Nachteilsausgleich an der Hochschule für Aspergerautisten

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    • Nachteilsausgleich an der Hochschule für Aspergerautisten

      Hallo zusammen,

      mein volljähriger Sohn mit gesicherter Diagnose AS / ADHS / Legasthenie studiert an einer privaten, kleinen, überschaubaren Hochschule und kommt einigermaßen klar.
      Nur bei Problemen fällt es ihm sehr schwer, zurück zu fragen, und er deutet oft die Anforderung falsch.

      Zuvor war er 2 Semester lang an einer staatlichen Uni, was gar nicht gut ging. Er wollte aber keinen Studienbegleiter mehr. Nunja, das Problem hat sich mit der privaten Hochschule ja lösen lassen.

      Inzwischen möchte er doch einen Nachteilsausgleich beim Prüfungsamt beantragen.
      Der erste Versuch scheiterte, obwohl ich mit der Vorsitzenden telefonierte.
      Der Grund war vor allem der, dass "die Diagnosen nicht aktuell" bestätigt worden seien (hahaha :sarcasm: ).

      Nun hat mein Sohn erneut den Antrag gestellt und ein kurz nach der 1. Absage erstelltes Attest vom 1.2.2018 beigefügt. Darin sind auch die Einschränkungen wie Konzentrationsschwierigkeiten usw. beschrieben.
      Trotzdem hat man ihm mündlich mitgeteilt, dass dieses aktuelle Attest nicht ausreiche :m(: - weil darin der beantragte NTA, ein Zeitzuschlag bei schriftlichen Prüfungen, vom Erwachsenenpsychiater im Attest nicht buchstäblich erwähnt wurde und weil das Attest ja schon mehr als 4 Monate alt ist 8o . Man möchte es nicht glauben. Ich bekomme selbst Schnappatmung, wenn ich dran denke. Für meinen Sohn ist das nicht lustig und so langsam gehen mir auch die Ideen aus.
      Am besten soll mir die Frau vom Prüfungsausschuss doch sagen, was sie gerne im Attest stehen hätte, dann frage ich den Psychiater, ob er es so schreibt. (Und wer bezahlt das Attest?! Icke!)

      Habt ihr Erfahrungen mit solchen rigiden Leuten?
      Was sollte ich tun, was vermeiden?
      -ich bin nicht gerade für mein diplomatisches Vorgehen bekannt und verstehe mich nicht auf Smalltalk.

      In der Schule gab es Autismusbeauftragte für die Schulen, selbst da hat es aber nicht bis zum Schluiss mit dem NTA geklappt, weil die Schule es einfach nicht zuließ.
      Aufgrund dieser miesen Erfahrung neige ich schnell zum Überreagieren.

      Im Hochschulrahmengesetz liest sich das alles ganz einfach.
      In der Praxis will sich niemand zu weit aus dem Fenster lehnen-sprich eine Entscheidung fällen, die bislang noch nicht notwendig war.
      Gute Güte, selbst beim Beschreiben bekomme ich rote Ohren vor Wut, aber das nutzt ja nix.....

      Wenn jemand einen guten Vorschlag machen möchte: Her damit!
      Mark Twain: "Never argue with stupid people, they will only drag you down to their level and then beat you with experience."
      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Also ich kenne es auch so, dass meine Forderungen im Nachteilsausgleich 1:1 durch das ärztliche Attest abgedeckt sein müssen, das finde ich eigentlich auch verständlich, weil gerade ASS so verschiedene Auswirkungen hat und nicht per se zu verschiedensten Sachen berechtigen sollte.

      Daher halte ich

      Capricorn schrieb:



      Am besten soll mir die Frau vom Prüfungsausschuss doch sagen, was sie gerne im Attest stehen hätte, dann frage ich den Psychiater, ob er es so schreibt.
      gar nicht für so eine schlechte Idee. (An meiner Uni gibt es für so etwas Richtlinien - bei euch vielleicht auch?)

      Dass ein 4 Monate altes Attest aufgrund des "Alters" bemängelt wird ist natürlich sehr widersinnig und ärgerlich. Vielleicht tröstet es dich, dass ich den Nachteilsausgleich jedes einzelne Semester neu beantrage muss. Ich konnte das ja kaum glauben, als mir das gesagt wurde. Aber da die Ärztin dazu den Text ja nicht jedesmal ändern muss, gebe ich einfach immer dasselbe mit neuem Datum ab, das ist dann auch nicht immer so ein grosser Aufwand.

      Ich habe mich mit sowas etwas abgefunden. Ist mühsam und unnötig, wie sie (die Uni) es will, aber geht halt nicht anders, respektive ich mag da nicht ein grosses Theater deswegen machen.
    • Danke, Kendra.

      Großes Theater möchte ich auch nicht machen.
      Wir haben sowieso genug Baustellen in der Familie.


      Aber wenn mir bzw. meinem AspieSohn die Frau vom Prüfungsausschuss jedesmal sagt "Nö, wir hätten gerne ein taufrisches Attest und bitte mit Schleifchen dran :sarcasm: ", dann wäre es doch wirklich einfacher, sie sagt uns gleich, worauf es ihr ankommt.

      Und weil Asperger so unterschiedlich sind, soll der NTA ja auch individuell ausgehandelt werden. Sie will aber ein Attest vom Doc, obwohl der den jungen Mann doch nie während einer Prüfung erlebt hat.
      Also er soll jetzt ganz genau hineinschreiben, dass er z.B. eine Schreibzeitverlängerung von 43, 1 % der Regelzeit bekommen soll :frown: - na gut - aber die ärztliche Empfehlung, seine Rechtschreibung rücksichtsvoll zu werten, da eine Legasthenie gesichert ist, wusste die Uni postwendend abzuschmettern.

      Ich hadere dann mit des Schicksals ew'gen Mächten, weil ich eben auch meine autistischen Züge nicht immer gut verpackt bekomme.
      Aber ich werde versuchen, das Ganze lockerer zu nehmen. Deshalb noch mal Danke.
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      (Streite dich nie mit dummen Leuten; sie ziehen dich nur auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung.)
    • Inzwischen steht alles in der Angelegenheit "NTA an der Hochschule "auf Anfang".


      Ich habe ein taufrisches Attest - in dem die Schreibzeitverlängerung drinstand - mit einem taufrischen Antrag vorgelegt und mich dabei selbst krummgelegt (RW!), damit alles rechtzeitig ankommt.

      Heute erhalte ich wieder einen Anruf von der Dame des Prüfungsausschusses, dass das Attest nicht aussagekräftig genug sei,weil der Arzt sich nicht eindeutig bei der prozentualen Zeitzugabe geäußert habe. Sie habe auch den Prodekan gefragt, der sei der gleichen Meinung gewesen! :m(:

      Ich habe entgegengehalten, dass die Art des NTAs vom Studierenden mit der Hochschule ausgehandelt werden müsse und dass dies ja im Antrag geschehen sei, das Attest nur der Bestätigung der Notwendigkeit diene.

      Damit hatte ich keinen Erfolg.

      Ich habe danach die Arztpraxis angerufen, mich für die Geduld dort bedankt und diktiert, was in das Attest hineingeschrieben werden soll. Und gebeten, das Ganze an die Hochswchule direkt zu schicken, weil die Zeit mittlerweile drängt.
      Ich fand meinen Einsatz lobenswert, weil es mir selbst sehr schwer fällt, ruhig und sachlich zu bleiben. Ich neige zu Ausflügen ins Land des Sarkasmus :sarcasm: und das kommt selten gut an. Mein Sohn kann aber gar nicht durch diesen Dschungel der widersinnigen Forderungen und Verzögerungen hindurchfinden, also versuche ich mein Bestes.
      Mal sehen, ob es klappt.
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