Bitte um Einschätzung - Verhalten von Freundin - Missachtung meiner Bedürfnisse

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      Hallo ihr alle,

      ich hoffe, ich nerve nicht mit meinen vielen Fragen - nebenbei versuche ich auch, hier und da anderen zu helfen :|

      Es geht um meine Freundin (also platonisch). Es gab mehrere Situationen, die ich fragwürdig fand, aber ich will mal diese eine spezielle darlegen.

      Ich hatte ihr etwas über ein Buch erzählt, dass ich gerade las. Ich war mal wieder Feuer und Flamme für das Thema und hab's wohl geschafft, dass sie sich auch dafür interessiert hat. Darüber hab ich mich natürlich gefreut. Nun war es so, dass sie gefragt hat, ob sie sich ein paar bestimmte Seiten aus dem Buch kopieren kann. Ich sagte: klar! Sie wusste auch, dass gleich um die Ecke ein Kopiergeschäft ist.

      Wir gingen also hin und ich versuchte, die Seiten zu kopieren, ohne das Buch zu beschädigen. Es stellte sich heraus, dass das nicht möglich war. Die Seiten waren so dicht bedruckt, also der Satz war so, dass er sehr weit nach innen von der Buchseite ging, dass ich den Buchrücken hätte "brechen" müssen (es war ein Taschenbuch), um die Seiten vollständig kopieren zu können. Ich habe es wirklich versucht, aber immer fehlte etwas vom Text. Ich konnte es nicht über mich bringen, den Buchrücken zu "brechen". Es hat mich ganz nervös gemacht und ich war wegen meiner eigenen "Macke" irgendwie bedrückt - dass diese Pingeligkeit es nicht zuließ, dass ich ihr die Seiten kopierte.

      Dieses Gefühl wurde aber dadurch noch verstärkt, dass sie sich enttäuscht zeigte, jedoch nicht auf freundliche Weise, sondern so seltsam abwertend. So nach dem Motto: "Oh Mann, das ist aber echt enttäuschend, wie du dich anstellst..." Wir haben die Seiten dann einfach mit dem Handy fotografiert und das war für mich eine tolle Lösung. Für sie scheinbar nicht.

      Nun war es vor kurzem so, dass ich ihr wieder ein Buch gezeigt habe (ich lese sehr viel und hoffe immer, mein Interesse für ein Thema mit jemandem teilen zu können, aber sie liest auch einiges in die gleiche Richtung und da bin ich immer neugierig auf ihre Bücher - es ist also nicht so, dass ich ihr immer was aufdrücken will). Sie nahm es und suchte etwas im Inhaltsverzeichnis, schlug das Buch, auf und dann hielt sie inne und sagte so ungefähr: "Ach so, bei dir muss ich ja wieder so vorsichtig sein." - Der Satz an sich wäre völlig in Ordnung, obwohl das meines Erachtens übertrieben ist. Ich finde, man muss nur ganz normal das Buch aufmachen, ohne zuviel Druck auszuüben auf den Buchrücken. Mega-vorsichtig muss man nun nicht sein! Was mich so irritierte war, dass sie die Mundwinkel so nach unten verzog und einen richtig verachtenden Tonfall beim Sprechen hatte. Das hat mich total erschreckt.

      Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass es in Ordnung ist, wenn ich möchte, dass meine Bücher heil bleiben. Bücher sind mir sehr, sehr wichtig. Im Gegensatz zu ihr, die nur einen Blick reinwirft, wird mich dieses Buch vielleicht noch lange begleiten. Ich möche nicht, dass es komplett auseinandergedrückt wird beim Aufschlagen.

      Ich hatte das Gefühl, als hätte ich mich sehr schlecht benommen und wäre keine gute Freundin. Wie gesagt gab es auch andere Situationen, in denen meine Bedürfnisse einfach ignoriert wurden oder ich regelrecht darum kämpfen musste - was natürlich hieß, dass ich dann überhaupt keine Freude mehr an der Situation hatte.

      Also, ich hoffe, mein Beitrag ist noch erträglich von der Länge her. Es klingt natürlich wie eine Lappalie, aber vielleicht liest der eine oder andere heraus, was die eigentliche Problematik ist (hab das Gefühl, es nicht richtig ausdrücken zu können).

      Liebe Grüße, Kleine :)

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      Eismensch schrieb:

      Geh mit ihr in eine Buchhandlung, da kann sie sich nach Herzenslust eigene Bücher kaufen und verschandeln. Aus diesen Gründen verleihe ich nichts.
      :lol: :lol: :lol:

      Ich hab früher Bücher verliehen - eines habe ich nicht zurückerhalten, die Kollegin hatte die Firma verlassen und ich musste mir das Buch nachkaufen. Ein anderes Buch habe ich meiner Schwester geliehen - es war ein Buch, von dem ich ihr auch vorgeschwärmt habe, ein Roman, der mir sehr sehr doll gefallen hat, was wirklich selten vorkommt - sie gab es mir zurück: es war doppelt so dick wie vorher (auch ein Taschenbuch) und komplett gewellt ... sie hat es in der Badewanne gelesen und da ist es ihr ins Wasser gefallen ...
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      Eismensch schrieb:

      Geh mit ihr in eine Buchhandlung, da kann sie sich nach Herzenslust eigene Bücher kaufen und verschandeln. Aus diesen Gründen verleihe ich nichts.
      Ich sehe es auch so, entweder soll sie sich die Bücher selber kaufen oder du kannst ihr zum Geburtstag mal ein Buch schenken. Oder geh mit ihr in eine Bibliothek, dann kann sie sich das Buch ausleihen...

      Kleine schrieb:

      Ich hatte das Gefühl, als hätte ich mich sehr schlecht benommen und wäre keine gute Freundin.
      Nein, das bist du nicht. :shake:
      Klar ist dein Verhalten vielleicht ein bisschen übertrieben, aber sie weiß, dass du so bist und sollte es dann auch zu tolerieren wissen.
      Gefühle können manchmal seltsam sein:
      Manchmal ist man von hunderten von Menschen umgeben und fühlt sich trotzdem wie der einsamste Mensch auf Erden.
      Auf der anderen Seite, kann man ganz alleine auf einer einsamen Insel sein und sich trotzdem geliebt und geborgen fühlen, weil man weiß, dass es irgendwo jemanden gibt, der einen versteht. ;)
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      Ich würde meine Bücher auch nicht kaputt machen lassen, nur weil sie jemand kopieren möchte. Hättest du eingewilligt, den Buchrücken zu brechen, hättest du dich bestimmt jedes Mal darüber geärgert, wenn du das Buch wieder siehst. Wenn ihr öfter mal Bücher tauscht oder kopiert, wäre das bestimmt nicht das einzige Buch geblieben, bei dem dann der Rücken bricht. Ich hätte da auch etwas gesagt. Es ist dein Buch, nicht ihres.

      Kleine schrieb:

      sie gab es mir zurück: es war doppelt so dick wie vorher (auch ein Taschenbuch) und komplett gewellt ... sie hat es in der Badewanne gelesen und da ist es ihr ins Wasser gefallen ...
      Ich habe auch schon öfter beschädigte Sachen zurückbekommen und manchen Leuten leihe ich daher nichts mehr aus, auch wenn sie dann beledigt sind. Mir würde es gar nicht in den Sinn kommen, wenn jemand so nett ist und mir was ausleiht, ihm das dann kaputt zurück zu geben. Geht mir so etwas wie ein Buch kaputt, dann gebe ich es nicht kaputt zurück, sondern kaufe das Buch neu, gebe das neue Buch zurück und behalte das kaputte. Sowas erwarte ich auch von anderen, die meine Erwartungshaltung dann manchmal als völlig überzogen sehen. Ich finde aber, das gehört sich einfach so, dass man Sachen in dem Zustand zurückgibt, in dem man sie übernommen hatte.

      vg Ally

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ally ()

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      Hallo Kleine,

      ich weiß gar nicht so genau, was Du wissen möchtest. ? Ich versuche mich trotzdessen mal an einer Antwort/Analyse.

      Du hast ein Bedürfnis und Deine Freundin versteht es nicht. Das ist erst einmal völlig normal...wir sind ja alle unterschiedlich. Deine Freundin hat auch ein Bedürfnis, Du verstehst es, kannst es aber nicht erfüllen (also die Kopien). Du versucht es trotzdessen zu erfüllen ohne Dein eigenes Bedürfnis herunter zu schlucken (RW) und machst mit dem Handy Fotos. Das ist ein Kompomiss. Sachlich gesehen finde ich Dein Verhalten Produktiv.

      Deiner Freundin reicht das nicht. Sie ist anscheinend genervt von Deinem Bedürfnis das Buch zu schonen. Es ist ihr anscheinend zu viel darauf zu achten.
      Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten für sie: entweder sie verändert sich und geht ohne schlechte Gefühle schonend mit dem Buch um oder sie läßt es und fasst Deine Bücher nicht mehr an. Fest steht, dass sie Dein Bedürfnis nicht nachvollziehen kann und es als übertrieben ansieht.

      Nun werde ich etwas übergriffig sein und Dir sagen, wo ich das eigentliche Problem sehe (ich kann mich auch irren, das weiß ich):

      Dein Gefühl zu dem Vorgang ist das eigentliche Problem. Sonst würdest Du hier nicht posten.
      Du fühlst Dich schlecht. Zum einen weil Dein Bedürfnis von Deiner Freundin nicht ernst genommen wird und sogar 'verachtet' wird.
      Zum anderen hast Du anscheinend ein schlechtes Gewissen auf Dein Bedürfnis zu bestehen. (Korrigiere mich, wenn ich das falsch zusammengefasst habe).

      Zum ersten: was würdest Du Dir von Deiner Freundin wünschen? Ist es Dir wichtig, dass sie es nachvollziehen kann? Hast Du es ihr ausreichend erklärt warum das so wichtig für Dich ist? Wenn ja...wie hat sie reagiert? Hat sie zugehört und versucht Dich zu verstehen? Hat sie sich dafür interessiert/nicht interessiert?
      Das sind alles Fragen, die ich mir stellen würde um genau zu analysieren was passiert ist. Was war mein Bedürfnis in dem Moment? Wollte ich von ihr hören 'ja, ich verstehe Dich' oder wäre ein 'ich verstehe Dich nicht und finde das übertrieben aber es ist ok' auch in Ordnung gewesen. Warum habe ich ein schlechtes Gefühl? Weil sie sich über mein Verhalten vielleicht lustig macht? Weil ich mich als 'nicht ok, Nerd, verrückt, nicht normal' oder ähnliches deklariert fühle von ihr? Falls letzteres der Fall ist: wie sehe ich das selbst? Wenn ich mich nicht für unnormal halte oder Angst davor habe es zu sein...so könnte es mir doch egal sein, wenn sie das denkt.
      Kurz um...ich würde versuchen anhand meiner Gefühle und der Geschehnisse herauszufinden, was mein Bedürfnis/meine Grenze war und warum ich mich genau schlecht damit fühle, was passiert ist. Entweder würde ich dann genau darüber mit ihr reden oder etwas in mir verändern.

      Zum Zweiten würde ich genauso vorgehen. Wieso fühlt es sich schlecht an, Dein Bedürfnis durchzusetzen? Wieso denkst Du eine schlechte Freundin zu sein, wenn Du es tust? Was kann passieren, wenn Du Dein Bedürfnis durchsetzt...vielleicht gibt es etwas, was Dir Angst macht? Wie wäre der Gedanke, dass sie sich auf den Kompromiss eingelassen hätte...also ihr beide ein wenig nachgegeben hättet und nicht nur Du?
      Wer ist für was genau verantwortlich? Könnte es sein, dass Du Dich für ihr Wohlbefinden verantwortlich fühlst? Und so weiter... :d

      Alle Fragen, die ich gepostet habe sind Fragen, die ICH MIR SELBST stellen würde um herauszufinden, was genau mich wie genau fühlen lassen hat und was genau passiert ist. Danach kann ich Lösungen suchen...mit dem anderen reden, mich selbst verändern usw.

      Meine ganz persönliche Meinung dazu: würdest Du meine Freundin sein so würde ich Dein Bedürfnis nur teilweise nachfühlen können (ich mag es zB nicht, wenn in Bücher hinein geschrieben wird oder Eselsohren gemacht werden...das Buch richtig aufschlagen ohne Rücksicht auf den Buchrücken macht mir nur minimal schlechte Gefühle). Aber ich hätte dieses Bedürfnis zu respektieren...ohne Beurteilung dessen und nur mit dem Gedanken 'ich bin da anders', aber wir sind beide ok wie wir sind. Und dementsprechend würde ich allenfalls (wenn überhaupt) ein wenig darüber schmunzeln, dass Du diese Eigenart hast so wie ich andere habe über die ich schmunzele. Mit Lachen kann man auch Verständnis vermitteln. Damit kann man sagen: wir sind beide manchmal ein wenig übertrieben in den 'Augen anderer' (RW), wir sind beide ein wenig nerdig manchmal aber wir sind beide gut so wie wir sind. Nerdigkeiten machen das Leben spannend und interessant. Und ich würde Dir sagen, dass ich es toll finde, dass Du Dir Gedanken darüber gemacht hast eine Lösung zu finden und die Seiten abfotografiert hast. Aber das ist nur meine persönliche Einstellung dazu.

      Ich hoffe, das Posting war nicht zu lang (eine meiner 'Nerdigkeiten' :d ) und, dass ich halbwegs kapiert habe worum es Dir ging.

      Alles Liebe
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      Kleine schrieb:

      Ich konnte es nicht über mich bringen, den Buchrücken zu "brechen". Es hat mich ganz nervös gemacht und ich war wegen meiner eigenen "Macke" irgendwie bedrückt - dass diese Pingeligkeit es nicht zuließ, dass ich ihr die Seiten kopierte.
      Welche Macke? Es würde keiner wollen sich das Buch kaputt zu machen. Ein Taschenbuch ist nun wirklich nicht so teuer das sie die paar Euro nicht selbst ausgeben könnte.

      Ich finde man muss um diese Sache auch gar nicht lange drum herum reden. Zeig du ihr keine Bücher mehr und wenn sie etwas lesen will soll sie einen Buchhandel aufsuchen und sich das Buch kaufen. Einblicke in das Verzeichnis erhält sie oft auch online (Amazon).
      Ich würde es schon grundsätzlich nicht haben wollen das jemand seine Finger in meinen Sachen hat.
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      Ally schrieb:

      Ich würde meine Bücher auch nicht kaputt machen lassen, nur weil sie jemand kopieren möchte. Hättest du eingewilligt, den Buchrücken zu brechen, hättest du dich bestimmt jedes Mal darüber geärgert, wenn du das Buch wieder siehst. Wenn ihr öfter mal Bücher tauscht oder kopiert, wäre das bestimmt nicht das einzige Buch geblieben, bei dem dann der Rücken bricht. Ich hätte da auch etwas gesagt. Es ist dein Buch, nicht ihres.

      Kleine schrieb:

      sie gab es mir zurück: es war doppelt so dick wie vorher (auch ein Taschenbuch) und komplett gewellt ... sie hat es in der Badewanne gelesen und da ist es ihr ins Wasser gefallen ...
      Ich habe auch schon öfter beschädigte Sachen zurückbekommen und manchen Leuten leihe ich daher nichts mehr aus, auch wenn sie dann beledigt sind. Mir würde es gar nicht in den Sinn kommen, wenn jemand so nett ist und mir was ausleiht, ihm das dann kaputt zurück zu geben. Geht mir so etwas wie ein Buch kaputt, dann gebe ich es nicht kaputt zurück, sondern kaufe das Buch neu, gebe das neue Buch zurück und behalte das kaputte. Sowas erwarte ich auch von anderen, die meine Erwartungshaltung dann manchmal als völlig überzogen sehen. Ich finde aber, das gehört sich einfach so, dass man Sachen in dem Zustand zurückgibt, in dem man sie übernommen hatte.
      vg Ally

      Das Problem daran ist, dass derartiges unter Gebrauchsspuren gilt. Das definiert jeder Mensch anders. Wenn ich ein Buch verleihe so kann ich nicht erwarten, dass es nach dem Lesen immer noch aussieht wie neu...selbst wenn der ander sorgsam damit umgeht.
      Wenn einem so etwas wichtig ist sollte man es dem anderen auch erklären und ihm die Chance geben sich daran zu halten. Mir persönlich würde da ein 'bitte gehe sorgsam mit meinem Buch um' nicht ausreichen weil ich vielleicht eine andere Definition von 'sorgsam' habe. Das ist immer eine Gefahr beim Ausleihen von Dingen. Mancheiner empfindet einen Kratzer auch als normale Gebrauchsspur und ich selbst würde es als beschädigt empfinden und etwas neues kaufen. Also das ist wirklich im Empfinden sehr unterschiedlich bei den Menschen.
      Es war mir wichtig daran noch einmal zu erinnern weil man durch genau Kommunikation vielleicht schon im Vorfeld solche Unannehmlichkeiten verhindern kann. :)
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      Ally schrieb:

      Ich würde meine Bücher auch nicht kaputt machen lassen, nur weil sie jemand kopieren möchte. Hättest du eingewilligt, den Buchrücken zu brechen, hättest du dich bestimmt jedes Mal darüber geärgert, wenn du das Buch wieder siehst. Wenn ihr öfter mal Bücher tauscht oder kopiert, wäre das bestimmt nicht das einzige Buch geblieben, bei dem dann der Rücken bricht. Ich hätte da auch etwas gesagt. Es ist dein Buch, nicht ihres.

      Kleine schrieb:

      sie gab es mir zurück: es war doppelt so dick wie vorher (auch ein Taschenbuch) und komplett gewellt ... sie hat es in der Badewanne gelesen und da ist es ihr ins Wasser gefallen ...
      Ich habe auch schon öfter beschädigte Sachen zurückbekommen und manchen Leuten leihe ich daher nichts mehr aus, auch wenn sie dann beledigt sind. Mir würde es gar nicht in den Sinn kommen, wenn jemand so nett ist und mir was ausleiht, ihm das dann kaputt zurück zu geben. Geht mir so etwas wie ein Buch kaputt, dann gebe ich es nicht kaputt zurück, sondern kaufe das Buch neu.
      Richtig. :nod: Ich würde auch kein kaputtes Buch zurückgeben und ich habe auch ehrlich gesagt noch nie jemanden gesehen, der sowas macht.
      Geht einem ein Gegenstand kaputt, der einem nicht gehört, dann hat man dem Besitzer als Entscheidung ein neues Exemplar zu kaufen. Das ist eine Frage von Anstand und Respekt!
      Gefühle können manchmal seltsam sein:
      Manchmal ist man von hunderten von Menschen umgeben und fühlt sich trotzdem wie der einsamste Mensch auf Erden.
      Auf der anderen Seite, kann man ganz alleine auf einer einsamen Insel sein und sich trotzdem geliebt und geborgen fühlen, weil man weiß, dass es irgendwo jemanden gibt, der einen versteht. ;)
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      Ally schrieb:

      Ich würde meine Bücher auch nicht kaputt machen lassen, nur weil sie jemand kopieren möchte. Hättest du eingewilligt, den Buchrücken zu brechen, hättest du dich bestimmt jedes Mal darüber geärgert, wenn du das Buch wieder siehst. Wenn ihr öfter mal Bücher tauscht oder kopiert, wäre das bestimmt nicht das einzige Buch geblieben, bei dem dann der Rücken bricht. Ich hätte da auch etwas gesagt. Es ist dein Buch, nicht ihres.

      Kleine schrieb:

      sie gab es mir zurück: es war doppelt so dick wie vorher (auch ein Taschenbuch) und komplett gewellt ... sie hat es in der Badewanne gelesen und da ist es ihr ins Wasser gefallen ...
      Ich habe auch schon öfter beschädigte Sachen zurückbekommen und manchen Leuten leihe ich daher nichts mehr aus, auch wenn sie dann beledigt sind. Mir würde es gar nicht in den Sinn kommen, wenn jemand so nett ist und mir was ausleiht, ihm das dann kaputt zurück zu geben. Geht mir so etwas wie ein Buch kaputt, dann gebe ich es nicht kaputt zurück, sondern kaufe das Buch neu, gebe das neue Buch zurück und behalte das kaputte. Sowas erwarte ich auch von anderen, die meine Erwartungshaltung dann manchmal als völlig überzogen sehen. Ich finde aber, das gehört sich einfach so, dass man Sachen in dem Zustand zurückgibt, in dem man sie übernommen hatte.
      vg Ally

      Ganz genau so wäre es gewesen, ich hätte immer daran denken müssen und mich geärgert. Das tut doch der Freundschaft auch nicht gut.

      Und auch deinen zweiten Absatz kann ich eins zu eins unterschreiben. Ich habe mal ein Buch von einem Freund geliehen bekommen, das war auch noch ein Band aus einer Sammlung, in so einem Schuber. Ich habe irgendwann gesehen, dass der obere Schnitt ganz verfärbt ist, ich glaube, das war von der Plastiktüte, mit der ich das Buch eigentlich schützen wollte. Ich war geschockt und habe den Band einzeln über booklooker kaufen können. Dieser sah zwar top aus, hatte aber auf dem Vorsatzblatt einen Stempel.

      Ich bin ganz geduckt zu meinem Freund damals gegangen und habe ihm das Buch angeboten und mich so sehr entschuldigt, ich dachte, er wäre sehr enttäuscht oder sauer. Was macht er? Er sagt: ach, cool, jetzt sieht es schön gelesen aus, so mag ich es! Und hat das Buch zurückgenommen, das "neue" habe ich dann behalten. Das war toll von ihm, und er hat es wohl auch ehrlich gemeint und wollte mir nicht nur einen Gefallen damit tun. Er sah es eben anders. Für mich war es aber auch selbstverständlich gewesen, ihm das Buch zu ersetzen.

      Meine Schwester hingegen hat noch so getan, ich solle mich doch nicht so anstellen (das scheint ein Muster in meinem Leben zu sein...). Ich fand das unglaublich. Sie ist nicht einmal auf die Idee gekommen, mir das Buch neu zu kaufen! Allerdings muss ich sagen, dass das dann wiederum auch nicht "mein" Buch gewesen wäre. Ich hätte es schwierig gefunden, das neue Buch ins Regal zu stellen, weil es ja nicht das ist, welches ich gelesen habe.
      Das ist aber wiederum mein Problem und rechtfertigt nicht das rücksichtslose Verhalten von anderen.
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      kikilino schrieb:

      Das Problem daran ist, dass derartiges unter Gebrauchsspuren gilt. Das definiert jeder Mensch anders. Wenn ich ein Buch verleihe so kann ich nicht erwarten, dass es nach dem Lesen immer noch aussieht wie neu...selbst wenn der ander sorgsam damit umgeht.
      Ich finde, dass ein Buch, das einmal komplett in Wasser getaucht wurde, nicht mehr als "das sind normale Gebrauchsspuren" definiert werden kann. Bücher, die ich verleihe, sehe auch vor dem Verleihen nicht ungelesen aus, weil ich sie selber in der Regel schon gelesen habe. Auch ein gebrochener Rücken ist nicht unbedingt eine Gebrauchsspur, da der Rücken nicht bricht, wenn man das Buch nicht überdehnt. Ich habe viele Bücher gelesen und bei noch keinem davon ist der Rücken gebrochen. Bei einer Lesepause legen ich das Buch nicht offen auf den Tisch, sondern schließe es und lege eine Lezeichen hinein. In den Büchereien, wo ich gerne Bücher leihe, sind die Bücher trotz vieler Leser in einem recht guten Zustand. Was wohl auch daher rührt, dass die Bücherei, in die ich gehe, da nicht zimperlich ist und man recht schnell ein Buch ersetzen muss, wenn man nicht pfleglich damit umgeht.

      Derjenige, der ein Buch kaputt gemacht hat, sieht das sicher anders und spielt es als "normale Gebrauchsspuren" herunter. Wer gibt schon gerne zu, dass er mit Sachen anderer nicht pfleglich umgeht und sagt dann, das sei alles nicht so schlimm? Wären es die eigenen Sachen, würde sich die Empfindlichkeit sicher recht schnell in die andere Richtung ändern.

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      Dream Valley schrieb:

      Eismensch schrieb:

      Geh mit ihr in eine Buchhandlung, da kann sie sich nach Herzenslust eigene Bücher kaufen und verschandeln. Aus diesen Gründen verleihe ich nichts.
      Ich sehe es auch so, entweder soll sie sich die Bücher selber kaufen oder du kannst ihr zum Geburtstag mal ein Buch schenken. Oder geh mit ihr in eine Bibliothek, dann kann sie sich das Buch ausleihen...

      Kleine schrieb:

      Ich hatte das Gefühl, als hätte ich mich sehr schlecht benommen und wäre keine gute Freundin.
      Nein, das bist du nicht. :shake: Klar ist dein Verhalten vielleicht ein bisschen übertrieben, aber sie weiß, dass du so bist und sollte es dann auch zu tolerieren wissen.

      Wenn sie mir ein Buch gezeigt hatte, das mich interessierte, bin ich auch los und hab es mir selbst gekauft. Da ist halt jeder anders, manche leihen und verleihen Bücher gern, ich besitze meine Bücher lieber und verleihe sie nicht gern.

      Danke hierfür "Nein, das bist du nicht. "

      :) :)
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      @kikilino Wow, da hast du dir aber viel Mühe gemacht, danke! Ich werde mir deinen Beitrag ausdrucken und das dann in Ruhe für mich durchgehen. Ist ja wie eine Therapiesitzung! Das meine ich positiv. Da stecken so viele Denkanstöße drin und schon beim Lesen deines Postings sind in mir verschiedene Gefühle hochgekommen, sodass ich weiß, da steckt einiges drin.
      Ich will das richtig würdigen und das Angebot annehmen, mir all diese Fragen zu stellen.

      Übergriffig finde ich es nicht. Ich habe ja sehr detailliert ein Problem beschrieben. Zwar freue ich mich über jeden, der sagt: du hast nichts falsch gemacht! Aber das ist ja auch wieder eigene Unsicherheit (meiner Wahrnehmung nicht trauen, auf Bestätigung anderer angewiesen sein).

      Ich schreib dir dann, was dabei rausgekommen ist.
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      also ich denke, für die Einhaltung meiner Grenzen bin ich selbst verantwortlich.
      Du hast gemerkt, dass ihr da unterschiedlicher Ansicht seid, da würde ich dann solche Situationen nicht mehr bewusst herbei führen.
      Verständnis kann man auch nicht immer erwarten, also musst du abwägen, was dir die Freundschaft wert ist.
      Ob du dafür ab und an mal eine Spitze ertragen kannst
      (für mich habe ich beschlossen: ja, kann ich. Jeder hat das recht, seine meinung zu äussern. auch, dass er mein Verhalten seltsam findet. Ich mag mich genug, um damit klar zu kommen. Denn auch ich halte mich ja nun nicht gerade zurück ^^)
      Oder du deine Zeit lieber mit jemanden verbringst, der mehr Verständnis für dich hat.
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      Hallo Ally,

      ich wollte Dich nicht angreifen...habe aber irgendwie das Gefühl, dass Du Dich angegriffen fühlst.? Falls dem so ist tut es mir leid.

      Ja, ich selbst würde dieses Wassertauchen auch nicht als normale Gebrauchsspur definieren. Aber ich denke, dass dahingehend die Empfindungen und Definitionen eben sehr unterschiedlich sind. Und, dass das auch jeder so fühlen und sehen darf wie er es fühlt und sieht. Genau deshalb ist es produktiv sich darüber im Vorfeld des Verleihens auszutauschen. Denn niemand kann im Vorfeld wissen, wie Du ganz persönlich es definierst und empfindest. Wenn Du es offen kommunizierst gibst Du den Menschen eine Chance Deine Bedürfnisse und Grenzen zu respektieren.
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      Kleine schrieb:

      Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass es in Ordnung ist, wenn ich möchte, dass meine Bücher heil bleiben.
      Ich sehe das auch als in Ordnung an, wenn Du das Buch kopieren möchtest, müssen die Seiten dann ja komplett bis zum Buchrücken durchgedrückt werden.
      Das kann sehr störend sein.

      Kleine schrieb:

      Ich hatte das Gefühl, als hätte ich mich sehr schlecht benommen und wäre keine gute Freundin.

      Gerade wenn man dann selber eher selbstkritisch ist kann ein Gefühl, das eigentlich von jemand anderem stammt, recht hartnäckig erstmal hängen bleiben und den Verstand gleich mit sich ziehen.
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      kikilino schrieb:

      ich wollte Dich nicht angreifen...habe aber irgendwie das Gefühl, dass Du Dich angegriffen fühlst.? Falls dem so ist tut es mir leid.
      Nein, ich fühle mich nicht angegriffen, ich bin manchmal eher erschrocken oder enttäuscht, wie wenig Respekt andere Leute manchmal vor fremdem Eigentum haben.

      Angenommen, du möchtest ein Buch von mir leihen, das heißt, du möchtest etwas von mir. Ich bin bereit, dir das Buch zu leihen, sehe es aber nicht als Aufgabe, als Dank dann noch Sachen hinzunehmen, die mir nicht recht sind. Derjenige, der etwas von mir möchte, kann mich dann gerne fragen, zu welchen Bedingungen er die Sache haben kann. Ich selber sehe es eben so, dass es sich einfach gehört, sorgsam mit fremden Sachen umzugehen und ich käme gar nicht auf die Idee, dass es überhaupt nötig ist, demjenigen, dem ich etwas leihe, das auch noch explizit sagen zu müssen.

      Ich denke nicht, dass man bei Freundschaften "ein Auge zudrücken" sollte und in diesem Bezug mehr hinnehmen sollte als bei Nicht-Freunden. Es stellt sich dabei die Frage, ob die Freunschaft nicht ohnehin nur sehr einseitig ist, wenn der Gegenüber es nicht wertschätzt, dass man ihm etwas leiht und das darin zeigt, dass es ihm egal ist, in welchem Zustand der geliehene Gegenstand zurückgegeben wird.

      Es kann immer was kaputt gehen, auch wenn man noch so gut aufpasst, dabei macht es einen Unterschied, ob der, der es kaputt zurückbringt, den Schaden bereut und zumindest versucht, ihn wieder gutzumachen und sich glaubhaft entschuldigt oder ob er es ins Lächerliche zieht und meint, man solle sich nicht so anstellen. Kann man die Person, die man als Freund oder Freundin hielt, dann wirklich als sowas bezeichnen?

      vg Ally

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      Um nochmal ein wenig Ordnung hier reinzubringen:

      Es geht hier nicht um meine Vorlieben oder darum, dass ich stillschweigend etwas beim anderen voraussetze.

      Ich habe ja selbst versucht, zu kopieren, es ging nicht, basta. Basta allerdings nicht für meine Freundin.

      Sie kann auch mein Buch ganz normal aufmachen und darin lesen (meine Bücher sehen auch nicht ungelesen aus). Der Kommentar kam ja von ihr. Ich hatte in dem Moment überhaupt keine Befürchtung, sie könne mein Buch kaputt machen.

      Des weiteren muss ich bestimmt nicht zu jemandem, dem ich ein Buch ausleihe, sagen: "Ach, und übrigens, könntest du das Buch vielleicht nicht in der Badewanne versenken?" Vielleicht kam es vorhin nicht klar rüber: das Buch war komplett versenkt worden! Es betraf nicht nur den Rand, es war das komplette Buch.

      zurück zum Thema: Es ging mir hier aber eher um die Art meiner Freundin, darum, dass ich das Gefühl hatte, wenn ich etwas nicht für sie mache, dass sie dann meint, mir ihre Missachtung entgegenbringen zu können.

      Randbemerkung: Ich hab nichts gegen Abschweifungen, neige auch stark dazu, das war also keine Kritik. Ich möche aber auch nicht, dass die Diskussion sich plötzlich um etwas völlig anderes dreht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kleine ()

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      Kleine schrieb:

      Es ging mir hier aber eher um die Art meiner Freundin, darum, dass ich das Gefühl hatte, wenn ich etwas nicht für sie mache, dass sie dann meint, mir ihre Missachtung entgegenbringen zu können.
      So ein Mensch wäre keine Freundin für mich, allenfalls eine Bekannte - mit viel gutem Willen eine gute Bekannte. Aber niemals eine Freundin.

      Von einer Freundin erwarte ich, dass sie meine Macken toleriert - auch die, sie sie doof findet. Nur so kann ich in ihrer Gegenwart entspannt sein und das Beisammensein genießen. Die gleiche Toleranz biete ich selbstverständlich auch. Was aber auch nicht heißt, dass wir manchmal über unsere Macken lachen oder uns ein wenig damit aufziehen.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~