Entgültige Diagnose - was jetzt?

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    • Entgültige Diagnose - was jetzt?

      Mich beschäftigt es jetzt doch schon etwas: Vor ein paar Tagen hat mein Vater mir bestätigt, dass meine Eigenheiten bereits seit frühster Kindheit bestehen, das letzte Kriterium, was mir für eine Volldiagnose AspergerAutismus fehlte.
      Er hat mir nun auch erzählt, dass nicht nur er, sonder auch sein Vater und dessen Vater ähnliche Verhaltensmuster und Probleme hatten. Es ist jetzt nur noch eine Sache des Papiers und der Bürokratie, dass es offiziell ist.

      Ich hatte eine seeehr lange Reise (ab einem Alter von etwa 8 haben sich Probleme gehäuft - Esstörung, Panikstörung, schwerste Depressionen, Dissoziative Zustände, etc)
      Am Beispiel von der Depression: Ich habe regelmäßige wirklich miese Phasen und trotz Therapie, Tabletten, etc wurde es zwar besser händelbar, aber es wurde an sich nie besser. Bei vielem anderen ist es das selbe. Zum Teil machte Therapie es sogar schlimmer.
      Meine Vermutung war also, es gibt ein grundlegenderes Problem, was den Rest aufrecht erhält.
      Nun habe ich nach weit über 10 Jahren eine Antwort. Und jetzt?

      Ich fürchte ich habe mich an diese Ungewissheit gewöhnt. Ein Teil von mir akzeptiert sogar die Notwendigkeit eines Schwerbehindertenausweises. Ein Teil von mir wusste ich kann nicht ohne Hilfe. Ich habe mir unbewusst immer Situtionen gesucht in denen ich Unterstützung von außen bekam. Ich kann nicht mal Telefonieren ohne riesen Stresszustände. Es gab immer jemanden, den ich schicken konnte, der mir geholfen hat.

      Nur jetzt kommen bei mir die was-wäre-wenn-Fragerei. Ich wollte immer gesund werden. Irgendwann ohne diese Art Probleme ein Leben führen. Ich habe ehrlich gesagt gehofft es käme von einer Persönlichkeitsstörung oder einer PTBS. Irgendetwas heilbares (oder zumindest etwas mit Chance auf Besserung). Was wäre, wenn es doch falsch ist (ich hatte so oft Rückschläge und so oft den Kommentar "du bildest dir alles nur ein" durch jemanden, der Verantwortlich für mich war, es hätte besser Wissen müssen und zu viel Einfluss auf mein Jüngeres Ich hatte)? Was wäre, wenn es früher entdeckt worden wäre? Wäre es dann jetzt einfacher?
      Ein Teil verweigert sich komplett. Ein alter indoktrinierter Teil. Ich bin normal und gesund.. Und der macht grade echte Probleme. Und ja... Ich bilde mir Probleme ein, damit ich Aufmerksamkeit bekomme.

      Und eigtl sitze ich mit einer sehr komischen Psychose in einer Plüschkammer mit einer Hab-mich-lieb-Jacke an und alles hier existiert gar nicht. :fun: mit bitterem Beigeschmack.

      Hat noch wer so oder ein ähnliches Problem mit seiner Diagnose gehabt?
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    • Neee. Bei mir war nach der offiziellen Testung letzes Jahr, die Frage übrig, ob es schon immer vorhanden war und somit angeboren, oder eine aus ua Trauma etc. entstandende Problematik, die sich erst entwickelt hat.
      Mein Dad hat nun bestätigt, dass ich schon vor Kindergarten und im Kindergarten so war und es somit nicht einem Trauma zuordenbar sein kann (das war erst später etwa Mitte Grundschule).

      Nach Außen hin bin ich eher unauffällig, da ich.... naja das normalsein schon fast eingeprügelt bekommen habe. Sei unauffällig nach außen, dann hab ich dich lieb... Das kam aber erst eben in der Grundschule mit ein paar fieseren Zusätzen.
      Dh zB. keine Tics oder beruhigenden Angewohnheiten nach außen zeigen. Ich setze mich zB. auf meine Hände in der Öffentlichkeit.
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    • Offizielle Testung letztes Jahr...aber keine Diagnose seitdem?

      CrazyCorti schrieb:

      Es ist jetzt nur noch eine Sache des Papiers und der Bürokratie, dass es offiziell ist.
      Das verstehe ich gerade vom Sachlichen her nicht.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • Linnea schrieb:

      Offizielle Testung letztes Jahr...aber keine Diagnose seitdem?

      CrazyCorti schrieb:

      Es ist jetzt nur noch eine Sache des Papiers und der Bürokratie, dass es offiziell ist.
      Das verstehe ich gerade vom Sachlichen her nicht.
      Ich verstehe es so, dass nur ein Verdacht ausgesprochen wurde. Und die Diagnose noch aussteht.

      Ich würde auf jeden Fall nochmal mit einem Arzt reden, wie er die Aussagen des Vaters einschätzt. Auch wenn ich die Erleichterung nachvollziehen kann.
    • Papierkram und Bürokratie heißt für mich Antrag auf Behindertenausweis und einen Arztbrief für zuhause. Der Rest steht.
      Die Verdachtsdiagnose wurde letztes Jahr gestellt und mit der Anamnese meines Vaters jetzt bestätigt.

      Das ganze war auch noch länderübergreifend. Ich hoffe die origniale Austestung muss ich dann nicht nochmal machen :oops: Das hatte ich nämlich noch nicht gefragt.
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    • CrazyCorti schrieb:

      die origniale Austestung
      Was ist damit gemeint?
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )

      ‚Der häufigste Fehler liegt in der Annahme, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung auch die Grenzen des Wahrzunehmenden sind.’
      C.W. Leadbeater
    • CrazyCorti schrieb:

      Mein Dad hat nun bestätigt, dass ich schon vor Kindergarten und im Kindergarten so war
      Ja, das sagt meine Familie auch immer zu mir und mein Bruder hat sich immer gewünscht - wie er sagt - , dass ich mal ein Kind bekommen würde, das genauso sei wie ich früher.
      Nun freut er sich diebisch (RW), dass es tatsächlich so gekommen ist (auch, wenn es nicht ganz so ist) und merkt es gerne an, wenn mein Sohn mal wieder inadäquates Verhalten mir gegenüber an den Tag legt (RW) :d
      Sohn mit HFA diagnostiziert ...und ich irgendwie ähnlich und doch anders...

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von 70Quadrillionen ()

    • CrazyCorti schrieb:

      Die Verdachtsdiagnose wurde letztes Jahr gestellt und mit der Anamnese meines Vaters jetzt bestätigt.
      Ist dein Vater denn Psychiater oder sonst ein Facharzt? Wenn es nur darum gehen würde, dass einem jemand aus der Familie recht gibt, hätte ich nicht zur Diagnostik gemusst...
      Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren findet, der ihn versteht.
      (Friedrich Nietzsche)
    • Palinurus schrieb:

      dein Vater denn Psychiater
      wieso sollte mein Dad Psychiater sein?
      Mein Dad ist was ganz anderes... nicht mal annähernd etwas mit Medizin zu tun.

      Ich bin letztes Jahr mit dem Verdacht zu meiner damaligen Psychiaterin in Österreich. Dort bin ich auch zuerst getestet worden (original Testung). Raus kam ja Probleme passen, aber sie können auch zum Teil von einer Tramatisierung kommen, die nach Beginn der Grundschule etwa statt fand. Da ich jetzt in Deutschland bei einer Psychiaterin bin, wird jetzt alles über sie geregelt. Da es keine Kommunikation gibt, hoffe ich gerade inständig die Tests von letztem Jahr in Deutschland nicht wiederholen zu müssen.
      Im damaligen Abschlussbericht der Ärzte in Österreich hieß es ja es kann passen, aber um die Verwechslung mit der Traumatisierung zu verhindern (und damit ein falsch positives Ergebnis) sollte ein Psychiater (damals fühlte man sich nicht weiter zuständig) einen Elternteil befragen, ob eben das Verhalten vor Grundschule passend zu Autismus war oder ob ich nicht auffällig war. Der ADOS (einzig negative Test bzgl Asperger) letztes Jahr könnte dank der Traumatisierung evtl verzerrt und somit falsch negativ sein. -> Damit blieb die Verdachtsdiagnose und die Weiterleitung zu einem Angehörigengespräch/interview (dieses war damals in Österreich nicht machbar).

      In Deutschland jetzt:
      Meine leibliche Mutter fällt raus
      Mein Dad hingegen hatte anfangs Vorbehalte, weil er lange nicht da war, ob er überhaupt beantworten kann, was gefragt wird. Aber die Fragen bezogen sich zum Glück auf genau den Zeitraum in dem er Hauptbezugsperson für mich war.
      Jetzt hat er mich damals als auffälig beschrieben und selbst festgestellt, dass er vllt selbst Asperger ist, genau wie sein Vater und dessen Vater zumind auch Anteile hatten. Er wird aber wohl nicht mehr selbst zu einer eigenen Austestung gehen. Ua weil er Psychiater nicht wirklich mag.
      Damit hat ist es nach dem Angehörigeninterview eine offizielle Diagnose.

      Da ich neben dem Asperger eine bestätigte chronischrezidivierende schwere therapieresistente Depression habe und noch ein paar andere Dinge, wird sich meine neue Psychiaterin zusammen mit meinem Hausarzt um das mit dem Ausweis kümmern. Einen offiziellen Arztbrief mit Diagnose habe ich so (noch) nicht, da sie derzeit schlicht im Urlaub ist und ich auch nach keinem gefragt habe. Ich bleibe ja bei ihr in der Praxis.

      Ich hoffe jetzt war es verständlich genug, dass sich daran nicht weiter aufgehängt (RW) wird.

      Scheinbar gibt es hier niemanden, der in so einem Chaos gelandet ist dank einer endgültigen Diagnose. Wirklich schade.

      :!: Anmerkung: Ich will NICHT über den Traumateil reden. Der hat hier schlicht nichts verloren. :!:
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    • Es geht lediglich darum dass deine Statusangabe nicht korrekt ist, da nur Leute mit einer offiziellen Diagnose den Status "AS" wählen sollen, da die Angabe sonst nicht der Wahrheit entspricht

      Dass du jetzt etliche Autisten in der Familie zu haben denkst (von denen vermutlich auch keiner eine offizielle Diagnose hat) ist bei intensiver Beschäftigung mit dem Thema wohl normal, ich bringe dann gerne folgendes abgewandelte Filmzitat:

      "Ich sehe autistische Menschen. Und sie sind überall."

      Übrigens schreibt es sich "endgültig", da es um das Ende und nicht um eine Ente geht.
      Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren findet, der ihn versteht.
      (Friedrich Nietzsche)
    • Palinurus schrieb:

      offiziellen Diagnose
      was muss ich denn alles mitbringen um den Status als AS zu haben? muss ein Brief vorliegen? muss es beim Amt gemeldet sein? Ich habe eine mündliche Bestätigung durch meine Ärztin, die aber jetzt dank Urlaub nichts schreibt bis sie wieder da ist.
      Wie sonst sollte das denn ablaufen?
      Wenn es euch so stört, werde ich ihn einfach be VA lassen. Dann kann man sich dort auch nicht mehr dran stören.

      Palinurus schrieb:

      "Ich sehe autistische Menschen. Und sie sind überall."
      Den Verdacht mit der Familie kam von meinem Vater selbst nicht von mir. Ich kenne weder meinen Groß- noch meinen Urgroßvater.


      Danke für den Hinweis. Ist korrigiert soweit möglich. Musste die ganze Zeit wohl an was anderes als das Ende denken... Ka ob wer Ents von Tolkien kennt.
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    • Eine offizielle Diagnose bekommt man nach einer langen und gründlichen Diagnostik schriftlich. Damit kann man u.a. einen SBA beantragen. Mit einer Verdachtsdiagnose geht das nicht.

      Es ist einfach die Regel, dass man den Status "AS" erst dann wählen sollte, wenn man tatsächlich eine solche Diagnose hat. Vorher sollte man den Status "VA" wählen, was ja viele Member so tun.

      Dabei geht es u.a. um Vertrauen.
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    • Die erste Austestung dauerte übrigens mehrere Tage, das Interview mit meinem Dad wohl mehrere Stunden. Denke das ist eine ausführliche Diagnostik.
      So besser? Ich denke ich bleibe dann bei VA damit es da keinen Ärger gibt. Wie gesagt das schriftliche bekomme ich noch. Da es aber wohl erst zählt, wenn ich es in Händen halte. Gut.
      Da Autismus angeboren ist, ich bereits mündlich die Bestätigung hatte und nicht auf einen sofortigen Zettel bestanden habe, dachte ich damit reicht es als AS in diesem Forum zu gelten.

      Schade das hier gerade keiner bei der eigtl Sache was zu schreibt.
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    • Im Moment ist es mir noch ein bisschen durcheinander, was du schreibst,
      kann aber auch an meiner Müdigkeit liegen.

      Es gibt, neben mir, hier einige, die noch im "Verdachtsverfahren" hängen..egal, wie sicher man ist und der Arzt oder Psychologe oder...
      noch bleibt es Verdacht. Also VA.
      Und auch VA oder Angehörigenstatus reicht, um in diese Forum zu gehen.
      Das Pendant ist die gesicherte Diagnose...teils auf As, oder HFa oder atypischer Autsmus etc.

      Und das kann man dann angeben..muss aber auch garnichts angeben.
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      C.W. Leadbeater
    • CrazyCorti schrieb:

      Schade das hier gerade keiner bei der eigtl Sache was zu schreibt.
      Das könnte daran liegen, dass du keine besonders konkreten Fragen gestellt hast. "Was jetzt?" wird dir keiner beantworten können.

      Der Rest des Beitrags klingt für mich so, als wärst du damit beschäftigt, Vergangenes zu sortieren, neu einzuordnen, dich zu fragen, was anders hätte laufen können, wenn nur...
      So etwas ähnliches haben schon einige andere beschrieben als Verarbeitungsstadium nach der Diagnose. Manche haben es als Prozess mit verschiedenen Phasen beschrieben, ähnlich den Phasen des Trauerns beim Verlust eines Menschen (denial, anger, bargaining, depression, acceptance). Es ist für manche eben auch ein Abschied von der Vorstellung, eigentlich doch normal zu sein und bestimmte Schwierigkeiten irgendwann doch noch überwinden zu können. Mein Rat dazu: Gib dir Zeit für die Auseinandersetzung mit diesen Gedanken. Schreib sie vielleicht auf, wenn sie dich belasten, oder sprich mit einer nahestehenden Person. Bei Trauer aufgrund des Verlustes eines Menschen geht man soweit ich weiß auch von einem halben Jahr bis einem Jahr aus, bis der Prozess richtig abgeschlossen ist, manchmal dauert es auch noch länger.
    • Linnea schrieb:

      Im Moment ist es mir noch ein bisschen durcheinander, was du schreibst,
      kann aber auch an meiner Müdigkeit liegen.
      Ich schreibe leider manchmal etwas verwirrend, da ich an Ecken manchmal nicht weiß wer was wissen könnte und was nicht, aber auch nicht zu viel schreiben will, da es schlicht irrelevant ist.

      Linnea schrieb:

      "Verdachtsverfahren" hängen
      Das Verfahren ist beendet mit letzter Woche. Dh es handelt sich nicht mehr nur um den Verdacht.

      Linnea schrieb:

      muss aber auch garnichts angeben
      Das fände ich wiederum verwirrend für andere. Zumind verwirrt es mich, wenn die Unterscheidung fehlt.
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