Haushalt

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    • Ich bin mit dem Haushalt überfordert. Schon lange und quasi schon immer, seitdem ich alleine lebe. Also seit 10 Jahren.
      Vor vier Wochen bin ich in eine neue Wohnung gezogen und habe mir vorgenommen, dass ich jetzt von Beginn an Ordnung und Sauberkeit halten möchte. In der alten Wohnung war dass das reinste Desaster und ich habe zum Ende hin wirklich gar nichts mehr auf die Reihe bekommen. Reden wir also besser nicht über den Zustand der alten Wohnung.
      Jetzt habe ich die Chance auf einen Neuanfang und möchte zu Beginn an alles richtig bzw. besser machen.

      Was ich mir in den letzten vier Wochen versucht habe anzugewöhnen:
      * zweimal die Woche saugen (ich habe zwei Katzen). Einmal unter der Woche und das zweite Mal am Samstag
      * einmal in der Woche die Fließen in Bad, Küche und Flur feucht wischen
      * In der Küche immer alles gleich in die Spülmaschine räumen
      * Müll zweimal in der Woche rausbringen
      * wische das Waschbecken im Bad regelmäßig nach dem benutzen

      Tja und mehr fällt mir nicht ein :( Fenster habe ich vor dem Einzug versucht zu putzen, aber habe dabei die Scheiben nur noch dreckiger gemacht. Ich habe zwar einen Fensterreiniger, aber den habe ich dazu gebracht, dass er aus allen Löchern schäumt. Also musste ich von Hand putzen. Eine Freundin von mir gönnt sich zweimal im Jahr einen Fensterputzer. Allerdings hat sie Dachfenster. Ich wohne im EG und kann theoretisch von innen und von außen an die Fenster ran.

      Wie ich das Parkett pflegen soll weiß ich auch noch nicht richtig. Klar mit Parkettpflege, habe sogar schon welche gekauft, aber irgendwie… weiß auch nicht.

      Mich überfordert das alles ziemlich. Mir wurde auch angeraten einen Pflegegrad zu beantragen um mir eine Haushaltshilfe leisten zu können. Allerdings löst das meine Probleme nicht.

      Freitag vor einer Woche waren meine Eltern hier. Meine Mutter war das erste Mal in der neuen Wohnung. Es meinten beide, dass es bei mir sehr sauber war.

      Vielleicht übertreibe ich es auch nur und es sieht gar nicht so schlimm aus, wie ich mir das einbilde?

      Am meisten überfordert bin ich mit dem Bad. Das ist zwar zum Glück nur 3,5 qm groß, aber dennoch. Ich habe das Glück, dass ich eine bodengleiche Dusche habe, die ebenfalls gefliest ist. Die Glasabtrennung habe ich bisher nicht geputzt. Auch mit Glasreiniger oder gibt es dafür extra was in der Drogerie? Bestimmt, weil sich auch Kalkflecken bilden können. So schlimm sieht die Abtrennung im Moment nicht aus.

      Wie häufig soll ich Regale wischen? Ich weiß, spätestens dann, wenn sich dort Staub bildet…

      Mir ist auch bewusst, dass es einfacher ist, wenn ich jedes Wochenende ein bisschen was mache und nicht alles anstauen lasse.

      Und die Krönung des ganzen ist, dass mich der Mitarbeiter vom SPDi zuhause besuchen wird. Ich bin bei ihm seit 2 Jahren und es war die ganze Zeit eher scherzhaft, dass er mich besuchen kommt, wenn ich in der neuen Wohnung bin. Jetzt habe ich den Mut gehabt zu sagen, dass ich mich darauf einlasse. In die alte Wohnung hätte ich ihn nie gelassen und das wusste er auch.
    • Wohnung sauber halten ist bei mir auch schon immer ein Problem.
      Es gibt generell folgende Punkte, die eine Rolle spielen:

      - eigene Ansprüche? (prüfen, ob evtl. zu hoch - es muss nicht immer alles perfekt sauber sein)
      - genug Energie dafür vorhanden? (wenn das restliche Leben viel Energie verbraucht, ist für das Putzen evtl. einfach nicht mehr genug übrig - ggf. muss man überlegen, was man an anderer Stelle an Energie einsparen kann)
      - Probleme mit der Handlungsplanung? Manchmal weiß man genau, was zu tun wäre, aber wenn man davor steht, ist alles nur ein Chaos, alles will gleichzeitig aufgeräumt sein, und man bekommt das Gefühl, dass man das nie alles schafft. (was dagegen hilft, weiß ich noch nicht genau, eventuell sehr kleinschrittige Pläne machen und Routinen aufbauen - hat bei mir wahrscheinlich wegen Punkt 2 nie geklappt)

      Ich selbst habe das Problem so gelöst, dass alle zwei Wochen für zwei Stunden eine Haushaltshilfe kommt (in meinem Fall ist es eine männliche, aber Haushaltshelfer sagt man glaub ich nicht). Das macht mir dann vor jedem Termin ausreichend viel Druck, dass ich vorher aufräume und die Wohnung in einen Zustand bringe, wo er dann putzen kann. Und er macht die Sachen, die ich nicht gern mache, wie abstauben, bügeln und Boden nass putzen. Neulich hat er auch Fenster geputzt.
      Ich bezahle ihn selbst, da ich keinen Antrag auf Pflegegrad gestellt habe. Er kostet 20 EUR in der Stunde, aber dafür ist er auch wirklich zuverlässig und gründlich. Ich hatte schon viel schlechtere Haushaltshilfen.

      Mich würde noch interessieren: was macht der SPDi so alles für dich? Ich hatte erst 1x Kontakt zum SPDi, gerade als es darum ging, eine Haushaltshilfe zu finden. Meinen jetzigen hat mir der SPDi vermittelt. Danach hatte ich aber keinen weiteren Kontakt mehr.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Auch wenn ich jetzt nicht sowas wie ein Putzfimmel oder super organisiert bin, ich hab die Erfahrungen gemacht das wenn man sehr wenig hat, ist das Putzen leichter. Es wäre also nicht verkehrt wenn man kaum Dekokram und andere Staubfänger herumstehen hat, da erspart man sich extrem viel Arbeit.

      Zu den fenstern, ich wische die immer erstmal mit einem nassen Tuch durch, dann gehe ich mit dem Scheibenwischteil drüber und hole das wasser wieder herunter und mache das unten trocken, denn das wasser tropft sonst auf den Boden. Dann sprüche ich mit dem Fensterklarzeugs das ein und gehe mit einem sauberen Geschirrtuch drüber und dann sollten die fenster klar sein. Zumindest finde ich das Ergebniss befriedigend.
      Sauber machen reicht einmal im Monat, wenn überhaupt, wir machen das alle 3 Monate oder so. Kauf dir am besten einen Kalender mit Tagesanzeige den du dir in der Küche oder Flur aufhängen klannst und da kannst du dann die Sachen eintragen die du machen willst. Mir hilft das sehr um die Termine mit meiner Psychologin und für meine Testospritzen einzuhalten da diese nicht jede Woche sind sonsern auch nur alle paar Wochen/Monate stattfinden und ich mir das so nie merken könnte.


      sternenseglerin schrieb:

      Wie ich das Parkett pflegen soll weiß ich auch noch nicht richtig. Klar mit Parkettpflege, habe sogar schon welche gekauft, aber irgendwie… weiß auch nicht.
      Parkett ist eigentlich pflegeleicht, man saugt einfach drüber.
      Bei der Frau unter uns wo ich die Wohnung putze gehe ich erst mit einem Mikrofaserwischer drüber, allerdings trocken. Der nimmt halt Staub auf und andere kleine Sachen. Den kann man auch waschen, muss man aber nicht jedes mal waschen. Das reicht wenn du mal alle deine handtücher auf einmal wäschst, kannst du ihn mit waschen.
      Also ich rede von so einem Teil hier:
      i.ebayimg.com/images/g/bzYAAOSwO7haOY-N/s-l300.jpg
      Und wenn mal was verschüttet kannst du den auch feucht machen und drüber fischen, das sollte Parkett eigentlich aushalten wenn des nicht durchnässt ist sondern nur feucht.
      Es gibt zwar sowas wie Parkettglanzpflege aber die braucht man total selten, das reicht wenn man das alle halbe Jahre mal macht.


      sternenseglerin schrieb:

      Auch mit Glasreiniger oder gibt es dafür extra was in der Drogerie? Bestimmt, weil sich auch Kalkflecken bilden können. So schlimm sieht die Abtrennung im Moment nicht aus.
      Diese Trennwand ist sicher aus Kunststoff, oder?
      Wenn ja, reicht ein normales Entkalkungsmittel das man glaube ich mit etwas Wasser verdünnt aber das muss man auch nicht jede Woche machen. Je nachdem wieviel Kalk in eurem Wasser ist. Wenn du jeden Tag duschst kannst du das alle 2 Wochen mal machen aber wenn du nur 2-3 mal die Woche duschst sollte es auch reichen wenn es einmal im Monat gemacht wird.

      Ich selber habe auch einen großes respekt vor solchen Sachen.
      Im Grunde weiß ich wie man das alles macht, aber ich neige leider dazu solche Dinge zu vergessen, habe dafür auch keinen Plan, und meine Mutter macht diese Dinge meistens, oder wir machen das an freien Tagen zusammen als Arbeitsaufteilung.

      Du musst ja auch gelegentlich Staubwischen also auf den Schränken und Ablagen, das sollte man zumindest einmal im Monat machen sonst sieht man es.
      Wir machen das nur alle halbe Jahre mal oder alle 4 Monate wenn wir umdekorieren.
      Ich muss zugeben das ich da oft zu faul für bin weil wir so viel Deko und Ablagen haben was ich sehr nervig finde.
      Aber meine Mutter mag das halt so und da es mehr ihre Wohnung als meine ist, kann ich da auch nicht so viel machen.
      Das problem ist nur, wenn man arbeitet, wie soll man da noch in seiner freien zeit das alles geregelt kriegen?
      Das ist es wovor ich etwas angst hätte.
      Ich habe momentan keinen job, muss aber dennoch Geld verdienen was ich online mit Kunst mache, und das ist sehr SEHR unregelmäßig was mich sehr stört.
      Es wirft meine Haushaltspläne oft durcheinander und ist ein grund dafür weshalb ich diese dann auch oft vergesse. Ich stelle die Arbeit halt darüber da sie wichtiger ist.
    • seit ca sieben Jahren geht es mir ähnlich. Habe es aber in der neuen Wohnung nicht geschafft, es sauber zu halten. Bin nicht mal fertig mit tapezieren und kisten auspacken ( wohne seit September hier...)
      Es ist deine Wohnung und einzig du (und natürlich die Katzen) sollen sich dort wohlfühlen.
      Sonst machst du dir nur unnötig stress.
      das hab ich mir in den letzten Jahren abgewohnt.
      Gestern waren mein Bruder und seine Freundin da, die wissen, wie es um mich steht und dass ich es besser nicht hin bekomme.
      Auch könnte ich mir jemand in die wohnung lassen, um mir beim putzen zu helfen, das macht mich krank (es fühlt sich wirklich an, als ob ich ein geschwür hatte oä, nicht mal meine Mutter könnte ich ertragen als sie mir helfen wollte)
      Meine Wohnung ist mein sicherer Ort in der Welt, also quasi heilig.
      Ich gucke, dass ich jeden Tag was mache, es gibt aber auch tage, an denen ich nichts schaffe und das ist ok.
      In einem Blog über ads hab ich von den 20 Minuten Blöcken gelesen, das man dann 20 Minuten etwas macht und dann pause. Und dann den nächsten Block, oder auch nicht. Ein bis zwei Blöcke schaffe ich recht gut.Das ist dann auch nicht so eine grosse Überwindung.
      (Seit ca zwei Jahren bin ich auf dem weniger-Müll-Trip und Putz alles mit aleppo seife, sogar die fenster. Ein bisschen auf den lappen , Fenster wischen, mit klarem Wasser nachwischen und dann mit Zeitungspapier trocken reiben)
      Was mir auch hilft, ist Struktur. Dass man alles notiert,was anfällt. (Geht auch mit einer app)und dann abarbeitet. Da hat man einen schönen Überblick und Gerät nicht so in stress, man sieht auch, was man schon geschafft hat.Da kann man auch alles schön verteilen, damit man nicht so einen unüberwindbaren Berg vor sich hat.

      Die dusch Abtrennung kann man mit Essig Wasser putzen, das hilft gegen den kalk.
    • Meine ehemlaige Therapeutin hat mir ein Buch empfohlen. Ich hatte es mir mal von Ihr asugeliehen und dort stehen alle Sachen drin die für den Haushalt wichtig sind.
      test.de/shop/haushalt-garten/haushalt-nebenbei-sp0415/

      Vielleicht ist dir das auch eine Hilfe, wenn es dadurch schneller geht.

      Ich hatte immer sehr viele Probleme mit offenen Ablageflächen (Küchenarbeitsplatte, Wohnzimmertisch, Schreibtisch)
      Dort stapelten sich dann Teller usw. aber ich schaffe es in letzter Zeit mich zusammenzureißen und die Sachen schnell wegzuräumen.
      Da ich alleine bin und große Mülltonnen habe ist das mit dem Müll eher entspannt und es macht nichts wenn ich den nicht immer an die Straße stelle, da ich immer noch genug Platz hatte neuen reinzutun.

      Regale mache ichmit einem Swiffer Staubmagnet, der ist eine große Hilfe.

      Im Bad habe ich auch eine Dusche auf Bodenniveau mit Glasabtrennung. Diese mache ich nicht sehr häufig sauber, aber Wenn dann mache ich das mit Standard-Glasreiniger und etwas Schrubben. Da geht der Kalk ganz gut ab.
      Entscheidung. Das Problem ist die Entscheidung.
      - Matrix Reloaded, Neo
      [Homepage] [Hybrid Melody, Gamesoundtracks & Hybrid Musik]
    • Vielen Dank für eure Antworten.

      Was der SPDi für mich macht:
      Wir treffen uns eigentlich nur zu Gesprächen. Er hat mich auch unterstützt, als ich meine Wohnung verloren habe und ein entsprechendes Schreiben geschrieben. Ich wurde unterstützt bei der Kontaktaufnahme mit der Bank – telefoniert habe ich aber selber. Die Unterstützung mit der Post ist daraus entstanden, dass ich Probleme damit habe die Post zu öffnen und deswegen das ganze Schlamassel überhaupt entstanden ist.
      Er hat auch auf meinen Wunsch hin auch Kontakt zu meiner Psychiaterin aufgenommen.
      Mein Ziel ist es aber alles selber zu machen, daher sprechen wir meistens darüber, was ich z.B. brauche um Ordnung zu halten, die Post zu öffnen usw.

      Die Duschabtrennung ist aus Glas. Daher die Idee mit dem Glasreiniger. Ich werde es mal mit Essigessenz versuchen. Habe ich zwar nicht zuhause, aber das bekomme ich relativ günstig bei DM.

      Dekokram habe ich zum Glück überwiegend in meinem Billy mit Glastüren stehen. Da verstaubt nichts.

      Ah, so einen Bodenwischer habe ich. Gibt es im Moment auch bei Lidl zu kaufen. Ansonsten habe ich Microfasertücher.

      Mit dem Kisten auspacken bin ich glücklicherweise fertig. Oder besser gesagt, die letzten Kisten habe ich in den Keller gestellt, weil da Sachen drin sind, die ich nicht unbedingt brauche wie z.B. Acrylfarben, Nähmaschine.

      Sollte das mit dem Pflegegrad nicht klappen, dann habe ich mir auch schon überlegt, ob ich nicht privat eine Putzhilfe bezahle. Ich verdiene genug um mir das gönnen zu können, allerdings habe ich dabei dann das Gefühl, dass ich faul bin.

      Einteilen in einen Kalender ist sicherlich gut. Weiß nur nicht, ob das umsetzbar ist. Am samstags definitiv, aber unter der Woche hängt es stark davon ab, wie lange ich arbeite und wie anstrengend der Arbeitstag war, welche Termine oder Erledigungen es nach der Arbeit gab usw. Oft fühle ich mich auch einfach zu erschöpft. Vielleicht ist das auch einfach eine Faule ausrede.

      Da ich mich vor meinem Umzug von vielen Dingen getrennt habe, sind meine Sachen im Moment ziemlich überschaubar… ich hoffe, dass ich nicht zu viel Kram anschleppen werde und es somit übersichtlich bleibt. Meine größte „Sucht“ sind Bücher und in meinen Bücherregalen wird es langsam eng. Werde mit vermutlich im Juli ein weiteres Regal kaufen. Juni fahre ich in Urlaub und ich weiß nicht, ob ich da das Geld für ein Regal habe.

      Ich finde auch, dass es einfacher ist, wenn ich eine bestehende Ordnung beibehalte. Ich darf es jetzt nicht schleifen lassen. Wenn ich mal im Dreck versinke, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich wieder zu Ordnung zurückfinde eher gering. Ohne fremde Hilfe schon gleich dreimal nicht.

      Das mit der Aleppo – Seife klingt spannend. Ich habe im Internet schon vieles über Seifen zur Körper- und Haarpflege gelesen, aber dass man damit auch putzen kann ist mir neu. Schneidest du da ein bisschen was von der Seife ab und löst sie im warmen Putzwasser auf, oder wie funktioniert das?>

      Meine Wohnung ist auch mein sicherer Ort, aber ich finde, um sich wohl zu fühlen gehört auch eine gewisse Sauberkeit dazu. In der alten Wohnung war es z.B. so, dass ich mich sehr unwohl gefühlt habe und so wenig Zeit wie möglich zuhause verbracht habe. Genau an diesen Punkt möchte ich jetzt nicht mehr kommen.

      Ich möchte auch Gäste einladen können. Natürlich wird es nicht möglich sein, dass jemand unangemeldet kommt, aber zumindest so, dass ich mit ein, zwei Tagen Vorlauf Leute bei mir reinlassen kann.
      Gestern hatte ich z.B. das erste Mal seit Jahren Leute bei mir zu besuch. In der alten Wohnung war das undenkbar.
    • Die Duschabtrennung einfach nach jedem Duschen kurz mit einem Handtuch oder Abzieher trocken reiben, dann bilden sich keine Kalkflecken.

      Haushalt ist bei mir auch ein Drama. :cry: Dank Hausstauballergie bin ich auch gezwungen die Wohnung immer recht staubfrei zu halten. In der alten Wohnung hatte ich noch eine Putzfrau, das kann ich mir aber eigentlich nicht leisten, daher versuche ich es jetzt ohne.

      Mein Plan sieht so aus: einmal die Woche saugen und komplett Böden wischen. Zwischendrin saugen wenn es sehr krümelig ist (vor allem wenn die Kinder da sind nötig. Da muss ich eigentlich jeden Tag unter dem Tisch saugen)
      Abends die Küche putzen (Spüle mit Essigreiniger, Kochfeld und Arbeitspalatte reinigen) wenn es nicht direkt nach dem Essen erledigt wurde (da fehlt mir manchmal die Energie) und den Geschirrspüler anmachen
      einmal die Woche das Bad putzen (anderer Tag als Böden wischen das wird mir sonst zu viel aufeinmal)
      einmal die Woche Staub wischen
      Fenster ignoriere ich komplett, gibt wichtigeres im Leben :d
      Müll bringe ich weg wenn er voll ist. ich habe kleine Mülleimer, dann ist es hygienischer.
      Da ich ja auch ein körperliches Wrack bin manchmal alles echt nicht so einfach. :shake:
      L‘enfer, c‘est les autres. (Sartre)
    • Mir geht es ähnlich was den Haushalt betrifft. Gut, dass das Thema erstellt wurde, denn ich hatte ohnehin vor bald einen Thread zu dem Thema bzw. Autismus & Messie-Syndrom als Komorbidität zu eröffnen. Meint ihr da gibt es einen Zusammenhang bzw. eine erhöhte Komorbidität?

      Zu meiner Situation:
      Ich fühle mich so viel wohler, wenn meine Wohnung ordentlich und sauber ist, was leider nur so gut wie nie vorkommt... :(
      Das Problem ist, dass ich mir immer ganz viel vornehme, was ich später nicht schaffe und dann schnell überfordert bin. Vor allem strengt es mich wahnsinnig an, mich nach der Arbeit noch für den Haushalt aufzuraffen. Ich habe dann meist nur gestaubsaugt (muss ich mit meinen Nagern spätestens jeden zweiten Tag) und das Gröbste weggeräumt. So ist immer viel für das Wochenende übrig geblieben und anstatt zu entspannen stand dann immer die große Putzaktion an.
      Ich schreibe mir immer detaillierte To-Do-Listen, die ich versuche Punkt für Punkt abzuarbeiten.
      Das Problem und Widersprüchliche an der Sache ist, dass ich teilweise wirklich zu perfektionistisch bin und alles hundertprozentig erledigen will (anstatt oberflächlich zu putzen), wofür jedoch meist keine Zeit unf Energie bleibt.
      Auch sehe ich mich zum einen als sehr strukturiert, andererseits gelingt es mir nicht in allen Bereichen dies auch unzusetzen. Klar ist für mich jedoch, dass ich wirklich viel Struktur brauche.
      Ein weiteres schwieriges Thema ist für mich das Zeitmanagement bzw. Einteilung und Planung.
      Oftmals habe ich es auch nicht geschafft unter der Woche etwas zu kochen und bin dann essen gegangen bzw. habe etwas bestellt.
      Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher das Messie-Syndrom zu haben, da ich mich noch nie gut von Dingen trennen konnte und seit ca. 3 Jahren u.a. immer wieder Kartons und Pappverpackungen sammle, weil man die bestimmt noch brauchen könnte und es zu schade wäre sie wegzuschmeißen... Lächerlich, ich weiß.
      Das ist das Schlimme daran, dass ich es weiß, dass es unnötig ist, es aber dennoch mache...
      Mir fällt es hauptsächlich schwer Ordnung zu halten, weil ich ziemlich viele Sachen besitze und große Schwierigkeiten mit dem Aussortieren habe. Es strebgt mich wahnsinnig an, bei jedem Teil zu überlegen, ob ich es noch brauche bzw. Es einen Mehrwert für mich hat. Viele meiner Besitztümer haben einen festen Platz, für wieder andere (neue) habe ich noch keinen Platz gefunden, weil es entweder keinen gibt (weil ich dafür erstmal etwas anderes loswerden müsste) oder mir die Übersicht fehlt, um einen zu finden.
      Richtig gemerkt, dass es so nicht weiter gehen kann habe ich, als der Besuch meiner Eltern anstand und ich es nicht geschafft habe meine Wohnung binnen 1-2 Tagen auf Vordermann zu bringen.
      Meine Wohnung hatte echt schlimme Phasen, momentan hingegen bin ich recht zufrieden, bis auf einen Raum, der noch aussieht, als wäre eine Bombe eingeschlagen.
      Nun ist es aber so, dass ich seit Kurzem arbeitslos bin und diese Zeit nun intensiv dazu nutze mein Zuhause wieder schön und wohnlich zu gestalten. Das braucht zwar eine Menge Zeit und Energie, aber ich glaube, ich bin auf einem ziemlich guten Weg. Für heute und die nächsten Tage steht auf jeden Fall der Chaos-Raum an. Gestern und vorgestern habe ich es geschafft beide Balkons zu putzen und schön herzurichten, worauf ich echt stolz bin.
      Allerdings habe ich mir jetzt auch einen Therapeuten gesucht (die Therapie startet im Juli), damit der Erfolg der ordentlichen und sauberen Wohnung nicht nur von kurzer Dauer ist, vor allem wenn ich dann bald hoffentlich wieder eine neue Arbeit habe... Ich hoffe wirklich, es gelingt mir die Ordnung beizubehalten!
      Zudem habe ich bisher keine Autismus-Diagnose, nur schon seit Längerem den Verdacht und ich glaube jetzt ist der richtige Moment gekommen, um mir Hilfe zu suchen und mal alles professionell abklären zu lassen. Von daher versuche ich es momentan so zu sehen, dass der Fakt, dass ich nicht übernommen wurde, vielleicht doch auch etwas Positives für mich hat und dass alles so sein sollte. Jetzt ist der Moment, um mich auf mich zu konzentrieren und mein Leben und meinen Haushalt wieder in den Griff zu kriegen...
      "Normal ist relativ" :-p
    • Frutilla schrieb:

      Meint ihr da gibt es einen Zusammenhang bzw. eine erhöhte Komorbidität?
      Zum Messie-Syndrom (Sammeln, nichts wegwerfen können) gibt es m.E. keinen Zusammenhang.
      Die Schwierigkeiten mit dem Ordnung halten kommen eher von Problemen mit der Handlungsplanung und daher, dass andere Aufgaben im Leben schon zu viel Energie brauchen.
      Es gibt aber auch Aspies, bei denen immer alles tiptop in Ordnung ist. Manche schaffen es, ihre Struktur immer aufrecht zu erhalten und niemals Unordnung aufkommen zu lassen.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Shenya schrieb:

      - genug Energie dafür vorhanden? (wenn das restliche Leben viel Energie verbraucht, ist für das Putzen evtl. einfach nicht mehr genug übrig - ggf. muss man überlegen, was man an anderer Stelle an Energie einsparen kann)
      - Probleme mit der Handlungsplanung? Manchmal weiß man genau, was zu tun wäre, aber wenn man davor steht, ist alles nur ein Chaos, alles will gleichzeitig aufgeräumt sein, und man bekommt das Gefühl, dass man das nie alles schafft. (was dagegen hilft, weiß ich noch nicht genau, eventuell sehr kleinschrittige Pläne machen und Routinen aufbauen - hat bei mir wahrscheinlich wegen Punkt 2 nie geklappt)
      Ja, diese Punkte kenne ich auch...
      dabei ist es wunderbar, wenn alles geräumt und klar ist.

      Satureja Antares schrieb:

      Sonst machst du dir nur unnötig stress.
      das hab ich mir in den letzten Jahren abgewohnt.
      Und dies streitet sich mit obigem Bedürfnis immer mal.


      Satureja Antares schrieb:

      Meine Wohnung ist mein sicherer Ort in der Welt, also quasi heilig.
      Ich gucke, dass ich jeden Tag was mache, es gibt aber auch tage, an denen ich nichts schaffe und das ist ok.
      In einem Blog über ads hab ich von den 20 Minuten Blöcken gelesen, das man dann 20 Minuten etwas macht und dann pause. Und dann den nächsten Block, oder auch nicht. Ein bis zwei Blöcke schaffe ich recht gut.Das ist dann auch nicht so eine grosse Überwindung.
      Das mit den Blöcken und Pausen mache ich inzwischen auch.
      Sogar beim Spülen.
      Ich sage mir vorher: fang einfach an, musst ja nicht alles schafffen..und mit Pausen schaffe ich es dann doch und freue mich. :)
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert?"
      (Schrödinger lässt grüßen :) )
    • Frutilla: ich habe mehrfach gelesen, dass dieses Sammeln von diversen Gegenständen (auch mit dem Hintergrund, es irgendwann eventuell gebrauchen zu können) häufig bei Asperger Autisten vorkommen soll. Auf alle Fälle habe ich mich - genau wie du - auch als "Messie" bezeichnet, kriege aber von meinem Partner gegenteiliges zu hören, der wohl "richtige" Messies kennt. Ich halte auch lange an Dingen fest, aber irgendwann bekomme ich einen starken Druck, weil mich meine Unordnung sehr belastet, dass ich vieles dann tatsächlich aussortiere und wegschmeiße, um Platz zu schaffen.

      Insgesamt habe ich auch viel Struktur in meinem Haushalt. Alles hat seinen Platz und seine "Ordnung" auch innerhalb des Chaos. Ich habe stellen in der Wohnung, die sehr chaotisch sind (meiner Meinung nach) und Stellen in der Wohnung, die komplett sortiert und sauber sind. Mit dem Haushalt habe ich (nach meinem Empfinden) große Schwierigkeiten. Es ist nie so, wie ich es brauche, weil mir schlicht die Energie fehlt. Es sieht wohl - nach Meinung meiner Mama und Partners - ganz normal aus und oft wurde schon der saubere Boden bestaunt, den ich jedoch mehrfach am Tage fege und jeden Fleck, den ich sehe (auch Wasserflecken), wegputze (der Glasreiniger und meine Küchentücher stehen/liegen alle zeit bereit). Ich fege im Übrigen auch, um mich zu beruhigen und das Aufräumen und putzen der Küche gehört zu meinen alltäglichen Routinen, welche mich ebenfalls entspannen. Es darf nichts auf dem Boden liegen und die Betten müssen ständig gemacht werden. Ich kann auch unordentliche Plätze aussehen lassen, als wären sie ordentlich, ohne etwas wirklich aufzuräumen (weiß nicht, ob das verständlich war..). Aber Dinge, die ich nicht täglich oder wöchentlich mache, vernachlässige ich sehr, obwohl es mich belastet (Fenster putzen, Altglas wegbringen, Zimmer umgestalten, ausmisten). Für solche Dinge hab ich ein System entwickelt, um damit umgehen zu können (einigermaßen ) und mache sie dann, wenn ich einen Energieschub erwische. Einen Eimer mit seife und Wasser steht auch ständig bereit (muss ich nur einmal die Woche erneuern). Ich benutze Besteck und Geschirr wohl ungewöhnlich lange (ich esse allerdings auch nahe zu "ohne Spuren zu hinterlassen"), trage die selben Klamotten tagelang (bis auf Unterwäsche) usw -> spart auch Arbeit. Mit den Kindern handhabe ich es nicht ganz genau wie bei mir, wobei mein Sohn ähnliche "Vorlieben" hat.

      Ich hatte auch Phasen, in denen ich ständig geputzt habe, weil es mir nur so wirklich gefällt.. also an den Tagen, an denen ich viel im Haushalt erledigen konnte, fühle ich mich auch am wohlsten. Es bleibt aber ein Ding der Unmöglichkeit, es in regelmäßigen Abständen zu vollbringen. Ich muss ständig abwägen und halte mich an die Worte "das wichtigste zu erst". Was ist hier wichtig? Frische Wäsche und Essen für die Kinder (dh Einkäufe, kochen, Wäsche aufhängen, die zuvor gewaschen wurde), mit den Kindern Zeit verbringen und ganz wichtig: Zeit für mich, dass ich bei Kräften bleibe. Alle anderen Punkte sind quasi als "Bonus" zu betrachten.

      Ich nehme mir jedesmal vor, keine so langen Beiträge zu verfassen, aber schaffe es einfach nicht :m(: :shake:
    • Danke für den Begriff "Exekutive Dysfunktion". Den musste ich gleich googeln und habe mich sehr in den Texten wiedergefunden. Mir ist auch aufgefallen, dass ich viele der Hilfestellungen, die ich aufgelistet fand, in die Tat umsetze. Tut gut, dahingehend bestätigt zu werden. Fühle mich oft gegenüber meinen eigenen Anforderungen so unfähig.
    • Ich bin auch mit meinem Haushalt überfordert. Es ist jede Menge zu tun, aber ich weiß nicht wo und wie ich anfangen soll und deshalb mache ich eher gar nichts. Es ist frustrierend, weil ich mir einfach nur faul vorkomme.
      Bitte verlassen sie die Welt so, wie sie sie vorfinden möchten.
    • kim schrieb:

      Ich bin auch mit meinem Haushalt überfordert. Es ist jede Menge zu tun, aber ich weiß nicht wo und wie ich anfangen soll und deshalb mache ich eher gar nichts. Es ist frustrierend, weil ich mir einfach nur faul vorkomme.
      Kenn ich, und dann sieht die Wohnung gefühlt aus wie Dresden 45 :irony: . Da meine Verlobte auch nicht der ordentlichste ist, bleibt halt oft was liegen und wird dann in Hau Ruck aktionen weggeräumt wenn Besuch kommt. Obwohl es ja einfacher wäre regelmäßg was zu machen.
    • Na ja , einigermaßen ordentlich ist es bei mir schon, weil ich die Dinge immer gleich wegräume. Das ist neben dem täglichen Abwasch das einzige was funktioniert. Nur mit dem Putzen klappt es nicht so. Besuch bekomme ich nie, deshalb gibt es auch keine Putzaktionen vor dem Besuch. Ich habe mir einen Saugroboter angeschafft, so ist wenigstens der größte Teil des Bodens immer recht sauber.
      Bitte verlassen sie die Welt so, wie sie sie vorfinden möchten.