Einordnen des Verhaltens anderer Menschen (Integration von Worten, Mimik und Tonfall)

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    • Einordnen des Verhaltens anderer Menschen (Integration von Worten, Mimik und Tonfall)

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      Wenn ich mit anderen Menschen zu tun habe, analysiere ich meistens sehr stark deren Verhalten. Das heißt, ich achte genau darauf was jemand sagt und gleiche das dann mit seinem Gesichtsausdruck und dem Tonfall ab.

      Häufig geschieht es aber, dass diese Dinge nicht zusammen passen.
      Z.B. kann jemand etwas Neutrales oder Nettes sagen, aber einen gereizten/genervten Tonfall oder einen wütenden/genervten Gesichtsausdruck haben.

      Menschen aus meinem Umfeld melden mir zurück, dass ich manchmal dazu neige, Gesagtes zu genau zu nehmen bzw. unfreundliche Tonfälle oder Gesichtsausdrücke überzubewerten.

      Häufig gelingt es mir aber auch nicht alles zu einem Gesamtbild zu integrieren.

      Wenn jemand z.B. etwas Freundliches sagt, dabei aber genervt schaut oder vom Tonfall her so klingt, nehme ich diese "unfreundlichen" Aspekte so stark wahr, dass diese dann am Ende des Gespräches in meiner Wahrnehmung überwiegen und ich bezüglich des Gesprächs ein schlechtes Gefühl habe.
      Andere sagen dann hinterher, mein Gesprächspartner sei vielleicht nur wegen etwas anderem schlecht gelaunt und sonst doch eigentlich ganz freundlich gewesen. Ich denke in solchen Situationen aber, die Stimmung meines Gesprächspartners bezieht sich auf mich, denn er spricht ja schließlich gerade mit m i r.

      Ich weiß auch nicht, wie ich damit umgehen soll, wenn Leute in Mimik und Tonfall einfach nur neutral sind. Dann weiß ich nicht, ob sie nur höflich sind, einen aber eigentlich nicht wirklich mögen oder nur ruhige Charaktere sind.

      Könnt ihr es unterschieden, wann sich die schlechte Stimmung anderer auf euch bezieht und wann nicht? Könnt ihr Worte, Mimik und Tonfall als ein Gesamtbild wahrnehmen? Analysiert ihr das Verhalten anderer Menschen auch so stark?
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      @Thajanu In dem Thread "Bitte um Einschätzung..." (von mir eröffnet) habe ich gerade etwas dazu geschrieben, wie ich Menschen wahrnehme, vielleicht willst du dir das durchlesen und es korreliert ein wenig mit deiner Wahrnehmung. Oder ich könnte den Beitrag auch hier rein kopieren, weil er irgendwie passt.
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      Hier mein Beitrag aus dem anderen Thread. Die Formatierung ist irgendwie Mist.

      Ich bin der Meinung, dass ich Menschen irgendwie intuitiv erfassen
      kann. Ein Beispiel. Ich war mit meinem Mann und einer Freundin in einer
      Ausstellung mit Führung. Die Frau, die die Führung gemacht hat, fand ich
      total nett und sympathisch. Sie hatte irgendwie eine beruhigende,
      freundliche Art. Ich hab sie die ganze Zeit angeguckt und war von ihrem
      Gesicht fasziniert.


      Nun sagte meine Freundin plötzlich, dass der Pullover von der Frau ganz
      verfusselt ist. Ich guckte und sah, ja, das stimmt, der Pullover war
      richtig doll verfusselt (so ein Wollpullover, der kriegt doch irgendwann
      mega Fusseln auf der Oberfläche - dafür gibt es Fusselrasierer, habe
      ich gelernt und besitze auch einen, seit ich gelernt habe, dass man auch
      ein bisschen auf Äußerlichkeiten achten muss).


      JEDENFALLS: Ich hatte es vorher nicht wahrgenommen. Ich hatte gar nichts
      von der Kleidung, Figur oder sonstwas von der Frau wahrgenommen außer
      ihrem Gesicht und ihrer Stimme und dem, was dieses Gesicht und diese
      Stimme "ausstrahlten".


      Es geht mir ganz oft so, dass ich Äußerlichkeiten überhaupt nicht
      registriere. Ich weiß nicht, ob jemand, den ich seit Jahren täglich auf
      Arbeit sehe, eine Stirnglatze hat, ob sie eine Brille trägt, ob wieder
      ein anderer einen Bart trägt usw. Erst, wenn eine sehr auffällige
      Veränderung geschieht, sehe ich das, und oft nichtmal das.


      Trotzdem habe ich ein "Bild" von dem Menschen. Das Bild besteht aber aus
      anderen Dingen, wie einem freundlichen Lächeln, einer einschüchternden
      Stimme, einer aufgesetzten Freundlichkeit, einer fröhlichen Stimmung.


      Falls jemand sich fragt, wo ist der Zusammenhang: ich glaube, dass ich
      irgendwie "sehe" oder fühle (keine Ahnung, was es genau ist - sagen wir:
      wahrnehme), wie ein Mensch gestimmt ist, wie er "drauf" ist. Ich
      erfasse das, was in ihm vorgeht. Es könnte somit sogar tatsächlich sein,
      dass die Mundwinkel meiner Freundin damals gar nicht nach unten gezogen
      waren, dass sie es aber hätten sein müssen, wenn das, was in ihr
      vorging, sich auf ihrem Gesicht gezeigt hätte.


      KENNT DAS JEMAND? Oder muss jetzt der mit der Zwangsjacke kommen??
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      Thajanu schrieb:

      Wenn ich mit anderen Menschen zu tun habe, analysiere ich meistens sehr stark deren Verhalten. Das heißt, ich achte genau darauf was jemand sagt und gleiche das dann mit seinem Gesichtsausdruck und dem Tonfall ab.

      Häufig geschieht es aber, dass diese Dinge nicht zusammen passen.
      Z.B. kann jemand etwas Neutrales oder Nettes sagen, aber einen gereizten/genervten Tonfall oder einen wütenden/genervten Gesichtsausdruck haben.

      Menschen aus meinem Umfeld melden mir zurück, dass ich manchmal dazu neige, Gesagtes zu genau zu nehmen bzw. unfreundliche Tonfälle oder Gesichtsausdrücke überzubewerten.

      Häufig gelingt es mir aber auch nicht alles zu einem Gesamtbild zu integrieren.

      Wenn jemand z.B. etwas Freundliches sagt, dabei aber genervt schaut oder vom Tonfall her so klingt, nehme ich diese "unfreundlichen" Aspekte so stark wahr,
      Ich meine das auch sehr wahrzunehmen, und diese Doppelbotschaften irritieren oder ärgern mich.
      Das ist dann so unklar, was denn nun wirklich los oder wahr ist.
      Vielleicht bewerte ich auch über, evtl nehme ich aber nur etwas wahr, was andere gerne überdecken wollen.
      Weil es unagenehm ist, darüber zu reden.
      Man muss ja "die Fasson wahren".
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
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      Thajanu schrieb:

      Könnt ihr es unterschieden, wann sich die schlechte Stimmung anderer auf euch bezieht und wann nicht?
      Nein kann ich meistens nicht

      Thajanu schrieb:

      Könnt ihr Worte, Mimik und Tonfall als ein Gesamtbild wahrnehmen?
      Nein, kann ich fast garnicht bzw wie du überinterpretiere ich Dinge zu sehr und nehme es zu wörtlich, also ich nehme es so wie es für mich rüber kommt aber scheinbar ist es oft nicht so gemeint.

      Thajanu schrieb:

      Analysiert ihr das Verhalten anderer Menschen auch so stark?
      Während eines Gespräches komme ich dazu garnicht, weil ich mich zu sehr auf den Inhalt konzentriere.
      Ich konzentriere mich generell so sehr auf den Inhalt und übersehe dann auch schnell Emotionen und andere Dinge.
      Ich kann da nicht alles auf einmal warnehmen. Ich habe glaube ich ein Talent dafür mich auf ein Detail zu fixieren, aber der Nachteil dabei besteht dann halt das man das grobe Ganze aus den Augen verliert. Bei mir tritt das grobe Ganze allerdings nichtmal in Erscheinung, es ist für mich unsichtbar.
      Ich fange erst an über das Verhalten anderer nachzudenken wenn ein gespräch schon vorbei ist, weil ich nur dann Zeit und auch Energie dafür habe.
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      Ebenso schwierig ist, wenn z.B. meine eine Therapeutin mir mit klarer freundlicher Sprache
      aber dann doch verschiedene gegenläufige Botschaften mitgibt, was ich am Besten tun soll.
      Das hat mich völlg verwirrt und ich bin heute etwas desolat und zeige allerhand Geräusch- und Gefuchtelausdruck,
      vermutlich, um mich zu beruhigen.

      Die von heute sagte dann, evtl sei es Provokation, das gäbe es in der Verhaltenstherapie. 8o
      Das fände ich aber ehrlich gesagt, voll daneben.
      Dann würde auch mein Vertrauen schwinden.
      Eigentlich merke ich auch, wenn Jemand provozieren will, denke ich.
      Aber evtl merke ich es nur, wenn es stark überzeichnet ist.
      Ja, kann sein.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
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      @Kleine

      Hm, also bei mir ist es schon so, dass ich sehr viele Details wahrnehme. Aber das müssen nicht unbedingt die sein, die "wichtig" sind.
      Z.B. nehme ich häufig bestimmte Kleidungsstücke, Schuhe, eine auffälllige Brille, eine charakteritische Stimme, eine auffällige Frisur oder ähnliches bei anderen Menschen wahr. Teilweise kann ich mir das dann auch besser merken als Gesichter.

      Wie auch bei Dir beschrieben, kann es aber sein, dass ich darüber versäume etwas anders und eventuell wichtigeres wahrzunehmen.
      Der Fokus kann also sehr stark an einem bestimmten Detail hängenbleiben und dadurch die persönliche Erinnerung an die Person formen.

      Das was Du mit "ein Bild von einem Menschen haben" oder "fühlen wie jemand ist/sich fühlt usw." schreibst, habe ich auch schon gehört.
      Dabei stellt sich dann die Frage, ob es Wahrnehmungen sind, die auch der Realität der betreffenden Personen entsprechen. Wenn dem so ist, fällt diese "Gabe" der Wahrnehmung vermutlich unter Fähigkeiten, die Menschen mit Hochsensibilität zugeschrieben wird.
      Wenn diese Wahrnehmung nicht der Realität der jeweiligen Personen entspricht, handelt es sich vermutlich eher um eine Projektion eigener Gefühle.
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      Kleine schrieb:

      KENNT DAS JEMAND? Oder muss jetzt der mit der Zwangsjacke kommen??
      Auf deinen Post bezogen, nein ich halte das was du beschreibst für völlig normal.
      Ich beispielsweise habe massive probleme das was du da wahrnimmts zu sehen. Wenn jemand nicht sich deutlich verstimmt über etwas äußert, erkenne ich nicht wenn jemand zB miese Laune hat, was andere wohl schon nur an einer Mimik oder Geste erkennen würden. Ich sehe es nicht weil mich wohl andere Dinge zu sehr ablenken wie zB wenn der auf einmal andere Schuhe trägt als sonst oder etwas im Raum verstellt wurde und es meine Aufmerksamkeit erregt oder andere Leute an uns vorbei laufen und ich die mehr warnehme als seine mimik.
      Das phenomen was du beschreibst mit der angenehmen Stimme kenne ich aber auch. Das hat bei mir aber generell was mit dem Ton zutun. Ich habe solche Gefühle auch bei Geräuschen, nicht nur bei Stimmen von Menschen, das ich denke das es angenehm klingt. Da ist mir das Gesicht anderer auch egal, ich schaue anderen eh kaum ins Gesicht.
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      RegenbogenWusli schrieb:

      Ich fange erst an über das Verhalten anderer nachzudenken wenn ein gespräch schon vorbei ist, weil ich nur dann Zeit und auch Energie dafür habe.
      Ja, das tue ich auch. Neben dem eigentlichen Gespräch, sind diese späteren Reflexionen auch ein Großteil meines Eindrucks.

      Da ich, wie in meiner Vorstellung schon mal beschrieben, in Gesprächen oft impulsiv auf angebotene Inhalte des Gegenübers reagiere und häufig mehr oder minder auf "Autopilot" laufe, ist diese Analyse auch dringend notwendig.

      Häufig tauchen noch Stunden oder Tage später einzelne Sätze und Bilder aus dem Gespräch in meinem Kopf auf, die ich dann in Ruhe analysiere und mir so ein Gesamtbild der Situation verschaffe. Ich glaube, mein Gehirn "sieht" und "hört" alles und speichert es irgendwo für mich ab, auch wenn ich während des Gespräches nur die Hälfte davon bewusst gehört oder gesehen habe. ^^
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      Thajanu schrieb:

      Ich glaube, mein Gehirn "sieht" und "hört" alles und speichert es irgendwo für mich ab, auch wenn ich während des Gespräches nur die Hälfte davon bewusst gehört oder gesehen habe. ^^
      Das ist gut möglich, das fände ich sogar logisch, da man unterbewusst eh immer irgendwas warnimmt.
      Ich habe was gespräche angeht leider ein extrem schlechtes gedächtniss. Ich kann zwar teilweise wiedergeben was jemand und was ich gesagt habe weil manche Sätze hängen geblieben sind aber manchmal kann man nichtmal mehr das ganze Gespräch daraus herleiten.
      Was ich allerdings auch mache ist, vor einen gespräch, also zB wenn ich auf dem Weg zu meiner Psychologin bin, mir vorab schon ausmale was ich dort sagen werde, worüber ich sprechen will etc. Mich nervt es manchmal das mich das gedanklich so sehr beschäftigt.
      Mein Gedächtniss ist besser wenn es um grafische oder visuelle Dinge geht oder der Klang einer Stimme und weniger der Inhalt eines gesprächs.
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      Linnea schrieb:

      Die von heute sagte dann, evtl sei es Provokation, das gäbe es in der Verhaltenstherapie.
      Das fände ich aber ehrlich gesagt, voll daneben.
      Dann würde auch mein Vertrauen schwinden.
      Provokation muss ja nicht heißen das sie dich als Person provozieren will sondern deine Reaktionen d.h. dich mit wiedersprüchlichen Reizen konfrontiert um dir in einer kontrollierten Umgebung die Entwicklung anderer Verhaltensreaktionen zu ermöglichen. In diesem Fall wäre es kontraproduktiv wenn du die Hintergründe kennen würdest weil es darum ginge das du für dich passende Reaktionen entwickelst um im Alltag bei ähnlichen spontan auftrettenden Situationen besser zu reagieren.

      Thajanu schrieb:

      Analysiert ihr das Verhalten anderer Menschen auch so stark?
      Das habe ich am Ende der Teenagerzeit und den frühen 20ern getan, da ich erst dann mit den Konzepten konfrontiert wurde und dachte mit dem Wissen neue und tiefgreifendere Kenntnisse über meine Mitmenschen zu erlangen. Letztlich neigte ich dann zur Überinterpretation und da sich Stimmungen auch auf vorherige oder gedankliche Situationen beziehen können von denen ich keine Kenntnis haben konnte führte das zwar zu Erkenntnissen über Wesenszüge des Anderen aber half bei meiner häufigsten Fragestellung "Was will die Person aussagen?" überhaupt nicht weiter und machte die Konversationen noch anstrengender. Heute mache ich es nicht mehr bzw. nur noch dann wenn ich ein gesteigertes Interesse an der Motivation meines Gegenübers habe aber vertraue eher darauf das die Person sich so gibt wie sie ist, das ständige analysieren wurde mir zu anstrengend und brachte nicht viel.

      Thajanu schrieb:

      Könnt ihr Worte, Mimik und Tonfall als ein Gesamtbild wahrnehmen?
      Nein, ich kann alles drei getrennt interpretieren und daraus eine Vielzahl an Gesamtbildern ableiten welche ich dann zur groben Einschätzung verwende. Die Vielzahl von Möglichkeiten macht es für mich einfacher gelassen zu bleiben. Was mich sehr irritiert ist wenn die Mimik unnatürlich ist, dann hänge ich an meine Erinnerungen ein rotes Warnschild mit Ausrufezeichen dafür dass das Gespräch inkonsistent war.

      Thajanu schrieb:

      Könnt ihr es unterschieden, wann sich die schlechte Stimmung anderer auf euch bezieht und wann nicht?
      Wenn ich dem Anderen einen Grund für eine schlechte Stimmung gegeben habe dann fällt mir das sogar sehr leicht. :lol: :fun:
      Für gewöhnlich nicht aber ich bin der Meinung wenn ich der Grund bin dann soll die Person es sagen ansonsten gehe ich davon aus das es andere Gründe hat.
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      Wenn ich versuche, einen anderen Menschen zu analysieren, scheitere ich. Sehr oft (meist) unterscheidet sich die logische Analyse auch von meinem ersten, intuitiven Eindruck, der sich bisher immer als richtig herausgestellt hat.

      Ich bin da wie Miss Marple, die Romanfigur. Wenn sie jemanden sieht, erinnert diese Person sie an eine andere Person, die sie kennt - und sie verknüpft diese beiden miteinander. Bei mir ist das auch so. Wenn ich jemanden neu kennenlerne, erinnert mich dieser Mensch an jemanden aus meiner Vergangenheit. Das hat nichts mit dem Aussehen zu tun, es ist einfach die Art des Menschen - Gestik, Mimik, Körperhaltung - die mich an jemanden erinnert. Sehr oft schon, bevor die Person überhaupt etwas gesagt hat. Und meine Einschätzung kommt dann automatisch und vor allem sehr schnell. Dieser Vorgang läuft auch nicht bewusst ab, mir wurde er auch erst klar, nachdem ich die Bücher gelesen hatte.

      Es ist einige Male vorgekommen, dass ich meinen ersten Eindruck verworfen habe und der Analyse, die ganz anders ausfiel, gefolgt bin. Nur um später - manchmal Jahre später - den ersten Eindruck bestätigt zu bekommen und enttäuscht zu werden.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
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      Leseratte schrieb:

      Sehr oft schon, bevor die Person überhaupt etwas gesagt hat. Und meine Einschätzung kommt dann automatisch und vor allem sehr schnell. Dieser Vorgang läuft auch nicht bewusst ab, mir wurde er auch erst klar, nachdem ich die Bücher gelesen hatte.
      Das ist sehr interesannt. Ich kann das bei mir auch beobachten aber bei mir ist es hier das Aussehen da ich Gestik, Mimik etc eh nur gedämpft bzw nur dann warnehme wenn sie extrem ausfällt und da gleicht sich mir eine der anderen bei unterschiedlichen Personen bzw ich sehe keinen Unterschied ob Person A und Person B jetzt beide lachen/sich freuen, ich erkenne nur das sie sich freuen. Die Gründe können hier ja auch verschieden sein und diese können für mich sogar unsichtbar bleiben.
      Ich habe aber oft schon seit meiner Jugend oder so gewisse Assoziationen gehabt weil eine Person der Frau meines Vaters ähnelte und als ich ihr das sagte war sie sauer weil sie von meiner Mutter zuvor schon von der Frau erfahren hatte und diese als negativ kannte. Das wusste ich sogar, aber typisches Fettnäpfchen halt :m(:
      Das war mir auch unangenehm, ich hatte damit auch nur den Typ Frau vom Aussehen her gemeint, nicht von der Persönlichkeit.


      Leseratte schrieb:

      Es ist einige Male vorgekommen, dass ich meinen ersten Eindruck verworfen habe und der Analyse, die ganz anders ausfiel, gefolgt bin. Nur um später - manchmal Jahre später - den ersten Eindruck bestätigt zu bekommen und enttäuscht zu werden.
      Das ist mir auch schon passiert. Ich möchte auf Menschen unvoreingenommen zugehen und habe dennoch vorher schon instinktive Gefühle über jemanden.
      Bei der Mutter von meinem damaligen besten Freund kam mir irgendwas entgegen was ich als nicht nett empfunden habe.
      Mir war die Frau gefühlsmäßig unangenehm von ihrem Verhalten her. Ich konnte es aber nicht einordnen, da ich für unterschwellige Gesten eh keine Antennen habe und wenn ich da was warnehme weiß ich nicht wie ich das interpretieren soll weil ich nicht erkenne ob das absicht ist oder nicht.
      Daher wollte ich bewusst der Frau eine Chance geben. Ich wurde aber entteuscht, mehrere Male sogar weil mein bester Freund mir erzählte wie seine Mutter bei ihnen zuhause Witze über mich machte und mich seltsam fand.
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      RegenbogenWusli schrieb:

      Ich möchte auf Menschen unvoreingenommen zugehen und habe dennoch vorher schon instinktive Gefühle über jemanden.
      Ich gehe durchaus auf Menschen unvoreingenommen zu - ich bilde mir kein Urteil, bevor ich sie gesehen habe. Dann reichen aber oft Millisekunden aus, um zu entscheiden, ob ich jemanden an mich heran lassen möchte oder nicht. Ich lasse die Menschen auch nicht spüren, dass irgendwas in meinem Inneren eine Alarmglocke geläutet hat. Ich bin freundlich, halte sie aber auf Distanz.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
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      Ich brauche sehr lange, bis ich jemanden einschätzen kann. Es kommt mir vor wie ein Scannen nach Mustern und ein Abgleich mit Bekanntem in meinem Hirn. Manchmal erkenne ich nichts, oft genug irre ich mich. Aus diesem Grund halte ich eine Art 'Sicherheitsabstand' zu den Menschen. Intuitiv funktioniere ich nicht.
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      Coocy schrieb:

      Intuitiv funktioniere ich nicht.
      Intuitiv ist es bei mir auch sehr schlecht, ich würde dann dauernd fehler machen. ich muss zumindest über die meisten Sätze die ich höre erstmal nachdenken wie jemand was meint, und dann das möglichst logischte in erwägung ziehen, was manchmal etwas dauert. Ist nicht immer ganz einfach. Ich habe dabei gemerkt, je seltener ich mit anderen rede, desto seltener komme ich in peinliche schlimme Situationen.