schwer zu regulierende Wutanfälle, körperliche Symptome, Krämpfe, kribbeln, etc.

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    • Necroghoul7 schrieb:

      Bei mir ist es so, daß oftmals innere Filme ablaufen, die sich zuweilen in Haßphantasien steigern können.
      Ich merke das ganz deutlich nach der Arbeit. Meistens begegnet mir jemand und ich stelle mir vor, wie der mich blöd anmacht, anrempelt oder dergleichen. Ganz schnell fühle ich real eine unbändige Wut in mir aufsteigen (obwohl ja gar nichts passiert ist) und ich wäre bereit, beim nächsten, der mir "blöd kommt", mitten im Gesicht zu eskalieren. Das passiert mir nicht auf dem Hinweg, nur immer abends zurück. Völlig surreale Gedanken und Gefühle sind das. Merkwürdig.
      What doesn't kill me makes me stranger.
    • Eismensch schrieb:

      Völlig surreale Gedanken und Gefühle sind das. Merkwürdig.
      Ist es bei dir auch so, daß z.B. noch nicht einmal begonnene oder zumindest glimpflich abgelaufene Situationen in deinem Kopf immer weiter eskalieren und immer schlimmer werden, bis du völlig außer dir bist und körperliche Symptome spürst, und du öfter darauf achten mußt, das bewußt zu stoppen, da es sich anfühlt, als würde das gerade wirklich passieren und nicht nur in deinem Kopf, obwohl du zu jeder Zeit Realität und Fiktion unterscheiden kannst? Ich nenne das für mich mangelnde Psychohygiene und habe mir angewöhnt, bewußt "stopp" zu mir zu sagen und mich zu ermahnen, sobald es mir auffällt.
      Als ich heute mitbekam, daß schon wieder ein Junge auf einem Rad von einem LKW totgefahren wurde, lief in mir gleich ein Film ab, wie das meinem Jungen passiert, wie es dann aber noch immer dramatischer weitergeht und daß ich mir bewußt sagen mußte, daß hier überhaupt gar nichts passiert ist.
      In solchen Phantasien ist es irgendwie fast immer so, daß es ungerecht abläuft, also es immer überzogener und unrealistischer und schlimmer als in jedem realen Mobbing wird, bis ich mich völlig ohnmächtig und wütend fühle und im wahrsten Sinne des Wortes "rot" sehe. Das sind aber keine bewußten Phantasien wie z.B. eine bestimmte Angst oder Hoffnung, sondern es sind ungeplante Selbstläufer. Ich habe auch festgestellt, daß ich das vor allem dann habe, wenn ich allgemein unsicher bin und mich latent bedroht bzw. provoziert fühle. Dann kann ich manchmal unwirsch und überzogen auf kleine Unfreundlichkeiten reagieren (und mich unangemessen stark darüber ärgern), die mich sonst nicht so aus der Bahn werfen würden. Das Komische ist, daß dem keine Grundgereiztheit zugrunde liegt, sondern das mitunter wie aus dem Nichts zu kommen scheint. An anderen Tagen wiederum bleibe ich ruhig, selbst wenn real mehr Streß auf mich zukommt. Vielleicht ist es auch nur aufgestaute Energie, denn wenn ich konstruktiv viel zu tun habe und das auch will, habe ich ja genug ablenkende Gedanken. Auffällig ist jedenfalls, daß die Gefühle unverhältnismäßig stark und fast grundlos auftreten können. Vielleicht gibt es ja doch Gründe wie von @Daniel1 geschildert (Lärm), aber wenn, dann habe ich diese noch nicht bewußt ausfindig machen können.
    • Necroghoul7 schrieb:

      Ist es bei dir auch so
      Ja, schrieb ich ja. Die Geschichte spinnt sich von alleine aus einer realen, harmlosen Begegnung heraus bis ich angestrengt bin, sich alles verkrampft und ich große Wut spüre. Das geht wieder vorbei, der Zustand hält nur ein paar Minuten an aber ich würde (vermutlich) explodieren, geschähe dann etwas wirklich belastendes.

      Necroghoul7 schrieb:

      Als ich heute mitbekam, daß ein Junge auf einem Rad mal wieder von einem LKW totgefahren wurde, lief in mir gleich ein Film ab
      Aber das ist mir noch nicht passiert. Solche Filme habe ich nur in direktem Bezug auf mich selbst.

      Necroghoul7 schrieb:

      Das Komische ist, daß dem keine Grundgereiztheit zugrunde liegt, sondern das mitunter wie aus dem Nichts zu kommen scheint.
      Bei mir bahnt sich das wie gesagt nach einem Arbeitstag an. Da ist es definitiv die Erschöpfung, der vorangegangene Stress und die näherkommende Sicherheit der eigenen vier Wände, die das auslösen.
      What doesn't kill me makes me stranger.
    • in meiner Selbsthilfe Gruppe haben mehr als die Hälfte mit wutausbrüchen zu kämpfen.
      Die meisten schaffen es fast immer, sich rechtzeitig aus der Situation zu begeben, um sich auszutoben.
      Meine Tochter hat sich einen sandsack gewünscht zum drauf schlagen, wir haben uns dann auf ein Kampfsport Schlag kissen geeinigt.
      Das hilft auch zum abreagieren.
      Über Erwachsene autisten gibt es ja eh nicht viel.
      Sogar mein Test Fragebogen war für kinder...

      Ich denke, das wichtigste bei all deinen Fragen ist, nicht lange grübeln, was du tun kannst sondern einfach anfangen!
      Nimm dir den besten Tipp und fang an!
      Die können ja nicht alle schlecht und nicht durchführbar für dich sein.
      Ich weiss nicht mehr genau, ob du mal geschrieben hast, dass du auch Depressionen hast?
      Vielleicht liegt es daran, dass du denkst, dass das Vllt alles nichts bringt und sinnlos ist?
      In dem Fall solltest du die Depression vorrangig behandeln lassen, das ist möglich da raus zu kommen.
      Und dann kannst du mir dem Rest weiter machen.
      Ich hab irgendwie das Gefühl, dass du jede Frage schon mehrmals gestellt hast und dich im Kreis drehst.
      Und die Depression lässt dich da nicht raus (ich kann mich aber auch irren)
    • Hallo an alle,

      es gibt ein ganz gutes Buch zum Thema Gedankenschleifen/Gedankenkarussell in dem erklärt wird, man solches Gedankenkreisen abstellen kann. Aus psychologischer Sicht gibt es ja meistens einen Grund, warum ein Thema im Verstand nicht beendet werden kann und, wenn man diesen herausfindet so kann das sehr erleichternd sein weil man etwas dagegen tun kann. Selbst, wenn es eher einer Neigung entspricht bei einem Thema zu verharren so ist es vielleicht trotzdessen ganz hilfreich zu erfahren, wie man den eigenen Fokus weit und eng stellt und das auszuprobieren, ob es bei einem selbst funktioniert und man sich dadurch Erleichterung verschaffen kann. Wen das interessiert der kann mich gerne anschreiben...ich müsste den Titel erst raus suchen. ;)
    • Daniel1 schrieb:

      Wutausbrüche bei erwachsene Autisten, ist für mich ein Thema,welches im Netz viel zu wenig Beachtung findet, weswegen ich auch nichts im Netz finde.
      F.G. Daniel
      Jetzt hast du es schon mindestens 3x geschrieben.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • Satureja Antares schrieb:

      Ich denke, das wichtigste bei all deinen Fragen ist, nicht lange grübeln, was du tun kannst sondern einfach anfangen!
      Nimm dir den besten Tipp und fang an!
      Die können ja nicht alle schlecht und nicht durchführbar für dich sein.
      :nod:
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • Necroghoul7 schrieb:

      Das kenne ich von mir auch, aber es ist eher ein Ungehaltensein, ein Lospoltern, aber kein "echter" Wutanfall, bei dem mir alles egal ist und ich nur noch schimpfe.
      Oh, also alles egal war mir nur 2-5 Mal im ganzen Leben.
      Da habe ich was missverstanden. (?)
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Cloudactive schrieb:

      also alles egal war mir
      Es war mißverständlich formuliert, es war mir nicht wirklich egal, aber in dem Augenblick, als ich ausgerastet bin, waren mir die möglichen negativen Konsequenzen egal, wobei es wie gesagt "nur" Meckern bei mir ist. Nur habe ich mich dann auch mit Stärkeren angelegt, was für mich hätte übel enden können - oder mit Chefs usw., was dann eben zu Arbeitslosigkeit führt...
    • Satureja Antares schrieb:

      in meiner Selbsthilfe Gruppe haben mehr als die Hälfte mit wutausbrüchen zu kämpfen.
      Die meisten schaffen es fast immer, sich rechtzeitig aus der Situation zu begeben, um sich auszutoben.
      Meine Tochter hat sich einen sandsack gewünscht zum drauf schlagen, wir haben uns dann auf ein Kampfsport Schlag kissen geeinigt.
      Das hilft auch zum abreagieren.
      Über Erwachsene autisten gibt es ja eh nicht viel.
      Sogar mein Test Fragebogen war für kinder...

      Ich denke, das wichtigste bei all deinen Fragen ist, nicht lange grübeln, was du tun kannst sondern einfach anfangen!
      Nimm dir den besten Tipp und fang an!
      Die können ja nicht alle schlecht und nicht durchführbar für dich sein.
      Ich weiss nicht mehr genau, ob du mal geschrieben hast, dass du auch Depressionen hast?
      Vielleicht liegt es daran, dass du denkst, dass das Vllt alles nichts bringt und sinnlos ist?
      In dem Fall solltest du die Depression vorrangig behandeln lassen, das ist möglich da raus zu kommen.
      Und dann kannst du mir dem Rest weiter machen.
      Ich hab irgendwie das Gefühl, dass du jede Frage schon mehrmals gestellt hast und dich im Kreis drehst.
      Und die Depression lässt dich da nicht raus (ich kann mich aber auch irren)
      Hallo liebe Satureja Antares, würde schon sagen, dass ich in der Praxis übe.
      Halt so weit wie es geht.
      Ein grosses Thema ist bei mir gerade, von der Einbahnstrasse wegzukommen
      und mir mehrere Lösungsmöglichkeiten bei Probleme vorszustellen, damit ich nich in nichts ehr reinsteigere und alles aussoichtslos finde.
      Finde Deine und Eure Tips sehr gut und hilfreich.
      Kann halt noch nicht so schnell wie ich möchte.
      Finde es ganz nett von Euch, Danke.
      F.G. Daniel :thumbup:

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