In der Kindheit Zuneigung zeigen

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    • In der Kindheit Zuneigung zeigen

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      Hallo Aspies,

      man liest immer wieder vom Leidensdruck, den Eltern autistischer Kinder haben, weil diese angeblich keine Zuneigung zeigen. Deshalb meine Frage, wie habt Ihr euren Eltern als Kinder gezeigt, dass ihr sie mögt, dass sie euch wichtig sind. Und die zweite Frage, haben eure Eltern eure Zuneigung auch als solche verstanden oder eher falsch interpretiert?

      LG Diamant
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      Also mein Sohn (8 Jahre alt, mit ASS Diagnose) ist total schmusig und sagt mir mehrmals täglich, dass er mich liebt und ich die beste Mutter auf der ganzen Welt bin.

      Ich selbst (ohne ASS Diagnose) hatte als Kind wohl große Schwierigkeiten Gefühle zu zeigen. Mein Vater hat mir oft vorgeworfen, ich würde mich nur freuen.
      Bei Kritik hab ich mich einfach zurückgezogen.

      Ich hab meine Zuneigung dann so gezeigt indem ich was geputzt habe oder Geschenke gekauft.
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      Satureja Antares schrieb:

      Kinder sind nicht dafür da, um die Bedürfnisse ihrer Eltern zu erfüllen.
      Sollen sie sich eine katze einladen zum schmusen.
      Ganz so einfach sehe ich es denn doch nicht. Wenn man als Eltern den Eindruck hat, ein Kind zeige keine Zuneigung, geht ja auch eine rote Lampe an: "Habe ich etwas falsch gemacht? Oder stimmt mit meinem Kind etwas nicht?" - wobei Letzteres ja bei AS in der Tat der Fall ist. Und natürlich leiden Eltern unter scheinbar mangelnder Zuneigung des Kindes, eben auch, weil man wohl immer erst mal die Schuld bei sich selbst sucht, und sie haben auch das Recht dazu.

      Es ist wie alles individuell sehr unterschiedlich. Ich selbst erinnere mich nicht mehr, ich weiß nur noch, dass mein Vater (VA) umgekehrt das gleiche Problem mit uns Kindern hatte, seine Gefühle schlecht zeigen zu können. Und dass es ganz toll war, wenn man mit ihm raufen konnte, eine Traube von Kindern auf ihm drauf. Bei meiner Tochter war nur in den ersten Monaten auffällig, dass sie da relativ wenig körperliche Nähe wollte. Das hat sich geändert sobald sie sich autonom bewegen konnte, also spätestens mit dem Laufenlernen, seither würde ich ihr Verhalten in diesem Punkt als normal bezeichnen (was im Moment heißt: eher weniger zugeneigt, weil Pubertier, aber ansonsten mit Mama kuscheln, mit Papa raufen).
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      Meine Mutter kuschelte nicht, ich kuschelte nicht. War ganz easy bei uns. Es gibt ein gemeinsames Bild von uns (wobei "ein" wörtlich zu verstehen ist), da sitze ich mit verkrampfter Mimik auf ihren Knien und knete meine Finger. Sie hat ihre Arme möglichst weit weg. Bloß nicht anfassen. :lol:

      Allerdings konnte ich mir ihrer Liebe immer sicher sein, genau wie andersrum. Taten sagen da manchmal viel mehr als dieses schmusen. :]
      What doesn't kill me makes me stranger.
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      Satureja Antares schrieb:

      wenn die Eltern Probleme damit haben, dass ihr Kind IHNEN zu wenig Zuneigung zeigt, haben die Eltern ein problem, nicht das kind.
      Kinder sind nicht dafür da, um die Bedürfnisse ihrer Eltern zu erfüllen.
      Sollen sie sich eine katze einladen zum schmusen.
      :lol:
      Meine Mutter hat mir mal erzählt dass sie Ablehnung gespürt hat als sie mich umarmen wollte. Das hat sie verletzt.
      Meine Grossmutter habe ich immer in den Arm genommen, sie mich auch, auch meinen Grossvater, meine Mutter kam sich benachteiligt vor.

      Ich habe keine Probleme mit körperlicher Nähe bin in der Hinsicht allerdings sehr selektiv, es muss gar nicht sein dass ich eine Person besonders lange oder besonders gut kenne die Voraussetzung ist ein bestimmtes Gefühl...die andere Person darf nicht fordernd sein, auch nicht emotional fordernd, das merke ich, es muss freiwillig sein.

      Katzen gehen auch nur freiwillig zu Leuten hin, wenn sie spüren dass sie es sollen und der Mensch etwas einfordert, Nähe, Zuneigung, Aufmerksamkeit, dann gehen sie weg.
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      Ich hatte als Kind auch Probleme, Zuneigung zu zeigen, durch Umarmen oder so. Von mir gingen solche Gesten nie oder nur selten aus. Ich kann es zwar ertragen, muss es aber nicht haben, auch heute noch nicht.
      Ich habe als Kind Zuneigung gezeigt durch eine gewisse Anhänglichkeit, meine Mutter durfte zum Beispiel nicht ohne mich weggehen. Das gab dann ein Heidentheater (RW). Bei ihr zu sein war für mich ein Zeichen für Zuneigung. Oder ich habe mir gemerkt was sie mag und habe es ihr dann von meinem Taschengeld gekauft.
      Findet ihr es eigentlich richtig, dass man einem Kind seinen Willen lassen soll, wenn es zB die Hand nicht geben will? Ich frage das, weil mir irgendwie auffällt, dass da besonders bei autistischen Kindern ein Riesenaufstand gemacht wird, dass man sie zu nichts zwingen darf. Einem normalen Kind wird doch auch gesagt, gib zur Begrüßung die Hand.
      Ich meine, die Probleme werden ja nicht weniger, wenn man ein Kind immer nur machen lässt. Das Kind wird ja auch mal erwachsen und möchte ein selbstbestimmtes Leben führen. Die Frage ist also, wo da die Grenze verläuft zwischen Zwang und normalem Anstand anerziehen. Ich wurde nie in einem goldenen Käfig geschützt und geschadet hat es mir nicht, dass man mir all das (Hand geben usw) anerzogen hat, im Gegenteil. Deshalb frage ich mich, wie sinnvoll diese Entwicklung sein soll oder ob sie einfach nur damit zu tun hat, dass viele schon bei normaler Erziehung ABA Methoden wittern.
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      Eismensch schrieb:

      Meine Mutter kuschelte nicht, ich kuschelte nicht. War ganz easy bei uns.
      Heh, ja so ist das bei uns auch gewesen, darum war da auch nichts aufgefallen.
      Wenn dann lag ich mal bei meinem vater im arm aber das meist nach dem Toben wenn man eh kaputt war, und auch nicht lange.

      Zuneigung zeigte ich früher eigentlich nur auf eine Weise.
      Ich bastelte etwas, denn das war das einzige was ich gut konnte.
      Und das hab ich meistens nur am Mutter/Vatertag oder an den Geburtstagen gemacht wenn ich die mal mitbekommen habe.
      Ich weiß nicht wie andere Kinder sowas zeigen aber meine Eltern gaben mir nicht das Gefühl das ich ihnen mehr Zuneigung geben sollte.
      Erst als ich mit 12 bei meinem vater und seiner neuen lebte kam oft der Vorworf warum ich nicht umarme, kuscheln will oder immer allein bin anstatt bei den anderen und so.
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      Diamant schrieb:

      meine Mutter durfte zum Beispiel nicht ohne mich weggehen.
      Das fällt auch unter Zuneigung?
      Ich wollte immer mit meinem vater mit und bin manchmal auch regelrecht ausgerastet wenn das nicht ging.


      Diamant schrieb:

      Einem normalen Kind wird doch auch gesagt, gib zur Begrüßung die Hand.
      Ich wollte nichtmal Hallo sagen XD
      Muss aber zugeben das meine Eltern da auch recht tolerant gewesen sind, sie haben da keinen Aufstand gemacht.
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      Kraehe schrieb:

      bin in der Hinsicht allerdings sehr selektiv, es muss gar nicht sein dass ich eine Person besonders lange oder besonders gut kenne die Voraussetzung ist ein bestimmtes Gefühl...die andere Person darf nicht fordernd sein, auch nicht emotional fordernd, das merke ich, es muss freiwillig sein.
      Ja.


      Kraehe schrieb:

      Katzen gehen auch nur freiwillig zu Leuten hin, wenn sie spüren dass sie es sollen und der Mensch etwas einfordert, Nähe, Zuneigung, Aufmerksamkeit, dann gehen sie weg.
      Das kann ich gut nachvollziehen und finde ich gut.
      Es gibt allerdings auch Kartzen, die nervend viel einfordern, das mag ich auch nicht besonders.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
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      Diamant schrieb:

      Findet ihr es eigentlich richtig, dass man einem Kind seinen Willen lassen soll, wenn es zB die Hand nicht geben will? Ich frage das, weil mir irgendwie auffällt, dass da besonders bei autistischen Kindern ein Riesenaufstand gemacht wird, dass man sie zu nichts zwingen darf. Einem normalen Kind wird doch auch gesagt, gib zur Begrüßung die Hand.
      Ich denke es ist wichtig einen Mittelweg zu finden, das ist aber sicherlich auch individuell. Immer sofort den Willen lassen ist auch für das Kind nicht sinnvoll, Zwang allerdings auch nicht. :roll:

      Eine gewisse Erziehung ist wichtig - sonst hat man nämlich nur Probleme im Leben. Tischmanieren gehören ja auch dazu.

      Meine Eltern haben mir beigebracht die Hand zu geben (die rechte Hand, auch das gehört dazu, als Linkshänder durfte ich mit links essen und schreiben aber zur Begrüssung gibt man die rechte Hand).

      Es gab Leute denen ich nicht die Hand geben wollte. Meine Mutter hat dann gefragt wieso. Soweit ich mich erinnere habe ich dann gesagt "der/die ist komisch, klebrig, mag ich nicht".
      Den Leuten darf man das natürlich nicht sagen.
      So viele waren das aber nicht.
      Dann liess man mich in Ruhe.

      Miteinander sprechen ist wichtig. Ich finde meine Eltern haben das ganz gut gemacht.
      Ich würde es genauso machen, wollte aber selbst nie Kinder haben also erübrigt sich das.

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