schwer zu regulierende Wutanfälle, körperliche Symptome, Krämpfe, kribbeln, etc.

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    • schwer zu regulierende Wutanfälle, körperliche Symptome, Krämpfe, kribbeln, etc.

      Hallo zusammen, in dem Link finde ich mich wieder, obwohl ich schon 35 Jahre alt bin.

      autismusforumschweiz.ch/index.…mgehen-mit-Wutausbrüchen/

      Da ich schlecht in der Situation reflektieren kann, weiss ich meistens nicht, warum ich überfordert bin.
      Ausser, wenn vorher staubgesaugt wird, wenn ich dannach austicke, dann kenne ich den Grund.

      Lärm ist bei mir aber nicht der einzigste Auslöser für die Wut.
      Blicke da noch nicht durch.

      Wäre interessant, zu wissen,ob Ihr auch so was kennt, danke.
      Vielleicht kennt Ihr Euch schon besser aus und kennt Eure Gründe der Überforderung.

      Bei Lärm ist es für mich klar, dass ich dann irgendwie überfordert bin.
      Lärm ist aber nicht der einzigste Auslöser meiner schwer zu regulierende Wutanfälle,danke.
    • Vielleicht ist es wieder ein anderes Thema?

      Vielleicht, hat es aber auch was mit dem Thema gemeinsam.

      Wenn irgendwas anders läuft wie geplant, bin ich komplett überfordert, da es in dem Moment, der einzigste Weg für mich ist.
      Es fühlt sich an, als würde ich von der Erde“Scheibe“runterfallen so als alles von Diesem Thema für mich zum überleben notwendig ist, was natürlich nicht der Fall ist. Habe oft so einen Tunnelblick, schwarz weiss denken. Da steigere ich mich rein, so dass die Welt für mich untergeht.
      Wenn sich jemand zu mir anders verhlt, habe ich auch Angst, dass er mich nicht mehr mag, ich was falsch gemacht habe, wo ich mich auch sehr reinsteigere.
      oft habe ich nachts Krämpfe, wenn ich was nicht verarbeiten kann, drehe halber durch und hatte leider au h schon mehrere Suizidversuche, als ich keinen Ausweg mehr wusste.

      Freue mich auf Eure Erfahrungen, ob beides was miteinander zu tun hat und wie es bei Euch ist, danke.
      F.G. Daniel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Daniel1 ()

    • meiner Erfahrung nach ist der Auslöser nur der tropfen, der mein Fass zum überlaufen bringt.
      Davor sind dann schon mehrere stressige Dinge zusammen gekommen.
      Das ist viel arbeit, da gegen zu steuern.
      Mit einem Tagebuch kann man den ganzen sehr gut auf die Spur kommen.
      Dann kann man nachgucken, was vor dem Ausraster passiert ist.
      Mit hilft dann am besten ruhe, Beschäftigung mit meinen Spezial interessen, lesen, die Geräusche app, Sudoku usw. Das ist ja bei jedem anders. Bei dir halt Sport zb. Versuch dann mal den Sport vorher einzubauen und guck, ob du den ausraster verzögern kannst oder abmildern.
      Wenn man etwas nicht verarbeiten kann, hilft auch, es nieder zu schreiben. Dann ist es "aus dem kopf" und man kann sich am nächsten Tag mit Abstand damit beschäftigen.
      Hab auch schon öfter geschrieben, wie extrem hilfreich Plan B bis Z ist, überleg dir Alternativen für die dinge, die schief gehen können.
      Hab den Artikel jetzt nicht gelesen, aber er heisst doch "umgan g mit wutausbrüchen" da wird doch sicher auch dann vorgeschlagen, wie man damit umgeht(?)
      Ist da nichts hilfreiches für dich dabei?
    • Daniel1 schrieb:

      so als alles von Diesem Thema für mich zum überleben notwendig ist, was natürlich nicht der Fall ist. Habe oft so einen Tunnelblick, schwarz weiss denken. Da steigere ich mich rein, so dass die Welt für mich untergeht.
      Das kenne ich von mir auch, daß ich mich in eine Kleinigkeit, die auf mein ganzes Leben oder die Gesamtsituation bezogen nicht so bedeutsam und folgenschwer ist, sehr reinsteigern kann und sie überdramatisiere und sich mein Denken und Fühlen dann nur noch darum dreht. Ich kann dann auch streitsüchtig oder todtraurig werden, wenn etwas unerwartet anders läuft.
      Das mit den Wutanfällen ist bei mir anders, ich kann zwar schimpfen, aber Türen knallen o.ä. kommt bei mir nicht vor, d.h. ich kann ganz gut zwischen Worten und Handlungen trennen, selbst wenn ich ausraste.
      Was bei mir gut hilft, ist das Ganze einfach zu erdulden und auszusitzen, denn es reguliert sich nach einer Weile von allein wieder runter. Trotz meiner emotionalen Aufgewühltheit hilft es mir auch, das Ganze auszudiskutieren bzw. sachlichen Trost/Argumente zu erhalten.
      Ich merke, daß mich sensorische Belastungen zwar reizbarer machen, aber sie überfordern mich nicht so rasch wie dich.

      Satureja Antares schrieb:

      "umgan g mit wutausbrüchen" da wird doch sicher auch dann vorgeschlagen, wie man damit umgeht(?)
      Mein Vorschlag als Mutter einer Tochter, die auch Türen knallt und ohne Eingreifen auch mehr tut (ADS), ist, sich außerhalb der Situation zu überlegen, welche Reaktion für das eigene Kind passend und langfristig erzieherisch wirksam ist - und das dann auch durchzuziehen, wenn die Situation wiederkommt (Punkt 2 ist für die meisten Eltern schwieriger als Punkt 1). Also bei Ausrastern gehe ich dann dazwischen, wenn Gegenstände oder Menschen bedroht sind, egal, ob das Kind 5 oder 15 und Autist oder NT ist - ich würde dafür dann notfalls Gewalt anwenden (Hände festhalten, auf den Boden drücken, ins Zimmer sperren o.ä.), denn das ist besser, als wenn sich das tatsächlich mit dem Alter steigert, weil nie Grenzen gesetzt wurden. Wenn jemand z.B. um sich schlägt und damit andere gefährdet oder etwas Teures umwerfen könnte, dann muß er eben 5min eingesperrt werden, bis er verläßlich zusagt, daß er wieder rausgelassen werden kann (egal, ob er zum "Runterkommen" 5min oder 1h braucht). Wenn ein Kind verläßlich ähnliche Reaktionen auf sein Verhalten bekommt, die auch logisch sinnvoll sind, dann entwickelt es mit der Zeit ein eigenes Kontrollsystem/Selbstdisziplin. So war es bei mir und wird es hoffentlich auch bei meiner Tochter sein. Mir hilft bei Wutausbrüchen, wenn man mich einfach kurz in Ruhe läßt und dann alles mühsam ausdiskutiert.

      Bei mir hat Beides nur insofern miteinander zu tun, als ich zum Überdramatisieren und Reinsteigern neige, also aus einer Mücke einen Elefanten machen kann (rw).
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Necroghoul7 ()

    • Satureja Antares schrieb:

      meiner Erfahrung nach ist der Auslöser nur der tropfen, der mein Fass zum überlaufen bringt.
      Davor sind dann schon mehrere stressige Dinge zusammen gekommen.
      Das ist viel arbeit, da gegen zu steuern.
      Mit einem Tagebuch kann man den ganzen sehr gut auf die Spur kommen.
      Dann kann man nachgucken, was vor dem Ausraster passiert ist.
      Mit hilft dann am besten ruhe, Beschäftigung mit meinen Spezial interessen, lesen, die Geräusche app, Sudoku usw. Das ist ja bei jedem anders. Bei dir halt Sport zb. Versuch dann mal den Sport vorher einzubauen und guck, ob du den ausraster verzögern kannst oder abmildern.
      Wenn man etwas nicht verarbeiten kann, hilft auch, es nieder zu schreiben. Dann ist es "aus dem kopf" und man kann sich am nächsten Tag mit Abstand damit beschäftigen.
      Hab auch schon öfter geschrieben, wie extrem hilfreich Plan B bis Z ist, überleg dir Alternativen für die dinge, die schief gehen können.
      Hab den Artikel jetzt nicht gelesen, aber er heisst doch "umgan g mit wutausbrüchen" da wird doch sicher auch dann vorgeschlagen, wie man damit umgeht(?)
      Ist da nichts hilfreiches für dich dabei?
      Herzlichen Dank, Satureja.
      Reflektieren mit hilfe eines Tagebuches,
      sowie Alternativen ausdenken für die dinge, die schief gehen können, sind gute Ansätze.
      Wutbarometerwie im Link muss ich noch ausprobieren, könnte aber davon überfordert sein, da ich noch oft nicht einordnen kann, was lps war.
      Den Link fand ich noch besser.

      m.urbia.de/forum/45-leben-mit-…mer-schlimmer-bin-am-ende
      Freundliche Grüße, Daniel
    • Mich wundert es nur, dass im Netz so viel über Wutanfälle autistischer Kinder drinnen steht und gar nichts über die Erwachsene.

      Es kann doch nicht sein, dass alle, es komplett im Erwachsenenalter regulieren können.
      Freundliche Grüße, Daniel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Daniel1 ()

    • Daniel1 schrieb:

      Wenn irgendwas anders läuft wie geplant, bin ich komplett überfordert, da es in dem Moment, der einzigste Weg für mich ist.
      Es fühlt sich an, als würde ich von der Erde“Scheibe“runterfallen so als alles von Diesem Thema für mich zum überleben notwendig ist, was natürlich nicht der Fall ist. Habe oft so einen Tunnelblick, schwarz weiss denken. Da steigere ich mich rein, so dass die Welt für mich untergeht.
      Ja, das kenne ich.
      Kann man auch mit dem Begriff "Sturkopf" beschreiben.
      Die ganze Welt dreht sich plötzlich nur noch um dieses Thema oder diese Sache oder dieses Ereignis, und wenn es nicht so funktioniert, dann bumm.
      Als wäre jemand gestorben oder so (je nach Bezugsobjekt).

      Ich werde noch wütend, weil ich oft ungeduldig bin, ich will nicht alles 3 Mal sagen müssen, ich kann es nicht leiden, wenn man an mir vorbei redet oder mich nicht versteht, wenn ich etwas nicht verstehe (dann werde ich richtig wütend aber gegen mich selbst), wenn jemand etwas behauptet obwohl es nachweislich falsch ist, wenn jemand mit Unrecht davon kommt, wenn sich Ungerechtigkeit durchsetzt...
      >>Die sittliche Freiheit macht allein den Menschen erst in Wahrheit zum Herrn über sich selbst; denn der Trieb der bloßen Begierde ist Sklaverei und der Gehorsam gegen das Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat, ist Freiheit.<<

      Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution
    • Daniel1 schrieb:

      Es kann doch nicht sein, dass alle, es komplett im Erwachsenenalter regulieren können
      Bei mir ist es so, daß ich gelernt habe, rasch oder bei den ersten Vorboten aus der Situation rauszugehen, und daß ich mich rascher (durch rationale Betrachtung) wieder beruhigen kann als früher. Und das Schimpfen, also verbale Abreagieren, hilft mir ganz gut, damit vermeide ich, tätlich zu werden. Außerdem ist meine Frustrationstoleranz höher geworden, d.h. ich leide oft still vor mich hin und warte, bis etwas vorbei ist, weil es sich ja doch nicht ändern läßt.


      Cloudactive schrieb:

      Ich werde noch wütend, weil ich oft ungeduldig bin
      Das kenne ich von mir auch, aber es ist eher ein Ungehaltensein, ein Lospoltern, aber kein "echter" Wutanfall, bei dem mir alles egal ist und ich nur noch schimpfe.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Necroghoul7 ()

    • Bekommt Ihr auch Krämpfe mit Gedankenschleifen, wenn Ihr es nicht verbal abreagiert sondern in Euch reinschluckt und es nicht verarbeitet bekommt?

      Das Thema Wutanfälle bei erwachsene Autisten, finde ich nicht im Netz.


      Kaum zu glauben, wenn ich sehe, wie viel über Wutausbrüche von Kinder mit Autismus zu lesen ist.

      F.G. Daniel
    • Daniel1 schrieb:

      Wutausbrüche bei erwachsene Autisten, ist für mich ein Thema,welches im Netz viel zu wenig Beachtung findet
      Eine Vermutung (Schuß ins Blaue (rw)) wäre folgende: Vielleicht gibt es da zwei Sorten: Die einen, die zwar auch im Erwachsenenalter noch Wutausbrüche haben, aber nicht in einer Form, die sie oder andere stark gefährdet oder sich äußerlich stark von Wutausbrüchen normaler Leute unterscheidet, weshalb sie kaum Hilfe bekommen, aber auch selten Probleme (mit Strafanzeigen, Behörden). Und die anderen, die durch ihre unkontrollierten Wutausbrüche auch noch im Erwachsenenalter Probleme bekommen und deshalb meist eher in geschützteren Umgebungen leben, worüber im Netz wenig konkret diskutiert wird, da die Betroffenen eher selten über ihr Leben in Foren wie diesem hier referieren. Also übertrieben formuliert: Wer im Erwachsenenalter Leute beschimpft, gilt nur als schwierig, wer aber Leute angreift oder Gegenstände zerstört, gilt rasch als gefährlich. Das ist der Unterschied zu autistischen Kindern: Bei Kindern wird allgemein noch nicht davon ausgegangen, daß sie ihre Wutausbrüche und destruktiven Impulse schon im Griff haben (müssen), da wird das von Erwachsenen mit reguliert, die dann eingreifen. Bei Erwachsenen bleibt im Extremfall ja nur, sie durch Entmündigung wieder zu Kindern zu machen oder durch Medikamente o.ä. ruhig zu stellen oder wegzusperren (z.B. wenn sie wegen eines Wutanfalls eine Straftat begehen).
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Daniel1 schrieb:

      Bekommt Ihr auch Krämpfe mit Gedankenschleifen,
      Bei mir ist es so, daß oftmals innere Filme ablaufen, die sich zuweilen in Haßphantasien steigern können. Krämpfe kriege ich zum Glück fast nie, allerdings ist mein "rationaler Filter" sehr stark. Wenn ich mich über etwas ärgere, wiederholt sich das in meinem Kopf auch immer wieder, aber davon kriegt niemand etwas mit, außer wenn ich jemanden zum Reden habe, dem dann auffällt, daß ich sozusagen immer wieder dasselbe sage.

      Was ich übrigens rasch bekomme, sind körperliche Symptome, d.h. Zittern, Herzrasen und das Bedürfnis um mich zu schlagen oder (so laut ich kann) zu schreien. Aber auch davon bekommen andere kaum etwas mit.
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".

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