Wie sieht euer Traumarbeitsplatz aus?

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    • Wie sieht euer Traumarbeitsplatz aus?

      Guten Morgen,

      ich arbeite momentan mit meinem Arbeitgeber zusammen an einem Programm, um Autisten besser ins Berufsleben integrieren zu können. Dafür erstelle ich momentan einen "Was sollte ein Arbeitgeber über mich wissen"-Flyer, den ich später frei zugänglich machen werde.

      Damit die Informationen möglichst umfassend sind, brauche ich eure Hilfe.

      Nehmen wir an, euer Arbeitgeber wüsste von eurem Autismus und möchte alles tun, um euch das Leben zu erleichtern: Was würdet ihr euch von ihm wünschen? Welche Fragen möchtet ihr, dass euch gestellt werden? Was wollt ihr, dass eure Kollegen von euch wissen?

      Danke euch!
      AS, diagnostiziert am 14.06.2017
    • Ich bin zwar nur VA, aber trotzdem: Klare Strukturen, mit eindeutiger Zuordnung von Verantwortung und handelnden Personen. Ich weiß nicht, wie groß Dein Arbeitgeber ist - ich fand es damals bei einer großen Bank sehr hilfreich, dass ich nur eine begrenzte Zahl potenzieller Ansprechpartner hatte - kein Kundenverkehr, sondern nur bestimmte Kollegen in bestimmten Filialen. Wenn dort Personalwechsel war, war ich während der ersten Telefonate immer etwas angespannt, bis ich mich an den neuen Kollegen gewöhnt, seinen Kommunikationsstil durchschaut hatte und auch wusste, wie ich mit ihm reden konnte. Dauernd andere Ansprechpartner wäre sehr viel anstrengender gewesen.
    • Input schrieb:

      Ich würde gerne von zu Hause aus arbeiten. Und zwar mit freier Zeiteinteilung und ohne Telefondienst und ständige Erreichbarkeit.

      Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ich gerne auf persönliche Kontakte zu Kollegen, Kunden etc. und auf geregelte Arbeitszeiten verzichten würde.
      Da schließe ich mich gerne an.
      LG Heavyload

      Es gibt zwei Arten von Menschen:
      Die einen kennen mich...
      Die anderen können mich...
    • Mein Traumarbeitsplatz:
      - klare Arbeitsanweisungen
      - nicht zu viele wechselnde Tätigkeiten, aber auch nicht den ganzen Tag dasselbe machen müssen
      - kein Zeitdruck, keine Akkordarbeit
      - feste Ansprechpartner
      - möglichst wenig direkten Kunden-/Kollegenkontakt
      - kein Telefondienst
      - keine Schichtarbeit
      - ruhiger, reizgeschützter Einzelarbeitsplatz
      - Möglichkeit, Pausen allein zu verbringen
      - flexible Arbeitszeiten
      - optimal wäre die (zumindest zeitweise) Möglichkeit zur Heimarbeit bei freier Zeiteinteilung
      - kein Zwang zu Fimenfeiern/-ausflügen

      Ich würde mir wünschen, dass man mich im Zweifelsfall fragt, wie ich z.B. etwas gemeint habe, ob etwas für mich okay ist oder womit genau ich Probleme habe. Fragen können mein Arbeitgeber/meine Kollegen mich eine Menge. Mir ist lieber, man fragt zu viel als zu wenig. Ich denke mal, je besser sie mich kennen, desto mehr Verständnis haben sie und desto besser können sie auch auf meine speziellen Bedürfnisse eingehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Windtänzerin ()

    • Ich fände auch wichtig, dass man ein Einzelbüro oder maximal Doppelbüro hat. Man kann einfach besser Arbeiten. Ein oder zwei Tage Heimarbeit in der Woche wäre auch ideal.

      Außerdem wäre es wichtig darauf zu achten, dass das Büro möglichst reizarm liegt (also bspw. nicht das Büro direkt an der Hauptstraße).

      Die Kollegen sollten zudem informiert werden, dass man nicht so gut „Smalltalk“ kann (manche nehmen das sonst persönlich) und dass man aufgrund dessen auch nicht an Ausflügen oder Feiern teilnimmt.
    • happily_alone schrieb:

      Was würdet ihr euch von ihm wünschen? Welche Fragen möchtet ihr, dass euch gestellt werden? Was wollt ihr, dass eure Kollegen von euch wissen?
      Ich beantworte das mal aus der Perspektive meiner bisherigen gescheiterten beruflichen Versuche aus (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

      Ich würde mir wünschen, daß man meine Aussagen ernst nimmt und mir Glauben schenkt, auch wenn es komisch oder unglaubwürdig klingt.
      Ich würde mir wünschen, daß meine Arbeitsleistung und nicht mein Charakter beurteilt wird.
      Ich würde mir wünschen, daß ich eine ausführliche (zeitintensivere) Einarbeitung bekomme, bei der ich alle noch so unwichtigen Fragen stellen darf, um Sicherheit zu bekommen, und nicht so eine häppchenweise, wie sie normalerweise üblich ist. Danach wäre ich dann auch selbständiger und würde weniger Fehler machen und nicht ständig mit dummen Fragen angelaufen kommen.
      Ich würde mir wünschen, daß die Strukturen, Befehlsketten, Zuständigkeiten und Ansprechpartner sowie meine Aufgaben und Befugnisse klar geregelt sind und es nicht jeden Tag "mal hü, mal hott" ist.
      Ich würde mir Vertrauen wünschen, sowohl von Kollegen als auch vom Chef, daß nicht alles, was man von sich preisgibt, dann mies gegen einen verwendet wird. Da dieses Vertrauen mehrfach zerstört wurde, bin ich sehr vorsichtig geworden.
      Ich würde mir wünschen, daß nur Fragen gestellt werden, auf die auch eine ehrliche Antwort folgen soll. Wenn der Chef damit ein Problem hat, sollte er gar nicht erst fragen oder vorher sagen, worauf es hinausläuft, was er hören will.
      Ich würde mir Kollegen wünschen, die sich gegenseitig unterstützen und nicht konkurrenzmäßig gegeneinander arbeiten. Noch besser wäre ein eigener Bereich für mich, d.h. Kollegen kommen zwar zu mir und umgekehrt, aber die Zuständigkeit ist klar getrennt, so daß es keinen Streß geben kann.
      Ich würde mir wünschen, daß ich meinen Arbeitsplatz, natürlich an die Funktionalität und die Erfordernisse angepaßt, individuell gestalten darf. Dazu gehört z.B., daß ich Kopfhörer tragen darf, wenn neben mir Radio gehört wird, oder daß ich mir die Sachen so hinlegen darf, daß ich gut damit umgehen kann.

      Alles, was ich nenne, war ein Problem. Zusätzlich kommt bei mir das Problem hinzu, daß Arbeitgeber in Vorstellungsgesprächen offenbar Lügen oder Unterwürfigkeit oder was auch immer hören wollen, jedenfalls nicht, was ich ihnen sage. Also sollte sich ein Arbeitgeber vorher überlegen, was er will: Einen "Schleimer" oder einen integren Arbeitnehmer - es verwirrt mich, daß das abwechselnd/widersprüchlich miteinander verwoben gefordert wird.
      Weil wenn mich einer fragt, wieso ich keine Arbeit habe, werde ich nicht sagen, daß ich selbst allein schuld dran sei und nicht die Rahmenbedingungen (z.B. Vergabe von Teilzeitplätzen, mangelnde Quereinstiegs- und Probearbeitsmöglichkeiten usw.), es sei denn, mir wird vorher deutlich gemacht, daß dieses Verbiegen/Lügen wider meine Gesinnung mir Vorteile bringt, da sie mich starke Überwindung kostet. Vorteile heißt: Mir wird klar gemacht, daß ich die Stelle kriege, wenn ich so und so antworte und mich so und so verhalte. Aber es war meist so, daß das undurchsichtig war und eh jede Antwort falsch schien, also bin ich dazu übergegangen, knallhart ehrlich zu sein, denn ich habe eh nichts mehr zu verlieren, und dann kann ich wenigstens so reden, wie ich denke.

      Inhaltlich würde mein Traumarbeitsplatz analytische sowie kreative sowie handwerkliche Aspekte miteinander vereinen. Umgang mit Kollegen oder Kunden wäre möglichst immer 1:1.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Necroghoul7 ()

    • Necroghoul7 schrieb:

      Ich würde mir wünschen, daß nur Fragen gestellt werden, auf die auch eine ehrliche Antwort folgen soll. Wenn der Chef damit ein Problem hat, sollte er gar nicht erst fragen oder vorher sagen, worauf es hinausläuft, was er hören will.
      Das ist ein ganz wichtiger Punkt - das sollten auch die Kollegen wissen: klare ungeschminkte Sachaussagen sollten als genau das genommen werden, auch wenn sie inhaltlich unwillkommen sind. Mein (karrieretechnisch) größter Fehler war, die Pleite eines neuen Kreditnehmers prophezeit und den von ganz oben gewünschten Kredit abgelehnt zu haben (die Pleite kam bald, das machte es noch schlimmer). Geschwurbel drumherum, um dem Chef/den Kollegen nicht offen zu widersprechen gibt es von den anderen Mitarbeitern schon genug.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HCS ()

    • Mein Traumarbeitsplatz?

      Ganz theoretisch. Ich bekomme ein Paper mit einem Problem / einer Optimierungsbitte / einem Projekt, leiste dann die mathematische Grundleistung, wie dieses zu lösen ist, gebe es weiter und habe mit dem Projekt nichts mehr zu tun, es sei denn es gibt Rückfragen oder Probleme.
      Und dann beschäftige ich mich mit der nächsten Anfrage. Ob Homeoffice oder nicht ist mir dabei egal, Hauptsache, ich muss mein Büro nicht teilen.
    • Windtänzerin schrieb:

      Mein Traumarbeitsplatz:
      - klare Arbeitsanweisungen
      - nicht zu viele wechselnde Tätigkeiten, aber auch nicht den ganzen Tag dasselbe machen müssen
      - kein Zeitdruck, keine Akkordarbeit
      - feste Ansprechpartner
      - möglichst wenig direkten Kunden-/Kollegenkontakt
      - kein Telefondienst
      - keine Schichtarbeit
      - ruhiger, reizgeschützter Einzelarbeitsplatz
      - Möglichkeit, Pausen allein zu verbringen
      - flexible Arbeitszeiten
      - optimal wäre die (zumindest zeitweise) Möglichkeit zur Heimarbeit bei freier Zeiteinteilung
      - kein Zwang zu Fimenfeiern/-ausflügen
      So oder so ähnlich sieht auch mein Traumarbeitsplatz aus. Auf Heimarbeit kann ich verzichten und die Arbeitszeiten dürfen auch gerne starr sein, aber andere Dinge wie fehlender Telefondienst oder wenig Kundenkontakt (meine Mitmenschen verstehen mich da nicht ganz und glauben, dass ich dabei vereinsame) sind wichtig, da ich ansonsten nach einigen Monaten erschöpfe und die Motivation verliere. Zudem möchte ich an meinem Traumarbeitsplatz meine Kreativität ausleben dürfen :)
    • - klare und feste Ansprechpartner
      - feste Arbeitszeit, bloß keine Schicht- oder Gleitzeit
      - Einzelbüro, maximal mit einer weiteren Person im Büro
      - wenig Telefondienst und Kundenkontakt
      - festes Aufgabengebiet, wenig wechselnde Aufgaben
      - die Möglichkeit haben komplett ohne Unterbrechung durchzuarbeiten
      - Pausen alleine verbringen dürfen, möglichst außerhalb der Firma
      - schriftliche, klare Arbeitsanweisungen
      - kein Zeitdruck
    • - klare Arbeitsanweisungen
      - nicht zu viele wechselnde Tätigkeiten, aber auch nicht den ganzen Tag dasselbe machen müssen
      - kein Zeitdruck, keine Akkordarbeit
      - feste Ansprechpartner
      - möglichst wenig direkten Kunden-/Kollegenkontakt
      - kein Telefondienst
      - keine Nachtdienste
      - ruhiger, reizgeschützter Einzelarbeitsplatz
      - Möglichkeit, Pausen allein zu verbringen
      - flexible Arbeitszeiten

      wo ich arbeite:

      - Schichtdienst
      - viele Telefonanrufe
      - viel Kunden/Kollegenkontakt
      - Zeitdruck
      - wechselnde Tätigkeiten
      - manchmal unklare Anweisungen
      - kein fester Ansprechpartner

      Aber so ist das halt. Kein Wunschkonzert leider.

      Was ich mir wünsche:

      - nicht nur Defizite sehen, wenn ich mich oute, sondern auch Stärken
      - sich auf meinen Autismus einlassen, akzeptieren, dass es andere Arbeitsweisen gibt, die genauso oder sogar noch besser funktionieren als die im Durchschnitt
      - nicht zu viel voraussetzen, sondern aussprechen, informieren, interne Abkürzungen erklären oder durch verständliche Begriffe ersetzen
      - Sachkritik nicht mit Personenkritik verwechseln ("bluntness")
      - im Umfeld: um in einem stressigen Job arbeiten zu können, brauche ich vor allem eine ruhige Wohnung mit verständnisvollen Nachbarn, das hat bisher noch nie geklappt.
    • Da teilweise zu sehr verschiedenen Punkten Stellung genommen wurde (aber kaum einer auf alles eingegangen ist, da die persönlich als problematisch empfundenen Bereiche einem zuerst einfallen), wäre es vielleicht sinnvoll, einen Fragebogen zu entwerfen; zu jedem abgefragten Punkt kann dahinter zusätzlich noch markiert werden, wie wichtig die Erfüllung jeweils ist.
    • Möglichst viel Eigenverantwortung, am besten ohne Chef (also selber Chef sein), das Arbeitsergebnis muss einem sinnvolllen Zweck dienen, eigene Projekte planen und umsetzen, Kundenkontakt der zeitlich planbar ist , also keine "Laufkundschaft", Telefon ist ok wenn zeitlich begrenzt, Einzelbüro muss sein und die Beleuchtung muss angenehm sein (kein Neonlicht, kein Flackern,nicht zu grell) Büroausstattung ohne Lärmbelästigung (Summen etc.)
      Bisherige berufliche Erfahrungen und Kenntnisse einbringen und weiterentwickeln, Büro in der Natur gelegen so dass ich mich in Pausen dort regenerieren kann und die Umgebung ruhig ist, externe Buchhaltung, ausserdem bin ich gerne regelmässig unterwegs, auch an fremden Orten, d.h. es sollte eine gute Mischung sein aus Büro und Aussendienst.

      Ich will nach Möglichkeit nie wieder angestellt sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Kraehe ()

    • Kraehe schrieb:

      Büro in der Natur
      Dazu fällt mir noch ein, mein Traumarbeitsplatz sieht auch äußerlich ansprechend aus, also kein "Jobcenter-Flair". Selbst alles außerhalb des Arbeitsraumes würde meine Entscheidung beeinflussen. Durch einen Park mit dem Rad zu einem gemütlichen Altbau zu fahren würde den Ausschlag geben, wenn eine besser bezahle ähnliche Stelle in einem Innenstadtklotz "locken" würde.
    • Ich darf nicht dazu verpflichtet werden irgendwelche Handlungen zu begehen die meine moralische Integrität gefährden.

      Das kann ich nicht verantworten ausserdem macht es mich krank.

      Wenn die Firma den Kunden irgendetwas verspricht was sie dann bewusst nicht einhält bin ich da sofort weg und vorher werde ich es dem Kunden sagen.
      Fehler können vorkommen dazu muss man aber stehen.
      Das war auch der Grund für meine letzte Kündigung.
      Die ging von mir aus.

      Der Arbeitsplatz war ansonsten gut.
    • Input schrieb:

      Ich würde gerne von zu Hause aus arbeiten. Und zwar mit freier Zeiteinteilung und ohne Telefondienst und ständige Erreichbarkeit.

      Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ich gerne auf persönliche Kontakte zu Kollegen, Kunden etc. und auf geregelte Arbeitszeiten verzichten würde.
      Das hätte ich auch gern.

      Alternativ könnte ich mir gut vorstellen, in einem Kellerarchiv Daten zu digitalisieren. Mit Mäusen und Spinnen als einzige Arbeitskollegen.
      ~ What the fuck is real life and where can I download it? ~
    • Leseratte schrieb:

      Alternativ könnte ich mir gut vorstellen, in einem Kellerarchiv Daten zu digitalisieren
      Ja, das funktioniert gut - manchmal sitze ich wochenweise in Museumskellern oder dunklen Nebenräumen und erfasse Funde, das ist immer nett. Nur wenn man dann etwas nicht richtig erkennen kann, hat man das Gerenne zur nächsten Tageslichtquelle. Und man vergisst leicht die Zeit.
    • Ich habe meinen Traumarbeitsplatz...

      Ich fahre Bus im Linienverkehr; ÖPNV gehört auch zu meinen Spezialinteressen, sodaß es mir sehr leicht fällt, damit klarzukommen. Fahrpläne und Anschlüsse auf Fahrgastanfrage runterzuspulen macht Spaß und verblüfft die Leute... :-D

      Da ich überwigend Überlandverkehr im Kreis einer Kleinstadt fahre, ist das auch alles sehr uberschaubar und streßarm.