich kann es nicht beweisen).
      Ähnlich ist das auch beispielsweise bei Reha- Aufenthalten. Ich kenne einige, die bekamen den Antrag glatt durch, andere erst mit Widerspruch und die dritte Gruppe gar nicht .
      Ok, vielen Dank für den Hinweis und sorry, falls mein Beitrag etwas überheblich rüberkam. Dass mit zweierlei Maß gemessen wird (RW), also nicht jeder die gleiche Möglichkeit hat, sollte natürlich nicht so sein. Schade, dass einigen Personen Steine in den Weg gelegt werden. (RW)
    • Rhianonn wrote:

      Wer 20 Therapeuten anrufen kann ,um gezielt nachzufragen und sich einen Platz zu sichern, zeigt mir eher, dass er den Platz gar nicht braucht.
      Wer sich um einen Therapieplatz bemüht zeigt seinen Willen an sich zu arbeiten, an seiner Situation zu arbeiten und so sieht das leider die Kasse.
      Ich habe im stationären Rahmen mal eine Frau kennengelernt mit schlimmer Agoraphobie für die war selbst der 10-minütige Weg von der Wohnung in die Klinik nahezu unmöglich.
      Die sagten auch, entweder du zeigst deinen Willen und kommst im Alleingang in die Klinik oder du bleibst zuhause und dann können wir dir eben nicht helfen. Das ist ein ziemlich rigides
      Vorgehen aber so läufts leider.
    • WelleErdball wrote:

      Wer sich um einen Therapieplatz bemüht zeigt seinen Willen an sich zu arbeiten, an seiner Situation zu arbeiten und so sieht das leider die Kasse.
      Ich habe im stationären Rahmen mal eine Frau kennengelernt mit schlimmer Agoraphobie für die war selbst der 10-minütige Weg von der Wohnung in die Klinik nahezu unmöglich.
      Die sagten auch, entweder du zeigst deinen Willen und kommst im Alleingang in die Klinik oder du bleibst zuhause und dann können wir dir eben nicht helfen. Das ist ein ziemlich rigides
      Vorgehen aber so läufts leider.
      Ja , das klingt wirklich brutal ,
      könnte mir vorstellen,
      dass das Vorgehen der Kassen Suizide triggert,
      wenn der Patient zur Ansicht kommt : "MIr ist ohnehin nicht mehr zu helfen."
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Rhianonn wrote:

      Es ist manchmal Glückssache oder Ermessensspielraum oder vielleicht gibt es auch interne Quotenregelungen ( letzteres ist eine Vermutung, ich kann es nicht beweisen).
      Vielleicht bei Arzt XY. Bei Universitätskliniken sind eigentlich alle gleich. Der einzige Unterschied wären die Extraleistungen für die ein Privatpatient auch bezahlt. Wie zb Einzelzimmer, Chefarztbehandlung.

      Rhianonn wrote:

      Ähnlich ist das auch beispielsweise bei Reha- Aufenthalten. Ich kenne einige, die bekamen den Antrag glatt durch, andere erst mit Widerspruch und die dritte Gruppe gar nicht .
      Gerade bei Rehas kommt es auf den Kostenträger an. Da gibt es unterschiedliche. Diese haben auch alle unterschiedliche Richtlinien.
      Vergleichen kann man nur wenn diese auch den selben (nicht den gleichen!) Kostenträger haben.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Haben gerade beim berufsbedingten Basteln das folgende Video gesehen:

      Autism - A Diagnosis in Adulthood

      Das Video dauert etwa 45 Minuten und ich finde es echt gut. Danach weiß man wohl so ziemlich alles, was es so zum Thema Autismus-Diagnostik zu sagen gibt.
      Übrigens geht es ab Minute 12 bzw. 15 besonders um Diagnostik bei Frauen mit ASS.
      Surprised by the joy of life.